Freitag, 30. November 2012

Zum Aperitif oder aufs Sonntagsbrötchen: Crema di Mortadella con pepe verde e pistacchi



Hauchdünn aufgeschnittene Mortadella - pur, mit Pistazien oder auch ganz edel mit Trüffeln - gönne ich mir manchmal auf dem Sonntagsbrötchen. Keine leichte Kost, denn die Wurst-Spezialität aus Bologna - jener Stadt, die auch als "La Grassa" (die Fette) bezeichnet wird - ist ziemlich gehaltvoll.




In Italien isst man Mortadella gerne auch in Würfelchen geschnitten zum Aperitif. Champagner oder auch ein guter Spumante "Metodo classico" (nach Champagnermethode) sind dazu eine hervorragende Begleitung
Wem die normale Mortadella noch nicht üppig genug ist und wer in der kalten Jahreszeit noch ein paar zusätzliche Kalorien braucht, dem kann ich mit einem Rezept dienen, in dem die Wurst zu einem herzhaften Aufstrich für Cracker oder Crostini  verarbeitet wird.
Kein Gast schreitet nach dem Aperitif mit solchen Häppchen dann völlig ausgehungert zu Tisch.



Zutaten (für 6-8 Personen)

  • 300 g Mortadella (das Original aus Bologna, am besten eine einzelne dickere Scheibe)
  • 200 g Ricotta
  • 100 ml süße Sahne
  • 1 El Dijon-Senf
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 El grüner Pfeffer (in Lake)
  • 2 Blätter Gelatine
  • gehackte Pistazien zum Bestreuen

Die Gelatine zehn Minuten in kaltem Wasser einweichen.
Die Mortadella in kleine Würfelchen schneiden und mit der Ricotta, der Sahne und dem Senf in einem Mixer zu einer feinen Crème pürieren. Mit Pfeffer abschmecken. Die Gelatine tropfnass in einem kleinen Topf erhitzen, in den Mixer geben und alles schnell noch einmal zusammen pürieren, damit sich keine Gelatineklümpchen bilden. Dann mit einem Löffel die grünen Pfefferkörner unterrühren.
Die Crème gleich in ein Töpfchen umfüllen. Vor dem Servieren mit gehackten Pistazien bestreuen.
Da die Crème durch die Gelatine eine gewisse Festigkeit erlangt, kann man sie auch in eine mit Alufolie ausgekleidete Terrinenform geben und diese ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen. Diese vor dem Servieren auf eine Platte stürzen und mit den Pistazien verzieren.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 28. November 2012

Geniale Kombination: Maltagliati con ceci e castagne



An vergangenen Wochenende hatten wir nicht nur einen Ausflug in die Toskana gemacht, sondern waren auch für einen halben Tag in den südlichen Marken. Leider waren wir zu spät in Rom abgefahren, und es dämmerte schon, als wir einigen Outlets in der Gegend einen Besuch abstatten wollten. In der Region Marken sitzen nämlich viele bekannte Schuhhersteller, und man kann dort so manches Schnäppchen im Werksverkauf oder den vielen Outlets machen. Besonders im Outlet von Tod's ist das Gedränge jedes Mal groß, gibt es dort die edlen Schuhe und Taschen oft zum halben Preis.
Um es kurz zu machen: Schuhe gab es dieses Mal nicht, aber wir haben wieder hervorragend auf dem Nachhauseweg gegessen.
Im alten Borgo von Grottamare, an der Grenze zwischen den Regionen Marken und Abruzzen, liegt an einem kleinen Stadtplatz die Osteria dell'Arancio mit sehr romantischem Ambiente. Neben einem sagenhaft guten Käseteller habe ich wunderbare Pasta gegessen.
Die Kombination von Kichererbsen, Rosmarin und den leicht süßlichen Maronen, parfümiert mit etwas Safranöl, schmeckte einfach zum Niederknien gut. Klar, dass ich das nachbasteln musste!
Das richtige Soulfood für einen Tag, der mit Blitz, Donnerschlägen und Regenschauern nicht gespart hat.




