Mittwoch, 18. Juni 2014

Sommerpasta Teil III: Spaghettini in salsa di cannellini, rucola e salame - und ein Gast namens Emma



Darf das eigentlich noch "Sommerpasta" heißen? Seit drei Tagen regnet und donnert es immer wieder, und das zum Teil heftig! Die Sonne blitzt nur ab und an mal durch die Wolkendecke. Umso mehr braucht man dann einen Teller mit Pasta, um die Laune im Gleichgewicht zu halten.
Das folgende Gericht, das ich ausprobiert habe (und auch hier habe ich wieder in der neuesten Ausgabe von Sale & Pepe gespickt), bringt uns mit seinen Zutaten in die Toskana: Cannellini-Bohnen und Salami mit Fenchelsamen. Im Original-Rezept wird  nur eine "pikante" Salami verwendet, aber da ich bei den Cannellini-Bohnen sofort an die Toskana denken musste, deren Bewohner böse Zungen auch den Spitznamen "Mangiafagioli" (Bohnenfresser) verpasst haben, musste es für mich auf jeden Fall eine mit Fenchel gewürzte Salami sein! Allerdings habe ich hier keine Finocchiona verwendet, die berühmteste mit Fenchel aromatisierte Wurstspezialität aus der Toskana, denn sie hat eine zu weiche Konsistenz.
In der kleinen Antica Norceneria Viola auf dem Campo de' fiori, einem mit Würsten und Schinken vollgestopften Laden mit überwiegend umbrischen Spezialitäten, habe ich mich dann beraten lassen und zwei verschiedene, härtere Salamisorten zur Auswahl gekauft, die ich hauchfein hobeln kann.
Seit heute gibt es übrigens im Haus noch einen dritten Gast, der mit Essen versorgt werden muss, aber davon später mehr.




Zutaten
(für 2 Personen)

1 Glas Cannellini-Bohnen (250 g Abtropfgewicht)
60 g harte, italienische Salami (mit Fenchelsamen gewürzt,
 im Original wird zu einer "salame piccante" geraten)
ca. 70 g Rucola
3 Salbeiblätter (im Original: 1 Lorbeerblatt)
1 Knoblauchzehe
etwas Bio-Gemüsebrühe (ca. 50 ml)
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
250 g Spaghettini

Die Cannellini-Bohnen in ein Sieb geben und mit kaltem Wasser abbrausen. Knoblauchzehe schälen und in einer Pfanne zusammen mit den Salbeiblättern in 4 El Olivenöl leicht anschwitzen. Die abgetropften Bohnen hinzufügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und wenige Minuten erhitzen, dann die Gemüsebrühe hinzufügen und nochmals 4 Minuten köcheln lassen.
Knoblauchzehe (ich habe sie bei den Bohnen gelassen) und den Salbei entfernen und die Bohnen in einem Mixer oder mit dem Pürierstab zu einer feinen Crème verarbeiten und wieder in die Pfanne geben.
Die Spaghettini al dente kochen, Rucola waschen und trockenschleudern sowie die Salami in ganz feine Scheibchen schneiden oder hobeln.
Die Pasta zusammen mit den Salamischeibchen und 2/3 der Rucola mit der Bohnencrème vermengen und kurz erhitzen, eventuell noch etwas Nudelkochwasser hinzufügen, auf den Tellern verteilen, übrigen Rucola darüberstreuen und jede Portion noch mit etwas Olivenöl beträufeln und schwarzen Pfeffer darübermahlen.

Frei nach einem Rezept aus Sale & Pepe, Juni 2014

Und jetzt noch schnell zu einem Gast mit Namen Emma

Emma

Seltsame Geräusche, die aus einem Tongefäß zu kommen schienen, haben meinen Mann gestern stutzig gemacht, als er kurz am Nachmittag nach Hause musste. Ein Umstand, der vielleicht ein kleines Tierleben gerettet hat. Urheber der scharrenden Geräusche war eine junge Möwe, die sich irgendwie Zugang ins Haus verschafft zu haben schien - fliegen kann sie noch nicht -, die Treppen hinaufwatschelte und dann bei ersten Flugversuchen in dieses Gefäß geplumpst war. Die Panik, die dieses arme Tier in dem dunkeln, tiefen Behälter überkommen haben muss, konnte man an den "Spuren" ablesen, die es dort hinterlassen hatte.


