Donnerstag, 21. September 2017

Die Mutter aller Marmorkuchen


Mehr Marmorkuchen geht eigentlich nicht! Marmoriert innen, so kennen wir ihn. Und marmoriert außen: Der ultimative Marmorkuchen. Die "Mutter alle Marmorkuchen"!

Im Land des Marmors hatte ich vergeblich in mehreren Läden - vom Supermarkt bis hin zum Schokoladengeschäft einer bekannten Marke - zwei Tage lang nach Kuvertüre gesucht. In letzterem Laden verteilte ein junger Mann Schokokugeln an Touristen. Auf meine Frage, wo denn die Kuvertüre versteckt sei, schüttelte er nur den Kopf. Er wisse gar nicht, was das sei. Noch Fragen?
In einem anderen Laden erhielt man die Antwort, es sei ja viel zu heiß gewesen, Kuvertüre komme erst in den kommenden Wochen wieder in den Handel. Merkwürdig nur, dass die üblichen Schokoladentafeln wohl der Sommerhitze ganz selbstverständlich getrotzt hatten.
Es ist das alte Lied: Einkaufen in Rom! Auf der einen Seite Luxusgüter ohne Ende, auf der anderen Suchprobleme bei alltäglichsten Zutaten.





Vergangene Woche war ich dann für ein paar Tage in Frankfurt. Kurz vor der Rückreise nach Rom fand ich noch etwas Zeit, ging in den nächstliegenden Supermarkt und kaufte Kuvertüre und diverse Backzutaten. So einfach kann das sein!
Eine passende Silikonform zog erst kürzlich bei mir ein; unentbehrlich für diese Art von Schokoladenüberzügen mit der gleichmäßigen Oberfläche. Und da entstand die Idee: Wenn schon Marmorkuchen, dann aber auch richtig! Warum also nicht mit weißer und dunkler Kuvertüre spielen? Beim nächsten Mal würde ich zwar noch etwas verschwenderischer mit der Kuvertüre umgehen, aber mir scheint das Experiment gelungen.
Das optische Ergebnis wirkt für mich auf dem Foto  -  der von der Seite beleuchtete Kuchen vor dunklem Hintergrund und dekoriert mit den Beeren -  fast schon caravaggesque. Mein Mann meinte, der Überzug erinnere ihn an eine Kuhhaut. Sprach's und ließ es sich schmecken! Nun ja...



Zutaten


  • 250 g weiche Butter + Butter für die Form (entfällt bei bereits benutzter Silikonform)
  • 1 Prise Salz
  • 225 g Zucker
  • 1 P. Vanillezucker (oder 3 Tl selbstgemachter Vanillezucker)
  • 4 Eier (bei sehr kleinen Eiern eventuell ein Ei mehr)
  • 400 g Mehl, gesiebt
  • 100 g Speisestärke, gesiebt
  • 1P. Backpulver
  • 120 ml Milch
  • 3 El dunkles Kakaopulver, gesiebt
  • 1 El Rum
  • 150 g weiße Kuvertüre
  • 100 g dunkle Kuvertüre
  • Guglhupf-Form aus Silikon


Alle Zutaten rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen!
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Bei Erstbenutzung Silikonform mit Butter ausfetten.
Die Butter mit dem Zucker, dem Vanillezucker und dem Salz cremig aufschlagen. Einzeln die Eier einarbeiten. Das mit der Speisestärke und Backpulver vermischte Mehl esslöffelweise abwechselnd mit der Milch unterrühren.
Ein Drittel des Teiges entnehmen und mit dem Kakaopulver und dem Rum verrühren.
Zuerst den hellen Teig in die Form füllen, dann den dunklen Teig darauf geben und mit Hilfe einer Gabel die Teige etwas vermischen.
Die Backzeit beträgt ungefähr eine Stunde.
Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, zehn Minuten in der Form abkühlen lassen und dann den Kuchen auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig erkalten lassen.




Die beiden Kuvertüre-Sorten jeweils im Wasserbad schmelzen lassen. Die Silikon-Form mit einem Küchentuch von Krümeln befreien. Abwechselnd die Kuvertüren hineingießen, so dass sie ineinanderlaufen. Dann den abgekühlten Kuchen wieder in die Form geben und vorsichtig nach unten drücken. Mit Folie abgedeckt für einige Stunden, am besten über Nacht, in den  Kühlschrank stellen.
Zum Stürzen die Form am oberen Rand etwas auseinander ziehen, dann auf eine Tortenplatte stürzen und die Form vollständig vom Kuchen lösen.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Oh, das sieht aber toll aus! Bisher gibt es noch keine Silikonformen in meiner Küche, aber wenn ich das so sehe, überlege ich fast ...

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    1. Ehrlich gesagt, ich hatte mir die große Gugelhupf-Form nur wegen dieser tollen Möglichkeiten bei Schokoladenglasuren zugelegt. Aber auch die Backeigenschaften haben mich überzeugt. Bisher hatte ich aber schon die Miniguglformen benutzt.

      Saluti
      Ariane

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  2. das sieht sehr schön aus!! Du gibst also die Kuvertüre in die Form und durch das Hineindrücken des Kuchens verteilt sie sich an den Wänden der Form nach oben, ist das so? Und das Ergebnis ist soo toll??!! Ich bin begeistert, lg nach Rom

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    1. Ja, ich hatte das - nur mit dunkler Glasur - schon in anderen Blogs gesehen. Seit langem wollte ich das endlich mal ausprobieren - und dann gleich zweifarbig. Ich war sehr unsicher, ob es gleich beim ersten Mal klappt. Aber das geht völlig unkompliziert.

      Saluti
      Ariane

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  3. Großartig! Und ja, ich hätte nicht gedacht, daß das mit der Schokoglasur auf diese Art klappt.
    So ein Stück Kuhhautguglhupf hätte ich jetzt wirklich gerne..

    Liebe Grüße
    Elena

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    1. Wie gesagt, es war ein Experiment. Sicher kann man an der Marmorierung noch „schrauben“. :-)

      Saluti
      Ariane

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  4. Un'idea geniale!
    Bisher habe ich mich stets mit Übergiessen abgemüht, mit der zwangsläufigen Überlegung, wofür ich die abgetropfte, überschüssige Kuvertüre weiterverwenden könnte...
    Danke für diesen Tipp,
    FEL!X

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    1. Abgetropfte Kuvertüre? Kein Problem! Die wurde immer zusammengekratzt und weggenascht! :-)

      Saluti
      Ariane

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  5. Liebe Ariane, ich als Dauer Kuchenbäckerin benutze schon lange Silicon Backformen. Aber diese Idee hatte ich noch nicht, den Guss so auf einen Kuchen oder auch Muffins zu zaubern ! Wird sofort nachgeholt - toll sieht dein Marmorkuchen aus !

    LG Biggi

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    1. Danke, liebe Biggi. Schokoguss kommt zukünftig nie mehr anders auf den Kuchen.
      Einziger Haken: Ein Stück von noch ofenwarmem Napfkuchen fällt leider flach bei dieser Art der Zubereitung.

      Saluti
      Ariane

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