Posts mit dem Label Karneval werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Karneval werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 22. Februar 2022

Es muss nicht immer Frittiertes zum Karneval sein: Migliaccio napoletano


In diesem Jahr vermisse ich besonders die italienischen Bäckereien und Konditoreien. Wenn es auf Karneval zugeht, lockt nämlich das herrlichste Gebäck in den Auslagen. All die wunderbaren Castagnole - pur, mit zimtiger Ricotta oder Vanillecrème gefüllt -, die Frittelle oder die mit Puderzucker überstäubten Chiacchiere. Normalerweise kaufe ich ja nie Torten oder Plätzchen in einer Konditorei, aber diesen saisonalen Spezialitäten konnte ich meist nicht widerstehen. Allein das Auspacken des Gebäcks machte Spaß, denn in Italien werden die Köstlichkeiten nicht nur achtlos in eine Tüte  geschaufelt, sondern behutsam auf ein Papiertablett gelegt, das dann wie ein Geschenk verpackt wird - inklusive Geschenkbändchen. Man hatte stets das Gefühl, etwas ganz Besonderes mit nach Hause zu tragen. Es sind eben diese kleinen, feinen Dinge, die ich in meinem deutschen Alltag vermisse. 




Neben den typischen frittierten Süßigkeiten kennt man zur Karnevalszeit in Neapel den Migliaccio. Die Bezeichnung geht auf das Wort Miglio zurück, denn ursprünglich nahm man für diesen Kuchen Hirse. Diese Getreidesorte gibt es heutzutage in Italien nur noch selten zu kaufen, manchmal findet man sie im Biomarkt. Für Migliaccio wird sie nicht mehr gebraucht, denn dazu verwendet man nun Weizengrieß. Der wiederum ist in jedem italienischen Supermarkt zu finden, als Semolino. Damit ist automatisch Hartweizengrieß (di grano duro) gemeint, den ich auch für die Gnocchi alla Romana verwende. In der gemahlenen Version findet sich der Grieß wieder bei der Pastaproduktion (Semola di grano duro rimacinata).  



Wer Grießbrei als Seelenfutter schätzt oder Käsekuchen liebt (hier!), wird auch beim Migliaccio auf seine Kosten kommen. Die Zubereitung ist überaus einfach, die Zutaten sind wenige, wobei man die Masse noch zusätzlich mit Orangenabrieb, kandierten Früchten oder Schokotropfen anreichern kann. Ich dagegen wollte es dieses Mal pur, nur mit ein wenig Vanille aromatisiert. In Neapel existiert übrigens auch eine pikante Version des Migliaccio, die eher einem Auflauf ähnelt, mit Salsiccia, Mozzarella oder auch anderen Käsesorten wie etwa Pecorino. 

Wie schon öfters erwähnt: Ich brauche keinen deutschen Karneval, aber italienisches Karnevalsgebäck muss es in jedem Jahr sein!




Zutaten und Zubereitung
(für eine Springform von 24 cm Ø)



  • 800 ml Milch
  • 1 Vanillestange
  • 50 g Butter + Butter für die Form
  • 1 Prise Salz
  • 200 g Hartweizengrieß
  • 4 Eier
  • 250 g Ricotta (wenn erhältlich: Ricotta di pecora - aus Schafsmilch)
  • 250 g Zucker
  • Puderzucker

Die Milch mit einer Prise Salz, der aufgeschlitzten Vanilleschote, dem herausgekratzten Mark und der in kleine Stücke geschnittenen Butter aufkochen, dann den Grieß unter ständigem Rühren einrieseln lassen. Weiter kräftig rühren, bis die Masse dicklich wird.
Danach abkühlen lassen und immer mal wieder umrühren.

Die Ricotta in der Zwischenzeit in einem Sieb abtropfen lassen. Die Molke weggießen und die Ricotta durch das Sieb streichen. 

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Springform mit Butter ausfetten.

