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Samstag, 19. Oktober 2019

Pasta für die "Ottobrate romane": Tagliolini ai mirtilli con zucca e pioppini





Es gibt ein amüsantes Phänomen, dass mir seit jeher in Italien aufgefallen war. Italienerinnen und Italiener lassen sich ihr Outfit weniger von den aktuellen Temperaturen als von der Jahreszeit diktieren. Ohne Witz, wir erleben gerade einen sehr warmen Oktober; aktuell steigen die Temperaturen um die Mittagszeit auf über 30 Grad. Trotzdem ist hier wärmende Bekleidung angesagt. Schon im September sah ich die ersten gepolsterten Mäntel, nun man trägt wollene Blazer - und die buchstäblich "Betuchten" unter der Bevölkerung haben zusätzlich noch den Kaschmirschal mehrfach um den Hals drapiert. Die bedauernswerten Verkehrspolizisten haben "Winter befohlen" und regeln - weiß behandschuht - nun den Verkehr ohne Tropenhelme in der Mittagshitze.

Allerdings - ich bin dieser italienischen Angewohneit selbst schon ein wenig verfallen. Auch mir käme es Mitte Oktober nicht in den Sinn, in hochsommerlichen Kleidern durch die Stadt zu spazieren - Kleider, die ich selbst bei 10 Grad weniger durchaus tragen würde, wäre ich denn irgendwo nördlich der Alpen unterwegs. Vor Jahren war mit gegenteilige Gepflogenheit in London aufgefallen. Da trug man leichte Sommerkleidung und Sandaletten bei herbstlichen Temperaturen im September. Während ich in Italien schon beim bloßen Anblick all dieser dick eingepackten Menschen bei um die 30 Grad fast einen Hitzschlag bekomme, fröstelte es mich damals in London, als ich die hochsommerliche Bekleidung sah!
Andererseits: Es ist kein seltenes Bild, Touristen selbst im November in kurzen Hosen und Sandalen durch die Stadt latschen zu sehen. Auch im kalten Februar habe ich solche Outfits bei Touristen gesehen, wobei ich heimlich schmunzeln musste, da die Ärmsten offensichtlich ziemlich froren.
Wir leben halt doch nicht am Äquator, obwohl in den Köpfen vieler Menschen die Vorstellung von Italien mit immerwährendem Sommer und Hitze verknüpft zu sein scheint! Mit immerwährender Dolce Vita, dem leichten Leben hier sowieso. Aber das ist ein anderes Thema!
Wer sich also in einer Stadt wie Rom nicht auf den ersten Blick als Tourist zu erkennen geben möchte, kann das mit dicker Kleidung in den Übergangszeiten (so auch nach dem Winter bis in den Mai hinein) unterstreichen -  mit eleganterer allemal! Auch das ein anderes Thema.



Die berühmten Ottobrate romane


Herbstfarben gibt es allerdings zu Abwechslung mal - und ausschließlich - auf dem Teller, denn der Herbst ist absolut nicht meine Jahreszeit, auch wenn ich im Süden lebe und die Ottobrate Romane berühmt für ihre milden und sonnigen Tage sind. Dieses angenehme Klima, ausgelöst durch das Azorenhoch, nutzten die Römer seit jeher, um noch einmal mit Freunden oder der Familie Ausflüge in die Umgebung zu machen. Mit Kutschen, die in ihrer Form an Eierschalen erinnerten, gezogen von festlich geschmückten Pferden, zog man dann los in die Umgebung von Rom, wobei das einfache Volk bei diesen Festlichkeiten mit dem Adel zusammen feierte und sich sogar das Essen und den Wein teilte. Adelsfamilien wie die Fürsten Borghese öffneten sogar die Gärten ihrer Villen für die Ärmsten der Armen und veranstalteten dort kleine Theateraufführung und Jahrmarktsspektakel auf den Wiesen - sozusagen ein Oktoberfest auf römische Art. Die meisten aber zog es wohl doch raus aus der Stadt und in die nähere Umgebung.






Herbstbuntes auf dem Teller


Vielleicht hätte ich auch ausziehen sollen, um dabei in einem Wäldchen die letzten Blaubeeren zu sammeln. Die gezüchteten Beeren, die im Handel zu finden sind, schenkten meiner Pasta leider nicht die gewünschte blaue Farbe. Trotzdem wurde es ein herbstbuntes Gericht mit den herrlichen Zutaten, die uns diese Jahreszeit schenkt.








Zutaten 
(für 2 bis 3 Personen)



Pasta


  • 300 g gemahlener Hartweizengrieß (Semola di grano duro rimacinata)
  • 90 g Blaubeeren
  • 90 ml Wasser
  • grobes Salz für das Kochwasser


Die Blaubeeren zusammen mit dem Wasser pürieren. Den gemahlenen Hartweizengrieß in eine breite Schüssel geben (oder auf die Arbeitsfläche), eine Mulde in den Grieß drücken, die Blaubeer-Wasser-Mischung hineingießen und alles zu einem glatten Teig verkneten (mindestens fünf Minuten).
In Folie gewickelt eine halbe Stunde lang ruhen lassen.
Dann portionsweise mehrfach durch die erste Stufe der Pastamaschine drehen, dabei die noch breiten Pastabahnen immer wieder zusammenklappen. Nach und nach dünner auswalzen bis auf Stufe 6. Dann durch den Aufsatz für Tagliolini geben. Auf einem gut bemehlten Brett aufbewahren.
Wasser erhitzen und salzen, dann die Tagliolini für maximal eine halbe Minute kochen lassen.
Herausnehmen, in die Pfanne mit dem "Sugo" geben und dort kurz mit diesem vermischen.






