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Montag, 22. Januar 2024

Zum Aufwärmen und Durchhalten: Lenticchie con finocchio cotto al forno


Die vergangenen Tage hatte seltener Schneefall alles überzuckert. Wenn Sonnestrahlen durch die Äste der kahlen Bäume drang, funkelten die gefrorenen Wassertropfen. Mit dem Füttern der unzähligen Vögel in unserem Garten kam ich kaum noch hinterher. Besonders Kringel fand das flatternde Treiben auf der Terrasse überaus interessant und beobachtete alles vom sicheren und warmen Plätzchen hinter dem Fenster aus. Selbst als Sommermensch konnte ich diesem winterlichen Wetter etwas abgewinnen. Aber nun ist die spärliche Pracht wieder dahingeschmolzen und hat einem Schmuddelwetter Platz gemacht, das man sonst vor allem in den Herbstmonaten kennt. Jetzt heißt es durchhalten! 


Passend dazu gibt es Comfort Food! Wie man an den Fotos mit dem Laub des Gingko-Baums unschwer erkennen kann, hatte ich das Gericht schon im vergangenen November gekocht und fotografiert. Für den Fundus sozusagen. Ein Rezept für Minestra di Lenticchie gibt es ja bereits auf meinem Blog; nach diesem Rezept habe ich auch das Gemüse zubereitet. Aber Linsen in Verbindung mit dem Parmesan-veredelten Kartoffelpüree und vor allem den mit Honig beträufelten Fenchelscheiben aus dem Ofen waren neu. Prinzipiell schmücke ich mich nicht mit fremden Federn. Die Anregung zu dieser überaus gelungenen Kombination hatte ich auf Instagram gefunden: @tirmagno heißt der Account. Wunderbare Rezepte gibt es auf der Seite dieses jungen Kochs zu entdecken, der nach eigenem Bekunden auch schon mal um Mitternacht ans Pastamachen geht! Wahre Leidenschaft also, was man schon den Fotos ansieht!





Zutaten und Zubereitung
(für 4-6 Personen)


Linsengemüse

  • 250 g getrocknete Linsen (z. B. italienische Berglinsen - Lenticchie di Castelluccio -, sie müssen nicht eingeweicht werden)
  • 3 Stangen Staudensellerie
  • 1 Karotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • Rosmarinzweig und/oder 2 Salbeiblätter
  • 1 Dose geschälte Tomaten (400 g)
  • Olivenöl extra vergine
  • Aceto Balsamico
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer, wer mag etwas Chilipulver

Die Linsen in ein Sieb geben und gründlich kalt abbrausen. Dann zusammen mit einer in grobe Stücke geschnittenen Selleriestange und der Knoblauchzehe in einen Topf geben, einen Liter kaltes Wasser dazugießen und zum Kochen bringen. Zugedeckt ca. 25 Minuten köcheln lassen.

Das verbliebene Gemüse (Karotten, Zwiebel und Selleriestangen) putzen und fein würfeln. In einem Topf etwas Olivenöl erhitzen und die Gemüsewürfel kurz anschwitzen. Die geschälten Tomaten, das Lorbeerblatt sowie die Kräuter hinzufügen und ein paar Minuten köcheln lassen. Nach dieser Zeit die Selleriestücke und den Knoblauch aus den Linsen fischen, und dann die Linsen mit dem Kochwasser zu der vorbereiteten Tomatenbasis geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und weitere 30 Minuten köcheln lassen. Ab und an umrühren. Die Linsen sollten gut weich sein. Vor dem Servieren das Lorbeerblatt und die Kräuter entfernen. Mit Balsamessig beträufeln.


Fenchel
  • 4 Fenchelknollen
  • ein paar Thymianzweige
  • Honig
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz

Den Ofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Fenchelknollen putzen, längs in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden - dabei den kleinen Strunk ausschneiden - und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. 
Leicht salzen und mit etwas Olivenöl beträufeln.

Im Ofen ca. 30 bis 40 Minuten schmoren, dabei 10 Minuten vor Ende der Backzeit die Fenchelspalten mit ein paar Thymianzweigen belegten und mit Honig beträufeln. 