Die Eier mit dem Zucker weißschaumig aufschlagen. Zunächst portionsweise die Ricotta und danach die Grießmasse unterrühren, bis keine Grießklümpchen mehr zu sehen sind.

Die Grießmasse in die vorbereitete Form gießen und im Ofen 50-60 Minuten backen. In den letzten Minuten die Ofentür mit Hilfe eines Kochlöffels leicht geöffnet halten.

Den Kuchen in der Form vollständig auskühlen lassen.
Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.












Montag, 15. Februar 2021

Macht Euch einen Knoten ins Gebäck: Frittelle annodate al cardamomo


M
acht Euch einen Knoten ins Gebäck! Morgen ist Faschingsdienstag, da ist der ganze Spuk die Karnevalssaison schon wieder vorbei. Als bekennende Nicht-Karnevalistin erfreue mich trotzdem in jeder Saison an dem italienischen Backwerk, das es zur Zeit in den Pasticcerie und Forni in ganz Italien gibt. Hätte ich in den Auslagen nicht die riesigen Bleche mit all den Chiacchiere, den Castagnole, den Bomboloni gesehen, die zur Zeit gar nicht so lustigen Tage wäre unbemerkt an mir vorübergegangen. 



Es gibt eine ganz und gar unscheinbare kleine Bäckerei, die ich in jedem Jahr aufsuche, nur um die wunderbaren mit Ricotta gefüllten Castagnole zu kaufen. Sie schmecken zart nach Zimt und sind einfach unwiderstehlich! Da lohnt es sich fast nicht, sie selbst zuzubereiten. 

Trotzdem geht nichts über selbstgemachtes Gebäck! Ohne Ruhezeiten ist der Teig für diese Frittelle blitzschnell gemacht, ausgerollt und frittiert. So schnell ist man nicht einmal zum Bäcker und zurück!




Zutaten und Zubereitung


  • 400 g Mehl + Mehl für die Verarbeitung
  • 10 g Backpulver
  • 30 g zimmerwarme Butter
  • 40 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • ein wenig frisch geriebene Muskatnuss
  • 1/2 Tl gemahlenen Kardamom
  • 3 Eier
  • 50 ml Milch
  • hoch erhitzbares Pflanzenöl, z.B. Erdnussöl
  • Puderzucker

Das Mehl in eine Schüssel sieben. Die Gewürze, das Backpulver und eine Prise Salz hinzufügen. 
Eine kleine Mulde in das Mehl drücken, Eier leicht verschlagen und mit der Milch hineingeben. Die Butter in Flöckchen auf den Rand setzen und den Zucker darüberstreuen.

Mit den Knethaken oder den Händen zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.

Auf  der bemehlten Arbeitsfläche den Teig portionsweise ca. 4 mm dick ausrollen. In Streifen von ca. 7 cm Länge und 2,5 cm Breite mit einem Teigrädchen ausschneiden.
Jeden Streifen in der Mitte der Länge nach kurz einschneiden und ein Ende durch den Schlitz ziehen.

Reichlich Pflanzenöl in einem Topf erhitzen und die Teigknoten portionsweise goldbraun frittieren.
Mit der Schaumkelle herausnehmen und auf mit Küchenpapier ausgelegte Teller geben.

Nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäuben.


⚜⚜⚜

Rezeptquelle: Sale & Pepe, Februar 2021


⚜⚜⚜



Lust auf noch mehr Faschingsgebäck (das schmeckt übrigens auch außerhalb der Saison...)?
Bitte sehr:









Freitag, 7. Februar 2020

Berlingozzo - der orangengetränkte Olivenölkuchen aus der Toskana



Bunte Zuckerperlen lassen es vermuten: Der Berlingozzo ist ein Kuchen, den man ursprünglich für die Karnevalszeit zubereitete. Die Bezeichnung für dieses Gebäck geht wahrscheinlich auf einen im toskanischen Sprachgebrauch üblichen Namen für den Gründonnerstag zurück: Berlingaccio. Der Berlingaccio war aber auch eine Maske, die man im 15. Jahrhundert zum Karneval trug. Das Verb "berlingare" wiederum beschreibt das gesellige Zusammensein bei Tisch während eines üppigen Mahls, wie man es bei Hofe - bei den Medici in Florenz - zelebrierte. Angeblich wurde der Kuchen sogar als Antipasto serviert, so jedenfalls kann man es in einem Gedicht von Lorenzo il Magnifico nachlesen.







