Samstag, 24. Dezember 2016

Mein goldener Weihnachtsgruß: Il Pandoro di Verona



Mailand hat seinen Panettone, Verona seinen Pandoro - und in ganz Italien stapeln sich in diesen Tage die Kartons mit dem begehrten Weihnachtsgebäck. Dass manche diese traditionellen Weihnachtskuchen lieber fertig kaufen, hat seine Gründe: Die Herstellung ist zeitintensiv und der Hefeteig eine kleine Diva, der man die volle Aufmerksamkeit zukommen lassen muss.




Der erste Versuch ging schief. Ich hatte Hefe gekauft und sie in der vorweihnachtlichen Hektik in der Tüte vergessen. So schlimm kann das ja gar nicht sein, dachte ich, unsere Ur-Großmütter haben auch mit Hefe gebacken und hatten sicher nicht alle einen Kühlschrank in der Küche stehen - aber Pustekuchen! Die Hefe wollte nicht, zickte trotz gutem Zuspruchs herum, und der Teig ging nicht auf. Vielleicht lag es aber auch an einer Null zu wenig, am falschen Mehl - Manitoba 0 -, das sich vielleicht für rustikalere Pizzateige eignet, nicht aber für dieses feine, buttergesättigte Backwerk.
Also wieder losgezogen in all' dem Weihnachtstrubel, frische Hefe gekauft und in diversen Geschäften nach Manitoba-Mehl 00 gesucht, was eine Tour quer durch die Innenstadt nach sich zog. Tja, Panettone und Konsorten kauft man im Land von Panettone und Konsorten augenscheinlich lieber im Supermarkt...




Panettone oder Pandoro - wie soll man in knappen Worten den Unterschied beschreiben? Eine Bekannte, die ich danach fragte, gab folgende lakonische Antwort: "È più buono!" (Er ist besser!). Man kann es erahnen, sie meinte natürlich den Pandoro.
Er schmeckt vor allen jenen, die gewisse Zutaten generell ablehnen: Im Teig des Pandoro tummeln sich weder Rosinen noch irgendwelche "Canditi" wie Zitronat oder Orangeat. Dafür jede Menge Butter, was ihn nicht gerade zu einem Leichtgewicht macht.




Gleich zwei Städte beanspruchen, Ursprungsort des Pandoro zu sein, bevor er endgültig von Verona "einverleibt" wurde: Wien mit einer Spezialität namens Pan di Vienna (hier sind meine österreichischen Freunde gefragt, wie man im Österreich dazu sagt - Wiener Brot?), die ihrerseits französische Wurzeln hat - und Venedig.
Bereits in der Renaissance wurde auf den Tischen reicher Venezianer ein Vorläufer dieses Gebäcks serviert, der mit dünnen Goldblättchen belegt war. Der Bezug zu Gold (italienisch: Oro) lässt sich aber auch durch die Farbe des Teiges erklären.
Aber erst in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts entstand als Ableger einer anderen Spezialität, einem sternförmigen Gebäck namens Nadalìn, der Pandoro, so wie wir ihn heute kennen.
Und sternförmig ist auch die spezielle Form, die man für den Pandoro verwendet. Schon vor einiger Zeit bin ich auf die Suche nach einer solchen Form gegangen, die seitdem mahnend in einer Ecke meiner Küche thronte. Nur, ich kam einfach nicht dazu!
Zwei Tage Arbeit - und dazu noch dieser missglückte erste Versuch! Aber ich würde es wieder tun, wieder all' die Stunden zu Hause hocken, während noch soviel anderes zu tun ist, und Teig kneten, gehenlassen, kontrollieren, hätscheln, bangen...
Denn es lohnt sich!






Zutaten
(für eine Pandoro-Form von 1 Liter Inhalt)

450 g Manitoba-Mehl (gesiebt) + Mehl für die Verarbeitung
125 g Zucker + 1 El
18 g frische Hefe
60 ml Milch + 3 El
2 Eier
1 Eigelb
1 Tl Salz
1 Vanilleschote
170 g Butter (zimmerwarm) + Butter für Schüssel und Form
Puderzucker

... und ganz viel Zeit...


