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Sonntag, 2. Juni 2019

Der Italiener unter den Aperitivi - Negroni



Lasst uns zunächst über Aperol Spritz reden, denn heute geht es um Aperitivi!
Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass dieses leuchtend orange-rote Getränk langsam zum Latte Macchiato unter den Cocktails mutiert: Nicht-ItalienerInnen trinken ihn zur jeder Tag- und Nachtzeit - ja sogar zur Pizza am Mittag (allein das schon ein Fauxpas)! Ich übertreibe nicht; genau dieses Bild bot sich mir am gestrigen Samstagmittag unweit des Campo de'fiori; Einheimische schüttelt es dabei!
Apéritif - Aperitivo - schon im Namen steckt, für was ein Getränk oder auch ein Cocktail, der unter dieser Bezeichnung geführt wird, eigentlich gedacht ist: "Geöffnet" werden soll der Magen für die kommende Mahlzeit. Aber kann man das wirklich mit dem oft zu pappsüßen Zeug?

Gerade in Italien hat sich ja eine formvollendete Apéritif-Kultur entwickelt, denn mit der Bezeichnung Aperitivo ist nicht nur das Getränk gemeint, sondern der ganze Ritus drumherum. In Mailand etwa findet man am späten Nachmittag in einigen Bars üppig bestückte Buffets mit kleinen Häppchen, den sogenannten "Stuzzichini", vor, an denen man sich zu einem Festpreis bedienen kann. Natürlich schaufelt sich hier niemand in "All-you-can-eat-Manier" den Teller voll! Die Häppchen und das Getränk sollen nur den Appetit anregen für das, was dann beim richtigen Abendessen noch kommen soll. Seit einigen Jahren kennt man allerdings auch den Begriff  der sogenannten Apericena. Verstehen kann man darunter einen noch in jeder Beziehung ausgedehnteren Aperitivo, der eine ganze Mahlzeit am Abend ersetzen kann und sich besonders unter jungen Leuten großer Beliebtheit erfreut.






 


Zurück zum "Spritz". Was es mit dieser Bezeichnung auf sich hat, hatte ich schon vor einigen Jahren in einem Blogpost erklärt. Nicht dass ich mir ab und an auch einen Aperol Spritz auf einer Piazza genehmigte, aber wiederholt blieb ich enttäuscht zurück, wobei ein Erlebnis auf einem Campo in Venedig kaum zu toppen ist. Dabei lag die Bar, die ich am späten Nachmittag ansteuerte, abseits der üblichen Touristenrouten und versprach auf den ersten Blick keinen Nepp. Schon der buchstäblich trübe Anblick des Getränks ließ Schlimmes vermuten, der erste Schluck bestätigte einen Verdacht. Als ich den Kellner höflich fragte, ob da etwa Orangenlimonade untergemischt sei, schaute er nur ziemlich ertappt drein und bot sofort an, ein neues Glas zu bringen. Ich lehnte dankend ab, bezahlte und ergriff die Flucht.

Hübsch sieht er aus, keine Frage. Fröhlich leuchtet er in den Farben eines mediterranen Sonnenuntergangs. Das bestätigte erst kürzlich auch die NewYork Times in einem Artikel, der sich kritisch über den beliebten Aperitivo ausließ - und traf dabei genau ins Orange-Rote  - äh - Schwarze. Wer jetzt noch sagt: Ist mir doch egal, ob und wann das die Italiener trinken, mir schmeckt er, der sollte sich doch einmal ernsthaft fragen, ob da der schöne Schein nicht doch etwa die Sinne vernebele. Man muss kein Prosecco-Verächter wie ich selbst sein, um sich ausrechnen zu können, welche Qualität da zum "Aufspritzen" verwendet wird. Da landet billigstes, süßes Zeug im Glas. Natürlich, es gibt hochwertigen Prosecco, auch wenn ich persönlich immer Bollicine "metodo classico" (nach Champagner-Methode hergestellter italienischer Sekt) vorziehe - ich klinge vielleicht mal wieder versnobbt. Ein eisgekühlter Prosecco kann sogar ganz nett ein sommerliches Menüs bei hohen Temperaturen begleiten. Aber ich möchte nicht wissen, was da so in den Bars ins Glas geschmuggelt wird. Da war die Orangenlimo in Venedig wahrscheinlich noch hochwertig dagegen!

