Freitag, 10. August 2018

Ein Rezept gegen den Augustblues: Frozen Yogurt mit Himbeeren, Pistazien und Meringue




Es sind wieder jene langen heißen Augusttage, die mich in melancholische Stimmung versetzen. War dieser Monat, als ich noch in Deutschland lebte, paradoxerweiser der Sommermonat schlechthin, der mich schon als Kind in Hochstimmung versetzte, ahne ich mit den Jahren vermehrt das nahende Ende der Jahreszeit. Der August, das bedeutet bei der Hochsommerhitze  aber auch, dass man "drinnen" lebt. Die Wohnung ist zwar klimatisiert, trotzdem bleiben viele Fensterläden schlossen. Es ist in der Vorstellung für mich mittlerweile auch eine "dunkler" Monat: Draußen gleißendes Licht - drinnen das stille Halbdunkel. Könnt Ihr die Atmosphäre nachvollziehen?
Am letzten Tag im August kommt noch mein Geburtstag hinzu, und das Verhältnis zu diesem Ereignis verändert sich wohl  auch mit zunehmendem Lebensalter; man wird eben nachdenklicher. Wenn ich dann am 1. September aufwache, erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich ich September morn von Neil Diamond summe. Ich sehe fallendes Laub, denke mit Grausen daran, dass Strümpfe in Kürze wieder zum Einsatz kommen und meine Sommerkleider in den Schrank verbannt werden. Die Jahreszeit, die für mich weder Fisch noch Fleisch ist, steht bevor! Ich mag es doch entweder heiß oder richtig winterlich! Hier in Italien legt sich aber diese Herbststimmung wieder nach ein paar Tagen, denn der Sommer ist noch lange nicht vorüber. Warum nur falle ich immer wieder mit dem Anbrechen des 1. September auf diese Vorstellungen herein?
Wirklich alles paradox das Ganze!

Aber zurück in den August! Wir gehören zu jenen, die den August in der Stadt verbringen, während viele ans Meer, in die Berge oder eben ihre aktuellen Urlaubsorte fliehen, wo vielfach dann auch das römische Chaos mitreist. Der Stau ist dann eben nicht mehr den Lungotevere entlang, sondern erwacht in irgendeinem Ort an der Küste zu neuem Leben - nein, danke! Man spricht in diesem Zusammenhang gerne von "fliehen", denn in Zeiten ohne Klimaanlage war die Hitze für viele wohl kaum auszuhalten.
Ich kann mich an meine ersten Sommer in Rom erinnern, und besonders an die Augusttage. Das alles war noch vor dem Ansturm von Touristen in den vergangenen Jahren, der die Stadt gefühlt 12 Monate in seinem Würgegriff hält.
Noch in den neunziger Jahren war alles anders. Die Stadt war "tot"! Die Strassen leer, die Geschäfte geschlossen oder nur im Turnus geöffnet. Ich ging die Strasse, in der wir wohnen, entlang und kam mir vor wie in einer Geisterstadt - ja ich fand es direkt unheimlich! An manchen Tagen, wenn ich alleine unterwegs war, nahm ich sogar andere, durch ein wenig Autoverkehr belebtere Wege. Gut kann ich mich noch an eine zierliche ältere Dame erinnern, die mich ganz verzweifelt auf der Strasse ansprach, ob ich denn noch eine offene Bäckerei wüsste. Gerade älteren und alleinstehenden Menschen, die nicht mit den Familien abgereist waren, ging es oft richtig schlecht. Die Supermärkte, die in den Nullerjahren überall aus dem Boden schossen, gab es damals noch nicht.





Noch immer müssen wir uns im August ein wenig "organisieren". Gerade in der bevorstehenden "Ferragosto"-Woche bleiben viele Läden, wie zum Beispiel Metzgereien, geschlossen, die sonst im August wenigstens am Vormittag noch geöffnet sind. Fleisch wird also auf Vorrat eingefroren. Der Markt verkauft zunehmend nur noch Touristenkitsch; auch das Gemüse macht "Urlaub". Schnell habe ich noch das Lieblingsfutter für Kringel besorgt, das es in den Supermärkten nicht gibt.
Zurückgebliebene tun sich zusammen; gestern waren wir mit ein paar Journalisten und Diplomaten auf einer "Stallwächterparty" auf einer schönen, luftigen Terrasse hoch über den Dächern von Rom.Viele erzählten dort, wie sehr sie die ruhigere Stimmung in der Stadt schätzten. Das sind Moment, in denen die Melancholie ein wenig schwindet...






