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Freitag, 8. Juli 2016

Sommerliche Röllchen: Involtini di Bresaola e Caprino



Wie alle Jahre wieder hat die römische Julihitze meine Küche in einen Glutofen verwandelt. Außerhalb unserer klimatisierten Wohnung ist es gar so schwülheiß, dass mir das Atmen schwerfällt. Leider ist die Küche der einzige Raum, in dem kein Klimagerät mehr Platz findet. Gekocht wird trotzdem - naja, fast immer. Aber gestern Abend gab es "kalte Küche" zum Fußballspiel, das ja leider das Aus für "die Mannschaft" nach sich zog. Trotzdem: Gut haben sie gespielt, unsere Jungs! Der französischen Mannschaft gratuliere ich zum Sieg, und ich werde ihr beim Endspiel am Sonntag die Daumen drücken.
Während des Spiels haben wir geschlemmt: Aus Kampanien mitgebrachte Büffelmozzarella sowie Scamorza affumicata, eine geräucherte Käsespezialität. Und Trüffelkäse ... und Weichkäse aus dem Piemont ... und Ziegenkäse - das alles stand zu Auswahl. Unser ganzer Kühlschrank ist voller Käse zur Zeit! Um den Ziegenkäse habe ich etwas Bresaola gewickelt, damit's nicht so auffällt mit dem Käsewahn, und alles mit viel Grünzeug und Vitaminen in Form von Orangen dekoriert.
Ihr seht schon: Meine Liebe zu Käse!
Es gibt so "Basics" im unserem Kühlschrank, die ich praktisch immer vorrätig habe. Neben diversen Käsesorten (darunter immer ein Stück Parmigiano), Oliven und getrockneten, in Öl eingelegten Tomaten horte ich oft auch die Schinkenspezialität Bresaola, mit der ich mir gerne eine schnelle und leichte Mahlzeit zubereite; gerade in den Sommermonaten. Der klassische Teller Bresaola, auch in römischen Restaurants auf fast allen Speisekarten zu finden, sieht dabei so aus.
Diesen mageren, luftgetrockneten Rinderschinken aus der Lombardei, ziehe ich gewöhnlichem Schinken oft vor. Schon als Kind liebte ich Bündnerfleisch, weil ich da keinen  Fettrand abpulen musste. Bresaola della Valtellina, so die korrekte Bezeichnung, schmeckt etwas milder als Bündnerfleisch, trotzdem ist die Verwandtschaft dieser beiden Spezialitäten offensichtlich. Das norditalienische Veltlin (Valtellina), Heimat dieser Spezialität, gehörte einst zu dem Freistaat der Drei Bünde im heutigen Gebiet von Graubünden, daher auch der Name Bündnerfleisch. Allerdings gibt es für die Bezeichnung auch andere etymologische Erklärungsversuche.
Für diese Röllchen bietet sich die geschmeidigere Bresaola an, die man gut zu Röllchen drehen kann und im Geschmack nicht so dominiert. Wer das etwas strenge Aroma von Ziegenfrischkäse nicht mag, kann auch einen italienischen Frischkäse aus Kuhmilch, wie etwa Robiola, verwenden.
Und fertig ist ein wunderbares Antipasto, passend für alle Jahreszeiten - oder eben ein leichtes Hauptgericht für heiße Tage.





Zutaten
(für vier Personen)

200 g Bresaola
250 g Ziegenfrischkäse
1 Orange
80 g Rucola
2 El Pistazienkerne, ungesalzen
2 El Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Rucola waschen und trockenschleudern. Auf den Tellern verteilen.
Eine Scheibe Bresaola mit etwas vom dem Frischkäse bestreichen, eine zweite Scheibe darauflegen und ebenfalls mit Frischkäse bestreichen und dann die Scheibe aufrollen. Die fertigen Involtini in der Mittel quer halbieren und auf den Salat legen.
Orange filettieren, Saft auffangen. Pistazien grob hacken.
Orangenfilets auf den Tellern verteilen.
Aus dem Orangensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren und über die Röllchen und die Rucola träufeln. Mit den grob gehackten Pistazien bestreuen.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 14. Mai 2013

Mein schneller, leichter Lieblingsteller



Eigentlich wollte ich das niemals bloggen: Zu banal, zu simpel, zu wenig fotogen.

