Montag, 29. Januar 2018

Lasst uns feiern, es gibt Guglhupf! So schokoladig, so saftig...


Zum sechsten Bloggeburtstag gibt es heute Kuchen, und zwar einen saftigen Quark-Guglhupf, von dem Ihr  jetzt bitte ein Stück nehmen, Euch dann entspannt zurücklehnen und gemeinsam mit mir einen Rückblick auf mein vergangenes Bloggerjahr werfen sollt.
Ganz am Schluss gibt es dann auch das Rezept für diesen Napfkuchen.




Auch dieses Mal heißt es wieder: Ein Monat, ein Blogpost!

Im Februar gab es endlich ein Rezept zu "Everybody's Darling": Lasagne al forno lieben wir alle, oder sage ich da etwas Falsches? Natürlich waren auch die Lasagneblätter selbst gemacht; eine ziemliche Fummelei, bei der man sich schon mal die Finger verbrennen kann. Aber es lohnt sich!

Frühlingsgefühle kamen im März bei diesem Kraut auf, das man im deutschsprachigen Raum unter dem Namen "Mönchsbart" kennt. In Italien heißt das dann dementsprechend "Barba di frate" oder auch "Agretti".Die Capellini agli agretti sind wohl das Beste, was man daraus zaubern kann. So einfach, so gut!

Das Osterfest feierten wir im April mit einer neapolitanischen Spezialität, dem Casatiello napoletano. Eine wahrhaft üppige Angelegenheit und auch zeitintensiv in der Herstellung. Dafür ersetzt so ein Stück dieses salzigen Ostergebäcks eine ganze Mahlzeit (oder auch zwei). Aber wer zählt an Ostern schon Kalorien, und zwischen den ganzen Schokoeiern kommt ein pikantes Intermezzo gerade recht!

Wir sind im Mai, meinem Lieblingsmonat. Außerhalb Roms ist die Vignarola sicherlich nicht so bekannt. Dieses Gericht zeigt aber auch, dass römische Küche durchaus leicht und raffiniert gewürzt sein kann. Ich konnte im frischen Gemüse der Saison schwelgen; mehr Frühling auf dem Teller geht nicht!

Ist das schön, wenn man im Juni nach Sonnenuntergang mit Blick über die Dächer von Rom essen und dabei auch von Sizilien träumen kann! Gefühlt saß Commisario Montalbano mit am Tisch, gab es doch sein Leibgericht: Pasta 'ncasciata.

Es war heiß im Juli, sehr heiß. Rom stöhnte schon seit Wochen unter der Hitze, und es sollte noch mehrere Wochen so weitergehen. Das Wasser wurde knapp, und jeden Tag wurde darüber diskutiert, ob nun Einschränkungen auf die Einwohner Roms zukommen werden (sie kamen nicht). Mensch und Tier lechzten nach Abkühlung. Da kam diese Granita di pomodoro gerade recht.

Im August führte uns ein legendäres Fleischgericht, der Peposo dell'Impruneta, bis auf die Domkuppel von Florenz. Ein begnadeter Baumeister trat in Erscheinung: Was hat Brunelleschi mit diesem Gericht zu tun? Eine spannende Geschichte, aber lest selbst!

Erinnerungen kamen hoch im September, und ich ging im Geist wieder durch die Altstadt von Genua. Was isst man dort, wenn der Bauch sich knurrend meldet? Richtig, Focaccia! Und so habe ich eine Focaccia al rosmarino con pomodorini secchi gebacken.

Ein einziger Blogpost schaffte es in den Oktober. Aber was für einer! Im Lutherjahr hatte Peter zu einem "frommen" Event aufgerufen, was mir die Gelegenheit gab, die italienischen Waldenser vorzustellen. Ganz nach Luthers Geschmack war sicher diese Torta di auguri alle noci.