Heute muss man weder am medicäischen Hof leben, noch bis zum Karneval warten, um ein Stückchen von diesem fluffigen Kuchen zu genießen: Der Berlingozzo passt hervorragend zum typisch italienisch-frugalen Frühstück mit dem obligatorischen Caffè aus der Moka. Als Dolce krönt er, begleitet von einem Gläschen Vin Santo, aber auch ein rustikales toskanisches Menü. 
Dabei wird so ein einfacher Kuchen oft nicht mehr selbst gebacken, sondern in einem Forno (Bäckerei) gekauft. Für "feineres" Gebäck dagegen muss man in eine Pasticceria (Konditorei) gehen. Es ist in Italien durchaus üblich, bei einer Einladung zum Essen seinen Gästen ein in der Pasticceria gekauftes Dolce, oft eine Torte ist, zu servieren; zumindest ist das meine Erfahrung von vielen Einladungen her; das mag im ländlichen Bereich vielleicht anders zugehen. Mit großen Zinnober wird dann bei Tisch der hübsche Karton mit dem süßen Inhalt geöffnet, und die Signora erhält Komplimente für die Wahl ihrer edlen Konditorei, in der sie die Torte gekauft hat... Apropos hübscher Karton: Auch in einfachen Bäckereien werden Tortenstückchen oder Plätzchen oft aufwendig verpackt, und die Schleifchen um die Verpackung dürfen nicht fehlen.

Die Kranzform macht den Berlingozzo zu einer Ciambella - einem Kuchenkranz, wie er in der einfachen Cucina casalinga sehr beliebt ist. Nicht zwingend enthält jede Ciambella aber Olivenöl; meist wird heute auch in Italien mit Butter gebacken.

Das für viele Nicht-Italiener*innen Außergewöhnliche an diesem Kuchen ist aber sicherlich die Verwendung von Olivenöl. In der Toskana, in der ganze Landstriche von den Olivenbäumen geprägt sind, lag es in der Vergangenheit natürlich nahe, auch mit Öl von den Oliven der eigenen Bäumen zu backen, Butter hingegen überließ man der Küche des nördlichen Italiens. Natürlich ist die Qualität des Olivenöls bei einem solchen Gebäck von entscheidender Bedeutung. Keinesfalls sollte man ein zusammengepanschtes Industrieprodukt aus dem Supermarkt verwenden, auch wenn als Herkunft Italien, Spanien oder Griechenland angegeben ist. Man erwirbt ein Olivenöl am besten vor Ort - vielleicht während des Urlaubs -, oder begibt sich auf eine kleine Recherche-Reise durchs Internet. Ich bin natürlich in der glücklichen Lage, mir selbst ein Bild von den zahlreichen Ölmühlen auf dem Land machen zu können, wenn uns ein Tagesausflug ein paar Mal im Jahr nach Umbrien oder in die Toskana bringt. Dann verkosten wir schon einmal ein Olivenöl vor Ort. Hat es uns überzeugt, dann decken wir uns nach der Pressung im Herbst mit ein paar Flaschen ein.

Für meinen Berlingozzo habe ich ein Olivenöl aus Umbrien verwendet, das mir liebe Freunde geschenkt haben - hergestellt mit Oliven aus eigener Ernte. Umbrische Öle zeichnen sich meist durch ihren milden Geschmack aus. Ich verwende fast ausschließlich das Olivenöl dieser Region. Allerdings bringe ich mir immer wieder auch Olivenöle aus anderen Regionen mit und schätze durchaus die kräftigen Geschmacksnuancen süditalienischer Öle. Einen feinen Kuchen würden diese Öle aber allzu sehr dominieren; hier liegt man mit Ölen aus der Toskana, Umbrien oder auch Ligurien richtig.







