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Dienstag, 20. April 2021

Des Spargels liebste Seelenverwandte: Maltagliati con asparagi, prosciutto e burrata


Spargel, Schinken, Ei - wie alte Freunde treffen sie immer wieder aufeinander! Diese beliebte Frühlings-Kombi tummelt sich zur Zeit auf unzähligen Tellern; ein paar Kartöffelchen dazu, und fertig ist ein feines Essen. Apropos Frühling: Das klassische April-Wetter, das in Rom normalerweise  schon im März zuschlägt - Marzo è pazzo (der März spielt verrückt), Marzo pazzarello, guarda il sole e prendi l'ombrello (verrückter März, schau die Sonne an und nimm' den Regenschirm) -, hat jetzt seit Tagen mit heftigen Regengüssen, Hagel und Donner auch bei uns im Süden Einzug gehalten. Es sorgt für freiwillige Ausgangssperren am Tag; nächtliche haben wir ja sowieso seit Monaten. 




Aber zurück zu unserem Frühlingsessen mit Spargel. Wie könnte es anders sein, zu dem oben genannten Erfolgs-Trio gesellt sich in Italien gerne Pasta. Für mich bot sich mal wieder eine Gelegenheit, die Nudelmaschine hervorzuholen. Nicht zuletzt, um dann beim Pastamachen Wetter, Virus und noch diverse andere "Unannehmlichkeiten" (Achtung Euphemismus!) zu verdrängen. 




Zutaten und Zubereitung
(für 2-3 Personen)



Maltagliati

  • 150 g Mehl, gesiebt
  • 50 g Hartweizengrieß, gemahlen (Semola di grano duro rimacinata)
  • 2 Eier
  • etwas Salz
  • wenige Tropfen Olivenöl extra vergine

Einen geschmeidigen Pastateig nach meinem Grundrezept herstellen und in Folie gewickelt ruhen lassen. Dann den Teig mit Hilfe einer Nudelmaschine dünn auswälzen und die Nudelplatten mit dem Messer oder einem Teigrädchen in unregelmäßige Streifen schneiden.

Die Maltagliati für 1 Minuten in kochendes Salzwasser geben. 




Die "Begleitung" zu Pasta

  • 12 Stangen grüner Spargel
  • 80 g Parmaschinken (oder anderer roher Schinken nach Wahl) in dünnen Scheiben
  • 1 Burrata (oder lose nur die sogenannte Stracciatella, das Innere von einer oder zwei Burrata/e)
  • 60 g Pinienkerne
  • 2 gekochte Eigelbe (gekochtes Eiweiß wegnaschen...)
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • etwas gerebelten Thymian


Die Spargel putzen und schräg in ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Den Parmaschinken von großen Fettresten befreien und in Streifen schneiden. Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne anrösten.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Spargelstücke scharf anbraten. Nach einiger Zeit die Schinkenstreifen hinzugeben. Mit Salz, Pfeffer und Thymian abschmecken. Wenn die Spargelstücke gar und der Schinken leicht knusprig sind, die abgetropfte Pasta hinzugeben (eventuell noch ein wenig Kochwasser hinzufügen) und kurz zusammen erhitzen.

Auf Tellern anrichten und dabei die zerpflückte Burrata untermischen. Pinienkerne sowie durch ein Sieb gestrichenes Eigelb darübergeben. 



⚜⚜⚜


Rezeptquelle: Sale&Pepe, April 2021

⚜⚜⚜


Lust auf noch mehr Pasta-Spargelgerichte?




Dienstag, 15. September 2020

Spätsommersalat: Insalata di fregola con peperoni, prosciutto croccante e stracciatella


Der Sommer dreht noch einmal richtig auf! Wann hat man schon im September nach 20 Uhr noch Temperaturen an die dreißig Grad! Ich freue mich jedenfalls noch über jeden Sonnenstrahl, und auch wenn ich in den vergangenen Monaten oft - körperlich - unter der Hitze gelitten habe, meiner Stimmung tut der Sommer in der Regel gut. Glücklicherweise kann ich mich in Rom auch in den Wintermonaten an saftigem Grün erfreuen; da sind die immergrünen Pinien und auch die vielen Palmen, die das Stadtbild prägen. Auch wenn der Schein trügt und die Temperaturen niedrig sind. 