Dass ich gerne Gäste bewirte, ist sicher kein Geheimnis. Neben dem Kochen macht mir vor allem das Tischdecken Spaß, und da bin ich immer auf der Suche nach neuen Ideen. So gab es im November neben den Rezepten auch ein kleines Tutorial zum Thema.

Den Winter nicht mögen, aber den Dezember lieben? Das geht! Es duftet nach Weihnachtsgebäck, die Wohnung ist geschmückt, Kerzen brennen. Zwischen den traditionellen Weihnachtsplätzchen behauptete sich in diesem Jahr der Torrone morbido. Bei dieser Leckerei muss man sich wirklich beherrschen!

Ja, der Januar! Ein Bloggerjahr geht zu Ende, ein neues, beginnt und ich bin gespannt, was in den kommenden Monaten aus meinen Töpfen steigen wird und welche kulinarischen Abenteuer auf mich warten.
Jetzt aber erstmal zum Kuchen. Kommt da nicht schon Frühlingsstimmung beim Anblick auf?





Quark-Guglhupf mit weißer Schokolade




  • 125 g Butter
  • 120 g Zucker
  • 1 El selbstgemachter Vanillezucker
  • 2 Eier
  • etwas Zitronenabrieb
  • 250 g Quark (Magerstufe)
  • 350 g Mehl, gesiebt
  • 1 P. Backpulver
  • ca. 1/8 l Milch
  • 120 backstabile weiße Schokotropfen
  • 300 g weiße Kuvertüre
  • 1 Guglhupfform aus Silikon




Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben. Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze)  vorheizen.
Die Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig rühren, dabei nach und nach die Eier hinzufügen. Quark und Zitronenabrieb unterrühren.
Das Mehl mit dem Backpulver mischen und abwechselnd mit der Milch zum Teig geben.
Die Schokotröpfchen unterheben.
Teig in die Form füllen und im vorgeheizten Ofen ca. 60-65 Minuten backen.
Den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann herausnehmen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.
Die Form kurz mit Wasser ausspülen und trockentupfen.
Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen und in die Form gießen. Nun den erkalteten Kuchen wieder vorsichtig in die Form drücken und diese für eine Nacht in den Kühlschrank stellen.
Am folgenden Tag die Silikonform etwas auseinanderziehen und den Kuchen auf eine Platte stürzen.
Nach demselben Prinzip lässt sich auch ein hübscher marmorierter Überzug herstellen:
Marmorkuchen


Ein ganz liebes Dankeschön geht auch an diesem Bloggeburtstag 
an meine treuen Leserinnen und Leser.
 Danke, dass es Euch gibt! 

Vi voglio bene!





P.S.: Ihr habt es sicher gleich gesehen: Der alte Header mit den Fotos ist weg; mein Geburtstagsgeschenk für mein Blog. Ich hoffe, die Bastelei hat sich gelohnt und es gefällt auch Euch!


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 23. Januar 2018

Wenn einst das Fleisch entfleuchte - oder auch: alles nur gefakt! Bigoli al sugo finto



Italienische Bezeichnungen für die typischen Gerichte des Landes können ja so tröstend-optimistisch sein. Ein wenig (Galgen-)Humor steckt oft auch dahinter. Noch deutlicher wird das bei dem alternativen Namen für dieses Pastagericht aus Mittelitalien (die Toskana und Umbrien "streiten" sich um die Urheberschaft): Sugo scappato (itali.: scappare - dt.: abhauen). Das, was hier so dreist "abgehauen" ist, ist nämlich das Fleisch - das ist entfleucht!
Wir sind mal wieder bei der Cucina povera.
Aber die arme Bevölkerung wusste sich zu helfen, ließ sich den Genuss nicht nehmen und griff in die Trickkiste: Die Zubereitung, mehr noch das Ergebnis, "gaukelte" einfach das nicht vorhandene Fleisch vor (ital.: fingere - dt.: vorgeben -) - man könnte auch heutzutage von einem "Fake-Ragù" sprechen -, ähnelt es doch der berühmten Bologneser Fleischsauce. Allerdings darf man bei diesem "armen" Sugo nach Belieben mit Kräutern hantieren, während sich bei der fleischlastigen Version aus dem "fetten" Bologna höchstens ein Lorbeerblatt in die Pfanne verirren sollte. So gibt es viele Rezepte, die zum Schluss noch etwas gehackte glatte Petersilie oder Basilikum untermischen.
Ein kräftiger Sugo verlangt keine zarten Tagliatelle. Ich habe den Bigoli-Aufsatz von meiner Nudelmaschine hervorgeholt, denn diese ursprünglich aus Venedig und Umgebung stammende Pastasorte ähnelt sehr den in der Toskana beliebten Pici. In Venedig wird der Nudelteig durch eine Presse (torchio) gedrückt; so eine habe ich nicht. Man sieht, hier wurde auf allen Ebenen geschummelt. Man muss sich nur zu helfen wissen!






