Montag, 30. Juli 2018

A little bit messy: No-bake Cherry Cheesecake



Schon wieder Käsekuchen, werden nun treue Leserinnen und Leser denken!
Klar, wenn eine Einladung zu einem Käsekuchen-Event ins Haus flattert, bin ich dabei! Auch wenn fast noch Krümel von der Crostata di ricotta übrig sind - nahtlos gehen wir also zur amerikanischen Variante eines Käsekuchens über!

Heute, so habe ich erfahren, ist nämlich der internationale Tage des Käsekuchens. Dazu gibt es einen kleinen Blogevent, den die liebe Tina vom Blog Lecker und Co. ausrichtet. Wie schön, wenn es für meinen Lieblingskuchen auch einen Feiertag gibt! Es gibt mir Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren: Einen Käsekuchen, für dessen Fertigstellung nicht der Ofen, sondern der Kühlschrank sorgt. Perfekt also für heiße Sommertage!




Vielleicht nicht ganz so hübsch und "aufgeräumt", wie ich es mir vorgestellt hatte, ist mein erster No-bake Cheesecake geworden: der "Crust" etwas bröselig, der Anschnitt leicht verschmiert und die "Stielchen" knallen schon wie kleine Leuchtstoffröhren hervor. Aber hey - einen echten Cheesecake-Fan hält das doch nicht vom Genuss ab! Letztlich zählt der Geschmack, und die Liaison von cremiger Füllung und knackigen Kirschen ist einfach herrlich erfrischend!




Zutaten
(für eine Quicheform von 28 cm Ø)


Teigboden (Crust)

  • 200 g Butterkekse
  • 2 Tl Zimt
  • 130 g Butter
  • 1 Prise Salz


Die Kekse zerbröseln. Ich hatte das dieses Mal mit Hilfe eines Gefrierbeutels, in die ich die Kekse gefüllte und dem Nudelholz gemacht. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass die Kekse feiner in einem Mixer zermahlen werden, was für mehr Stabilität sorgt (siehe Rezept  zum New-York Cheesecake).
Die Butter schmelzen und mit dem Zimt und einer Prise Salz zu den Bröseln geben. Zu einem "Teig" verkneten und den Boden der Quicheform damit bedecken. Mit Hilfe der Unterseite eines Kaffeebechers den Boden andrücken, dabei auch einen kleinen Rand hochziehen (Rand muss aber nicht sein).
Bis zur weiteren Verwendung die Form in den Kühlschrank stellen.

Füllung

  • 650 g Frischkäse
  • 200 g saure Sahne
  • 100 g süße Sahne
  • 150 g Zucker
  • 1 Tl Vanilleextrakt
  • 20 ml Zitronensaft
  • eine Prise Salz
  • 500 g Kirschen


Die Kirschen entsteinen und in einem Sieb abtropfen lassen.
Den Frischkäse zunächst mit allen Zutaten zu einer geschmeidigen Paste verrühren. Dazu, wenn vorhanden, den Flachrührer einer Küchenmaschine verwenden.
Dann diesen Rührer gegen einen Schneebesen austauschen und die Frischkäsecrème 5 Minuten kräftig aufschlagen; sie wird dann wieder etwas lockerer.
Die Form aus dem Kühlschrank nehmen und die Kirschen darauf verteilen (eventuell eine dünne Schicht der Crème zunächst auf dem Boden verteilen, darauf achten, dass der Tortenboden heilbleibt).
Dann die Frischkäsecrème auf den Kirschen verteilen und glattstreichen.
Den Kuchen für mindestens sechs Stunden in den Kühlschrank stellen; am besten über Nacht.


Verzierung

  • 200 g Kirschen, entsteint
  • 20 g Puderzucker
  • 2 Blatt Gelatine


  • grünes (oder braunes) Speisefarbe-Gel (Tube, gibt es bei Backzubehör)
  • Minze


Anmerkung:
Man braucht nur die Hälfte der Kirschsafttropfen, aber eine größere Menge lässt sich leichter verarbeiten. Den Rest einfach wegnaschen...
Die Gelatine 10 Minuten in kaltem Wasser einweichen.
Kirschen mit dem Puderzucker  pürieren (Stabmixer). Die tropfnasse Gelatine in einem Topf bei milder Hitze verflüssigen; aufpassen - sie darf nicht kochen!
Unter den Kirschsaft rühren und diesen durch ein Sieb streichen. Wenn sie festzuwerden beginnt - sie geliert nicht vollständig -, entweder mit Hilfe einen Teelöffels Kleckse auf die Oberfläche des Kuchens träufeln oder eine kleine Plastikflasche mit Tülle dafür verwenden.
Mit dem Gel die Stängelchen zeichnen und diese mit Minzblättchen verzieren.
Der Cheesecake sollte weiterhin im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Ein lieber Dank geht an Peter vom Blog Aus meinem Kochtopf für die Einladung zu diesem Event!






