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Mittwoch, 4. Juni 2014

Leicht und sommerlich: Verdure grigliate e marinate con roastbeef, crostini di pane e ravanelli



Der Juni ist da, und damit werden die Tage deutlich heißer. Nachdem wir zehn wundervolle Tage auf Kreta genießen durften, in denen wir uns mit exzellenter griechischer Küche verwöhnen ließen, muss - nein - darf ich jetzt endlich wieder an den Herd.
Obwohl mir noch immer einige griechische Spezialitäten im Kopf herumspuken (und ein sehr interessantes Kochbuch habe ich auch erstanden, davon vielleicht demnächst mehr), steht vorerst wieder Italienisches auf dem Speiseplan.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die klassischen Gemüse-Antipasti noch nie auf meinem Blog vorgestellt habe. Gegrilltes Gemüse findet man gerade in Rom in jeder noch so einfachen Trattoria. Auf großen Platten angerichtet, sind sie der erste Blickfang, betritt man ein Ristorante, und lassen den Magen schon einmal vor Vorfreude knurren, bevor man dann zum Primo, zum Pastagang, oder gleich zum Secondo, dem Hauptgericht, übergehen kann. Selten schaffe ich alle drei Gänge, und auf ein Dolce verzichte ich meist und schließe nur mit einem Caffè ab.
Mit Roastbeef ergibt dieses gegrillte und in etwas Aceto Balsamico marinierte Gemüse eine vollwertige Mahlzeit.
Gestehen muss ich nur noch, dass ich mir selbst etwas untreu geworden bin, da ich hier zum ersten Mal essbare Blüten über das Gericht gestreut habe. Bislang habe ich solche "Blumenwiesen" auf den Tellern eher mit - sagen wir mal - Ablehnung Skepsis betrachtet. Kaum entdeckte ich jedoch so ein Schälchen mit Blüten in einer neu eröffneten Feinkostabteilung, bin schwach geworden.
Also - bitte: So ist das ganz und gar unitalienisch!



Zutaten
(für 2 Personen)

250 g kalter Roastbeef-Aufschnitt
1 kleine Aubergine
2 Zucchini Romanesco
1 rote Paprikaschote
1 Knoblauchzehe
50 ml Aceto Balsamico di Modena (es muss kein "tradizionale" sein,
aber eine sehr gute Qualität ist für den Geschmack entscheidend!)
Olivenöl extra vergine
4 Radieschen
ein paar Basilikum-Blättchen
2 etwas dickere Scheiben Brot (Baguette oder Ciabatta, ich verwende
 italienisches Sauerteigbrot "Pane Rustico a pasta acida")
ein paar Schnittlauchhalme (fakultativ)
(*räusper*) essbare Blüten (sehr fakultativ)
Fleur de sel, frisch gemahlener Pfeffer


Das Gemüse sollte man ein paar Stunden im Voraus zubereiten, damit es Zeit hat, die Aromen aufzunehmen.
Den Backofen auf 225 Grad aufheizen und die geviertelten Paprikaschoten mit der Hautseite nach oben unter dem Grill den Grill legen. Nach 10-15 Minuten die Paprika kontrollieren, die Haut sollte schwarze Blasen werfen. Danach aus dem Ofen nehmen und die Paprikaschoten mit einem sauberen, feuchten Küchenhandtuch abdecken und auskühlen lassen. Dann die Haut abziehen und die Viertel in eine flache Schüssel legen.
Aubergine und Zucchini jeweils in dünne Scheiben schneiden und portionsweise in wenig Olivenöl in einer Grillpfanne anbraten. Danach salzen und pfeffern und zu den Paprika in die Schüssel geben.
Die Basilikumblättchen in feine Streifen schneiden und die Knoblauchzehe fein hacken. Zum Aceto Balsamico geben und diesen über das Gemüse gießen. Die Schüssel abgedeckt für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen.
Das Brot in Würfel schneiden und in Olivenöl knusprig braten.
Zum Anrichten die Brotwürfel auf den Teller verteilen und die Roastbeefscheiben darauf anrichten. Mit in feine Scheiben geschnittenen Radieschen und Schnittlauch belegen.
Die Verdure Grigliate ebenfalls auf den Teller geben.