Ein wenig haben sich schon die Farben des Herbstes unter diesen Salat gemischt. Dass dieser Salat einfach super schmecken muss, ahnte ich schon beim Zusammenstellen der Zutaten. Aber dass er so sensationell gut ist, hat mich dann nochmals positiv überrascht.  Das Zusammenspiel von süßen Trauben, dem knusprigen Schinken, den sanft gedünsteten Paprikastreifen und der erfrischenden "Salsina" aus Stracciatella ist einfach perfekt! Die Pastasorte aus Sardinien wurde hier nicht klassisch wie ein Risotto zubereitet, sondern wie jede gewöhnliche Pasta im Wasser al dente gekocht; sie bietet die ideale Basis für diese Pasta fredda.  



 


 



Zutaten und Zubereitung
(für zwei bis drei Personen)



  • 250 g Fregola
  • 2 rote Paprikaschoten
  • 90 g Parmaschinken
  • 30 g ungesalzene Pistazien, grob gehackt
  • eine handvoll Trauben, halbiert
  • 1/2 unbehandelte Zitrone
  • 140 g Stracciatella (oder das Innere einer Burrata)
  • Thymian und Majoran, gerebelt (oder frisch)
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • ein paar Spritzer Tabasco
  • Olivenöl extra vergine


Die Fregola in kochendem Salzwasser al dente kochen (ca. 8 Minuten), abgießen und kalt abbrausen. In eine Schüssel geben und etwas Olivenöl und ein wenig Zitronensaft untermischen.

Die Paprikaschoten putzen und in feine Streifen schneiden. In etwas Olivenöl langsam weichdünsten. Mit Salz, Thymian und Majoran abschmecken. Abkühlen lassen.

Den Parmaschinken in grobe Streifen schneiden und in etwas Olivenöl knusprig ausbraten. Zum Abkühlen auf etwas Küchenpapier legen.

Fregola mit den Paprikaschoten vermischen und mit Salz, Pfeffer  sowie ein paar Spritzern Tabasco abschmecken.

Die Stracciatella mit einer Gabel etwas zerpflücken und mit 2 El Olivenöl, 1 El Wasser und etwas Zitronenabrieb verrühren.

Die Fregola mit den knusprigen Schinkenstreifen belegen und die Traubenhälften sowie die gehackten Pistazien darübergeben. Mit der Salsina aus Stracciatella übergießen.



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Lust auf Pasta fredda - den kalten italienischen Nudelsalat?
 Hier findet Ihr weitere Ideen - und noch ein Rezept für die klassische Zubereitung von Fregola.

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Dienstag, 12. Mai 2015

Ein Essen für den Wonnemonat: Suprema di pollo farcita e insalata di asparagi e datterini



Eine kleine Blogpause musste ich einlegen, denn mein Mann und ich waren ein paar Tage unterwegs gewesen. Zunächst auf der Expo in Mailand, wo wir am Eröffnungsabend im spanischen Pavillon ein eher enttäuschendes, dafür aber umso teureres Menü über uns ergehen ließen, dann folgte eine anstrengende Woche in Deutschland. Das Kochen rückte in den Hintergrund, dafür aber konnte ich mal wieder richtig in weißem Spargel schwelgen; ein für mich seltener Luxus, dem ich hemmungslos frönte!
Auch in Italien ist jetzt Spargelzeit, wenn auch - zumindst in Rom - beschränkt auf grünen Spargel, aber leider muss ich auch dieses Jahr wieder feststellen, dass die Qualität des Spargels sehr zu wünschen übrig lässt. Losen Spargel in den unterschiedlichen Qualitätsstufen sucht man hier vergeblich, und es ist buchstäblich die "Katze im Sack", zu der man greifen muss: Zu Bündeln verpackter Spargel, dicke und dünne Stangen gemischt, deren untere Enden man fest in eine Art undurchsichtige Plastikfolie gewickelt hat.



Dieser Spargel muss gut geputzt werden, und meist fällt auch ein gutes Stück dem Messer zum Opfer, da die Spargelenden of sehr holzig sind und damit alt aussehen - buchstäblich. Diese Realität muss ich leider hinnehmen, wenn die Lust auf Spargel wächst.



