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Mittwoch, 1. Januar 2020

Buon Anno - Frohes Neues Jahr - Happy New Year!






Ein wundervolles und genussreiches neues Jahr wünsche ich allen meinen lieben und treuen Leserinnen und Lesern!

 Möge mindestens einer Eurer Herzenswünsche in Erfüllung gehen!

 Vor allem aber: Bleibt gesund!





Für meine Glücksschweinchen habe ich Marzipanreste mit ein paar gemahlenen Mandeln und Puderzucker sowie etwas Johannisbeersaft und Speisefarbe verknetet.
Die gab es dann, in zarte silberne Gazetütchen verpackt, als kleine Aufmerksamkeit für unsere Gäste.









Samstag, 14. Dezember 2019

Meine weihnachtliche Tischdeko für einen Abend mit lieben Freunden




Was gibt es Schöneres, als in der Advents- und Weihnachtszeit Freunde zu verwöhnen!
Entspannung in dem ganzen Trubel um Planung, Einkauf und Zubereitung eines Menüs finde ich stets beim Eindecken des Tisches, an dem wir den größten Teil des Abends verbringen werden. Das Platzieren der Teller und Gläser, das Gestalten der Servietten und schließlich das Dekorieren hat für mich eine zutiefst kontemplative Komponente. Ich komme "runter", Vorfreude macht sich breit, bevor der Endspurt erneut in der Küche einen neuen Anlauf nimmt.





Fest stand für mich in diesem Jahr: Ich brauchte keine neuen Deko-Elemente, auch wenn jede Saison eine neue "Mode" hervorbringt. Vor Jahren waren es die cognacfarbenen Kugeln, dann folgten weiße Hirsche, in diesem Jahr triumphiert der skandinavisch karge Stil. Unbeachtet dieser Tendenzen stapelt sich in den wenigen Geschäften, die Weihnachtsdekoration anbieten, das übliche kitschige Glitzerzeug - untermalt von einer wahren Kakophonie weihnachtlicher Klänge. "Last Christmas" trifft hier auf das Geklingel der sich ewig in Kreis drehenden Spielzeugkaruselle; die armen Verkäufer*innen können einem nur noch leidtun! In Italien scheint man dazu verliebt in falsche Tannenzweige (und Bäume!), die dann noch dick mit Glimmer, gerne dieses Jahr in Weiß, überzogen sind. Parallel dazu bietet Roms Luxuskaufhaus  kunstvolle Designerkugeln an, die natürlich ihren Preis haben. Aber braucht man das wirklich, um Stimmung zu erzeugen?

Dieses Jahr habe ich, wie schon so oft, auf meinen Fundus zurückgegriffen, was auch ökologisch aktueller denn je und sinnvoll ist. Immer häufiger in den vergangenen Jahren bleibt zudem der Glitzerkram in seiner Kiste. Lieber setze ich auf hochwertigen und nie aus der Mode kommenden Weihnachtsschmuck, den man mit preisgünstigen Accessoires kombinieren kann.






Wer also für die Weihnachtstage noch nach Ideen sucht, findet vielleicht auch bei mir noch die ein oder andere Anregung. Ich habe die Deko in den klassischen (Weihnachts-)Farben Weiß und Rot gehalten, nur unterbrochen durch das zarte Grün der Wassergläser.
Herzstück meines Tisches ist eine Kette aus mit roten Schleifchen zusammengebundenen Plätzchenausstechern. Solche Ausstecher hat sicher jede(r) in seiner Küche; mit Geschenk- oder Dekoband von der Rolle, das man sich passend zurechtschneiden kann, werden die Ausstecher  zusammengebunden - je nach Tischform auch zu einem Kreis
Spontaner Kommentar eines Gastes: Diese Idee klaue ich mir! Mission hier schon mal erfüllt!






Meine Teelichthalter sind mindestens 15 Jahre alt und stammen aus einer Glasbläserei im Bayerischen Wald - wie auch die gläsernen Schneekristalle. Trotz der winterlichen Motive aus Stechpalmen, spenden sie uns das ganze Jahr über ihr stimmungsvolles Licht.





