Mittwoch, 9. April 2014

Nur am Abend und nur zu zweit: Gebratene Auberginenscheiben in Parmesankruste mit Tsatsiki



Tsatsiki gehört zu jenen kleinen "Snacks", die ich mir gerade in der heißen Zeit oft als Mittagessen zubereite. Möglichst, wenn ich danach nicht mehr unter Menschen gehen muss, denn eine Knoblauchfahne zu haben, ist in Italien eher tabu, das könnte ja an der "Bella figura" kratzen! Und ehrlich gesagt, ich habe das auch noch nie an jemanden hier gerochen - trotz Spaghetti aglio, olio e peperoncino! Hier geht man in Maßen mit Knoblauch um, und oft wird eine ganze Zehe in einem Sugo als Aromageber mitgekocht, dann aber vor dem Servieren wieder entfernt. Auch ein Pesto alla Genovese sollte niemals von Knoblauch erschlagen werden. Mir wird manchmal ganz schwindelig, wenn ich deutschsprachige Rezepte dazu lese, in denen es vor Knoblauch nur so wimmelt; das ist einfach nicht mehr authentisch. Wir wollen doch den feinen Basilikum schmecken! Natürlich gibt es Ausnahmen, und im Süden das Landes verwendet man die Knolle etwas öfters.
Selbst jüngst in Athen habe ich in den Gerichten nur wenig Knoblauch erschmeckt. Ich glaube ganz einfach, dass man damit nördlich der Alpen ein wenig übertreibt, um damit vielen Gerichten einen möglichst mediterranen Touch zu geben. An den "Original-Schauplätzen" wird da viel maßvoller mit der Knolle hantiert.
Soweit die ernste Theorie! Jetzt mein heimliches Laster: Ich liebe Knoblauch!
Leider kann ich es nicht so oft ausleben (siehe oben), aber bei folgendem Gericht habe ich mit Genuss meine Knoblauchzehe in den Joghurt gepresst - und dann genossen! Danach duftet man herrlich! Aber am späten Abend, zusammen mit meinem Mann - wem könnten wir danach olfaktorisch noch auf die Geruchsnerven gehen?
Kleine Auberginenschnitzelchen ergänzten das Tsatsiki perfekt, und wir hatten ein wunderbares vegetarisches Abendessen, das schon nach Sommer schmeckte. Und ich behaupte mal, dass die Parmesankruste selbst notorische Auberginenhasser noch bekehren könnte.




Zutaten (für 2 Personen)


  • 1 Aubergine
  • 1-2 El Mehl
  • 30 g Semmelbrösel
  • 50 g geriebener Parmigiano Reggiano
  • 1 El gehackte Petersilie
  • 1 Ei
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine



  • 300 g griechischer Joghurt
  • 1 kleine Salatgurke
  • ein paar Minzblätter
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

  • ein paar Oliven (hier Taggiasche, besser noch griechische Kalamata)


Die Aubergine in Scheiben schneiden, in ein Sieb legen und mit Salz bestreuen. Eine halbe Stunde ruhen lassen, dann abspülen und gut trockentupfen. Die Scheiben leicht pfeffern und bemehlen. Dann in verkleppertes Ei tauche und mit einer Mischung aus Semmelbrösel, geriebenen Parmigiano und gehackter Petersilie panieren. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Scheiben darin portionsweise braten.





Die Salatgurke schälen und auf einer groben Reibe in eine Schüssel raspeln. Mit etwas Salz bestreuen und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Den Joghurt mit Salz, Pfeffer, gepresster Knoblauchzehe und in feine Streifen geschnittene Minze verrühren. Die Gurkenraspel gut ausdrücken, sie verlieren durch das Salz viel Wasser, und mit dem Joghurt vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.



 Die Auberginenscheiben zusammen mit dem Tsatsiki und ein paar Oliven anrichten.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Ich liebe Auberginen und muss nicht erst bekehrt werden. Das könnte mir auch gefallen - ich stelle es mir gerade an einem schönen Sommerabend mit einem Glas kühlen Rosé vor ;-)
    Nur mit dem "nur zu zweit" habe ich ein Problem, denn Monsieur verträgt keinen Knoblauch, so muss er dann ab und zu seine nach Knoblauch duftende Frau ertragen.

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    1. Der "Arme"! Mein Mann ist auch nicht sooo begeistert von Knoblauch, aber gestern hat es ihm richtig geschmeckt. Ja, ein schönes Glas Wein dazu - was will man mehr!
      Saluti
      Ariane

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  2. Ich gehöre wohl zu denen, die mit Knoblauch sehr verschwenderisch umgehen und es kann bei uns nie zu viel sein (und wir mögen ihn gottseidank beide)... aber interessant, was du über den Knoblauchgebrauch in Italien schreibst, das war mir nicht wirklich bewusst!
    lg

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    1. Ich liebe Knoblauch ja wirklich auch, obwohl ich bemerkt habe, dass ich ihn mittlerweile doch etwas "vorsichtiger" einsetze. Wenn wir Gäste haben, versuche ich, auf die Knolle zu verzichten. Da gab es schon entschiedene Knoblauchhasser darunter. Einige sagen auch, sie vertrügen ihn nicht.
      Saluti
      Ariane

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  3. Gebackene Auberginen, eine meiner Leibspeisen! Ich mach meistens so eine türkische Yoghurt-Sauce dazu, die ist weniger knofelig. Der Sommer läßt schon grüßen!