Weitere großartige Ideen zum Blogevent rund um das Thema Käsekuchen gibt es hier: 


LECKER&Co: Zebra Käsekuchen mit Brombeeren ninamanie: Käsekuchen im Glas Papilio Maackii: Bananenbrot mit Cheesecake Swirl BackIna: Japanischer Käsekuchen Silkes Welt: Heidelbeer Cheesecake Tarte Jessis Schlemmerkitchen: Omas Käsekuchen Tra Dolce ed Amaro: No-Bake Cherry Cheesecake The Apricot Lady: Pikante Mini-Cheesecakes Küchenmomente: No-Bake Mango-Kokos Cheesecake Savory Lens: Sommerbeeren-Ricotta-Cheesecake mit Pekannüssen Julias Torten und Törtchen: Käsekuchen Eclairs mit Himbeer und Zitrone Mein kleiner Foodblog: Blueberry Cheesecake Cupcakes mit Vanillefrosting Naschen mit der Erdbeerqueen: Cremiger Käsekuchen mit Keksboden holy fruit salad!: Kalter Käsekuchen mit Himbeeren Dental Food: Käsekuchen Creme Mrs Emilyshore: Käsekuchen Eismuffins Kochtopf: Sommerlicher Cheesecake mit Pfirsich Evchen kocht: Golden Milk Cheesecake Die Sonntagsköchin: Birnen Cheesecake Bisquitrolle Kleid und Kuchen: No bake Lemon-Cheesecake mit Johannisbeeren Sommer Madame: Käsekuchen mit Limette und Keksboden Kohlenpottgourmet: Käsekuchendessert im Glas (zuckerfrei) Labsalliebe: Sauerkirsch-Cheesecake-Eis Soulsister meets friends: Key Lime Cheesecake Salzig, süß, lecker: Pfirsich Cheesecake mit Mandelstreusel Aus meinem Kochtopf: Käse-Mohn-Kuchen mit Passionsfrucht- und Mango-Spiegel Jankes*Soulfood: Omas Käsekuchen mit Schokoboden Zimtkringel: Beeriger Käsekastenkuchen Linals Backhimmel: Kleiner Blaubeer Käsekuchen Krimi und Keks: Zupfkuchen mit Heidelbeeren Dynamite Cakes: White Chocolate Cheesecake mit Blaubeeren ohne Backen Delicious Dishes around my Kitchen: Sommerlicher MangoKäsekuchen mit Beeren und Physalis Lecker macht Laune: Cheesecake Pancakes USA kulinarisch: Mini-Cheesecakes 2.0 Slowcooker: Quarkteilchen wie vom Bäcker Kinder kommt essen: Herzhafter Käsekuchen Feinschmeckerle: Cheesecake mit Himbeeren ohne Backen Backschwestern: Churro Cheesecake Süße Zaubereien: Käsekuchen Happen Obers trifft Sahne: Käsekuchen ohne Boden KittyCake Russischer Zupfkuchen