Am besten, man beginnt mit der Zubereitung an einem späten Nachmittag, so kann der Teig über Nacht ruhen.

Zunächst einen Vorteig herstellen, den sogenannten "Lievitino".
Dafür 60 ml Milch lauwarm erhitzen und darin 15 g Hefe auflösen. Einen El Zucker und das Eigelb hinzufügen, zum Schluss noch 50 g des gesiebten Mehls. Alles gut verrühren, abdecken und an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen.



3 El Milch lauwarm erwärmen und 3 g Hefe darin auflösen. Zusammen mit 100 g Zucker und einem Ei unter den Vorteig mischen.
Diesen Vorteig zusammen mit 200 g Mehl in einer weiteren Schüssel mit dem Knethaken zu einem Teig verarbeiten. 30 g zimmerwarme Butter einarbeiten.
Die Schüssel abdecken und an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.

Nun zu dem Teig die verbleibenden 200 g Mehl, den restlichen Zucker (25 g), das Ei und das Mark der Vanilleschote geben. Mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verarbeiten.
Eine Schüssel mit Butter ausfetten, den Teig hineingeben, abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich ungefähr verdoppelt hat. Das kann zwei Stunden dauern.

Die Schüssel mit dem aufgegangenen Teig nun 12 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Er sollte dabei nochmals etwas aufgehen.





Nach dieser Zeit den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und zu einem Quadrat ausrollen.
Die weiche Butter in Flöckchen in der Mitte des Quadrats verteilen.




Nun die Ecken das Quadrats nach innen einschlagen und die Teigkanten gut miteinander verbinden, damit keinen Butter herausquillt. Ausrollen und die Teigplatte dreimal falten.





Auf ein bemehltes Brett legen, mit etwas Folie abdecken und für 20 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Diesen Vorgang - zu einem Quadrat ausrollen, Ecken einschlagen, ausrollen und dreimal falten, danach im Kühlschrank ruhen lassen - dreimal wiederholen.

Nun zum letzten Mal zu einem Quadrat ausrollen, die Ecken nach innen einschlagen, dann den Teig zu einer Kugel formen. Die Hände mit Butter bestreichen und den Teig nochmals zu einer Kugel drehen.
Die Pandoro-Form gründlich ausbuttern und den Teig hineinlegen. Abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen. Der Teig sollte mindestens bis zum Rand der Form hochsteigen; das kann zwei bis drei Stunden dauern.



Den Backofen auf 170 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Form auf den Rost in der unteren Schiebeleiste stellen, daneben ein kleines feuerfestes Förmchen mit Wasser.
15 Minuten backen, danach die Temperatur auf 160 Grad herunterdrehen und den Pandoro weitere 50 Minuten backen.
Die Stäbchenprobe machen und eventuell noch einige Minuten im Ofen lassen.




Den Pandoro in der Form etwas auskühlen lassen, dann stürzen und mit dem Puderzucker bestäuben.





Rezeptquelle: Rezepte für Pandoro ähneln sich alle sehr. Ich habe auf die Version von GialloZafferano zurückgegriffen, einer Seite, die sich ihrerseits beim Pandoro auf ein Rezept von Valeria und Margherita Simili bezieht. Die Geschwister Simili aus Bologna gelten als die Experten für Teige alle Art.




Meine lieben und treuen Leserinnen und Leser: Mit diesem italienischen Weihnachtsgebäck verabschiede ich mich in die Weihnachtspause und wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein frohes, friedliches und gesundes neues Jahr 2017!






♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 5. Dezember 2016

Dieses Mal in heiß: Maltagliati con zucca e funghi porcini

Pasta mit Kürbis



Zu den kleinen kulinarischen Ärgernissen in Italien gehört leider, dass das Essen oft lauwarm auf den Tisch kommt. Bei uns Foodbloggern ist es ja oft nicht anders, kann man aber entschuldigen: Da drückt man nicht selten fünfzig Mal auf den Auslöser, damit am Ende wenigstens ein vorzeigbares Foto dabei herauskommt.
Aber in vielen Ristoranti und bei privaten Einladungen ist es - auch ohne "Bloggerstress" - schon fast die Regel, dass man sich nicht gerade die Zunge verbrennt. Meist trifft es den Fleischgang; lauwarm bis kalt ist da der schöne Braten - und damit nicht selten ruiniert. Bei den Beilagen, den Contorni, sieht es nicht anders aus. Der hier so beliebte Spinat mit Zitronensaft und Olivenöl (eh gewöhnungsbedürftig): kalt! Die weißen Cannellini-Böhnchen oder die mit Rosmarin geschmorten Kichererbsen: lauwarm! Ich könnte so weitermachen mit meinen Beispielen.
Einzige Ausnahme (mit Ausnahmen): Das Primo. Pasta kommt in der Regel annähernd heiß auf den Tisch. Und bei Pasta versteht der Italiener sowieso keinen Spaß.




Dass ich im winterlichen Florenz ein an sich wundervolles Pastagericht mit Kürbis und Steinpilzen als "Pasta Fredda" serviert bekam, war sicher auch einem zugigen Ambiente zu verdanken. Die Auslandspresse von Italien hatte Ende November wie in jedem Jahr mal wieder ihren Gourmetpreis, den "Premio Gruppo del Gusto", verliehen und sich dafür einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht: Das Cenacolo di Sant'Apollonia, benannt nach dem bedeutendsten Raum innerhalb des Klosterkomplexes, dessen früheste Zeugnisse auf das 14. Jahrhundert zurückgehen. Da saßen wir nun in den doch etwas spartanischen Räumlichkeiten, die an einen etwas heruntergekommenen Kreuzgang angrenzten, und aßen kalte Pasta. Ein Frevel, gerade weil ich das Zusammenspiel der Aromen gelungen fand. Ein richtiges Winter-Pastagericht, das ich unbedingt nachkochen musste - natürlich mit selbstgemachter Pasta.
Dieses Mal habe ich mich aber mit dem Fotografieren beeilt...





Zutaten
(für 2 Personen)

Maltagliati

150 g Mehl, gesiebt
50 g Hartweizengrieß, gemahlen (Semola di grano duro rimacinata)
2 Eier
etwas Salz
wenige Tropfen Olivenöl extra vergine

Einen geschmeidigen Pastateig nach meinem Grundrezept herstellen und in Folie gewickelt ruhen lassen. Dann den Teig mit Hilfe einer Nudelmaschine dünn auswälzen und die Nudelplatten mit einem Teigrädchen in unregelmäßige Streifen schneiden.


Sugo

15 g getrocknete Steinpilze
50 g Pancetta in hauchdünnen Scheiben
1 kleiner Rosmarinzweig
1/2 Kürbis "Butternut", ca. 430 g
1 Schalotte
Olivenöl extra vergine
etwas Gemüsebrühe, Bio-Produkt oder selbstgemacht
2-3 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
Salz, frisch gemahlener Pfeffer



Die getrockneten Steinpilze mit heißem Wasser übergießen und eine halbe Stunde darin einweichen. Durch ein Sieb geben und kurz abbrausen (das Einweichwasser braucht man nicht).
Rosmarinnadeln vom Zweig streifen und mit dem Wiegemesser fein zerkleinern.
Die Pancetta in dünne Streifen schneiden und in etwas Olivenöl knusprig ausbraten. Die fein gewiegten Rosmarinnadeln dazugeben. Pancettastreifen bis zur weiteren Verwendung auf ein mit einem Küchenpapier auslegten Teller geben.