Wichtig bei gläsernen Teelichthaltern: Teelichter aus den Aluförmchen nehmen und in kleine Glashalter setzen, so dass alles transparent wirkt. Glocken aus Porzellan mit Weihnachtsmotiven schließen die Enden der Kette aus Ausstechern ab und setzen auch in der Mitte einen Akzent. Solche Glocken sind sicher etwas teurer in der Anschaffung, aber man sieht sich niemals an ihnen satt. Sie sorgen für das edle Element neben den rustikalen Förmchen; ich liebe solche "Brüche"! Wenn diese Glöckchen nicht gerade auf dem weihnachtlichen Tisch stehen, schmücken sie in der Adventszeit die Ablage über einer Heizung - zusammen mit einer preisgünstigen Laterne aus einem schwedischen Möbelhaus.




Die Servietten habe ich zu schlichten Rollen gefaltet und mit roten Samtbändern zusammengebunden. Tuchservietten sind natürlich Pflicht! Ein paar weiße Holzsterne und kleine rote Kugeln ergänzten meine Tischdeko.




Den ausgiebigen Aperitivo mit Bollicine und kleinen feinen  - natürlich selbstgemachten - Häppchen gab es für unsere Gäste vor dem Kamin. Allerdings könnte der Weihnachtsmann nicht mehr durch den Schlot herabsteigen, denn wir haben ihn vor einigen Jahren verschließen lassen. Ein paar Laternen mit dicken Kerzen sind sicherer als offenes Feuer - vor allem auch, wenn eine neugierige Katze herumschleicht.






Die Lichterkette habe ich auch in diesem Jahr mit der Kelchhülle der Physalis verziert. Diese "Blüten" sind aus dem Garten meiner Schwiegermutter und überstehen nun seit Jahren, sorgsam verpackt, fast unversehrt die unzähligen Weihnachtssaisons, in denen sie zum Einsatz kamen. Das warme Licht, das sie spenden, kann keine noch so schöne und aufwendige Lichterkette erzeugen.




Auf einen klassischen Adventskranz habe ich in diesem Jahr verzichtet; die Advents-Kerzen schmücken zudem zum ersten Mal den Kamin - in einer Reihe aufgestellt. Die einzelnen Kerzen habe ich mit etwas Bast umwickelt, an denen kleine nummerierte Tafelsternchen befestigt sind (ich kann euch sagen, bis ich diese hier gefunden habe...).

Und jetzt mache ich es mir davor gemütlich - natürlich mit Kringel!
Habt noch eine schöne Adventszeit!





Montag, 20. November 2017

Tischlein, deck dich! Mein kleines Tutorial rund um Tisch und Deko




Am Wochenende hatten wir mal wieder Gäste eingeladen. Wie so oft bei uns, ging es sehr international zu. Dieses Mal waren neben Italien auch Frankreich und China vertreten; wir sorgten wie immer für den deutschen Anteil.
Ich liebe es, Gäste zu bekochen! Nicht immer ist es ein Abendessen für liebe Freunde (was ich vorziehe), manchmal wird es auch eine eher förmliche Angelegenheit. Italiener sind überhaupt sehr förmlich in ihren Umgangsformen, was mir gleich bei meinen ersten Abendessen nach dem Umzug nach Italien bewusst wurde. Einladungen laufen streng nach einem Schema ab, und nie würde so ein Abend dahingehend ausarten, dass man als Gastgeber etwas auffälliger zu später Stunde gähnen müsste. Spätestens nach dem Caffè verabschiedet man sich. Nicht, dass die Gäste sich nicht wohlgefühlt hätten und deswegen die Flucht antreten müssten. Allein die Höflichkeit gebietet es, nicht zu "versacken".

Meine herbstliche Deko: Schlichte Wassergläser, geschmückt mit Heidekraut, dazu Schleierkraut und Rosmarin.
Naturmaterialien wie Holzbrettchen bringen Wärme auf den Tisch.
Meine Kritik: Die Rosmarinzweige waren des Guten zuviel! Vieles merkt man erst später auf dem Foto.

