Es gibt Ausblicke, die vergißt man nie wieder. Am ersten Abend meines ersten Besuchs von Athen waren wir von Bekannten auf eine Hotelterrasse eingeladen worden. Zunächst war ich skeptisch: eine Hotelterrasse! Kenne ich doch Vergleichbares in Rom, wo zu überteuerten Preisen durchschnittliche Menüs serviert werden, die mit echter italienischer Küche so rein gar nichts zu tun haben.
Doch im Restaurant auf der Dachterrasse angekommen - auf Grund der Jahreszeit saßen wir noch im Innern -, verschlug es mir zunächst buchstäblich den Atem: Vor mir lag die raffiniert angestrahlte Akropolis, und für diesen Anblick hätte ich auch mit drei Oliven und einem Glas Wein vorliebgenommen.
Die Überraschung kam dann beim Essen. Es gab gehobene, neu interpretierte griechische Küche, darunter eine wunderbar leichte Version des griechischen Küchenklassikers Mousakas, mit feiner Zimtnote und einem fast flaumigen Béchamel-Käse-Topping.
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Samstag, 24. März 2012
Donnerstag, 15. März 2012
Ich glaub', ich bin im Wald - Latschenpasta mit Südtiroler Speck und Graukäse
Glücklicherweise habe ich aus den wenigen Tagen Skifahren in Südtirol kein Gipsbein mit nach Rom zurückgebracht, sondern die Anregung zu einem besonderen Gericht.
An dieser Stelle sollte allerdings das Rezept für einen Risotto stehen, das sich aber leider mangels einer bestimmten und sehr ungewöhnlichen Zutat, die absolut unauffindbar war, nicht verwirklichen läßt.
Soviel sei kurz hier erzählt: Auf einer Skihütte war ein kleine Stärkung für einige skibegeisterte Mitglieder des Auslandspresseclubs von Italien organisiert. Der ungewöhnlichste Gang dieses Mittagessens war ein Zirbenrisotto. Zunächst konnte niemand diesen seltsamen Geschmack einordnen. Wir rätselten schon angesichts der intensiv lindgrünen Farbe, um was es sich wohl handele, und ich tippte zunächst auf Spinat, den man - wie auch immer - zum Färben benutzt haben mag. Wäre da nur nicht der völlig eigenartige Geschmack gewesen. Eine Frau am Tisch meinte, es sei wohl Korianderkraut, wogegen ich aber heftigst widersprach.
Nun, es waren alles Journalisten, die am Tisch saßen, und ihre wohl angeborene und für diesen Beruf unabdingbare Neugier brachte uns nach lebhafter Befragung der Kellnerin schließlich die Erkenntnis ein, dass der Geschmack und die Farbe von den im Gericht verwendeten Zirbennadeln kamen.
Der Mensch ist ein seltsames Wesen! Kaum hatte ich das gehört, dachte ich auch schon (frei nach Goethe: Man sieht nur, was man weiß!): Klar, riecht wie die Latschenkieferschaumbäder aus meinen Kindertagen!
Montag, 30. Januar 2012
Roms kleine Enklave der Weltküche
Kochen in Italien heißt nicht automatisch auch italienisch
kochen.
Wenn sich die Lust auf Exotisches nach all den
mediterranen und italienischen Genüssen -
nach Pasta, Bistecca und Caponata - in regelmässigen Abständen meldet, hat man
nun zwei Möglichkeiten: Entweder man sucht nach einem guten ethnischen Restaurant oder man begibt sich selbst in
die Küche.
Ersteres ist in der Regel zum Scheitern verurteilt. Wer aus
Deutschland gewohnt ist, dass man in fast jeder größeren Stadt die Qual der
Wahl zwischen einem griechischen,
italienischen, spanischen oder oder thailändischen Lokal hat, wird in Rom - und
in Italien überhaupt - sehr enttäuscht werden. "Wir gehen heute Abend zum
Türken/Italiener/Chinesen" - so oft doch hört man dieses geflügelte Wort
von Freunden in Deutschland.
Nun kann man sagen, warum auch etwas anderes als Italienisch
essen im Land der guten Küche? Stimmt! Als Tourist outete man sich als
absoluten Spiesser, wenn man noch in den siebziger Jahren in Rimini nach
Würstel con crauti suchte. Andererseits - welcher Romreisende von heute möchte schon in
der Ewigen Stadt afrikanisch essen gehen?
Aber wenn man hier wohnt...
Bleibt also der eigene Herd, und damit beginnen schon die
nächsten Probleme: die lieben Zutaten!
Bei weitem ist es in Italien nicht so, dass man in jedem
größeren Supermarkt ein solches Angebot an ausländischen Spezialitäten wie in
Deutschland findet. In den ersten Jahren meiner Zeit in Rom brachte ich viele
Zutaten immer aus Deutschland mit. Das tue ich bei vielen Produkten noch immer,
ist es für mich ein kleines Ritual, sollte ich während der Adventszeit in
Deutschland sein, Zutaten wie Backoblaten, Gewürze wie Kardamon und Sternanis
nebst Adventskranz und Adventskalender aus Deutschland einzuschmuggeln.
Doch was ist, wenn ich spontan asiatisch kochen möchte, mir
der Kopf nach einem scharfen indischen Curry steht?
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Rom, Italien
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