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 18. Juli 2018

Supersaftig, beerenlastig: Crostata di ricotta e ribes rosso




Schon als kleines Kind wurde ich regelmäßig - und wenn ich "regelmäßig" schreibe, so meine ich fast täglich - mit Quark gefüttert. Ob gesüßt, mit Obst oder später auch pikant mit Schnittlauch: für meine Eltern waren diese regelmäßigen Quark-Rationen der Inbegriff einer gesunden und kindgerechten Ernährung: Das Kind sollte schließlich kräftige Knochen und gesunde Zähne entwickeln!
Ich glaube, neben "Mama" war Quark eines der ersten Worte, die ich brabbeln konnte. Auch noch viel später wurde mir immer wieder schmunzelnd berichtet, wie aus Quark bei mir "Twark" wurde, denn das "Q" konnte ich nicht aussprechen.
Und das Kind liebte Quark! Nein, das war nicht wie bei dem oft zitierten Spinat, der immer wieder für Berichte über Spuckattacken herhalten muss!, Der Quark wurde zu einer Art Grundnahrungsmittel für mich. Dann kam sehr viel später der Umzug nach Rom, und ich musste feststellen: Quark gibt es nicht in Italien - zumindest nicht südlich von Süd-Tirol. Ich muss sagen: es gab ihn nicht, denn mittlerweile führt eine Bio-Ladenkette deutschen Quark.
Vor allem musste ich anfangs auf meinen geliebten Käsekuchen verzichten; dachte ich zumindest. Ich fing dann an, mit Ricotta zu experimentieren - und was soll ich sagen? Jetzt gibt es Quark - und jetzt kaufe ich Ricotta! Nicht irgendeine Ricotta - oh nein! Wer nur dieses abgepackte Zeug aus der Kühltheke kennt, wird sich kaum in Ricotta verlieben können. Das ist so ungefähr, als vergleiche man die als Mozzarella verkauften Gummikugeln mit noch kuhwarmer Mozzarella di bufala frisch aus der Käserei. Ich kaufe lose Ricotta aus Schafsmilch. Man braucht keine Angst zu haben, dass diese irgendwie streng nach "Tier" riecht oder schmeckt. Im Gegenteil: Diese Ricotta zeichnet sich durch einen runden und milden Geschmack aus.



Käsekuchen aus Ricotta ist weder so locker-fluffig wie deutscher Käsekuchen, noch so cremig wie amerikanischer; ich liebe nach wie vor alle drei Versionen! Zudem fehlt, wie auch bei der amerikanischen Frischkäse-Version, die dem Quark eigene Säure. Aber gerade das liebe ich am Ricottakuchen! Leider ist in Italien eine Crostata di ricotta oft eine sehr trockene Angelegenheit, die Ricotta dabei sehr kompakt, zusätzlich noch erdrückt von einem Teiggitter.





Das Teiggitter habe ich weggelassen, dafür aber die Ricotta auf einen Mandel-Mürbeteigboden gebettet. Ganz puristisch habe ich auch auf die Zugabe von Sahne verzichtet; normalerweise hebe ich geschlagene Sahne und auch Eischnee zum Schluss unter die Quarkmasse. Aber wenn sich die Crostata schon von einem deutschen Käsekuchen unterscheiden soll, dann richtig!
Die feine Säure der Johannisbeeren machen diese Crostata jedenfalls zu einem richtigen Sommerkuchen!




Zutaten
(für eine Springform von 26 cm Ø)

Teigboden

  • 150 g Mehl, eventuell etwas mehr
  • 40 g geschälte Mandeln, frisch gemahlen
  • 60 g Zucker
  • 1 P. Bourbon-Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 75 g Butter - Butter für die Form



Aus allen Zutaten einen Mürbeteig kneten, in Folie wickeln und eine Stunde in den Kühlschrank legen.
Danach auf den Boden einer gefetteten Springform drücken (der Teig ist weicher als "normaler" Mürbeteig). Die Ränder habe ich hier nicht hochgezogen. Bis zur weiteren Verwendung die Form in den Kühlschrank stellen.

Füllung

  • 450 g Ricotta (möglichst Schafsmilch-Ricotta)
  • 80 g selbst angesetzter Vanillezucker (ersatzweise normaler Zucker und Vanillearoma)
  • 2 Eier
  • 250 g rote Johannisbeeren


Die Johannisbeeren waschen und von den Rispen ziehen.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Eier zusammen mit dem Zucker zu einer hellschaumigen Masse aufschlagen; der Zucker muss sich vollständig aufgelöst haben. Dann die Ricotta einrühren.
Die Hälfte der Ricotta-Crème auf dem Boden verteilen, die Johannisbeeren darübergeben und mit der restlichen Crème bedecken.
Die Crostata ungefähr 40-45 Minuten im Ofen backen.

♥♥♥

P.S.: Ich hatte einen Co-Autor...





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 15. Juli 2018

Il mare in una stanza - ich habe mir das Meer nach Hause geholt!