Die Fenchelspalten auf dem Linsenpüree anrichten. 
Dazu passt ein Kartoffelpüree, das man mit einem ordentlichen Stück Butter und viel frisch geriebenem Parmigiano Reggiano verfeinert!





Freitag, 28. September 2018

Plädoyer für dünne Schnitzel: Scaloppine all'arancia con finocchio brasato



Zwei Moderatoren eines in Italien beliebten Radiosenders haben sich kürzlich während ihrer Sendung aufs Köstlichste amüsiert! Gelästert wurde über die kulinarischen Fehltritte und Vorlieben der achtziger Jahre. An erster Stelle in der Aufzählung des Grauens: Tortellini mit Schinken, Erbsen und Sahne (scheint es in Deutschland dagegen immer noch auf den Speisekarten des "Italieners um die Ecke" zu geben). Weiter ging es mit Fruchtspießen, mit den mit Schinken umwickelten Grissini und dem damals nicht nur in Italien so beliebten Krabbencocktail! Ich musste schmunzeln. Tatsächlich - ob Silvestergala, Ärzteball oder auch private Party - der Krabbencocktail im Glasschälchen war allgegenwärtig auf den gestärkten weißen Tischdecken der Siebziger und Achtziger zu finden, hielt man ihn doch für den Gipfel exklusiver Kochkunst - mit einem Touch Exotik gleich dazu! Da wurde ein zusammengematschter Salat mit Krabben und undefinierbarer rosa (Cocktail-)Sauce - und was sonst noch drin war, weiß ich nicht, da wir alle in der Familie kein Meeresgetier mochten - gleich zum "Cocktail" hochstilisiert!
Vitello tonnato scheint, glaubt man den beiden Lästerern, auch seine besten Zeiten in den Achtzigern gefeiert zu haben. Da es dieses Gericht auf meinem Blog allerdings niemals geben wird, an dieser Stelle ein:

Kleiner Exkurs zu dem Kalbfleischklassiker aus dem Piemont

Diese Vorspeise, die in Italien meist unter der piemontesischen Dialektbezeichnung Vitel tonné angeboten wird, ist allerdings immer noch sehr beliebt. Was viele vielleicht nicht wissen: Das "tonnato" (von Tonno - Thunfisch) bezieht sich weniger auf die Sauce aus Thunfisch, Sardellen und Kapern, sondern auf das Fleisch selbst. Etymologisch gesehen kommt "Tonné" aus dem französischen Wort für "gegerbt" - tanné -, denn die Ursprünge dieses Gerichts lassen sich bis auf das 18. Jahrhundert zurückverfolgen, in dem sich in der Gegend um Cuneo die französische und italienische Sprache vermischten. In feinen Kreisen bevorzugte man zu dieser Zeit die französische Sprache; dabei waren beide Sprache gleichsam Amtssprachen. (Übrigens erkenne ich einen Piemonteser immer gleich an der nasalen Aussprache.) Mit der französisch angehauchten Bezeichnung für dieses Gericht - wobei Kalbfleisch korrekterweise dann allerdings "veau" heißen müsste - wollte man ihm einen gewissen adeligen Touch geben. Das kann durchaus auch ironisch gemeint worden sein, denn man verwendete auch Fleischreste dafür. Profaner dagegen ist die Erklärung, dass das Kalbfleisch - in Wasser und Wein gekocht -, am Ende so mürbe und zart wie Thunfisch war. Übrigens wird Vitel tonné dagegen in der Lombardei auch oft warm genossen; dort aber ursprünglich an Feiertagen wie dem Ferragosto ebenfalls kalt.
Das war's dazu, Ihr Lieben. Rezepte zu Vitel tonné müsst Ihr leider an anderer Stelle suchen. Dafür gibt es hier nun eine andere Spezialität aus Kalbfleisch:





Die zarten Scaloppine

Gar nichts mit Fisch hat ein weiteres Gericht zu tun, das ich bei frühen Italienurlauben kennengelernt habe und das auch ein wenig aus der Mode gekommen zu sein scheint, den Scaloppine. Die hat sogar mein in der Regel Fleisch verweigernder Vater irgendwie herunterbekommen - mit viel Pfeffer bestreut! Und da auch ich grobe Fleischstücke nicht unbedingt mag - sehr zum Unmut meines Mannes, der sich öfters mit mir mal eine ordentliche Fiorentina teilen möchte -, kommen mir solche dünnen Kalbschnitzelchen gerade recht.
Das wirkliche Wunderbare an den Scaloppine ist, dass sie:

1. blitzschnell zubereitet sind, wenn einmal die Zeit fehlt
und
2. dass man sie in der Pfanne mit anderen Zutaten kombinieren kann und auch keine aufwändige Beilage brauchen.

Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich geschmorten Fenchel liebe? Da brauche ich eigentlich gar kein Fleisch dazu. Und solcher Fenchel liebt die fruchtige Säure von Orangen; man denke da nur an die sizilianische Insalata di finocchi e arance. Die Schnitzelchen lieben Zitrusfrüche übrigens auch. Scaloppine baden genüsslich gerne während ihrer kurzen Zeit in der Pfanne - ob in Wein wie bei der Saltimbocca oder auch in etwas Zitronensaft oder einem kräftigen Sugo (siehe Rezepte am Schluss).
Dazu reicht ein Stück gutes Brot. Zu Hause darf man damit auch die "Scarpetta" machen (das Brot zusammendrücken und damit - so wie ein "Schühchen" über den Boden - über den Teller gleiten, um die Saucenreste aufzutunken)!






Zutaten
(für 2 Personen)


  • 6 dünne Kalbschnitzelchen (z. B. aus der Lende)
  • 500 g Fenchel
  • 3 Orangen
  • 50 g Oliven (in Öl eingelegte, einsteint, z. B. Taggiasche)
  • 75 ml Cointreau
  • Butter
  • Olivenöl
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer



Die Kalbschnitzelchen behutsam mit dem Fleischklopfer noch etwas dünner plätten.
Den Fenchel putzen, dabei das Fenchelgrün aufheben. Den Fenchel halbieren (größere Fenchelknollen vierteln) und den Strunk herausschneiden.
Eine Orange filetieren, den Saft aufheben. Die beiden anderen Orangen auspressen und den aufgefangenen Saft dazugießen.

In einer Pfanne ein wenig Butter und Olivenöl erhitzen und die Schnitzelchen von beiden Seiten scharf anbraten. Salzen und pfeffern. Dann aus der Pfanne nehmen und warmstellen.
Die Fenchelhälften kurz in in dem Bratfett von allen Seiten anbraten, dann mit dem Cointreau ablöschen und diesen etwas einkochen lassen.
Den Orangensaft hinzufügen und den Fenchel zugedeckt zehn Minuten schmoren lassen; die Flüssigkeit sollte sich dabei reduzieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nach dieser Zeit die Kalbschnitzelchen mit den Oliven und den Orangenfilets zu dem Fenchel in die Pfanne geben und nochmals erhitzen.
Mit dem Fenchelgrün bestreuen.





Weitere Gerichte im Blog mit den dünnen Kalbschnitzelchen, die man in Italien Scaloppine nennt:

Scaloppine al limone
Scaloppine alla pizzaiola



Freitag, 27. Januar 2017

Die reinste Medizin: Risotto all'arancia con finocchio brasato



Trotz des frischgepressten Safts aus Tarocco-Orangen, den wir in dieser Jahreszeit jeden Morgen trinken, haben die Erkältungsviren zugeschlagen. Mein armer Mann hustet und schnupft sich durch lange Tage und kurze Nächte; noch bin ich verschont geblieben.
Also wurde ein großer Topf Hühnersuppe mit viel Suppengemüse gekocht - genug, um am folgenden Tag die Suppenreste noch für einen Risotto verwenden zu können.
Gesünder geht es kaum: Orangen, Hühnerbrühe und Fenchel; letzterer wird für seinen Vitamin-C-Gehalt geschätzt, der sogar noch den von Orangen übertreffen soll.
Damit der Risotto nicht allzu asketisch daherkommt, hat sich noch ein wenig Alkohol eingeschlichen. Der killt dann bestimmt noch die allerletzten Viren!





