Dienstag, 16. Juni 2015

Die kretische Antwort auf Panzanella und Co.: Dakos



Vergesst für einen Moment mal Bruschetta, Panzanella und Co.. Hier kommt die griechische, genauer gesagt, kretische Antwort auf diese bäuerlichen Vorspeisen aus Italien. Die Grundprodukte sind fast identisch: Brot, Tomaten, Kräuter, Olivenöl. Allerdings schmeckt dieses leichte sommerliche Gericht nur authentisch, wenn man das passende Brot, Paximadi, dafür verwendet. Diese Brotkringelchen werden aus Gerste gebacken, sind knochentrocken, dafür aber lange haltbar. Eine große Tüte davon wanderte natürlich in mein Handgepäck, bevor ich wieder einmal von Athen in Richtung Rom startete. Fast alle anderen Zutaten bekomme ich ja vor Ort. Mittelmeerküche halt, mit gutem Olivenöl, aromatischen Tomaten und typischen Kräutern wie Thymian und Oregano. Feta und Kalamata-Oliven habe ich schließlich auch in Rom gefunden, wobei das bei dieser Olivensorte hier gar nicht so einfach ist. Zu groß ist die Auswahl an den heimischen Oliven. In meiner ganz persönlichen Oliven-Hitliste haben aber mittlerweile die Kalamata-Oliven fast die von mir bevorzugten Taggiasche  von Platz 1 geschubst.

Mittelmeerküche - und für viele auch Urlaubsküche. Womit wir beim Thema wären, das uns die liebe Kebo von einem meiner Lieblingsblogs, Kebo Home, im Juni vorgibt. Endlich schaffe ich es in diesem Monat, an dem Jahresevent "Typisch für...", bei dem für jeden Monat unterschiedliche Themen vorgeben werden, teilzunehmen. Was nicht einer gewissen Ironie entbehrt: ausgerechnet beim Urlaubsthema steige ich an Bord.

Urlaub - das ist für uns eine unregelmäßig stattfindende Seltenheit, bei der die Arbeit meines Mannes meist mitreist. Ich habe Winterurlaube erlebt, in denen wir erst nachmittags auf die Piste kamen, da durch ein aktuelles Ereignis, das sich über Tage hinzog, an jedem Vormittag "Hotel-Office" angesagt war. Ich erinnere mit an einen Florida-Aufenthalt, in dem mein Mann jeden Tag italienische Politik verfolgen und darüber schreiben musste. Es ist schon die Regel, dass sich auch in unseren wenigen kurzen Urlauben, die wir zusammen verbringen, das Hotelzimmer binnen kürzester Zeit in ein Büro verwandelt - und ich habe oft Mitleid mit den Zimmermädchen, die sich oft durch Zeitungsstapel durchwühlen müssen. Der Laptop ist sowieso immer im Gepäck, und auch ein Urlaubstag beginnt jeden Morgen nach dem Frühstück mit dem Gang zum Kiosk und dem Kauf mehrerer Zeitungen, die sich dann im Zimmer ansammeln, später durchgearbeitet und um einige herausgerissene Blätter erleichtert werden, die dann die Heimreise mit antreten dürfen. Bei der Abreise stehen wir oft vor dem Problem Übergepäck, denn stets werden auch paar Bücher am Urlaubsort gekauft.
Typisch für unseren Urlaub ist eben ... tja, dass wir eigentlich kaum "richtige" Urlaube haben. Und wenn, dann meist erst gegen Ende des Sommers. Auch gab es Jahre ohne diese, für viele Mitmenschen "schönsten Wochen des Jahres", und es kam vielleicht gerade mal zu einem verlängerten Wochenende. Natürlich hören wir andererseits, dass wir uns ja eigentlich immer in einem Dauerurlaubszustand befinden, da wir ja in Italien leben. Leute, lebt mal ein paar Monate in einer Stadt wir Rom, und dann sprechen wir uns wieder!
Viele können es sich vielleicht nicht vorstellen, aber Urlaubstage werden bei uns auch für Arztbesuche in Deutschland oder bürokratische Dinge, die in der alten Heimat zu regeln sind, geopfert. Und dann gibt es auch noch die Familie, die natürlich auf regelmäßige Besuche hofft. Meine Eltern leben leider nicht mehr, auch habe ich keine Geschwister, so konzentrieren sich dann diese Verwandtenbesuche auf die Familie meines Mannes. Wehe, man reist nicht zu einer Familienfeier an.