P.S. Die restlichen Blüten haben es sich jetzt in Gesellschaft einer Schwimmkerze in einer mit Wasser gefüllten Schale gemütlich gemacht.
So sind sie mir - ehrlich gesagt - lieber!



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 1. August 2013

Jetzt fängt er erst an!



Gestern Abend meinte mein Mann: "Wann ist der Sommer nur endlich vorbei?!"
Nun, wenn man so die Temperaturen sieht und spürt, dann kann man sagen, dass der Sommer wohl jetzt erst richtig anfängt!
Ein bisschen kann ich meinen Mann ja schon verstehen, auch wenn ich den Sommer liebe. Italien, Sommer, Sonne, Meer  - alles schön und gut. Italien ist halt ein klassisches Urlaubsland. Aber wenn ich da so meinen Mann sehe, wie er jeden Tag mit Anzug und Krawatte - wir sind ja in Italien, und da wird auf so etwas Wert gelegt -  loszieht, dann sehe ich seine Qualen. Gestern Abend musste er dann noch nach einem langen Arbeitstag den letzten Zug nach Mailand nehmen, heute geht es wieder zurück. Und Urlaub ist noch lange nicht in Sicht!
Es ist nicht so, dass ich nicht langsam auch unter dieser drückenden Hitze, die in der Stadt herrscht, zu leiden anfange. Das Einkaufen fällt mir schon schwer, die zum Teil langen Fussmärsche unter glühender Sonne, darüber hinaus wird es im August auch manchmal mit der Versorgung knapp - ungelogen! Oft sieht man in den Supermärkten der Innenstadt jetzt öfters mal leere Regale, und mir scheint, allein die Abteilungen mit kühlen Getränken, abgepackten Tramezzini und Keksen werden nachgefüllt, denn wenn die Römer ans Meer oder in die Berge fliehen, bleiben nur noch die Touristen in der Stadt.

Vor drei Jahren war es so heftig, was ich im August vorgefunden hatte, dass ich das unbedingt in drei verschiedenen "Supermärkten" fotografieren  musste. Das waren keine Märkte in irgendeinem Slum am Rande der Drei-Millionen-Stadt, sondern Realitäten im historischen Zentrum, das als eines der begehrtesten und auch teuersten Wohnviertel von Rom gilt.
Warum also nicht auch mal ungeschönte Bilder aus dem römischen Alltagsleben zeigen, ganz im Sinne von Tra dolce ed amaro?



Leere Regale und tote Mücken, Düngemittel neben den Zwiebeln -
und die Frühlingszwiebeln sind ja nun nicht wirklich mehr als
frisch zu bezeichnen...

Langsam, ganz langsam bessert sich die Situation auch im August etwas. Eine meiner beiden Metzgereien bleibt wenigstens vormittags den August über geöffnet, sicher aber ist auch diese um den Ferragosto herum, also dem 15. August, geschlossen. Die vielen kleinen, wenn auch nicht gut sortierten Supermärkte haben auch ihr Gutes, denn als es nur die "Alimentari"-Läden in der Innenstadt gab, die im August dann auch noch geschlossen blieben, hatten vor allem ältere, in der Stadt zurückgelassene Menschen Probleme mit dem Einkaufen. Ich kann mich gut erinnern, wie mich an einen heißen Tag vor einigen Jahren eine ganz erschöpft wirkende, ältere Dame ansprach, ob ich nicht eine noch geöffnete Bäckerei in der Nähe wüsste.

So, jetzt schnell aber wieder ein anderes Thema!
Es gab leichte Küche gestern Abend. Ich habe es mir etwas einfach gemacht, in dem ich Roastbeef-Aufschnitt kaufte, den ich gerne mit jenem, bereits im Blog vorgestellten Apfel-Gurken-Wasabi-Tatar fülle.
Auch bei der Herstellung von diesem Tatar musste ich zügig arbeiten, denn bei 33 Grad in der Küche zerschmolz mir vor ein paar Tagen der direkt aus dem Kühlschrank entnommene Blätterteig unter den Händen.
Dazu gab es einen vitaminreichen und knackigen Salat - ein perfektes Essen nach einem heißen Sommertag!





Zutaten (für 2 Personen)

  • 300 g kalter Roastbeef-Aufschnitt
  • 1 säuerlicher Apfel (hier eignet sich die Sorte Granny Smith am besten)
  • 1 kleine Salatgurke (Gärtner-/Schmorgurke)
  • 1 El Crème fraîche
  • 1-2 Tl Wasabi
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer



Den Apfel und die Salatgurke schälen, die Gurke halbieren und mit einem Löffel die Kerne auskratzen.
Apfel und Gurke in ganz feine Würfel schneiden. Mit der Crème fraîche und dem Wasabi vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Je einen Klecks der Füllung auf eine Scheibe Roastbeef geben und diese aufrollen.


  • 1 Fenchelknolle
  • 1 kleine rote Paprika
  • 1 Bund Radieschen
  • 2 El Apfelbalsam-Essig
  • 1 El Saba (eingekochter Traubenmost, ersatzweise 1 Tl Honig)
  • 1 Tl Dijon-Senf
  • 3 El Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Die Fencheknolle und die Radieschen in dünne Scheiben schneiden oder hobeln, Fenchelgrün zu Seite legen.
Die Paprikaschote in feine Würfel schneiden.
Aus Essig, Saba oder Honig, Senf, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren.
Das Gemüse auf einem Teller anrichten, gefüllte Roastbeef-Röllchen daraufsetzen, mit der Vinaigrette beträufeln und mit Fenchelgrün belegen.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 16. Juni 2012

Idee geklaut - beim Meister höchstpersönlich: Gazpacho mit Apfel-Gurken-Wasabi-Tatar


Als ich vor über zwei Jahren eine Nachricht in meiner Mail-Box vorfand, die mir einen der begehrten Plätze bei einem Kochkurs im "Table d'Or" mit Johann Lafer in Aussicht stellte, konnte ich es kaum glauben.  Ich hatte Herrn Lafer ein halbes Jahr zuvor bei einem Abendessen auf seiner "Stromburg" kennengelernt. Es wurde spät, und wir waren die letzten Gäste, als sich Herr Lafer zu uns setzte - man sah ihm an, wie müde er war -, einen Campari bestellte und wir ins Plaudern kamen. Ich sprach ihn - ohne viel Hoffnung zu hegen  - auf seine Kochkurse an und hinterließ ihm ein Visitenkärtchen von mir.


Als ich dann Monate später eine positive Mail erhielt, zögerte ich nicht lange und meldete mich an. So kam es, dass ich an einem Junitag - morgen genau vor zwei Jahren fand dieser Kurs statt - aus Rom anreiste und mir diesen Wunschtraum erfüllen konnte.
Ich muß gestehen, dass ich mit Herzklopfen und weichen Knien morgens das Kochstudio betrat, aber schnell legte sich meine Nervosität, fand ich mich doch in einem netten kleinen Kreis von gleichgesinnten Kochverrückten wieder. Bis zum späten Nachmittag wurde zusammen mit Herrn Lafer geschnippelt, gebrutzelt, gespeist - um einen großen Tisch herum -, viel erzählt und viel gelacht!


Ein kleiner, eher unscheinbarer Zwischengang ist mir zwischen all den anspruchsvolleren Gerichten  besonders im Gedächtnis geblieben. Wir bereiteten eine Gazpacho mit einer Einlage aus Apfel-Gurken-Wasabi-Tatar zu. Dazu gab es noch eine geröstete Brotscheibe mit Asia-Mayonnaise; sicher eine sehr ungewöhnliche Zusammenstellung.

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