Zutaten (für 3 Personen)

Pasta

  • 140 g Mehl
  • 60 g Hartweizengrieß
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • ein paar Tropfen Olivenöl extra vergine


Einen geschmeidigen Pastateig nach meinem Grundrezept herstellen und in Folie gewickelt ruhen lassen. Dann den Teig mit Hilfe einer Nudelmaschine dünn auswälzen, und die Nudelplatten mit einem Teigrädchen in unregelmäßige Streifen schneiden.
(Und dieses Mal habe ich mir wirklich Mühe gegeben, sie "schlecht" zu schneiden!)

Sugo


  • 100 g Maronen (vakuumverpackt, vorgegart)
  • 230 g Kichererbsen (aus dem Glas, abgetropft)
  • 4-5 El Olivenöl extra vergine (zum Erhitzen)
  • 1 Tütchen Safran
  • 1-2 Zweige Rosmarin
  • 50 ml Gemüsefond oder Gemüsebrühe
  • 4 El Parmigiano Reggiano
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Die Nadeln vom Rosmarinzweig streifen und fein hacken. Man braucht ungefähr einen Esslöffel davon.
Das Safranpulver in einem El Olivenöl auflösen.
In einer Pfanne das restliche Olivenöl zusammen mit den Kichererbsen und dem gehackten Rosmarin erhitzen, bis der Rosmarin zu duften beginnt. Die Gemüsebrühe hinzufügen und einmal kurz aufkochen lassen. Die Maronen grob zerkleinern und zu den Kichererbsen geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Inzwischen die Pasta "al dente" kochen, abgiessen und in die Pfanne geben; eventuell noch etwas von dem Kochwasser hinzufügen. Safranöl und Parmigiano unter die Pasta rühren.

Osteria dell'Arancio
Piazza Peretti 1
Grottamare (Ascoli Piceno)
00390735631059


Für Schuhliebhaber

Outlet Tod's
Sant'Elpidio al Mare
Località Casette d'Ete
Öffnungszeiten: Mo-Sa 10 bis 19.30 Uhr
http://www.todsgroup.com/
http://www.mymarca.it/viewdoc.asp?co_id=2342http://www.todsgroup.com/

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Es ist da!!!



Jetzt ist es auch in Rom angekommen: Das Braun Kochbuch "Rezepte für Sieger".
Wunderschön ist es geworden! Appetit machen 45 Rezepte von Foodbloggern, die damit Zorras Aufruf nachgekommen sind, zu ihrem Jubiläums-Blogevent Rezepte beizutragen.
Und ich bin auch dabei und freue mich riesig!




Auch als glückliche, frischgebackene Besitzerin eines Pürierstabs, den es zusätzlich zu gewinnen gab (und dieser funktioniert ganz hervorragend!), geht nochmal ein ganz großes Dankeschön an Zorra für die tolle Idee und die Organisation des Events!