Zutaten
(für eine Frankfurter-Kranz-Form)



  • 400 g Mehl (00), gesiebt
  • 1 P. Backpulver (16 g)
  • 2 Eier 
  • 2 Eigelb
  • 150 g Zucker
  • 2 unbehandelte Orangen (Abrieb)
  • 200 ml Vin Santo
  • 50 ml Arancino (italienischer Orangenlikör) 
  • 90 ml Olivenöl extra vergine
  • Butter für die Form


  • Saft von zwei Orangen
  • 20-30 g Zucker
  • 1 Sternanis


  • Hagelzucker
  • bunte Zuckerperlen 



Die Form mit der Butter ausfetten und den Backofen auf 160 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die beiden ganzen Eier und die zwei Eigelbe zusammen mit dem Zucker zu einer schaumigen Masse aufschlagen. Dann in dünnem Strahl unter Rühren das Olivenöl dazugießen.
Den Abrieb der beiden Orangen sowie den Vin Santo und den Arancino dazugeben und weiterrühren. Esslöffelweise das mit dem Backpulver vermischte Mehl einarbeiten.
Den Teig in die Form geben und 45 Minuten im Ofen backen.
Herausnehmen und lauwarm abkühlen lassen.

Die Orangen auspressen, Saft durch ein Sieb geben und mit dem Zucker und dem Sternanis ca. 10 Minuten zu einem Sirup einkochen lassen.

Den lauwarmen Kuchen damit bestreichen, bis der Sirup aufgebraucht ist.
Hagelzucker und bunte Zuckerperlen über den Kuchen streuen.








Donnerstag, 8. Februar 2018

Arancini marchigiani - die nach Orangen duftenden Schneckchen aus den Marken



Selbst habe ich es ja nicht so mit dem Karneval, dafür drücke mir aber zur Zeit meine (höchst verschnupfte) Nase an den Fenstern der Pasticcerie platt. So hat die "fünfte Jahreszeit" doch noch ihr Gutes; das Gebäck, das in diesen Tagen angeboten wird, mag ich sehr. Seltsamerweise fand ich früher die "Fassenacht", wie das in Frankfurt und Umgebung heißt, ganz lustig - vor allem Kostümbälle -, konnte aber mit Hefegebäck nichts anfangen. Heute ist es genau umgekehrt - wobei ich gegen einen stilvollen "Ballo in Maschera" nichts einzuwenden hätte.

In Rom gibt es zur Zeit wieder die wunderbaren, mit Ricotta gefüllten Castagnole und vor allem knusprige Chiacchiere. Die Rezepte (und Geschichten) dazu findet Ihr bei mir hier und hier.
So braucht Ihr deswegen nicht nach Rom zu reisen; holt Euch den römischen Karneval, der einst bessere Zeiten gesehen hat, einfach nach Hause.

In Italien hat jede Region ihr ganz spezielles Karnevalsgebäck. Aus den Marken, genauer aus der Gegend um Ancona, kommen diese frittierten und nach Orangen duftenden Schneckchen; wir sind ja mitten in der Hauptsaison für diese Zitrusfrüchte. Diese Arancini sind übrigens nicht zu verwechseln mit den frittierten Reisbällchen aus Sizilien; die Bezeichnung bezieht sich allein auf den mit Orangenschale parfümierten Zucker, der diesem Gebäck das frische Aroma verleiht.




