Donnerstag, 31. Januar 2013

Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr...!



Oh Mann, war ich sauer! Am allermeisten auf mich selbst! Ich hätte auf mein Bauchgefühl vertrauen sollen, anstatt "blind" einem Rezept zu folgen! Und auf diese Weise landeten 250 g Mehl, drei Eier plus einem Eigelb und 100 g Zucker in der Tonne! Daraus hätten eigentlich feine Ravioli dolci, also süße Ravioli, werden sollen!
Aber der Reihe nach! Nachdem wieder sämtliche Auslagen der römischen Bäckereien vor Schmalzgebackenem strotzen, packte mich auch dieses Jahr wieder die Lust, ein neues Rezept auszuprobieren! Vor einem Jahr berichtete ich ja schon über italienisches Karnevalsgebäck wie Frappe, Fritole oder Castagnole.
Also ein bisschen in alten und neuen italienischen Kochzeitschriften geblättert, ein vielversprechendes Rezept in einem von mir bevorzugten kulinarischen Magazin gefunden (den Namen des "Übeltäters" verschweige ich dieses Mal gnädig), Zutaten gekauft - und ab ging es in die Küche. Beim Zubereiten der Füllung verlief alles noch bestens. Dann wagte ich mich an den Teig. Mir war schon mulmig, als ich das Rezept las: So wenig Mehl - so viele Eier? Wird der nicht zu weich zum Ausrollen?
Er wurde zu weich!
Da half nichts mehr! Einen Moment lang überlegte ich, einfach weiteres Mehl einzuarbeiten, verwarf aber den Gedanken wieder und entsorgte schließlich das Ärgernis, das mich frech aus der Rührschüssel anglotzte! Oh war ich wütend! Dabei hasse ich es, Lebensmittel einfach wegzuwerfen, denn ich habe davor zu viel Respekt!
Die Füllung hatte ich ja bereits, jetzt brauchte ich noch ein neues Mäntelchen für drumherum. Im Web stieß ich schließlich auf weitere Teigrezepte für süße Ravioli, die sich schon gleich viel brauchbarer lasen.
Und so ist es schließlich doch noch etwas geworden mit meinem diesjährigen Karnevalsgebäck!



Zutaten (für ca. 30 Stück)


  • 300 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
  • 50 g kalte Butter in Flöckchen
  • 60 g Zucker
  • 1 P. Vanillinzucker
  • 1 Prise Salz
  • 100 ml Milch
  • 1 Ei + 1 Eiweiß zum Bestreichen der Teigplatten



Aus den Zutaten einen Mürbeteig kneten, in Folie hüllen und 30 Minuten kaltstellen.
Danach in vier Teile schneiden und diese zu länglichen Bahnen dünn ausrollen (man kann den Teig auch durch die Pastamaschine nudeln).




  • 400 g frische Schafsricotta (ersatzweise Ricotta aus Kuhmilch)
  • 50 g Zucker
  • 60 g dunkle Schokoladentropfen (oder kleingehackte dunkle Schokolade)
  • 30 g Mandeln
  • 40 g "Cedro Candito" (Schale der Zitronatzitrone oder gewürfeltes Zitronat)
  • 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 L hoch erhitzbares Pflanzenöl, z.B. Erdnussöl
  • Puderzucker


Die Mandeln sehr fein mahlen und die Zitronatzitrone fein würfeln (bei Monika von Geschmackssache gibt es ein Rezept, wie man aus diesen großen Zitronen Cedro Candito herstellt, ich habe nur "selbst" gekauft).
Die Ricotta mit dem Zucker cremig rühren, mit Muskatnuss abschmecken und die fein gemahlenen Mandeln, die Schokoladentropfen sowie die Cedro-Würfelchen unterrühren.
Mit einem Teelöffel kleine Häufchen der Füllung in Abständen so auf die Teigplatten setzen, dass eine freie Fläche zum Überschlagen über die gefüllte Seite entsteht. Diese mit Eiweiß bepinseln, über den Teil mit der Füllung schlagen und den Teig rund um die Ricottahäufchen leicht andrücken. Mit einem Teigrädchen Ravioli ausschneiden.
Öl erhitzen und die Ravioli portionsweise goldgelb ausbacken. Danach die Ravioli auf einen mit Küchenpapier belegten Teller setzen.
Nach dem Abkühlen Puderzucker darüber sieben. Dazu passt eine Sauce aus heißen gemischten Beeren.


Helau! Das Küchenplausch Karneval Event


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 29. Januar 2013

Grazie!




Ein Jahr Tra dolce ed amaro!
Es wird Zeit, endlich all meinen treuen Leserinnen und Lesern ein ganz großes Dankeschön auszusprechen! Als genau heute vor einem Jahr mein erstes Blogpost online ging, wusste ich noch nicht, wohin mich dieses Vorhaben führen wird, ein eigenes Blog zu schreiben, ja ob es überhaupt ein paar Wochen "überleben" wird. 
Ich weiß, mein Blog gehört nicht zu den Meistgelesen und wird das auch nie. Es gibt einfach wunderbare Blogs mit raffinierten Rezepten, überwältigend schönen Fotografien, amüsanten Texten - und das sage ich jetzt nicht aus "Fishing-for-compliments"-Motiven: Da werde ich niemals heranreichen!

