Samstag, 25. März 2017

Resteverwertung auf Neapolitanisch: Mozzarella in carrozza



Die findigen  Neapolitaner verstanden sich schon immer darauf, auch aus Resten noch schmackhafte, und vor allem sättigende kleine Köstlichkeiten zu zaubern. Gerade in den ärmeren Bevölkerungsschichten musste alles verwertet werden, um die Familie satt zu bekommen, so auch eine nicht mehr ganz frische Mozzarella. Da auch die saftigste Büffelmozzarella nach ein paar Tagen ihr feines Aroma verliert und zudem noch austrocknet, wenn man sie nicht ihn ihrer Lake aufbewahrt, ist sie für den verwöhnten Gaumen der Neapolitaner pur nicht mehr zu genießen.




Eine nicht mehr ganz taufrische Mozzarella ist aber gerade bei diesem Gericht auch von Vorteil: Sie weicht das Weißbrot nicht auf. Im Original angereichert mit Sardellenfilets oder auch gekochtem Schinken, ummantelt mit einer knusprigen Panade, entstand aus dem ehemaligen Arme-Leute-Essen ein über die Grenzen hinaus bekannter Snack, den heute auch der internationale Jet-Set auf dem luxuriösen Capri als typisches Street Food aus der Region zu schätzen gelernt hat.
Übersetzt bedeutet Mozzarella in Carrozza übrigens: Die Mozzarella in der Kutsche.




Zutaten
(für eine Portion)


  • 2 Scheiben Toastbrot
  • 1 Mozzarella di Bufala, ca. 200 g (ersatzweise Kuhmilch-Mozzarella "Fior di latte")
  • 3-4 getrocknete Tomaten (im Original meist mit Sardellenfilets)
  • 1 El Mehl
  • 1 Ei
  • 25 ml Wasser
  • 90 g Semmelbrösel
  • Salz
  • Erdnussöl oder anderes hoch erhitzbares Öl


Die Tomaten abbrausen und in heißem Wasser einweichen.
Die Mozzarella in Scheiben schneiden und die Scheiben mit etwas Küchenpapier trockentupfen, damit sie die Brotscheiben nicht aufweichen.
Eine Weißbrotscheibe mit Mozzarellascheiben belegen, darauf die abgetupften getrockneten Tomaten geben und diese mit einer weiteren Lage von Mozzarellascheiben belegen. Mit der zweiten Weißbrotscheibe abschließen. Mit Backpapier bedecken und das gefüllte Brot für eine Stunde mit einem Topf beschweren.
Nach einer Stunde die Ränder wegschneiden und das vorbereitete Brot einmal teilen.
Mehl, Ei, Wasser und etwas Salz gut verquirlen. Die gefüllten Brotscheiben zunächst in den sehr flüssigen Ausbackteig tauchen, dann in den Semmelbröseln wälzen.
Soviel Öl erhitzen, dass man die Mozzarella in Carrozza schwimmend von jeder Seite zwei Minuten frittieren kann.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Hi Ariane,
    gerade dachte ich mir noch, dass ich von Mozzarella in carrozza schon oft gehört, es aber noch nie gegessen habe. Da du aber schreibst, dass das Original mit Sardellen oder Schinken ist, habe ich als Vegetarier schon die Erklärung ;) Deine Variante mit den getrockneten Tomaten hingegen klingt umwerfend.
    LG Melli

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    1. Aus Italien kenne ich es fast ausschließlich mit Sardellen. Aber da ich Fisch nicht esse, kann ich das auch nie bestellen.
      Getrocknete Tomaten sind ein genialer Ersatz dafür. :-)

      Saluti
      Ariane

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  2. das habe ich lange nicht zubereitet, danke für die Erinnerung!
    ich hab´s sogar vor jahren verbloggt...
    lg

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    1. Uihhh, da muss ich Dich mal wieder auf dem Blog besuchen... :-)

      Saluti
      Ariane

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  3. Danke für den Tipp mit dem Beschweren: das ist mir bisher entgangen und ich habe (relativ erfolglos!) versucht, die Ränder des Toastbrots mit einem «Kleber» aus Eigelb und Mehl zusammenzuhalten...
    Jetzt nehme ich aber wieder einmal einen Anlauf!
    FEL!X

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    1. Das klappt super: erst beschweren, dann die Ränder abschneiden. Ich habe die Dreiecke dann nur nach dem Frittieren jeweils nochmal geteilt (für's Foto ;-) ).

      Saluti
      Ariane

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  4. Das kenne ich mit N'duja als Füllung zwischen den Mozzarellascheiben. Mir ist allerdings der Mozzarella durch die Panier abhauen, als ich nur einmal paniert habe. Bei mir waren zwei Schichten Panier nötig. Aber dann ist das ein Gaumenschmaus sondersgleichen!

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    1. Mit dieser scharfen Wurstmasse kann ich mir das sogar sehr gut vorstellen. Probiere doch auch mal diesen Kniff mit dem Beschweren, dann dem flüssigen Ausbackteig und den Semmelbröseln aus. Das Öl muss auch wirklich heiß genug sein - und großzügig bemessen. Das gelingt dann prima. :-)

      Saluti
      Ariane

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    2. Der Trick steht eh bei mir am Blog auch. ;)

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    3. Jetzt habe ich mal gespickt.;-) Aber Du machst das ja ohne das Brot. Da kann das leicht passieren, denke ich mir.

      Saluti
      Ariane

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