Aber manchmal stehlen wir uns einfach die Zeit, reisen an einen schönen Ort, um mal nur zu zweit zu entspannen. Vor fast genau einem Jahr waren wir zum ersten Mal auf der griechischen Insel Kreta, zu einer für uns eher ungewöhnlichen Reisezeit im späten Frühling (ich unterschlage jetzt mal die Anrufe auch in jenem Urlaub, bei denen es hieß: "Lieber Kollege, ich weiß, Sie sind im Urlaub, aber könnten sie nicht...").
Ich denke gerne an die liebenswerten Menschen, die spannenden antiken Orte, das wunderbare Meer und die phantastische Küche der Insel zurück, auch klicke ich mich oft durch Urlaubsfotos, die auf meinem Laptop gespeichert sind. Besonders an trüben Wintertagen kann das stimmungsaufhellend sein - oder auch melancholisch stimmen, je nach dem psychischen Grundzustand.
Gut Essengehen, das gehört für uns, neben kulturellen Aktivitäten, zu einem gelungenen Urlaub auch immer dazu, ist also wirklich typisch für uns. Und was  könnte schöne Erinnerungen an traumhafte Urlaubstage besser wieder hervorkitzeln als eine typische Spezialität aus der Ferne, die man dann zu Hause nachzukochen versucht. Und so sende ich Kebo für ihren Event Richtung Südtirol, einer Region, die ich mit wunderbaren Urlaubstagen (und sehr gutem Essen) verbinde, eine Spezialität der griechischen Inselwelt: Dakos.
Eigentlich braucht man für diesen Salat, hat man ihn einmal gegessen, kein detailliertes Rezept mehr; die mediterrane Küche in ihrer Schlichtheit kennt ja fast, aber auch nur fast, keine Geheimnisse. In einem Kochbuch, das ich vor einem Jahr in Kreta gekauft hatte - Kochbücher kaufen - typisch für unsere Urlaube -, habe ich dennoch neugierig gespickt und ein Rezept für Dakos gefunden. Das Buch heißt "Greek Cookery from the Hellenic Heart", und ist verfasst von dem griechisch-stämmigen Küchenchef George Calombaris.
Wie weit vieles noch authentisch ist bei einem Koch, der zwar selbst griechische Wurzeln hat, aber in Australien geboren ist und auch dort lebt, mag ich jetzt nicht beurteilen. Kochbücher über italienische Küche, deren Autor seine Kompetenz allein durch seinen italienisch klingenden Namen rechtfertigen kann, weil Oma und Opa mal aus dem Süden des Stiefels nach England, Schweden, Deutschland oder sonstwohin in die Welt auswandert waren, blättere ich eher mit skeptischen Augen durch. Das ist wie bei vielen italienischen Restaurants in Deutschlands, die sich - für mich - viel zu weit von der wahren italienischen (Regional-)Küche entfernt haben, zudem allzu süditalienisch geprägt sind und vielfach nur (Küchen-)Klischees bedienen.
George Calombaris hat meiner Meinung nach ein sehr ansprechend aufgemachtes Kochbuch herausgebracht. Erfreulich vor allem ist hier der Verzicht auf allzu viel Folklore, auch wenn die Rezeptkapitel immer wieder durch persönliche Geschichten und alte Familienfotos ergänzt werden.
In sechs Kapiteln, vom Frühstück über Grillspezialitäten und einem Exkurs über zypriotische Küche bis hin zu den Desserts wird die traditionelle Küche Griechenlands vorgestellt.
Und da darf der bäuerliche Brotsalat Dakos nicht fehlen. Verfeinert natürlich, wie sich das für einen Spitzenkoch gehört, die Tomaten und Paprikaschote gehäutet und das Ganze dann mit Sherry-Essig aromatisiert. In Ermangelung letzterem habe ich weiter am Rezept geschraubt: Balsamessig verwendet, etwas Petersilie anstelle des in Roms unauffindbaren Portulaks hinzugefügt, und das griechische Gericht mit allerlei italienischen Zutaten vollendet: so sieht europäische Zusammenarbeit aus!