Heidekraut zunächst nebeneinander auf ein Stück Tesafilm legen und andrücken,
 dann um das Glas rollen. Mit etwas Bast umbinden.
Beim Kerzenschein fällt der Klebestreifen dann nicht mehr auf.

Über meine Einladungen bei uns führe ich Buch; warum ich das mache, das könnt Ihr in einem meiner frühen Blogposts nachlesen. Mein "kleines rosa Buch" hat mittlerweile die Farbe gewechselt hat und ist zu einem "kleinen hellblauen Buch" geworden. So ein Büchlein lege ich Euch wirklich ans Herz!
Genauso gerne, wie ich koche, decke ich den Tisch ein. Dazu habe ich mal ein kleines, ganz persönliches, alles andere als perfektes und schon gar nicht wörtlich zu nehmendes Tutorial zusammengestellt. Es orientiert sich, dem Schwerpunkt des Blogs entsprechend, auch ein wenig an den italienischen Gepflogenheiten.
Begleitet wird es von einigen Beispielen aus meinem Foto-Fundus. Vieles gefällt mir heute nicht mehr, aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben!


Für den Adventskaffee in den Farben Weiß und Rot

Hier habe ich Plätzchen-Ausstecher mit roten Bändchen
zum einem Kranz zusammengebunden
Die Ausstecher in Kombination mit kleinen Porzellan-Glocken 


Meine ganz persönlichen Dos and Don'ts rund um den gedeckten Tisch


  • Vor dem Tischtuch möglichst eine Unterdecke auf die Tischplatte legen. Sie sollte nicht zu dick sein, aber bitte auch kein gewachstes, rutschiges Tischtuch. Eine Art Vliesstoff oder Filz sind ideal. So eine Unterdecke dämpft gerade bei einem Glastisch das Absetzen von Gläsern oder Geschirr ab; das ist angenehmer für Gäste.
  • Das Tischtuch: Ein weißes Tischtuch passt sich jedem Service und jeder Deko an und sieht immer edel aus. Wenn man öfters Gäste hat, sollte man sich wenigstens ein weißes, hochwertiges Tischtuch zulegen, dabei auf die Qualität achten. Gute Qualität übersteht viele, viele Wäschen! Zarte Farben sind ebenfalls hübsch, gerade wenn man weißes Geschirr verwendet. Die Tischdecke muss zwar nicht bis zum Boden reichen (was habe ich mich bei Einladungen da schon mit den Beinen verheddert), sollte aber nicht kurz unterhalb der Tischkante aufhören.
Bei der Tischwäsche mag ich nur weiß oder zarte Farben. 

  • Jetzt wird gebügelt. Gebügelt? Natürlich liegt so eine Decke kaum ungebügelt in Eurem Wäscheschrank, aber durch das Zusammenlegen haben sich hässliche Falten gebildet. Wenigstens die Tischoberfläche, weniger die Seiten (da fällt es nicht so auf, wenn da eine Falte aufblitzt), sollten glatt sein. Also bügele ich das Tischtuch noch einmal direkt auf dem Tisch.
  • Die Servietten! Da geben sich viele große Mühe mit dem Essen - und dann gibt es Papierservietten! Diese Unsitte sehe ich bei Einladungen in Italien niemals. Egal ob zum Brunch, zum Mittag- oder Abendessen: Stoffservietten sind ein Muss - übrigens auch in einfachsten Trattorien! Zarte, filigrane Papierservietten ohne wilde Muster sind höchstens zum Nachmittagstee oder Kaffee erlaubt! Natürlich müssen alle Servietten wieder sorgfältig gebügelt werden, aber nach dem Tischtuch bügeln sich doch so ein paar Servietten fast von alleine! Wenn sich Rotwein auf das Tischtuch verirrt hat: scheut Euch nicht, es samt Servietten in die Reinigung zu bringen. Das spart Zeit und Nerven! Wie oft habe ich aus falschem Geiz versucht, die Flecken zu entfernen. Letztlich blieb mir doch nur der Gang zu den Profis.
Vorfreude auf Sommer und Meer

Frühlingsfrisch für einen Brunch
Es muss nicht immer "fein" sein! So ein Herzchen ist ein fröhlicher Anblick.
Der kleine Spatel wird noch für das Raclette-Pfännchen gebraucht.

  • Die Zeit der silbernen Serviettenringe mit Gravur ist passé (auch ich habe noch so ein paar Dinger irgendwo vergraben) - sie wirken gar zu steif -, ebenfalls die (Un-)Sitte, die Tücher zu irgendwelchen vogelähnlichen Gebilden zu formen; in der gehobenen Gastronomie wird es als unhygienisch - und spießig - abgetan, minutenlang an solchen Kreationen zu falten (natürlich könnte man da auch behandschuht ans Werk gehen). Es reicht, sie schlicht zu falten und links des Tellers zu platzieren. Aber letztlich gilt auch hier: Wem die Falterei Spaß macht und damit wirklich schöne Gebilde zustandebringt, der darf es gerne tun! Ich dagegen binde Servietten oft mit einem Schleifchen zusammen, das farblich auf die Tischdeko abgestimmt ist. Übrigens: Weißes Tischtuch, weiße Servietten - natürlich kann man hier auch mit Kontrasten arbeiten.

Für ein schlichtes Essen unter Freunden dürfen es gerne auch mal Tischsets sein.
Diese Kombination wirkt mir heute zu "kalt" und zu sehr "back-to-the-eighties".

  • Tischsets? Im Alltag stets! Für förmlichere Abendessen in Europa aber eher ungeeignet. Sie können aber gerade auf Glastischen sehr hübsch aussehen. 
  • Platzteller - ja oder nein? Ich selbst besitze keine Platzteller, die mir für einen Einsatz gefallen könnten (irgendwo noch welche mit buntem Rand, ein Hochzeitsgeschenk, nie benutzt), aber wer zum Service passende Platzteller hat, der sollte sie ruhig verwenden. Es müssen ja kein silbernen Ungeheuer sein, die die Atmosphäre vielleicht allzu steif erscheinen lassen.
  • Die Auswahl des Geschirrs und des Bestecks ist reine Geschmackssache; deswegen möchte ich hier nicht weiter darauf eingehen. Jeder deckt mit dem ein, was er hat, und das muss nicht das von Oma vererbte Tafelsilber sein. Wein- und Wasserglas (für Wasser bitte ein Wasserglas, kein zweckentfremdetes Weinglas) rechts oben, links eventuell ein kleiner Teller für Brot oder Brötchen (dieser wird vor dem Dessert vom Tisch genommen). Gabeln, auch die für die Pasta, immer links - und bitte keinen Löffel für die Spaghetti! Ich habe mir in der letzten Zeit angewöhnt, das Besteck für das Dessert immer erst beim Auftragen desselben hinzulegen. 
  • Brotkörbchen stets mit einer sauberen Tuchserviette auslegen.
  • Bitte keine Wasserflaschen auf dem Tisch. Wasser in eine schlichte Glaskaraffe umfüllen. Perfektionisten bieten stilles Mineralwasser und Wasser mit Kohlensäure an; alternativ ein nur schwach mit Kohlensäure versetztes Mineralwasser wählen. Weine müssen nicht immer dekantiert werden; lasst die Gäste sehen, welch feines Tröpfchen Ihr kredenzt! Sorgt lieber für die perfekte Temperatur!
  • Habt beim Tischdecken immer eine sauberes Geschirrhandtuch dabei. Ich decke zwar nicht mit weißen Handschuhen (und serviere so auch nicht), aber mit dem Tuch poliere ich nochmal Gläser und Besteck.

Beim Osterfrühstück mit dem Liebsten darf es gerne bunt und fröhlich auf dem Tisch zugehen.

  • Wir kochen saisonal - und so sollten wir es auch mit der Tischdeko halten! Also keine Frühlingsblumen aus dem Gewächshaus im November und keine Kastanien und Kürbisse, die sich gehalten haben, im Mai. Bitte auch keinen (bunten) Dekosand mit Kerzen mehr, Glasmurmeln und schon gar keine falschen Blumen. Nichts sollte an den Mustertisch im Kaufhaus erinnern! 
Hier habe ich antike Silberlöffel als Dekoelement eingesetzt.
Neben den Schwimmkerzen schweben Rosenblätter im Glas.

Filigrane Sekt- und Likörgläser passen zu den zarten Rosen. 

Die Falten an der Seite fielen zwar am Abend nicht mehr auf. Aber die Rosen auf der Serviette gefallen
mir heute nicht mehr! Das Tischtuch ist Jahrzehnte alt. Oma achtete stets auf Qualität!
  • Lasst Euren Tafelschmuck zum "Conversation piece" werden. Darüber kommen auch Gäste, die sich vorher noch nicht kannten, ins Gespräch - das Eis wird gebrochen. Dabei sollten sie aber Augenkontakt haben; zu hohe Blumen oder Kerzen bauen sonst eine Hürde auf. Vereinzelte Blumen, sofern sie keine "Mauer" bilden, stören natürlich weniger. Früchte oder Kräuter um Kerzen drapiert geben dem Ganzen ein stillebenartiges Erscheinungsbild.
  • Lasst Eure Fantasie spielen. Sicher findet Ihr irgendwelche Gegenstände, die eine Tischdeko nicht banal erscheinen lassen. Es müssen ja nicht gerade die Goldfische in Gläsern, antike Silbergefäße in Kombination mit Backsteinen oder der porzellanene Tafelaufsatz aus der Manufaktur von Capodimonte sein (alles schon erlebt), aber vielleicht das zarte Likörgläschen von Oma, zweckentfremdet als Teelichthalter, die Tabakdosensammlung von Opa oder ungewöhnliche Mitbringsel aus Eurem letzten Urlaub. Stimmt die Deko auf die Jahreszeit und, wenn möglich, auf das Menu ab. Chilischoten passen vielleicht zu einem mexikanischen Abend, unpassend aber wären sie zu Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn. Rot-weiß karierte Tischdecke für den italienischen Abend? Das würde in Italien italienische Gäste ziemlich irritierten; es ist in etwa so "italienisch" wie Spaghetti Bolognese. Ihr plant einen italienischen Abend? Immer her mit der weißen Tischdecke, weißen Tuchservietten und den silbernen Kerzenleuchtern - so sieht es hier meist aus. Der Tisch kann nicht konservativ genug sein! Viel Silber - als Tablett, Leuchter, Schälchen - ist dabei ein Statussymbol. "Bessere" Familien mieten für ein Abendessen auch livriertes Personal an - und die Signora hat meist auch kochen lassen. Wie traurig!
  • Auch bei italienischen Familien sieht es natürlich anders aus, wenn man zum Beispiel das Landhaus in der Toskana sein eigen nennen darf. Da wird es üppig und ländlich, und man kann auf geschrubbten Holztischen gerne Kräutertöpfchen platzieren. Perfekt dazu passen Stoffservietten aus Leinen in Naturfarben. Apropos Toskana:  Ich erinnere mich an einen Abend bei der Familie Frescobaldi, die für ein kulinarisches Event, bei dem ein neuer Wein präsentiert wurde - die Etiketten designt vom mittlerweile verstorbenen Designer Gianfranco Ferré -,  die berühmten Gemälde von Arcimboldo mit den Gesichtern aus Blumen, Obst und Gemüse mit echten Zutaten "nachbauen" und die Tisch nach den vier Jahreszeiten hat dekorieren lassen.  Ich glaube, nirgends kann man das so grandios wie in Italien inszenieren. In diesen Sphären schweben wir natürlich nicht, aber wir stehlen uns mit den Augen ein paar Ideen...
Hätte ich hier die Fischlein nur mal aus den Schälchen genommen!
Deko mit Muscheln und Lavendel. Auch das für mich heute "too much"!

  • Trotz allem: Lasst die Deko ruhig ein wenig improvisiert aussehen! Glatte Perfektion, seelenlose Aneinandereihung neuester Dekoelemente aus dem Kruschelladen in den gerade angesagten Farben wirken lieblos. Kombiniert Altes mit Neuem; die Gäste sollen denken: Ach, wie hübsch, das könnte ich auch einmal ausprobieren, besitze ich doch auch dies und das. Hübsche Deko muss nicht teuer sein! 
Manchmal reicht eine schlichte Schale mit Blumen.
 Pfingstrosen liebe ich in der Saison ganz besonders.

Und noch einmal Pfingstrosen

Zu den Farben Rosa und Türkis passt ein schlichtes weißes Geschirr


Oft sorgen die eigene Terrasse, der Balkon oder der Garten für hübsche Blümchen.
Hier habe ich Martini-Gläser zweckentfremdet. Alles wurde in Türkis und Rosa gehalten.

  • Kerzenlicht schmeichelt der erschöpften Köchin - und auch den anderen Gästen. Kerzen gehören bei mir unbedingt auf den Tisch! Das können auch Teelichter sein - sofern man sie aus dem Aluschälchen nimmt und in andere adäquate kleine Behälter oder Gläschen gibt. Ich habe einmal Zitronen halbiert und ausgehöhlt, darin dann die Teelichter verteilt.  Am besten Teelichter gleich in transparenten Plastikschälchen kaufen; das sieht in jedem Glas besser aus. Schlichte Wassergläser mit etwas Wasser gefüllt, darin Schwimmkerzen, zaubern hübsche Akzente. Duftkerzen sind tabu - leider bin ich da auch schon reingefallen -, denn die Gäste sollen den Braten riechen und nicht irgendwelche scheußlichen künstlichen Aromen.
Kerzenlicht sorgt für den stimmungsvollen "Glow"


  • Tischkärtchen? Macht nur Sinn bei einer größeren Gesellschaft, dann aber einfach und schnörkellos. Beim Brunch dürfen es auch witzige Anhänger, z. B. kleine Täfelchen, sein, die man an die Serviette bindet. Wer eine schöne Schrift hat, der kann auch Menükarten schreiben. Hübscher aber ist es, Ihr erklärt Euren Gästen vor jedem Gang ganz kurz, was es gibt. (Selbstverständlich habt Ihr Euch auch vorher erkundigt, ob Eure Gäste irgendwelchen Speisevorschriften folgen oder Unverträglichkeiten haben.)
Für den Geburtstagsbrunch. 

  • So schön Euer Tisch auch aussehen mag, den Aperitif (in Italien fast ausschließlich ein hochwertiger Prosecco, besser noch ein "Metodo classico" [Sekt, nach Champagner-Verfahren hergestellt], den ziehe ich als Prosecco-Verächterin immer vor), nimmt man nie bei Tisch ein. Lasst die Gäste an einem anderen Ort Getränk und Häppchen genießen - gerne auch im Stehen; in dieser Zeit könnt Ihr noch letzte Hand anlegen, Kerzen anzünden, Wasser eingießen etc...
  • Und zu guter Letzt: In Italien werden der Caffè (Espresso) oder eine Tisana (Kräutertee) für die Damen oft erst serviert, wenn die Gäste schon aufgestanden sind. Jetzt kommt auch ein Digestivo zum Einsatz. Aber wenn sie sich richtig wohl an Eurem schönen Tisch fühlen, lasst sie sitzen...
Na, habt Ihr jetzt Lust bekommen, mal wieder Gäste zu haben?


Den Aperitif gab es vor dem Kamin.



Noch mehr Deko gibt es hier: Ein weihnachtlicher Tisch


Nachtrag:

Was gibt es Schöneres, als im Sommer unter freiem Himmel zu essen. Da ich das Meer so liebe, habe ich es kurzerhand auf meine römische Dachterrasse geholt. Für uns war es im Pandemie-Jahr 2020 die einzige Möglichkeit, liebe Freunde zu bewirten. Den Umständen war es geschuldet, dass es bei einem Abendessen blieb:











♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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