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 27. November 2012

Alle Jahre wieder: Vanillekipferl und Husarenkrapferl



Auch im Land des Panettone backe ich eifrig Weihnachtsplätzchen. Jedes Jahr, immer eine Woche vor dem ersten Advent, geht es los, und es werden in den darauffolgenden Tagen Teig geknetet, Plätzchen ausgestochen oder Baisers auf Oblaten gestrichen. Eingedeckt mit einigen Backzutaten aus Deutschland, die ich hier nur schwer bekomme wie etwa Oblaten oder Gewürze für meinen Lebkuchen, ziehe ich mich nur allzu gerne in die Küche zurück: Dort wird es wenigstens warm neben dem eingeschalteten Ofen und beim Teigkneten, denn römische Wohnungen im Winter...
Ich muss es gestehen: Einen Panettone habe ich noch nie selbst gebacken. Ich mag ihn zwar ganz gerne, aber wie auch Stollen gehört er nicht zu meinem Lieblingsweihnachtsgebäck. Trotzdem haben wir immer Panettone im Haus, und nicht nur einen, denn wenn es auf Weihnachten zugeht, werden wir mit der Weihnachtsspezialität aus Mailand geradezu überschüttet. In Supermärkten, Lebensmittelläden, aber auch in den Regalen der Autoraststätten  wachsen seit ein paar Wochen die  Berge aus übereinander gestapelten Panettonekartons, oft als Duo mit einem ungenießbar süßen Spumante im bunten Geschenkepäckchen. Irgendwann aber häuft sich dann auch bei uns geschenkter Panettone, glücklicherweise meist ohne Spumante, so dass wir wiederum diesen verschenken müssen, sonst müssten wir bis zum Sommer regelmäßig Panettone essen. Meist wird er unter der deutschen Verwandtschaft verteilt. Wer weiß, welche Reigen da mancher Kuchen schon hinter sich hat, was mich stets an eine Kurzgeschichte von Ephraim Kishon erinnert, in der der Werdegang einer Pralinenschachtel über die Jahre hinweg beschrieben wird, bis einer der Beschenkten es wagt, diese zu öffnen Das weitere kann man sich vorstellen.
Auf der sicheren Seite sind unsere italienischen Freunde dann doch eher mit meinen Weihnachtsplätzchen, die hier immer wahre Begeisterungsstürme auslösen. Unterhalb von Südtirol kennt man diese Tradition, verschiedene Plätzchen für das Fest zu backen, dann doch nicht. Aber auch deutsche Freunde in Rom laden uns gerne zu einem Adventskaffee ein, wohl wissend, was ich da mitbringe. Dabei backe ich keine außergewöhnlichen Sorten, und nicht immer sehen die Plätzchen auch besonders hübsch aus.
Es hat sich irgendwann so ergeben, dass als erste Plätzchen Vanillekipferl jedes Jahr in den Ofen geschoben werden. Gleich danach folgen die Husarenkrapferl. Die Rezepte für diese beiden Sorten habe ich aus dem unverwüstlichen, in der Aufmachung schon etwas angestaubten Backbuch "Backvergnügen wie noch nie". Für mich einfach ein Standardwerk!




Vanillekipferl

  • 50 g Mandeln
  • 50 g Haselnüsse
  • 280 g Mehl
  • 70 g Vanillezucker (selbst gemacht, im Original: normaler Zucker)
  • 1 Prise Salz
  • 200 g kalte Butter
  • 2 Eigelb
  • 1 Tasse Puderzucker
  • 5 P. Vanillinzucker

Zunächst die Mandeln und die Haselnüsse fein mahlen. Das Mehl sieben und alle Zutaten abwiegen.
Mehl in eine Schüssel geben und mit den Mandeln und den Haselnüssen vermischen. In die Mitte eine Mulde drücken und die beiden Eigelbe hineingeben. Die kalte Butter in Flöckchen auf den Rand setzen und Vanillezucker und eine Prise Salz darüberstreuen. Zunächst mit einem Messer die Zutaten grob vermischen. Dann einen Mürbeteig kneten, diesen in fünf Teile schneiden, jedes Teil zu einer Rolle formen und auf ein Brett legen. Zugedeckt im Kühlschrank zwei Stunden ruhen lassen.




Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Rollen in Stücke schneiden und diese zu kleinen Hörnchen formen. Die Kipferl auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und 8 bis 10 Minuten backen.
Noch warm die Kipferl vorsichtig in mit Vanillinzucker vermischtem Puderzucker wenden.




Husarenkrapferl

  • 80 g Haselnüsse
  • 300 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • das Mark einer Vanilleschote
  • 2 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 200 g Butter
  • eine halbe Tasse Puderzucker
  • 150 g Johannisbeergelee

Alle Zutaten abwiegen, das Mehl sieben und die Haselnüsse mahlen.
Einen Mürbeteig, wie bei den Vanillekipferl beschrieben, aus den Zutaten herstellen und zu Rollen formen.
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Rollen in Stücke schneiden, diese zu Kugeln rollen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und in jede Kugel mit dem Griff eines Holzlöffels ein kleine Vertiefung drücken. Die Krapferl 15 Minuten im Ofen backen, danach etwas auskühlen lassen.




Mit dem Puderzucker bestäuben, den Gelee erhitzen, so dass er wieder flüssig wird, und mit Hilfe eines Teelöffels vorsichtig in den Vertiefungen der Krapferl verteilen. Auf einem Blech über Nacht trocknen lassen.



Beide Plätzchensorten halten sich in Blechdosen einige Wochen lang frisch - theoretisch!


