Mittwoch, 8. Juli 2015

Hot and cool: Tagliata mit scharfer Salsa "Santa Maria"



Es soll Leute geben, die bei hohen Temperaturen keinen Appetit mehr verspüren, andere stellen das Kochen vollends ein.
Um es gleich zu sagen: ich gehöre weder zu den einen noch zu den anderen! Ich müsste mich nämlich wochen-, wenn nicht monatelang nur von Salaten oder belegten Broten ernähren. Seltsame Vorstellung, auch wenn die um 10 Uhr gemessene Temperatur in meine Küche heute bei 32 Grad lag - trotz geschlossener Fensterläden, die ich vor nunmehr drei Jahren im Hitzemonat August ja schon einmal kurz geöffnet hatte. Barbara, von einem meiner Lieblingsblogs -  Barbaras Spielwiese -, hatte damals einen Event ausgerichtet, an den ich heute noch gerne zurückdenke: Alle, die mitmachten, öffneten ihre Küchenfenster und schauten hinaus. Bei einigen Panoramen, die sich da boten, hätte man echt neidisch werden können.
Ich gebe zu: tagsüber könnte ich bei an die 40 Grad auch keinen Schweinebraten geniessen, aber da es mit dem Abendessen bei uns immer sehr spät wird, stellt sich spätestens nach 21 Uhr doch langsam der kleine Hunger ein.
Sibil, vom Blog Insane in the kitchen, meinte vor ein paar Tagen, dass sie doch einen "an der Klatsche" habe, bei gefühlten 40 Grad Rindsrouladen in den Ofen zu schieben.
Also, das finde ich ganz und gar nicht - oder andersherum gesagt: Dann habe auch ich einen an der Klatsche! Wenn mir danach ist, würde ich Rindsrouladen - ich liebe Rindsrouladen - auch beim Boxenstopp im Death Valley verdrücken; da gibt es allerdings hauptsächlich Tex-Mex-Küche.




Bei dem heutigen Gericht brate ich zwar nur "kurz" und schmore nicht wie Sibil wunderbare Rindsrouladen im Ofen, aber ich serviere zu den beiden Tagliate eine höllisch scharfe Sauce, die so richtig einheizt! Nicht umsonst kennt man eine ähnliche Salsa aus Mexiko, einem Land mit bekanntlich hohen Temperaturen: Salsa Santa Maria. Ob das Anrufen der Mutter Gottes auch Abkühlung bringt? In arabischen Ländern trinkt man heißen Tee und keine kalten Getränke auch bei größter Hitze. Schwitzen tut gut, sagt man gemeinhin, denn durch diesen Prozess regulieren Menschen und auch einige Tiere ihre Körpertemperatur. Die berühmten Büffel von Kampanien, denen wir die wunderbare Mozzarella di Bufala zu verdanken haben, besitzen zum Beispiel keine Schweißdrüsen, und in einigen Büffelfarmen gibt es besondere "Schwimmbäder" für die Tiere, die sie im Sommer ausgiebig nutzen, sonst würden sie sicher den Hitzetod sterben müssen.
Für alle ohne den Luxus eines eigenen Schwimmbads hier nun die ultimative Salsa zum Einheizen und Abkühlen. Und ein Stück wirklich butterzartes Fleisch gibt es auch dazu.




Zutaten
(für 2 Personen)

Fleisch und Marinade

2 ca. 240 g schweren Entrecôtes ("Controfiletto") vom Rind
3 El Olivenöl extra vergine
1 Knoblauchzehe
ein paar Rosmarinzweige
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Rosmarinnadeln von den Zweigen streifen und fein wiegen; man braucht etwa einen Eßlöffel zerkleinerte Nadeln.
Olivenöl, zerdrückte Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer und Rosmarin zu einer Marinade verrühren, das Fleisch darin wälzen und für einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Rechtzeitig vor dem Braten oder Grillen aus dem Kühlschrank nehmen.
Die Grillpfanne heiß werden lassen und die abgetropften Entrecôtes je Seite 3-4 Minuten kräftig anbraten (nach gewünschtem Gargrad).
Vor dem Anschneiden die Tagliate in Folie gewickelt etwas ruhen lassen.