Zutaten


  • 380 g Mehl, gesiebt, plus Mehl zum Verarbeiten
  • 1 Ei
  • 3 unbehandelte Orangen, der Abrieb davon
  • 200 g Zucker + Zucker zum Wenden
  • 1 P. Vanillezucker 
  • 150 ml Milch
  • 16 g frische Hefe
  • 40 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 1 l Erdnussöl


Die Milch lauwarm erwärmen und die Hefe darin auflösen.
Das Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde hineindrücken und die Hefemilch zugießen. Mit einer Gabel mit dem Mehl verrühren, dabei das Ei, 80 g Zucker und den Vanillezucker dazugeben.
Nun entweder mit den Händen oder mit der Küchenmaschine zu einem glatten Hefeteig verarbeiten, dabei nach und nach die weiche Butter in Flöckchen unterarbeiten.

Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und nochmals durchkneten. Dann in eine Schüssel geben und diese abgedeckt an einen warmen Ort stellen. Den Teig ungefähr eine Stunde gehenlassen.
In der Zwischenzeit die Orangen heiß abwaschen und die Schale abreiben. Mit den restlichen Zucker (120 g) vermischen.




Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche ca. 1/2 Zentimeter dick ausrollen und mit dem Orangenzucker bestreuen. Von der langen Seite her aufrollen und in 1 Zentimeter dicke Scheiben schneiden.




Das Öl in einem Topf erhitzen und die Teigscheiben portionsweise frittieren, dabei mindestens einmal wenden. Auf einen mit Backpapier ausgelegten Teller legen (Küchenpapier klebt durch den Zucker an).
Abgekühlt in Zucker wenden.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 24. Februar 2014

Ganz schön aufgeblasen: Chiacchiere



Chiacchiere - Schwätzchen - heißt das in Italien um diese Jahreszeit so beliebte Gebäck. Angeblich geht diese Bezeichnung auf das "Aufplustern" des Gebäcks im heißen Frittieröl zurück: Die Teigstreifen gehen immer mehr auf, schlagen eine Blase nach der anderen, wie bei einem Schwätzchen ein Wort das andere gibt, so dass schließlich auch eine unbedeutende Bemerkung zu einem Gerücht ausarten kann. In Norditalien spricht man daher auch von Bugie (Lügen) und in Rom von Frappe - kurz: es gibt unzählige regionale Bezeichnungen für diese italienische Karnevalsnascherei.
Da in den vergangenen Wochen immer mal wieder der Suchbegriff bei mir im Blog auftauchte - wir sind ja in der Karnevalszeit -, komme ich um ein Rezept bei mir im Blog nicht herum. Im Original wird übrigens Strutto - also Schmalz - für das Gebäck verwendet; es fällt ja auch unter die Kategorie Schmalzgebäck. Ich dagegen bevorzuge die "Butter-Variante":




Zutaten


  • 300 g Mehl
  • 2 g Bikarbonat
  • 20 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • Abrieb einer halben unbehandelten Zitrone
  • 60 g Butter
  • 60 ml Milch
  • 1 L hoch erhitzbares Pflanzenöl (z.B. Erdnussöl)
  • Puderzucker


Die weiche Butter leicht in einem Topf erhitzen, ohne sie vollkommen zu verflüssigen. Die Milch dazugiessen, Topf vom Herd nehmen und die Butter in der Milch durch die Restwärme auflösen.
Das Mehl auf eine Arbeitsfläche sieben, Zucker, Salz und Bikarbonat untermischen. In das Mehl eine Mulde drücken. Das Ei mit dem Zitronenabrieb verschlagen und mit der Milch-Butter-Mischung in die Mulde gießen.
Nun den Teig wie in meiner Anleitung für Pastateig verarbeiten und dann in Folie gewickelt eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.