Natürlich freue ich mich über jeden Leser, der auf meine Seite kommt, aber ich würde immer unzufrieden bleiben, schaute ich nur verbissen auf Ranking-Listen oder zählte besessen meine Klicks. 
Wenn ich aber wieder einmal in einem Kommentar lesen kann, dass ein Rezept zum Nachkochen inspiriert, ein Text Erinnerungen heraufbeschworen oder ein Foto Sehnsucht geweckt hat - dann macht mich das ehrlich glücklich! Ein lieber Kommentar von Euch, zu wissen, dass viele immer wieder neugierig meine Seite besuchen, das zählt für mich mehr als 1000 anonyme Klicks!
Und dafür danke ich Euch von Herzen! 

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Sonntag, 27. Januar 2013

Neulich, bei der Maharani...



...gab es dieses Curry sicher nicht!
Dieses Gericht hat mit indischer Küche so wenig gemeinsam wie in Knoblauch und Origano erstickte Pasta-Sughi mit der italienischen. Das Rezept habe ich konsequenterweise auch nicht mit dem Label "indische Küche" versehen. Wer authentische indische Gerichte sucht, der findet viele wunderbare Rezepte in dem sehr lesenswerten Blog von Tina: Foodina!
Alle Kenner der indischen Küche also bitte wegschauen! Aber, auch wenn es nicht authentisch ist - ich liebe das folgende Gericht! Ja, ich würde sogar behaupten, dass ich es sogar zu meinem Leibspeisen zähle. Dieses  pseudo-indische Geschnetzelte mit dem vielversprechenden Namen "Maharani-Curry" fand vor vielen Jahren Eingang in den Rezepte-Pool meiner Mutter, und ich entdeckte gleichzeitig, dass sich echter indischer Madras-Curry wirklich nicht mit den gelben undefinierbaren Curry-Gewürzmischungen deutscher Hersteller, die in den siebziger Jahren in homöopathischen Dosen manchen Gerichten zaghaft beigegeben wurden, vergleichen lässt.




Lange bevor Gewürzpapst Alfred Schuhbeck die deutschen Innenstädte mit seinen Kronleuchter-bewaffneten Gewürzesalons überrannte, gab es in Frankfurt schon einen winzigen Laden, der sich auf Gewürze und Teesorten aus aller Welt spezialisiert hatte: Das Tee- und Gewürzhaus Schnorr.
Ich liebte es ganz besonders, wenn mich meine Mutter in der Adventszeit mit in das Geschäft schleppte, um dort die Zutaten für ihre Weihnachtsbäckerei zusammenzustellen. Dort gab es die weihnachtlichen Gewürze, die Mandeln und die Marzipanrohmasse, aus denen sie dann die berühmten Frankfurter Bethmännchen oder die Meraner Nüsse und ich die Marzipankartoffeln rollte. Die Rezepte zu all den Leckereien lagen in einer kleinen ockergelben, hauseigenen Broschüre an der Kasse aus, die man seinen Kunden beim Bezahlen mit in die Tüte steckte - nicht ohne Hintergedanken natürlich, denn bei der Lektüre der zum Teil pseudo-exotischen Gerichte stieß man dann auf das ein oder andere Gewürz, das zu jener Zeit ausschließlich bei Schnorr zu finden war, und so kam der Kunde wenig später wieder zurück.

Jedenfalls fand ich mich zu jener Zeit, sobald ich die Schwelle zu dem winzigen Laden übertrat, in einer fernen und exotischen Welt wieder. Die Luft war getränkt von dem Zusammenspiel mir unbekannter Gewürze und parfümierter Tees. Zwischen Kimonos aus Japan, zartem Porzellan aus China und feingeschnitzten asiatischen Möbelstücken - etwas Kitsch war durchaus auch dabei - wähnte ich mich nicht mehr in einer deutschen, und in den siebziger und achtziger Jahren noch dazu sehr tristen Großstadt wie Frankfurt. Ein Besuch dieses Ladens kam für mich immer einem kleinen Abenteuer gleich; vielleicht ahnte ich dort schon unbewusst etwas von den sinnlichen Wonnen des Kochens und Backens mit all ihren betörenden Aromen!
Schräg gegenüber von Schnorr hat sich jetzt seit einiger Zeit auch ein pompöses Schubeck'sches Gewürzegeschäft breitgemacht. Ich will diesen Laden auch gar nicht schlechtreden, aber ich hoffe doch, dass sich das Frankfurter Traditionsgeschäft gegenüber dem Gewürzriesen auch weiterhin behaupten wird!

In einem jener erwähnten gelben Rezeptheftchen fand mein Mutter dann folgendes Currygericht, und zum ersten Mal zog ein original indisches Currypulver - verpackt in einer hübschen Metalldose - in unsere Küche ein. Auch ich koche heute manchmal Gerichte aus dem asiatischen Raum - und gehe mittlerweile doch etwas raffinierter an die Sache heran, als es dieses Rezept hier vorgibt. Ich "röste" Curry leicht an, ich verwende frischen Ingwer oder koche Hühnerfleisch in Kokosmilch und "parfümiere" mit Zitronengras. Natürlich setzen mir die eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten in Italien oft Grenzen.
Auch das Gewürzhaus Schnorr wird seinen Kunden heute sicher authentischere Rezepte mit auf den Weg geben. Trotzdem - wer es dennoch wagen will und meine ersten Gehversuche Richtung Asien nachvollziehen möchte, hier also das legendäre "Maharani-Curry":

Zutaten (für 4 Personen)

  • 700 g Kalbschnitzel-Fleisch (aus der Nuss)
  • 2 kleine Schalotten
  • Öl oder Butterschmalz zum Anbraten
  • 200 g Champignons
  • 1 El Butter
  • 80 g Rosinen
  • 2 El brauner Rum
  • 2-3 El Madras-Curry
  • 600 ml Kalbsfond oder ersatzweise Fleischbrühe
  • 1 Eigelb
  • 50 ml süße Sahne
  • 2 Bananen
  • Butter und Mandelblättchen

