Zwölf Euronen für ein Schächtelchen Camembert!
Einkaufen in Rom: Für ein Quiche-Rezept benötigte ich einen Camembert - einen simplen Camembert! Aber in keinem der Kühlregale unzähliger Supermärkte, die ich durchforstete, gab es diesen zu kaufen. Brie ja, aber keinen Camembert.
Glücklicherweise fiel mir noch das hübsche, auf Käse und feine Marmeladen spezialisierte Lädchen im Ghetto ein. Also nichts wie hin, und dort endlich gab es den begehrten Käse - die Schachtel zu zwölf Euro. Das war noch der "günstige". Bei achtzehn Euro ging es weiter. Mir schwindelte.
Hypnotisiert vom Preis ließ ich mir das edle Stück über die Theke reichen. Auf dem Nachhauseweg aber sinnierte ich über die Verschwendung - die Verschwendung, diesen edlen und teuren Käse jetzt einfach so in einer Quiche zu verwursteln. So kaufte ich doch noch einen Brie. Nicht zu erwähnen, dass Einkaufen hier mit sehr viel Zeitaufwand und langen Fußmärschen verbunden ist.
Das Gute daran: ich bleibe stets in Bewegung. Besser noch: Das Sonntagsbrötchen freut sich jetzt auf einen echten französischen Rohmilchcamembert - und mein Mann und ich werden ihn mit Andacht verspeisen.
So, genug über Preise geredet! Eingeweiht wurde meine neue rechteckige Tarteform, mit der ich schon die ganze Zeit liebäugelte. So scharwenzelte ich in den vergangenen Wochen immer wieder um diese Form im Laden herum.
Was für andere Frauen vielleicht Schuhe, sind für mich Backformen, Teller, Ravioliausstecher, kleine Tortenetageren, ja sogar schnöde Papierförmchen für Muffins. Einschlägige Läden wären auch mein Untergang, würde nicht die Vernunft mir manchmal ins Ohr flüstern: "Wo nur willst Du das alles noch unterbringen?"
Schon jetzt wird gestapelt und geschichtet, dabei steige ich manchmal auf mein kleines aufklappbares Küchentreppchen, um in schwindelnder Höhe mit Schüsseln, Deckeln, Einmachgläsern und Tellern zu jonglieren.
Wisst Ihr, dass die meisten Unfälle im Haushalt passieren?
Ganze Schrankfächer muss ich oft ausräumen, um an meine Schätze zu kommen, ob knapp unter der Decke oder auf den Knien liegend - na, Ihr kennt das wohl.
Also, das Problem mit dieser neuen Tarteform ist nun, dass ich noch eine zweite brauche - ja, das ist halt leider so -, denn beim Teigausrollen habe ich festgestellt, dass darin nur die Hälfte des Teiges Platz findet, der sonst für eine 24-cm-Form reicht. Alles klar?
Und das geht ja gar nicht! Morgen gehe ich mal wieder in meinen Lieblingsladen.
Camembert-Apfel-Tarte
Zutaten für eine Tarteform mit herausnehmbaren Boden, 36 cm x 13 cm
(für 2 Personen als Hauptgericht, für 4 als Vorspeise)
- 100 g Mehl
- 50 g kalte Butter + Butter für die Form
- 1 Prise Salz
- 3 El kaltes Wasser
Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen salzigen Mürbeteig herstellen, kaltstellen, ausrollen, in die Form legen und wieder kaltstellen. Mit einer Gabel vor dem Füllen mehrmals einstechen.
- 1 Apfel
- 1 Tl Puderzucker
- 20 g Butter
- 3 Frühlingszwiebeln
- 100 g Camembert (ersatzweise Brie)
- 2 Eier
- 75 ml Milch
- 75 ml Sahne
- 1 El Frischkäse
- Salz, frisch gemahlener Pfeffer
- frisch geriebene Muskatnuss
- gerebelter Thymian
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Puderzucker mit der Butter in einer Pfanne leicht karamellisieren. Den Apfel schälen, vierteln und in Scheibchen schneiden. Diese in die Pfanne geben und leicht in dem Karamell Farbe annehmen lassen.
Zur Seite stellen und abkühlen lassen.
Eier, Milch, Sahne und Frischkäse verquirlen und mit dem Gewürzen abschmecken.
In die mit dem Teig ausgelegte Tarteform zunächst die karamellisierten Apfelscheiben legen, dann den in Würfel geschnittenen Camembert darauf verteilen und die Frühlingszwiebeln auflegen.
Aus optischen Gründen habe ich diese im Ganzen verwendet, dabei zu dicke Exemplare einmal der Länge nach geteilt. Natürlich kann man die Frühlingszwiebeln auch in Ringe schneiden.
Nun den Guss auf der Tarte verteilen und diese für ungefähr 35 bis 40 Minuten in den Ofen schieben.
Rezeptquelle: Angelehnt an ein Rezept aus: Alfons Schuhbeck, Annik Wecker: Raffinierte Tartes, süß und pikant, Dorling Kindersley Verlag, München 2010
Un abbraccio
Ariane