Unheimliche Geräusche aus dem Topf

Mein Mann hat den Vogel dann befreit und die Fenster des Treppenhauses geöffnet, in der Hoffnung, dass sie wieder davonflattert. Das konnte sie aber noch nicht. So habe ich die kleine Möwe vorsichtig die Treppen hinunter geleitet und zu ihrem Schutz in den innen liegenden Garten des Hauses geführt.


Hier lässt es sich gut leben!

Da hat sie nun vorerst ihr Domizil, geschützt vor anderen Tieren wie streunenden Katzen und vor allem vor dem römischen Verkehr, gefunden. Natürlich muss sie gefüttert werden, eine Aufgabe, die ich nun zusammen mit einer Nachbarin übernommen habe. Im Internet habe ich mich ein bisschen in die Ernährung von jungen Möwen eingelesen.
Heute gab es schon zweimal  Rinderhack, das Emma, so habe ich sie (oder ihn?) getauft, mit Genuss verspeist hat.


Allerdings fürchte ich mittlerweile um den einzig verbliebenen Goldfisch in dem kleinen Wasserbecken, den Emma glücklicherweise aber noch nicht entdeckt zu haben scheint...

Vor zwei Jahren lebten da noch mehrere Fische...


Einkaufstipp:

Antica Norceneria Viola
Piazza Campo de' fiori 43
Google+

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Deine Spaghettini schauen sehr einladend aus! Wo ich so eine tolle Salami herkriegen könnte, fällt mir ad hoc nicht ein, aber ich nehme mir das Rezept einmal mit, vielleicht habe ich ja Glück.

    Deine Emma ist ein sehr sympathischer Gast. Bei uns ist letztens wüstet Gerumpel in einem Bücherregal losgegangen. Mein Mann hat heldenhaft nachgeschaut - es hatte sich eine Taube in unser Wohnzimmer verirrt, so eine scheußliche Ratte der Lüfte. *grusel*

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    1. Ja, Emma ist putzig, macht mir, obwohl es ihr gutgeht, aber doch einige Sorgen. Sie macht keine Anstalten, zu fliegen, gibt keinen Ton von sich. Deswegen habe ich heute morgen mal den örtlichen Vogelschutzverein angerufen. Die meinten, ich solle sie nicht füttern, damit sie sich bemerkbar macht, so dass ihre Eltern auf sie aufmerksam werden. Natürlich kann ich das nicht immer kontrollieren, weiß aber aus Erfahrung, dass sich Vogeleltern schon um ihre Kleinen kümmern. Aber ich habe bislang keine Möwe gesehen. Ich werde das jetzt bis morgen mal so halten (auch wenn es mir jetzt schon das Herz bricht, den Vogel vielleicht Hunger leiden zu sehen), mal sehen, wie die kleine Emma morgen reagiert. Und dann hoffe ich auf ein Happy End!
      Saluti
      Ariane

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  2. Eine leckere Pasta! Wir haben noch original italienische Salami da, vom Schwiegervater aus Italien. Ich weiß garnicht, ob mit oder ohne Fenchel, da ich kein Salami-Freund bin. Aber für die Pasta werde ich da mal über meinen Schatten springen ;)

    Und schön, dass Ihr Emma gerettet habt und sie nun versorgt.

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    1. Hauchdünn aufschneiden, liebe Sandra! :-)
      Ach Emma, sie wird noch unser Sorgenkind! Ihr geht es zwar gut, aber ich weiß gar nicht, wie es weitergehen soll. Am Morgen habe ich nach dem Aufstehen mitbekommen, dass ein kleiner Umzug im Haus (hinten im Garten) im Gange war. Ich schnell in meine Kleider und die Treppen runtergehuscht, denn die Tore standen bis zur Strasse hin auf. Glücklicherweise aber hatte Emma sich in eine Ecke zurückgezogen. Heute morgen wieder bei Lipu (so heißt dieser Vogelschutzverein) angerufen. Sie meinten heute, doch füttern und dann am Abend beim Tiberufer aussetzen, da der Tiber ja nur ungefähr 100 Meter Luftlinie entfernt ist. Dort könnten die Eltern das Tier wieder finden - aber nach 3 Tagen?? Ich bin mittlerweile ratlos!
      Saluti
      Ariane

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  3. Da ist guter Rat teuer! Die Natur reguliert sich ja normalerweise von alleine - auch wir haben solche unterstützenden Phasen mitgemacht: einmal mit zwischen Fensterladen und Scheibe geschlüpften Heckenbraunellen und im Frühjahr mit einer Türkentaube (weiß mit Ring um den Hals) unter unserer Pergola. Erstere lernten das Fliegen auch ohne unsere Hilfe und der letzte Besuch fraß sich ca. 4 Wochen lang bei uns durch und ist dann ebenfalls auf und davon. Aber wer hat schon mit Möwen Erfahrung? Ich würde sie weiterfüttern und abwarten, denn sobald das Gefieder "ausgereift" ist, wird sie wahrscheinlich von ganz alleine mit dem Fliegen anfangen. Und ihr Futter finden diese Tiere auch irgendwie - ist ja in den Genen einprogrammiert. Unter der Führung des Elternpaares wäre es sicher einfacher für das Junge, aber ich vermute, es wird auch ohne funktionieren.

    Ach ja, und der Anblick Deiner Pasta macht wie üblich hungrig, doch leider muss ich noch bis heute Abend warten, bevor ich ewas Leckeres beim Fest von San Giovanni in Fabriano vorgesetzt bekomme...

    Saluti da
    Elvira

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  4. Ach, Elvira, ich bin gerade so traurig und verunsichert. Ich habe am Mittag ein Plätzchen am Tiber ausgemacht, wo ich Jungtiere und auch erwachsene Möwen gesehen habe. Da doch Lipu meinte, das beste wäre für das Tier die Freiheit am Tiber (siehe Kommentar oben). Ich möchte das natürlich mit den Nachbarn abstimmen. Doch eben klingelte fast wutentbrannt unsere "Baronessa". "Der Vogel bleibt hier!" Wir sollten weiterfüttern ( und sie hat dem Tier stark würzig riechends Hundefutter hingestellt!! Während ich frisches Rinderhack für Emma kaufe!!), wenn ich ihn aussetze, können ich ihn auch gleich töten!" Ich war vollkommen fertig, sagte ihr, dass der Vogel zur Zeit nur noch in der etwas kühleren Garage, die aufsteht, vor sich hinvegetiere, dass ich ständig an den Vogel denke und nur das beste wolle, dafür beim Tierschutz angerufen hätte! Antwort: Wir sind hier nicht in Deutschland! Das Tierschutz hier sei lächerlich! Sprach's, drehte sich herum und knallte wortlos die Tür hinter sich zu.
    Bitte, liebe Leser, haltet das nicht für lächerlich, aber ich heule gerade...
    Saluti
    Ariane

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    1. P.S. Emma ist ja kein ganz kleines Küken mehr. Ich habe Möwen in ihrer "Altersstufe" heute am Tiber beobachtet, wie sie auf dem Wasser schwammen und dort kleine Strecken geflogen sind.

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  5. na, das ist ja eine spannende Möwen- Geschichte, auf den Ausgang bin ich gespannt.

    Und deine Pasta finde ich klasse, ich hab irgendwo noch eingefroren bereits gekochte Bohnenkerne und werde die vielleicht mit den am Sonntag fabrizierten dünnen Nüdelchen zubereiten....

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    1. Liebe Ninive, nun gibt es ein hoffentlich glückliches Ende der Geschichte! So viele haben Anteil genommen an dem Schicksal der kleinen Möwe Emma, ja sogar eine Mail habe ich erhalten!
      Danke Euch allen dafür!
      Wie es weiterging, kannst Du in meinem neuesten Post lesen. :-)
      Saluti
      Ariane

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