Bei meiner ersten Begegnung mit dem Meer muss ich so drei oder vier Jahre alt gewesen sein. Manchmal denke ich, diese Begegnung hat mich für mein ganzes Leben geprägt. Es war das Meer des Nordens, jene raue Naturgewalt mit seinen hohen Wellen, über die kreischend die Möwen kreisten. Ich liebe seitdem den Geruch von Meerwasser und Dünen; nicht umsonst trage ich im Sommer oft den Duft einer feinen römischen Parfum-Manufaktur, die mit ihren Kreationen olfaktorische Erinnerungen mit Emotionen verknüpfen möchte. Dieses Parfum nennt sich übersetzt ganz schlicht "Salzwasser" und hat in Italien so etwas wie Kultstatus. Denn die Italiener lieben das Meer!




In diesen frühen Urlauben mit Eltern, Großeltern und Freunden der Familien, die wir auf der Insel Sylt verbrachten, konnte ich stundenlang am Strand Muscheln suchen, ohne dass mir langweilig wurde. Naja, zwischendurch baute ich auch gewagte Sandkonstruktionen, aber Architektin bin ich trotzdem nicht geworden. Meine Bauten habe ich dann, Ihr ahnt es schon, mit Muscheln verziert. Die Muscheln sammelte ich in einem Plastikbeutel, den ich nach den Urlauben mit nach Hause nahm. Dieser Beutel mit meinen Schätzen füllte sich von Jahr zu Jahr mehr; leider ist er dann irgendwann verloren gegangen.

Noch immer halte ich bei Spaziergängen am Strand nach Muscheln Ausschau, auch wenn das Meer an den Küstenregionen Latiums nicht viel hergibt. Ist es ein Anzeichen für die Verschmutzung der Meere? Rom liegt nur ungefähr dreißig Kilometer vom Meer entfernt. Umso unverständlicher ist es, dass man die meisten Strände in Latium nicht wirklich gepflegt hat.Wie anders habe ich das Meer von Sardinien oder vor allem auch von Florida in Erinnerung, wo man von den Stränden aus, die mit Muscheln übersät waren, ein reiches Tierleben im Wasser und am Strand beobachten konnte.
Apropos Florida: Der Lido di Ostia könnte mit seinen vielen Bauten im Art-Decò-Stil ein zweites, lebendiges Miami Beach sein, aber die Gebäude sind vielfach verlottert, der Strand aufgeteilt in mehr oder weniger geschmackvolle Strandbäder, und ins Wasser würde ich dort wegen der Nähe zu Rom sowieso nicht gehen.
Schönes, sauberes Meer und ein putziges Städtchen genießen wir ein paar Mal in den Sommermonaten in Sperlonga, im südlichen Latium. Aber dafür muss man auch über zwei Stunden Autofahrt Richtung Süden einplanen. Sehr gerne würden wir da öfters unsere Wochenenden verbringen, aber leider stehen auch diese für meinen Mann nicht immer unter dem Vorzeichen der Freizeit. In diesem Jahr haben wir es noch gar nicht bis dorthin geschafft.




Also habe ich mir das Meer nach Hause, ins eigene Wohnzimmer, geholt und dafür mal wieder in meinem Fundus gegraben. Ein bisschen Sand, ein paar Muscheln und Kerzen - mehr braucht es nicht, um sofort maritime Stimmung zu erzeugen. Viele Muscheln und Steine habe ich selbst gesammelt, die größeren Muscheln bekam ich vor Jahren geschenkt. Einige dieser etwas größeren Exemplare, die man vor allem in Badeorten kaufen kann, unterliegen heute  dem Artenschutz, und als Souvenir kann die Ausfuhr ganz schön teuer zu stehen kommen; da sollte man sich vorher informieren. Aber auch mit den kleinen Muscheln und ein paar Deko-Accessoires aus Holz, wie den winzigen Segelbooten oder den zweckentfremdeten Servietten-Klammern mit Seesternen und Muscheln, kreiert man ganz schnell maritime Atmosphäre im Wohnzimmer. Bei meinem nächsten Strandspaziergang stolpere ich dann hoffentlich auch über etwas Treibholz, das sich ebenfalls gut in die Dekoration einfügen würde.
Wichtig sind vor allem die Farbtöne: Natur (sandfarben) - und dann natürlich die Farben des Meeres: Blau und Türkis in allen Schattierungen.




Die Laterne hat ein Innenleben aus einer Lichterkette, zwischen die ich Muscheln gesteckt habe. Die Flasche hatte ich einst für meinen selbstgemachten Limoncello gekauft. Nun ist sie mit Sand gefüllt. Ein wenig Bast und der Clip mit dem Seestern - fertig ist das nächste Deko-Element, das entfernt an Flaschenpost erinnern soll.