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 26. November 2012

Renaissance und Pecorino: Pienza



Seltsamerweise zieht es mich besonders in der kalten Jahreszeit in das in der südlichen Toskana gelegene Städtchen Pienza. Die Atmosphäre ist an Herbst- und Wintertagen sehr viel ursprünglicher und einladender, als im Sommer, wenn sich unzählige Touristen durch die Gassen schieben. Da macht es nichts, wenn jetzt oft ein kalter Wind durch den Borgo weht. Nicht selten sieht man zum Jahresende altertümlich gekleidete Hirten, die mit ihren Dudelsäcken, seltsame Melodien spielend, von Laden zu Laden ziehen.




Pienza ist der Geburtsort von Enea Silvio Piccolomini, der als späterer Papst Pius II. in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts den Borgo zu einer "Idealstadt" der Renaissance umwandeln wollte. Dieses ehrgeizige Vorhaben wurde in relativ kurzer Zeit in die Tat umgesetzt, und es entstanden der Dom, der Kommunalpalast und die eigene Residenz des Papstes, aber auch viele andere Palazzi der dort ansässigen Geistlichkeit. Der ursprüngliche Name des Städtchens - Corsignano - wurde durch Papst Pius nach seinem Namen auch noch gleich in Pienza umgewandelt, und geboren war eine neue Bischofsresidenz in reinster Renaissance-Architektur.



Der Ausblick auf die typisch toskanische Landschaft des Val d'Orcia mit seinen Olivenhainen und zypressengesäumten Alleen ist einfach atemberaubend, wenn man einen kleinen Spaziergang oberhalb der Stadtmauer unternimmt.



Im Borgo selbst locken unzählige Spezialitätenläden die Feinschmecker aus der Region, aber auch aus aller Welt an. Eine Käseaversion sollte man allerdings nicht mitbringen, denn hier regiert der Pecorino in all seinen Variationen: ob mit Trüffel, in Stroh verpackt, mit Peperoncino oder wahlweise im Trester des berühmten Brunello, unter Asche oder in Grotten gereift - ganz schwindelig wird es einem angesichts der Käseberge. Aber auch feine und ausgefallene Marmeladen- und Honigsorten, die man zum Käse servieren kann, die typische Pastasorte "Pici", Salamivariationen vom Schwein oder Wildschwein und nicht zuletzt Weine - wir sind in der berühmten Brunellogegend - laden zu wahren Kauforgien ein.



Ein paar Stunden Autofahrt von Rom aus muss man allerdings schon einplanen, um das toskanische Schlaraffenland zu erreichen. Kurzerhand packten wir gestern Freunde ein und fuhren los. Glücklicherweise kamen wir einigermaßen schnell aus der Stadt hinaus (zu manchen Uhrzeiten und an manchen Tagen braucht man gut und gerne eine Dreiviertelstunde), und nachdem auf der halben Strecke bedrohliche Wolken aufgezogen waren, wurde der Himmel am späten Nachmittag wieder etwas freundlicher.
Nachdem wir brav zum unzähligsten Male die Architekturen der Stadt studiert sowie die Landschaft bewundert hatten, gab es dann kein Halten mehr, und wir fielen in einen Käseladen ein.
Einkaufen macht hungrig, und nach einem kurzen Aperitif im nicht allzu weit entfernten Montalcino ging es mit knurrendem Magen nach Monticchiello, wo eines unserer Lieblingslokale der Gegend gleich neben dem Stadttor thront - im Sommer mit umwerfender Aussicht von der kleinen Terrasse aus.





Die Osteria serviert typisch deftige Toskanakost: Schinken und Salami, die sogenannte Cinta Senese, sowie Pecorino, wie könnte es anders sein, bereiten dort den Magen auf die Primi vor: Natürlich auch hier "Pici" - wahlweise mit einem Sugo vom Braten, "all'Aglione" (mit Knoblauch und Kräutern gewürzten Tomatensauce) oder mit Trüffeln, Pappardelle al cinghiale (Wildschweinsauce), deftige Suppen mit Hülsenfrüchten und dann natürlich als "Secondo" die unvermeidliche "Bistecca alla Fiorentina", aber auch gefülltes Perlhuhn oder Baccalà, eine Art Stockfisch.
Wir streikten beim Dessert (Schokoladenkuchen!), trotzdem brachte uns die freundliche Signora noch einen Runde Grappa und ein Tellerchen mit selbstgebackenen Cantuccini.


