Dienstag, 10. September 2013

Angriff der Killerwurzeln



Dass Sojasprossen im Jahr 2013 immer noch Aufmerksamkeit erregen können, kann man auch nur in Italien erleben. Das Land mit der nach eigenen Aussagen besten Küche der Welt interessiert sich halt immer noch herzlich wenig für die Kochtöpfe anderer Länder.
Immerhin weckten die Sprossen auf dem Laufband der Supermarktkasse die Neugier der Kassiererin und auch die der Kundin vor mir.
Was man denn daraus mache, fragte die Kassiererin. Etwa vegetarische Klößchen - sie hätte davon schon gehört. Sie meine wohl eher Tofu, der aus Sojabohnen hergestellt wird, entgegnete ich ihr, aber Tofu war ihr kein Begriff. Die Kundin spitzte ebenfalls die Ohren und wollte wissen, was ich denn nun mit diesen mysteriösen Sprossen anstellen werde.
Angesichts der Schlange hinter mir wollte ich im Schnelldurchlauf mein  - asiatisch angehauchtes - Rezept herunterrattern. Aber weit kam ich sowieso nicht.
Waaaas, Ingwer würde ich zum Gemüse geben? Das sei doch diese Wurzel, die unsagbar im Hals kratze, weil eben soooo scharf. Als ich ihr mitteilte, dass sich auch noch Peperoni in meinem Rezept dazugesellen, ergriff sie die Flucht: Da sei ja jeder Bissen tödlich!
Und weg war sie!













Asiatische Reisnudelpfanne mit Hühnchenbrust und Gemüse


Zutaten (für 4 Personen)

  • 1 Hühnchenbrust (ca. 450 g)
  • 1 El Speisestärke
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Stück Ingwer (ca. 20 g)
  • 1 rote Chilischote
  • 200 g Stangensellerie
  • 3 Möhren
  • 1 rote Paprikaschote
  • 2-3 Frühlingszwiebeln
  • 250 g frische Sojasprossen
  • 125 g Reisnudeln
  • Pflanzenöl
  • Sesamöl, aus gerösteten Sesamsamen
  • Sojasauce
  • etwas Hühnerbrühe (ca. 200 ml)


Die Hühnchenbrust fein schnetzeln und in der Speisestärke wenden.
Knoblauch und Ingwer fein hacken, die Chilischote entkernen und in feine Streifen schneiden.
Paprikaschote vierteln, putzen und in feine Streifen, den Stangensellerie in feine Scheibchen und die Möhren in streichholzgroße Stifte schneiden.
Die Frühlingszwiebeln schräg in Ringe schneiden, das Grüne dabei etwas feiner und gesondert zur Seite stellen.
Die Sprossen in ein Sieb geben, abbrausen und mit kochendem Wasser übergießen.
Die Reisnudeln in eine Schüssel geben und ebenfalls mit kochendem Wasser übergießen Ungefähr sieben Minuten ziehen lassen, dann in ein Sieb geben (eventuell mit einer Schere etwas kleinschneiden).
In einer großen Pfanne (oder einem Wok) das Öl erhitzen und die Hühnenbruststreifen scharf anbraten.
In einer zweiten Pfanne etwas Öl erhitzen und die feingehackte Knoblauch-, Ingwer- und Chili-Mischung in die Pfanne geben, dann das vorbereitete Gemüse (bis auf das Frühlingszwiebelgrün und die Sojasprossen) hinzufügen und zwei Minuten anbraten.
Das Gemüse nun zum Fleisch in die Pfanne geben, die Sprossen hinzufügen und zusammen eine Minute braten.
Mit Sojasauce abschmecken.
Die Reisnudeln untermischen, die Hühnerbrühe hinzufügen, und nochmals mit Sojasauce und Sesamöl abschmecken.
Mit dem Frühlingszwiebelgrün bestreuen.
Perfekt wäre noch etwas frisches Koriandergrün dazu, aber das ist leider in Rom kaum aufzutreiben.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Ach, ich liebe das - diese Vorstellung, ich hätte ja gar nichts verstanden, aber ich sehe es so bildlich vor mir. Zum Trost, bei uns auf dem Land könnte Dir das auch passieren... ;-)

    In China wiederum gibt's schon einige italienische Restaurants. Wer weiß, vielleicht tauschen diese großen Kochnationen doch noch ein wenig Wissen aus.