Aber wenden wir uns jetzt "roba vera" - ehrlichem Stoff - zu. Die Geschichte des Negroni, eines der bekanntesten italienischen Cocktails der Rubrik Aperitivi, ist schnell erzählt: Vor genau hundert Jahren soll in Florenz ein gewisser Graf Camillo Negroni in einem Laden - halb Cafè, halb Drogerie - in der zentralen Via Tornabuoni gegenüber dem Barmann den Wunsch nach einem verschärften "Americano" geäußert haben. Er deutete angeblich auf eine Flasche Gin, der das Sodawasser ersetzen sollte. In diesem Caffè musste der Herr Graf später immer nur "Il solito" (das Übliche) bestellen, und er bekam das serviert, was für andere dann zum "Negroni" wurde.

P.S.: Zum Aperitivo bevorzuge ich meist ein anderes, leuchtend orangefarbenes Getränk ohne Alkohol, ein sogenannter "analcolico". "Ein nicht-alkoholischer Blonder, der die Welt verrückt macht", so verspricht es der Slogan. Aber das ist eine andere Geschichte.





Zutaten
(pro Glas)



  • 2 cl Campari
  • 2 cl Vermouth (rot)
  • 2 cl Gin
  • 1/2 Orangenscheibe
  • Eiswürfel
  • Glas: Tumbler




Das Glas eventuell mit Eiswürfeln vorkühlen. Dann frische Eiswürfel in das Glas füllen undCampari, Vermouth und Gin darübergießen. Eine halbe Orangenscheibe dazugeben.




Dienstag, 24. Mai 2016

Was lange währt ... Limoncello fatto in casa



Kennt Ihr diesen wunderbaren Moment: Wenn alles wie am Schnürchen geklappt hat an einem Abend mit lieben Gästen? Die Pasta nicht verkocht, das Fleisch nicht zäh, und das Dolce hat Euren Gästen jenes selige Seufzen entlockt, das jeden Gastgeber Momente puren Glücks erfahren lässt. Nun darf die Spannung von Euch abfallen - und es wird Zeit für einen Digestivo. Jetzt fängt Euer genießerischer Teil des Abends an!
In Italien macht man dann eine "Bella figura", wenn ein Limoncello "fatto in casa" angeboten wird. "Selbstgemacht? Ja, bitte für mich!" heißt es dann unisono. Einziger Nachteil: Es sammeln sich die edelsten Grappe zu Hause an, Vin Santo und Konsorten dürfen bei Euch noch für weitere Jahre reifen und die Amari bleiben vollends unbeachtet.
"Fatto in casa" -  so lautet das Zauberwort!




Selbstgemachter Limoncello hat nichts mit jenem intensiv zitronengelben Fusel zu tun, den es in den Touristenorten rund um die Amalfi-Küste in kitschigen Flaschen zu kaufen gibt. Sehr oft ähnelt dieser Limoncello mehr einer mit Alkohol versetzten Limonade als einem Likör; ich vermute sogar, dass man bei der Farbe oft noch etwas nachgeholfen hat. Und so schmeckt er denn auch. Natürlich gibt es auch hochwertigen Limoncello zu kaufen, aber den muss man erst einmal zwischen dem ganzen bunten Nippes suchen. Sehr touristische Läden sollte man demnach meiden, wenn man auf Capri, Ischia oder der Amalfi-Küste selbst unterwegs ist.
Reiner Alkohol, Wasser, Zucker und vor allem die Schalen der berühmten Amalfi-Zitronen sind alles, was ein guter Limoncello braucht. Natürlich kann man auch andere Zitronen verwenden, nur unbehandelt sollten sie sein. Leider schenkt mir mein Zitronenbäumchen nicht in jedem Jahr ausreichend Früchte, so dass ich in der Saison auf meinem Markt nach diesen besonderen Zitronen Ausschau halte.
In diesem Jahr waren es liebe Kollegen meines Mannes (ich berichtete), die mir direkt aus Amalfi die begehrten Zitronen mitgebracht hatten.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Alkohol. Oft lese ich, dass Grappa oder Vodka zum Ansetzen verwendet werden. Diese Spirituosen gehören aber nicht in einen echten Limoncello. Nur reiner Alkohol kommt hier zum Einsatz; man findet ihn in Italien in jedem Supermarkt.