Zutaten
(für 2 Personen)

180 g Carnaroli (oder einen anderen Risotto-Reis)
1 kleine Lauchstange, nur der weiße Teil
100 ml Gewürztraminer (oder einen anderen Weißwein)
ca. 3/4 L Hühnerbrühe, möglichst selbstgemacht
2 unbehandelte Orangen
2 El Butter
etwas Olivenöl extra vergine
60 g Gorgonzola dolce
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

1 Fenchelknolle
etwas Olivenöl extra vergine
Cointreau
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Den weißen Teil der Lauchstange putzen und in sehr feine Ringe schneiden.
Orangen heiß abwaschen, von einer Orangen mit dem Zestenreißer die Schale abschälen, dann das Innere filetieren. Saft auffangen (eventuell die Reste auspressen). Die zweite Orange auspressen und den aufgefangenen Saft dazugeben.
Die Hühnerbrühe erhitzen und leicht köchelnd halten.
In einer Pfanne den Lauch in einem Eßlöffel Butter und etwas Olivenöl anschwitzen. Den Reis hinzufügen und glasig werden lassen. Dann mit dem Wein ablöschen und diesen etwas einkochen lassen. Orangensaft hinzugießen, ebenfalls etwas einkochen lassen.
Nun nach und nach mit köchelnder Hühnerbrühe aufgießen. Immer wieder umrühren.
Der Risotto braucht ab dem ersten Aufgießen mit köchelnder Flüssigkeit etwa 18 Minuten, dann kann er weiter verarbeitet werden.

Parallel dazu die Fenchelknolle putzen, etwas Fenchelgrün zur Seite legen, und in Scheiben schneiden, dabei den Strunk vorsichtig entfernen, damit der Fenchel nicht auseinanderfällt.
In einer Pfanne in etwas Olivenöl die Fenchelscheiben von beiden Seiten anbraten, salzen, pfeffern und mit einem guten Schuss Cointreau ablöschen. Etwas einkochen lassen; der Fenchel sollte noch bissfest sein.

Nun geht es wieder an den Risotto. Gorgonzola zerpflücken und einen Teil zur Seite legen. Die Pfanne mit dem Risotto vom Herd nehmen, die restliche Butter hinzugeben und den Käse, die Orangenzesten und die Filets (einige zur Dekoration zur Seite legen) unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Risotto zugedeckt zwei Minuten ruhen lassen.
Risotto auf den Tellern verteilen und die Fenchelscheiben auflegen. Fenchelgrün, Gorgonzola-Stückchen, Orangenfilets und Orangenzesten über dem Risotto verteilen.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 17. Januar 2015

Rollkur für die Pute: Rotolo di tacchino con finocchio brasato all'arancia


Die Grundidee zu dieser Riesenroulade fand ich vor einigen Jahren in einer Zeitschrift. "Saltimbocca-Roulade" nannte sich das Ganze, auch wenn dieses Gericht, abgesehen von dem Schinken und dem Salbei, wenig mit der echten Spezialität aus Rom gemeinsam hatte. Für das Original sind nunmal dünne Kalbsschnitzelchen unerlässlich, die zudem noch in Wein kurz geschmort werden. Ein Blitzgericht, das ich immer wieder gerne zubereite, wenn es einmal schnell gehen soll -  hier geht's zum Rezept dazu.
Trotzdem finde ich die Idee mit der im Ofen gegarten Riesenroulade überaus praktisch; keine Fettspritzer und kein Herdputzen winken nach dem Genuss, und hübsch sieht sie im Anschnitt auch noch aus!
Eine gute Gelegenheit, auch mal wieder das magere Putenfleisch zuzubereiten, da oft ja etwas trocken und fade schmecken kann.
Die Beilage aus Fenchel hat sogar meinen Mann überzeugt. Fenchel ist ein ganz zu Unrecht unterschätztes Gemüse, dessen feiner Geschmack sich gerade durch das Schmoren herauskitzeln lässt. Die Idee mit dem Orangensaft kam mir spontan, nachdem ich den Wein angegossen habe, Dass Orange und Fenchel schon in rohem Zustand ein harmonisches Pärchen sind, wissen vor allem die Sizilianer, die daraus einen ebenso genialen wie gesunden Salat kreiert haben: Den Insalata di finocchi e arance.