Pioppini







Die "Beilage" zur Pasta


  • 350 g Pioppini (Südlicher Ackerling)
  • 500 Kürbisfleisch, geputzt
  • zwei bis drei Rosmarinzweige
  • 1 Knoblauchzehe
  • ca. 100 ml Marsala (oder Weißwein)
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • ein paar Blaubeeren


Von den Pilzen die Wurzelenden abschneiden, kurz unter fließendem Wasser reinigen und trockentupfen. Das Kürbisfleisch in kleine Würfelchen schneiden.
Rosmarinnadeln von den Zweigen streifen und fein wiegen. Knoblauchzehe schälen.
In einer Pfanne Olivenöl mit der ganzen Knoblauchzehe und dem Rosmarin erhitzen und die Kürbiswürfel hinzugeben. Kurz anbraten, salzen, pfeffern und die Pilze hinzufügen. Mit dem Weißwein ablöschen. So lange dünsten, bis der Kürbis weich ist. Die Knoblauchzehe entfernen.
Nochmals abschmecken und die abgetropfte Pasta untermischen (eventuell mit ein wenig vom dem Kochwasser).
Mit ein paar Blaubeeren bestreuen.





Mittwoch, 9. Oktober 2019

Mit Rosmarin oder Blaubeeren: Zweierlei Zitronenkuchen



Ein letztes Aufbäumen des Sommers 2019 erlebt Rom in diesen Tagen; tagsüber muss man aus der Sonne fliehen, so heiß brennt sie auf der Haut. Da kommt fast keine Lust auf meinen heißgeliebten Pflaumenkuchen auf, den es mit schöner Regelmäßigkeit meist schon im September bei uns gibt.
Dafür serviere ich sommerlichen Zitronenkuchen; neue Guglhupfformen mussten schließlich eingeweiht werden.









Für unseren überschaubaren Zwei-Personen-(eine Katze-)Haushalt sind kleine Kuchenformen geradezu ideal. Ansonsten muss ich immer mal wieder Teile von Kuchen oder Torten einfrieren, denn auch mit dem größten Wohlwollen kann man nicht tagelang an einem Kuchen herumessen - naja, mein Mann bekommt das hin.... Einen halben Kuchen dann aus den Tiefen des Freezers zu holen, wenn sich spontan Besuch ansagen sollte, ist zudem optisch auch wenig ansprechend. Schön, wenn man dann einen Minikuchen vorrätig hat - und noch schöner, wenn sich an einem Wochenende spontan Lust auf einen Kuchen meldet, man aber weder die Zeit noch die Lust dazu hatte, einen zu backen. Rührteige eignen sich bestens zum Einfrieren und schmecken aufgetaut wie frisch. Eventuell brauchen sie dann nur noch eine hübsche Verzierung.






Aus eins mach zwei!

Mit einem Basisteig kann man zudem noch zwei verschiedene Kuchen herstellen - und diese auch auf zweierlei Weise verzieren.
Aber lasst uns nun über die inneren Werte reden: Buttermilch (ja, die bekomme ich mittlerweile ab und an auch in Rom!), Zitronensaft und Abrieb sorgen für ein zitrisch-frisches Geschmackserlebnis. Blaubeeren malen im Teig fruchtig-bunte Tupfer, während das Dream-Team Rosmarin-Zitrone kaum noch vorgestellt werden muss. Im Sommer habe ich Zitronen-Rosmarin-Marmelade gekocht. Diese Kombi ist einfach genial und funktioniert auch im Kuchen.






Zutaten
(für zwei Silikon-Guglhupf-Formen von jeweils 1000 ml Inhalt)


Basisteig

  • 250 g weiche Butter
  • 250 g Zucker
  • 1 P. Vanillinzucker
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier
  • 400 g Mehl, gesiebt
  • 3 Tl Backpulver
  • 200 ml Buttermilch
  • Saft und Abrieb einer unbehandelten Zitrone


Die weiche Butter mit dem Salz, dem Zitronenabrieb, dem Zucker und dem Vanillinzucker mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät zu einer cremigen Masse verrühren. Nach und nach die Eier einzeln einarbeiten. Abwechselnd das mit dem Backpulver vermischte Mehl, die Buttermilch und zum Schluss den Zitronensaft unterrühren.
Den Teig auf zwei Schüsseln verteilen.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.


Zutaten für die Teige

  • 125 g Blaubeeren
  • 1-2 El fein gewiegte Rosmarinnadeln


Unter Teig Nr. 1 die Rosmarinnadeln unterühren und dann den Teig in eine Form füllen.
In die zweite Form den Teig abwechselnd mit je einer Lage Blaubeeren einfüllen. Mit Teig abschließen.
Im Ofen ca. 45 Minuten backen.
Dann herausnehmen, auf ein Kuchengitter geben und vollständig abkühlen lassen.


Fertigstellung

  • 185 g weiße Kuvertüre
  • 1/2 Tasse Puderzucker
  • Zitronensaft
  • gemischte Beeren und Rosmarinzweige für die Dekoration


Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Eine der Formen mit Küchenpapier kurz auswischen und die Kuvertüre hineinfüllen. Die Form etwas schwenken. Nun den Kuchen mit dem Blaubeeren vorsichtig in die Form drücken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Hierfür ist unbedingt eine Silikonform erforderlich.
Am nächsten Tag aus der Form nehmen und mit gemischten Beeren servieren.

Puderzucker mit Zitronensaft zu einem zähflüssigen Guss verrühren und über den Kuchen mit Rosmarin gießen. Mit Rosmarin und Beeren verzieren.