Zutaten
(für vier Personen)

150 g Dakos (hartes Gerstenbrot), das sind vier Brötchenhälften 
(ersatzweise schwedische Crisprolls)
250 g kleine Strauchtomaten
1 Knoblauchzehe
1 gelbe Paprikaschote
1 rote Zwiebel
2 Tl Kapern
Kalamata-Oliven
ein paar Thymianzweige
etwas glatte Petersilie oder Portulak
Oregano
Olivenöl extra vergine
Balsam- oder Sherry-Essig
100 g Feta
Salz, frisch gemahlener Pfeffer




Dakos in etwas Wasser einweichen oder damit beträufeln. Mit der halbierten Knoblauchzehe abreiben, etwas Salz und Oregano darüberstreuen und mit wenig Olivenöl begießen.
Die Tomaten einritzen, mit kochendem Wasser übergießen, abschrecken, häuten und kleinschneiden. Die Tomatenstücke auf den Dakos verteilen, salzen, pfeffern und mit Oregano würzen. Nochmals mit Olivenöl beträufeln und etwas stehenlassen, damit die Tomaten und Aromen in das Brot dringen können.
Die Paprikaschote vierteln und die Viertel unter dem Backofen so lange grillen, bis sie anfangen, schwarze Blasen zu werfen. Aus dem Backofen nehmen und die Schoten zehn Minuten mit einem feuchten Küchenhandtuch bedecken. Dann die Haut abziehen.
Die Dakos mit Paprikavierteln, in Streifen geschnittenen Zwiebeln, Kapern, Oliven und etwas Thymian sowie Petersilie belegen. Mit Olivenöl und etwas Balsamessig begießen und den Feta darüber bröseln.



Kochbuchtipp: George Calombaris, Greek Cookery, New Holland Publishers (Australia), 2009












♥♥♥
Un abbraccio
Ariane
"

Freitag, 5. Juni 2015

Im Erdbeerrausch: Tortine di fragoline di bosco e confettura di fragole



Hoffentlich habe ich Euch mit meinem vorigen Posting den Mund wässerig gemacht und die eh schon vorhandene Lust auf Erdbeeren - da braucht man sich nur durch andere Blogs zu klicken - noch steigern können.
Ich bin ja eher so der Himbeer-Typ, aber natürlich brachte auch ich aus Nemi eine Steige mit Erdbeeren mit nach Hause. Mein Mann jammerte schon die ganze Zeit über, dass er sich meine Marmelade jetzt ja einteilen müsse, da die Vorräte zu Ende gingen - der Ärmste! Er gehört zum "Ich-brauch-was-Süßes-zum-Frühstück-Typ", ganz im Gegensatz zu mir.
Auf jeden Fall aber wollte ich diese kleinen Törtchen mit Walderdbeeren nachbacken, ähnlich jenen, die wir in Nemi genießen durften. Diese Beerchen sind wahrhaft kleine Diven, die sofort verarbeitet oder vernascht werden wollen. Sehr empfindlich sind sie, und im Gegensatz zu den normalen Erdbeeren halten sie sich nicht lange frisch. Hochsensibel reagieren sie sogar dann, wenn man sie etwas zu fest anfasst. Also habe ich ihnen ein sanftes Bett aus eine zitronigen Mascarpone-Crème bereitet, auf der sie sich genauso wohlfühlten wie auf der Konditorcrème der Tortine in Nemi.




