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Samstag, 14. Dezember 2019

Meine weihnachtliche Tischdeko für einen Abend mit lieben Freunden




Was gibt es Schöneres, als in der Advents- und Weihnachtszeit Freunde zu verwöhnen!
Entspannung in dem ganzen Trubel um Planung, Einkauf und Zubereitung eines Menüs finde ich stets beim Eindecken des Tisches, an dem wir den größten Teil des Abends verbringen werden. Das Platzieren der Teller und Gläser, das Gestalten der Servietten und schließlich das Dekorieren hat für mich eine zutiefst kontemplative Komponente. Ich komme "runter", Vorfreude macht sich breit, bevor der Endspurt erneut in der Küche einen neuen Anlauf nimmt.





Fest stand für mich in diesem Jahr: Ich brauchte keine neuen Deko-Elemente, auch wenn jede Saison eine neue "Mode" hervorbringt. Vor Jahren waren es die cognacfarbenen Kugeln, dann folgten weiße Hirsche, in diesem Jahr triumphiert der skandinavisch karge Stil. Unbeachtet dieser Tendenzen stapelt sich in den wenigen Geschäften, die Weihnachtsdekoration anbieten, das übliche kitschige Glitzerzeug - untermalt von einer wahren Kakophonie weihnachtlicher Klänge. "Last Christmas" trifft hier auf das Geklingel der sich ewig in Kreis drehenden Spielzeugkaruselle; die armen Verkäufer*innen können einem nur noch leidtun! In Italien scheint man dazu verliebt in falsche Tannenzweige (und Bäume!), die dann noch dick mit Glimmer, gerne dieses Jahr in Weiß, überzogen sind. Parallel dazu bietet Roms Luxuskaufhaus  kunstvolle Designerkugeln an, die natürlich ihren Preis haben. Aber braucht man das wirklich, um Stimmung zu erzeugen?

Dieses Jahr habe ich, wie schon so oft, auf meinen Fundus zurückgegriffen, was auch ökologisch aktueller denn je und sinnvoll ist. Immer häufiger in den vergangenen Jahren bleibt zudem der Glitzerkram in seiner Kiste. Lieber setze ich auf hochwertigen und nie aus der Mode kommenden Weihnachtsschmuck, den man mit preisgünstigen Accessoires kombinieren kann.






Wer also für die Weihnachtstage noch nach Ideen sucht, findet vielleicht auch bei mir noch die ein oder andere Anregung. Ich habe die Deko in den klassischen (Weihnachts-)Farben Weiß und Rot gehalten, nur unterbrochen durch das zarte Grün der Wassergläser.
Herzstück meines Tisches ist eine Kette aus mit roten Schleifchen zusammengebundenen Plätzchenausstechern. Solche Ausstecher hat sicher jede(r) in seiner Küche; mit Geschenk- oder Dekoband von der Rolle, das man sich passend zurechtschneiden kann, werden die Ausstecher  zusammengebunden - je nach Tischform auch zu einem Kreis
Spontaner Kommentar eines Gastes: Diese Idee klaue ich mir! Mission hier schon mal erfüllt!






Meine Teelichthalter sind mindestens 15 Jahre alt und stammen aus einer Glasbläserei im Bayerischen Wald - wie auch die gläsernen Schneekristalle. Trotz der winterlichen Motive aus Stechpalmen, spenden sie uns das ganze Jahr über ihr stimmungsvolles Licht.





Wichtig bei gläsernen Teelichthaltern: Teelichter aus den Aluförmchen nehmen und in kleine Glashalter setzen, so dass alles transparent wirkt. Glocken aus Porzellan mit Weihnachtsmotiven schließen die Enden der Kette aus Ausstechern ab und setzen auch in der Mitte einen Akzent. Solche Glocken sind sicher etwas teurer in der Anschaffung, aber man sieht sich niemals an ihnen satt. Sie sorgen für das edle Element neben den rustikalen Förmchen; ich liebe solche "Brüche"! Wenn diese Glöckchen nicht gerade auf dem weihnachtlichen Tisch stehen, schmücken sie in der Adventszeit die Ablage über einer Heizung - zusammen mit einer preisgünstigen Laterne aus einem schwedischen Möbelhaus.




