Mittwoch, 9. Oktober 2019

Mit Rosmarin oder Blaubeeren: Zweierlei Zitronenkuchen



Ein letztes Aufbäumen des Sommers 2019 erlebt Rom in diesen Tagen; tagsüber muss man aus der Sonne fliehen, so heiß brennt sie auf der Haut. Da kommt fast keine Lust auf meinen heißgeliebten Pflaumenkuchen auf, den es mit schöner Regelmäßigkeit meist schon im September bei uns gibt.
Dafür serviere ich sommerlichen Zitronenkuchen; neue Guglhupfformen mussten schließlich eingeweiht werden.









Für unseren überschaubaren Zwei-Personen-(eine Katze-)Haushalt sind kleine Kuchenformen geradezu ideal. Ansonsten muss ich immer mal wieder Teile von Kuchen oder Torten einfrieren, denn auch mit dem größten Wohlwollen kann man nicht tagelang an einem Kuchen herumessen - naja, mein Mann bekommt das hin.... Einen halben Kuchen dann aus den Tiefen des Freezers zu holen, wenn sich spontan Besuch ansagen sollte, ist zudem optisch auch wenig ansprechend. Schön, wenn man dann einen Minikuchen vorrätig hat - und noch schöner, wenn sich an einem Wochenende spontan Lust auf einen Kuchen meldet, man aber weder die Zeit noch die Lust dazu hatte, einen zu backen. Rührteige eignen sich bestens zum Einfrieren und schmecken aufgetaut wie frisch. Eventuell brauchen sie dann nur noch eine hübsche Verzierung.






Aus eins mach zwei!

Mit einem Basisteig kann man zudem noch zwei verschiedene Kuchen herstellen - und diese auch auf zweierlei Weise verzieren.
Aber lasst uns nun über die inneren Werte reden: Buttermilch (ja, die bekomme ich mittlerweile ab und an auch in Rom!), Zitronensaft und Abrieb sorgen für ein zitrisch-frisches Geschmackserlebnis. Blaubeeren malen im Teig fruchtig-bunte Tupfer, während das Dream-Team Rosmarin-Zitrone kaum noch vorgestellt werden muss. Im Sommer habe ich Zitronen-Rosmarin-Marmelade gekocht. Diese Kombi ist einfach genial und funktioniert auch im Kuchen.






Zutaten
(für zwei Silikon-Guglhupf-Formen von jeweils 1000 ml Inhalt)


Basisteig

  • 250 g weiche Butter
  • 250 g Zucker
  • 1 P. Vanillinzucker
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier
  • 400 g Mehl, gesiebt
  • 3 Tl Backpulver
  • 200 ml Buttermilch
  • Saft und Abrieb einer unbehandelten Zitrone


Die weiche Butter mit dem Salz, dem Zitronenabrieb, dem Zucker und dem Vanillinzucker mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät zu einer cremigen Masse verrühren. Nach und nach die Eier einzeln einarbeiten. Abwechselnd das mit dem Backpulver vermischte Mehl, die Buttermilch und zum Schluss den Zitronensaft unterrühren.
Den Teig auf zwei Schüsseln verteilen.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.


Zutaten für die Teige

  • 125 g Blaubeeren
  • 1-2 El fein gewiegte Rosmarinnadeln


Unter Teig Nr. 1 die Rosmarinnadeln unterühren und dann den Teig in eine Form füllen.
In die zweite Form den Teig abwechselnd mit je einer Lage Blaubeeren einfüllen. Mit Teig abschließen.
Im Ofen ca. 45 Minuten backen.
Dann herausnehmen, auf ein Kuchengitter geben und vollständig abkühlen lassen.


Fertigstellung

  • 185 g weiße Kuvertüre
  • 1/2 Tasse Puderzucker
  • Zitronensaft
  • gemischte Beeren und Rosmarinzweige für die Dekoration


Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Eine der Formen mit Küchenpapier kurz auswischen und die Kuvertüre hineinfüllen. Die Form etwas schwenken. Nun den Kuchen mit dem Blaubeeren vorsichtig in die Form drücken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Hierfür ist unbedingt eine Silikonform erforderlich.
Am nächsten Tag aus der Form nehmen und mit gemischten Beeren servieren.

Puderzucker mit Zitronensaft zu einem zähflüssigen Guss verrühren und über den Kuchen mit Rosmarin gießen. Mit Rosmarin und Beeren verzieren.





Montag, 30. September 2019

Christus kam nur bis Eboli - James Bond bis nach Matera. Ein Kurzbesuch der Europäischen Kulturhauptstadt 2019



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Zu gerne hätte ich ja neben Daniel Craig am Frühstückstisch gesessen, aber er war wohl schon schwer beschäftigt. Daniel Craig - James Bond?
Kaum zu glauben, aber in Matera werden gerade einige Szenen für den neuen James Bond gedreht; spektakulär soll es dabei zugehen! All das hatte aber nichts mit unserem spontanen und sehr kurzen Besuch dieses außergewöhnlichen Ortes zu tun.





Mein Aufenthalt in Matera musste sich leider auf einen halben Tag beschränken, da mein Mann dort einen Arbeitstermin hatte, den er leider nicht absagen konnte. Ausgerechnet an diesem Wochenende hatten sich auch liebe Freunde - zudem unsere Trauzeugen - aus Deutschland angesagt. Wir nahmen sie kurzerhand mit auf unsere Reise Richtung Süden und in eine Gegend, die sie noch nicht kannten. Während mein Mann außerhalb des Ortszentrums bei einer Veranstaltung darben musste, machten wir uns auf den Weg quer über die steinigen Pfade der Stadt. So wenig Zeit wir auch hatten, dieser Ort hat mich so gefesselt, dass ich meine  - gewiss oberflächlichen - Eindrücke mit ein paar Fotos wiedergeben möchte.









Orte wie Matera und Umgebung in der süditalienischen Region Basilikata konnte man lange Zeit durchaus zu den "Armenhäuser" Italiens rechnen. In seinem 1945 erschienenen weltberühmten Roman "Christus kam nur bis Eboli" beschreibt Carlo Levi, basierend auf eigenen Erlebnissen, eindrucksvoll das Elend dieser schroffen und unwirtlichen Region, die ehemals Teil von "Lukanien" (heute Basilikata/Apulien) war.







Die Sassi di Matera, wörtlich übersetzt "Steine von Matera" sind die eigentliche Hauptsehenswürdigkeit dieses Ortes. So werden die Höhlenwohnungen bezeichnet, die das Erscheinungsbild des Ortes prägen. Schon in der Steinzeit nutzten die Menschen die Höhlensysteme als Behausungen, und noch bis in die vierziger und fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein teilte sich der arme Teil der Bevölkerung die Höhlenwohnungen sogar mit ihren Nutztieren. Stall und Wohnung zugleich, untragbare  hygienische Zustände - auch darauf machte der Roman von Carlo Levi - und auch dessen Verfilmung 1979 durch Francesco Rosi - aufmerksam. Levi ging sogar soweit, die Sassi mit dem Inferno Dantes zu vergleichen. Unvorstellbar auch, dass im 16. Jahrhundert die Menschen ihre Toten sogar auf den Dächern über ihren Höhlenwohnungen "begruben"; in einer alten Chronik ist es nachzulesen: "Die Toten befinden sich über den Lebenden."¹
Systematisch wurden später die Bewohner der Sassi umgesiedelt in - leider - oft seelenlose Wohnblocks außerhalb des Zentrums.

Seit 1993 sind die Sassi di Matera Weltkulturerbe; 2019 (die Wahl dazu war 2014) wurde der Ort mit der Auszeichnung  "Europäische Kulturhauptstadt 2019 "geadelt".





Es grenzt schon fast an Ironie, dass in jenen primitiven Höhlen, die man als unbewohnbar und ungesund klassifizierte, heute diverse Luxusressorts eingezogen sind. Viele dieser Hotels gehören zu den  sogenannte "Alberghi diffusi". Das Konzept sieht so aus: In einem Haus sind Rezeption und Verwaltung untergebracht, während die Zimmer und Suiten sowie die Restaurants auf verschiedene Höhlen (in anderen Orten Häuser oder Wohnungen) verteilt werden. Gerade in Süditalien hat sich diese Sonderform bewährt; viele Ortschaften erlebten dadurch einen kleinen (touristischen) Aufschwung.







Es war fast ein kleines Abenteuer, in einer dieser Höhlenwohnung zu übernachten. Da wir mitten in der Nacht in Matera angekommen waren, konnte ich die "Höhle"auf Grund der spärlichen Beleuchtung kaum inspizieren; ja ich fand nicht einmal einen Lichtschalter neben dem Bett (keine Leselampe!). Als kalt und klamm empfand ich unsere Bleibe, und man sollte auch möglichst frei von klaustrophobischen Tendenzen sein, wenn man sich für ein solches Hotel in Matera entscheidet. Kein Sonnenlicht weckt den Gast morgens; man muss sich erst bis zur "Haustür" vorarbeiten, um den Tag zu begrüßen. Dafür wird nicht mit Designobjekten gespart. In einer ähnlichen Anlage in den Abruzzen stand in einem bäuerlich ärmlichen Hotelzimmer die Philipp-Starck-Badewanne mitten im Raum. Aber die Haare hätte man sich mit einem Krug waschen müssen... Leider muss ich auch sagen, dass für ältere Menschen oder solche mit Einschränkungen diese Art von Hotel nicht geeignet ist; so muss man in diese Duschbadewanne ohne Haltemöglichkeiten hinabsteigen.




Enttäuscht waren wir leider auch etwas von dem sehr unflexibel bis unwillig agierenden Personal (ist ihnen die aktuelle "Berühmtheit" wohl zu Kopf gestiegen?) an der Rezeption. Wer sich dennoch für einen - sicher unvergesslichen - Aufenthalt in einer Höhle entscheiden möchte, hier die Adresse:

Sant'Angelo-Ressort, Matera
Piazza S. Pietro Caveoso, 75100 Matera
Home


Ob Daniel Craig wohl dort gewohnt hat, während er als James Bond in Matera mal wieder die Welt retten musste? Wie auch immer: wer in den kommenden Monaten nicht nach Matera reisen sollte, kann sich im nächsten James Bond ja einen Eindruck von diesem spektakulären Ort machen. Ich jedenfalls freue mich schon auf dem Film!




¹.Zitat entnommen bei Wikipedia


Mittwoch, 28. August 2019

Mit sardischem "Couscous": Fregola sarda con zucchini e pomodori confit



In Sizilien isst man Couscous, auf Sardinien Fregola. Die Gemeinsamkeiten sind nicht zu übersehen: die sardische Pastaspezialität erinnert an übergroße Couscous-Körnchen - oder aber auch an Graupen und in der Zubereitung an Risotto. Ich muss gestehen, dass ich mich mit folgendem Rezept zum ersten Mal eingehender mit dieser Pastasorte beschäftigt habe. Dass ich sie vorher auch bei unseren zahlreichen Besuchen Sardiniens noch nie auf dem Teller hatte, mag auch daran liegen, dass man sie vornehmlich mit Meeresgetier - frutti di mare -  zubereitet. Bei einer Insel, die von dem wohl wunderbarsten Meer umgeben ist, das der Süden Europas zu bieten hat, liegt es nahe. Das beliebteste Gericht mit den erbsengroßen Pastakörnchen wird übrigens kombiniert mit den Arselle, das sind kleine Muscheln: Fregola con le arselle, so heißt der Klassiker der sardischen Küche.




Für die Herstellung von Fregola werden Wasser und Hartweizengrieß verknetet. Anschließend wird der Teig mit den Händen zu kleinen Kügelchen gerollt; das Verb sfregolare bedeutet: zerkleinern, darin wiederum steckt das Verb fregare - reiben. Die Redewendung fregarsi le mani - sich die Hände reiben - trifft man immer wieder im Sprachgebrauch an. Aufhorchen sollte man allerdings, wenn ein Gesprächspartner meint: Me ne frego! Das ist nämlich gar nicht freundlich, und das Gegenüber will sagen, dass er sich um eine Sache nicht scheren will.






Das Interessante bei der Verwendung von Fregola: Man "röstet" die Pastakörnchen vor der eigentlichen Zubereitung etwas an und verfährt dann weiter wie bei einem Risotto (für den man ja übrigens die Reiskörner in der Pfanne glasig werden lässt). Das Anrösten soll hier aber, anders als beim Risotto, für ein leicht rauchiges Aroma sorgen. In der Pfanne hat sich das bei mir allerdings nicht entwickelt.
Ich könnte mir denken, dass man für eine Art Pastasalat die Fregola auch ganz einfach in Wasser kochen kann. Apropos Wasser: Für die in diesem Rezept benötigte Menge an Flüssigkeit kann man schlecht Angaben machen. Ich habe einen Liter Wasser erhitzt, auch wenn dann noch etwas übrig geblieben ist. Wie bei der Risotto-Zubereitung sollte man sich auch nicht zu weit vom Herd entfernen, denn es muss gerührt werden! Immer wieder muss man auch ein wenig heiße Flüssigkeit nachgießen. Meine Erfahrung: Die Kontrolle ist hier noch wichtiger, denn die Fregola hängt sofort am Topfboden an, wenn man nicht aufpasst!




Zutaten
(für 2-3 Personen)



Pomodorini confit

  • 300 g Kirschtomaten, z.B. Pachino
  • Salz
  • brauner Zucker
  • ein paar Thymianzweige
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl extra vergine


Die Tomaten waschen, halbieren und mit dem Anschnitt nach oben in eine feuerfeste Form (oder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech) legen.
Mit Salz, etwas Zucker und ein paar Thymianblättchen belegen. Etwas Olivenöl mit der durchgedrückten Knoblauchzehe verrühren und die Tomatenhälften damit beträufeln.
Für ca. 3 Stunden in den auf 140 Grad vorgeheizten Backofen geben. Sie sollten jetzt etwas schrumpelig aussehen.



Fregola

  • 250 g Fregola
  • 3 mittelgroße Zucchini
  • 1 Schalotte
  • ca. 120 ml Weißwein
  • ein paar Minzblättchen (Bergminze - Mentuccia)
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ca. 80 g sardischen, gut gereiften Pecorino, frisch gerieben


Die Schalotte fein würfeln und in etwas Olivenöl glasig werden lassen.
Die Zucchini der Länge nach vierteln und die Viertel in nicht zu dünne Stücke schneiden. Zucchinistücke zu den Zwiebeln geben und anbraten. Salzen. Den Wein hinzugiessen und etwas einkochen lassen. Einen Liter Wasser* zum Kochen bringen; köchelnd halten.
Parallel in einer beschichteten Pfanne die Fregola etwas anrösten (ohne dass sie braun wird).
Nun die Fregola zu den Zucchini in die Pfanne geben und ein wenig Wasser angiessen. Unter ständigem Rühren ca. 10 Minuten köcheln, dabei immer etwas Wasser nachgiessen. Die Fregola sollte am Ende nicht zu suppig, aber auch nicht zu trocken sein.
Vom Herd nehmen, mit den Pomodorini, ein paar gehackten Minzblättchen und ca. 3 El geriebenen Pecorino vermischen. Kräftig mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
Restlichen Käse dazu reichen.

*Wenn man eine gute selbstgekochte Gemüse- oder Fleischbrühe hat, kann man auch diese verwenden.





Freitag, 16. August 2019

Genussvoller Ferragosto: Calamarata di terra (con ragù di chianina)



Bei diesem "Ragù" mache ich so ziemlich alles "falsch", was man bei einem klassischen Ragù (hier geht es zum klassischen Rezept aus Bologna) nur falsch machen kann! Ich verwende Peperoncino und Knoblauch im Soffritto, würze mit Kräutern wie Rosmarin und Thymian und lösche das ganze auch noch mit Rotwein anstelle von Weißwein ab. Und dann die Pastasorte erst! Calamarata - der Name deutet es schon an! Diese Pasta, die an klein geschnittene Tintenfischringe erinnert (Calamari - Tintenfische) kombiniert man üblicherweise auch mit Meeresgetier. Mit - Ihr ahnte es schon - vornehmlich Tintenfisch. So liebt man es vornehmlich in Kampanien.
Wunderbar nehmen diese Ringe aber auch deftige Fleischsaucen auf, und so wird es zu einem Gericht "di terra" - mit dem, was die "Erde" dafür bereit hält.

"Di mare" und "di terra" - Ob Antipasti, Primi oder Secondi Piatti - oft sind die Speisekarten in Italien so aufgeteilt. Praktisch für mich - die Teile "di mare" überspringe ich immer gleich...

"Di terra" also: Bei mir war es Fleisch vom weißen Chianina-Rind, das wunderbar zart war und man wahrlich auch nicht mehr als 2 Stunden in seinem gehackten Zustand schmoren lassen sollte. Diese übertrieben langen Schmorzeiten, wo einer den anderen bei der Zubereitung eines Ragùs übertreffen möchte, stammen noch aus Zeiten, in den eben nicht das beste Fleisch verwendet wurde - und es darüber hinaus nicht so fein gehackt war; nur durch langes Schmoren wurde es genießbar!





Hitze hin oder her: am gestrigen Feiertag - dem höchsten Feiertag der Italiener, wie ich den Ferragosto immer bezeichne -, musste was "Ordentliches" auf den Tisch! Nicht nur die schnellen  Gerichte, die in den vergangenen, unerträglich schwülen Wochen meine dunkle Küche verließen. Bei konstanten 32 Grad Innentemperatur in meiner Küche - trotz geschlossener Läden - war genussvolles Kochen kaum noch möglich. Übrigens, schaut mal hier, da hatte ich die Läden für einen Blick aus dem Küchenfenster kurz geöffnet.

Ihr verzeiht mir hoffentlich meine kleine Blogpause! Dafür gibt es endlich wieder einmal ein Pastagericht an dieser Stelle. Mit ein paar Vorbereitungen schmurgelt der Sugo alleine vor sich hin, und der Aufwand hält sich in Grenzen. Wenn die Tage in den kommenden Wochen kühler werden, dann wird auch die Nudelmaschine wieder hervorgeholt! Versprochen!




Zutaten
(für 2-3 Personen)



  • 300 g Rinderhack (bei mir vom weißen Chianina-Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Karotte
  • 2 Stangen Sellerie
  • 1 Zweig Rosmarin
  • ein paar Zweige Thymian
  • 2 getrocknete Chilischoten 
  • jeweils 2 rote und 2 grüne Spitzpaprika
  • 1 El Tomatenmark
  • ca. 200-250 ml Rotwein (bei mir ein "Rosso di Montalcino")
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz


  • 250 g Calamarata-Pasta
  • Pecorino romano, frisch gerieben
  • etwas gehackte glatte Petersilie


Zwiebel, Möhren und Sellerie fein würfeln, Knoblauchzehe fein hacken und mit den zerkleinerten Rosmarinnadeln und den zerbröselten getrockneten Chilischoten mischen.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und dieses Soffritto langsam andünsten.
In der Zwischenzeit die Paprikaschoten putzen, vierteln, Kerne und weiße Trennwände entfernen und in feine Streifen schneiden.
Zunächst das Hackfleisch zum Soffritto geben und krümelig anbraten. Nach ein paar Minuten die Paprikastreifen und ein paar Thymianblättchen hinzufügen. Salzen. Das Tomatenmark unterrühren und kurz mit anrösten, dann mit dem Wein ablöschen und diesen etwas einkochen lassen. Eventuell  etwas Wasser angießen und das Ragù zugedeckt ca. 1,5 bis 2 Stunden köcheln lassen. Ab und an umrühren und gegebenenfalls etwas Wasser hinzufügen.
Mit Salz abschmecken.
Die Pasta ein bis zwei Minuten kürzer als auf der Packung angegeben kochen, abgießen und zu dem Ragù in die Pfanne geben. Darin noch eine Minute erwärmen.
Mit geriebenem Pecorino und etwas gehackter Petersilie bestreuen.





Dienstag, 23. Juli 2019

Für einen ganz besonderen Tag - Confetti argento




In Italien sind besondere und auch ganz persönliche Festtage undenkbar ohne jene zuckrigen kleinen Aufmerksamkeiten, die man seinen Gästen nach einer Feier mitgibt - in Erinnerung an den besonderen Tag und die Feier. Egal ob Hochzeit, Taufe oder auch bestandenes Examen: ohne die bunten Confetti geht niemand nach Hause. Wenn man die Zuckermandeln dann nicht bald nascht, verstauben sie auch schon einmal im Schrank, bevor man den dann zu Kieselsteinen ausgehärteten Süßkram mehr oder weniger schweren Herzens entsorgen muss - und die oft kitschigen Verpackungen, die Bomboniere, gleich mit dazu. Confetti existieren in allen möglichen Farben, wobei jedem Anlass eine eigene Farbe zugeordnet ist. Natürlich Weiß zur Hochzeit und zu anderen kirchlichen Festen wie der Kommunion, Grün zur offiziellen Verlobung, Rosa oder Hellblau zur Taufe, Rot zu einem bestandenen Examen, ja sogar die Farbe Schwarz für Trauerfeiern existiert. Bunt gemischt darf es dann bei einem Geburtstag zugehen.






Confetti, Coriandoli - Konfekt, Konfetti...

Vorläufer der Confetti gab es schon in der römischen Antike. Mit Mandeln, die von einer Mischung aus Mehl und Honig umkleidet waren, feierte man Hochzeiten und Geburten. Im späten Mittelalter tauchten die Honigmandeln wieder auf. In Venedig warf man zu besonderen Anlässen wie Karneval diese Süßigkeiten von den Balkonen der Palazzi, in denen der Adel zu Hause war. Neben den Mandeln waren durch den lebhaften Handel mit dem Osten auch Gewürze wie Anis und Koriandersamen in in der Stadt bekannt. Diese wurde ebenso in Honig getaucht und bei den Festlichkeiten in die Luft geworfen. Im deutschen Karneval - und auch in Italien - lebt diese Tradition  seitdem fort: Mit Konfetti (!) wird an diesen Tagen nicht gespart, wobei man damit heute in Deutschland die Papierschnipsel meint. Diese nennt man in Italien allerdings Coriandoli, was sich wiederum auf die Koriandersamen bezieht. Die deutsche Bezeichnung Konfekt als Überbegriff für Pralinen und Schokolade geht auf die Confetti zurück. In dem Wort confetto/confetti steckt das lateinische "conficere" für "herstellen", "anfertigen", "bearbeiten". Als Confetto bezeichnete man später auch die mit einer Zuckerhülle umschlossene Medizin - Vorläufer der Tabletten.

Unzählig sind die Mythen und Anekdoten, die sich um die Confetti ranken. So soll der arabische Arzt Al Razi die Mandeln selbst als Medizin eingesetzt haben. Wiederum waren es Jahrhunderte später die Araber, die mit der Einführung von Zucker in Europa der neuen und fast aktuellen Rezeptur den Weg bereitet haben. Nicht länger eine Honigmischung, sondern Zucker umschloss nun die Mandeln.
Besonders ein Städtchen, das in den Abruzzen gelegene Sulmona, wurde zum Zentrum der Confetti-Produktion. Es ist die wohl "süßeste" und "bunteste" Stadt Italiens! Noch heute sind die Strassen gesäumt von kleinen Läden, die die bunten Zuckermandeln verkaufen. Übrigens durften sich selbst Prinz William und Kate Middleton bei ihrer Hochzeit an den weißen Confetti aus Sulmona erfreuen.






When in Rome, do as the Romans do...

Womit ich beim Stichwort bin. Sicher habt Ihr es schon erraten - alleine an der Farbe!
Heute, vor 25 Jahren, sagten mein Mann und ich "Ja" zueinander! Und genauso lange lebe ich nun auch schon in Rom.
Ich bin sehr dankbar und glücklich darüber, dass ich diesen Tag heute feiern kann - mit meinem Mann, unserer süßen Kringel und lieben römischen Freunden! Denn nichts ist im Leben selbstverständlich; auch das habe ich in all den Jahren erfahren müssen.
Ein zweite kleine Feier wird es im September geben, zu der auch Trauzeugen und andere liebe Freunde anreisen werden.
Damit ich nun Eure Neugier befriedigen kann: So sahen wir an unserem Hochzeitstag vor 25 Jahren aus:











Zurück in die Gegenwart! Zu unserer Silbernen Hochzeit gibt es, ganz der italienischen Tradition entsprechend, silberne Confetti. Es war gar nicht so einfach, welche zu finden. Allein ein Laden fiel mir ein, der diese bunten Zuckermandeln noch lose verkauft. In den kleinen Tüllbeutelchen werden sie zu süßen Erinnerungen an diesen Tag. Mindestens fünf Mandeln pro Person, so will es die Tradition. Das sah ein bisschen verloren in den kleinen Beutelchen aus; ich habe pro Person noch ein paar Mandeln hinzu gegeben - und dabei ausgiebig genascht... Kringel war übrigens ganz begeistert von der ganzen Aktion und hätte sich am liebsten auch so ein Säckchen mit dem glitzernden Inhalt geklaut.





Und nun greift zu, nehmt Euch ein Beutelchen und freut Euch mit uns! 














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