Der zarte, knusprige Mandelmürbeteig bildete die perfekte Grundlage für Crème und Walderdbeeren.




Walderdbeer-Tartelettes
(für 7 Tartelettes)

Boden

130 g Mehl, Typ 0 oder Typ 550 + Mehl für die Förmchen
40 g Mandeln, frisch gemahlen
100 g kalte Butter + Butter für die Förmchen
1 Eigelb
50 g Puderzucker
Mark einer halben Vanillestange

Blindbackkügelchen (oder getrocknete Hülsenfrüchte) und Backpapier

Mehl in eine Schüssel sieben, mit den Mandeln und dem Vanillemark mischen, in die Mitte eine Mulde drücken und das Eigelb hineingeben. Die Butter in Flöckchen auf den Rand setzen und den Puderzucker darübersieben. Die Zutaten zunächst mit einem Messer zerhacken und vermischen, dann rasch mit den Händen zu einem Mürbeteig kneten. Den Teig in Folie wickeln und zwei Stunden in den Kühlschrank legen.
Vor der Weiterverarbeitung den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und etwas geschmeidig werden lassen.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Den Teig in sieben Teile schneiden, jeweils auf wenig Mehl dünn ausrollen und die eingefetteten und mit Mehl bestäubten Förmchen damit auslegen. Die Teigböden mehrmals mit einer Gabel einstechen, mit Backpapier belegen und mit Blindbackkügelchen ausfüllen.




Die Tartelettes für 20 bis 25 Minuten in den Ofen schieben.
Danach aus dem Ofen nehmen und möglichst rasch die Kügelchen mit dem Backpapier abheben, damit die Tartelettes vollständig auskühlen können.



Belag

300 g Mascarpone
200 g griechischer Joghurt
40 g Zucker
Mark einer halben Vanillestange
2-3 El frisch gepressten Zitronensaft
2 Schälchen Walderdbeeren
Zitronenzesten und Puderzucker zum Verzieren

Mascarpone mit dem Joghurt, dem Zucker, dem ausgekratzten Mark und dem Zitronensaft zu einer geschmeidigen Crème verrühren und diese auf den vollständig ausgekühlten Tartelletes verteilen.
Mit Walderdbeeren belegen und mit Puderucker bestäuben. Ein paar Zitronenzesten auf die Törtchen setzen.




Meine Erdbeermarmelade
(für 3 Schraubgläser à 250 ml und 1 à 175 ml Inhalt)

1000 g kleingeschnittene Erdbeeren
1 Vanillestange
500 g Gelierzucker 2:1
2 El Zitronensaft oder auch1 Päckchen Citroback

Die Gläser wie hier beschrieben sterilisieren.
Kleingeschnittene Erdbeeren mit dem Gelierzucker, dem ausgekratzten Mark samt Vanilleschote sowie dem Zitronensaft in einen Topf geben, die Früchte zum Kochen bringen und drei Minuten sprudelnd kochen lassen, eventuell Schaum abnehmen. Dann sofort in die Gläser füllen, diese verschließen und für ein paar Minuten auf den Kopf stellen.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 31. Mai 2015

Ein Dorf sieht rot: Nemi und seine Erdbeeren


Wer von Rom aus mit dem Auto nach Nemi, einer kleiner Ortschaft in den Albaner Bergen fährt, sollte Geduld mitbringen und auch gut zu Fuß sein. Da ist zunächst die Anfahrt. Zwar liegen nur etwas mehr als dreißig Kilometer zwischen der römischen Innenstadt und dem Dorf Nemi, aber je nach Verkehrslage kann das auch schon mal weit über eine Stunde dauern, bis man endlich am Zielort angekommen ist. Dann folgt die obligatorische Parkplatzsuche an der Strasse, die nach und durch Nemi führt, und da man meist nur weit außerhalb der Ortschaft fündig wird, ist dann ist ein Fußmarsch ins historische Zentrum angesagt.





