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Mittwoch, 7. Dezember 2022

Gegen den Zuckerschock: Treccia di Natale salata

 


Zu keiner Zeit im Jahr verzehrt man wohl mehr Süßes als rund um Weihnachten; eine ganz schöne Zumutung für den Körper! Der Zucker sorgt nicht nur dafür, dass der Hosenbund spätestens in der ersten Januarwoche empfindlich kneift, er ist auch verantwortlich für viele ernste Erkrankungen. Nun tendiere ich eh mehr zum Salami- oder Käsebrötchen, wenn der Heißhunger zuschlägt, trotzdem werden von mir in jedem Jahr so einige Plätzchenklassiker in den Ofen geschoben - welche das sind, das könnt ihr auch in diesen Jahr meinem Mercatino di Natale entnehmen. Der Duft des Weihnachtsgebäcks vermittelt mir jedes Jahr aufs Neue jenes wohlige Gefühl von Geborgenheit und Beständigkeit, die leider nicht selbstverständlich ist. Dankbarkeit und auch etwas Demut mischen sich darunter, mit dem Wunsch, dass sich die positiven und auch freudigen Momente im kommenden Jahr wiederholen werden. Dabei wird man von Jahr zu Jahr nachdenklicher: Pandemie, Krieg, drohende Klimakatastrophen, aber auch persönliche Sorgen verdrängen immer häufiger unbeschwerte Vorfreude auf das wohl emotional aufgeladenste Fest der Christenheit. 




Mit ganz anderen, zum Teil existentiellen Sorgen kannte man sich auch in den Quartieri popolari aus. So nennt man die oft dicht bewohnten und eng bebauten Viertel mit schwierigen Lebensverhältnissen. Neapolitanische Lebenskünstler ließen sich aber zu keiner Zeit unterkriegen und haben das Beste daraus gemacht. In ihrer Volkskunst blitzt dieses "Trotz allem" auf. Dabei denke ich gerade an die Tradition der neapolitanischen Weihnachtskrippe. Hier begegnet uns uns das "einfache" Volk gleichberechtigt neben den in aller Welt bekannten Figuren der Heiligen Drei Könige. Nicht Gold tragen die Bewohner der Stadt in ihren Weidekörben, weder Weihrauch noch Myrrhe werden in zu einfachen Läden umgestalteten Ruinen verkauft, sondern Lebensmittel. Liebevoll gestaltete Wurstwaren, Käse, Obst oder Brot in Miniaturformat waren (und sind) fester Bestandteil der Krippenkunst, gerade in Neapel. Wo Armut und Hunger regierte, waren Fleisch, Fisch und Obst quasi heilig. 







Auch wenn es auf einigen meiner Plätzchen auch in diesem Jahr wieder glitzert (von wegen "früher war mehr Lametta"), so gibt es in diesem Jahr zusätzlich ein einfaches, salziges Gebäck - quasi zum Neutralisieren. Brot und Käse - auch das hat Bedeutung in der neapolitanischen Krippenkunst ganz so wie andere Lebensmittel, die man den verschiedenen Monaten zuordnete. So stand das Brot für den Monat Juni, während der Käse den Februar symbolisierte. In diesem Monat wurde traditionell Käse gekauft und eingelagert.




In der Treccia salata verstecken sich allerdings zwei Käsesorten aus dem Norden Italiens, genauer gesagt der Lombardei: der Mascarpone, den man vor allem aus der Zubereitung für Süßspeisen kennt, und die Gorgonzola. So vielseitig kann man Käse einsetzen! Ich sage immer wieder: Vielleicht werde ich eines Tages ganz auf Fleisch verzichten. Bei Käse geht das bei mir nicht!