Etwas Geduld muss man aber aufbringen, denn bevor der Limoncello trinkbereit ist, "darf" sich die Vorfreude darauf mehrere Wochen lang hinziehen. Apropos Geduld...
Auf den Fotos ist ein Tischchen aus Vietri sul Mare, einer kleinen Ortschaft am Meer in Kampanien, zu sehen. Hier werden die berühmten Majoliken der Amalfi-Küste hergestellt, und dort hatten wir vor vielen Jahren das Tischchen in Auftrag gegeben. Es hat ewig gedauert, bis das Teil endlich zum Abholen bereit war. Für uns bedeutete das: ein längerer Tagesausflug an Neapel vorbei und weiter Richtung Süden. Tja, und dann war die Enttäuschung groß. Die erste Version hat uns nämlich überhaupt nicht gefallen. Wir hatten die handgefertigte Tischplatte schon durch das Dorf zum Wagen gewuchtet, als mein Mann und ich uns anschauten -  und wir beide dasselbe dachten. Wir schleppten also den Tisch umgehend in den Laden zurück und baten um ein paar Änderungen.
Wieder vergingen Wochen, und wieder folgte eine Tages-Fahrt an die Amalfi-Küste. Die zweite Version gefiel uns etwas besser, aber wir hatten den Kauf letztlich doch bereut. Die Urlaubsstimmung, die wir damit einfangen wollten, hat im "Norden" - in Rom - dann doch nicht funktioniert. Solche Majoliken machen sich ganz wunderbar in ihrer "natürlichen" Umgebung, aber in einer römischen Wohnung, die durch einen ganz anderen Stil geprägt ist, wirken sie fast schon kitschig.
Aber mal ehrlich, kann man einen Limoncello authentischer als auf einem Tisch von der Amalfi-Küste servieren?




Zutaten

500 ml Alkohol, 96 %
300 g Zucker
7-8 Zitronen, unbehandelt, wenn möglich aus Amalfi
600 ml stilles Mineralwasser
Gaze



Die Zitronen heiß abwaschen und trockentupfen. Mit einem Zestenreißer oder Sparschäler die Schale dünn abschälen. Darauf achten, dass die weiße Haut nicht mit abgeschält wird. Sie macht den Likör bitter.




Die Zitronenschalen mit 200 ml Wasser und 200 ml Alkohol in ein hermetisch abschließbares Gefäß geben und den Ansatz an einem dunklen, kühlen Ort eine Woche ziehen lassen.




Nach dieser Ruhezeit in einem zweiten, etwas größeren gut verschließbaren Gefäß den Zucker in 400 ml Wasser auflösen und den restlichen Alkohol (300 ml) sowie den Ansatz dazugeben. Das Gefäß kräftig schütteln und für eine weitere Woche kühl und dunkel aufbewahren. Dabei täglich das Gefäß gut durchschütteln.
Nach dieser Zeit das Gemisch zweimal durch ein mit doppelter Gaze ausgelegtes Sieb filtern; die Gaze dabei nach dem ersten Filtern erneuern.




Den Limoncello in Flaschen abfüllen und für drei Monate an einem kühlen und dunklen Ort ruhen lassen.



Limoncello muss eisgekühlt serviert werden. Dafür auch die Gläser für ein paar Stunden in das Gefrierfach stellen.

Rezeptquelle: Maddalena Tomalini, Ricette segrete per fare i liquori in casa, Giovanni de Vecchi Editore, Milano 1999






♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 24. April 2015

Vitaminbombe in Orange: Mango-Karotten-Orangen-Smoothie


Der Kopf brummt, der Hals kratzt - kurz: ich habe das Wetter wieder einmal überschätzt!
Habe ich Anfang der Woche noch über die dick vermummten Römer (gesteppte Jacken!) bei 25 Grad lächeln müssen, verstehe ich nun den Grund: Wer früh und spät abends im April unterwegs ist, der braucht noch wärmende Kleidung - auch im Süden Europas!
Weiß ich ja eigentlich auch - und sollte ich nach über zwanzig Jahren in Rom ja auch wissen -, aber dann kam eines zum anderen. Noch eben mit T-Shirt und leichtem Jäckchen unterwegs, dieses und jenes erledigt, und es wurde immer später. Mein Mann bat mich noch um einen Gefallen, was auch länger als gedacht dauerte, und als wir dann schließlich am späten Abend nach Hause gingen, fror ich entsetzlich. Da mir eine Bekannte Tage zuvor auch noch ein paar Viren vermacht hatte, konnten die jetzt so richtig auftrumpfen!
Um es kurz zu machen: Die Kochaktivitäten sind zur Zeit etwas eingeschränkt, aber Vitamine sollten dennoch auf den Tisch. Da bietet sich ein Smoothie geradezu an.

Zutaten

1 Mango
Saft einer Orange (z.B. Tarocco)
2 kleine Karotten
1 großes Glas Milch
1 El Ahornsirup

Mango schälen und Fruchtfleisch vom Stein schneiden, Karotten putzen und in grobe Stücke schneiden.
Alle Zutaten im Standmixer zu einem schaumigen Smoothie verarbeiten.



KRB Banner Large Der Kochrezepte Basar   Infos und Banner



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 6. Juli 2014

Da zischt der Sommer im Glas: Frozen Melon Daiquiri



27 Grad oder mehr  - oh ja, sehr viel mehr...
Aber von vorn: Simone von der S-Küche möchte erfrischt werden und sucht Sommerrezepte für die richtig heißen Tage! Ein wunderbares Thema, das mich gleich angesprochen hat, auch wenn es erst heute dazu einen Beitrag von mir gibt. Ich war nämlich wieder mal im "kalten Norden" unterwegs, und da war auch das Wetter eher durchwachsen. Übrigens feiert Zorra vom Kochtopf, bei dem Simone den Event ausrichtet, ein gar nicht kleines Jubiläum. Es ist der hundertste Event! Dafür erst einmal: Herzlichen Glückwunsch, liebe Zorra!
Für heiße Tage, ja heiße Wochen, nein, was sage ich: heiße Monate bin ich mitlterweile Spezialistin!
In der Vergangenheit habe ich immer behauptet, Hitze mache mir nichts aus. Das stimmt bis zu einem - buchstäblich - gewissen Grad. Ich muss dagegen  immer etwas schmunzeln, wenn sich in Europas gemäßigten Klimazonen viele nach drei Tage um die dreißig Grad schon über die "unerträgliche" Hitze beschweren. Ja, viele stellen nach dieser kurzen Zeit schon das Kochen ein, weil das ja unzumutbar sei. Also, dann gäbe es ja monatelang nur kalte Küche bei uns!
Regnet es andererseits nach wenigen warmen Tagen dann wieder nördlich der Alpen und ich berichte über Sonnenschein, dann sind wir es mit den ach so beneidenswerten Temperaturen.
Aber ich gebe zu: nach wochenlangen Hitzeperioden bin auch ich ausgelaugt, und das merke ich oft auch gerade gegen Ende des Sommers. Im vergangenen September hatte ich auf einmal täglich mit dem Kreislauf zu kämpfen, denn der Körper scheint diese enorme Anstrengungen, den Temperaturen zu widerstehen, irgendwie zu speichern. Wie sehr die gnadenlose Sonne an den heißen Tagen auch auf die Stimmung schlagen kann - oh ja, das kann sie! - davon berichte ich erst gar nicht.
Nein, Petrus kann es niemanden Recht machen, aber wir können heiße Tage mit wunderbaren Erfrischungen angenehmer gestalten.
Mich hat gleich das Banner von Simone angesprochen, auf dem eine Limettenscheibe abgebildet ist. Und für mich war gleich klar: Was immer ich auch für diesen Event beisteuere, etwas mit Zitrusfrüchten muss es sein! Etwas, was richtig erfrischt! Und da zu einem italienischen Sommer auch Wassermelonen gehören, spielen diese in dem Cocktail die Hauptrolle.
Hier sind es gerade mehr als 27 Grad. Gefühlte sehr viel mehr...