Freitag, 13. April 2018

Frei nach Johann Lafer und leicht italianisiert: Caramelle di strudel con frutti di bosco e ricotta



Die liebe Sina vom Blog "giftigeblonde" lädt zum Strudeln ein. Da muss ich allein schon wegen meines Mannes mitmachen, denn als echter bayerischer Bub gehören Mehlspeisen wie Kaiserschmarrn und auch Strudel mit auf den Speiseplan. Wenn ich ihn ab und an vor einem Wochenende frage, was ich denn backen könne, dann kommt garantiert als Antwort oft "Apfelstrudel oder Sachertorte". Bevor ich nach Rom zu meinem Mann gezogen bin, fand er kurz nach seiner Ankunft mit unglaublicher Treffsicherheit die wohl einzige Bäckerei, die österreichische Spezialitäten im Angebot hat. Der Inhaber dieser kleinen "Pasticceria" - "La Dolceroma" - hatte sich in das Backwerk unserer österreichischen Nachbarn verliebt, eröffnete 1988 einen winzigen Laden im römischen Ghetto und bietet seitdem Torten, Strudel, Brot und Brötchen an,  so wie man diese Backwerke in der Alpenrepublik liebt. Das allerdings zu saftigen Preisen. Nachdem seitdem ich nachgezogen war, gab es den Strudel und die Sacher immer hausgemacht!




Ein Rezept für Apfelstrudel, der in einer Vanillesauce ein ausgiebiges Bad nimmt, gibt es bereits im Blog. Fast noch besser hat mir ein Strudel mit einer Füllung aus Ricotta und Blaubeeren geschmeckt; die Links dazu findet Ihr am Ende.

Die heikelste Phase bei der Herstellung eines Strudels ist für mich immer das Hantieren mit dem Küchentuch in jenem Moment, in dem man den Strudel auf das Backblech jonglieren muss. Dagegen sind diese kleinen Strudelbonbons sehr leicht zu "händeln"; vielleicht wird schon das viele freuen, die zwar gerne Strudel essen, aber diese Zittermomente fürchten.
Das Rezept für die Caramelle stammt aus einem Backbuch von Johann Lafer, und gerade im Bereich der Pâtisserie halte ich ihn für einen ganz Großen, auch wenn viele den Umstand, dass er öfters im Fernsehen auftritt, für einen Makel halten - die viel geschmähten "Fernsehköche"! Ich habe nicht nur  in seinem wunderbaren Restaurant gegessen, sondern ihm auch einen ganzen Tag lang bei einem Kochkurs über die Schulter schauen dürfen - und natürlich auch selbst dabei gekocht. Dazu kann ich nur sagen: dieser Tag war mehr als inspirierend!

Trotzdem habe ich mich ein wenig von seinem Rezept entfernt. Der Strudelteig ist mein bewährter, und anstelle von Magerquark habe ich Ricotta genommen. Da mein Teig mit mehr Mehl gemacht wird, habe ich auch die Mengen der anderen Zutaten angeglichen.
Und jetzt mal ehrlich: Caramelle - das klingt doch auch viel schöner als Bonbons!





Zutaten
(für 14 Caramelle)



Strudelteig


  • 150 ml lauwarme Milch
  • 280 g Mehl (Ausgangsbasis, je nach Größe des Eis eventuell mehr)
  •  + Mehl zum Ausrollen
  • 1 Ei
  • 2 El neutrales Pflanzenöl + Öl zum Bestreichen
  • 1 Prise Salz


Füllung


  • 200 g gemischte Beeren (Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren)
  • 85 g Gelierzucker (2:1)
  • 200 g Ricotta (Original: Magerquark)
  • Mark einer Vanilleschote
  • 2 Eigelb
  • 3 El Semmelbrösel
  • 1 Tl Stärkemehl
  • 100 g Butter
  • Puderzucker



Die Zutaten für den Strudelteig zu einem Teig verarbeiten; zunächst mit dem Knethaken, dann mit den Händen. Nach und nach soviel Mehl einarbeiten, bis man einen nicht mehr klebrigen, dennoch sehr weichen Teig in den Händen hält. Eine kleine Schüssel mit Öl ausstreichen, den Teig hineinlegen und nochmals mit Öl bestreichen. Mit Folie abdecken und an einem warmen Ort zwei Stunden ruhenlassen.

In der Zwischenzeit die Beeren waschen und mit dem Gelierzucker in einem Topf geben. Aufkochen und drei Minuten köcheln lassen. Durch ein Sieb in eine Schüssel streichen und abkühlen.
Das Beerenmus mit der Ricotta, dem Vanillemark, den Eigelben, Semmelbröseln und Stärkemehl verrühren.

Die Butter zerlassen.
Ein Küchenhandtuch leicht bemehlen und den Strudelteig daraufgeben. Etwas Mehl auf den Teig stäuben und zunächst mit dem Nudelholz ausrollen. Dann die Hände mit dem Handrücken nach oben unter den Teig schieben und diesen vorsichtig ausziehen. Man sollte das Muster des Handtuchs durch den Teig erkennen können. Dickere Teigränder wegschneiden.




Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Den Strudelteig nun in 14 12x20 große Rechtecke schneiden.
Jeweils einen Esslöffel der Füllung auf die untere Hälfte des Rechtecks an der schmalen Seite geben und etwas verstreichen. Die Ränder mit zerlassener Butter bestreichen.




Vor der schmalen unteren Seite her den Teig aufrollen und die Enden wie bei einem Bonbonpapier verdrehen.



Die Caramelle auf das Backblech legen und mit der restlichen Butter bestreichen.
Im Backofen ca. 20-25 Minuten backen.
Abgekühlt mit Puderzucker bestäuben.





