Gestern Abend meinte mein Mann: "Wann ist der Sommer nur endlich vorbei?!"
Nun, wenn man so die Temperaturen sieht und spürt, dann kann man sagen, dass der Sommer wohl jetzt erst richtig anfängt!
Ein bisschen kann ich meinen Mann ja schon verstehen, auch wenn ich den Sommer liebe. Italien, Sommer, Sonne, Meer - alles schön und gut. Italien ist halt ein klassisches Urlaubsland. Aber wenn ich da so meinen Mann sehe, wie er jeden Tag mit Anzug und Krawatte - wir sind ja in Italien, und da wird auf so etwas Wert gelegt - loszieht, dann sehe ich seine Qualen. Gestern Abend musste er dann noch nach einem langen Arbeitstag den letzten Zug nach Mailand nehmen, heute geht es wieder zurück. Und Urlaub ist noch lange nicht in Sicht!
Es ist nicht so, dass ich nicht langsam auch unter dieser drückenden Hitze, die in der Stadt herrscht, zu leiden anfange. Das Einkaufen fällt mir schon schwer, die zum Teil langen Fussmärsche unter glühender Sonne, darüber hinaus wird es im August auch manchmal mit der Versorgung knapp - ungelogen! Oft sieht man in den Supermärkten der Innenstadt jetzt öfters mal leere Regale, und mir scheint, allein die Abteilungen mit kühlen Getränken, abgepackten Tramezzini und Keksen werden nachgefüllt, denn wenn die Römer ans Meer oder in die Berge fliehen, bleiben nur noch die Touristen in der Stadt.
Vor drei Jahren war es so heftig, was ich im August vorgefunden hatte, dass ich das unbedingt in drei verschiedenen "Supermärkten" fotografieren musste. Das waren keine Märkte in irgendeinem Slum am Rande der Drei-Millionen-Stadt, sondern Realitäten im historischen Zentrum, das als eines der begehrtesten und auch teuersten Wohnviertel von Rom gilt.
Warum also nicht auch mal ungeschönte Bilder aus dem römischen Alltagsleben zeigen, ganz im Sinne von
Tra dolce ed amaro?
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Leere Regale und tote Mücken, Düngemittel neben den Zwiebeln -
und die Frühlingszwiebeln sind ja nun nicht wirklich mehr als
frisch zu bezeichnen... |
Langsam, ganz langsam bessert sich die Situation auch im August etwas. Eine meiner beiden Metzgereien bleibt wenigstens vormittags den August über geöffnet, sicher aber ist auch diese um den
Ferragosto herum, also dem 15. August, geschlossen. Die vielen kleinen, wenn auch nicht gut sortierten Supermärkte haben auch ihr Gutes, denn als es nur die "Alimentari"-Läden in der Innenstadt gab, die im August dann auch noch geschlossen blieben, hatten vor allem ältere, in der Stadt zurückgelassene Menschen Probleme mit dem Einkaufen. Ich kann mich gut erinnern, wie mich an einen heißen Tag vor einigen Jahren eine ganz erschöpft wirkende, ältere Dame ansprach, ob ich nicht eine noch geöffnete Bäckerei in der Nähe wüsste.
So, jetzt schnell aber wieder ein anderes Thema!
Es gab leichte Küche gestern Abend. Ich habe es mir etwas einfach gemacht, in dem ich Roastbeef-Aufschnitt kaufte, den ich gerne mit jenem, bereits im Blog vorgestellten
Apfel-Gurken-Wasabi-Tatar fülle.
Auch bei der Herstellung von diesem Tatar musste ich zügig arbeiten, denn bei 33 Grad in der Küche zerschmolz mir vor ein paar Tagen der direkt aus dem Kühlschrank entnommene Blätterteig unter den Händen.
Dazu gab es einen vitaminreichen und knackigen Salat - ein perfektes Essen nach einem heißen Sommertag!
Zutaten (für 2 Personen)
- 300 g kalter Roastbeef-Aufschnitt
- 1 säuerlicher Apfel (hier eignet sich die Sorte Granny Smith am besten)
- 1 kleine Salatgurke (Gärtner-/Schmorgurke)
- 1 El Crème fraîche
- 1-2 Tl Wasabi
- Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Den Apfel und die Salatgurke schälen, die Gurke halbieren und mit einem Löffel die Kerne auskratzen.
Apfel und Gurke in ganz feine Würfel schneiden. Mit der Crème fraîche und dem Wasabi vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Je einen Klecks der Füllung auf eine Scheibe Roastbeef geben und diese aufrollen.
- 1 Fenchelknolle
- 1 kleine rote Paprika
- 1 Bund Radieschen
- 2 El Apfelbalsam-Essig
- 1 El Saba (eingekochter Traubenmost, ersatzweise 1 Tl Honig)
- 1 Tl Dijon-Senf
- 3 El Olivenöl extra vergine
- Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Die Fencheknolle und die Radieschen in dünne Scheiben schneiden oder hobeln, Fenchelgrün zu Seite legen.
Die Paprikaschote in feine Würfel schneiden.
Aus Essig, Saba oder Honig, Senf, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren.
Das Gemüse auf einem Teller anrichten, gefüllte Roastbeef-Röllchen daraufsetzen, mit der Vinaigrette beträufeln und mit Fenchelgrün belegen.
♥♥♥
Un abbraccio
Ariane