Salsa "Santa Maria"

2 Tomaten, z.B. San Marzano
1/2 Gurke
100 g Stangensellerie
1/2 rote Paprikaschote
1 Tropea-Zwiebel
1 Chili-Schote
Fleur de sel, frisch gemahlener Pfeffer
2-3 El Olivenöl extra vergine
2 El frisch gepresster Orangensaft
ein paar frische Korianderblätter (ersatzweise glatte Petersilie)
Tabasco
Worcestershire-Sauce

Die Gurke schälen, halbieren und die Kerne herauskratzen, ebenso die Tomaten halbieren und entkernen.
Alle Zutaten fein würfeln und mit dem Olivenöl und dem Orangensaft vermischen. Korianderblätter hacken und zur Salsa geben. Mit Fleur de sel, Pfeffer, Tabasco und Worcestershire-Sauce abschmecken.


Quelle: Marinade nach einer eigenen Idee, Salsa frei nach einem Rezept aus: Sale e pepe, Juni 2015



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Kommentare:

  1. Liebe Ariane,

    hier!! Ich auch einen an der Klatsche habe ... ;-)

    Bei mir in der Küche hatte es die Tage zwar nicht annähernd 32°C, aber kochen tu ich auch bei Hitze trotzdem, und das gerne - der Mensch muß ja auch im Sommer "gscheit" essen, nicht wahr?

    Hmmm, das heutige Gericht klingt ja wieder köstlichst; und da ich scharfe Sachen liebe, werde ich zumindest die Salsa "Santa Maria" demnächst nachmachen.
    Heute bereitete ich übrigens mittags Deinen Salat mit Hühnerbrustfilet vom letzten Post zu - und er schmeckte sooo gut! :-)

    Liebe Grüße nach Rom!
    Hier kühlt es grade mit Gewitterregen ab (erfreulicherweise blieben bislang die angekündigten Unwetterereignisse hierorts aus)

    Elena

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    1. Willkommen im Club, liebe Elena! Wir lassen uns doch von ein bisschen Hitze unseren Appetit nicht verderben!
      Wie schön, wenn Dir der Hühnchensalat geschmeckt hat! :-)
      Saluti
      Ariane

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  2. OHHHH
    jetzt han i sooooo an richtigen HUNGA;;;;;
    guat schaut des aus,,,,
    hob no an feinen ABEND
    bussaleee bis bald de BIRGIT

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    1. Danke, liebe Birgit! :-) Dir wünsche ich auch noch einen wunderschönen Tagesausklang!
      Saluti
      Ariane

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  3. Oh ja, mir geht es genauso wie dir, die Hitze wirkt sich null auf meinen Appetit aus. Ich liieebe es außerdem, in der Sonne zu sitzen und richtig scharf zu essen - schwitztechnisch wahrscheinlich nicht das Klügste, aber gut! :) Danke für das tolle Rezept.
    Liebe Grüße,
    Janina

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    1. Überhaupt liebe ich scharfes Essen, auch wenn ich mich zurückhalten muss, wenn wir Gäste haben. Da koche ich dann ganz "brav" :-)
      Und im Freien schmeckt alles gleich noch besser. :-)
      Saluti
      Ariane

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  4. Hahaha Ariane, ich bin so froh nicht alleine zu sein mit meiner Klatsche! :)
    mhhh und wenn ich Deine Bilder so ansehe, kriege ich direkt wieder Hunger.
    Dicken Knutscha und Danke für die Erwähnung!
    Liebe Grüße,
    Sibel (heute zur Abwechslung mal aus dem regnerischen Nürnberg)

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    1. Also, wenn es jetzt bei Euch regnet, Du kannst gerne vorbeikommen und Deine Rindsrouladen bei mir zubereiten. Ich biete über 30 Grad in der Küche an. Bei Bedarf öffne ich die Läden, um noch etwas einzuheizen. :-)
      Saluti
      Ariane

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  5. Also das könnte ich auch an heißen Tagen verputzen - das Fleisch sieht großartig aus und dazu dieser wunderbare, bunte Salat - yummy!

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  6. ... entschuldige - Salsa, nicht Salat... ich hab dabei nur gerade an Salat gedacht ;)

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    1. Ist aber auch fast ein Salat, ein ganz kleingeschnippelter! :-)
      Saluti
      Ariane

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