Käse und andere Spezialitäten:

da "Marusco e Maria"
Corso Rosselino 21
53026 Pienza

Restauranttipp:

La Porta
Osteria - Enoteca
Via S. Luigi 13
Montecchiello (Si)
Tel.: 0039 0578755163
Geschl. am Donnerstag




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 6. November 2012

Orecchiette con le cime di rapa a modo mio


Eigentlich mag ich diese "Öhrchennudeln" gar nicht! Die Pasta ist viel zu grob für meinen Geschmack. Ich mag zarte Tagliolini oder wunderbar den Sugo umschmeichelnde Tagliatelle! Fettuccine könnte ich auch nur mit Butter und Parmesan verdrücken, und wenn Pappardelle auf Wildschwein treffen, ist es um mich geschehen!
Wie man sieht: Ich mag Pasta all' uovo! Nur bei Spaghetti werde ich auch schwach; die gehen immer!
Und heute also Orecchiette, diese aus Apulien kommende Pastaspezialität?
Auf dem Markt hatte ich Cime di rapa gekauft. Diese großblättrige Kohlart ist mit Brokkoli verwandt, Stängelkohl heißt sie wohl auf Deutsch, aber die deutsche Bezeichnung  musste ich erst nachschlagen, denn sie war mir nicht geläufig.
Cime di rapa ist die Kohlart, aus der man den klassischen Sugo für die Orecchiette herstellt.
Und diesen Sugo mag ich auch nicht, weil ich nichts Fischiges mag! Denn in ein "Soffritto", so bezeichnet man die Basis aus in Olivenöl geschmorten Zwiebeln und je nach Rezept Knoblauch, fein gewürfelte Karotten und Stangensellerie, also in ein Soffritto für Orecchiette con le cime di rapa gehören auch ein paar Sardellen, wenn man sich an das Original halten will.
Unlängst las ich ein Rezept für das Gemüse, in dem getrocknete Tomaten in Öl sowie Kapern für die nötige Würze sorgten. Das hat mich überzeugt, auch den von mir so verschmähten Orecchiette eine neue Chance zu geben - und ich wurde nicht enttäuscht!
Orecchiette con le cime di rapa: Zwar nicht original, sondern "a modo mio" - auf meine Art!

Zutaten (für 2 Personen)


  • 500 g Cime di rapa
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 50 g getrocknete Tomaten in Öl
  • 1 El in Salz eingelegte Kapern
  • getrocknete Peperoncini (besser noch: eine frische Chilischote, fein gehackt)
  • Olivenöl
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Fakultativ zum Darüberbröseln: frittierte und getrocknete Paprikaschoten
  • 250 g Orecchiette


Cime di rapa putzen, waschen und für zehn Minuten in kochendes Salzwasser geben.
Danach abgießen; das Wasser, in dem man den Kohl gekocht hat, aufheben.
In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die in Würfel geschnittene Zwiebel sowie die kleingehackte Knoblauchzehe darin anschwitzen (wer frische Chilischoten verwendet, gibt sie jetzt auch schon dazu). Den ausgedrückten Kohl grob zerkleinern und in die Pfanne geben. Die Tomaten kleinschneiden und die gut abgespülten Kapern hinzufügen und weitere zehn Minuten schmoren lassen. Eventuell noch etwas vom dem Kochwasser hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer und Peperoncino abschmecken.
Nun die Orecchiette kochen. Das Originalrezept schreibt hier vor, die Orecchiette in dem Kochwasser des Kohls zu garen. Ich habe die Pasta wie üblich in kochendes Salzwasser gegeben.
Die Pasta eine Minute kürzer als auf der Packung angegeben kochen, abgiessen und zum Kohl in die Pfanne geben und darin schwenken.
Zum Schluss habe ich noch etwas zerbröselte, chipsähnliche Paprikaschoten darüber gestreut. Wer mag, reicht noch geriebenen Parmesan dazu.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 3. November 2012