Die Servietten habe ich zu schlichten Rollen gefaltet und mit roten Samtbändern zusammengebunden. Tuchservietten sind natürlich Pflicht! Ein paar weiße Holzsterne und kleine rote Kugeln ergänzten meine Tischdeko.




Den ausgiebigen Aperitivo mit Bollicine und kleinen feinen  - natürlich selbstgemachten - Häppchen gab es für unsere Gäste vor dem Kamin. Allerdings könnte der Weihnachtsmann nicht mehr durch den Schlot herabsteigen, denn wir haben ihn vor einigen Jahren verschließen lassen. Ein paar Laternen mit dicken Kerzen sind sicherer als offenes Feuer - vor allem auch, wenn eine neugierige Katze herumschleicht.






Die Lichterkette habe ich auch in diesem Jahr mit der Kelchhülle der Physalis verziert. Diese "Blüten" sind aus dem Garten meiner Schwiegermutter und überstehen nun seit Jahren, sorgsam verpackt, fast unversehrt die unzähligen Weihnachtssaisons, in denen sie zum Einsatz kamen. Das warme Licht, das sie spenden, kann keine noch so schöne und aufwendige Lichterkette erzeugen.




Auf einen klassischen Adventskranz habe ich in diesem Jahr verzichtet; die Advents-Kerzen schmücken zudem zum ersten Mal den Kamin - in einer Reihe aufgestellt. Die einzelnen Kerzen habe ich mit etwas Bast umwickelt, an denen kleine nummerierte Tafelsternchen befestigt sind (ich kann euch sagen, bis ich diese hier gefunden habe...).

Und jetzt mache ich es mir davor gemütlich - natürlich mit Kringel!
Habt noch eine schöne Adventszeit!





Sonntag, 15. Juli 2018

Il mare in una stanza - ich habe mir das Meer nach Hause geholt!



Bei meiner ersten Begegnung mit dem Meer muss ich so drei oder vier Jahre alt gewesen sein. Manchmal denke ich, diese Begegnung hat mich für mein ganzes Leben geprägt. Es war das Meer des Nordens, jene raue Naturgewalt mit seinen hohen Wellen, über die kreischend die Möwen kreisten. Ich liebe seitdem den Geruch von Meerwasser und Dünen; nicht umsonst trage ich im Sommer oft den Duft einer feinen römischen Parfum-Manufaktur, die mit ihren Kreationen olfaktorische Erinnerungen mit Emotionen verknüpfen möchte. Dieses Parfum nennt sich übersetzt ganz schlicht "Salzwasser" und hat in Italien so etwas wie Kultstatus. Denn die Italiener lieben das Meer!




In diesen frühen Urlauben mit Eltern, Großeltern und Freunden der Familien, die wir auf der Insel Sylt verbrachten, konnte ich stundenlang am Strand Muscheln suchen, ohne dass mir langweilig wurde. Naja, zwischendurch baute ich auch gewagte Sandkonstruktionen, aber Architektin bin ich trotzdem nicht geworden. Meine Bauten habe ich dann, Ihr ahnt es schon, mit Muscheln verziert. Die Muscheln sammelte ich in einem Plastikbeutel, den ich nach den Urlauben mit nach Hause nahm. Dieser Beutel mit meinen Schätzen füllte sich von Jahr zu Jahr mehr; leider ist er dann irgendwann verloren gegangen.

