Dienstag, 21. Mai 2013

Je grauer der Himmel, desto bunter der Teller: Ricottanocken auf Rahmspinat mit Paprikapüree und Pistazienbutter



Zum Wetter ist fast alles gesagt - siehe Überschrift! Wenn das so weiter geht, krame ich wieder die wärmenden Winterdecken hevor und schnappe mir die Wärmflasche. Und das im Süden Europas!
Für Wärme von innen - und für's Auge - sorgte wenigstens das Abendessen. Das Rezept für dieses farbenfrohe Gericht fand ich in einem Südtiroler Kochbuch, das ich mir irgendwann mal aus dieser Region mitgebracht hatte.
In Südtirol kann man nach meinen Erfahrungen hervorragend essen, und ich würde mal behaupten, es ist die einzige Gegend Italiens, wo man im Hotel auch ein ordentliches Frühstück bekommt. Natürlich ist der Einfluss der österreichischen Küche groß, was man nicht zuletzt an den Bezeichnungen in den Zutatenlisten ablesen kann: Schlutzkrapfen aus Boxelemehl, Zeltensoufflé oder Pfingischt-Grunggln, die aus Kloazn, einer Birne, zubereitet werden - da ist echte Recherche gefragt.
Aber Südtiroler Küche, das ist für mich auch eine alpenländische Küche, die eine wunderbare Liaison mit der italienischen eingeht.
Dass Topfen Quark ist, habe ich bei folgenden Rezept schon verstanden. Nur musste ich mal wieder auf Ricotta ausweichen. Das Püree aus der Paprika habe ich nach meinen Vorstellungen zubereitet.
Und zu guter Letzt: Auf die essbare Blüte wie im Kochbuch musste ich beim Anrichten verzichten. Denn solch hübschen Schnickschnack gibt es leider auf keinem römischen Gemüsemarkt.





Zutaten (für 2 Personen)

Ricottanocken

  • 120 g Ricotta
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 50 g Mehl, gesiebt
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • frisch geriebenen Muskatnuss


Alle Zutaten miteinander verrühren und die Masse ein paar Minuten ruhen lassen.
Eine Topf mit Wasser aufstellen, wenn das Wasser zu kochen anfängt, Salz hinzufügen und von der Ricottamasse mit Hilfe von zwei Löffeln Nocken abstechen und diese ins Wasser gleiten lassen. Sobald sie an die Obefläche kommen, die Temperatur zurückdrehen - das Wasser darf nur leicht simmern -, und die Nocken ein paar Minuten ziehen lassen.


Rahmspinat

  • 200 g Blattspinat
  • 1 Schalotte
  • 20 ml süße Sahne
  • 25 ml Gemüsefond oder Brühe
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss

Den Spinat putzen, gut waschen und trocknen lassen.
In einer Pfanne die feingehackte Schalotte in Olivenöl anschwitzen, den Spinat, Sahne und Fond dazugießen und so lange das Gemüse dünsten, bis es zusammengefallen und weich ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken und den Spinat fein pürieren.
Warmhalten.


Paprikapüree


  • 1 rote Paprika
  • 1 rote Zwiebel
  • 2-3 Chilischoten
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz
  • etwas brauner Zucker
  • 50 ml Gemüsebrühe oder -fond



Die Paprika vierteln, Strunk und Kerne entfernen und in Würfel schneiden. Chilischoten entkernen und grob zerschneiden. Die Zwiebel fein würfeln und in etwas Olivenöl anschwitzen. Die Paprikaviertel, Chilischoten, eine geschälte und halbierte Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls anschwitzen. Mit Salz und etwas Zucker abschmecken, die Gemüsebrühe hinzufügen und die Paprika zugedeckt eine halbe Stunde schmoren lassen. Danach mit einem Pürierstab fein pürieren.
Warmhalten.


Pistazienbutter

  • 20 g gehackte Pistazien
  • 40 g Butter
  • Parmigiano Reggiano, frisch gerieben


Die Butter mit den Pistazien erhitzen und leicht bräunen lassen.


Anrichten

Rahmspinat auf den Tellern anrichten, einen Klecks Paprikapüree darauf geben und Nocken aufsetzen. Noch etwas Paprikapüree sowie geriebenen Parmesan über die Nocken geben und mit der Pistazienbutter bekrönen.




Frei nach einem Rezept aus: Stefan Stabler, Die neue Südtiroler Küche. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2009



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Super, genau das was wir jetzt bei dem bedeckten Himmel brauchen. Ein bißchen Farbe.

    Saluti
    Anna

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    1. Bei so einem Wetter ist eh der beste Platz in der Küche...:-)
      Saluti
      Ariane

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  2. Wunderschöne Farben! Könnten wir auch gebrauchen. Dauerregen seit über 24 Stunden bei 10°C... Aber es kann ja nur besser werden.

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    1. In ganz Europa sah es wohl gestern so aus. 10 Grad - das ist aber schon bitter. Ich drücke die Daumen, dass es wärmer wird.
      Saluti
      Ariane

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  3. Da wird einem schon beim Anblick nicht nur warm ums Herz... Ich habe hier in Berlin auch wieder die Wärmflasche 'rausgekramt...
    Danke für die schöne Inspiration.

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    1. Da ich gestern brav den Teller aufgegessen habe, scheint heute wieder die Sonne. Soll aber nicht so bleiben...
      Saluti
      Ariane

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  4. Ein schönes buntes Gericht!! Was brauchst du da noch die Sonne ;-)

    Keine essbaren Blüten auf römischen Märkten? Ich beneide dich dafür um die Zucchiniblüten, die es im Süden massenhaft zu kaufen gibt. Bei uns fast nicht zu bekommen....
    lg

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    1. Stimmt, die Zucchiniblüten, die gibt's ja hier.
      :-)
      Aber Sonne könnte ich langsam wirklich gebrauchen. Hier tobte heute ein richtiges Unwetter!
      Saluti
      Ariane

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