Donnerstag, 22. August 2013

Mit einem Hauch von Rosmarin: Tagliata mit Nuss-Pistazien-Kruste



Zwei traumhafte Stücke waren das, die da vor mir lagen. Ich hatte Fleisch für Tagliata gekauft, und wenn man an in Italien eine Tagliata im Restaurant bestellen möchte, dann findet man die oft immergleichen Varianten auf der Menuekarte: Tagliata mit Kirschtomaten, Rauke und Parmesanspänen, Tagliata, mit Rosmarin geschmort, und Aceto Balsamico. Das sind die klassischen italienischen Rezepte für das im Ganzen gebratene Stück Fleisch, das später, in Zentimeter dicke Stücke geschnitten, serviert wird.
Alles schön und gut, aber auf Dauer auch ein bisschen langweilig! Ich glaube, mittlerweile kann ich auch keine Tomaten mehr sehen. Etwas anderes musste her, und schon schielte ich kulinarisch Richtung Norden. Ein Kruste für das Fleisch schwebte mit urplötzlich vor! Eine Kruste mit Haselnüssen, aber wieso ich gerade so versessen auf Haselnüsse war, kann ich auch nicht erklären. Ein genaues Rezept hatte ich nicht dafür, wusste nur, dass die Ausgangsbasis für eine Kruste zunächst einmal Butter ist - und zwar nicht zuwenig.
Neben dem Gläschen mit einer Handvoll Haselnüssen, die noch von der Weihnachtsbäckerei übrig geblieben waren, fand ich angebrochene Pistazien - die wunderbaren Pistazien aus dem sizilianischen Bronte. Das würde der Kruste eine hübsche Farbe und zudem ein feines Aroma geben, dachte ich mir. Und damit das Ganze doch noch ein bisschen "italienischer" würde, gab ich der Masse zur Stabilität nicht Toastbrotkrümel oder Semmelbrösel bei, sondern fein gemahlene Grissini.
Ob das nach meinen Vorstellung klappen würde, die Masse nicht davonlaufen oder zu einer harten Haube verbacken würde, der man mit Hammer und Meißel zu Leibe rücken müsste, das Fleisch darunter womöglich noch zäh oder gar zu blutig - alles das war ungewiss! Die Kunst des Kurzbratens ist nicht unbedingt meine Stärke.
Doch das Fleisch fühlte sich sichtlich und auch geschmacklich wohl in seinem grünen Mäntelchen. Wunderbar zart war es, und die Kruste überzeugte durch sehr feine Nuss- und Pistazienaromen mit einem Hauch von Rosmarin.






Zutaten (für zwei Personen)


  • 2 ca. 240 g schwere Entrecôtes ("Controfiletto") vom Rind
  • Fleur de sel, frisch gemahlener Pfeffer
  • Butterschmalz zum Anbraten
  • 70 g weiche Butter
  • 30 g Haselnüsse
  • 50 g Pistazienkerne
  • 30 g Grissini
  • 1 El fein gehackte glatte Petersilie
  • 1 El fein gehackte Rosmarinnadeln
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Zunächst die Kruste vorbereiten. Dafür die Haselnüsse und die Grissini in der Mühle des Stabmixers fein mahlen, die Pistazienkerne in der Mühle etwas grober hacken.
Die weiche Butter mit den gemahlenen Haselnüssen, den Pistazienkernen, den Grissinibröseln und den Kräuter mit Hilfe eines elektrischen Rührers gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die weiche Buttermischung ungefähr einen Zentimeter dick auf ein Stück Alufolie streichen - dabei die "Auflagefläche" der Fleischstücke berücksichtigen -, und die Butter zum Festwerden in den Kühlschrank legen.
Das Fleisch mindestens eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen.
Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das Fleisch von beiden Seiten, 1-2 Minuten pro Seite, kräftig anbraten, salzen und pfeffern. Die vorbereitete Kruste in zwei Teile schneiden, so dass die Platten von der Größe her die Oberfläche der Steaks abdecken, auf die Steaks legen und leicht andrücken.


Die Steaks auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und für zehn Minuten in den Ofen schieben. Dann aus dem Ofen nehmen, kurz ruhen lassen und in zwei Zentimeter breite Scheiben schneiden.

Bei Zorra im Kochtopf gibt es wieder einen Bloggeburtstag zu feiern. Neun Jahre lang einen erfolgreichen, lebhaften, stets interessanten Blog zu schreiben, das ist wirklich eine Leistung, zu der ich von ganzen Herzen gratuliere und sage: Weiter so!
Schon vor einem Jahr gab es zum achtjährigen Bloggeburtstag einen Event, den Zorra zusammen mit Braun ausgerichtet hatte. Auch damals ging es um Rezepte, für die man einen Stabmixer braucht. Ein kleines Kochbuch mit Rezepten von Bloggern gab es zu füllen - und dann auch zu gewinnen. Ich hatte mitgemacht und fand mich zu meiner großen Freude mit einem Rezept im Büchlein vertreten. Und nicht nur das! Bei der Verlosung gewann ich auch noch einen Stabmixer, der immer wieder zum Einsatz kommt. 
Nun gibt es eine Neuauflage vom Event, und wieder werden Rezepte für ein neues Bloggerkochbuch gesucht. Dieses Mal möchte ich mich auf Blogevent und Buch beschränken; einen tollen Mixer habe ich ja nun.
Da für die Nuss-Kräuterkruste mehrfach die Mühle eines Stabmixers zum Einsatz kam, ist das Tagliata-Rezept mein Beitrag zum Geburtstagsevent.