Noch immer halte ich bei Spaziergängen am Strand nach Muscheln Ausschau, auch wenn das Meer an den Küstenregionen Latiums nicht viel hergibt. Ist es ein Anzeichen für die Verschmutzung der Meere? Rom liegt nur ungefähr dreißig Kilometer vom Meer entfernt. Umso unverständlicher ist es, dass man die meisten Strände in Latium nicht wirklich gepflegt hat.Wie anders habe ich das Meer von Sardinien oder vor allem auch von Florida in Erinnerung, wo man von den Stränden aus, die mit Muscheln übersät waren, ein reiches Tierleben im Wasser und am Strand beobachten konnte.
Apropos Florida: Der Lido di Ostia könnte mit seinen vielen Bauten im Art-Decò-Stil ein zweites, lebendiges Miami Beach sein, aber die Gebäude sind vielfach verlottert, der Strand aufgeteilt in mehr oder weniger geschmackvolle Strandbäder, und ins Wasser würde ich dort wegen der Nähe zu Rom sowieso nicht gehen.
Schönes, sauberes Meer und ein putziges Städtchen genießen wir ein paar Mal in den Sommermonaten in Sperlonga, im südlichen Latium. Aber dafür muss man auch über zwei Stunden Autofahrt Richtung Süden einplanen. Sehr gerne würden wir da öfters unsere Wochenenden verbringen, aber leider stehen auch diese für meinen Mann nicht immer unter dem Vorzeichen der Freizeit. In diesem Jahr haben wir es noch gar nicht bis dorthin geschafft.




Also habe ich mir das Meer nach Hause, ins eigene Wohnzimmer, geholt und dafür mal wieder in meinem Fundus gegraben. Ein bisschen Sand, ein paar Muscheln und Kerzen - mehr braucht es nicht, um sofort maritime Stimmung zu erzeugen. Viele Muscheln und Steine habe ich selbst gesammelt, die größeren Muscheln bekam ich vor Jahren geschenkt. Einige dieser etwas größeren Exemplare, die man vor allem in Badeorten kaufen kann, unterliegen heute  dem Artenschutz, und als Souvenir kann die Ausfuhr ganz schön teuer zu stehen kommen; da sollte man sich vorher informieren. Aber auch mit den kleinen Muscheln und ein paar Deko-Accessoires aus Holz, wie den winzigen Segelbooten oder den zweckentfremdeten Servietten-Klammern mit Seesternen und Muscheln, kreiert man ganz schnell maritime Atmosphäre im Wohnzimmer. Bei meinem nächsten Strandspaziergang stolpere ich dann hoffentlich auch über etwas Treibholz, das sich ebenfalls gut in die Dekoration einfügen würde.
Wichtig sind vor allem die Farbtöne: Natur (sandfarben) - und dann natürlich die Farben des Meeres: Blau und Türkis in allen Schattierungen.




Die Laterne hat ein Innenleben aus einer Lichterkette, zwischen die ich Muscheln gesteckt habe. Die Flasche hatte ich einst für meinen selbstgemachten Limoncello gekauft. Nun ist sie mit Sand gefüllt. Ein wenig Bast und der Clip mit dem Seestern - fertig ist das nächste Deko-Element, das entfernt an Flaschenpost erinnern soll.




Für Euer ganz persönliches Motto könnt Ihr auch ein Erinnerungsfoto aus dem letzten Urlaub verwenden, ausdrucken und als "Fähnchen" zwischen die Deko stellen.




Die großen Muscheln habe ich mit Led-Teelichtern ausgeleuchtet.
Zwei Led-Lichter beleuchten am Abend auch die winzigen Segelboote aus Holz. Wichtig sowohl bei der grazilen Lichterkette als auch bei den Teelichtern ist warmes Licht, das Kerzenschein ähnelt.
Einfache hölzerne Kerzenständer, mit einer Muschelkette umwunden, werden zu "Leuchttürmen"; Licht ist am Abend wichtig, um die Dekoration hervorzuheben, da unser Wohnzimmer auch nur schwach ausgeleuchtet werden kann und die hölzerne Kassettendecke viel Licht schluckt. Aber nicht immer werden die Kerzen angezündet, denn in einem Haushalt wie dem unseren - mit Tausenden von Büchern - ist mir das zu heikel. Wenn die Kerzen brennen, bin ich immer in der Nähe, die Ledlichter dagegen dürfen an jedem Abend ihr warmes Licht spenden!




Il mare in una stanza - das Meer in einem Zimmer. Vielleicht gefällt Euch meine maritime Deko und birgt einige Anregungen. Jedenfalls kann man damit auch in meeresfernen Regionen ein wenig Urlaubsatmosphäre nach Hause holen, den Urlaub gar verlängern.
Verratet Ihr mir, wie Ihr den Urlaub in den Alltag hinüberrettet?





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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