Besonders an den Wochenenden bevölkern sich die kleinen Ortschaften der Albaner Berge, den Colli Albani. In den Colli Albani haben im Mittelalter zeitweise römische Adelsfamilien um die Vorherrschaft gekämpft. Oft waren es reine Stellvertreterkriege, die die Machtkämpfe von Kaiser und Papst widergespiegelt haben. Viele Adelsfamilien haben sich dort auch ihre Burgen errichtet, daher trägt diese Hügellandschaft auch den Namen Castelli Romani.



Die Landschaft der Albaner Berge ist geprägt von den Resten von Vulkankegeln, deren höchste Erhebung fast 1000 Meter erreicht, und von zwei in den ehemaligen Kratern gelegenen Seen. Oberhalb von einem dieser Seen liegt die Ortschaft Nemi.




Dem vulkanischen Boden, der geschützten Lage und dem Klimaausgleich durch den See verdankt der malerische Ort die einzigartige Qualität seiner Erdbeeren, die praktisch ganzjährig geerntet werden können. Einst suchten die Bewohner in den Wäldern rund um Nemi die kleinen, hocharomatischen Walderdbeeren. Dann wurden die kleinen Waldfrüchte und die regulären Erdbeeren auf den Feldern rund um den Vulkansee angebaut. Inzwischen hat man Methoden entwickelt, die Saison der roten Früchte immer weiter auszudehnen - mit einem Vlies zum Schutz vor Kälte in den ersten Wochen des Frühjahrs, dann mit Schatten spendenden "Dächern" während des Sommers, Ein regelrechter Kult ist um die Beere entstanden; den Höhepunkt jedes Erdbeerjahres bildet jedes Jahr ein Fest Ende Mai und Anfang Juni, die "Sagra delle fragole".












Bis zum ersten Sonntag im Juni lässt man die Erdbeere hochleben, mit Musik, folkloristischen Umzügen und Blumendekorationen. Dokumentiert ist dieses Fest in Nemi seit 1922, aber Umzüge, in deren Mittelpunkt die Erdbeere stand, gab es schon viel früher in Rom selbst, am Campo de' fiori. "Trionfo delle fragole" - Triumph der Erdbeere - nannte sich das einst. Man zog mit einem mit Erdbeeren geschmückten Karren, in deren Mitte eine Figur des heiligen Antonius stand, durch die Stadt und sang Lobeshymnen auf die Früchte, die dann nahe am Pantheon an die Bevölkerung verteilt wurden.





Das alles nahm ein jähes Ende, als im Jahr 1870 der päpstliche Kirchenstadt vom Königreich Italien einverleibt wurde. Der Papst zog sich in den Vatikan zurück, und Rom blieb ohne sein Erdbeerfest, das aber wahrscheinlich weiterhin in Nemi, woher die Erdbeeren kamen, gefeiert wurde.





Erdbeeren prägen in Nemi noch heute fast jede Häuserecke: In unzähligen Läden locken Erdbeeren frisch gepflückt in Schälchen, zu Marmelade gekocht oder Likör verarbeitet, und sogar die Kosmetik hat sich die rote Beere einverleibt und hat sie in eine Körpercrème geschmuggelt.










Den süßen Törtchen konnte auch ich nicht widerstehen, und mit einem zauberhaften Ausblick über den See und auf die Erdbeerplantagen ließ ich es mir bei Caffè und einem Tortino di fragoline di bosco (Walderdbeer-Törtchen) gutgehen.
Welchen Eindruck diese Törtchen hinterlassen haben und was ich mit meinen ErdbeerGROSSeinkäufen noch so angestellt habe, das erfahrt Ihr demnächst...