Mit Hilfe einer Nudelmaschine den Pastateig dünn ausrollen; auch hier wie bei der Pasta vorgehen. Allerdings ist der Teig etwas weicher und brüchiger als Pastateig, so dass man sehr vorsichtig arbeiten muss. Zwischendurch die Teigplatten immer mal wieder leicht mit Mehl bestäuben, damit sie leichter durch die Walze zu drehen sind.
Mit einem Teigrädchen Streifen von ungefähr 5 cm x 12 cm aus den Teigplatten schneiden. In der Mitte der Streifen ebenfalls mit dem Teigrädchen einen kleinen Einschnitt vornehmen.
Das Öl in einem breiten Topf erhitzen und die Streifen portionsweise ausbacken. Dann auf einen mit Küchenpapier ausgelegten Teller legen. Die Chiacchiere etwas erkalten lassen und mit Puderzucker bestäuben.




Weiteres italienisches Karnevalsgebäck gibt es hier im Blog (beim Anklicken des Foto wird man zum Rezept weitergeleitet):


Fritole


Ravioli dolci


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane



Donnerstag, 31. Januar 2013

Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr...!



Oh Mann, war ich sauer! Am allermeisten auf mich selbst! Ich hätte auf mein Bauchgefühl vertrauen sollen, anstatt "blind" einem Rezept zu folgen! Und auf diese Weise landeten 250 g Mehl, drei Eier plus einem Eigelb und 100 g Zucker in der Tonne! Daraus hätten eigentlich feine Ravioli dolci, also süße Ravioli, werden sollen!
Aber der Reihe nach! Nachdem wieder sämtliche Auslagen der römischen Bäckereien vor Schmalzgebackenem strotzen, packte mich auch dieses Jahr wieder die Lust, ein neues Rezept auszuprobieren! Vor einem Jahr berichtete ich ja schon über italienisches Karnevalsgebäck wie Frappe, Fritole oder Castagnole.
Also ein bisschen in alten und neuen italienischen Kochzeitschriften geblättert, ein vielversprechendes Rezept in einem von mir bevorzugten kulinarischen Magazin gefunden (den Namen des "Übeltäters" verschweige ich dieses Mal gnädig), Zutaten gekauft - und ab ging es in die Küche. Beim Zubereiten der Füllung verlief alles noch bestens. Dann wagte ich mich an den Teig. Mir war schon mulmig, als ich das Rezept las: So wenig Mehl - so viele Eier? Wird der nicht zu weich zum Ausrollen?
Er wurde zu weich!
Da half nichts mehr! Einen Moment lang überlegte ich, einfach weiteres Mehl einzuarbeiten, verwarf aber den Gedanken wieder und entsorgte schließlich das Ärgernis, das mich frech aus der Rührschüssel anglotzte! Oh war ich wütend! Dabei hasse ich es, Lebensmittel einfach wegzuwerfen, denn ich habe davor zu viel Respekt!
Die Füllung hatte ich ja bereits, jetzt brauchte ich noch ein neues Mäntelchen für drumherum. Im Web stieß ich schließlich auf weitere Teigrezepte für süße Ravioli, die sich schon gleich viel brauchbarer lasen.
Und so ist es schließlich doch noch etwas geworden mit meinem diesjährigen Karnevalsgebäck!



Zutaten (für ca. 30 Stück)


  • 300 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
  • 50 g kalte Butter in Flöckchen
  • 60 g Zucker
  • 1 P. Vanillinzucker
  • 1 Prise Salz
  • 100 ml Milch
  • 1 Ei + 1 Eiweiß zum Bestreichen der Teigplatten



Aus den Zutaten einen Mürbeteig kneten, in Folie hüllen und 30 Minuten kaltstellen.
Danach in vier Teile schneiden und diese zu länglichen Bahnen dünn ausrollen (man kann den Teig auch durch die Pastamaschine nudeln).