Pilzpech und Spätzleglück: Kalbsfilet mit Pilzsauce und Petersilienknöpfle



In meiner Gefriertruhe schlummern seit Wochen die zwei dicken Enden jener Kalbsfilets, die ich Ende August für Gäste zubereitet hatte. Für die mit Lardo umwickelten Filets hatte ich nur die schlanken Teile verwenden können. Satte 600 Gramm brachte eines der übriggebliegenen Fleischstücke auf die Waage, für das ich mir heute ein Rezept überlegt habe. Herbstzeit - Pilzzeit, dachte ich mir und ging dann, zwar nicht im Wald, sondern auf dem Markt auf Pilzsuche. Ein Pilzsößchen als würdiger Begleiter für mein Kalbsfilet und dazu ein paar selbstgemachte Spätzle - das ist doch ein feines Essen für einen Samstagabend im Herbst!



Auf dem Campo de' fiori habe ich dann Champignons gekauft. Leider gab es nur die weiße Sorte, ganz selten finde ich hier auch die braunen Steinpilzchampignons, die intensiver im Geschmack sind. Ich hatte auch noch drei Steinpilze erstanden, die ich nach dem Anschneiden aber gleich wieder entsorgen musste: sie hatten "Untermieter". Das war Pech!  Ein paar getrocknete Steinpilze sorgten dann zusammen den getrockneten Morcheln für einen kräftigen Pilzgeschmack.

Zutaten für Fleisch und Sauce

  • 600 g Kalbsfilet
  • 200 g Champignons
  • 10 g getrocknete Morcheln
  • 10 g getrocknete Steinpilze
  • 1 Schalotte
  • 2 Lorbeerblätter
  • 50 ml Weißwein
  • 400 ml Kalbsfond
  • 180 Sahne
  • Butter und Olivenöl extra vergine zum Anbraten
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Morcheln für eine Stunde in kaltem Wasser, die Steinpilze für eine halbe Stunde in heißem Wasser einweichen. Danach die Pilze durch einen Papierfilter absieben. Einweichwasser aufheben.
Das Fleisch parieren und in Olivenöl und Butter von allen Seiten anbraten (ca. 4 Minuten). Danach aus der Pfanne nehmen, in eine feuerfeste Form legen, salzen und pfeffern.
Die Schalotte in feine Würfelchen schneiden und im Bratensatz glasig werden lassen. Die Lorbeerblätter hinzufügen und mit dem Weißwein ablöschen. Wein etwas einkochen lassen, den Fond dazugeben und auf die Hälfte reduzieren lassen.
Den Backofen auf 150 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das Kalbsfilet für 30 Minuten in den Ofen geben.
In der Zwischenzeit den eingekochten Fond durch ein Sieb in einen Topf gießen und die Morcheln, die Steinpilze, 50 ml des Einweichwassers der Pilze sowie 100 ml Sahne hinzufügen und weitere 15 Minuten köcheln lassen.



Die Champignons putzen, in Scheiben schneiden und in etwas Butter anbraten. Dann zur Sauce geben.
Das Fleisch aus dem Ofen nehmen und zehn Minuten in Folie gewickelt ruhen lassen. Auspacken, ausgetretenen Fleischsaft zur Sauce gießen. Die restliche Sahne steifschlagen und unter die Sauce heben. Fleisch in Scheiben schneiden und die Sauce dazu reichen.
Dazu passen Petersilienknöpfle:




Zutaten 

  • 200 g Mehl (gesiebt)
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • ein Bund glatte Petersilie
  • ca. 80 ml Mineralwasser mit Kohlensäure

Die Petersilie fein hacken. Mehl mit Salz, Eiern, gehackter Petersilie und soviel Wasser kräftig verschlagen, bis ein zäh vom Löffel reißender Teig entstanden ist.
Mit Hilfe eine Spätzlehobels oder Spätzlebretts (meine Oma hat sie von Hand von einem Holzbrett ins Wasser geschabt) den Teig portionsweise in kochendes Salzwasser fallen lassen. Sobald die "Knöpfle" an der Oberfläche auftauchen, mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben.


Kochrezepte Basar -teilen,inspirieren,stöbern,entdecken- immer Freitag bis Sonntag - tobias kocht!


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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