Weitere Strudelrezepte gibt es hier:
Apfelstrudel
Strudel di ricotta e mirtilli

Rezept frei nach:
Der große Lafer Backen, Gräfe und Unzer Verlag, München 2012


Gourmettipp:
La Dolceroma
Via del Portico d'Ottavia, 20b
00186 Roma
Home


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 28. August 2016

Von Zutaten und Stereotypen: Strudel di ricotta e mirtilli



Lasst uns ein wenig über Zutaten reden. Ich konnte noch nie verstehen, dass eine "einfache" Insalata Caprese zu den beliebtesten italienischen Gerichten nördlich der Alpen gehört.
Das klingt jetzt erstmal wieder sehr provokant, wie man das ja von mir gewohnt ist,  aber wenn ich Teller sehe, auf denen sich diese Gummikugeln aus dem Kühlregal an die Tomaten schmiegen, verstehe ich einfach nicht, wie das jemanden schmecken kann. Meist sind diese "Bälle" aus Kuhmilch hergestellt; dieses Produkt heißt in Italien Fior di latte und ist - frisch - durchaus sehr wohlschmeckend. Ich habe - aus Neugier - auch schon Büffelmozzarella in Deutschland gefunden und gekauft. Leider hat er nicht mehr ganz bis überhaupt nicht so geschmeckt, wie er eigentlich schmecken soll. Wobei niemand daran irgendeine Schuld trägt: Büffelmozzarella zeigt ihren unnachahmlichen Geschmack nur ganz frisch und sollte möglichst niemals einen Kühlschrank von innen gesehen haben.
Warum ich das alles erzähle? Weil diese Regeln, vielleicht nicht ganz so streng, auch für Ricotta gelten.



"Du hast ja gut reden!" werden nun einige sagen. Ja - und nein...
Es ist nicht so, dass ich im absoluten kulinarischen Paradies lebe. Viele, auch einfachste Zutaten bekomme ich in Rom nicht oder nur selten. Und dann verhalte ich mich merkwürdig. Alle paar Wochen verirren sich seit einiger Zeit ein paar Töpfchen mit Crème fraîche ins Kühlregal eines Supermarktes in der Nähe. Nicht bei der Sahne/Milch/Butter-Ecke, sondern zwischen den Joghurt-Bechern. Ohne groß nachzudenken habe ich sie alle (zwei Töpfe) aufgekauft, ebenso die eine Sorte überteuerten französischen Billig-Camembert; man weiß ja nie, wann das wieder mal zu haben ist...
Ihr schüttelt den Kopf? "Was brauchst Du das? Du hast doch soviel feine italienische Spezialitäten", werdet Ihr sagen. Eine endlose Diskussion.
Nun muss ich endlich diese Crème fraîche verwenden, deren Verfallsdatum bedrohlich näher rückt, aber für das Rezept, das mir vorschwebt, brauche ich frische Feigen. Hurra, Feigenzeit in Italien, nur wo sind sie denn? Ach so, es ist August! Auf dem Campo de' fiori verkauft man Touristenkitsch. Kommende Woche wird es hoffentlich wieder besser.
Bin ich eigentlich zu negativ, wenn ich über mein Leben in Italien schreibe? Viele werden das insgeheim denken. Ganz am Ende, nach dem Rezept, habe ich dazu noch ein paar Gedanken formuliert, die ich unbedingt loswerden musste. 
Jetzt aber zunächst noch einmal zurück zu den Zutaten.
Wie gesagt: Was für die Mozzarella gilt, das gilt auch für die Ricotta. Nichts geht über die mild-aromatische Ricotta di pecora - die Schafskäse-Ricotta. Sie hat ganz und gar keinen strengen Nachgeschmack, wie man das vielleicht beim Stichwort "Schaf" vermuten könnte, vor allem aber fehlt ihr jene "mehlig-trockene" Konsistenz , die Ricotta aus den Plastiktöpfchen oft negativ auszeichnet.
Auch lose verkaufte Kuhmilch-Ricotta eignet sich hervorragend für diesen Strudel. Wer also einen italienischen Feinkosthändler kennt, der frische Ricotta verkauft, dem sollte man unbedingt einen Besuch abstatten.





Zutaten

Strudelteig

150 ml lauwarme Milch
280 g Mehl (Ausgangsbasis, je nach Größe des Eis eventuell mehr)
 + Mehl zum Ausrollen
1 Ei
2 El neutrales Pflanzenöl + Öl zum Bestreichen
1 Prise Salz

Aus den Zutaten einen Teig kneten, zunächst mit dem Knethaken, dann mit den Händen. Nach und nach soviel Mehl einarbeiten, bis man einen nicht mehr klebrigen, dennoch sehr weichen Teig in den Händen hält. Eine kleine Schüssel mit Öl ausstreichen, den Teig hineinlegen und nochmals mit Öl bestreichen. Mit Folie abdecken und an einem warmen Ort zwei Stunden ruhenlassen.




Füllung und Fertigstellung

450 g Ricotta di pecora (Schafskäse-Ricotta)
2 Eier
60 g Zucker
1 Vanillestange
1 Prise Salz
20 g Speisestärke
125 g Blaubeeren
40 g Butter
Puderzucker