Den Kürbis putzen und in kleine Würfelchen schneiden. Schalotte fein würfeln und in Olivenöl anschwitzen. Die Kürbiswürfel hinzufügen, etwas Wasser oder Bio-Gemüsebrühe zugießen, bis die Kürbiswürfel bedeckt sind, und zugedeckt 15 Minuten köcheln lassen; in den letzten 5 Minuten die kleingeschnittenen getrockneten Steinpilze hinzufügen.

Den geriebenen Parmigiano hinzugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die "al dente" gekochten Maltagliati sowie die knusprigen Pancetta-Streifen unterheben.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 30. November 2016

Leichtes Intermezzo in üppigen Zeiten: Carpaccio di carciofi



Beim Plätzchenbacken kräftig genascht, zu tief ins Glühweinglas geschaut und öfters in kalorienreiche Eintöpfe abgetaucht? Dann braucht der Körper aber mal etwas Leichtes!
Artischocken sollen ja sooo gesund sein, bei der Fettverbrennung helfen und auch noch die Leber "entgiften" - was braucht man in diesen, durch üppige Leckereien geprägten Zeiten mehr? Schließlich kommt mit den Feiertagen ja noch einiges auf uns zu.

Viele wissen vielleicht nicht, dass man Artischocken auch roh genießen kann. Nein, ich meine jetzt nicht diese kleinen eingelegten Dinger aus dem Glas! Die mag ich zwar auch ab und an ganz gerne (auf mit Salami belegten Brötchen machen die sich ganz wunderbar), aber sonst bevorzuge ich immer frische Artischocken; gerade wenn man aus diesem herrlichen Gemüse einen Sugo für die Pasta oder gar eine Füllung für Ravioli und Konsorten zubereiten möchte.

Ich gebe zu, dass ich bei Artischocken etwas vom Heimvorteil profitiere; ich verwende, wie bei alle meinen Rezepten mit diesem Distelgewächs, die römischen Artischocken: die "Carciofi Romaneschi del Lazio".
Mein heutiges Rezept ist ebenso einfach wie raffiniert und ergab für mich ein schnelles Mittagessen, für dessen Zubereitung man auch nicht lange in der Küche stehen muss. Denn man hat ja schließlich auch noch Plätzchen zu backen...






Zutaten
(für zwei Personen)

4 junge Artischocken
1 Zitrone
4 El Olivenöl extra vergine
2 El gehackte Walnüsse
2 El Granatapfelkerne
Aceto Balsamico Tradizionale di Modena
frisch gehobelte Grana Padano (oder Parmigiano Reggiano)
Salz, frisch gemahlener Peffer


Die Zitrone auspressen. Artischocken putzen, vierteln, Heu, falls vorhanden, entfernen, und jedes Viertel der Länge nach in dünne Scheiben schneiden. Mit dem Zitronensaft mischen. Olivenöl dazugießen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Artischocken auf die Teller geben, gehackte Walnüsse, Granatapfelkerne und die gehobelte Grana darüber verteilen. Mit Aceto Balsamico Tradizionale di Modena beträufeln.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 11. November 2016

Und noch eine - nicht sehr authentische - Kürbissuppe...

