Samstag, 4. August 2018

Rotolo di frittata farcito - oder auch: Wie kommt der Spinat ins Ei?



Eltern stehen sicher oft vor der Frage: Wie bekomme ich den Spinat ins Kind? Da kann ich leider auch nicht mit bombensicheren Tricks aufwarten. Allerdings möchte ich Euch gerne verraten, wie man den Spinat ins Ei bekommt. Das leuchtend grüne, im Ofen gebackene und später mit einer herzhaften Füllung aufgerollte Omelette verlockt sicher auch hartnäckige Spinatverweigerer. Und übrigens: die Geschichte mit dem Kommafehler und dem Eisengehalt kennt Ihr ja bestimmt. Wenn das Kind keinen Spinat mag, wird es sicher trotzdem groß und kräftig werden! Aber vielleicht locken bei dieser Roulade ja die starken Farben zu einer kleinen Kostprobe. Falls das wieder ausgespuckt werden sollte, halten sich die Flecken in Grenzen.








Dieses hitzetaugliche und so farbenfrohe Rezept habe ich mal wieder geklaut; die Grundidee stammt aus einer italienischen Kochzeitschrift. Bei der Füllung aber ging ich eigene Wege; hier kann jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen.






Zutaten
(für eine flache Auflaufform in den Maßen 22x30 cm)


  • 6 Eier (möglichst Bio - von glücklichen Hühnern)
  • 200 g junger Spinat
  • 300 Robiola (italienischer Frischkäse)
  • 100 g getrocknete Tomaten in Öl, sehr gut abgetropft und eventuell trockengetupft
  • 40 g Pinienkerne
  • 1 Bund wildes Fenchelkraut
  • 1 junge Tropeazwiebel mit Grün (ersatzweise eine Frühlingszwiebel)
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Den Backofen auf  170 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und die Auflaufform mit Backpapier auslegen. Den jungen Spinat gut waschen und in Salzwasser wenige Sekunden blanchieren. Abgießen und sofort in Eiswasser legen. Dann herausnehmen und sehr gut ausdrücken.
Den Spinat in einem Mixer mit den aufgeschlagenen Eiern fein pürieren und alles zu einer schaumigen Masse verquirlen. Diese in die Auflaufform gießen und im Ofen 20 Minuten backen.
Danach herausnehmen, kurz abkühlen lassen, auf die Arbeitsfläche stürzen, Papier abziehen und vorsichtig von der kurzen Seite her aufrollen. Auskühlen lassen.

Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne anrösten, dann abkühlen lassen. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und die gut abgetropften Tomaten etwas kleinschneiden. Das Fenchelkraut hacken.
Den Frischkäse glattrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Frittata vorsichtig entrollen und den Frischkäse darauf verstreichen. Dann die Pinienkerne, die Frühlingszwiebelringe, die Tomatenstücke und das gehackte Fenchelkraut darauf verteilen. Alles wieder zu einer Rolle formen und fest in Folie einpacken. Für mehrere Stunden in den Kühlschrank legen.
Die Rolle in Scheiben schneiden und diese mit Zitronenzesten bestreuen.
Als Vorspeise servieren; mit einer Salatbeilage ergibt das eine erfrischende Hauptmahlzeit.

Rezeptquelle: Frei nach SALE&PEPE, August 2018





Kommentare:

  1. Das Kinder Spinat meist nicht so mögen ist auch gut so. Spinat enthält relativ viel Oxalsäure, die in den Mengen auch nicht unbedingt ins Kind gehört. Auch einer der Gründe, warum Erwachsene Spinat lieber mögen als Kinder. ;-)

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    1. Dann hat das ja die Natur richtig eingerichtet; ich glaube, ich habe da auch mal als Baby gespuckt (was man so aus Erzählungen kennt).
      Jetzt mag ich Spinat! :-)

      Saluti
      Ariane

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  2. @DirkNB: Neben Oxalsäure geht es auch um den Nitratgehalt wie auch um den leicht adstringierenden Effekt im Mund, der bei Kindern nicht gut ankommt, weil einigermassen ungewohnt (das selbe gilt auch für Salbei!).
    @Ariane: Auch die eigene Füllung hast du elegant gemeistert – brava!

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    1. Lieben Dank! Im Original gefielen mit die gerösteten Brotstückchen nicht; die habe ich durch Pinienkerne ersetzt. Und Frühlingszwiebel liebe ich in Käsecrèmes.

      Saluti
      Ariane

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  3. Für uns und unsere Familie gibt es diese Aussage nicht, Kinder und Enkelkinder essen gern Spinat. Daher werde ich ihnen das bald kredenzen.
    Vom Rezept bin ich begeistert ! Nicht nur optisch, sondern ganz besonders vom Inhalt dieser wunderbaren Roulade, die Appetit bei mir darauf macht. Gerade in unserem diesjährigen heissen Sommer ist das bestimmt eine wunderbares Gericht ! Wird von uns ausprobiert !

    LG Biggi

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    1. Liebe Biggi,

      für uns war das ein richtig erfrischendes Abendessen - dazu einen gut gekühlten Weißwein!

      Saluti
      Ariane

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  4. Wow, sieht das klasse aus!

    Ich mochte als Kind sogar Spinat, wobei ich später erfahren habe, dass ich nur die Tiefkühlvariante mit Sahne kennen gelernt hatte, da ist wohl wenig Oxalsäure drin. Frischen Salat liebe ich, und wenn er so schön daher kommt, dann ist das sicher massentauglich. Kompliment.

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    1. Da geht es mir wie Dir! Lange Zeit kannte ich Spinat nur püriert und mit Sahne. Da wurden sogar erst noch Zwiebelchen in Butter angebraten, dann kam etwas Mehl darüber und dann der (Tiefkühl-)Spinat. So kochte man halt früher.
      Irgendwann mochte auch ich das dann.

      Saluti
      Ariane

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  5. was für eine tolle Idee mit der giftgrünen Ei-Spinathülle, bei der Fülle gefällt mir vor allem das Fenchelkraut. Ich mag es besonders gern und habe auch ein (leider etwas dünnes) Pflänzchen am Balkon stehen.
    lg

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    1. Das es so knallgrün wird, hatte ich mir gar nicht vorstellen können. Damit werde ich noch weiter experimentieren. Fenchelkraut - überhaupt Fenchel - mag ich auch sehr gerne.

      Saluti
      Ariane

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