Backpapier und Küchenhandtuch


Den Backofen auf 190 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
Die Eier trennen. Eiweiße mit einer Prise Salz und einem Drittel des Zuckers sehr steifschlagen und bis zur weiteren Verwendung kaltstellen.
Die Eigelbe mit dem restlichen Zucker und dem ausgekratzten Mark der Vanilleschote hellgelb aufschlagen, dann die Ricotta hinzufügen und cremig rühren. Die Blaubeeren sowie das steifgeschlagene Eiweiß auf den Teig geben und die Speisestärke darübersieben. Alles vorsichtig mit einem Rührlöffel unter die Ricottamasse heben.
Die Butter zerlassen.
Ein Küchenhandtuch leicht bemehlen und den Strudelteig daraufgeben. Etwas Mehl auf den Teig stäuben und zunächst mit dem Nudelholz ausrollen. Dann die Hände mit dem Handrücken nach oben unter den Teig schieben und diesen vorsichtig ausziehen. Man sollte das Muster des Handtuchs durch den Teig erkennen können. Dickere Teigränder wegschneiden.
Die Ricottamasse auf dem Teig verteilen, dabei einen Rand lassen; der obere Rand sollte dabei etwas breiter sein. Ränder mit zerlassener Butter bestreichen.
Mit Hilfe des Tuchs den Strudel aufrollen, dabei die Seiten etwas einschlagen.
Dann den Strudel ebenso mit Hilfe des Tuchs auf das mit Backpapier ausgelegte Blech heben - "Nahtseite" nach unten.
Mit der restlichen Butter bestreichen und 35-40 Minuten backen.
Ausgekühlt mit Puderzucker bestäuben.



♦♦♦

Bin ich eigentlich zu negativ, wenn ich über mein Leben in Italien schreibe? Viele werden das insgeheim denken, was mir ein wenig Sorgen macht. Aber es ist schwierig zu erahnen, was manche zwischen den Zeilen herauszulesen meinen.
Neulich habe ich einen unsäglichen Artikel entdeckt mit dem Titel: „Was wir von den Italienern lernen können“. Darf man sich wirklich zu den Italophilen rechnen, wenn man verzückt dabei nickt? Der Italiener, so werde ich belehrt, sitzt ab 17.30 Uhr bei Aperol Spritz auf der Piazza, während der arme Autor - stellvertretend für den gestressten deutschen Mann -, wenigstens im Urlaub der Dolce vita frönen darf und dabei an sein hartes Leben nördlich der Alpen denken muss.

"Während der Deutsche nach Feierabend noch seine Buchshecke trimmt, den Rasen mäht und sicherstellt, dass die makellose Fassade des Eigenheims auch makellos bleibt, setzt sich der Italiener ohne Umwege auf den pinienvernadelten Bordstein, an seine unsauber verputzte Hauswand, trinkt einen Aperol Spritz und freut sich des Lebens. "...
...  "Denn auch mein Weg führt vom Office directamente in den Supermarkt, zur Post, zum Sport."

Haha, da würde der gute Mann schon an der Post hier scheitern, geschweige denn, dass er alles das an einem Abend auf die Reihe bekäme! Und dann diese Bemerkung: "an seine unsauber verputzte Hauswand..."
Lieber Autor, der durchschnittliche Italiener sitzt oft bis neun Uhr abends im Büro! Auch am Freitag! Und in einer Stadt wie Rom hockt er nicht nachmittags auf der Piazza und trinkt Aperol, sondern quält sich nach einem Arbeitstag nach Hause - im Auto oft über eine Stunde im Stau, denn die Dreimillionestadt Rom hat gerade mal zweieinhalb Metrolinien zu bieten.
Übelst setzt der Autor diesem noch einen drauf:

"Eigentlich sehnen wir uns doch alle nach diesem Gefühl. „Nach mir die Sintflut, vor mir der Aperitivo.“ Manchmal frage ich mich, ob all die historischen italienischen Stadtkerne wirklich so historisch sind. Vielleicht sind die Häuser allesamt keine hundert Jahre alt. Vielleicht priorisiert der Italiener einfach anders. Besser? Lebensbejahender? Ganz nach dem Motto: „Soll mein Haus doch marodieren – solange der Putz nicht in meinen Aperol hineinbröckelt lässt sich das verschmerzen.“*

Wer darin eine Lobpreisung Italiens, der Italiener und deren Lebensstil sieht, dem unterstelle ich nur eine Haltung, die in diesem Spruch zum Ausdruck kommt.

"Die Italiener schätzen die Deutschen, aber sie lieben sie nicht. Die Deutschen lieben die Italiener, aber sie schätzen sie nicht."

Wir lieben und schätzen unsere italienische Freunde, ich bewundere die Italiener wegen ihrer Geduld in den alltäglichen Dingen, ihres großen Herzens, das sie in Zeiten der Not zeigen. Wie leider in diesen Tagen nach dem grauenhaften Erdbeben. Da zeigen viele ihre wahre Größe!
Ich denke, damit ist alles gesagt.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 12. August 2014

Zweifach veredelt: Tagliata mit Gorgonzola-Walnuss-Kruste und Blaubeer-Chutney


In der Ferragosto-Woche wird das Einkaufen in Italien zu einer echten Herausforderung. Ferragosto!  Während man in der katholischen Welt am 15. August den Tag "Mariä Himmelfahrt" feiert, zelebrieren die Italiener vor allem den Höhepunkt ihrer traditionellen Urlaubssaison. Noch heute fliehen die Menschen im August aus ihren heißen Städten ans Meer oder in die Berge, obwohl die Erfindung der Klimaanlage das Leben nicht mehr ganz so unerträglich in den heißesten Wochen des Jahres werden lässt. Wie wir Ferragosto oft erlebt haben, hatte ich vor zwei Jahren bereits in einem kleinen Bericht geschildert.
Nach wie vor sieht man in diesen Tagen abseits der touristischen Trampelpfade leere Gassen und vor allem geschlossene Geschäfte. Heute morgen suchte ich verzweifelt - und vergeblich - eine noch geöffnete Reinigung. Mein Metzger am Campo de' fiori macht Ferien, und der Gemüsemarkt ist zusammengeschrumpft. Im Feinkostgeschäft, das am Vormittag geöffnet ist, wartet man ungewöhnlich lange darauf, bedient zu werden, denn die Angestellten sind vornehmlich damit beschäftigt, belegte Brötchen zuzubereiten oder ausgewählte Schinken- oder Käsesorten für die Touristen in Folie einzuschweißen. Da die Kommunikation seitens der Angestellten meist in holprigem Englisch und seitens der Kunden in noch holprigerem Italienisch abläuft, muss man genügend Zeit und Geduld mitbringen.
Aber ganz so dramatisch wie noch vor Jahren, wo man in der Stadt beinahe verhungerte, wenn man sich nicht größere Vorräte angelegt hatte, ist die Einkaufsituation dann doch nicht mehr.
Trotzdem sind wir gestern Abend noch zum italienischen Spezialitäten-Kaufhaus Eataly gefahren, um dort ein paar ausgewählte Lebensmittel zu kaufen, unter anderem piemontesisches Rindfleisch aus kontrollierter Aufzucht. Den Einkauf dort haben wir wie immer auch genutzt, dort noch eine Kleinigkeit zu essen.
Ich genieße diese Besuche dort!
Noch mehr aber genieße ich eine schöne Cenetta a due ([romantisches] Abendessen zu zweit) zu Hause, besonders, wenn es so etwas Feines wie diese mit Gorgonzola und Walnüssen überbackene Tagliata mit Blaubeer-Chutney gibt.