    Dein mörderisches Killergericht gefällt mir jedenfalls. :-)

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    1. Lustig, nicht? Aber stelle Dir vor: das in der Weltstadt Rom! Na immerhin gibt es mittlerweile solche "exotischen" Zutaten.
      Es besteht also Hoffnung!
      Und wenn man bedenkt, dass man auf der kleinen Insel Malta eine wunderbare Auswahl an authentischen ethnischen Restaurants hat. Da freue ich mich bei jedem Besuch immer auf's Essengehen (nur Pasta können sie nicht kochen...)
      Ich stopfe bei der Rückreise meine Koffer immer mit allen möglichen Gewürzen voll :-)!
      Saluti
      Ariane

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  2. Deine "gefährliche" Reisnudelpfanne gefällt mir sehr gut :) Und Ingwer mag ich auch. Da bekomme ich direkt Hunger auf etwas asiatisches, ich muss mal wieder den Wok rausholen!

    Kenne das von Deinen Erzählungen, der "Schwiegervater" ist Italiener und auch sehr auf sein italienischen Essen bedacht ;-) Das ganze ist auch sprachlich ähnlich, in Rom wollte uns damals auf/mit englisch niemand weiterhelfen, fast wie bei den Franzosen *g* Aber mit Händen und Füssen haben wir dann doch befunden, was wir suchten.

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    1. Wenn ich italienische Gäste habe - und das ist meist der Fall - koche ich auch fast ausschließlich italienisch...;-)
      Saluti
      Ariane

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  3. Komisch, dass mein Hühnerstall noch lebt. Denn in der Art tische ich zweimal im Monat meinem Hühnerstall eine Pfanne voll «tödliches Essen» auf - bei uns nennt sich das «Kühlschrankräumung». Da kommt alles rein, was noch so an Gemüse im Kühlschrank dümpelt.

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    1. Der Ingwer macht's ja erst auch so gefährlich! Also demnächst aufgepasst bei der "Rumfort" ("alles was RUM legt und FORT muss")-Pfanne ;-)
      Saluti
      Ariane

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  4. Habe mich eben sehr amüsiert! Made my day!

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    1. Das freut mich, wenn ich Dich schon zu früher Stunde zum Schmunzeln bringen durfte :-)
      Saluti
      Ariane

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  5. lautlach - ja, das sieht echt gefährlich aus ;-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Gell? Das ätzt den Rachen weg...:-)!
      Saluti
      Ariane

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  6. Das die Italiener nur ihre eigene italienische Küche lieben und wenig für andere Länder übrig haben, ist mir nicht nur in der Toskana aufgefallen. In weltweiten Masterchefsendungen (USA, Australien etc.), an denen Italiener teilnehmen, kochen diese so gut wie immer italienisch - es sei denn sie bekommen etwas anderes vorgeschrieben. :-)

    Dein Teller sieht super lecker aus. Da würde ich mich sofort an Deinem Tisch setzen. Ingwer, Reisnudeln mhm...

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. So ist es, allerdings muss ich ehrlich sagen, dass gerade in vielen italienischen Blogs oft auch die internationale Küche - und das auf hohem Niveau - berücksichtigt wird. Ein Hoffnungsschimmer :-)!
      Saluti
      Ariane

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    2. Das ist wirklich ein Hoffnungsschimmer. :-) Bei Masterchef USA hat jetzt ein Italiener gewonnen. Er ist zwar italienisch geblieben, aber hat die italienische Küche auf ein höheres Niveau gebracht. Als Dessert kochte er ein Basilikum-Pannacotta und servierte es mit Tomatenmarmelade. Saluti Anna

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    3. Da hat er italienische Küche aber auch sehr phantasievoll umgesetzt! Ich mag so etwas! :-)
      Saluti
      Ariane

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  7. Angesichts dieses leckeren Tellers würde ich ganz bestimmt nicht Reißaus nehmen - aber Italiener? Seufz...

    Doch zu ihrer (zumindest deren in unserer Gegend) Ehrenrettung muss ich sagen, dass die hiesigen ethnischen Restaurants gaaanz langsam häufiger frequentiert werden. In einem kleinen asiatischen Ristorante in Jesi, wo ich öfter mal mittags nach dem Einkaufen einkehre, sieht man immer öfter Italiener sogar Sushi & Co. essen, die dort übrigens recht lecker sind. Und dabei benutzen sie auch Wasabi und der zieht einem ja nun wirklich fast das Gehirn aus der Nase!

    Es besteht also noch Hoffnung...

    LG
    Elvira

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    1. Wir müssen kulinarisch halt noch viel Überzeugungsarbeit leisten...;-)
      Saluti
      Ariane

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Danke für Deinen Besuch!
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