Zutaten

1 Kg Wassermelonenfleisch in grobe Würfel geschnitten
200 g Wassermelonenfleisch in kleinen Kugeln (dazu benötigt man einen Kugelausstecher)
50 ml Limettensaft, frisch gepresst*
200 ml Orangensaft, frisch gepresst
50 ml Orangenlikör (z.B. Cointreau)
150 ml weißer Rum (z.B. Havana Club)
2-3 El Zuckersirup**
Zucker und Limettensaft für den Gläserrand

Das in grobe Würfel geschnittene Wassermelonenfleisch sowie die mit dem Kugelausstecher gewonnenen Melonenkugeln getrennt einfrieren. Ich friere auch die Kugeln ein; sie halten das Getränk länger kühl und können später aus dem Glas gefischt und genascht werden.
Das leicht angetauten Wassermelonenwürfel in einen Standmixer geben. Zitrusfrüchte auspressen und den Saft sowie die Orangenlikör, den Rum und den Zuckersirup ebenfalls in den Mixer geben. Mit der "Crushed Ice"-Funktion des Mixers die Zutaten verarbeiten.
Glasränder mit Limettensaft benetzen und dann in einen flachen Teller mit Zucker tauchen.
Frozen Melon Cocktail auf die Gläser verteilen und die gefrorenen Melonenkugeln hinzufügen.





*Limetten auspressen ist mühsam, und nach meiner Erfahrung geben sie nur wenig Saft mit der herkömmlichen Methode her. Ich viertele die Limetten der Länge nach und presse die Viertel mit der Hand aus.
**Zuckersirup selbst herstellen: Dafür 125 g weißen Zucker mit 125 ml Wasser aufkochen, 15 Minuten köcheln lassen. Dann in eine kleine, heiß ausgespülte Flasche füllen, auskühlen lassen und gut verschließen. Die Sirup hält sich nach Anbruch ca. 6 Wochen im Kühlschrank. (Quelle: Rezepte-Wiki)


Blog-Event C - Zisch! Erfrisch mich! (Einsendeschluss 15. Juli 2014)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 13. Januar 2014

Mein Power-Smoothie



Wie schon angekündigt, geht es heute gesund weiter, und ich stelle Euch meinen "Power-Smoothie" vor!
Leider beschränkt sich mein Obst-Konsum über längere Strecken im Jahr nur auf frisch ausgepressten Orangensaft zum Frühstück, den ich allerdings heiß und innig liebe! Ohne frisch gepressten Saft und einen starken Kaffee komme ich am Morgen nämlich so gar nicht in Schwung. Leider gibt es nur im Winterhalbjahr frischen Orangensaft bei uns, da dann die Saison der herrlichen Tarocco-Orangen aus Sizilien ist.
Ich behaupte mal, das sind die besten Orangen der Welt!
Ihren Namen verdanken sie den Tarot-Karten. Man weiß nie, was einen erwartet, wenn man diese Orangen aufschneidet. Sind sie im Innern orange oder rot? Gegen Ende des Winters aber werden sie fast zu reinen Blutorangen. Tarocco-Orangen sollen übrigens ganz besonders gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen.
Es tummelt sich natürlich noch anderes Obst in meinem Smoothie - Obst, um das ich sonst einen großen Bogen mache: Kiwis und Bananen.
Wer einen Entsafter besitzt kann frischen Karottensaft verwenden; ich habe welchen aus der Flasche genommen und noch eine "Alibi-Karotte" hineingeschmuggelt.
Und damit das ganze auch etwas vorhält, gibt es noch Haferflocken und Ahornsirup als Zugabe. So wird der Smoothie zu einer richtigen kleinen und sehr gesunden Zwischenmahlzeit. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker...




Zutaten (für ungefähr 800 ml Smoothie)


  • 200 ml Karottensaft
  • 1 Karotte
  • 1 Orange
  • 1 Zitrone
  • 1 Kiwi
  • 1 Apfel
  • 1 Banane
  • 2 gehäufte El Haferflocken
  • 2 El Ahornsirup
  • 1 El Olivenöl extra vergine (fakultativ)


Orangen und Zitrone auspressen und mit dem Karottensaft in einen Standmixer geben. Das andere Obst vorbereiten: waschen, schälen, entkernen und grob zerkleinern.
Das Obst mit den Haferflocken und dem Ahornsirup in den laufenden Mixer geben und gut durchmixen. Wer mag, fügt noch einen El Olivenöl hinzu.