♥♥♥
Un abbraccio
Ariane
 

Freitag, 22. Mai 2015

Doppelt gespargelt: Ravioli di asparagi



Es wird "weitergespargelt" im Wonnemonat Mai  - und wie! Frei nach dem Motto "doppelt hält besser" umgarnen hier die grünen Stangen die Pasta. Die zarten Köpfchen wollten draußen bleiben, der Rest versteckt sich in den Ravioli: Mehr Spargelverwertung auf einem Teller geht kaum!
Dennoch ist es ein sehr puristisches, auf das Wesentliche - den Spargel - konzentriertes Pastagericht, das mit wenigen guten Zutaten auskommt. Typisch italienisch eben!





Zutaten
(für 3-4 Personen)

Ravioliteig

150 g Mehl
50 g Hartweizengrieß
2 Eier 
1 Prise Salz
ein paar Tröpfchen Olivenöl extra vergine
etwas Kurkuma (fakultativ)


Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Pastateig herstellen.




Füllung

600 g grüner Spargel
130 g Schafskäse-Ricotta (Ricotta di pecora),
ersatzweise Ricotta aus Kuhmilch
60 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
2 El Semmelbrösel
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

1 Eiweiß zum Beistreichen der Teigplatten

Den geputzten Spargel in grobe Stücke schneiden, dabei die Spargelköpfchen zur Seite legen; sie werden später verwendet.
Spargelstücke weich garen; ich benutze dazu einen Dampfgartopf. Die gegarten Spargelstücke abkühlen lassen und mit den übrigen Zutaten pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Füllung in einen Spritzbeutel füllen.
Die ausgerollten Pastabahnen mit der gut bemehlten Seite auf eine sogenannte "Raviolamp" legen, mit Hilfe des Spritzbeutels (oder eines kleines Löffels) die Füllung in den Vertiefungen verteilen, eine zweite Pastaplatte mit Eiweiß bestreichen und auf die Platte mir der Füllung legen. Gut andrücken und mit dem Nudelholz darüberrollen, Raviolamp umdrehen und die Pasta auf die Arbeitsplatte stürzen. Die Ravioli mit Hilfe eines Teigrädchens trennen.
Ravioli in Salzwasser zirka 3 Minuten kochen, dann mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben.

Sugo

100 g Pancetta affumicata in dünnen Scheiben
ein paar Salbeiblätter
Spargelköpfe
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Parmigiano Reggiano, frisch gerieben

Die Pancetta von Schwarte und Knorpelstückchen befreien und in grobe Streifen schneiden. Salbeiblätter ebenfalls in Streifen schneiden.
Die Spargelköpfe in kochendem Salzwasser zwei Minuten blanchieren.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Pancetta knusprig ausbraten, dabei den Salbei hinzufügen. Die Spargelköpfe in die Pfanne geben und ebenfalls kurz darin schwenken.
Mit Salz und Peffer abschmecken und die Ravioli untermischen.
Parmigiano dazu reichen.





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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 19. Mai 2015

Apropos EXPO...



Im vorangegangenen Posting hatte ich es schon angedeutet: ich war kurz auf der EXPO, die in diesem Jahr in Mailand ausgerichtet wird. Zum ersten Mal stehen nicht technische Errungenschaften im Mittelpunkt, sondern hauptsächlich die Themen Ernährung und Energien der Zukunft.
Auch wenn sich im Vorfeld der Weltausstellung die Berichterstattung vornehmlich um Korruptionsskandale und Terminprobleme drehte, so konnte die Expo am 1. Mai dennoch ihre Pforten öffnen.





Am Abend der Eröffnung machte dann auch ich bei regnerischem Wetter einen ersten, kleinen Rundgang mit einem anschließenden Abendessen im spanischen Pavillon, denn der Hunger meldete sich hartnäckig, nachdem ich am Nachmittag schon eine begleitende Ausstellung zur EXPO besucht hatte, die im Mailänder Design-Museum "Triennale" noch bis zum 1. November zu sehen ist: Arts & Foods.