Bresaola con rughetta e scaglie di parmigiano

Aber auch so gut!
Dieses Gericht gehört zu meinen Favoriten, wenn schnell etwas Leichtes auf den Tisch kommen soll. Gerade für eine Person, wenn man nicht viel Zeit oder Lust zum Kochen hat, ist so ein Teller mit Bresaola, etwas Rauke und Parmesanspänen ideal.
Dieses Gericht findet man als Antipasto auf fast allen Speisekarten Italiens, angefangen vom Veltin, Teil der Region Lombardei - italienisch "Valtellina" -, wo das luftgetrocknete Rindfleisch produziert wird, bis zum tiefsten Süden auf Sizilien.
Ich präsentiere diesen schnellen Teller, wie er in Italien gereicht wird. In der Standardversion, ohne Schnickschnack, die Rughettablätter auf dem Bresaola und nicht darin eingewickelt, was ja auch keinen Sinn macht. Sollen sie doch das Olivenöl sowie den Zitronensaft - ja Zitronensaft, keinen Balsamico - aufnehmen.
Natürlich ist es jedem überlassen, dieses Gericht noch etwas aufzupeppen: Mit einem sehr guten alten Balsamico Tradizionale, gerösteten Pinienkernen oder ein paar sonnengetrockneten Pomodori secchi. Ich mag dazu auch gerne einen Frischkäse wie Robiola und ein paar Oliven.
Wie gesagt, dieser Teller ist ausbaufähig.




Für die Basisversion braucht man:


  • Bresaola in dünnen Scheiben (ich rechne pro Person ca. 100 - 120 g)
  • Raukeblätter (ein Händchen voll pro Teller)
  • Parmesanspäne (nach Augenmaß)
  • frisch geriebener schwarzer Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine
  • geviertelte Zitronen


Die Bresaolascheiben auf dem Teller verteilen, die gewaschene und trockengeschleuderte Rauke darüber verteilen, Parmesanspäne (ich hobele sie mit dem Sparschäler vom Parmesanstück) darüber streuen und alles mit Olivenöl begießen. Jetzt noch etwas schwarzen Pfeffer frisch darüber mahlen und das Ganze mit dem Saft eines Zitronenviertels beträufeln.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 18. Juli 2012

Il Caffè Mulassano in Turin - Geburtsort des "Tramezzino"

Frei übersetzt bedeutet "Tramezzino" nichts anderes, als dass sich "zwischen" zwei "kleinen Hälften" irgend etwas befindet - und wie wir wissen, natürlich etwas Eßbares.
Tramezzini sind die italienische Antwort auf die international bekannteren Sandwiches.


Was so verführererisch klingt und viele gleich wieder ins Schwärmen geraten läßt, weil ja gleich hinter der italienischen Grenze angeblich alles so viel leckerer daherkommt, führt in Wirklichkeit ein trauriges Dasein hinter den Tresen südlich der Alpen. Pappiges Weißbrot, welke Salatblätter und Schinken mit angetrockneten Ecken, die sich schon hochwellen. Grazie - no!
Schon lange locken mich die in Italien in allen Bars angeboteten Tramezzini nicht mehr, wenn mich unterwegs der Hunger überfällt. Tramezzini sind selten frisch und haben von Norden bis Süden den gleichen Standardbelag: Tomaten mit (Kuh-)milchmozzarella,  Bresaola mit schlappen Raukeblättern, Champignons aus dem Glas mit undefinierbarem Käse (und darunter manchmal noch Mayonnaise) - ich könnte dieses Aufzählung des Grauens noch verlängern. Bei den Panini, den belegten Brötchen, sieht es nicht anders aus.
Wenn da nicht die Turiner Caffèhäuser wären. Schon an anderer Stelle habe ich einen dieser wunderbaren Orte, an denen österreichische Kaffeehauskultur auf französischen Charme trifft, vorgestellt: Al Bicerin.

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