Kleine Tipps für die nächste Italienreise

In Italien braucht man auf frischen Saft unterwegs nicht zu verzichten. In vielen Bars gibt es frisch gepresste Orangen- oder Grapefruitsäfte. Die Bezeichnung dafür lautet Spremuta d'arancia oder di pompelmo. Wenn man dagegen einen Succo (d'arancia oder di pompelmo) bestellt, dann erhält man einen Saft aus der Flasche.
Als Centrifugato bezeichnet man dagegen einen frischen Saft aus dem Entsafter, den es auch in vielen Bars gibt. Beliebt ist hier der Centrifugato di carota e mela, ein Saft aus Karotten und Äpfeln.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 1. Juli 2013

Der romantischste "Spritz" der Welt



Ein lauer Sommerabend auf einer Piazza in der Abendsonne, ein paar Knabbereien und einen Spritz auf dem runden Tischchen vor sich - so stellt man sich den gelungenen Ausklang eines Sommertags in Italien vor; das berühmte Dolce Vita halt. Das können vor allem aber die Touristen ausgiebig genießen, denn wie auch viele Italiener sitzt dann mein Mann noch bis in die Abendstunden im Büro. Aber solche Bilder setzen sich fest, sie gehören einfach zu Italien dazu.
Nun gibt es tatsächlich gerade im Norden des Landes eine Aperitif-Kultur. Man muss nur am frühen Abend einmal durch die Bars und Cafès von Mailand ziehen, und man wird überwältigt sein von den dort aufgebauten Buffets mit den kleinen Häppchen und Knabbereien, von denen man sich zu einem Getränk bedienen darf.
Wenn man an italienische Aperitifs denkt, dann sicher auch an den beliebten Aperol-Spritz. Gerade in den vergangenen Jahren entwickelte sich dieser Aperitif zu einem richtigen Kultgetränk.
Der leicht bittere Likör Aperol kam 1919 auf den italienischen Markt, wurde aber erst in den fünfziger Jahren erstmals mit Prosecco und Sodawasser zu einem Aperol-Spritz gemixt. Von Norditalien aus, mit seiner ausgeprägten Aperitif-Kultur, verbreitete sich dann dieses Getränk nicht nur im übrigen Stiefelland, sondern auch nördlich der Alpen.
Die deutsche Bezeichnung Spritz geht auf die Österreicher und auf eine Epoche zurück, als große Teile Norditaliens, darunter Venetien,  Mitte des 19. Jahrhunderts noch unter habsburgischer Herrschaft standen. Der lokale Weißwein wurde von den Österreichern als sehr hochprozentig und stark empfunden, so dass sie ihn mit Mineralwasser verdünnt - "gespritzt" - tranken.
Und so habe ich Spritz auch vor vielen Jahren in Venedig kennengelernt, als ein mit Sodawasser verdünnter Weißwein oder auch Prosecco. Als French-Spritz kann man diesen Aperitif auch mit Champagner mixen, oder natürlich mit einem nach Champagner-Methode produzierten italienischen Spumante - "Metodo Classico", den ich stets dem Prosecco vorziehen würde, wenn man den Spritz pur genießen möchte. Obwohl es fast schon wieder ein Sakrileg wäre, dieses hochwertige Produkt zu verwässern.
Vergangene Woche mussten wir liebe Freunde verabschieden, die nun für einige Jahre ans andere Ende der Welt ziehen. Zu diesem Anlass habe ich ein kleines Sommeressen bei uns organisiert und mir dazu auch einen Aperitif für diesen besonderen Abend überlegt. Etwas Fruchtiges sollte es sein, das darüber hinaus auch hübsch anzuschauen ist. Leider war ich die Tage zuvor vergeblich auf der Suche nach Granatapfelsirup, nachdem ich unbedingt den Schönleben-Spritz nachbasteln wollte. Mittlerweile habe ich den wohl einzigen Ort, an dem es diesen Sirup in Rom auch zu kaufen gibt, zwar gefunden - Eataly -, aber am vergangenen Mittwoch musste ich mir selbst etwas einfallen lassen. In einem Eckchen des Kühlschranks schlummerte ein Flakon mit Rosensirup, den ich im Winter aus dem Süden Latiums mitgebracht hatte, und so kreierte ich mit meinen absoluten Lieblingsbeeren meinen:





Spritz all'Arianna

Man braucht dazu:


  • Prosecco oder Spumante (Metodo Classico)
  • Rosensirup
  • getrocknete Rosenknospen
  • Minzblätter (fakultativ)
  • Himbeeren
  • Eiswürfel


Zunächst habe ich die Rosen-Eiswürfel hergestellt, indem ich getrocknete Rosenknospen in (Herz-) Eiswürfelbehältern verteilt habe.




