Montag, 2. Dezember 2013

"...im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn..."



Diese Plätzchen brauchen ihre Zeit: Zeit zum Ausstechen, Backen, Füllen, Glasieren. Und Zeit, um ihr wunderbares Orangenaroma zu entfalten. Nach ein paar Tagen des Schlummerns in einer Blechdose duften sie dann wunderbar nach meinen Lieblingsfrüchten.
Ich liebe Orangen! Für mich fängt ein Tag erst gut an mit einer Tasse starken Kaffee und einem Glas frisch gepressten Orangensaft. Leider muss ich darauf immer bis zum Winter warten, wenn die wunderbaren Tarocco-Orangen aus Sizilien auf dem Markt zum Verkauf angeboten werden. Da schleppe ich jeden Tag freiwillig pfundweise die Früchte nach Hause.
Im Innenhof des Hauses, in dem wir wohnen, stehen ein paar Orangenbäume, und beim Anblick der Früchte muss ich jedes Mal an das sehnsuchtsvolle Lied der Mignon denken.: "...im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn".

Orangensuchspiel

Vor einem Jahr meinte ein Nachbar, mir etwas Gutes tun zu müssen und schleppte mir säckeweise Orangen aus dem Innenhof an, die er vom Boden aufgeklaubt hatte. Nur leider waren die meisten schon angefault. Ich fand das sehr lieb von dem netten älteren Herrn, aber da stand ich nun mit Tüten von nicht mehr verwertbaren Orangen und hatte trotzdem ein schlechtes Gewissen, diese zu entsorgen. Ein paar heile Früchte fanden sich dann doch noch, und so konnte ich deren Schale für die Weihnachtsbäckerei verwenden. Ausgepresst habe ich sie auch, aber sie waren ziemlich sauer; ich denke, das sind Zierorangen, die nur das Auge erfreuen sollen.
Dieses Jahr habe ich in einem Biolädchen ein paar unbehandelte Orangen gefunden, denn für diese Plätzchen braucht man vor allem auch die Schale, die für das wunderbare Aroma sorgt.













Duftende Orangenplätzchen

Zutaten (für 4 Backbleche)
  • 125 g weiche Butter
  • 125 g Zucker
  • 125 g gemahlene Mandeln
  • 250 g Mehl (gesiebt) + Mehl zum Ausrollen
  • 1 unbehandelte Orange 



  • 3 El Orangenmarmelade
  • 100 g Puderzucker
  • Saft einer halben Orange
  • eventuell noch etwas Speisefarbe in Orange
  • Sternchen, Goldpuder, essbarer Glitzer zum Verzieren


Die weiche Butter mit dem Zucker geschmeidig rühren, dann die Mandeln, das Mehl, Abrieb und Saft der Orangen unterkneten.
Den Teig zu einer Kugel formen, in Folie wickeln und im Kühlschrank eine halbe Stunde ruhen lassen.
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Den Teig portionsweise dünn ausrollen und Formen ausstechen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und für ungefähr sechs Minuten in den Ofen schieben.
Danach herausnehmen und auskühlen lassen.







Die Orangenmarmelade erhitzen und durch ein Sieb streichen. Jeweils zwei Plätzchen mit der Marmelade zusammensetzen.
Puderzucker mit Orangensaft und eventuell Speisefarbe verrühren; es sollte ein dickflüssiger Guss entstehen.
Die Plätzchen mit dem Guss überziehen und nach Belieben verzieren.






Rezeptquelle: Nach einer Idee aus "Brigitte Viva Sonderheft Weihnachtsplätzchen, 2000


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. ...denk immer an meinen Tip mit dem Palazzo Spada..... wenn Du da einfach reinmarschierst... frü Schale sollte es allemal reichen, die Bäume hängen doch knallvoll...... sorella major

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    1. Da bin ich ja in fünf Minuten hingelaufen...:-) Wobei ich mich ja hier im Garten bedienen dürfte.:-)
      Saluti
      Ariane

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  2. Die sind ja zu schön zum Essen - wobei ich mir gut vorstellen kann wie herrlich die schmecken ;0) Die werde ich auch backen - Danke!
    Gruß Doris

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    1. Freut mich, liebe Doris! Sie brauchen halt nur ein bisschen Zeit...
      Saluti
      Ariane

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  3. Sind die hübsch! so wunderschön sonnig sehen die aus...
    und ich krieg diese Woche meine erste Lieferung aus Sizilien, ich freu mich so darauf!! Endlich!

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    1. Ja, ein bisschen Sonne an den auch hier so kurzen und dunklen Tagen :-)
      Ich freue mich auch schon auf die saftigen Tarocco-Orangen :-)!
      Saluti
      Ariane

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  4. Was Orangen betrifft, da bin ich genauso verrückt danach wie Du. Deine Kekse sehen ja bezaubernd aus. Nicht einfach so ein feines Muster auszustechen und ohne abzubrechen zu backen. Ich hab im Moment alle Zutaten im Keller, das muss ich unbedingt ausprobieren, auch wenn ich ohnehin die Orangenschale überall fleißig hineinreibe.

    In der Toskana hatten wir uns auch immer biologische Orangen und Mandeln aus Sizilien besorgt. Die sind einfach die Besten. Im Garten hatten wir so kleine Kumquats und Lemonenbäumchen, die wir dann im Winter frostgeschützt aufbewahrten.

    Saluti
    Anna

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    1. Der Teig ist schon empfindlich, und man muss ihn ganz zart behandeln. Das war es auch, was neben dem Füllen und Glasieren so lange dauerte.
      Du erinnerst mich daran, dass ich mein kleines Zitronenbäumchen noch winterfest machen muss. Ein ganzes Zitrönchen hat er mir dieses Jahr gegeben. Noch hängt es am Baum...
      Saluti
      Ariane

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  5. Die sehen einfach großartig aus! Wie gemalt!
    Orangen habe ich gerade einige da, leider keine aus Mallorca, wie sonst öfters mal. Das Rezept ist schon eingepackt!

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    1. Danke, liebe Sandra! :-) Hauptsache, die Orangen sind unbehandelt, denn das Aroma kommt wirklich hauptsächlich von der Schale.
      Saluti
      Ariane

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