  • 400 g frische Schafsricotta (ersatzweise Ricotta aus Kuhmilch)
  • 50 g Zucker
  • 60 g dunkle Schokoladentropfen (oder kleingehackte dunkle Schokolade)
  • 30 g Mandeln
  • 40 g "Cedro Candito" (Schale der Zitronatzitrone oder gewürfeltes Zitronat)
  • 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 L hoch erhitzbares Pflanzenöl, z.B. Erdnussöl
  • Puderzucker


Die Mandeln sehr fein mahlen und die Zitronatzitrone fein würfeln (bei Monika von Geschmackssache gibt es ein Rezept, wie man aus diesen großen Zitronen Cedro Candito herstellt, ich habe nur "selbst" gekauft).
Die Ricotta mit dem Zucker cremig rühren, mit Muskatnuss abschmecken und die fein gemahlenen Mandeln, die Schokoladentropfen sowie die Cedro-Würfelchen unterrühren.
Mit einem Teelöffel kleine Häufchen der Füllung in Abständen so auf die Teigplatten setzen, dass eine freie Fläche zum Überschlagen über die gefüllte Seite entsteht. Diese mit Eiweiß bepinseln, über den Teil mit der Füllung schlagen und den Teig rund um die Ricottahäufchen leicht andrücken. Mit einem Teigrädchen Ravioli ausschneiden.
Öl erhitzen und die Ravioli portionsweise goldgelb ausbacken. Danach die Ravioli auf einen mit Küchenpapier belegten Teller setzen.
Nach dem Abkühlen Puderzucker darüber sieben. Dazu passt eine Sauce aus heißen gemischten Beeren.


Helau! Das Küchenplausch Karneval Event


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 11. Februar 2012

Karnevalsgebäck: Fritole und Castagnole

In diesen Tagen wird man in ganz Italien wohl kaum eine Bäckerei finden, in deren Auslagen nicht Bleche, üppig belegt mit Karnevalsgebäck, in die Läden locken. Unzählig sind auch die Bezeichnungen in den verschieden Regionen Italiens für das heißbegehrte Schmalzgebäck, das es nur zur Karnevalszeit gibt. Die langen frittierten Streifen, die wie riesige, kurze Bandnudeln aussehen, heißen etwa Bugie (Lügen) im Piemont, Frappe in den Marken, Galani in Venetien oder regionübergreifend einfach Chiacchiere - was so viel wie "Schwätzchen" bedeutet.
Nach Angaben der neuesten Ausgabe von "La Cucina Italiana", einer in Italien beliebten Kochzeitschrift, werden jedes Jahr davon etwa zwanzig Millionen Kilogramm verspeist.
Neben den frittierten Teigstreifen gibt es noch kleine Bällchen - unseren Krapfen, Krebbeln oder Mutzemandeln vergleichbar -, die in Rom unter dem Namen Castagnole angeboten werden und im Veneto Fritole heißen.





Ab und an kaufe ich in dieser Jahreszeit das Gebäck fertig beim Bäcker. Heute aber hatte ich große Lust, selbst diese fluffigen Bällchen zu backen. Draussen schneite es mal wieder - der Winter ist dieses Mal wirklich ungewöhnlich -, und so zog ich mich  an ein warmes Örtchen zurück und fing an zu werkeln. Entschieden habe ich mich heute für ein Rezept aus dem Veneto, das ich in der bereits erwähnten Zeitschrift gefunden hatte, dabei mir aber einige kleine Freiheiten bei der Zubereitung erlaubt.
Dieses spezielle Karnevalsgebäck findet schon Erwähnung in der italienischen Literatur des frühen 18. Jahrhunderts. Da die Venezianer regen Handel trieben, wurde das zunächst sehr schlichte Gebäck, das nur mit Wasser und Mehl hergestellt wurde, mit den aus Sizilien kommenden Rosinen angereichert. Auch Carlo Goldoni, der für seine Komödien berühmte venezianische Autor, erwähnt in einem seiner Werke die Fritole, die damals zur Karnevalszeit wohl an jeder Strassenecke feilgeboten wurden. Die Zunft der sogenannten "Fritoleri"  bezahlte sogar eine gewisse Summe an die Stadt, um im Gegenzug die offizielle Erlaubnis der Kommune zu erhalten, auf den Plätzen Venedigs ihrer Tätigkeit nachgehen zu dürfen.

Print Friendly and PDF
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...