Zutaten

Blaubeer-Chutney
250 g Blaubeeren
1 rote Zwiebel
15 g frischen Ingwer
1 El Sonnenblumenöl
2 El Apfelbalsam-Essig
35 g Zucker
2 Tl Stärkemehl
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Zwiebel würfeln und den Ingwer fein hacken. Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel sowie den gehackten Ingwer darin anschwitzen, den Zucker hinzufügen und leicht karamellisieren lassen. Dann Blaubeeren und Apfelbalsam-Essig zu den karamellisierten Zwiebeln geben und fünf Minuten köcheln lassen. Das Stärkemehl mit wenig kaltem Wasser glattrühren und zum heißen Chutney geben und unterrühren. Nochmals aufkochen lassen. Chutney mit Salz und Pfeffer abschmecken und abkühlen lassen.

Tagliata mit Gorgonzola-Haube
2 Entrecôtes vom Rind (à ca. 240 g)
etwas frisches Oregano
Fleur de Sel
frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl extra vergine
60 g Gorgonzola piccante
30 g Walnusskerne

Das Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Die beiden Entrecôtes mit Fleur de Sel, Pfeffer und etwas frischem Oregano würzen und von jeder Seite in heißem Olivenöl ungefähr zwei Minuten scharf anbraten.
Gorgonzola zerbröseln und Walnusskerne grob hacken. Käse und Nüsse miteinander verkneten und auf den beiden Entrecôtes verteilen.
Das Fleisch auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für ungefähr zehn Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben.
Vor dem Anschneiden das Fleisch etwas ruhen lassen. Das Blaubeer-Chutney dazu servieren.
Reste vom Blaubeer-Chutney schmecken vorzüglich zu Käse.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 15. Juli 2014

Einmal tieffrieren und fönen bitte: Die ultimative "Frozen Bowl" mit sommerlichem Obstsalat



Noch einmal lasse ich es zischen für Simones sommerlichen Blogevent, und zwar so richtig!
Gestern Abend hatte ich gelesen, dass einige wenige Einreichungen fehlen, um für den hundertsten Blogevent in Zorras Kochtopf die Hundert voll zu machen.
Da kann man ja nicht tatenlos bleiben.
Der Blick zu sehr später Stunde in den Kühlschrank war eher nicht so berauschend. Allerdings gab es noch Limetten! Und wie ich es in meinem ersten Beitrag schon erwähnt hatte, sollten diese wunderbar aromatischen Zitrusfrüchte, die mich immer an unsere Florida-Urlaube erinnern, in meinen zischenden Vorschlägen eine Hauptrolle spielen. 
Aber was macht man aus Limetten und - Wasser? Man kann natürlich Limonade machen.
Oder eben eine coole Schüssel für einen sommerlichen Obstsalat!
Die Idee dazu habe ich am vergangenen Samstagabend aufgeschnappt. Wir waren zum Abendessen drei Stockwerke unter uns eingeladen. Als zum Dessert diese eiskalte Schüssel auf dem Tisch stand, war mir klar: das muss ich nachmachen!
Jetzt zeige ich Euch, wie es geht.



Ihr braucht dazu nur:

2 Schüsseln, eine davon etwas kleiner
Wasser (logisch)
und zwei Limetten

Natürlich lässt sich so einen Schüssel ganz phantasievoll aufpeppen: Mit Kiwischeiben, Blütenblättern, Minzblättchen, kleinen Muscheln - was Ihr eben so im Hause habt! Ich hatte halt nur Limetten!




Zunächst müsst Ihr ungefähr zwei fingerbreit Wasser in die größere Schüssel geben und dieses im Freezer anfrieren lassen. Dann stellt Ihr die kleinere Schüssel hinein und füllt den Rand mit Wasser. Ganz wichtig ist es, die kleinere Schüssel zu beschweren, sonst schwimmt sie auf dem Wasser. Dazu könnt Ihr nehmen, was Ihr sonst so in den Tiefen Eures Freezers findet: Ein Steak, eine Packung Gefriererbsen, den kleinen Napf mit dem übriggebliebenen Rotkraut der vergangenen Weihnacht...
Ich habe drei kleine Gläser mit selbstgekochtem Fond in die kleine Schüssel gestellt. In den mit Wasser gefüllten Zwischenraum habe ich dann noch Limettenscheiben gegeben.
Das alles kommt jetzt für mehrere Stunden in das Gefrierfach.