Kürbisuppe, asiatisch angehaucht


Der Butternut ist schuld, die riesige Menge an Butternut-Kürbis, den ich für meine Quiche gekauft hatte und dessen Reste nun im Kühlschrank auf weitere Verwendung warten. Schuld daran, dass ich die x-te Kürbissuppe durchs Internet auf Reisen schicke. Viele werden aufstöhnen: schon wieder Kürbissuppe - alle Jahre wieder...  Das ist fast so wie Bärlauch im Frühjahr. Aber bei Letzterem muss man sich bei mir keine Sorge machen, dass ich dieses Kraut in Suppen und Pesti aller Art schmuggele; Bärlauch ist in Rom nicht erhältlich, und nach einem Versuch mit in der Kühlbox eingeschmuggelten Sträußchen aus deutschen Landen hält sich meine Begeisterung in Grenzen.
Irre ich mich oder war vor weniger als zwanzig Jahren die kulinarische Welt noch weitgehend "kürbissuppen- und bärlauchpestofrei"?
Ich gestehe, so eine Kürbissuppe in der ekligen Jahreszeit ist gar nicht so verkehrt. Im Gegensatz zu meinem Mann liebe ich Suppen und deftige Eintöpfe aller Art (Eintöpfe bekommt mein Mann nur mit ganz viel Wursteinlage herunter).
Ab und an dann gibt es also auch bei uns Kürbissuppe. Klassisch meist, mit Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen. Langweilig, nicht? Oft bereite ich aber auch die hier nun vorgestellte Version zu, denn ich liebe scharfes und pikantes Essen (etwas, was ich nie meinen italienischen Freunden vorsetzen würde). Und so findet diese Suppe endlich Platz auf meinem Blog.
Bevor jetzt Kritiker ihre Finger heben: Wie immer, wenn ich mich in der Kulinarik auf asiatisches Terrain begebe, ist das bei mir nicht authentisch -  ich weiß das und würde sie nie als "original thailändisch" verkaufen. Hier gilt: Hauptsache, sie schmeckt!






Zutaten
(für 4 Personen)

300 g Süßkartoffeln*
500 g Kürbis (Butternut)*
1 walnussgroßes Stück Ingwer
2 Knoblauchzehen
1 kleine Zwiebeln
1 Chilischote
2 El grünes Thai-Currypulver
ca. 800 ml Gemüsebrühe (Bioprodukt, 
ohne Glutamat oder selbstgemacht)
200 ml Kokosmilch zum Kochen
neutrales Pflanzenöl oder Kokosöl

Kokosmilch
frischer Koriander
Erdnüsse, grob gehackt
Chilischote

*geschält, abgewogen und gewürfelt


Zwiebel würfeln, Knoblauch, Ingwer und entkernte Chilischote fein hacken und alles in etwas Öl anschwitzen. Dann die gewürfelten Süßkartoffeln sowie den gewürfelten Kürbis hinzufügen und kurz mit anschwitzen. Dann den Thai-Curry hinzufügen (ich verwende Pulver, da in den Pasten oft Garnelen enthalten sind).

Mit der Gemüsebrühe aufgießen und ungefähr eine halbe Stunde köcheln lassen. Kokosmilch hinzufügen und die Suppe mit dem Pürierstab aufmixen. Eventuell mit etwas Salz oder auch Sojasauce abschmecken (authentischer wäre Fisch- oder Austernsauce, aber das ist ja nichts für mich).

Die Suppen auf Teller oder in Schüsselchen verteilen und mit etwas Kokosmilch, frischem Koriander, gehackten Erdnüssen und in feine Streifen geschnittener Chilischote dekorieren.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 9. November 2016

In Herbstfarben: Quiche mit Kürbis, Grünkohl und Gorgonzola



Ein neuer Bio-Supermarkt - eine weitere Filiale der Kette - hat direkt an der Piazza Farnese ihre Pforten geöffnet. Für mich ist das ideal! Vorbei die Zeiten, in denen ich ausgesuchte Produkte, darunter so banale Sachen wie Buttermilch und Quark, von weit her schleppen musste.
Natürlich bleibe ich weiterhin meinem Bäcker, dem Metzger und meiner Marktfrau auf dem Campo de'fiori treu, aber für viele Grundnahrungsmittel gestaltet sich der Einkauf in dieser neuen Filiale weitaus angenehmer als in den immer mehr auf Touristen ausgerichteten und zum Teil ziemlich ungepflegten Supermärkten der Altstadt.
Es hat sich doch einiges getan, denke ich an meine ersten Jahre in der Ewigen Stadt zurück. Kleine Supermärkte gab es so gut wie nirgends in der Innenstadt, und ich zog jeden Morgen mit einem Zettelchen in der Hand los, auf dem ich meine Einkäufe notiert hatte. Dann hieß es: immer wieder neue Nummernzettelchen ziehen und Anstehen: Beim Milchlädchen, beim Wurstlädchen, beim Metzger, im Feinkostladen, auf dem Markt etc... Man kann sich vorstellen, wie viel Zeit das kostete. Für "exotischere" Zutaten war ein halbstündiger Fußmarsch nötig, der mich in einen sogenannten "Kolonialwarenladen" führte (ich berichtete darüber), zu dem ich, ganz nebenbei bemerkt, immer noch gerne gehe. Viele andere Zutaten, gerade für die Weihnachtsbäckerei, brachte ich mir ohnehin aus Deutschland mit.