Zutaten und Zubereitung
(für eine Kastenform von 1,5 L Inhalt)


  • 400 g Manitoba-Mehl 0 (ersatzweise Mehltyp 550)
  • 1 P. Trockenhefe (7 g)
  • 1 El Zucker
  • 1 Ei
  • 50 ml Olivenöl extra vergine
  • 180 ml lauwarmes Wasser
  • ca. 7 g Salz
  • 2 El Kakaonibs
  • 200 g Gorgonzola
  • 200 g Mascarpone
  • Butter und Backpapier für die Form

Am Vortag das Mehl in einer Schüssel mit der Trockenhefe, dem Zucker und dem Salz mischen.
Ei, Olivenöl und Wasser verrühren und zu der Mehlmischung geben. Alles miteinander so gut verkneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst (geht am besten mit der Küchenmaschine).
Den Teig in eine leicht geölte Schüssel legen, abdecken und 30 Minuten gehenlassen. Dann über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am Folgetag den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, damit er wieder auf Raumtemperatur kommt. Dann auf einer bemehlten Oberfläche zu einem Rechteck mit den Maßen 25x40 cm ausrollen.
Die Teigplatte mit Flocken von Gorgonzola und Mascarpone bedecken und die Kakaonibs darüberstreuen.





Von der langen Seite her aufrollen. Die Rolle in der Mitte teilen, dabei die vier Enden etwas zusammendrücken, und dann beide Teile miteinander verflechten. Den Zopf in eine mit Butter eingefettete und mit Backpapier ausgelegte Kastenform heben.
Die Form abdecken und den Teig 45 Minuten gehenlassen.

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Die Treccia ca. 45 Minuten backen, 10 Minuten auskühlen lassen und dann erst aus der Form nehmen.


✨


Rezeptquelle: Nach einer Idee aus Sale&Pepe, Dezember 2022. In dieser Ausgabe gibt es auch einen interessanten Artikel zum Thema. 







Donnerstag, 12. März 2020

Traumabewältigung mit dem Rührbesen: Chocolate Chip Banana Bread



Zu Bananen habe ich mir ja ein gespaltenes bis ablehnendes Verhältnis bewahrt. Grund dafür ist ein "traumatisches" Erlebnis in meiner Kindheit. Ich muss ungefähr fünf Jahre alt gewesen sein, als zur Mittagspause im Kindergarten ein Junge seine mitgebrachte Banane auspackte, bei der man schon nicht mehr von Überreife sprechen konnte. Sie war schlichtweg schwarz! Die darauf folgenden Szenen werde ich nie vergessen. Zunächst legte er seine Banane unter einen Teller, auf den er sich dann mit beiden Händen stützte. Dann presste er die Banane mit den Händen zusammen, so dass eine breiige gelbe Masse wie aus einer Mayonnaisentube hervorquoll. Auch eine Art, Bananen zu essen!
Zu Hause erzählte ich diese Episode unter Würgen meinen leicht schmunzelnden Eltern. "Der Markus - *örks* - der hat - *würg* - seine Banane..." Und so weiter!

Seitdem mag ich Bananen - wenn überhaupt - nur, wenn sie noch richtig grün und fast unverzehrbar unreif sind. Und dann sind sie eigentlich gar nicht so übel. Naja, fast.







Da mein Mann manchmal heimlich Bananen einschmuggelt und dann vergisst, sie zu essen, hatte ich mal wieder so ein paar nicht mehr ganz taufrische Exemplare herumliegen.
Schnurstracks eines meiner New-York-Kochbücher geschnappt, darin nach Banana-Bread-Rezepten gesucht und zur Vernichtung des ungeliebten Obstes geschritten.
Fazit: Irgendwie mag ich Bananen doch. Denn wenn man eine solchen Kuchen damit backen kann -  so ein saftiges, schokoladiges, zimtiges Etwas -, dann können sie gar nicht so übel sein!