Danach holt man die Schüsseln heraus und füllt die obere kleine Schüssel kurz mit heißem Wasser. Wenn die Schüssel anfängt, sich zu lösen, alles vorsichtig auf ein Küchenhandtuch "stürzen". Nach und nach löst sich dann auch die größere Schüssel. Ich habe sie von außen gefönt - nach dem Motto: Einmal tieffrieren und fönen bitte!
Einen Teller mit einer Tuchserviette auslegen und die Eisschüssel daraufsetzen.
Jetzt kann sie gefüllt werden, zum Beispiel mit Obstsalat.




Für meine Macedonia nehme ich:

1 Cantaloupe-Melone
1 Schälchen Himbeeren
1 Schälchen Blaubeeren
Saft einer Limette
ein paar Minzblättchen

Die Melone höhle ich mit dem Kugelausstecher aus. Die Beeren werden gewaschen und die Limette ausgepresst.
Melonenkugeln mit den Beeren und dem Limettensaft mischen, in die Eisschüssel füllen und mit Minzblättchen belegen.
Die Macedonia hält sich wunderbar frisch. Ist sie aufgefuttert, bevor die Schüssel geschmolzen ist, kann man die sie im Freezer für eine weitere Runde aufheben. 



Blog-Event C - Zisch! Erfrisch mich! (Einsendeschluss 15. Juli 2014)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Vitaminreiches Soul Food vom Feinsten



Bevor die Beerchen endgültig in den Winterschlaf geschickt werden, gibt es noch einmal Couscous mit Frutti di bosco - Waldbeeren. Das schmeckt schön sommerlich und passt bestens zu den noch warmen Temperaturen, bei denen die Sonne nicht mehr nur unbarmherzig vom Himmel brennt, sondern angenehm die immer kürzer werdenden Tage begleitet.
Ab und an brauche ich im Winter, wenn ich frierend in unserer römischen Wohnung sitze, sogenanntes Soul Food. Da hilft eine heiße Tasse Chai, und wenn es ganz schlimm kommt, ein schöner warmer Grießbrei.
Dieser süße Couscous ist die eher leichtere und spätsommerliche Version  jener kleinen Zwischenmahlzeiten, die die Stimmung wieder etwas heben sollen.
Couscous dolce kennt man auch in Sizilien als Dolce, und ich habe vor einiger Zeit schon ein Rezept dafür im Blog vorgestellt.



Couscous dolce con frutti di bosco

(Zutaten für 2-3 Personen)



  • 250 g Couscous
  • 25 g Butter
  • 250 ml Milch
  • 50 g selbstgemachter Vanillezucker (oder Zucker mit dem Mark einer halben Vanilleschote)


  • 300 g gemischte Beeren
  • 15 g Butter
  • 1 El brauner Zucker
  • ein paar Minzblättchen


Den Couscous in eine Schüssel geben, 25 g Butter zerlassen und mit dem Vanillezucker unter den Couscous rühren. Die Milch erhitzen, über den Couscous gießen, kurz umrühren und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Dann mit zwei Gabeln den Couscous auflockern.
15 g Butter erhitzen und den Zucker darin leicht karamellisieren. Die gewaschenen Beerenfrüchte hinzugeben und kurz erhitzen.
Couscous mit den Beeren anrichten und mit ein paar Minzblättchen dekorieren.




Rezeptquelle: Nach einer Idee aus der Wochenendbeilage des Corriere della Sera (IO donna, 14. September 2013)


Und weil Sabine in ihrem Blog Schmeckt nach mehr  gerade Seelenfutter sucht, biete ich ihr gerne eine Tellerchen hiervon an. Der vanillige Couscous hilft der Seele, Vitamine stärken der Körper.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 2. September 2013

Beerenstark: Risotto ai mirtilli



Was kocht man an einem Septembertag, der alles andere als herbstlich ist?
Auf jeden Fall mit Zutaten, die noch ganz nach Sommer schmecken!
Richtig heiß war es heute und viel sommerlicher, als noch vor Tagen, wo nachmittags oft Wolken über der Stadt aufzogen. Zum Teil regnete es dabei so heftig, dass das Wasser zu meiner großen Freude unter den Fenstern hervorquoll. Ich rannte mit den Putzlappen zum Ort des Geschehens und dachte mir nur: Das war's wohl mit diesem Sommer! Spät hatte er angefangen, früh endet er nun.
Doch zum Wochenanfang dann das: Hitze, blauer Himmel und Sonne satt!
Da möchte man auch beim Kochen noch nicht an herbstliche Genüsse denken!

Seit heute Morgen sind die Marktstände auf dem Campo de' fiori wieder vollständig versammelt. Besonders "scharf" - mit Peperoncini und langen Strängen
 von Tropea-Zwiebeln - ging es an diesem Stand zu:










"Spätsommerrisotti" gab es im hier im Blog schon vor einem Jahr, etwa mit Feigen und Burrata oder mit Melone und Südtiroler Speck. Heute griff ich nochmal richtig ins sommerliche Obstkörbchen, denn dass man Risotto auch mit Blaubeeren machen kann, las ich vor ein paar Tagen in einem italienischen Magazin.
Obst im Risotto - ob nun mit Melonen, Birnen oder auch Erdbeeren - gibt diesem, wie ich finde, immer eine feine Säure - und die Blaubeeren dazu jede Menge Farbe!