Einen ganz neuen Wortschatz musste ich mir damals, vor über zwanzig Jahren, zulegen. Konnte ich zwar italienische Fachliteratur über die Kunst der Renaissance ohne Probleme lesen, musste ich mir nun im praktischen Leben mit Hilfe von Wörterbüchern zusammenbasteln, wie man etwa "geriebenen Käse (und welchen hier in Italien überhaupt) zum Überbacken" an der Theke bestellt. Auch lernte ich dabei schnell, dass man hier nicht in Gramm, sondern in sogenannten "etti" rechnet. So heißt es nicht: "100 grammi di prosciutto (100 Gramm Schinken)", sondern man verlangt "Un etto di prosciutto".
Auch wenn es zum Teil mühsam war, ich musste mit den Leuten reden, und das war natürlich eine gute Übung für mein Alltagsitalienisch.
Und nun befindet sich dieser phantastische Supermarkt praktisch vor meiner Haustür. Ob Pekannüsse, Kurkumawurzeln, Matcha-Tee oder Bio-Butter aus Deutschland - das alles gibt es hier nun in angenehmer Atmosphäre zu kaufen. Vor allem aber trifft man hier auch auf freundliche und motivierte Angestellte, die nicht einfach am Handy weitertelefonieren und den Kunden wortlos mit einer Hand abfertigen - eine allzu bekannte Szene, die ich erst  kürzlich wieder an der Kasse beim Bäcker erleben durfte.
Ich habe zum ersten Mal Butternut-Kürbis erspäht, und fast alle meine Zutaten für diese Quiche habe ich in diesem Laden gefunden.
Das Rezept habe ich aus einem "Christmas-Special" der englischen Zeitschrift "Good Housekeeping", die mir mein Mann vergangene Woche am Syntagma-Platz in Athen gekauft hatte.
Auf die internationale Zusammenarbeit!





Zutaten
(für eine Quicheform von 28 cm Ø)

Pâte Brisée

200 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
100 g kalte Butter + Butter für die Form
7 El kaltes Wasser
etwas Salz

Nach meinem Grundrezept für Pâte Brisée einen Teig herstellen und wie beschrieben weiterverarbeiten.

Füllung

400 g Kürbisfleisch (Butternut), gewürfelt 
200 g Grünkohl, geputzt und von den dicken Rippen befreit
125 Gorgonzola dolce 
200 ml Sahne
100 ml Milch
2 Eier
Olivenöl
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
50 g Pekannüsse

Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das gewürfelte Kürbisfleisch in einer flachen, feuerfesten Form verteilen, mit etwas Olivenöl und wenig Salz vermischen und für ungefähr 20 Minuten in den im vorgeheizten Ofen schieben.
Herausnehmen, abkühlen lassen und den Ofen auf 180 Grad zurückschalten.

Den Grünkohl in Streifen schneiden, in kochendes Salzwasser geben und acht Minute köcheln lassen. Abgießen und auskühlen lassen.
Gorgonzola zerpflücken.

Sahne, Milch und Eier verquirlen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Die Backform mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen, abgekühlten Kürbis, Grünkohl und Gorgonzola darauf verteilen und mit der Sahne-Milch-Eier-Mischung übergießen.
Pekannüsse auf der Quiche verteilen.
Die Quiche ungefähr 40-45 Minuten im Ofen backen.
Vor dem Servieren etwas abkühlen lassen.

Rezeptquelle: Good Housekeeping, Christmas 2016 Collection, Hearst Magazines UK





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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