Zutaten
(für eine Kastenkuchenform, 21 x 9 cm, Höhe 8 cm)





Trockene Zutaten
  • 215 g Mehl (Original: 165 g Mehl und 50 g Buchweizenmehl)
  • 1 1/2 Tl Backpulver
  • 1 Tl gemahlener Zimt
  • 1 Tl Vanilleextrakt





Feuchte Zutaten
  • 65 g Kokosblütenzucker (Original: dunkler Rohrzucker)
  • 5 El Sonnenblumenöl
  • 2 Eier
  • 175 g Crème fraîche




Zusätzlich

  • 165 g Bananen (ungefähr eineinhalb Bananen), mit der Gabel grob zerdrückt
  • 110 g dunkle Schokotropfen (Original: in Stückchen geschnittene Schokolade)




Icing (nicht im Original angegeben)

  • 125 g Puderzucker
  • Milch


  • Butter für die Form







Den Ofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen und die Form gut mit Butter ausfetten.
Die "trockenen" Zutaten vermischen und die Schokotröpfchen hinzufügen. Nun die "feuchten" Zutaten mit dem Rührbesen gut verschlagen und zum Schluss die zerdrückte Banane unterrühren.
"Trockene" und "feuchte" Zutaten nun zusammenbringen, dabei aber nicht zu lange und gründlich rühren, sonst wird das Ergebnis pappig.

Teig in die Form füllen und im Ofen ca. 45 bis 50 Minuten backen. Falls die Oberfläche zu dunkel wird, eventuell abdecken.

Den Puderzucker mit soviel Milch verrühren, bis eine zähflüssige Glasur entstanden ist und den ausgekühlten Kuchen damit bestreichen.

Rezeptquelle: New York, Ricette di culto, Guido Tommasi Editore, 2013






Aus aktuellem Anlass,
meine lieben Leser*innen, 

das Coronavirus/Covid 19 hat Italien mit voller Wucht getroffen. Seit Dienstag wurde die rote Zone auf das ganze Land ausgeweitet. Die Bevölkerung ist aufgerufen, weitestgehend zu Hause zu bleiben, keinen Besuch zu empfangen und weder Verwandte noch Freunde zu besuchen (es sei denn, wenn man einen Angehörigen pflegen muss). 
Man darf natürlich weiterhin wichtige Arzt-Termine wahrnehmen, zur Arbeit gehen und natürlich auch Lebensmittel und andere unentbehrliche Dinge kaufen - mit Einschränkungen. Zu zweit darf man nicht mehr in Supermärkte und muss natürlich Abstand zu anderen Kunden halten. In kleinen Läden werde Kunden einzeln bedient, die anderen müssen vor dem Eingang warten.
Am Mittwochabend wurden die Einschränkungen noch einmal verschärft. Alle Geschäfte außer Lebensmittelläden, Supermärkte, Läden für Tierbedarf, Apotheken und Drogerien bleiben geschlossen. Ebenso Restaurants und Bars. Wir brauchen jetzt eine Art "Passierschein", wenn wir unterwegs sind:






Bei meinem nicht vermeidbaren Einkäufen gestern und heute habe ich überall disziplinierte Menschen gesehen, die sich an diese wichtigen Regeln halten. Trotzdem ist diese Situation natürlich beklemmend und erinnert an dystopische Zukunftsvisionen. Ja, ich komme mir vor wie in einem amerikanischen Katastrophen-Film. Es ist ungewohnt still in einer sonst lauten Stadt, und ab abends zeigt der Blick aus dem Fenster menschenleere Strassen.

Trotzdem finde ich diese Beschränkungen wichtig, um die Verbreitung des Virus in Grenzen zu halten. Es geht nicht in erster Linie und den Schutz der eigenen Person, sondern um den meiner Mitmenschen. Denn auch ich könnte längst infiziert sein und andere und vor allem schwächere und ältere Personen gefährden. 

In diesem Sinne: Bleibt zu Hause, meidet größere Menschenansammlungen und singt beim Händewaschen zweimal "Alle meine Entchen"!

Bleibt gesund! 