Für Euer ganz persönliches Motto könnt Ihr auch ein Erinnerungsfoto aus dem letzten Urlaub verwenden, ausdrucken und als "Fähnchen" zwischen die Deko stellen.




Die großen Muscheln habe ich mit Led-Teelichtern ausgeleuchtet.
Zwei Led-Lichter beleuchten am Abend auch die winzigen Segelboote aus Holz. Wichtig sowohl bei der grazilen Lichterkette als auch bei den Teelichtern ist warmes Licht, das Kerzenschein ähnelt.
Einfache hölzerne Kerzenständer, mit einer Muschelkette umwunden, werden zu "Leuchttürmen"; Licht ist am Abend wichtig, um die Dekoration hervorzuheben, da unser Wohnzimmer auch nur schwach ausgeleuchtet werden kann und die hölzerne Kassettendecke viel Licht schluckt. Aber nicht immer werden die Kerzen angezündet, denn in einem Haushalt wie dem unseren - mit Tausenden von Büchern - ist mir das zu heikel. Wenn die Kerzen brennen, bin ich immer in der Nähe, die Ledlichter dagegen dürfen an jedem Abend ihr warmes Licht spenden!




Il mare in una stanza - das Meer in einem Zimmer. Vielleicht gefällt Euch meine maritime Deko und birgt einige Anregungen. Jedenfalls kann man damit auch in meeresfernen Regionen ein wenig Urlaubsatmosphäre nach Hause holen, den Urlaub gar verlängern.
Verratet Ihr mir, wie Ihr den Urlaub in den Alltag hinüberrettet?





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 8. Juli 2018

Die deftige Schwester einer Quiche: Torta rustica con zucchini e mozzarella



Ausgemachte Zucchinihasser sollten es mal mit der Sorte "Romanesco" versuchen - und dann erneut urteilen. Diese knackige Sorte, erkennbar an ihrer etwas raueren, gerippten und hellgrünen Schale,  hat nichts, aber auch nichts gemein mit den dunkelgrünen Wasserbomben, die auch ich früher kannte und die ich so gerne lieben wollte, als dieses Gemüse noch als "exotisch" galt.




Oft werden die "Romaneschi" mit ihrem empfindlichen Blütenansatz verkauft; das sind die weiblichen Exemplare. Leider sind diese Blüten oft mickrig und bereits am Verwelken, so dass ich gerne die männlichen Blüten noch extra dazu kaufe. Es sind diese Blüten, die man in Italien gerne weiterverarbeitet; sie beispielsweise füllt wie bei diesem Rezept hier.




Ich finde diese zarten Blüten wunderschön. Leider ist es eine vergängliche Schönheit; sie wollen möglichst bald nach dem Einkauf verarbeitet werden. Trotzdem setzen sich auch bei der Torta rustica ihren feinen Geschmack durch und lassen sich weder von den Zucchini noch von der Mozzarella unterkriegen. Allein ihre Schönheit können sie nicht mehr so ganz entfalten, auch wenn sie unter der Kruste hindurchschimmern.





Zutaten
(für eine rechteckige Quicheform von 23 cm x 30 cm oder rund 26 cm Ø)

Pâte Brisée

  • 200 g Mehl, gesiebt + Mehl zum Ausrollen
  • 100 g kalte Butter + Butter für die Form
  • 7 El kaltes Wasser
  • Salz


Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Teig herstellen und weiter wie dort beschrieben weiter verfahren. Eine gebutterte Form mit dem ausgerollten Teig auslegen und bis zur weiteren Verwendung kaltstellen.

Belag

  • 350 g Zucchini (wenn möglich Sorte "romanesco")
  • 9 Zucchiniblüten
  • 400 g Polpa di pomodoro (stückige Tomaten)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250 g Mozzarella "fior di latte" (Kuhmilch-Mozzarella)
  • 2 Eier
  • 100 ml Sahne
  • 30 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • Olivenöl extra vergine
  • ein paar Thymianzweige
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Prise Zucker


Die Zucchini der Länge nach in Scheiben schneiden. In einer beschichteten Pfanne Olivenöl erhitzen, eine halbierte Knoblauchzehe zum Aromatisieren hinzufügen und die Zucchinischeiben von beiden Seiten anbraten. Herausnehmen und auf Küchenpapier legen.