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    1. Diese Joghurt-Sauce tät mich ja schon sehr interessieren...
      Saluti
      Ariane

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    2. Mich auch! Grüße von Elvira

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    3. ich nehme 3,5% stichfesten Bio-Yoghurt; dann Knoblauch in etwas Ghee oder Butter anschwitzen, eine halbe Chili-Schote kleingeschnitten dazu, und entweder nur das aromatische Öl unter den Yoghurt mixen- kräftig aufschlagen- oder das Ganze mit aufmixen, mit Pfeffer und Salz abschmecken. Schmeckt ganz wunderbar frisch zu gegrilltem Gemüse.... durch das Anschwitzen verliert der Knoblauch schon was von seiner Aufdringlichkeit, und wenn man nur das aromatische Öl zugibt wirds sehr dezent, und schmeckt trotzdem.

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    4. Danke, liebe Ninive! Das klingt sehr gut, gerade auch mit dem Chili (noch so eine Liebe von mir)! Manchmal gebe ich sowieso noch einen El Olivenöl zum Tsatsiki. Wenn darin der Knoblauch angeschwitzt wurde, um so besser! :-) Die Variante mit der Butter klingt auch gut!
      Saluti
      Ariane

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    5. Minze hab ich vergessen, frische Minze und nach Geschmack Zitronensaft.

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    6. Ja!!! Die Minze muss sein!

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  4. Genau so mag ich Melanzani auch sehr gern. Alles, was irgendwie ein Mäntelchen trägt, sprich: paniert wird, damit kann man Österreicher kriegen. ;)

    Ich schleich schon länger um eine Tarte vom Ottolenghi herum, in der eine gefühlte Million Knoblauchzehen verbacken wird, aber ich hab ein bissl Angst, was man dann die nächsten Tage so ausdünstet ...

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    1. Das ist mein Lieblings-Mäntelchen, und dieses verpasse ich gerne auch Schnitzel vom Kalb oder Hühnerbrust.
      Und manchmal muss es auch ganz viel Knoblauch sein! :-)
      Saluti
      Ariane

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    2. Ungarn (oder auch nur halbe wie mich) kriegt man mit solchen Brotmäntelchen immer *g* Der Ungar an sich paniert ja gefühlt wirklich alles!
      Und die Auberginen werde ich mal nachmachen, sieht zu gut aus!

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    3. So Mäntelchen sind aber auch was Feines! :-) Freut mich, wenn Du sie nachmachen möchtest!
      Saluti
      Ariane

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  5. Auberginen sind sowas von lecker...Deine gefallen mir besonders gut!

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    1. Danke! :-) Auberginen sind wirklich vielseitig!
      Saluti
      Ariane

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  6. Oh ja, das ist ein wunderschönes Gericht, das zurzeit genau in meine Diätpläne hineinpasst - weniger Fleisch und kaum Kohlehydrate. Und Zaziki lieben wir beide sehr und Knoblauch sowieso... Saluti von Elvira

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    1. Ich hatte Dir Gesundes versprochen...;-)
      Saluti
      Ariane

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  7. Ich bin gestern gerade bei einer indischen Kochsendung über gerollte Auberginen gestoßen. Paniert schmecken sie aber auch und geht viel rascher. Mit Knoblauch ging meine Mutter immer sehr dezent um. Beim Gurkensalat wurde immer nur die Schüssel am Rand eingerieben, so auch das geliebte Langosch. Das schmeckt und der Körper dünstet nicht tagelang das Zeugs aus. Wohl der türkische Einfluss, dass in Deutschland plötzlich mit soviel Knoblauch gekocht wird... Danke für das schöne Rezept.

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Das mit der Schüssel ausreiben kenne ich auch. :-)
      Ich denke aber, dass die türkische Küche in Deutschland sicher nichts mit den vielen regionalen Spezialitäten in der Türkei, ein Land, das ich leider noch nicht bereist habe, gemeinsam hat. Ich habe vor kurzem in einem türkischen Restaurant - dem wohl einzigen von ganz Rom - gegessen, und es war exzellent. Allein die Vorspeisen...(und auch gar nicht sooo knofelig). :-)
      Aber wie gesagt: Knoblauch mag ich ja sehr. Für mich dürfte es immer ruhig noch ein Zehchen mehr sein :-).
      Saluti
      Ariane

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  8. Hi Ariane, hmmm, so einfach und so lecker! Das werde ich auch mal ausprobieren. Bekomme jetzt schon Hunger :). LG, Nadine

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    1. Die einfachsten Dinge sind manchmal die besten! :-) Gerade auch im Sommer, wo man nicht stundenlang in der (heißen) Küche stehen möchte.
      Saluti
      Ariane

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  9. Da hätte ich doch zu gern mitgegessen, ich mag einfache gut gemachte Gerichte...
    Liebe Grüße
    Kebo

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    1. Beim nächsten Mal gebe ich Bescheid! ;-) Freut mich, wenn es Dir gefällt!
      Saluti
      Ariane

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  10. ... das liest sich superlecker, das werd ich als sommerliches Terrassengericht im Hinterkopf behalten.

    Und der Knobi ... ich liebe ihn. Roh allerdings vertrag ich ihn garnicht gut, da krieg ich glatt Migräne von (worans wohl liegt??), aber gebraten oder gedünstet? Das liebe ich. Mein absoluter Hit: beim Grillen einen frischen, jungen Knoblauch im Ganzen mit etwas Olivenöl und grobem Salz in Alufolie hüllen und mitgrillen. Dann kann man später die Zehen wunderbar aus der Haut drücken, auf frischem Baguette verteilen, vielleicht noch etwas fleur de sel drauf ... göttlich!

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    1. Das habe ich auch schon gehört: viele vertragen ihn roh nicht. Knoblauch im Ganzen mitgeschmort oder gegrillt mag ich sehr. Dann pule ich auch immer die Zehen heraus und nasche sie. :-)
      Saluti
      Ariane

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