#iorestoacasa






Sonntag, 26. Januar 2020

Don't call them Pizzabrötchen: Panini con pomodori secchi e cipollotti



Brot und Brötchen zu backen kann eine richtige Leidenschaft werden - ganz so wie die Herstellung von hausgemachter Pasta. Zur Zeit habe ich immer etwas frische Hefe im Kühlschrank, dazu noch aus Deutschland mitgebrachten fertigen Sauerteig. Letzteren gibt es in Italien nicht zu kaufen. Viele setzen Sauerteig ja selbst an, nur fürchte ich, damit zur Sklavin dieses Teiges zu werden. Er will gehegt und gepflegt werden und bestimmt, wann das nächste Brot gebacken wird.
Gutes Brot - wenn man mich fragen würde, welches Lebensmittel ich am meisten in Italien vermisste, so lautete die Antwort sicherlich: Kräftiges Roggenbrot. Ein Brot, das nicht am Folgetag in seinem Härtegrad den Steinen auf dem Forum Romanum ähnelt.

Damit man mich nicht falsch versteht: es gibt wunderbare regionale Brotsorten in Italien. Persönlich liebe ich frisches Pane di Lariano aus den Albaner Bergen. Dieses herzhafte Brot mit der kräftigen, malzig schmeckenden Kruste bildet die perfekte Basis für Bruschette aller Art. Nur schon am nächsten Tag schwindet die Fluffigkeit im Innern und das Brot wird trocken und geschmacksneutral.





Vergangene Woche habe ich mich wieder einmal an Roggenbrot versucht. Noch immer bin ich weit entfernt von so etwas wie Perfektion (die ich auch nie erreichen werde), aber immerhin war es essbar. Da ich noch Hefe übrig hatte, begab ich mich in meiner Literatur auf die Suche nach pikanten Brötchen.
Die Kombination von getrockneten Tomaten und Frühlingszwiebeln ist für mich perfekt; da fehlen nicht einmal mehr Kräuter, um daraus wahre Geschmacksbömbchen zu fabrizieren. Die deutsche Vorstellung von Pizzabrötchen, von denen man unzählige - deutsche (!) - Rezepte im Internet finden kann, kennt man in Italien so nicht. Panini di pizza - diese Bezeichnung verweist hier allenfalls auf den Teig, der eben derselbe ist wie der für eine Pizza. Die Panini gleichen dann aber nicht den mit Tomaten, Käse, Schinken, Kräutern und anderen Zutaten vollgepackten "Partybrötchen".






Zutaten
(für ca. 20 Brötchen)


Poolish (Vorteig)

  • 100 g Manitoba-Mehl, Typ 0, oder "normales" Mehl, Typ 0, vergleichbar Typ 550 (Deutschland)
  • 50 ml Wasser
  • 2 g frische Hefe


Aus den Zutaten einen Teig kneten und diesen zugedeckt an einem warmen Ort 4 Stunden gehenlassen.






Teig

  • 350 g Mehl (siehe oben) + Mehl für die Verarbeitung
  • 150 g gemahlener Hartweizengrieß (Semola di grano duro rimacinata) + etwas Grieß zum Bestreuen
  • 8 g frische Hefe
  • 250 ml handwarmes Wasser
  • 20 g Olivenöl extra vergine
  • 10 g Honig
  • 12 g Salz
  • 100 g halbgetrocknete Tomaten (getrocknete Tomaten vorher einweichen)
  • 100 g Frühlingszwiebel



Tomaten in ein Sieb geben und abbrausen, Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Die Tomaten fein würfeln.

Mehl und Hartweizengrieß in einer Schüssel mischen. Salz hinzufügen.
Die Hefe im Wasser auflösen und den Honig und das Olivenöl dazugeben; diese Mischung dann zusammen mit dem Vorteig in der Küchenmaschine mehrere Minuten lang zu einem glatten Teig verkneten.
Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und die Tomatenstücke sowie die Frühlingszwiebeln einarbeiten. Eventuell noch etwas Mehl unterkneten.
Den Teig in eine bemehlte Schüssel legen und abgedeckt 2 Stunden lang an einem warmen Ort gehenlassen.

Den Teig nochmal kurz durchkneten und zu Rollen formen. Teigstücke von ca. 50 g abschneiden, zu Brötchen formen und auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen.
Mit etwas Grieß bestreuen und abgedeckt an einem warmen Ort eine weitere Stunde gehenlassen.

Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Brötchen mit etwas Wasser bespritzen und das Blech in den Ofen schieben.
Nach 10 Minuten die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und weitere 20-25 Minuten backen.



Rezeptquelle: Le ricette di Eataly - Pane, Pizze, Focacce,
RCS MediaGroup, Corriere della Sera, Milano 2015








Freitag, 5. Juli 2019

Die südliche Sonne einfangen: Marmellata di limone al rosmarino



Leider kann von einer Zitronenschwemme bei mir nicht die Rede sein. Mein kleines Bäumchen kränkelt, seitdem einige fleißige Ameisen schon im vergangenen Jahr beschlossen hatten, auf den Blättern eine Läusefarm zu betreiben. In einer Gärtnerei sagte man mir, diese Plage kursiere schon seit längerem unter den Zitronenbäumen der Stadt; erst kürzlich bestätigte mir eine Freundin, dass auch ihr Baum davon betroffen war, und zwar so heftig, dass sie ihn nicht mehr retten konnte. Mit einem (angeblich und hoffentlich) unschädlichen Mittelchen geht es nun den Läusen an den Kragen, damit ich zur Weihnachtszeit wieder wenigstens eine Zitrone ernten kann, deren Abrieb dann meine Lebkuchen aromatisiert. Die Zitronen für die Marmelade musste ich nun kaufen, aber auch in gesundem Zustand hätte mir mein Bäumchen kein Kilo Zitronen geschenkt. Aus eigenem "Anbau" dagegen ist der Rosmarin, und da hoffe ich, dass er den glühenden Temperaturen auf der Dachterrasse trotzt!







Diese Marmelade eignet sich nicht nur fürs Sonntagsbrötchen, sondern schmeckt ganz ausgezeichnet auch zu Käsesorten wie den unvergleichlichen Pecorini - zum Beispiel denen aus dem toskanischen Pienza. Da bin ich dann auch dabei: ich liebe Käse mit Honig und Marmelade!







Zubereitung
(für vier Gläser à 250 ml)


  • 1 kg Zitronen, unbehandelt mit möglichst einwandfreier Schale
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 600 g Zucker
  • 1 Prise Salz






Tag 1

Die Zitronen heiß waschen und trockenreiben. Die beiden spitzen Enden jeweils wegschneiden und die Zitronen in dünne Scheiben schneiden. Die Kerne entfernen.
Zitronenscheiben in eine Schüssel geben und vollständig mit kaltem Wasser bedecken.
Die Schüssel mit Folie verschließen und bei Zimmertemperatur 24 Stunden ziehenlassen.


Tag 2

Die Zitronenscheiben in ein Sieb geben. Wasser wegschütten, die Zitronenscheiben wieder in die Schüssel geben und mit frischem kalten Wasser bedecken. Abgedeckt weitere 24 Stunden bei Zimmertemperatur ziehenlassen.






Tag 3

Die Gläser und Deckel 10 Minuten in kochendem Wasser sterilisieren, dann auf ein sauberes Küchenhandtuch setzen.

Nadeln (btw: botanisch gesehen sind das Blätter) vom Rosmarinzweig streifen und diese fein hacken.
Die Zitronenscheiben abgießen und dann in einen Topf geben. Mit kaltem Wasser bedecken und einmal aufkochen lassen. Mit einer Kelle 350 ml vom Kochwasser abnehmen und zur Seite stellen.

Die Zitronenscheiben abgießen und zusammen mit dem fein gehackten Rosmarin, dem Zucker, einer Prise Salz und den 350 ml Zitronenkochwasser in einen Topf geben und aufkochen.
Die Marmelade muss ca. 40 Minuten lang köcheln, dabei ab und an umrühren. Nach dieser Zeit eine Gelierprobe machen und eventuell weitere 10 Minuten auf dem Herd lassen.

Die Marmelade heiß in die vorbereiteten Gläser geben und diese sofort verschließen.

Einen großen Topf mit einem Küchenhandtuch auslegen (damit die Gläser nicht aneinanderschlagen) und die Marmeladengläser daraufsetzen. Mit Wasser auffüllen; das Wasser sollte ein paar Zentimeter über den Gläsern stehen. Zum Kochen bringen und die Gläser ca. 1 Stunde lang sterilisieren. Danach die Gläser aus dem Wasser nehmen und für ein paar Minuten auf den Kopf stellen.

Kühl und dunkel gelagert soll die Marmelade ein Jahr haltbar sein.




Rezeptquelle: Sale&Pepe, Juli 2019





Samstag, 20. April 2019

Versüßt das Osterfrühstück: Focaccia dolce alle mandorle



Was gibt es Schöneres, als das Osterfrühstück mit selbstgebackenem Hefegebäck zu beginnen! Eine italienische Osterspezialität gehört bei uns mittlerweile genauso wie die am Vortag gefärbten Eier dazu, die wir in einem spielerischen Ritual am Ostermorgen aufschlagen: erst mit den spitzen Enden gegeneinander, dann mit den unteren Enden. An solchen Festtagen scheinen wir alle wieder zu Kindern zu werden - und ist es nicht schön, sich sein Leben lang etwas Kindliches zu bewahren?








Ihr Lieben, mit diesem Hefegebäck aus der norditalienischen Region Trentin 
wünsche ich Euch auch in diesem Jahr ein frohes Osterfest und fröhliches Eiersuchen!




Zutaten
(für eine beschichtete Pizzaform von 20 cm Ø)



  • 500 g Mehl (ich: Manitoba-Mehl) + Mehl zum Ausrollen
  • 25 g frische Hefe
  • 200 ml Milch
  • 40 g weiche Butter + Butter für die Form
  • 75 g Zucker + etwas Zucker für den Vorteig
  • 25 g hellen Rohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier
  • 2 handvoll süße geschälte Mandeln


Die Hefe in 100 ml lauwarmer Milch auflösen, etwas Zucker und 125 g Mehl hinzufügen und zu einem kleinen Vorteig verrühren. An einem warmen Ort zugedeckt ca. 1 Stunde lang gehen lassen.

Das restliche gesiebte Mehl in eine Schüssel füllen und in die Mitte den Vorteig, 2 Eier, die weiche Butter in Stückchen, 75 g Zucker, eine Prise Salz und die restlichen 100 ml Milch geben. Zu einem glatten Teig verkneten; am besten mit Hilfe einer Küchenmaschine. Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen Ort 2 Stunden gehen lassen.

Nach dieser Zeit ungefähr 1/4 des Teiges entnehmen, diesen Ausrollen und Motive ausstechen.
Aus dem restlichen Teig eine Kugel formen und diese in die gefettete Pizzaform geben.
Noch einmal eine halbe Stunde gehen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.




Das Ei trennen und das Eiweiß leicht aufschlagen. Die Teigkugel mit einem Teil des Eiweiß' bestreichen und die ausgestochenen Teigmotive darauf verteilen. Diese ebenfalls mit Eiweiß bestreichen und mit den Mandeln verzieren - auf und zwischen den Teigdekorationen.
Das Eigelb mit wenig Wasser verrühren und die Oberfläche damit bestreichen. Hellen Rohrzucker darüberstreuen.

Die Form in den Ofen schieben und ca. 50 Minuten backen.

Rezeptquelle:
Sale&Pepe, April 2019





Mittwoch, 12. Dezember 2018

Fürs herzhafte Weihnachts-Frühstück: Corona con pesto rosso



Plätzchen, Lebkuchen, Stollen, Konfekt - an Süßem mangelt es wahrlich nicht in dieser Jahreszeit!
Nachdem mein "Pflichtgebäck", das ich wirklich heiß und innig liebe, nun sorgsam in Dosen verräumt ist, war nun die "Kür" an der Reihe.
Nur: was sollte es in diesem Jahr werden?
In den vergangenen Jahren habe ich immer noch eine (süße) Weihnachtsspezialität aus Italien im Blog vorgestellt - von Struffoli bis Torrone. Besucht dazu doch mal meinen "Weihnachtsbazar".




Nachdem ich meine Liebe zu Hefeteig entdeckt habe, wollte ich nun aus diesem sinnlichsten aller Teige etwas Weihnachtliches zaubern - und etwas Herzhaftes dazu. Etwas, was perfekt ist für einen vorweihnachtlichen Brunch mit Freunden - oder einfach nur fürs Frühstück zu zweit, wobei es für meinen Mann immer noch etwas Süßes dazu geben muss. Mir langt stets ein starker Kaffee, ein Glas frisch gepresster O-Saft und ein Käsebrot - oder eben ein aus dem Kranz gebrochenes Hefestückchen mit ein wenig pikantem Pesto rosso!

Das Beste an der ganzen Backaktion: Ich habe gleich eine ordentliche Menge an Pesto rosso produziert. So muss man nach den Aktivitäten in der Küche nicht noch lange am Herd stehen. Einfach ein paar Spaghetti kochen und dann mit dem restlichen Pesto vermischen!
Kann man entspannter einen Backtag ausklingen lassen?




Zutaten


Teig

  • 500 g Manitoba-Mehl 0 (ersatzweise Mehl Typ 550), gesiebt + Mehl für die Verarbeitung
  • 15 g frische Hefe
  • 1 Tl Zucker
  • 12 g Salz
  • 1 El sehr fein gewiegte Rosmarinnadeln 
  • 2 El Olivenöl extra vergine
  • 300 ml lauwarmes Wasser



Pesto

  • 1 Glas getrocknete Tomaten in Öl (280 g, Einwaage ca. 160 g)
  • 25 g blanchierte Mandeln
  • 1 El Kapern, in Salz eingelegt
  • 1 Knoblauchzehe



Fertigstellung

  • 1 Eigelb
  • 1 El Milch
  • 1 El Mandelblättchen
  • Rosmarinzweige


Die Hefe mit dem Zucker, einem El von dem Mehl und etwa 100 ml von dem Wasser in einer kleinen Schüssel verrühren und ein paar Minuten zugedeckt an einen warmen Ort stellen, bis sich Blasen bilden.
Das restliche Mehl in eine Schüssel geben, den Vorteig, das Olivenöl, Salz, die zerkleinerten Rosmarinnadeln und das restliche Wasser dazugeben und zu einem Teig verarbeiten. Diesen ungefähr zehn Minuten lang kneten. Die Schüssel abdecken und an einem warmen Ort 2 Stunden gehenlassen.





In der Zwischenzeit für das Pesto die Tomaten abropfen lassen, dabei das Öl auffangen.
In einem Mixer die Tomaten mit der Knoblauchzehe, den gewässerten Kapern und den Mandeln zu einem Pesto zerkleinern. Dabei soviel von dem aufgefangenen Öl dazugeben, bis ein in der Konsistenz nicht zu trockenes Pesto entsteht.

Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und nochmals kurz durchkneten.
Von dem Teig nun 12 Teile zu jeweils ca. 40 g abtrennen und diese zu Kugeln formen.
Diese Kugeln kreisförmig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, dabei ein wenig Abstand zwischen den einzelnen Kugeln lassen.





Den restlichen Teig ebenfalls in 12 Teile trennen und zu Kugeln (ca. 30 g pro Kugel) drehen, dabei einen kleinen länglichen Zipfel formen. Diese zapfenförmigen " Kugeln" so an den inneren Rand plazieren, dass der Zapfen zwischen zwei großen Kugeln liegt.




Jeweils ein Tl Pesto zwischen zwischen zwei große Kugeln geben. Den Kranz mit einem sauberen Küchenhandtuch abdecken und an einem warmen Ort eine halbe Stunde gehenlassen.




Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Eigelb mit der Milch verrühren und den Teig damit bestreichen.
Ein El Mandelblättchen darauf verteilen.
Im Ofen 35 Minuten backen.
Vor dem Servieren mit Rosmarinzweiglein dekorieren.







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