In einer weiteren Pfanne Olivenöl erhitzen und eine kleingehackte Knoblauchzehe sowie die Polpa di pomodoro hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und ein paar Thymianblättchen hinzufügen. Dicklich einkochen lassen, aus der Pfanne in eine Schüssel umfüllen und bis zur weiteren Verwendung kaltstellen.

Die Mozzarella in Scheiben schneiden.
Die Zucchiniblüten putzen, an der Seite aufschneiden und die Blüten auseinanderfalten.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Die Form mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Die Hälfte des Tomatensugo auf dem Boden verteilen, darauf die Hälfte der Zucchinischeiben legen, die Hälfte der Zucchiniblüten und die Hälfte der Mozzarellascheiben darüber verteilen. Mit den verbliebenen Zutaten auf diese Weise weiter verfahren.
Die Eier mit der Sahne und dem Parmigiano verschlagen und über die Oberfläche gießen.
45 Minuten im Ofen backen. Vor dem Anschneiden etwas ruhenlassen.

Eine etwas aufwändigere Quiche mit Zucchiniblüten gibt es hier. Dort spielen sie die Hauptrolle.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 3. Juli 2018

Die kulinarische Seele Griechenlands: Moussaka



"Dreh' dich doch mal herum," meinte mein Mann. Gerade hatte ich das Restaurant auf der Dachterrasse des Hotels betreten, etwas enttäuscht, weil in dem urigen Restaurant zwei Strassen weiter kein Platz mehr frei war. Ein Hotelrestaurant - was konnte man da schon mehr erwarten als die üblichen internationalen Standardgerichte! Ich drehte mich zu den großen Panoramafenstern herum, und dann sah ich sie, die raffiniert angestrahlte Akropolis, die ich bei Tag nur aus der Ferne bewundert hatte.


Die Akropolis in der Dämmerung...

... bei Nacht...

und bei Tag bei unseren jüngsten Besuch Ende Juni

Das alles ist nun über sechs Jahre her; es war bei meinem allerersten Aufenthalt zwar nicht in Griechenland, aber in Athen. An diesem unvergesslichen ersten Abend in der griechischen Hauptstadt aß ich meine erste Moussaka (oder auch Mousakas genannt); eine Moussaka, die diesem magischen Augenblick ihre kulinarische Seele gab. Das Gericht, das ich nur vom Hörensagen kannte und für einen eher deftigen Auflauf aus Hackfleisch, Auberginen und Kartoffeln hielt, erwies sich als raffiniert gewürzt und vor allem gekrönt von einem fluffigen Häubchen, dessen Zutaten ich nicht entziffern konnte. Ich dachte sogar, das sei eine Art Kartoffelbrei, den man anstelle von schnöden Kartoffelscheiben als Krönung des Ganzen erdacht hatte; wir waren ja schließlich in einem "feinen" Restaurant gelandet, in dem, wie ich auch jüngst wieder feststellen durfte, auf höchstem Niveau gekocht wird. Glücklicherweise hat sich das Küchenteam auch in allen den Jahren nicht von ihren Wurzeln entfernt und bietet unter anderem griechische Traditiongerichte auf neue Weise interpretiert auf ihrer Speisekarte an. In Erinnerung ist mir auch noch der griechische Salat geblieben, den ich sofort nachbasteln musste.




Nie wieder habe ich bei meinen mittlerweile unzähligen Besuchen von Athen und diverser Inseln eine so wolkenzart getoppte Moussaka gegessen - bis zum vergangenen Wochenende! Jahrelang blieb dieses griechische Gericht mein "Angstgegner", um es mal in dem zur Zeit aktuellen Fußball-Jargon auszudrücken. Ich hatte schlicht Angst, bei der Zubereitung zu versagen, dabei immer jene wunderbare Moussaka meines Athen-Debüts im Hinterkopf. Auch kein Rezept - und ich habe einige dazu gelesen, ja mir extra Kochbücher dafür gekauft - konnte mich bislang überzeugen; in winzigen Kleinigkeiten unterschieden sie sich. Aber einiges blieb nach der Lektüre hängen, und so bastelte ich mir meine ureigene Moussaka vergangenen Samstag zusammen, ohne mich natürlich zu weit von den Rezepten zu entfernen. Einzig auf den dafür typischen Käse musste ich verzichten, aber der Parmigiano verzerrte das Ergebnis nicht. Was soll ich sagen? Das Häubchen!! Das fluffige Häubchen - und wie man das macht, verrate ich gleich - war mir gelungen.




Moussaka ist ein wunderbares Gericht, zu Unrecht vielleicht nur als ärmliche Tavernenkost bekannt. Ich denke, in griechischen Familien ist es ein Sonntagsessen wie in Neapel eine Parmigiana di melanzane, an die es mich, nebenbei gesagt, in vielem erinnert. Neben dem unverzichtbaren Häubchen besticht sie vor allem durch ihre Aromen. Ungläubig sprach ich damals meinen griechischen Tischnachbarn auf die Gewürze an. Ob da etwa Zimt verwendet werde? Raffiniert gewürzte Gerichte kenne ich aus Sizilien - und wie bei vielen Gerichten auf der italienischen Insel hat auch die Moussaka arabische Ursprünge.
Für mich ist Moussaka ein perfektes "Seelenessen" - Comfort Food nennt man das auf Neudeutsch.
Und vor der Zubereitung sollte man wirklich keine Angst haben! Allerdings ein wenig Zeit mitbringen und sich auch bei hohem Temperaturen im Sommer nicht vor der Zubereitung scheuen. Der Genuss entschädigt alles und versetzt einen gleich ins sonnige Griechenland.





Zutaten
(für 6-8 Personen)


  • 1 Aubergine, ca. 500 g
  • 1 mittelgroße Kartoffel, ca 120 g
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 500 g Rinderhack
  • 100 ml Weißwein
  • 400 g Polpa di pomodoro (stückige Tomaten)
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1/2 Tl Zucker
  • 1-2 Tl Zimt
  • 1/2 Tl Kreuzkümmel
  • 1 Prise Allspice (Piment, gemahlen)
  • 1 Tl Bohnenkraut
  • 2-3 El Semmelbrösel
  • 60 g Parmigiano Reggiano oder Pecorino (Orig.: Kefalotyri)
  • 2 Eier
  • Semmelbrösel
  • Olivenöl extra vergine



  • 40 g Butter
  • 40 g Mehl
  • 1/2 l Milch
  • Salz, frisch geriebener weißer Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • 125 g Sahne
  • restlichen Käse
  • 2 Eier
  • restlicher Käse



Die Auberginen in dünne Scheiben schneiden, in einem Sieb mit Salz bestreuen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Danach abspülen und trockentupfen.
In Olivenöl von beiden Seiten anbraten und dann auf Küchenpapier legen.

Die Zwiebel in feine Würfel schneiden, den Knoblauch hacken und beides in Olivenöl glasig anschwitzen. Das Rinderhack hinzufügen und krümelig anbraten. Salzen. Wenn austretende Flüssigkeit verdampft ist und das Fleisch Farbe annimmt, mit dem Wein ablöschen.
Die Tomaten aus der Dose hinzufügen, mit den Gewürzen und etwas Zucker abschmecken und zugedeckt 40 Minuten köcheln lassen.
Danach nochmals abschmecken, vom Herd ziehen und die zwei verschlagenen Eier einrühren.

Für die Béchamelsauce die Butter in einem Topf zerlassen und das Mehl einrühren. Nach und nach unter Rühren die Milch hinzugießen. So lange aufkochen und rühren, bis die Sauce dicklich zu werden beginnt. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Vom Herd ziehen.
Die Sahne mit den Eiern verschlagen und mit einem Drittel des geriebenen Käse unter die Béchamel ziehen.

Die Kartoffel schälen und in dünne Scheiben schneiden.

Den Backofen 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Eine feuerfeste Auflaufform mit Olivenöl einfetten und mit etwas Semmelbrösel ausstreuen.
Die Hälfte der Auberginenscheiben auf dem Boden der Form verteilen. Darauf die Hälfte des Ragùs geben und mit einem weiteren Drittel des Käse bestreuen.
Nun die Kartoffelscheiben auflegen, das restliche Ragù sowie den übrigen Käse darauf verteilen.
Mit den verbliebenen Auberginenscheiben belegen und ein paar Semmelbrösel darüber geben.
Die dickliche Béchamelsauce über den Auflauf gießen und diesen für ca. 40 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben.

Vor dem Anschneiden die Moussaka zehn Minuten ruhenlassen.

P.S.: Schaut mal unter meinen Labels "Griechenland" und "griechische Küche" nach. Da findet Ihr noch mehr zum Thema.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane