Sonntag, 12. März 2017

Für den ersten kleinen Hunger: Mousse di pomodoro con crema di formaggio fresco di capra



Essenseinladungen in Italien folgen meist einem strengen Ritual. Ausgiebig wird zunächst ein Aperitivo genossen, und zwar im Salotto (Wohnzimmer), in den man später zum abschließenden Caffè und/oder diversen Digestivi wieder zurückkehrt. Die Damen trinken dann gerne auch eine Tisana (Kräutertee). Ziemlich zügig wird sich dann verabschiedet; zu unfein wäre es, bis spät nach Mitternacht beim Gastgeber zu "versacken".
Zum Aperitif reicht man oft einfache Knabbereien; das können ein Schälchen mit Oliven oder auch Pistazien sein. So ein italienischer Aperitivo zieht sich dabei oft über eine Dreiviertelstunde lang hin. Wann man sich endlich zu Tisch begeben darf, kann man sich ausrechnen, wenn die üblichen Einladungszeiten zwischen 20.30 und 21 Uhr liegen. Aber wir hier im Süden essen ohnehin spät; in Sizilien auch erst nach 22 Uhr. Verständlich, wenn man sich die Temperaturen im Sommer vor Augen führt. Diese Gewohnheiten stammen noch aus einer Zeit, in der es keine Klimaanlagen gegeben hat.




Um die Zeit bis zum ersten Gang zu überbrücken - und damit der Magen nicht knurrt und der Alkohol zu Kopf steigt -, gibt es bei uns meist kleine Häppchen - neudeutsch Fingerfood - für unsere Gäste. Das lässt mir die Zeit, mich entspannt in der Küche meiner Pasta zu widmen.
Die Tomatenmousse lässt sich prima am Vortag vorbereiten, ebenso die Käse-Crème, die man in einem Spritzbeutel im Kühlschrank aufbewahren kann. Die Mousse kann man auch stürzen; dafür sollte sie in kalt ausgespülte Förmchen gegeben werden; auf diese Weise ergibt sie - angereichert mit einem frischen Salat - auch eine unkomplizierte und leichte Vorspeise.



Zutaten
(für 8-10 Portionen)

Mousse

  • 500 g passierte Tomaten (Passata di pomodoro)
  • 10 Blätter Gelatine
  • 200 ml Schlagsahne
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • ein paar Spritzer Tabasco
  • eine Prise Zucker

Ziegenfrischkäse-Crème

  • 380 g Ziegenfrischkäse
  • 150 g Crème fraîche
  • 1 Schalotte
  • ein paar Zweige frischer Thymian 
  • 1 El Butter
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • ein paar Spritzer Zitronensaft


  • ungesalzene Pistazien, frisch gehackt


Die Gelatine in kaltem Wasser 10 Minuten einweichen, dann tropfnass in einen Topf geben und auflösen. Sie darf nicht kochen!
Gelatine unter die passierten Tomaten rühren und alles mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Tabasco abschmecken.
Die Sahne steif schlagen. Wenn die Crème festzuwerden beginnt, die Sahne vorsichtig unterheben.
Mousse in kleinen Gläsern verteilen und kaltstellen.




Für die Käsecrème die Schalotte sehr fein hacken und in der Butter kurz glasig anschwitzen. Thymianblättchen von den Zweigen zupfen - mach braucht davon ungefähr einen Esslöffel - und zu den Schalotten geben.
Ziegenfrischkäse mit der Crème fraîche glattrühren, die gedünsteten Schalottenwürfel dazugeben und mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
Käsecrème mit Hilfe eines Spritzbeutels auf der Tomatenmousse verteilen.
Mit grob gehackten Pistazien bestreuen.

Quelle: Tomatenmousse frei nach einem alten Rezept aus der Zeitschrift "Brigitte". Crème und Kombination: Eigenkreation.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Liebe Ariane, genau so würde ich liebend gerne heute mein Abendessen einläuten. Dazu etwas getoastetes Weißbrot und der Hauptgang kann mir gestohlen bleiben. Sieht köstlich aus und schmeckt sicherlich auch so. Tabasco an Tomate ist sowieso immer genial. Ich mache auch gerne ein Tomatengelee oder -jelly. Aber das war bisher immer klar, also ohne Sahne. Diese Variante probiere ich unbedingt mal aus. Einen schönen Sonntagabend Euch beiden. (Wir haben heute erstmals in 2017 gegrillt!)

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    1. Tomatengelee, das klingt aber auch gut, liebe Julia! Der lässt sich sicher auch schräg ins Gläschen füllen und hat eine viel intensivere Farbe; muss ich mal ausprobieren!
      So, jetzt nimm Dir ein Gläschen und mache es Dir gemütlich!

      Saluti
      Ariane

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  2. Hallo Ariane,
    Essenseinladungen in Italien sind doch etwas anders als hier, wobei mir diese Vorspeise auch hierzulande gut vorstellen kann. Gefällt mir sehr gut!
    Liebe Grüße! Barbara

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    1. Liebe Barbara,

      die Mousse schmeckt international ;-)! Man sollte eigentlich so etwas öfters auch einfach mal für sich machen - zurücklehnen, Füße hochlegen, genießen... :-)

      Saluti
      Ariane

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  3. Einen solchen Auftakt liesse ich mir auch gefallen!
    Wie auch Julia schreibt, bereite ich ebenfalls gerne eine Tomaten-Masse zu, die ich in die ausgehöhlten Tomaten fülle: Gelée-Tomaten. Deine Mousse ist jedoch um einiges schneller zu machen und nicht so aufwändig!
    Danke für diese Anregung,
    FEL!X

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    1. Ja, das glaube ich, dass so ein Gelee doch etwas komplizierter herzustellen ist. Diese Mousse ist wirklich super einfach und schnell zuzubereiten. Aber ein Gelee aus Tomaten reizt mich schon sehr...

      Saluti
      Ariane

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  4. Diese sicher ganz köstliche Vorspeise sieht genial aus! Ich denke, ich sollte sie mal ausprobieren - daß sie mir ganz bestimmt schmeckt, weiß ich, also "dürften" auch gerne Gäste davon etwas haben ;-)

    Liebe Grüße aus dem beginnenden Frühling
    Elena

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    1. Pass nur auf, dass Du Deinen Gästen dann etwas abgibst. ;-)

      Saluti
      Ariane

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  5. Das sieht ja fast aus wie ein Dessert - so zartschmelzend und locker-leicht...

    Nun, auf jeden Fall aber ist es ein schöner Auftakt für ein Frühlings- oder Sommermenü. Ich könnte es mir auch in Miniportionen auf Löffeln als Amuse-Gueule vorstellen und da die Zubereitung relativ wenig zeitaufwändig ist, werde ich es demnächst ganz sicher mal ausprobieren.

    Übrigens haben italienische Gäste an unserem Tisch meist sehr ausdauerndes Sitzfleisch und oft bleiben sie bis weit nach Mitternacht - mach' ich da was falsch??

    Frühlingshafte Grüße an die andere Stiefelseite sendet
    Elvira

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    1. Liebe Elvira,

      ich denke, dass Du bestimmt alles richtig machst! Ich weiß ja, wie Du Gäste verwöhnst.
      Vielleicht ist das hier in der Stadt auch anders; viele müssen ja am Folgetag arbeiten, andere haben eine stressigen Arbeitstag hinter sich. Ich habe es eigentlich bei Einladungen immer, wie geschildert, erlebt.
      Aber Hauptsache, die Gäste fühlen sich wohl, und das merkt man ja ganz schnell!

      Miniportionen wären sicher angebracht, da ja auch bei Dir noch viele Leckereien folgen. :-)

      Saluti
      Ariane

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