Gegen trübe Stimmung hilft allerdings auch ein Dolce, das so richtig nach Sommer schmeckt wie diese Frozen-Yogurt-Kreation. Dieses Eisdessert ist blitzschnell zubereitet, und man braucht dafür nicht einmal eine Eismaschine. Allerdings etwas Geduld, bevor man endlich den Löffel darin versenken darf.





Zutaten
(für 8 Personen und eine Kastenkuchenform von ca. 750 ml Inhalt)



  • 600 g griechischer Joghurt
  • 1 Tube gesüßte Kondensmilch (170 g)
  • 5 El Zitrusblütenhonig (ersatzweise Akazienhonig)
  • 30 g Pistazien, grob gehackt
  • 20 g Meringue (Baisers), grob zerbröselt
  • 125 g Himbeeren


  • Himbeeren, Pistazien und Meringue für die Dekoration


Den Joghurt mit der Kondensmilch und dem Honig glattrühren. Dann vorsichtig die Himbeeren, die Meringue und die Pistazien unterheben.
Die Kuchenform mit Backpapier auslegen und die Joghurtmasse hineinfüllen. Diese mit Folie gut verschließen und für mindestens 6 Stunden in das Gefrierfach geben.
Vor dem Servieren kurz in heißes Wasser tauchen, stürzen, Papier abziehen und mit Himbeeren, Pistazien und Meringue-Stückchen garnieren. In Scheiben schneiden.

Nach einer Idee aus SALE&PEPE, August 2018

Wollt Ihr noch mehr über die August-Stimmung in Rom lesen - so, wie wir den Monat oft erleben? Dann schaut mal hier.


Samstag, 4. August 2018

Rotolo di frittata farcito - oder auch: Wie kommt der Spinat ins Ei?



Eltern stehen sicher oft vor der Frage: Wie bekomme ich den Spinat ins Kind? Da kann ich leider auch nicht mit bombensicheren Tricks aufwarten. Allerdings möchte ich Euch gerne verraten, wie man den Spinat ins Ei bekommt. Das leuchtend grüne, im Ofen gebackene und später mit einer herzhaften Füllung aufgerollte Omelette verlockt sicher auch hartnäckige Spinatverweigerer. Und übrigens: die Geschichte mit dem Kommafehler und dem Eisengehalt kennt Ihr ja bestimmt. Wenn das Kind keinen Spinat mag, wird es sicher trotzdem groß und kräftig werden! Aber vielleicht locken bei dieser Roulade ja die starken Farben zu einer kleinen Kostprobe. Falls das wieder ausgespuckt werden sollte, halten sich die Flecken in Grenzen.








Dieses hitzetaugliche und so farbenfrohe Rezept habe ich mal wieder geklaut; die Grundidee stammt aus einer italienischen Kochzeitschrift. Bei der Füllung aber ging ich eigene Wege; hier kann jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen.






Zutaten
(für eine flache Auflaufform in den Maßen 22x30 cm)


  • 6 Eier (möglichst Bio - von glücklichen Hühnern)
  • 200 g junger Spinat
  • 300 Robiola (italienischer Frischkäse)
  • 100 g getrocknete Tomaten in Öl, sehr gut abgetropft und eventuell trockengetupft
  • 40 g Pinienkerne
  • 1 Bund wildes Fenchelkraut
  • 1 junge Tropeazwiebel mit Grün (ersatzweise eine Frühlingszwiebel)
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Den Backofen auf  170 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und die Auflaufform mit Backpapier auslegen. Den jungen Spinat gut waschen und in Salzwasser wenige Sekunden blanchieren. Abgießen und sofort in Eiswasser legen. Dann herausnehmen und sehr gut ausdrücken.
Den Spinat in einem Mixer mit den aufgeschlagenen Eiern fein pürieren und alles zu einer schaumigen Masse verquirlen. Diese in die Auflaufform gießen und im Ofen 20 Minuten backen.
Danach herausnehmen, kurz abkühlen lassen, auf die Arbeitsfläche stürzen, Papier abziehen und vorsichtig von der kurzen Seite her aufrollen. Auskühlen lassen.

Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne anrösten, dann abkühlen lassen. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und die gut abgetropften Tomaten etwas kleinschneiden. Das Fenchelkraut hacken.
Den Frischkäse glattrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Frittata vorsichtig entrollen und den Frischkäse darauf verstreichen. Dann die Pinienkerne, die Frühlingszwiebelringe, die Tomatenstücke und das gehackte Fenchelkraut darauf verteilen. Alles wieder zu einer Rolle formen und fest in Folie einpacken. Für mehrere Stunden in den Kühlschrank legen.
Die Rolle in Scheiben schneiden und diese mit Zitronenzesten bestreuen.
Als Vorspeise servieren; mit einer Salatbeilage ergibt das eine erfrischende Hauptmahlzeit.

Rezeptquelle: Frei nach SALE&PEPE, August 2018





Mittwoch, 1. August 2018

So schlicht - so toskanisch: Ceci al rosmarino



Italien ist nicht nur das Land, wo die Zitronen blühen, sondern auch das der wunderbaren aromatischen Kräuter. Am häufigsten, so mein ganz subjektiver Eindruck, kommt neben Basilikum Rosmarin in der Küche zum Einsatz. Für mich ist das ein Glücksfall, denn ich liebe den Duft von Rosmarin. Rosmarinbüsche mit ihren zarten blau-lila Blüten findet man gerade in Mittel- und Süditalien überall wild wuchern: entlang der Straßen, an Pfaden und in Gärten. Ich kann mich nie zurückhalten, mit meinen Händen über die Zweige zu streichen, ein paar Nadeln abzuzupfen, sie zwischen den Fingerspitzen zu zerreiben, um dann genießerisch den Duft zu inhalieren. Das ist für mich der Duft des Südens!





Mit der eigenen Kräuterzucht bin ich nach einem gescheiterten Versuch mit Basilikum nicht weit gekommen. Auf einer römischen Dachterrasse kann man im Sommer vielleicht Spiegeleier braten, aber die Kräuter sterben in kürzester Zeit den Hitzetod. Einzig allein ein kleiner Topf mit unverwüstlichem Schnittlauch hält mysteriöserweise den Extremtemperaturen stand. Dieser unscheinbare Schnittlauchtopf zwischen all dem bunten Hibiskus, den Geranien und Jasminbüschen hat für mich eine besondere Bedeutung, denn er war das Geschenk einer schon vor einigen Jahren verstorbenen lieben Nachbarin. Sie verstand mein Klagen, dass Schnittlauch Mangelware in Italien sei, und schenkte mir daraufhin einen Ableger, den sie an einem schattigen Plätzchen ihrer großen Dachterrasse herangezogen hatte. Selbst der exotischen Küche zugeneigt - sie hatte thailändische und irische Wurzeln - hegte und pflegte sie in Italien selten benutzte Kräuter wie zum Beispiel auch frischen Estragon.
Allein liebe Erinnerungen lassen diesem Schnittlauch meine besondere Aufmerksamkeit angedeihen. Die Sorge ist aber überflüssig: Die zarten Halme machen weder in der Sommerhitze schlapp (Wässern natürlich immer vorausgesetzt), noch können ihnen winterlich tiefe Nachttemperaturen einschließlich Schneefall etwas anhaben; letzteren hat übrigens auch mein Zitronenbaum überstanden.
Witzigerweise verwende ich diesen Schnittlauch nicht, denn es gibt noch einen anderen Grund, der mich vor der Kräuterzucht auf der Terrasse abhält: Allzu oft lassen nämlich die Möwen des nahe iegenden Tibers ihre "Hinterlassenschaften" zurück...
Aber zurück zu dem Rosmarin. Sein Aroma ist einfach unvergleichlich und adelt auch eine so einfache bäuerliche Beilage wie die Ceci al rosmarino - die mit Knoblauch und Rosmarin geschmorten Kichererbsen.