9 jahre kochtopf Blog-Event - Smart Speed Kitchen (Einsendeschluss 15.9.2013)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Das war wohl Gedankenübertragung. ;-) Sieht köstlich aus das Fleisch und die Kruste. Bitte nicht vergessen, das Formular auszufüllen, muchas gracias!

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    1. Das war es wohl :-).
      Freut mich, wieder dabei zu sein, liebe Zorra! :-)
      Saluti
      Ariane

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  2. Also ehrlich, dein Blog ist genial!! Ich hab ihn gerade entdeckt und bin so begeistert. Schade, dass ich nicht heute alles nachkochen kann. Liebe Grüße!!!

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    1. Dann mal: Herzlich willkommen - und viel Spaß beim Schmökern und Nachkochen! :-)
      Saluti
      Ariane

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  3. Ohhh, das ist traumhaft, genau mein Geschmack!! das Fleisch sieht wundervoll aus und über die Kruste muss man ja gar nicht reden ;-)

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    1. Das Fleisch war auch wirklich von sehr guter Qualität, das konnte nicht mal ich ruinieren ;-)! Ist ja wirklich nicht so, dass ich nicht schon so manches Steak totgebraten hätte...;-) Aber das war noch zu den Zeiten, in denen jedes Fleisch für mich "well done" auf den Teller kommen musste. Aber ich bin ja lernfähig...;-)
      Saluti
      Ariane

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  4. ich kann mich Britta nur anschließen.... sagenhaft gut sieht das aus und schreit förmlich - Nachmachen!

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    1. Wenn ein Rezept ein "Nachmachen" herausfordert, dann freut mich das ja ganz besonders! So sollte es sein :-)...
      Saluti
      Ariane

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  5. Ariane das wil ich jetzt auch essen. Wie immer ein super foto.
    Gruß grimmel

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    1. Ist aber nichts mehr übrig :-)! Freut mich, wenn es Dir gefällt!
      Saluti
      Ariane

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  6. Wow, Du bist aber schnell! Schönes Foto und interessante Idee... Habs heute leider sehr eilig.

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Das war ein hübscher Zufall mit dem Blogevent :-). Ja, Pistazien sind auch immer sehr fotogen...
      Saluti
      Ariane

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  7. Mein Gärtner der Spielwiese träumt ja von solch überkrustetem Fleisch, er liebt diese Krusten. Darf ich ihm nicht zeigen - oder muss ich nachmachen... ;-)

    Sieht auch optisch super aus.
    Viele Grüße!

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    1. Nachmachen!! :-) Lass den armen Gärtner nicht nur von träumen ...;-)
      Saluti
      Ariane

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  8. Das sieht so toll aus, das fehlen mir die Worte! Und ich kann mir die Kruste so lecker vorstellen... das könnte ich jetzt gleich und sofort zum Frühstück essen.

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    1. Die Kruste war auch wirklich eine positive Überraschung, und demnächst möchte ich das auch mal für Gäste vorbereiten - ;-) zum Abendessen ;-)...
      Freut mich, wenn es Dir gefällt! :-)
      Saluti
      Ariane

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  9. Ciao,

    ich glaube, ich muss gar nicht mehr in Kochbuecher schauen, ich koche einfach deine letzten 5-8 Rezepte nach... die sind alle soooooo lecker!!!!!

    Saluti Wilma

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    1. Danke, Wilma, :-)...
      Mir will heute dagegen gar nichts zum Kochen einfallen. Mal sehen, ob ich bis zum Abend irgend eine Idee habe...
      Saluti
      Ariane

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  10. Wieder ein Rezept, das ich ausprobieren werde.
    Dazu aber vorab eine Frage, da für mich das Ergebnis etwas zu wenig durch ist: Länger anbraten, oder länger im Ofen lassen?
    Danke, Gudrun

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    1. Ohne jetzt der Spezialist für Fleisch zu sein, würde ich sagen: Länger anbraten (1-2 Minuten länger) und auch noch eine Minute länger im Ofen lassen. Das hängt natürlich auch sehr von der Dicke des Fleischstücks ab. Schon hier hatte ich zwei Teile, die in ihrer Größe nicht ganz identisch waren (aber nur minimal), und sie sind deutlich unterschiedlich ausgefallen.
      Saluti
      Ariane

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  11. Nachgekocht, für grossartig befunden und weiter verbloggt. Merci für das tolle Rezept.
    Gruss, Beatrice

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    1. Danke, liebe Beatrice! Das freut mich wirklich sehr!
      Saluti
      Ariane

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