Zutaten
(für 2 Personen)

Putenroulade

400 g Putenbrust in  4 Scheiben
6 Scheiben Parma-Schinken (oder anderer roher Schinken)
5 Salbeiblätter
5 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten, gut abgetropft
Salz (oder Kräutersalz), frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl extra vergine
Backpapier

Die Putenbrustschnitzel nebeneinander auf die Arbeitfläche legen; am Rand sollten sie sich etwa einen Zentimeter breit überlappen. Mit einem Fleischklopfer etwas flach klopfen.
Die nun entstandene große Fleischplatte salzen und pfeffern und mit den zerrupften Salbeiblättern bestreuen. Mit den Schinkenscheiben belegen und die kleingeschnittenen getrockneten Tomaten darüber verteilen.
Die Fleischplatte vorsichtig aufrollen. Die fertige Roulade nochmals salzen und pfeffern und mit etwas Olivenöl bestreichen. Backpapier anfeuchten und ausdrücken. Die Roulade fest in das Backpapier wickeln und die Enden wie bei einem Bonbon zusammendrehen.
Die Rolle bei 180 Grad für ungefähr 40 Minuten in den vorgeheizten Backofen geben.
Vor dem Anschneiden ein paar Minuten ruhen lassen.


Orangenfenchel

2 Fenchelknollen
Marsala
Saft einer Orange
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
1 Tl brauner Zucker
Olivenöl extra vergine

Die Fenchelknollen putzen, etwas Grün zur Seite legen, vierteln und den Strunk herausschneiden. Die Viertel nochmals teilen und in etwas Olivenöl anbraten. Salzen, pfeffern und den Zucker hinzufügen und karamellisieren lassen. Mit einem Schuss Marsala ablöschen und den Wein kurz verdampfen lassen. Den frischen Orangensaft und eventuell noch etwas Wasser hinzufügen, und den Fenchel zugedeckt bei kleiner Hitze etwa zwanzig Minuten lang schmoren.



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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 1. August 2013

Jetzt fängt er erst an!



Gestern Abend meinte mein Mann: "Wann ist der Sommer nur endlich vorbei?!"
Nun, wenn man so die Temperaturen sieht und spürt, dann kann man sagen, dass der Sommer wohl jetzt erst richtig anfängt!
Ein bisschen kann ich meinen Mann ja schon verstehen, auch wenn ich den Sommer liebe. Italien, Sommer, Sonne, Meer  - alles schön und gut. Italien ist halt ein klassisches Urlaubsland. Aber wenn ich da so meinen Mann sehe, wie er jeden Tag mit Anzug und Krawatte - wir sind ja in Italien, und da wird auf so etwas Wert gelegt -  loszieht, dann sehe ich seine Qualen. Gestern Abend musste er dann noch nach einem langen Arbeitstag den letzten Zug nach Mailand nehmen, heute geht es wieder zurück. Und Urlaub ist noch lange nicht in Sicht!
Es ist nicht so, dass ich nicht langsam auch unter dieser drückenden Hitze, die in der Stadt herrscht, zu leiden anfange. Das Einkaufen fällt mir schon schwer, die zum Teil langen Fussmärsche unter glühender Sonne, darüber hinaus wird es im August auch manchmal mit der Versorgung knapp - ungelogen! Oft sieht man in den Supermärkten der Innenstadt jetzt öfters mal leere Regale, und mir scheint, allein die Abteilungen mit kühlen Getränken, abgepackten Tramezzini und Keksen werden nachgefüllt, denn wenn die Römer ans Meer oder in die Berge fliehen, bleiben nur noch die Touristen in der Stadt.

Vor drei Jahren war es so heftig, was ich im August vorgefunden hatte, dass ich das unbedingt in drei verschiedenen "Supermärkten" fotografieren  musste. Das waren keine Märkte in irgendeinem Slum am Rande der Drei-Millionen-Stadt, sondern Realitäten im historischen Zentrum, das als eines der begehrtesten und auch teuersten Wohnviertel von Rom gilt.
Warum also nicht auch mal ungeschönte Bilder aus dem römischen Alltagsleben zeigen, ganz im Sinne von Tra dolce ed amaro?