  

Zutaten (für 2-3 Personen)


  • 170 g Risotto-Reis (z. B. Arborio oder Carnaroli)
  • 1 Schalotte
  • 1 El Olivenöl extra vergine
  • 2 El Butter
  • 150 g Blaubeeren
  • 3 Zweiglein Thymian + einige Zweige für die Deko
  • 100 ml Portwein
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 100 g Stracchino (ital. Weichkäse) alternativ Frischkäse
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Die Gemüsebrühe erhitzen und leicht köchelnd halten.
Die Schalotte in feine Würfel schneiden und in dem Olivenöl sowie 1 El Butter anschwitzen. Dann den Reis hinzufügen und glasig werden lassen. 100 g Blaubeeren zum Reis geben und diesen mit dem Portwein ablöschen. Die Blättchen von den Thymianzweigen streifen und zum Reis geben.
Nach und nach unter gelegentlichem Rühren Gemüsebrühe hinzugeben. Der Reis braucht nun ungefähr 18 Minuten.
Zum Schluss die verbliebenen Blaubeeren sowie einen El Butter unterrühren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Klecks Frischkäse servieren.

Rezeptquelle: Frei nach einem Rezept von Barbara Torresan, präsentiert in  A Tavola, September 2013



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 4. September 2012

Für regnerische Nachmittage: Blueberry-Muffins

Heute vormittag hatte sich kurzfristig eine liebe Freundin angesagt. Einen Stadtbummel wolle sie mir mir machen, sagte sie voller Tatendrang am Telefon, in der Hoffnung, dass das Wetter sich am Nachmittag bessere. Nun regnete es aber um die Mittagszeit immer noch, und ich hatte keine Lust, ständig tiefen Pfützen auszuweichen, um dann doch von den Autofahrern, mit denen ich mir in der Innenstadt oft die Gassen teilen muß, abgeduscht zu werden. Ich möchte mich auch gar nicht über das Regenwetter beschweren. Wochenlang fiel ja kein Tropfen vom Himmel, und für die Natur ist es eine echte Wohltat! Auch wir hitzegeplagten Stadtmenschen können endlich wieder ein bißchen aufatmen, und der Sommer ist ja noch nicht vorbei - am Wochenende soll es wieder wärmer werden.



Für einen gemütlichen Nachmittag bei Kaffee oder Tee, der meine Freundin zum Plausch im Trockenen animieren sollte, mußte also noch schnell ein Köder her.
Für überraschenden Besuch eignen sich Muffins hervorragend. Sie sind schnell gerührt und gebacken, und meist hat man genug von den süßen Teilchen, um ein paar davon einfrieren zu können, so dass man beim nächsten "Überfall" von Freunden nur noch das Gefrierfach öffnen muß. Auch die Grund-Zutaten für Muffins sind meist im Haus: Mehl, Zucker, Butter, Eier und Milch.
Da sich zudem noch ein Schälchen Blaubeeren im Kühlschrank versteckte, waren heute die Klassiker dran: Blueberry-Muffins!




Zutaten (für ca. 15 Stück)

  • 450 g Mehl
  • 4 Tl Backpulver
  • 115 g brauner Zucker
  • 2 Eier
  • 250 ml Milch
  • 1 Tl Vanilleessenz
  • 125 g flüssige Butter (und Butter für das Muffinblech; entfällt bei Papierförmchen)
  • 150 g Blaubeeren
  • Puderzucker

Den Backofen auf 210° (Ober- und Unterhitze) vorheizen und die Muffinbleche mit den Papierförmchen auslegen (oder mit flüssiger Butter auspinseln). Blaubeeren waschen und trockentupfen.
Die Butter zerlassen und abkühlen lassen. Das Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Backpulver, dem Zucker und den Blaubeeren vermischen. In die Mitte eine Mulde drücken.




Die Eier mit der Milch und der Vanilleessenz verquirlen. In die Mulde giessen und auch die zerlassene Butter hinzufügen. Mit einem Holzlöffel rasch verrühren; der Teig darf noch etwas krümelig sein.
Teig auf die Förmchen verteilen und die Muffins ca. 25 Minuten backen. Danach auf einem Gitter auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 11. August 2012

Wenn Beeren träumen...

...dann sicher davon, einmal auf einem solchen Kuchen zu landen!
Sommerlicher geht es kaum! Hier sind fast alle Beeren vereinigt, die zur Zeit in Sträuchern und Hecken sprießen. Auch meine geliebten Himbeeren machen es sich auf dem weichen Bett aus Mascarpone-Crème gemütlich.
Ein wahrer Beerentraum!





Zutaten

  • 125 g weiche Butter plus Butter zum Ausfetten der Form
  • 170 g Zucker
  • 3 Eier
  • 1 Pk. Vanillezucker
  • 175 g Mehl
  • 0,5 Pk. Backpulver
  • 15 g Kakaopulver
  • 250 g Mascarpone
  • 125 g griechischer Sahnejoghurt
  • 1 Vanillestange
  • 2 El Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 1 Pk. Tortenguss(rot)
  • 500 g gem. Beeren (Himbeeren, Blaubeeren, Johannisbeeren, Brombeeren)

Den Backofen auf 175 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und eine Springform mit Butter ausfetten.
Die Beeren waschen und trockentupfen.
In einer Rührschüssel die weiche Butter mit 100 g Zucker und dem Vanillezucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Dabei nach und nach die Eier zufügen.




Das Mehl mit dem Backpulver und dem Kakaopulver mischen und über die Fettmasse sieben. Gut unterrühren.
In die Form füllen und auf der unteren Schiene ca. 25 Minuten backen. Danach aus dem Ofen nehmen und vollständig auf einem Gitter auskühlen lassen.
Mascarpone mit dem Joghurt, 50 g Zucker, dem ausgekratzten Mark einer Vanilleschote und dem Zitronensaft verrühren. Mit Hilfe einer Palette auf dem Tortenboden verstreichen.




Die gemischten Beeren auf der Mascarponecreme verteilen. Den Tortenguss mit 20 g Zucker nach Packungsanweisung zubereiten und über den Beeren verteilen.






Mein "süßer" Beitrag für Tobias Kochbasar.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


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