Filippo La Mantias Weg zum Kochen ist filmreif: Der "Chef de cuisine", der sich selbst nur als "Koch" bezeichnet sehen möchte, und Besitzer des Restaurants im Hotel Majestic an der Via Veneto, das seinen Namen trägt, hat in seinem früheren Leben als Journalist gearbeitet. In Palermo war er jahrelang unterwegs, um nach Mafiamorden den Schauplatz des Geschehens zu fotografieren. Dann kam er während schlampiger Ermittlungen selbst in Untersuchungshaft und wurde erst nach Monaten vom (später ermordeten) berühmten Mafiajäger Giovanni Falcone als völlig unschuldig freigelassen. Dennoch brachte der Gefängnisaufenthalt eine Wende für sein Leben: Filippo La Mantia suchte nach einer sinnvollen Tätigkeit und fing an, sich mit den kulinarischen Traditionen seiner Region zu beschäftigen und mit dem wenigen, was ihm im dort zur Verfügung stand, in der Zelle halbwegs ordentliche Gerichte hervorzubringen.
Seiner Interpretation der sizilianischen Küche stehe ich, wie viele andere auch, nicht ganz unkritisch gegenüber. Der vollkommene Verzicht auf die Verwendung von Zwiebeln und Knoblauch, dem er in vielen seinen Gerichten sein "Pesto di agrumi" (Pesto aus Zitrusfrüchten) entgegensetzt, findet nicht unbedingt bei jeder seiner Kreationen meine Zustimmung, obwohl ich gerne darauf hinweise, dass man Knoblauch in der italienischen Küche eher sparsam einsetzen sollte (und in viele Traditionsgerichte wie beispielsweise Ragù alla Bolognese gehört er auch einfach nicht).
Knoblauch hin oder her, gerade Geschäftsleute, die anschließend noch Termine wahrnehmen müssen, schätzen es natürlich, wenn man das Restaurant nach dem Mittagessen ohne Mundgeruch wieder verläßt, und einige seiner Gerichte sind durchaus nachahmenswert.
Dieser frische und vitaminreiche "sizilianische" Nudelsalat, nach einer Idee von La Mantia, ist bei den Temperaturen, die die Stadt zur Zeit heimsuchen, perfekt für ein leichtes Abendessen.
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Mittwoch, 27. Juni 2012
Pasta fredda, die Zweite: Radiatori ai profumi di Sicilia
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Dienstag, 29. Mai 2012
Der sommerliche Immergeher - Pasta fredda
Als großer Pastafan "brauche" ich auch bei großer Hitze regelmäßig einen Teller meiner geliebten Nudeln, und zu meinen Lieblingsgerichten gehört im Sommer dieser italienische Nudelsalat. Pasta Fredda habe ich vor einigen Jahren bei Freunden zum ersten Mal gegessen, und seitdem kommt er regelmäßig auf den Tisch. In der Grundversion, die ich hier, wenn man von den Kapern absieht, widergebe, findet man ihn in der heißen Jahreszeit neben den üblichen Tramezzini und Panini auch in vielen Bars der Stadt. Dieses Gericht ist wunderbar ausbaufähig. Gerne füge ich ich noch in Streifen geschnittene Peperoncini hinzu (aber nur, wenn ich ihn nicht für italienische Gäste zubereite, die nach meinen Erfahrungen kein scharfes Essen mögen) oder Oliven der Sorte "Taggiasche", die ich besonders wegen ihres Geschmacks schätze. In Italien wird diese Pasta gerne auch mit etwas zerpflücktem Thunfisch aus Konserven gegessen, aber ich mag ja nichts, was unter einer Wasseroberfläche lebt...
Das wirklich sommerliche Wetter läßt in Italien wie im vergangenen Jahr noch auf sich warten, aber ich fürchte, es wird dann ganz plötzlich wieder ohne Übergang extrem heiß. Im Juli und August passiert es oft, dass tage-, ja wochenlang die Temperaturen über 35 Grad und mehr steigen. Manchmal kühlt es dann nicht mal mehr am Abend ab, und ich habe es schon erlebt, dass in Restaurants alle in die klimatisierten Innenräume flüchteten.
Ich erinnere mich an einen Sommerabend vor zwei Jahren. Es war einfach mörderisch heiß, und wir hatten geplant, den Abend in einem Restaurant im Freien zu verbringen. Ein paar Glückliche hatten noch einen Platz im Innern ergattert, wir anderen saßen draussen und fächelten uns mit den Speisekarten etwas Luft zu. Mein Mann wollte aufstehen und wieder gehen, ließ sich dann aber gerade noch zu einem schnellen Essen überreden.
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