Leere Regale und tote Mücken, Düngemittel neben den Zwiebeln -
und die Frühlingszwiebeln sind ja nun nicht wirklich mehr als
frisch zu bezeichnen...

Langsam, ganz langsam bessert sich die Situation auch im August etwas. Eine meiner beiden Metzgereien bleibt wenigstens vormittags den August über geöffnet, sicher aber ist auch diese um den Ferragosto herum, also dem 15. August, geschlossen. Die vielen kleinen, wenn auch nicht gut sortierten Supermärkte haben auch ihr Gutes, denn als es nur die "Alimentari"-Läden in der Innenstadt gab, die im August dann auch noch geschlossen blieben, hatten vor allem ältere, in der Stadt zurückgelassene Menschen Probleme mit dem Einkaufen. Ich kann mich gut erinnern, wie mich an einen heißen Tag vor einigen Jahren eine ganz erschöpft wirkende, ältere Dame ansprach, ob ich nicht eine noch geöffnete Bäckerei in der Nähe wüsste.

So, jetzt schnell aber wieder ein anderes Thema!
Es gab leichte Küche gestern Abend. Ich habe es mir etwas einfach gemacht, in dem ich Roastbeef-Aufschnitt kaufte, den ich gerne mit jenem, bereits im Blog vorgestellten Apfel-Gurken-Wasabi-Tatar fülle.
Auch bei der Herstellung von diesem Tatar musste ich zügig arbeiten, denn bei 33 Grad in der Küche zerschmolz mir vor ein paar Tagen der direkt aus dem Kühlschrank entnommene Blätterteig unter den Händen.
Dazu gab es einen vitaminreichen und knackigen Salat - ein perfektes Essen nach einem heißen Sommertag!





Zutaten (für 2 Personen)

  • 300 g kalter Roastbeef-Aufschnitt
  • 1 säuerlicher Apfel (hier eignet sich die Sorte Granny Smith am besten)
  • 1 kleine Salatgurke (Gärtner-/Schmorgurke)
  • 1 El Crème fraîche
  • 1-2 Tl Wasabi
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer



Den Apfel und die Salatgurke schälen, die Gurke halbieren und mit einem Löffel die Kerne auskratzen.
Apfel und Gurke in ganz feine Würfel schneiden. Mit der Crème fraîche und dem Wasabi vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Je einen Klecks der Füllung auf eine Scheibe Roastbeef geben und diese aufrollen.


  • 1 Fenchelknolle
  • 1 kleine rote Paprika
  • 1 Bund Radieschen
  • 2 El Apfelbalsam-Essig
  • 1 El Saba (eingekochter Traubenmost, ersatzweise 1 Tl Honig)
  • 1 Tl Dijon-Senf
  • 3 El Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Die Fencheknolle und die Radieschen in dünne Scheiben schneiden oder hobeln, Fenchelgrün zu Seite legen.
Die Paprikaschote in feine Würfel schneiden.
Aus Essig, Saba oder Honig, Senf, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren.
Das Gemüse auf einem Teller anrichten, gefüllte Roastbeef-Röllchen daraufsetzen, mit der Vinaigrette beträufeln und mit Fenchelgrün belegen.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 17. Juli 2013

Es muss nicht immer Basilikum sein...



Auf der Titelseite der neuesten Ausgabe von Sale e Pepe, meiner bevorzugten italienischen Kochzeitschrift, lachte mich seit ein paar Tagen ein Tomatencake an. Pikante Kuchen liebe ich ja sehr, und da ich endlich mal wieder ein Gericht mit Fenchelsamen würzen durfte, habe ich mich trotz Hitze in meine kleine Küche zurückgezogen und den Backofen vorgeheizt.
Wer jemals einen mit Fenchelsamen gewürzten Tomatensugo gekostet hat, weiß, wie raffiniert diese Version schmecken kann. In der Toskana aromatisiert man auch eine Wurstspezialität mit dem leider selten verwendeten Gewürz: die Finocchiona.
Als Begleiter zu diesem Kuchen gab es ein Tomaten-Concassée. Das altbewährte Basilikum wurde hier durch frisches Fenchelkraut ersetzt.