Zutaten
(für 2-3 Personen)

Bigoli


  • 150 g Mehl
  • 50 g gemahlener Hartweizengrieß ("semola di grano duro rimacinata")
  • 2 Eier
  • Salz
  • etwas Olivenöl extra vergine




Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Pastateig herstellen.
Nach der Ruhezeit die Pasta bis auf Stufe 3 ausrollen und dann durch den Bigoli-Aufsatz pressen.
Diese Pastasorte benötigt etwa um die sechs Minuten.



Sugo


  • 150 g Stangensellerie
  • 150 g Karotten
  • 1 große rote Zwiebel
  • 125 ml Rotwein
  • 1 El Tomatenmark
  • 420 g passierte Tomaten
  • 3-4 Salbeiblätter
  • 1 Zweig Rosmarin
  • (oder Petersilie oder Basilikum zum Schluss)
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Zwiebel fein würfeln, Stangensellerie und Karotten in möglichst gleichmäßige Stücke schneiden.
Nadeln vom Rosmarinzweig streifen und fein schneiden, ebenso die Salbeiblätter in feine Streifen schneiden.
Zwiebel, Gemüsestücke und Kräuter zehn Minuten lang sanft in Olivenöl anschwitzen, dabei leicht salzen. Dann die Hitze hochdrehen und das Tomatenmark hinzufügen. Mit dem Wein ablöschen und diesen etwas einkochen lassen.
Die passierten Tomaten dazugießen und zugedeckt bei milder Hitze ungefähr 45 Minuten köcheln lassen. Dabei ab und an umrühren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Bigoli al dente kochen und in die Pfanne zum Sugo geben. Eventuell noch etwas Nudelkochwasser untermischen.
Frisch geriebenen Parmesan dazu reichen.






♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 7. Januar 2018

Riso, Oro e Zafferano - eine Hommage an Gualtiero Marchesi


Ende des vergangenen Jahres ist einer der bedeutendsten Küchenchefs Italiens, Gualtiero Marchesi, verstorben. Ein wenig verwundert habe ich feststellen müssen, dass man im deutschsprachigen Raum kaum Notiz davon nahm.
Marchesi, geboren 1930 in Mailand, gilt als der große Erneuerer der italienischen Küche und war zudem einer der bekanntesten Köche auch außerhalb Italiens. Sein Handwerk lernte er nicht nur vor Ort - er ist in dem elterlichen Restaurant aufgewachsen -, sondern perfektionierte später sein Können auch auf Schulen in der Schweiz und in Paris.
1977 eröffnete Marchesi sein erstes Restaurant in Mailand, und nur ein Jahr später erhielt dieses seinen ersten Michelin-Stern. Als erstes Restaurant in Italien wurde sein Restaurant1986 mit einem dritten Stern geehrt; seit 1997 war es mit zwei Sternen ausgezeichnet.

