Donnerstag, 23. Juli 2020

Blondinen - vorerst - bevorzugt: Blondies mit Pecannüssen und weißer Schokolade



Gehaltvolle Blondies oder doch lieber saftige Brownies? Dieses Mal hieß es: Blondinen bevorzugt!
Ich habe ja schon längerem eine Schwäche für typisch amerikanisches Gebäck. Egal ob Cheesecake, Key Lime Pie oder einfache Cookies - ich mag all die süßen Sachen, die jenseits des großen Teichs für Hüftgold sorgen. Und das sage ich! Ihr kennt ja meine Vorlieben - das legendäre und immer wieder zitierte Salami-Brötchen...





Das Rezept für Blondies soll übrigens noch vor den heute bekannteren (und beliebteren?) Brownies Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt worden sein. Während man bei Brownies die fast "sitzengebliebene" feuchte Konsistenz schätzt, glänzen Blondies oft mit üppigem Innenleben, das mit Nüssen und/oder Schokotröpfchen aufgepeppt wird. Oft müssen sie dann noch, in Dessertgläsern geschichtet, Karamellsaucen über sich ergehen lassen; das wäre mir dann aber doch zu "amerikanisch-üppig". Ich liebe sie pur und aus der Hand. Demnächst will ich Brownies backen - oder doch lieber die marmorierten Cheesecake-Brownies? Immer wieder stolpere ich über die verlockendsten Rezepte, durch die ich mich endlich "durcharbeiten" muss. Mal sehen, ob es dann immer noch heißt: Blondinen bevorzugt!






Zutaten und Zubereitung
(für 16 Stück)



Trockene Zutaten

  • 300 g Mehl, Typ 550 (Tipo 0)
  • 2 Tl Backpulver
  • 1/2 Tl Salz
  • 75 g weiße Schokoladentropfen (oder fein gehackte weiße Schokolade)
  • 100 g Pecannüsse, grob gehackt




Weitere Zutaten

  • 150 g Butter (+ etwas Butter für die Form oder den Backrahmen)
  • 80 ml Sonnenblumenöl
  • 2 Eier
  • 300 g brauner Rohrzucker
  • 1 Tl Vanilleextrakt



Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze vorheizen).
Ein Backblech mit Backpapier auslegen und einen quadratischen Backrahmen (verstellbar) von 24 cm x 24 cm aufsetzen. Den Rahmen mit Butter einfetten. Alternativ eine entsprechend große quadratische Tortenform ausfetten.

Die Butter schmelzen. Eier mit dem Sonnenblumenöl, dem Zucker, dem Vanilleextrakt und der zerlassenen Butter ein paar Minuten lang aufschlagen. Die trockenen Zutaten miteinander vermischen und darunterrühren.

Die Masse in die Form füllen, dabei die Oberfläche mit angefeuchteten Händen glatt drücken.
Für 30 Minuten in den Ofen schieben.
Auskühlen lassen und in Quadrate schneiden.

☆☆☆

Quelle: New York, Le ricette di culto, Guido Tommasi Editore, 2013








Donnerstag, 16. Juli 2020

Jetzt ist es eine runde Sache: Camembert-Quiche mit Äpfeln und Frühlingszwiebeln




Es kommt selten vor, dass ich ein Gericht neu verblogge. Und wenn, dann ergab es sich ganz spontan und ungeplant. Entweder, weil es noch besser schmeckte, als man es in Erinnerung hatte - woran oft kleine Änderungen bei der Zubereitung nicht ganz unschuldig sind. Ober eben, weil aktuelle Fotos, die man in die Welt der sozialen Netzwerke hinausschickte, zu zahlreicher Nachfrage nach dem Rezept führten. 
All das traf dieses Mal zu.

Dabei wollte ich nur den schönen Augenblick eines milden Sommerabends auf unserer Terrasse festhalten. Allzu selten sitzen wir dort beim Abendessen, weil es doch sehr mühsam ist, Geschirr, Töpfe, Schüsseln und Gläser über die enge steinerne Wendeltreppe hochzuschleppen. Selbst wenn man dann mit einer Aussicht über die Dächer von Rom belohnt wird; wir sehen sogar einen Teil der Kuppel von San Pietro. Tagsüber kann man sich leider nicht auf der Terrasse aufhalten; es wird einfach irre heiß in den Sommermonaten. So heiß, dass sich oft die Terrassentür verzieht und sie sich sowieso nicht öffnen lässt.