Spargel esse ich gerne als Salat, oft klassisch mit Ei, Frühlingszwiebeln und leichter Mayonnaise, gerne aber auch als sogenanntes Spargelragout. Dazu brauche ich nur junge Kartöffelchen und gekochten Schinken. Aber auch gerade bei letzterem Gericht ziehe ich weißen Spargel vor. 
Mein aktueller Spargelsalat ist italienisch angehaucht, und die Kapernvinaigrette war ein echtes Wagnis, harmoniert aber auch ganz wunderbar mit den winzigen "Datteltomaten". Eine ähnliche Version von mediterran angehauchtem Spargelsalat hatte ich bereits im Blog vorgestellt.
Dazu habe ich mir ein Rezept für eine Hühnerbrust mit "Innenleben" ausgedacht: mit getrockneten Tomaten, Kräutern, Büffelmozzarella und Parmigiano bin ich nun ganz wieder auch kulinarisch in Italien angekommen.
Nun kann der Sommer endlich beginnen!






Zutaten 
(für 4 Personen)

Suprema di pollo farcita

2 Suprêmes vom Huhn (das anhängende kleine Filet anderweitig verwenden)
4-5 getrocknete Tomaten
100 g Büffelmozzarella
15 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
ein paar Basilikum- sowie einige Thymianblättchen (oder Salbei und Rosmarin - nach Belieben)
10 Scheiben Parmaschinken
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl extra vergine

Die Tomaten in einem Sieb abbrausen und in heißem Wasser mehrere Stunden einweichen. Dann abgießen und in kleine Würfel schneiden. Die Mozzarella ebenfalls würfeln und mit den Tomatenstückchen, dem Parmesan und den Kräutern mischen. Salzen und pfeffern.
Den Ofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
In die Suprêmes mit einem scharfen Messer der Länge nach eine Öffnung schneiden (keine Tasche!); das überlässt man am besten dem Metzger seines Vertrauens.
In die Öffnungen nun die Füllung verteilen, die Hühnbrüste salzen, pfeffern, mit ein paar Thymianblättchen bestreuen und mit dem Parmaschinken umwickeln.




Die Suprêmes in eine feuerfeste Form legen, mit Olivenöl beträufeln und für 30 Minuten in den Ofen schieben. 
Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und die gefüllten Hühnerbrüste in Scheiben schneiden.







Insalata di asparagi

450 g grüner Spargel
130 g kleine Strauchtomaten (z.B. Pomodorini Datterini)
2 El Pinienkerne
1 El Salzkapern, gut gewässert
2 El Aceto Balsamico di Modena
2 El Olivenöl extra vergine
1 Tl Honig
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne hellbraun rösten.
Spargel putzen, schräg in Stücke schneiden und im Dampfgarer mit etwas Salz bestreut bissfest garen.
Pomodorini halbieren.
Aus dem Aceto Balsamico, dem Olivenöl, Honig, Salz (sehr wenig!) und Pfeffer eine Vinaigrette herstellen, dann die Salzkapern hinzufügen.
Spargel und Tomaten mit der Vinaigrette mischen und den Salat mit den Pinienkernen bestreuen.







♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 27. Januar 2015

So eine Art Cordon Bleu ...



Tut mir leid, aber ein schöneres Foto kann ich heute nicht bieten! Aber versprechen, dass meine italianisierte Version des französischen Klassikers Cordon Bleu schmeckt, das kann ich sehr wohl!
Hier wurde kräftig aufgepeppt, obwohl es diese Version in Italien eigentlich nicht gibt: Die Panade bekam eine kleine Extrawürze durch den frisch geriebenen Parmigiano. Nicht irgend ein namenloser gekochter Schinken wurde hier verwurstelt, sondern ein edler Prosciutto di Parma ins Innere geschmuggelt. Die italienische Käsespezialität Scamorza verleiht dem Ganzen schließlich ein zartes Raucharoma.



Dazu gab es Rosenkohl, zu dem sich ein paar Cranberries gesellten - eine interessante Kombination, die Ihr unbedingt einmal ausprobieren solltet.
Aber wie gesagt: Fotogen ist das Ganze nicht...