Auch einige Minzblätter habe ich mit eingefroren (die Fotos zum Getränk sind nicht von diesem Abend, daher ohne die Minzblätter).




Ein Schnapsgläschen Rosensirup in ein Glas - ich habe Rotweingläser genommen - gießen, ein paar Himbeeren sowie Eiswürfel dazugeben und mit Prosecco auffüllen.
Das ist alles! Und es schmeckt wunderbar und sieht soooo romantisch aus!





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 31. Mai 2012

Geschüttelt, nicht gerührt: Caffè Shakerato

James Bond hätte seine helle Freude an dieser Kaffeespezialität gehabt. Nichts hätte ihn nach seinen körperlichen Aktivitäten unterschiedlicher Natur wieder so schnell auf die Beine gebracht, um die Welt zu retten, wie ein Caffè Shakerato! Ganz stilecht wird zudem diese italienische Caffè-Spezialität in einem Martini-Glas serviert - kann man kalten Kaffee eleganter geniessen?




Caffè Shakerato aber ist nicht einfach nur kalter Kaffee. Er erhält seinen aromatischen Kick erst durch das schockartige Runterkühlen, ähnlich wie beim amerikanischen Ice-Tea, in dem man die heiße Flüssigkeit über Eiswürfel gießt. Witzig ist übrigens das Wort selbst;  eine Mischung aus dem englischen "Shake" mit einer italienischen Partizip Perfekt-Endung - sprich "Schakerato" - mit "a", denn die wenigsten Italiener sprechen "shake" entsprechend der korrekten Auspracheregel wie  "ʃeɪk" aus.
Eigentlich mag ich ja keinen gesüßten Kaffee, auch kein Kaffee-Eis oder süße Dessert-Crèmes mit Kaffeegeschmack. Selbst Tiramisu gehört nicht zu meinem Lieblingsdolce, aber bei Caffè Shakerato mache ich gerne eine Ausnahme.

Montag, 6. Februar 2012

Bicerin - Traditionsgetränk aus Turin

Für die Turiner ist es das Traditionsgetränk der Stadt, für Turinreisende ein Geheimtipp aus der Welt des italienischen Kaffees. Vor allem aber ist Bicerin zu trinken ein sinnliches Erlebnis. Zunächst spürt man einen cremigen, kühlen Milchschaum an der Oberlippe, dann erst dringt die heiße, braune und dickflüssige Mischung aus aromatischem Kaffee und herbsüßer Schokolade durch die „crema di latte“ hindurch.



Die genaue Mixtur wird geheimgehalten ähnlich wie bei Coca Cola.  Das  kleine Kaffeehaus „Al Bicerin“, sichert sich damit eine treue Stammkundschaft unter den Turinern, die nur hier das originale Lokalgetränk trinken wollen. Verraten werden nur die Grundkomponenten dieser typischen Turiner Kaffeespezialität – heiße Schokolade, ein starker Espresso und „crema di latte“, nicht zu Verwechseln mit aufgeschäumter Milch.


Aus diesem Grund gibt es in ganz Turin auch nur einen Ort, an dem man das Getränk stilvoll genießen kann. Gleich nachdem der Besucher das 1763 gegründete Cafè „Al  Bicerin“ betreten hat, fühlt er sich in vergangene Zeiten zurückgesetzt. Die Ausstattung des einzigen Raumes, kaum größer als eine durchschnittliche Wohnstube, ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts nur gering verändert worden: holzvertäfelte Wände mit Spiegeln, eine breite, den Raum beherrschende Theke, hinter der auf Holzregalen große Glasbehälter mit buntem Konfekt und Bonbons stehen, und nur acht marmorne Bistrotischchen, an dem die Turiner schon am Vormittag bei Kerzenlicht Bicerin trinken und ihre „Stampa“ lesen können.

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