Ein paar Stunden vor dem Anbraten des Fleischs die Rosinen in dem Rum einweichen.
Das Kalbfleisch (ich kaufe es zu dünnen Schnitzeln geschnitten) fein schnetzeln, die Schalotten in feine Würfel schneiden.
Öl oder Butterschmalz erhitzen und das Fleisch sowie die Zwiebelwürfel anbraten (das Fleisch eventuell portionsweise). Mit dem Fond oder der Brühe ablöschen und zugedeckt ungefähr eine halbe Stunde köcheln lassen.
In der Zwischenzeit die Champignons feinblättrig schneiden und in der Butter anbraten.
Nach der angegebenen Zeit etwas von dem Kochfond abschöpfen und mit dem Currypulver verrühren. Dieses mit den Champignons und den Rumrosinen (mit dem Rum) zum Fleisch geben und weitere fünfzehn Minuten köcheln lassen.
Zum Schluss die Sahne mit dem Eigelb verrühren und die Sauce damit binden; möglichst nicht mehr kochen lassen.
Dazu passen Basmati-Reis sowie in Butter angebratene und in Mandelblättchen gewälzte Bananenscheiben.


Gewürz- und Teehaus Schnorr
Neue Kräme 28
60311 Frankfurt
Mo-Sa: 10 bis 18 Uhr
+49 (0)69 284717
Homepage: Schnorr


Kochrezepte Basar -teilen,inspirieren,stöbern,entdecken- immer Freitag bis Sonntag - tobias kocht!


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 23. Januar 2013

Risotto mit Erfolgstrio



So gerne ich auch koche - und ich würde wohl kaum ein Kochblog schreiben, wenn es nicht so wäre -, manchmal finde ich die tägliche Planung des Abendessens richtig mühsam!
Dabei habe ich immer wieder festgestellt, dass ich, sollte mir gar nichts einfallen und ich einfach auch mal keine Lust auf aufwendige Kocherei habe, am Ende immer bei einem Risottogericht lande. Gut - auch an Pasta denke ich in solchen Momenten.
Wie auch verschiedene Pasta-Sorten ist Risotto-Reis, in der Regel Canaroli oder Arborio, sowie ein Stück Parmesan immer vorrätig; daraus lässt sich schnell eine einfache Variante zaubern.
Nun liebe ich auch Risotto-Gerichte mit etwas außergewöhnlicheren Zutaten wie Erdbeeren, Melonen oder Feigen - die Rezepte dazu kann man in der entsprechenden Rubrik in meinem Blog finden.
Ganz und gar nicht exotisch, eher klassisch, ist ein Risotto mit Birnen, Gorgonzola und Nüssen: eine Kombination, die sich nicht nur auf einer Käseplatte prächtig versteht.
Für einen "Risotto al gorgonzola e pere" finden sich viele Rezepte im Web. Meist werden die Birnenstückchen  mit dem Risotto zusammen gegart. Ich brate sie dagegen extra in etwas Butter an, damit sie noch etwas Biss haben, und füge sie erst am Schluss hinzu.

Zutaten (für zwei Personen)

  • 200 g Risotto-Reis
  • 1 Schalotte
  • 1 Birne (z.B.  die Sorte "Abate")
  • 100 g Gorgonzola dolce
  • 4 El Milch
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1  halbes Glas Weißwein
  • 2 El Butter
  • Olivenöl extra vergine
  • 2 El Parmigiano Reggiano
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 30 g Walnüsse, gehackt


Die Gemüsebrühe erhitzen und köchelnd halten. Die feingehackte Schalotte in etwas Olivenöl sowie einem El Butter anschwitzen, den Reis hinzufügen und glasig werden lassen. Dann mit dem Wein ablöschen.
Nach und nach die Gemüsebrühe hinzugeben, dabei immer wieder den Risotto umrühren. Die Kochzeit für den Reis beträgt nach dem ersten Aufgießen ungefähr 18 Minuten (eventuell bleibt etwas Brühe übrig).
Die Birne schälen, entkernen und fein würfeln. Die Birnenstückchen in einem El Butter anbraten und zur Seite stellen. Den Gorgonzola mit der Milch in einem kleinen Topf erwärmen.
Kurz vor Ende der Garzeit die Birnenstückchen in den Risotto rühren (einige Birnenstückchen für die Dekoration zurückbehalten).
Zum Schluss den aufgelösten Gorgonzola sowie den Parmesan unterrühren und mit frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
Den Risotto auf die Teller verteilen und mit den restlichen Birnenstückchen und den gehackten Walnüssen bestreuen.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 21. Januar 2013

Herzig: Cuoricini alle barbabietole con burro al papavero



Für den Herzallerliebsten oder die Herzallerliebste sollte man immer mit Liebe kochen - ganz gemäß dem Motto von Sophia Loren, das man nebenstehend lesen kann. Dazu braucht es eigentlich keinen Valentinstag! Dennoch gibt es an diesem Tag immer eine kleine hausgemachte kulinarische Überraschung für meinen Mann. Im vergangenen Jahr war es eine kleine Sachertorte, die ich mit Schokoladenherzen verziert hatte.
Isabell von Küchenplausch ruft in diesem Jahr zu einem Valentinstag-Event auf und hat mich dazu eingeladen. Dafür liefere ich doch gerne auch eine Idee, auch wenn dann der Valentinstag bei uns etwas vorgezogen wird.
Dieses Mal aber gibt es keine österreichische Torte, sondern ein italienisches Pastagericht!