Die Verwendung von Kichererbsen ist typisch in der Cucina povera der Toskana, weil sie günstig, trotzdem gesund und sättigend sind. Allerdings liegen die Ursprünge dieser Pflanze in der Türkei, wo sie angeblich schon in der Bronzezeit kultiviert wurden. Die italienische Bezeichnung Ceci geht auf das griechische kikus zurück, was soviel wie Stärke oder Kraft bedeutet. Angeblich gehörten Kichererbsen auch zur Ernährung der ägyptischen Sklaven beim Bau der Pyramiden (wie übrigens auch Zwiebeln). Die lateinische Bezeichnung Cicer arietinum hingegen hat einen ganz witzigen Bezug zu dem berühmten Marcus Tullius Cicero, dessen Nase angeblich an eine Kichererbse erinnert haben soll. Andere Quellen sprechen von einem Vorfahren Ciceros, dem dieser Namen wegen der auffälligen Nase zunächst als spöttische Bezeichnung verpasst worden sei. Diesen Spitznamen zu ändern, lehnte Cicero aber ab. Da man in der Antike in der Kichererbse auch eine Ähnlichkeit mit einem Widder zu erkennen glaubte, kam das Epitheton arietinum (lat.: aries, ital.: ariete) hinzu.

Falls Ihr also mal wieder die Toskana bereist, werdet Ihr um ein Kicherbsengericht nicht herumkommen - ob als Suppe oder als Beilage. Apropos Beilage: Als "Beilage" zu den Ceci al rosmarino gab es eine saftige Bistecca...




Zutaten
(für zwei Personen)



  • 250 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 getrockneter oder frischer Peperoncino oder Chilischote (fakultativ)
  • 2 Zweige Rosmarin
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine


Die Kichererbsen in einem Sieb abbrausen und dann in reichlich kaltem Wasser über Nacht einweichen.
Am folgenden Tag die Kichererbsen in ein Sieb schütten, erneut abbrausen, in reichlich kaltem Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Ungefähr zweieinhalb Stunden köcheln, bis sie weich sind, aber nicht zerfallen. Dann in einem Sieb abgießen.

In einer Pfanne das Olivenöl mit der in feine Scheiben geschnittenen Knoblauchzehe, den von den Stängeln gezupften Rosmarinnadeln und der zerkleinerten Chilischote erhitzen. Man kann auch die ganze Knoblauchzehe unzerkleinert verwenden und diese vor dem Servieren entfernen. So macht man das oft in Italien, da Italiener zu intensiven Knoblauchgeschmack scheuen.
Die Kicherbsen hinzugeben und alles mit etwas Wasser ca. zwanzig Minuten zugedeckt schmoren lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eventuell noch mit etwas Flüssigkeit aufgießen, sollten die Kichererbsen zu trocken werden.

Die andere Version: In einer Pfanne Olivenöl zusammen mit kleingeschnittenem Knoblauch und Rosmarinnadeln anschwitzen, dann die über Nacht eingeweichten Kichererbsen hinzugeben, alles mit kaltem Wasser bedecken und weichkochen. Dabei aber unbedingt darauf achten, dass weder zu wenig Wasser im Topf ist, noch dass am Ende zuviel Wasser übrigbleibt.

Nachtrag: 
Ich bin wirklich froh, so aufmerksame Leserinnen und Leser zu haben und bin auch für konstruktive Kritik immer offen. In diesem Fall ist es nicht mal Kritik, sondern es sind sehr informative Hinweise:
Die liebe Margit vom stets sehr informativen Blog Kochbuch für Max und Moritz kennt sich bestens mit Kichererbsen aus. Sie wies darauf hin, dass man Kichererbsen im Gegensatz zu vielen Hülsenfrüchten in kochendes Wasser gibt; die Garzeit ist dann entsprechend geringer, nur ca. 45-50 Minuten. Und es scheint auch auf das "Alter" der Kichererbsen anzukommen, d.h. wie lange sie schon vorher gelagert wurden, sagt dazu die liebe Zora vom Einmal umrühren bitte aka Kochtopf.
Auch kann man vorgekochte Kichererbsen portionsweise einfrieren.
Astrid, Autorin des Blogs Arthurs Tochter kocht.,  muss ich wohl kaum noch vorstellen. Sie gab mir eine kleine Lektion in Sachen Botanik: Rosmarin haben Blätter und keine Nadeln!

Danke Euch allen!