Zum Guide Michelin, der die Sterne vergibt, hatte Marchesi später ein etwas zwiespältiges Verhältnis, was dann auch mit einem Eklat endete: 2008 gibt er symbolisch seine Sterne zurück mit der Begründung, dass der französische Restaurantführer unverhältnismäßig oft französische Restaurants mit drei Sterne auszeichne. Aber nicht nur das: er (Marchesi) bevorzuge Kommentare zum Restaurant und Begründungen, nicht einfach nur Noten. 2009 verschwindet sein Restaurant aus dem Führer, es bleibt nur ein unkommentierter Hinweis auf Restaurant und Hotel.

Seine berühmteste Kreation, sozusagen sein "Signature Dish", wird wohl für alle Zeiten dieser Risotto bleiben, den er schlicht Riso, Oro e Zafferano nannte. Ein Fotograf, so berichtet Marchesi, hatte ihn gebeten, etwas "Gelbes" zu kreieren. Dabei legte er ihm ein paar Blätter Blattgold auf den Tisch.
Als großer Liebhaber der Künste war der ästhetische Aspekt eines Gerichts für Marchesi von großer Bedeutung. Reine Schönheit beinhalte das wirklich Gute; eine klare Aussage gegenüber jenen, deren Kreationen er übertrieben fand. Er halte es mit Henri de Toulouse-Lautrec, der in der Schlichtheit  und Zusammenfassung einzelner, einfacher Elemente die wahre Raffinesse sah. Überliefertes und Traditionen aufzufrischen, dabei ein von der Natur gegebenes Gleichgewicht zu halten, das bedeute für ihn Harmonie auf dem Teller. ¹




Es hat mich gereizt, Marchesis berühmtes Risotto-Gericht ihm zu Ehren nachzukochen; basierend auf einem klassischen Risotto alla milanese.
Jede Zubereitung eines wirklich guten Risotto beginnt mit dem Kochen einer kräftigen Fleischbrühe; Vegetarier bereiten an dieser Stelle eine Gemüsebrühe zu. Allein durch die Bouillon - und auch ein wenig durch den zum Schluss beigefügten Parmesan - bezieht ein Risotto seine Würze; das Abschmecken mit Salz sollte überflüssig werden.
Für die Bouillon habe ich Beinscheiben genommen, die ihrerseits eine andere wichtige Zutat für den Risotto alla milanese enthalten: das Mark. Dieses kratze ich vor dem Kochen der Suppe heraus und bewahre es bis zu seiner Verwendung im Kühlschrank auf. Anstelle von Mark verwendete man in frühen Rezepten auch eine Art fette Wurst (Cervellato) oder das Fett vom Bratenstück.
Interessant ist auch in einigen älteren Rezepten die Zugabe von Pilzen zum Mailänder Risotto. Sogar Milch oder Sahne werden erwähnt, was heutzutage genauso als Todsünde betrachtet werden würde wie die Sahne in einer Carbonara ich stelle mir gerade Diskussionen bei Facebook darüber vor!
Die Zugabe von Wein ist fakultativ, allein in der Gegend zwischen Mailand und Comer See, der Brianza, soll es Usus gewesen sein, Wein zu verwenden. Angeblich, weil dort auch die Braten in reichlich Wein geschmort wurden. Das Fett eines Bratenstück, das man beim Anschwitzen der Zwiebel verwendete, brachte demnach auch schon etwas Weinaroma mit.²
In diesem Zusammenhang ist auch oft von Rot- anstelle von Weißwein die Rede. Auch das geht angeblich auf die Bewohner der Brianza zurück, die bei reichen Mailänder Familien als Hausangestellte arbeiteten und ihre Kochgewohnheiten und Rezepte in der lombardischen Hauptstadt verbreiteten. ³

Zu guter Letzt: Ein Risotto ist gelungen, wenn er eine "Welle" macht, stellt man den Teller etwas schräg. Deve fare l'onda, sagt man hier in Italien. 

(... und - psssst. Der Risotto ist ein Primo, eine Vorspeise, keine Beilage. Aber keine Regel ohne Ausnahme: In Mailand kann dieser Risotto zum Ossobuco alla milanese serviert werden. Aber ausschließlich dazu...)






Zutaten
(für 2-3 Personen)

Fleischbrühe


  • 3 dicke Beinscheiben, das Mark herausgekratzt (aufheben!)
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 große Karotten
  • 1/3 Knollensellerie
  • 1 Lauchstange
  • 1 Lorbeerblatt
  • ein paar angedrückte Pfefferkörner
  • Salz


Die Beinscheiben unter fließendem Wasser gründlich abspülen, damit auch letzte Markreste entfernt werden. In einem großen Topf mit ca. 4-4,5 L kaltem Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen.
Ohne Deckel ca. ein halbe Stunde köcheln lassen, dabei immer wieder den an die Oberfläche steigenden Schaum entfernen.
In der Zwischenzeit Gemüse putzen und in Würfel schneiden. Die Zwiebel ungeschält halbieren und in einer beschichteten Pfanne kräftig anrösten.
Die Gemüsewürfel, die Zwiebel, Lorbeerblatt und Pfefferkörner zur Brühe geben und diese ohne Deckel ca. 2 Stunden köcheln lassen.
Brühe durch ein Sieb (wer sie ganz klar möchte: durch ein Tuch) in einen zweiten Topf füllen und mit Salz abschmecken. Auf einem Rost erkalten lassen. Wenn man den Risotto erst am Folgetag zubereiten möchte, Brühe im Kühlschrank aufbewahren.


Risotto alla milanese


  • 1 l Fleischbrühe (bei Marchesi: Hühnerbrühe)
  • 230 g Carnaroli
  • 1 gehäufter Tl Safranfäden
  • 1 kleine Schalotte
  • 15 g Mark
  • 50 g Butter
  • 125 ml Weißwein (fakultativ)
  • 45 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • essbares Blattgold (fakultativ, für die Version von Marchesi)


Die Safranfäden für ein paar Stunden in ein wenig angewärmte Brühe geben und zur Seite stellen.
Die Fleischbrühe erhitzen und am Köcheln halten.
Das Mark in einem kleinen Topf verflüssigen lassen und durch ein Sieb in die Pfanne gießen (so mache ich es, natürlich kann man das Mark auf direkt in der Pfanne schmelzen).
Die Hälfte der Butter dazugeben und die sehr fein gewürfelte Schalotte darin langsam glasig dünsten.

Ich nehme zum Anschwitzen und später zur Fertigstellung Süßrahmbutter. Marchesi stellt eine Art "Sauerrahmbutter" her, in der er die Zwiebelwürfel zunächst mit etwas Wein und Essig aufkocht, den Alkohol verdampfen lässt und dann etwas Butter unterrührt. Das alles wird gefiltert; die so erhaltene, noch flüssige und aromatisierte Butter wird dann für eine Stunde zum Festwerden in den Kühlschrank gestellt. ¹ Diese Butter verwendet Marchesi später dann für die sogenannte "Mantecatura", damit bezeichnet man das Unterrühren der Butter zum Schluss. 

Den Reis hinzufügen und langsam glasig werden lassen. Dann mit dem Wein ablöschen und aufkochen lassen.
Nach und nach unter häufigen Rühren die Fleischbrühe hinzugeben; der Kochvorgang sollte nicht unterbrochen werden.
Die Kochzeit nach dem ersten Aufkochen mit der Brühe beträgt ca. 18 Minuten.
Nach zwei Drittel der Zeit die in etwas Brühe eingelegten Safranfäden zum Risotto geben.
Nach 18 Minuten die Pfanne vom Herd ziehen, die restliche Butter und den Parmesan untermischen und zugedeckt zwei Minuten ruhen lassen.
Wer mag, kann den Risotto nun mit einem Goldblättchen belegen.


Quellen:
¹ Lorenzo Vinci, Italien Gourmet Club, Intervista e ricetta di riso, oro e zafferano
² Ottorina Perna Bozzi, Vecchia Milano in Cucina, Ibis, Como-Pavia 2014, S. 127-129
³ Il Cucchiaio d'argento, volume 1, Nord-Italia, Editoriale Domus S.p.A.2012, S. 112
AlessandroMolinari Pradelli, La cucina lombarda, Newton&Compton Editori 2003

Nachtrag aus aktuellem Anlass:

Ist die Verwendung von Gold dekadent?
Als hätte ich es geahnt: Kaum ist das Rezept online, wird in den sozialen Netzwerken darüber diskutiert.
Für dieses Gold, das übrigens viel weniger kostet als die Safranfäden, wurde keinem Tier der Hals umgedreht, keine Schenkel bei lebendigem Leib herausgerissen (Frösche), kein lebender Hummer ins Wasser geworfen und kein Vogel zwangsernährt (Stopfleber).
Dieses Gold habe ich mir nicht extra gekauft; es war ein Geschenk, das lange Jahre ein unbeachtetes Dasein verborgen im Küchenschrank gefristet hat. 
Und ja, es bringt geschmacklich nichts! Genauso wenig wie ein Dekozweig Rosmarin!
Warum es bei Marchesi auf den Risotto kam, habe ich ja berichtet.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 5. Januar 2018

Happ - und weg sind sie: Herzhafte Speck-Mini-Gugls



Ein wenig Geduld braucht man schon, denn so schnell der Teig auch gerührt ist, ihn mit Hilfe eines Tee-(!)Löffels in die kleinen Förmchen zu drücken, erfordert schon etwas Zeit. Meine Mini-Gugl-Silikonform fasst auf einmal 18 Stück; 60 Minis sind es am Ende geworden.
Natürlich kann man auch größere Förmchen verwenden, aber diese Minis sind einfach ideal, um einen Aperitif zu begleiten. Ein putziges Fingerfood, das Lust auf mehr danach macht.
Bei uns gab es kürzlich diese herzhaften Gugls zum Auftakt eines Raclette-Abends mit Freunden; die deftigen Zutaten stimmten schon einmal auf den Hauptgang ein.




Zutaten
(für ca. 60 Super-Minis)


  • 50 g Pancetta in Scheiben
  • 1 Schalotte
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 El Olivenöl extra vergine
  • 375 g Mehl, gesiebt
  • 3 Tl Backpulver
  • 125 g Gruyère, frisch gerieben
  • 2 Eier
  • 250 ml Milch
  • 125 g Butter
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • etwas Senfpulver


Den Backofen auf 210 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Eventuell die Förmchen mit etwas Butter ausstreichen; dieser Schritt entfällt bei Silikon.
Die Pancetta und die Schalotte fein würfeln. Rosmarinnadeln vom Zweig streifen und fein schneiden.
Die Pancettawürfel in etwas Olivenöl ausbraten, dann die Schalottenwürfel und die kleingeschnittenen Rosmarinnadeln hinzufügen und kurz mit anschwitzen.
Butter zerlassen.
Das Mehl in einer Schüssel mit dem Backpulver und dem geriebenen Käse vermischen. Pancetta-Zwiebel-Rosmarin-Mischung ebenfalls hinzufügen und eine kleine Mulde in die Mitte drücken.
Milch mit den Eiern verschlagen und mit Salz, Pfeffer und Senfpulver abschmecken.
Eiermilch und zerlassene Butter in die Mulde gießen und alles mit einem Holzlöffel rasch unter die Trockenmasse rühren.
Den Teig in die Förmchen füllen und portionsweise ca. 15 Minuten backen. Bei größeren Förmchen erhöht sich die Backzeit und 5-7 Minuten.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 1. Januar 2018

Ein frohes, friedliches und gesundes 2018!



Allen meinen lieben Leserinnen und Lesern 
wünsche ich ein neues Jahr voller
 Glück, Frieden, Geborgenheit und Gesundheit!




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane