Dienstag, 24. Dezember 2019

Buon Natale - Frohe Weihnachten - Merry Christmas



Ihr Lieben,

von Herzen wünsche ich Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest, gemütliche und genussvolle Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes neues Jahr!
Auch ein neues Jahrzehnt bricht an.
 Möge es für Mensch und Tier ein friedliches sein!




Samstag, 14. Dezember 2019

Meine weihnachtliche Tischdeko für einen Abend mit lieben Freunden




Was gibt es Schöneres, als in der Advents- und Weihnachtszeit Freunde zu verwöhnen!
Entspannung in dem ganzen Trubel um Planung, Einkauf und Zubereitung eines Menüs finde ich stets beim Eindecken des Tisches, an dem wir den größten Teil des Abends verbringen werden. Das Platzieren der Teller und Gläser, das Gestalten der Servietten und schließlich das Dekorieren hat für mich eine zutiefst kontemplative Komponente. Ich komme "runter", Vorfreude macht sich breit, bevor der Endspurt erneut in der Küche einen neuen Anlauf nimmt.





Fest stand für mich in diesem Jahr: Ich brauchte keine neuen Deko-Elemente, auch wenn jede Saison eine neue "Mode" hervorbringt. Vor Jahren waren es die cognacfarbenen Kugeln, dann folgten weiße Hirsche, in diesem Jahr triumphiert der skandinavisch karge Stil. Unbeachtet dieser Tendenzen stapelt sich in den wenigen Geschäften, die Weihnachtsdekoration anbieten, das übliche kitschige Glitzerzeug - untermalt von einer wahren Kakophonie weihnachtlicher Klänge. "Last Christmas" trifft hier auf das Geklingel der sich ewig in Kreis drehenden Spielzeugkaruselle; die armen Verkäufer*innen können einem nur noch leidtun! In Italien scheint man dazu verliebt in falsche Tannenzweige (und Bäume!), die dann noch dick mit Glimmer, gerne dieses Jahr in Weiß, überzogen sind. Parallel dazu bietet Roms Luxuskaufhaus  kunstvolle Designerkugeln an, die natürlich ihren Preis haben. Aber braucht man das wirklich, um Stimmung zu erzeugen?

Dieses Jahr habe ich, wie schon so oft, auf meinen Fundus zurückgegriffen, was auch ökologisch aktueller denn je und sinnvoll ist. Immer häufiger in den vergangenen Jahren bleibt zudem der Glitzerkram in seiner Kiste. Lieber setze ich auf hochwertigen und nie aus der Mode kommenden Weihnachtsschmuck, den man mit preisgünstigen Accessoires kombinieren kann.






Wer also für die Weihnachtstage noch nach Ideen sucht, findet vielleicht auch bei mir noch die ein oder andere Anregung. Ich habe die Deko in den klassischen (Weihnachts-)Farben Weiß und Rot gehalten, nur unterbrochen durch das zarte Grün der Wassergläser.
Herzstück meines Tisches ist eine Kette aus mit roten Schleifchen zusammengebundenen Plätzchenausstechern. Solche Ausstecher hat sicher jede(r) in seiner Küche; mit Geschenk- oder Dekoband von der Rolle, das man sich passend zurechtschneiden kann, werden die Ausstecher  zusammengebunden - je nach Tischform auch zu einem Kreis
Spontaner Kommentar eines Gastes: Diese Idee klaue ich mir! Mission hier schon mal erfüllt!






Meine Teelichthalter sind mindestens 15 Jahre alt und stammen aus einer Glasbläserei im Bayerischen Wald - wie auch die gläsernen Schneekristalle. Trotz der winterlichen Motive aus Stechpalmen, spenden sie uns das ganze Jahr über ihr stimmungsvolles Licht.





Wichtig bei gläsernen Teelichthaltern: Teelichter aus den Aluförmchen nehmen und in kleine Glashalter setzen, so dass alles transparent wirkt. Glocken aus Porzellan mit Weihnachtsmotiven schließen die Enden der Kette aus Ausstechern ab und setzen auch in der Mitte einen Akzent. Solche Glocken sind sicher etwas teurer in der Anschaffung, aber man sieht sich niemals an ihnen satt. Sie sorgen für das edle Element neben den rustikalen Förmchen; ich liebe solche "Brüche"! Wenn diese Glöckchen nicht gerade auf dem weihnachtlichen Tisch stehen, schmücken sie in der Adventszeit die Ablage über einer Heizung - zusammen mit einer preisgünstigen Laterne aus einem schwedischen Möbelhaus.




Die Servietten habe ich zu schlichten Rollen gefaltet und mit roten Samtbändern zusammengebunden. Tuchservietten sind natürlich Pflicht! Ein paar weiße Holzsterne und kleine rote Kugeln ergänzten meine Tischdeko.




Den ausgiebigen Aperitivo mit Bollicine und kleinen feinen  - natürlich selbstgemachten - Häppchen gab es für unsere Gäste vor dem Kamin. Allerdings könnte der Weihnachtsmann nicht mehr durch den Schlot herabsteigen, denn wir haben ihn vor einigen Jahren verschließen lassen. Ein paar Laternen mit dicken Kerzen sind sicherer als offenes Feuer - vor allem auch, wenn eine neugierige Katze herumschleicht.






Die Lichterkette habe ich auch in diesem Jahr mit der Kelchhülle der Physalis verziert. Diese "Blüten" sind aus dem Garten meiner Schwiegermutter und überstehen nun seit Jahren, sorgsam verpackt, fast unversehrt die unzähligen Weihnachtssaisons, in denen sie zum Einsatz kamen. Das warme Licht, das sie spenden, kann keine noch so schöne und aufwendige Lichterkette erzeugen.




Auf einen klassischen Adventskranz habe ich in diesem Jahr verzichtet; die Advents-Kerzen schmücken zudem zum ersten Mal den Kamin - in einer Reihe aufgestellt. Die einzelnen Kerzen habe ich mit etwas Bast umwickelt, an denen kleine nummerierte Tafelsternchen befestigt sind (ich kann euch sagen, bis ich diese hier gefunden habe...).

Und jetzt mache ich es mir davor gemütlich - natürlich mit Kringel!
Habt noch eine schöne Adventszeit!





Dienstag, 10. Dezember 2019

Frankfurts süße Legenden: Bethmännchen




In meiner Kindheit war der vorweihnachtliche Einkauf selbst schon fast ein Fest! Alle Zutaten für die Weihnachtsbäckerei kaufte meine Mutter in einem Frankfurter Traditionsgeschäft für exotische Gewürze und Teesorten, das sich noch immer unweit des Römerbergs befindet;  an dieser Stelle hatte ich darüber schon einmal berichtet. Der Duft in diesem kleinen und mit allerlei Krimkrams vollgestopften Laden roch einfach unvergleichlich gut für meine noch junge Nase und stimmte auf die Weihnachtssaison ein. Jedes Jahr landete Marzipanrohmasse im Einkaufstäschchen, die meine Mutter dann zu Bethmännchen verarbeitete. Ich saß dabei am Küchentisch und rollte aus Marzipanresten kleine Marzipankartoffeln, die ich in Kakaopulver wälzte; all das gehört zu meinen frühesten kulinarischen Aktivitäten.





Auch Rom hat sein "Spezialgeschäft", in dem ich Gewürze und auch Backzutaten kaufe. Viele Zutaten finde ich nur dort; entweder im Stammsitz oder in den kleinen Filialen, deren Platz und Angebot aber nur begrenzt ist. Rosenwasser wurde gesucht, denn dieses erst verleiht der Frankfurter Spezialität ihren unverkennbaren Geschmack. Auch die Marzipanrohmasse, Bestandteil vieler, vor allem sizilianischer Süßigkeiten findet man nicht überall in den gewöhnlichen Supermärkten der Stadt. Deswegen lohnte sich mal wieder der etwas längere Fußmarsch - über den Tiber, am Vatikan vorbei - in den Stadtteil Prati. Wie viele Kilometer ich oft zu Fuß laufe, um bestimmte Zutaten zu bekommen, kann sich kaum einer vorstellen! Aber bei dem ganzen Süßkram in der Weihnachtszeit kann man dann auch ohne schlechtes Gewissen schlemmen. Ich laufe die Kalorien fast täglich auf den Strassen Roms ab.

Zu meiner Schande - als echtes Kind Frankfurts - habe ich selbst noch niemals Bethmännchen hergestellt. Dabei ist dieses rosenparfümierte Marzipankonfekt neben dem Frankfurter Kranz die wohl bekannteste und beliebteste Spezialität der lokalen Pâtisserie. Das ganz Jahr über kann man sie kaufen, für mich aber gehören sie in die Weihnachtszeit. 

Sind es betende Hände, an die die Mandeln erinnern sollen, nach denen die Marzipanteilchen benannt sind, oder geht die Bezeichnung doch eher auf die Frankfurter Bankiersfamilie Bethmann zurück? Ein französischer Pâtissier, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Familie Bethmann gearbeitet hatte, soll diese Leckerei kreiert haben - mit jeweils vier (halben) Mandeln verziert, die für die vier Söhne der Familie standen. Als einer der Söhne verstarb - Simon Moritz -, wurde das Konfekt fortan nur noch mit drei Mandeln besetzt. Auch diese Legende ist aber umstritten. 







Zutaten
(für ca. 30 Stück)
  • 250 g Marzipanrohmasse
  • 65 g gemahlene Mandeln
  • 50 g Puderzucker
  • 40 g Mehl
  • 1-2 Tl Rosenwasser
  • 1 Eigelb
  • blanchierte Mandeln, möglichst halbiert

Alle Zutaten miteinander verkneten, aus der Masse zwei Rollen formen und diese in gleichmäßige Stücke schneiden und zu Kugeln rollen. Jeweils drei halbierte - bei mir ganze - Mandeln an die Seiten drücken.
Den Backofen auf 150 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Zum Bestreichen

  • 1 Eiweiß
  • 1 El Puderzucker
  • etwas Rosenwasser

Die Bethmännchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Das Eiweiß leicht mit einer Gabel aufschlagen und dabei den Puderzucker zugeben. Mit etwas Rosenwasser aromatisieren. Die Bethmännchen mit diesem Guss bestreichen und für ca. 20 Minuten in den Ofen geben.