 





Zurück zur EXPO: Ausdauer, gutes Schuhwerk und Geduld sind hier gefordert. Die 1,7 Kilometer lange Hauptstrasse, der sogenannte "Decumano" will abgelaufen, die 54 internationalen Pavillons sowie die Themencluster, die sich etwa Gewürzen, Tee, Früchten oder Kakao widmen, wollen besichtigt werden.




China





Mein kurzer Besuch der EXPO erinnerte mich schon ein wenig auch an die zurückliegenden Besuche von Disneyland; die langen Schlangen vor den Pavillons, die von außen oft mehr versprachen, als sie innen hielten - und auch die Parade, die bei dem Spektakel natürlich nicht fehlen durfte.





Leider überwog auf meiner Seite oft die Enttäuschung, weil ich das Motto der EXPO inhaltlich nicht wiederfand. So erinnerte zum Beispiel im kolumbianischen Pavillon die Präsentation eher an eine eine groß aufgezogene Tourismuskampagne für das Land selbst. Vergeblich suchte ich hier nach dem vorgegebenen Thema Ernährung. Dafür hatte ich aber fast eine halbe Stunde in der Schlange warten müssen, um das schließlich festzustellen.

Kolumbien



Brasilien

Vietnam


Malaysia

Ecuador

Vereinigte Arabische Emirate

Ganz anders bei der Schweiz, für deren Pavillon mit leider die Zeit fehlte: Hier wird dem  Besucher in einem ungewöhnlichen Experiment  vor Augen geführt, dass Lebensmittel auch in der Zukunft knapp und nicht unerschöpflich sein werden. In großen Türmen stehen Lebensmittel und Spezialiäten der Schweiz für jeden Besucher zum Zugreifen zur Auswahl, und jeder darf sich auch soviel davon nehmen, wie er möchte. Allerdings werden diese großen Silos während der Dauer der Ausstellung nicht mehr aufgefüllt werden. So liegt es in der Verantwortung des Einzelnen, wie er mit diesem Angebot umgeht und welche Konsequenzen es für die Allgemeinheit haben wird.


Deutschland





Die Neugier trieb mich natürlich noch in den deutschen Pavillon: Auch in diesem großzügig angelegten Gebäude war man um das eigentliche Thema bemüht: Ernährung der Zukunft, Nachhaltigkeit, Auswirkungen des Klimawandels etc. Ausgerüstet mit einem sogenannten "Seedboard", einem Stück aufklappbarer weißer Pappe, auf das Informationen projiziert werden können, begibt sich der Besucher auf eine Reise durch das Gebäude. Das ist durchaus spannend, sehr didaktisch in der Präsentation und erinnerte einen deutschen Besucher doch eher an ein "Kindermuseum", wie ich zufällig mitbekam.
Zum Schluss wurde mit Hilfe des Seedboards auch noch gemeinsam musiziert - ganz nach dem Motto des Pavillons: Be active!

Italien


Leider war meine Zeit beschränkt, da wir noch am Abend nach Frankfurt fahren mussten, und so konnte ich vieles nicht ausgiebig besichtigen wie etwa den spektakulären Pavillon des Gastgebers Italien - sicher eines der eindruckvollsten Gebäude der EXPO. Aber vielleicht komme ich in den kommenden Monaten noch einmal zurück und setze meinen Streifzug fort - dann aber auf jeden Fall gekrönt mit einem Essen bei einem der 26 geladenen Spitzenköche aus Italien und dem "Rest der Welt" für das Projekt "Identità golose EXPO".
Das Erlebnis EXPO ist also durchaus noch ausbaufähig.






EXPO Milano
noch bis zum 31. Oktober 2015
alle Informationen zu Tickets, Verkehrsverbindungen etc. finde man auf der Homepage der Ausstellung:
Home

Identità golose EXPO
Verzeichnis der Restaurants und Chefs


Triennale di Milano
Ausstellung "Arts & Foods"
noch bis zum 1. November
Home


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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