♥♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 30. Juli 2018

A little bit messy: No-bake Cherry Cheesecake



Schon wieder Käsekuchen, werden nun treue Leserinnen und Leser denken!
Klar, wenn eine Einladung zu einem Käsekuchen-Event ins Haus flattert, bin ich dabei! Auch wenn fast noch Krümel von der Crostata di ricotta übrig sind - nahtlos gehen wir also zur amerikanischen Variante eines Käsekuchens über!

Heute, so habe ich erfahren, ist nämlich der internationale Tage des Käsekuchens. Dazu gibt es einen kleinen Blogevent, den die liebe Tina vom Blog Lecker und Co. ausrichtet. Wie schön, wenn es für meinen Lieblingskuchen auch einen Feiertag gibt! Es gibt mir Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren: Einen Käsekuchen, für dessen Fertigstellung nicht der Ofen, sondern der Kühlschrank sorgt. Perfekt also für heiße Sommertage!




Vielleicht nicht ganz so hübsch und "aufgeräumt", wie ich es mir vorgestellt hatte, ist mein erster No-bake Cheesecake geworden: der "Crust" etwas bröselig, der Anschnitt leicht verschmiert und die "Stielchen" knallen schon wie kleine Leuchtstoffröhren hervor. Aber hey - einen echten Cheesecake-Fan hält das doch nicht vom Genuss ab! Letztlich zählt der Geschmack, und die Liaison von cremiger Füllung und knackigen Kirschen ist einfach herrlich erfrischend!




Zutaten
(für eine Quicheform von 28 cm Ø)


Teigboden (Crust)

  • 200 g Butterkekse
  • 2 Tl Zimt
  • 130 g Butter
  • 1 Prise Salz


Die Kekse zerbröseln. Ich hatte das dieses Mal mit Hilfe eines Gefrierbeutels, in die ich die Kekse gefüllte und dem Nudelholz gemacht. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass die Kekse feiner in einem Mixer zermahlen werden, was für mehr Stabilität sorgt (siehe Rezept  zum New-York Cheesecake).
Die Butter schmelzen und mit dem Zimt und einer Prise Salz zu den Bröseln geben. Zu einem "Teig" verkneten und den Boden der Quicheform damit bedecken. Mit Hilfe der Unterseite eines Kaffeebechers den Boden andrücken, dabei auch einen kleinen Rand hochziehen (Rand muss aber nicht sein).
Bis zur weiteren Verwendung die Form in den Kühlschrank stellen.

Füllung

  • 650 g Frischkäse
  • 200 g saure Sahne
  • 100 g süße Sahne
  • 150 g Zucker
  • 1 Tl Vanilleextrakt
  • 20 ml Zitronensaft
  • eine Prise Salz
  • 500 g Kirschen


Die Kirschen entsteinen und in einem Sieb abtropfen lassen.
Den Frischkäse zunächst mit allen Zutaten zu einer geschmeidigen Paste verrühren. Dazu, wenn vorhanden, den Flachrührer einer Küchenmaschine verwenden.
Dann diesen Rührer gegen einen Schneebesen austauschen und die Frischkäsecrème 5 Minuten kräftig aufschlagen; sie wird dann wieder etwas lockerer.
Die Form aus dem Kühlschrank nehmen und die Kirschen darauf verteilen (eventuell eine dünne Schicht der Crème zunächst auf dem Boden verteilen, darauf achten, dass der Tortenboden heilbleibt).
Dann die Frischkäsecrème auf den Kirschen verteilen und glattstreichen.
Den Kuchen für mindestens sechs Stunden in den Kühlschrank stellen; am besten über Nacht.


Verzierung

  • 200 g Kirschen, entsteint
  • 20 g Puderzucker
  • 2 Blatt Gelatine


  • grünes (oder braunes) Speisefarbe-Gel (Tube, gibt es bei Backzubehör)
  • Minze


Anmerkung:
Man braucht nur die Hälfte der Kirschsafttropfen, aber eine größere Menge lässt sich leichter verarbeiten. Den Rest einfach wegnaschen...
Die Gelatine 10 Minuten in kaltem Wasser einweichen.
Kirschen mit dem Puderzucker  pürieren (Stabmixer). Die tropfnasse Gelatine in einem Topf bei milder Hitze verflüssigen; aufpassen - sie darf nicht kochen!
Unter den Kirschsaft rühren und diesen durch ein Sieb streichen. Wenn sie festzuwerden beginnt - sie geliert nicht vollständig -, entweder mit Hilfe einen Teelöffels Kleckse auf die Oberfläche des Kuchens träufeln oder eine kleine Plastikflasche mit Tülle dafür verwenden.
Mit dem Gel die Stängelchen zeichnen und diese mit Minzblättchen verzieren.
Der Cheesecake sollte weiterhin im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Ein lieber Dank geht an Peter vom Blog Aus meinem Kochtopf für die Einladung zu diesem Event!






Weitere großartige Ideen zum Blogevent rund um das Thema Käsekuchen gibt es hier: 


LECKER&Co: Zebra Käsekuchen mit Brombeeren ninamanie: Käsekuchen im Glas Papilio Maackii: Bananenbrot mit Cheesecake Swirl BackIna: Japanischer Käsekuchen Silkes Welt: Heidelbeer Cheesecake Tarte Jessis Schlemmerkitchen: Omas Käsekuchen Tra Dolce ed Amaro: No-Bake Cherry Cheesecake The Apricot Lady: Pikante Mini-Cheesecakes Küchenmomente: No-Bake Mango-Kokos Cheesecake Savory Lens: Sommerbeeren-Ricotta-Cheesecake mit Pekannüssen Julias Torten und Törtchen: Käsekuchen Eclairs mit Himbeer und Zitrone Mein kleiner Foodblog: Blueberry Cheesecake Cupcakes mit Vanillefrosting Naschen mit der Erdbeerqueen: Cremiger Käsekuchen mit Keksboden holy fruit salad!: Kalter Käsekuchen mit Himbeeren Dental Food: Käsekuchen Creme Mrs Emilyshore: Käsekuchen Eismuffins Kochtopf: Sommerlicher Cheesecake mit Pfirsich Evchen kocht: Golden Milk Cheesecake Die Sonntagsköchin: Birnen Cheesecake Bisquitrolle Kleid und Kuchen: No bake Lemon-Cheesecake mit Johannisbeeren Sommer Madame: Käsekuchen mit Limette und Keksboden Kohlenpottgourmet: Käsekuchendessert im Glas (zuckerfrei) Labsalliebe: Sauerkirsch-Cheesecake-Eis Soulsister meets friends: Key Lime Cheesecake Salzig, süß, lecker: Pfirsich Cheesecake mit Mandelstreusel Aus meinem Kochtopf: Käse-Mohn-Kuchen mit Passionsfrucht- und Mango-Spiegel Jankes*Soulfood: Omas Käsekuchen mit Schokoboden Zimtkringel: Beeriger Käsekastenkuchen Linals Backhimmel: Kleiner Blaubeer Käsekuchen Krimi und Keks: Zupfkuchen mit Heidelbeeren Dynamite Cakes: White Chocolate Cheesecake mit Blaubeeren ohne Backen Delicious Dishes around my Kitchen: Sommerlicher MangoKäsekuchen mit Beeren und Physalis Lecker macht Laune: Cheesecake Pancakes USA kulinarisch: Mini-Cheesecakes 2.0 Slowcooker: Quarkteilchen wie vom Bäcker Kinder kommt essen: Herzhafter Käsekuchen Feinschmeckerle: Cheesecake mit Himbeeren ohne Backen Backschwestern: Churro Cheesecake Süße Zaubereien: Käsekuchen Happen Obers trifft Sahne: Käsekuchen ohne Boden KittyCake Russischer Zupfkuchen




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 18. Juli 2018

Supersaftig, beerenlastig: Crostata di ricotta e ribes rosso




Schon als kleines Kind wurde ich regelmäßig - und wenn ich "regelmäßig" schreibe, so meine ich fast täglich - mit Quark gefüttert. Ob gesüßt, mit Obst oder später auch pikant mit Schnittlauch: für meine Eltern waren diese regelmäßigen Quark-Rationen der Inbegriff einer gesunden und kindgerechten Ernährung: Das Kind sollte schließlich kräftige Knochen und gesunde Zähne entwickeln!
Ich glaube, neben "Mama" war Quark eines der ersten Worte, die ich brabbeln konnte. Auch noch viel später wurde mir immer wieder schmunzelnd berichtet, wie aus Quark bei mir "Twark" wurde, denn das "Q" konnte ich nicht aussprechen.
Und das Kind liebte Quark! Nein, das war nicht wie bei dem oft zitierten Spinat, der immer wieder für Berichte über Spuckattacken herhalten muss!, Der Quark wurde zu einer Art Grundnahrungsmittel für mich. Dann kam sehr viel später der Umzug nach Rom, und ich musste feststellen: Quark gibt es nicht in Italien - zumindest nicht südlich von Süd-Tirol. Ich muss sagen: es gab ihn nicht, denn mittlerweile führt eine Bio-Ladenkette deutschen Quark.
Vor allem musste ich anfangs auf meinen geliebten Käsekuchen verzichten; dachte ich zumindest. Ich fing dann an, mit Ricotta zu experimentieren - und was soll ich sagen? Jetzt gibt es Quark - und jetzt kaufe ich Ricotta! Nicht irgendeine Ricotta - oh nein! Wer nur dieses abgepackte Zeug aus der Kühltheke kennt, wird sich kaum in Ricotta verlieben können. Das ist so ungefähr, als vergleiche man die als Mozzarella verkauften Gummikugeln mit noch kuhwarmer Mozzarella di bufala frisch aus der Käserei. Ich kaufe lose Ricotta aus Schafsmilch. Man braucht keine Angst zu haben, dass diese irgendwie streng nach "Tier" riecht oder schmeckt. Im Gegenteil: Diese Ricotta zeichnet sich durch einen runden und milden Geschmack aus.



Käsekuchen aus Ricotta ist weder so locker-fluffig wie deutscher Käsekuchen, noch so cremig wie amerikanischer; ich liebe nach wie vor alle drei Versionen! Zudem fehlt, wie auch bei der amerikanischen Frischkäse-Version, die dem Quark eigene Säure. Aber gerade das liebe ich am Ricottakuchen! Leider ist in Italien eine Crostata di ricotta oft eine sehr trockene Angelegenheit, die Ricotta dabei sehr kompakt, zusätzlich noch erdrückt von einem Teiggitter.





Das Teiggitter habe ich weggelassen, dafür aber die Ricotta auf einen Mandel-Mürbeteigboden gebettet. Ganz puristisch habe ich auch auf die Zugabe von Sahne verzichtet; normalerweise hebe ich geschlagene Sahne und auch Eischnee zum Schluss unter die Quarkmasse. Aber wenn sich die Crostata schon von einem deutschen Käsekuchen unterscheiden soll, dann richtig!
Die feine Säure der Johannisbeeren machen diese Crostata jedenfalls zu einem richtigen Sommerkuchen!




Zutaten
(für eine Springform von 26 cm Ø)

Teigboden

  • 150 g Mehl, eventuell etwas mehr
  • 40 g geschälte Mandeln, frisch gemahlen
  • 60 g Zucker
  • 1 P. Bourbon-Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 75 g Butter - Butter für die Form



Aus allen Zutaten einen Mürbeteig kneten, in Folie wickeln und eine Stunde in den Kühlschrank legen.
Danach auf den Boden einer gefetteten Springform drücken (der Teig ist weicher als "normaler" Mürbeteig). Die Ränder habe ich hier nicht hochgezogen. Bis zur weiteren Verwendung die Form in den Kühlschrank stellen.

Füllung

  • 450 g Ricotta (möglichst Schafsmilch-Ricotta)
  • 80 g selbst angesetzter Vanillezucker (ersatzweise normaler Zucker und Vanillearoma)
  • 2 Eier
  • 250 g rote Johannisbeeren


Die Johannisbeeren waschen und von den Rispen ziehen.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Eier zusammen mit dem Zucker zu einer hellschaumigen Masse aufschlagen; der Zucker muss sich vollständig aufgelöst haben. Dann die Ricotta einrühren.
Die Hälfte der Ricotta-Crème auf dem Boden verteilen, die Johannisbeeren darübergeben und mit der restlichen Crème bedecken.
Die Crostata ungefähr 40-45 Minuten im Ofen backen.

♥♥♥

P.S.: Ich hatte einen Co-Autor...





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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