Die Idee für die Füllung habe ich einem italienischen Magazin entnommen, das einer italienischen Tageszeitung vor ein paar Tagen beigelegt war. Dem Anlass angemessen musste ich allerdings die Ravioli noch in die passende Form bringen. Also bin ich heute morgen losgezogen - und kam mit einer neuen Raviolamp zurück. Die Vertiefungen haben eine Herzform - perfekt für San Valentino!




Wäre ich nicht so erfolgreich bei meinem Einkauf heute morgen gewesen, hätte ich improvisiert: Zwei Herzausstecher - einer etwas größer, damit sich die abdeckende Pasta ausreichend über die Füllung wölbt - hätten sicher auch gute Dienste geleistet. Aber zu Hause dann brannte ich darauf, das neue Teil auszuprobieren.
Nicht bekommen habe ich dagegen frische Rote Beete, so dass ich auf ein vorgegartes Produkt zurückgreifen musste. Einen Moment dachte ich auch daran, den Pastateig mit Rote-Beete-Saft zu färben, aber Rote-Beete-Saft in Rom zu suchen, hätte noch ein paar längere Fußmärsche nach sich gezogen - wenn ich denn überhaupt eine Flasche davon bekommen hätte. Zwar gibt es mittlerweile einige "Biolädchen", die allerdings nicht so ein breites Angebot auch an Säften wie deutsche Reformhäuser offerieren. Nun befand sich nach dem Aufschneiden in der Vakuumverpackung genügend Saft, den ich zum Färben hätte verwenden können. Aber andererseits finde ich es hübscher, wenn das rote Herz durch den dünnen Pastateig schimmert.

Zutaten (für zwei Verliebte)


  • 150 g Mehl
  • 50 Hartweizengrieß
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • ein paar Tropfen Olivenöl extra vergine

  • 1 mittelgroße Kartoffel
  • 1 Rote Beete (vorgegart)
  • 40 g Parmesan, frisch gerieben
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Eiweiß (zum Bestreichen der abdeckenden Pastaplatte)

  • 3-4 El Butter
  • 2 El Mohnsamen


Einen frischen Pastateig nach meinem Grundrezept herstellen, diesen dünn ausrollen und anschließend mit dem Teig weiter wie hier beschrieben verfahren.
Für die Füllung die Kartoffel in der Schale in Salzwasser gar kochen, danach pellen, zerdrücken und mit der klein geschnittenen Roten Beete pürieren. (Wenn man eine frische Rote Beete verarbeitet, diese in Stücke geschnitten in einem Dampfgarer weich dünsten.) Parmesan unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Füllung in einen Spritzbeutel füllen und portionsweise auf den Pastaplatten verteilen.




Die Ravioli bis zur weiteren Verwendung auf einem mit Hartweizengrieß bestäubten Brett im Kühlschrank aufbewahren.
Die Pasta in kochendem Salzwasser etwa drei Minuten ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Butter mit dem Mohnsamen einmal aufschäumen lassen, die Ravioli mit der Schaumkelle aus dem Wasser heben und in der Mohnbutter schwenken.
Leider waren nach dem Kochen die Umrisse der Herzchen nicht mehr klar definiert. Ich habe aber noch ein paar Rote-Beete-Herzchen, die ich aus einer in dünne Scheiben geschnittenen Knolle ausgestochen habe, hinzugefügt.


Liebe geht durch den Magen! Das Küchenplausch Event


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 17. Januar 2013

Caffè Sospeso



Frage: Dürfen wir uns jetzt auf eine neue italienische Kaffeespezialität freuen? So wie vor Jahren auf Latte Macchiato?
Antwort: Oh, Latte Macchiato - nun, den trinkt man in Italien so gut wie nie. Mir scheint es fast eine deutsche Erfindung, dieser in Gläsern abwechselnd mit geschäumter Milch servierte Espresso. Hübsch sieht er ja aus.... 
Frage: Wie, den trinkt man nicht in Italien?
Antwort: Ja, doch, den gibt es irgendwie schon, aber ich habe in all den Jahren noch nirgends in einer Bar oder einem Strassencafé jemanden ein solches Kaffeekunstwerk trinken sehen, wie es in Deutschland ja seit ein paar Jahren Mode ist. Aber wollten wir nicht über Caffè Sospeso reden?
Frage: Ich falle vom Glauben ab - gut! Also, wann dürfen wir uns in Deutschland auf einen Caffè Sospeso freuen?
Antwort: Den wird es wohl in Deutschland nie zu trinken geben!
Frage: Ah, verstehe! Man braucht dazu bestimmte Zutaten, eine spezielle Espresso-Sorte vielleicht, die man hier - noch - nicht bekommt? Aber nie würde ich da ja nicht sagen...
Antwort: Nein, es ist ein ganz normaler Espresso. Aber lassen Sie uns lieber von "Caffè" reden. In Italien spricht man selten von "Espresso", sondern bestellt immer nur "Caffè"!
Frage: Jetzt verstehe ich nichts mehr, ein ganz normaler Espresso - äh, Caffè, meine ich? Haben Sie schon einmal einen Caffè Sospeso getrunken - also, wie schmeckt er denn? Was bedeutet überhaupt "sospeso"?
Antwort: Nein,  den habe ich noch nie getrunken. Ich hoffe auch, dass ich nie in die Verlegenheit kommen werde, nach einen Caffè Sospeso fragen zu müssen! Und "sospeso"  kommt von dem Verb  "sospendere", was unter anderem soviel wie "aufheben" aber auch "einstellen" oder "beenden" bedeutet. Aber auch "schwebend"...
Frage (ins Wort fallend): Wie, schmeckt der so schrecklich? Dass man den zweiten gleich in den Ausguss kippt *hehe*...
Antwort: Nein, mit Sicherheit schmeckt er exzellent. Immerhin trinke man diesen Caffè in Neapel, und Neapel rühmt sich, den besten Caffè Italiens - was sage ich, der Welt natürlich  - zuzubereiten!
Frage: Ach so. Kann ich das so verstehen, dass Sie noch nie in Neapel waren und auch niemals dorthin reisen werden, um diesen Caffè zu trinken? Also, ich war ja noch nie in dieser Stadt, sonst hätte ich ihn sicher probiert.
Antwort: Mhmmmm, das glaube ich kaum....Nein, ich war schon oft in Neapel, erst kürzlich wieder vor Silvester,  und ich werde sicher auch in Zukunft ab und an dieser Stadt einen Besuch abstatten.
Frage: Warum möchten Sie ihn denn dann nicht probieren. Bestellen Sie diesen Caffè doch einmal bei ihrem nächsten Besuch von Neapel!
Antwort: Einen Caffè Sospeso bestellt man nicht, man fragt danach.
Frage (ungeduldig): Ja, dann fragen Sie doch einfach mal danach!
Antwort (etwas verlegen): Also, das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber ich würde in jeder neapolitanischen Bar verwunderte Blicke ernten, fragte ich nach einem Sospeso...
Frage (noch ungeduldiger): Jetzt spannen Sie mich doch nicht so auf die Folter! Was ist denn jetzt so Besonderes an diesem Caffè?
Antwort: Es ist eine typisch neapolitanische "Erfindung"! Ein Caffè Sospeso sagt alles über Neapel und seine Einwohner aus. Über ihr großes Herz, ihre Menschlichkeit, aber diese Tradition lässt auch  eine gehörige Portion Schläue durchblicken. Einen Caffè Sospeso findet man im übrigen Italien nicht. Würde ich zum Beispiel in einem feinen Mailänder Cafè, möglichst noch in der Via Montenapoleone, nach einem Caffè Sospeso fragen, erntete ich sicher irritierte Blicke - falls man überhaupt diesen Begriff dort kennt.
Frage: Jetzt wird es für mich immer verwirrender! Was hat es denn nun mit diesem geheimnisvollen Caffè und Neapel auf sich?
Antwort: In Neapel gibt es eine Tradition, nach der man, wenn man einen Caffè für sich in einer Bar bestellt, gleich für einen zweiten Caffè, den man aber nicht selbst trinkt, mit bezahlt. Irgend ein armer Teufel, dem das Leben gerade übel mitspielt, hat vielleicht an diesem Tag keine Münzen für einen Caffè übrig, denkt sich ein Neapolitaner. Dann gönne ich ihm doch mal ein Tässchen mit dem heißen, aromatischen Getränk, das alle Lebensgeister wieder weckt. Und wer weiß, vielleicht bekomme ich dann auf irgend einem Weg etwas Barmherzigkeit in einer Notlage durch diese noble Geste wieder zurück.
Frage: Wie soll man diesen letzten Satz verstehen?
Antwort: Das hat viel mit der sicher grundgütigen neapolitanischen Lebenseinstellung, aber auch mit dem dort verbreitenden Aberglauben zu tun, der sich geradezu genial mit der neapolitanischen Sonderform des Katholizismus verbindet.
Frage: Mhmmmm, ja....
Antwort: Dazu fällt mir eine ganz witzige Geschichte ein: Bis vor ein paar Jahren waren vielen Krypten der Kirchen Neapels geöffnet. Das waren - und sind es noch immer - richtige Beinhäuser. Stapelweise Schädel und Knochen! So manch alte Nonna (Großmutter) ging da täglich hin, um zu beten. Sie suchte sich einen Knochen aus, ihren ganz persönlichen Knochen, den sie hätschelte und betreute. Irgend einem armen Tropf hat dieser Knochen ja einmal gehört, und ein Heiliger war der bestimmt auch nicht. Jetzt sitzt er sicher irgendwo im Fegefeuer!
Fegefeuer - buchstäblich ein ganz heißes Thema in Neapel! Überall in den Straßen der Altstadt sieht man in kleinen, an den Häuserwänden angebrachten Schreinen figürliche Darstellungen der von Flammen umgebenen Sünder.
Also, der ehemalige Besitzer des Knochen harrt sicher im Fegefeuer aus und wartet auf seine Erlösung. Wenn man nun täglich Gebete für ihn spricht, so denkt sich die Nonna, dann kriegt er sicher demnächst ein Upgrade in den Himmel. Und sein Wohltäter, die alte Nonna, wird dann auch nicht vergessen. Sie bekommt dann nämlich auch eine Belohnung. Zum Beispiel die Lottozahlen - im Schlaf! Aber wehe, das hat mal wieder nicht geklappt. Dann gibt's aber Haue auf den Schädel! 
Die Neapolitaner kennen da keine Gnade, und ihnen ist da nicht mal San Gennaro heilig! Verflüssigt sich sein Blut nicht an bestimmten Festtagen, wird er in der Kirche wüst beschimpft!
Übertragen also auf den Caffè: Tue ich einem Unbekannten etwas Gutes, dann fällt auch Gutes auf mich irgendwann zurück. Denn, so denkt sich der großzügige Spender, auch ich bin vielleicht einmal auf einen Caffè Sospeso angewiesen. Was San Gennaro natürlich verhüten möge!
Aber - nicht alles ist Berechnung! Nicht bei Neapolitanern, die zu einer echten Herzlichkeit und großer Hilfsbereitschaft fähig sind! Auch in diesem Sinne muss man einen Caffè Sospeso verstehen.
Frage: Das ist also auch Neapel! Nicht nur Pizza, Camorra und Müll - irre! Eine letzte Frage: Wenn Sie schon so oft in Neapel waren, haben Sie schon einmal einen Caffè Sospeso einem "armen Teufel", so wie Sie es ausdrücken, spendiert?
Antwort (errötend): Ehrlich gesagt: nein! Aber ich komme ja mal wieder in die Stadt. Ja, die italienische Kaffeekultur! ... Apropos - darf ich Sie jetzt zu einem Caffè  einladen? Ich muss Ihnen nämlich noch etwas über Cappuccino nach dem Mittag- oder -  noch schlimmer - nach dem Abendessen erzählen...




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 15. Januar 2013

Pfannkuchen auf Italienisch: Crespelle



Mit Pfannkuchen konnte man mich als Kind jagen - Pfannkuchen! Da tendierte nach der Schule, wenn ich zum Mittagessen nach Hause kam, beim Anblick von Pfannkuchen  der Appetit gleich wieder gegen Null! 
Um wie viel schöner klingt es da schon auf Italienisch: Crespelle ai funghi tartufati e fonduta - wobei ich die Fonduta nicht im Töpfchen dazu reiche, sondern die Crespelle mit der Käsesauce überbacke.
Und wie im folgenden Rezept "gepimpt", reihen sich Crespelle fast schon in meine Leibgerichte ein!



Italienische Pfannkuchen - Crespelle - sind meistens eine üppige Angelegenheit, auch wenn man sie auf den Menukarten unter der Rubrik "Primi", also als "zweite" Vorspeisen nach den Antipasti, antrifft. Für mich sind Crespelle aber ein schönes vegetarisches Hauptgericht, denn solche Pfannkuchen sind doch, anders als eine Pastagericht, sehr sättigend.
Die klassischen Füllungen für Crespelle bestehen in der Regel aus Spinat und Ricotta oder auch Pilzen. In einer Auflaufform werden die gerollten Crespelle dann mit etwas Käse oder Béchamelsauce überbacken.
Anstelle der klassischen Béchamel habe ich eine Fonduta zum Überbacken vorbereitet, die ohne die Mehlbasis einer Béchamelsauce auskommt.
Die Fonduta ist eine Spezialität aus der Region Piemont, eine Art Käsefondue, über das man gerne auch etwas gehobelten Alba-Trüffel gibt. Fontina heißt der Käse, den man dazu verwendet, ein Käse-Produkt aus der Region Aosta an der italienisch-französischen Grenze. Fontina wird für eine Fonduta einige Stunden in Milch "eingeweicht" und dann langsam zum Schmelzen gebracht.
Natürlich denke ich bei Fonduta auch immer an Trüffel, aber erstens wären in einem gratinierten, eher deftigen Gericht die wunderbaren Alba-Trüffel reine Verschwendung, zweitens ist die Saison für das "weiße Gold" auch schon wieder vorüber. Etwas Trüffelcrème aus schwarzen Sommertrüffeln habe ich aber dennoch in die Pilzfüllung geschmuggelt.


Zutaten (für 3 Personen, als Vorspeise reicht die Menge für 6)

  • 200 g Fontina
  • 150 ml Milch + 2 Esslöffel Milch
  • 2 Eigelb
  • 1 El Butter
  • frisch gemahlener Pfeffer

  • 500 g (braune) Champignons (oder andere Pilze nach Belieben)
  • 1 Schalotte
  • 1 El Butterschmalz
  • 2 El Trüffelcrème
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

  • 50 g Butter + Butter oder Butterschmalz zum Backen der Crespelle und zum Ausfetten einer feuerfesten Form
  • 2 Eier
  • 200 ml Milch
  • 100 g Mehl (gesiebt)
  • Salz

Zur Vorbereitung der Fonduta den 160 g Käse in Würfel schneiden, mit 150 ml Milch übergießen und 5 Stunden ziehen lassen.

Die Champignons putzen und in kleine Würfel schneiden, Schalotte fein würfeln. In dem Butterschmalz die Schalottenwürfel glasig anbraten, dann die Champignons hinzufügen und mit anbraten, bis alle Flüssigkeit verdunstet ist. Mit Salz, Pfeffer und Trüffelcrème abschmecken.

Für die Crespelle  die Butter zerlassen. Die zerlassene Butter mit den Eiern, der Milch und dem Mehl zu einem Pfannkuchenteig verrühren, mit Salz abschmecken und den Teig zehn Minuten quellen lassen. Danach in einer Pfanne das Butterschmalz erhitzen und aus dem Teig sechs dünne Pfannkuchen backen.

Die Fontina-Milch-Mischung unter Rühren im Wasserbad erhitzen, bis der Käse geschmolzen ist. Die beiden Eigelbe mit zwei El Milch verquirlen und mit der Butter unter die Käsemilch rühren. Mit Pfeffer abschmecken.



Eine feuerfeste Form mit etwas Butter ausfetten und den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Den restlichen Fontina-Käse reiben.
Auf jeden Pfannkuchen etwas Fonduta  und jeweils einen Teil der Pilzfüllung geben und aufrollen. Die Pfannkuchenrollen in die Form legen, mit der verbliebenen Fonduta sowie dem geriebenen Käse bedecken.
Die Crespelle im Ofen 15 - 20 Minuten überbacken; eventuell in den letzten Minuten den Grill zuschalten.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 5. Januar 2013

"Neapel hat tausend Farben..."



"Napule è mille culure", heißt es in einem der bekanntesten Liedern des neapolitanischen Liedermachers Pino Daniele. In neapolitanischem Dialekt - schwer verständlich auch für Italiener aus anderen Regionen - beschreibt Daniele in diesem Lied, das fast so etwas wie eine Hymne der Stadt geworden ist, die ganze Tragik und Zerrissenheit einer Stadt zwischen (mittlerweile meist aufgegebenen) Hoffnungen und Resignation.
Am letzten Wochenende des vergangenen Jahres waren wir mit Freunden in Neapel bei einem Konzert des über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Musikers und Sängers, der in seiner Musik Elemente neapolitanischen Liedguts mit Folk-, Rock- und Jazzmusik verbindet. Mit den ganz Großen der Musikwelt - von Luciano Pavarotti bis Eric Clapton - hat Daniele schon gesungen. An diesem Abend sang ein ganzer Konzertsaal enthusiastisch seine Lieder mit.


Die "tausend Farben" Neapels - wie sehr haben mich auch bei diesem Besuch die Gegensätze dieser Stadt, die eine der schönsten der Welt sein könnte, in ihren Bann gezogen. Über die traurige Realität hatte ich  bereits an anderer Stelle berichtet.
Immer wieder zieht es mich natürlich in das Herz der Stadt rund um die Strasse "Spaccanapoli", die, wie die Bezeichnung schon sagt, Neapel in zwei Teile aufspaltet. Die offiziellen Namen dieser langen Strasse, Via San Biagio dei Librai, nach einem längern Abschnitt heißt sie dann Via Viacaria Vecchia, sind eher ungebräuchlich.


Ich habe versucht, ein paar Impressionen von der Altstadt, die leider auch die weniger schönen Seiten zeigen, an diesem Wochenende einzufangen. Einige Viertel wie die Quartieri Spagnoli oder die Sanità sollte man allerdings meiden; dort würde ich auch keine Fotos machen.




Einen nur kleinen Einblick in die Spanischen Viertel (wo ich noch im Gemüsegeschäft Einkäufe für den Silvesterabend machte) gibt es hier. Allerdings habe ich mich dieses Mal nicht weiter hineingewagt.



Eine kleine Seitengasse von Spaccanapoli ist gerade zur Weihnachtszeit besonders interessant für den Besucher der Stadt. In der Via San Gregorio Armeno werden Krippen und Zubehör verkauft. In Neapel gehört zu Weihnachten nicht der Weihnachtsbaum, sondern nur die - jedes Jahr um neue Figuren oder Raffinessen bereicherte - Krippe. Mittlerweile stellen natürlich auch Neapolitaner (meist falsche) Weihnachtsbäume auf. Doch im Herz von Neapel dreht sich alles um die Krippen, auf ganz neapolitanische Weise gedeutet. Zu den bekannten Figuren, die die Weihnachtsgeschichte erzählen, gesellen sich dann auch Politiker und sonstige Prominenz, die die aktuelle Situation mit viel Humor kommentieren. Dann steht dann auch schon mal Berlusconi zwischen Monti und Padre Pio, einem in Süditalien sehr verehrten Heiligen.




Das Gedränge und Geschiebe in dieser Gasse ist kaum vorstellbar, und noch bis zum Sonntag, wenn  in Italien die Hexe Befana den Kindern nochmals Geschenke bringt, kann man in der Strasse das Spektakel bestaunen und noch letzte Einkäufe für die heimische Krippe tätigen.


Eine neapolitanische Krippe zeigt aber nicht nur die Heilige Familie, sondern auch das ganze pralle Leben, wie es sich seit Jahrhunderten auf den Strassen und Plätzen Neapels abspielt. Szenen aus dem Alltag fließen ein, man sieht Marktstände mit winzigem Gemüse, Händler, Tiere und kleine Brunnen mit fließendem Wasser. Alles ist liebevollst bis in das kleinste Detail ausgearbeitet.








Im Nationalmuseum von San Martino sind die historischen Krippen der Stadt ausgestellt.
Auch in unserem Hotel gab es natürlich eine typisch neapolitanische Krippe.


Neapel hat seine düsteren Viertel, ist aber auch strahlend schön, wie ein Spaziergang am Sonntag Morgen  wieder einmal zeigte.
Von der Hotelterrasse aus hatte man bei blendendem Sonnenschein einen spektakulären Blick auf den Vesuv, auf das Castel Sant'Elmo und das Castel dell'Ovo:





Der Spaziergang führte uns am Königspalast vorbei hin zu der Piazza del Plebiscito, wo sich eines der elegantesten Cafés der Stadt, das Gran Caffè Gambrinus, befindet.






Tipps für Neapel

Gran Caffè Gambrinus
Via Chiaia 1/2
Website: Gran Caffè Gambrinus

Das feinste Kaffeehaus von Neapel mit typisch neapolitanischen Gebäckspezialitäten wie Babà, Sfogliatelle oder Pastiera (Rezept für eine Pastiera Napoletana folgt voraussichtlich zu Ostern!).



La Bersagliera
Borgo Marinari 10/11
(an der Via Partenope)
80132 Neapel
Telefon 0039 0817649596
prenotazioni@labersaglieri.it
Website: La Bersagliera

Hier sitzt man direkt am Yachthafen mit Blick auf das Castel dell'Ovo. Viele Spezialitäten aus dem Meer. Bei schönem Wetter kann man mittags auch im Winter im Freien speisen .




E. Marinella
Riviera di Chiaia, 287
Website: E.Marinella

Die Krawatten von "Marinella" sind in ganz Italien berühmt. In dem winzigen, nur 20 Quadratmeter großen  Verkaufsraum, in dem stets großer Andrang herrscht, hängen aber auch Dankesschreiben von Staatsoberhäuptern aus aller Welt. Bill Clinton hat sogar Krawatten bei "Marinella" nachbestellt, nachdem die italienische Regierung beim Weltwirtschaftsgipfel G7 im Jahr 1994 allen angereisten Regierungschef als Präsent eine Auswahl von Krawatten des Signor Maurizio Marinella überreicht hatte.



Kunst und Kultur

Nicht versäumen sollte man einen Besuch des archäologischen Nationalmuseums, in dem unter anderem die bedeutendsten Fundstücke aus Pompeji und Herculaneum zu sehen sind. Einen Überblick über die neapolitanische Krippenkultur findet man im ehemaligen Kloster von San Martino. Eine umfangreiche Kunstsammlung, die auf die Sammler-Aktivitäten von Alexander Farnese,  des späteren Papstes Paul III., zurückgeht, findet man in dem ehemaligen Königschloss von Capodimonte.
Im Herzen der Stadt liegt eine der faszinierendsten Kapellen Italien, die eng mit der Geschichte eines geheimnisumwitterten Fürsten, dem Prinicipe di Sansevero, verbunden ist: Die Capella Sansevero. Die liegende verschleierte Christus-Skulptur ist eine Meisterwerk der Künstlers Giuseppe Sanmartino, und über ihre Herstellung kursierten die wildesten Gerüchte. So sei ein mit einer geheimnisvollen Tinktur getränkter Schleier über die Skulptur geworfen worden, der dann zu Marmor erstarrte. Das Bildprogramm der Kapelle weist zudem auf freimaurerisches Gedankengut hin.
Neapel hat ein wunderbares Opernhaus, das Teatro San Carlo, das mir persönlich besser als die Scala gefällt. Vor Jahren hatte ich dort Luciano Pavarotti in Verdis "Un Ballo in maschera" sehen dürfen. Für mich ein unvergessliches Erlebnis, das auch viel über die Neapolitaner aussagte. Der Beifall für Pavarotti, so erinnere ich mich, fiel eher verhalten aus. Er hatte wohl an diesem Abend nicht sein bestes gegeben, und da waren die neapolitanischen Zuhörer gnadenlos in ihrem Urteil!

Mozzarella

Auf dem Rückweg nach Rom haben wir noch Mozzarella in der Nähe von Cassino, an der Grenze zwischen Latium und Kampanien, gekauft. In der Gegend findet man fast überall auch in den kleineren Ortschaften Käse-Direktverkauf, vor allem rund um Capua.
Selbst in Rom schmeckt eine Mozzarella nicht mehr so unglaublich gut wie vom Erzeuger selbst.

La Pagliara
Via Ceraselle, 55
Caianello 
Verkauf täglich, 7 bis 21 Uhr
(Autobahnausfahrt Caianello, Direktion Castel di Sangro, nach der Esso-Tankstelle auf der rechten Seite)




Pino Daniele (mit Eric Clapton): Napule é





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Mittwoch, 2. Januar 2013

Die Augen schliessen, geniessen und von der Karibik träumen - Piña-Colada-Crème



Was tut man, wenn es draußen so trüb ist wie heute und der Sommer noch so fern? Genau! Siehe Überschrift!
Von unserem Silvercocktail dümpelte noch ein wenig Kokosnusscrème im Kühlschrank vor sich hin, und eine Ananas schiebe ich seit vorgestern auf der Arbeitsfläche in der Küche von einer in die andere Ecke. Natürlich könnte ich mir jetzt spontan eine Piña Colada  mixen, aber dann fiel mir ein Dessert ein - eine Piña-Colada-Crème -, das ich in jenem schmalen Dessertbüchlein gelesen hatte, dem ich schon diese herrlich saure Zitronen-Honig-Ingwer-Crème entnommen hatte.




Eigentlich ist es eher ein Nachtisch für den Sommer, aber ich will es da heute mal nicht so genau nehmen. Gestern hatte ich ja im Blog ein typisches italienisches Winterdessert vorgestellt, heute schweife ich dann mal in die Ferne und die Wärme!




Zutaten (für 4 Personen)
  • 150 g frische Ananas
  • 200 ml Milch
  • 200 ml Kokosnusscrème
  • 3 El Kokosraspel
  • 2 El weißer Rum
  • 2 Eigelb
  • 30 g Zucker
  • 20 g Speisestärke
  • etwas (farbiger) Zucker und Zitronensaft zum Dekorieren der Gläser

Das Ananasfleisch in einem Mixer mit dem Rum (für Kinder den Rum einfach weglassen und durch etwas Ananasaft ersetzen) pürieren.
Milch, Kokosnusscrème, Kokosraspel und Speisestärke in einen Topf geben und alles einmal aufkochen lassen.
Die Eigelbe mit dem Zucker weißschaumig aufschlagen. Dann die Milchmischung dazu gießen und umrühren. Alles wieder in den Topf umfüllen und unter Rühren mit einen Handrührgerät 3 Minuten bei kleiner Hitze köcheln.
Den Rand von vier Gläser mit etwas Zitronensaft befeuchten und diesen im Zucker drehen. Dann die Crème auf die Gläser verteilen und  für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane