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Samstag, 24. März 2012

Athen: Von kulinarischem Neuland, freundlichen Menschen, atemberaubenden Ausblicken - und warum ich über mich selbst schmunzeln mußte

Es gibt Ausblicke, die vergißt man nie wieder. Am ersten Abend meines ersten Besuchs von Athen waren wir von Bekannten auf eine Hotelterrasse eingeladen worden. Zunächst war ich skeptisch: eine Hotelterrasse! Kenne ich doch Vergleichbares in Rom, wo zu überteuerten Preisen durchschnittliche Menüs serviert werden, die mit echter italienischer Küche so rein gar nichts zu tun haben.
Doch im Restaurant auf der Dachterrasse angekommen - auf Grund der Jahreszeit saßen wir noch im Innern -, verschlug es mir zunächst buchstäblich den Atem: Vor mir lag die raffiniert angestrahlte Akropolis, und für diesen Anblick hätte ich auch mit drei Oliven und einem Glas Wein vorliebgenommen.




Die Überraschung kam dann beim Essen. Es gab gehobene, neu interpretierte griechische Küche, darunter eine wunderbar leichte Version des griechischen Küchenklassikers Mousakas, mit feiner Zimtnote und einem fast flaumigen Béchamel-Käse-Topping.

Montag, 30. Januar 2012

Roms kleine Enklave der Weltküche


Kochen in Italien heißt nicht automatisch auch italienisch kochen.
Wenn sich die Lust auf Exotisches nach all den mediterranen  und italienischen Genüssen - nach Pasta, Bistecca und Caponata - in regelmässigen Abständen meldet, hat man nun zwei Möglichkeiten: Entweder man sucht nach einem guten ethnischen Restaurant oder man begibt sich selbst in die Küche.
Ersteres ist in der Regel zum Scheitern verurteilt. Wer aus Deutschland gewohnt ist, dass man in fast jeder größeren Stadt die Qual der Wahl zwischen einem  griechischen, italienischen, spanischen oder oder thailändischen Lokal hat, wird in Rom - und in Italien überhaupt - sehr enttäuscht werden. "Wir gehen heute Abend zum Türken/Italiener/Chinesen" - so oft doch hört man dieses geflügelte Wort von Freunden in Deutschland.
Nun kann man sagen, warum auch etwas anderes als Italienisch essen im Land der guten Küche? Stimmt! Als Tourist outete man sich als absoluten Spiesser, wenn man noch in den siebziger Jahren in Rimini nach Würstel con crauti suchte. Andererseits - welcher Romreisende von heute möchte schon in der Ewigen Stadt afrikanisch essen gehen?
Aber wenn man hier wohnt...
Bleibt also der eigene Herd, und damit beginnen schon die nächsten Probleme: die lieben Zutaten!
Bei weitem ist es in Italien nicht so, dass man in jedem größeren Supermarkt ein solches Angebot an ausländischen Spezialitäten wie in Deutschland findet. In den ersten Jahren meiner Zeit in Rom brachte ich viele Zutaten immer aus Deutschland mit. Das tue ich bei vielen Produkten noch immer, ist es für mich ein kleines Ritual, sollte ich während der Adventszeit in Deutschland sein, Zutaten wie Backoblaten, Gewürze wie Kardamon und Sternanis nebst Adventskranz und Adventskalender aus Deutschland einzuschmuggeln.
Doch was ist, wenn ich spontan asiatisch kochen möchte, mir der Kopf nach einem scharfen indischen Curry steht?


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