In den Zeiten des harten Lockdowns im März und April wurde die Terrasse zu meinem Zufluchtsort. Zwar blieben viele Blumenkästen leer, da selbst die Blumenstände am Campo de' fiori und alle Gärtnereien geschlossen waren, aber es wurde mein kleines Reich, ich dem ich mich sicher fühlen durfte. Oft allerdings fehlte mir die innere Ruhe, um mich mit einem Buch dorthin zurückzuziehen, um die dramatische Situation vor allem in Italien aus meinen Gedanken zu verdrängen. Es war eine von vielen Sorgen geprägte Zeit mit zahlreichen "Was-wird-wenn-Gedankenspielen", die mich oft nicht schliefen ließen. Überwunden ist die Situation noch lange nicht, aber sie wurde in unseren Alltag eingebaut. Wir haben gelernt, damit zu leben, aber trotzdem wachsam zu bleiben. 

Mittlerweile sind auch wieder neue Blumen gepflanzt, mein Zitronenbaum, den ich schon aufgegeben hatte, hat sich erholt, sogar das Vordach ist mit neuen Bambusmatten gedeckt - und nun ist es wieder zu heiß während des Tages.







Aber gestern Abend haben wir uns ein kleines Abendessen dort gegönnt! Wie immer spät - das heißt bei uns kurz nach 21 Uhr -, so dass schon die Dämmerung eingesetzt hatte. Bei uns im Süden ist es ja auch im Hochsommer nie so lange hell wie weiter im Norden; etwas, was ich doch sehr bedaure, denn lange Sommerabende gehören für mich zu dieser für mich schönsten Zeit im Jahr dazu. Mächtige Wolken türmten sich bedrohlich auf, aber ein Gewitter blieb dann glücklicherweise aus. Es war angenehm frisch, was in dieser Jahreszeit nicht immer auch in den Abendstunden der Fall ist. Ein gut gekühlter Vermentino begleitete die üppige Quiche. So sehen perfekte Sommerabende aus!






Zutaten und Zubereitung
(für eine Quicheform von 28 cm ø)



Mürbeteig-Boden
  • 200 g Mehl
  • 100 g kalte Butter in Stückchen
  • 7 El kaltes Wasser
  • Salz

Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept eine Mürbeteig herstellen, dabei die Kühlzeiten beachten. Da ich einen dünnen Boden bevorzuge, blieben Teigreste übrig. Diese habe ich ebenfalls dünn ausgerollt und in zwei Tartelettes-Förmchen verteilt. Die Förmchen in einen Gefrierbeutel legen und einfrieren.



Füllung
  • 1-2 Äpfel
  • 20 g Butter
  • 3-4 Frühlingszwiebeln
  • 250 g Camembert
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in dünne Scheiben schneiden. In einer Pfanne in der Butter kurz anbraten.
Die Frühlingszwiebeln in Ringe und den Camembert in Würfel schneiden.




Guss
  • 150 g Frischkäse
  • 150 ml Milch
  • 75 g Crème fraîche (oder süße Sahne)
  • 3 Eier
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • gerebelter Thymian
  • Kräuter der Provence
  • etwas Cayenne-Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss


Für den Guss alle Zutaten miteinander verquirlen und mit den Gewürzen und den Kräutern abschmecken.
Apfelstücke, Frühlingszwiebeln und Camembert-Würfel unter den Guss rühren. 
Die Quicheform mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen und die Füllung daraufgeben.

Auf der unteren Schiene ca. 40 Minuten backen.

⚜⚜⚜

Rezept frei nach: Alfons Schuhbeck, Annik Wecker, Raffinierte Tartes, süß und pikant, Dorling Kindersley Verlag, München 2010

Siehe auch hier: Camembert-Apfel-Tarte