Zutaten
(für 4 Personen)

Cordon Bleu

4 dünne Kalbsschnitzel (à 90 g)
8 Scheiben Parmaschinken
80 g Scamorza affumicata
2 Eier
2 El Mehl
5 El Semmelbrösel
4 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Butterschmalz

Die Kalbsschnitzel mit einem Fleischklopfer noch etwas dünner klopfen, mit je zwei Scheiben Schinken und einer etwas dickeren Scheibe Scamorza belegen. Die Schnitzel einmal zusammenklappen und die Ränder gut andrücken. Von beiden Seiten salzen und pfeffern und mit dem Mehl bestäuben. Nun die gefüllten Schnitzel in die verschlagenen Eiern tauchen und anschließend in dem Semmelbrösel-Parmesan-Gemisch wälzen.
Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Schnitzel je Seite ca. 3-4 Minuten braten.


Rosenkohl

400 g Rosenkohl
1 kleine Schalotte
1 El getrocknete Cranberries
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
2 El Butter

Rosenkohl putzen und kreuzweise einschneiden. In Salzwasser ungefähr sieben Minuten kochen, dann abgießen und kalt abschrecken.
Die Schalotte fein würfeln und in der Butter glasig anschwitzen. Die Cranberries dazugeben, dann den Rosenkohl und diesen kurz in der Pfanne schwenken. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 17. Januar 2015

Rollkur für die Pute: Rotolo di tacchino con finocchio brasato all'arancia


Die Grundidee zu dieser Riesenroulade fand ich vor einigen Jahren in einer Zeitschrift. "Saltimbocca-Roulade" nannte sich das Ganze, auch wenn dieses Gericht, abgesehen von dem Schinken und dem Salbei, wenig mit der echten Spezialität aus Rom gemeinsam hatte. Für das Original sind nunmal dünne Kalbsschnitzelchen unerlässlich, die zudem noch in Wein kurz geschmort werden. Ein Blitzgericht, das ich immer wieder gerne zubereite, wenn es einmal schnell gehen soll -  hier geht's zum Rezept dazu.
Trotzdem finde ich die Idee mit der im Ofen gegarten Riesenroulade überaus praktisch; keine Fettspritzer und kein Herdputzen winken nach dem Genuss, und hübsch sieht sie im Anschnitt auch noch aus!
Eine gute Gelegenheit, auch mal wieder das magere Putenfleisch zuzubereiten, da oft ja etwas trocken und fade schmecken kann.
Die Beilage aus Fenchel hat sogar meinen Mann überzeugt. Fenchel ist ein ganz zu Unrecht unterschätztes Gemüse, dessen feiner Geschmack sich gerade durch das Schmoren herauskitzeln lässt. Die Idee mit dem Orangensaft kam mir spontan, nachdem ich den Wein angegossen habe, Dass Orange und Fenchel schon in rohem Zustand ein harmonisches Pärchen sind, wissen vor allem die Sizilianer, die daraus einen ebenso genialen wie gesunden Salat kreiert haben: Den Insalata di finocchi e arance.




Zutaten
(für 2 Personen)

Putenroulade

400 g Putenbrust in  4 Scheiben
6 Scheiben Parma-Schinken (oder anderer roher Schinken)
5 Salbeiblätter
5 getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten, gut abgetropft
Salz (oder Kräutersalz), frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl extra vergine
Backpapier

Die Putenbrustschnitzel nebeneinander auf die Arbeitfläche legen; am Rand sollten sie sich etwa einen Zentimeter breit überlappen. Mit einem Fleischklopfer etwas flach klopfen.
Die nun entstandene große Fleischplatte salzen und pfeffern und mit den zerrupften Salbeiblättern bestreuen. Mit den Schinkenscheiben belegen und die kleingeschnittenen getrockneten Tomaten darüber verteilen.
Die Fleischplatte vorsichtig aufrollen. Die fertige Roulade nochmals salzen und pfeffern und mit etwas Olivenöl bestreichen. Backpapier anfeuchten und ausdrücken. Die Roulade fest in das Backpapier wickeln und die Enden wie bei einem Bonbon zusammendrehen.
Die Rolle bei 180 Grad für ungefähr 40 Minuten in den vorgeheizten Backofen geben.
Vor dem Anschneiden ein paar Minuten ruhen lassen.


Orangenfenchel

2 Fenchelknollen
Marsala
Saft einer Orange
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
1 Tl brauner Zucker
Olivenöl extra vergine

Die Fenchelknollen putzen, etwas Grün zur Seite legen, vierteln und den Strunk herausschneiden. Die Viertel nochmals teilen und in etwas Olivenöl anbraten. Salzen, pfeffern und den Zucker hinzufügen und karamellisieren lassen. Mit einem Schuss Marsala ablöschen und den Wein kurz verdampfen lassen. Den frischen Orangensaft und eventuell noch etwas Wasser hinzufügen, und den Fenchel zugedeckt bei kleiner Hitze etwa zwanzig Minuten lang schmoren.



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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 14. Juni 2013

Manchmal braucht es nicht viel...



...um nach einem langen, heißen Tag den Appetit anzufachen.
Ja, heiß ist es geworden! Die erste große Hitzewelle schwappte heute über die Stadt. Der Gang wird träge, der Mineralwasserkonsum steigt, nachmittägliche Müdigkeit lähmt die Lust am Herd, und die Küche wird jetzt wird in den kommenden Tagen wieder verdunkelt (ich berichtete), was durchaus zu leichten depressiven Verstimmungen an meiner Lieblingswirkungsstätte führen kann.




Wenn ich mir vorstelle, dass ich Anfang des Monats noch frierend nach Söckchen und Wärmflasche suchte, jetzt dagegen kaum noch ohne Strohhut und Sonnenschutzfaktor 50 die schützenden vier Wände verlasse...





So wird das Wetter jetzt für Wochen bleiben, sich noch in den Temperaturen steigend. Da sind erfrischende Salate genau das richtige. Und dazu braucht es eben nicht viel, nur beste Zutaten!



Ein wenig zarten Parmaschinken, aromatische Büffelmozzarella, ein paar Blättchen Rughetta, saftige Feigen, reife Erdbeeren, darüber eine Vinaigrette aus Olivenöl extra vergine, Aceto Balsamico und etwas Mosto Cotto, wenig Salz und ein paar Körnchen rosa Pfeffer - e basta!




Allen ein sonniges und fröhliches Wochenende!


Kochrezepte Basar -teilen,inspirieren,stöbern,entdecken- immer Freitag bis Sonntag - tobias kocht!


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 10. September 2012

Römische "In-den-Mund-Springerchen": Saltimbocca alla Romana mit geschmorten Schneidebohnen




So gut sollen sie sein, dass sie vom Teller direkt in den Mund springen, die Saltimbocca! So gut und so beliebt, dass es die Kalbsschnitzelchen schon fertig belegt beim Metzger zu kaufen gibt. Dabei machen sie doch wirklich keine Arbeit und sind so schnell zubereitet, dass ich das Rezept doch sofort mal zu "Cucina Rapida" schicke!


Das Originalrezept für Saltimbocca  - die dünnen, in wenig Sauce aus Wein servierten und mit Schinken und Salbei belegten Kalbsschnitzelchen - sieht weder Marsala noch Parmaschinken vor, auch wenn sich diese aus anderen italienischen Regionen kommenden Zutaten mittlerweile durchgesetzt haben. In Rom verwenden die Köche, die noch die Traditionen hochhalten, den einfachen Weißwein aus den "Castelli Romani", den Albaner Bergen, und schlichten rohen Schinken - ganz so, wie es für die bodenständige Küche der Region Latium typisch ist. Auch werden Saltimbocca nie als Involtini - also Rouladen - serviert, sondern als "Schnitzel". Ob man das Salbeiblatt nun zwischen Fleisch und Schinken packt oder auf den Schinken legt, so dass es mit angebraten wird, bleibt dem Koch überlassen. Ich meine, dass der Salbei durch das kurze Anbraten mehr Aroma abgibt; allerdings schlagen einige Rezepte vor, die Saltimbocca nur auf der bemehlten Fleischseite anzubraten, ohne sie zu wenden. Ich versuche es mit einem Kompromiss, indem ich die Schnitzel nur ganz kurz in der Pfanne auf die Schinkenseite lege, damit der Schinken durch die Hitze nicht hart wird. Allerdings habe auch ich mich heute für Parmaschinken und Marsala entschieden - zum einen, weil der sizilianische Dessertwein - ich verwende einen trockenen Marsala - ein schönes Aroma abgibt und ich darüber hinaus nie Weißwein aus den "Castelli Romani" im Hause habe - bisher hat mich noch keiner überzeugt.






Zutaten (für 2 Personen)

Saltimbocca

  • 4 dünne Kalbschnitzel (aus der Nuss)
  • 4 Scheiben Parmaschinken
  • 8 Salbeiblätter
  • Mehl
  • 150 ml Marsala
  • Olivenöl extra vergine
  • Butter
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Schnitzelvorsichtig zwischen Frischhaltefolie noch etwas plattieren - sie sollten so dünn wie möglich sein. Jedes Schnitzel pfeffern, mit wenig! Salz (der Schinken ist schon salzig) bestreuen und mit Parmaschinken belegen. Dann jedes Schnitzel einmal quer halbieren. Auf jede Hälfte jeweils ein Salbeiblatt legen und Fleisch, Schinken und Salbei mit Zahnstocher fixieren.Die Schnitzel nun auf ein mit Mehl bestäubtes Holzbrett legen. So werden sie nur von einer Seite bemehlt und kleben nicht fest, wenn man sie erst später weiterverarbeiten möchte. Aufbewahren kann man sie so einige Stunden im Kühlschrank (mit etwas Folie abgedeckt).
In einer Pfanne etwas Olivenöl und Butter zerlassen und die Schnitzelchen auf der Fleischseite kurz und scharf anbraten, dann nur für einige Sekunden auf die Schinken-Salbei-Seite wenden. Aus der Pfanne nehmen und warmstellen. Den Marsala in die Pfanne giessen und etwas einkochen lassen. Das von den Schnitzel abgelöste Mehl bindet die Sauce schon etwas. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Schluß noch ein Stück eiskalte Butter unterrühren. Schnitzelchen noch einmal kurz in der Pfanne schwenken. Auf einen Teller setzen und ein wenig Sauce darüberträufeln.




Als Beilage zu Saltimbocca passen ein Kartoffelpüree und grüne, in Butter geschwenkte Bohnen. Ich habe auf dem Markt heute wieder meine Lieblingsbohnen gekauft; ich glaube, in Deutschland heißen sie einfach "Schneidebohnen", hier dagegen "Fagioli Corallo".





Mein Oma hat sie einst ganz wunderbar zubereitet, indem sie die Bohnen, fein geschnetzelt, lange mit einem Zwiebelchen und etwas Bohnenkraut schmorte. Ich glaube, das war eine Zeitlang mein Lieblingsgemüse, und noch heute nenne ich diese Beilage "Omaböhnchen".
Eine italienische "Nonna" schneidet die Bohnen dagegen in etwas breitere Streifen und schmort sie zusätzlich mit ein paar Tomaten  - und so bereite ich sie heute zu. Allerdings paßt die Beilage nicht mehr ganz zu "Cucina rapida", denn die Bohnen machen es sich etwas länger im Topf gemütlich.

Bohnengemüse

  • 500 g Schneidebohnen
  • 3 Flaschentomaten (San Marzano)
  • 1 kleine Zwiebel
  • Olivenöl extra vergine
  • Bohnenkraut (frisch oder gerebelt)
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Bohnen waschen und quer in ca. 1 cm breite Stücke schneiden. Die Tomaten mit kochendem Wasser übergiessen, häuten (je nach Tomatensorte die Kerne entfernen) und in Würfel schneiden.
Die Zwiebel fein würfeln und in etwas Olivenöl anschwitzen. Die Bohnen- sowie die Tomatenstücke hinzufügen, salzen, pfeffern und etwas Bohnkraut darüberstreuen und das Gemüse zugedeckt in ungefähr 30 - 40 Minuten weichschmoren.




Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

 ♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 1. März 2012

Mit einem Schuss Tradition - Involtini al Marsala



Der Süßwein Marsala aus dem gleichnamigen Städtchen in Sizilien ist ein bißchen in Vergessenheit geraten, und in der kollektiven Vorstellung gilt er als das typische Getränk des italienischen "Nonno" (Großvater), der sich nach dem Abendessen noch ein Schlückchen Alkoholisches gönnen möchte.

Abendstimmung in Marsala

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