Cake con concassée aromatica


  • 250 g Mehl
  • 15 g Backpulver
  • 100 g in Öl eingelegte getrocknete Tomaten, gut abgetropft
  • 100 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • 80 g Butter + Butter zum Ausfetten
  • 6 Eier
  • 4 El Sahne
  • 1 El Fenchelsamen
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 500 g kleine Strauchtomaten
  • 4 El Olivenöl extra vergine
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Bund frisches Fenchelkraut


Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Eine Kastenkuchenform (ca. 25x11 cm) mit Butter ausfetten, mit Backpapier auskleiden und dieses noch einmal ausbuttern.
Die Butter zerlassen und die getrockneten Tomaten in Streifen schneiden.
Eier mit der Sahne und der Butter verquirlen, dann das mit dem Backpulver gesiebte Mehl, 90 g Parmesan und die Tomatenstreifen unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und dem Fenchelsamen abschmecken.
Den Teig in die vorbereitete Form füllen und mit einigen frischen Strauchtomaten belegen.
Die Form mit Backpapier abdecken und für ungefähr 45 Minuten in den Ofen geben. Dann das Papier entfernen, den restlichen Parmesan auf dem Cake verteilen und den Cake weitere zehn Minuten backen.



Für das Concassée die übrigen Strauchtomaten einritzen, mit kochendem Wasser übergiessen, kalt abschrecken und häuten.


In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die in feine Scheibchen geschnittene Knoblauchzehe sowie das kleingeschnittene Fenchelkraut bei milder Hitze ein paar Minuten erwärmen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und das Würzöl über die gehäuteten Tomaten gießen.
Concassèe erkalten lassen und zu dem möglichst lauwarmen Kuchen servieren.


Quelle: Sale e Pepe, Juli 2013


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 4. März 2012

In Italien geliebt: Finocchi gratinati

Die Italiener essen gerne, was die Deutschen verschmähen: Fenchel scheint in Deutschland ein bißchen das Stiefkind unter den Gemüsesorten zu sein. Darauf gehe ich jede Wette ein: Wenn in Deutschland der Name Fenchel fällt, denken viele zunächst an den ach so gesunden Tee - er soll bei Magenverstimmungen helfen.


In Italien dagegen ist Fenchel sehr beliebt: roh, wie bei diesem sizilianischen Salat, oft aber auch als Gemüse, das im Ofen gratiniert wird - meist mit etwas Parmesan.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Insalata di finocchi e arance

Bleiben wir noch ein bißchen in Sizilien und bei den wunderbaren Tarocco-Orangen, über die ich im vorigen Post berichtet hatte.
Sicher scheint die Kombination von Orangen und Zwiebeln höchst ungewöhnlich. Dennoch sollten auch Zweifler diesen Salat einmal zubereiten. Dieses Gericht bringt nicht nur mitten im Winter ein Stück Süden auf den Tisch, sondern ist darüber hinaus auch überaus gesund, denn Orangen und Fenchel  sind wahre Vitaminbomben, und auch Zwiebel und Walnüsse führem dem Körper wichtige Stoffe zu.


Zutaten (4 Personen)
  • 2 Fenchelknollen (à 250 g)
  • 2 Orangen
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 10 schwarze Oliven
  • 1 El Walnüsse (grob gehackt), ersatzweise Haselnüsse
  • 3 El Olivenöl extra vergine (möglichst aus Sizilien)
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • einige Minzblättchen 

Zubereitung


Die Fenchelknollen putzen (das Grün zur Seite legen), vierteln den Strunk herausschneiden und auf einem Gemüsehobel in feine Streifen hobeln.
Die Orangen filettieren und den Saft auffangen.
Die Zwiebel schälen und in feine Ringe scheiden.

Aus dem Olivenöl, dem Orangensaft, Salz und Pfeffer eine "Vinaigrette" herstellen und mit den vorbereiteten Zutaten sowie den Oliven vermischen.
Mit gehackten Walnüssen, dem Fenchelgrün und den Minzblättchen bestreuen.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane
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