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Dienstag, 29. September 2015

Der feine Schokoladenflan aus dem Piemont: Bônet



Für Claudia, deren wunderbarer Blog, Geschmeidige Köstlichkeiten, ins vierte Jahr startet, habe ich mir zur Feier des Anlasses etwas besonders Feines ausgedacht. Für ihren dritten Bloggeburtstag, zu dem ich von ganzem Herzen gratuliere, bringe ich der lieben Claudia ein herb-süßes Dolce aus dem Piemont mit: einen Bônet.
Ich weiß, liebe Claudia, Du hattest Dir eine römische geschmeidige Köstlichkeit von mir gewünscht, aber mir schwirrte von Anfang an diese Turiner Dessertspezialität zum Bloggeburtstag im Kopf herum. Und das hat seinen Grund!
Wer Dich etwas "verfolgt", in Deinen Blogs oder auch in den sozialen Netzwerken, weiß, dass Du gerne in feinen Cafés und Restaurants unterwegs bist. Ich habe da immer ein Bild vor Augen: eine sehr elegante Claudia, die sich im stilvollem Ambiente wohlfühlt und ein paar Kleinigkeiten genießt. Natürlich lebst Du in einem Land - Österreich -, in dem besonders die Kaffeehauskultur sehr kultiviert wurde und noch wird. 
Was also könnte man dem noch entgegensetzen? Ich behaupte mal: Turiner Kaffeehauskultur!
In der Hauptstadt der Region Piemont erinnern mich die vielen feinen, zum Teil unter Arkaden untergebrachten Cafès an eine Kreuzung aus Wiener Kaffeehaus und Pariser Bistro. Hier gibt es die hübschesten und edelsten Pasticcerie, die ich in Italien gesehen haben. Und Mailand, Rom, Neapel oder auch Palermo haben da schon einiges zu bieten!

Das Caffè Mulassano, in dem die Tramezzini erfunden wurden
Kaffeegenuss mit Zwicker
Caffè Baratti e Milano
Hier wurde das gleichnamige Getränk erfunden: Bicerin

In Turin liebt man vor allem Schokolade - in flüssiger Form, wie bei der Turiner Kaffeespezialität Bicerin, oder auch als kleine Nougat-Pralinen, die Gianduiotti heißen. Und zum Abschluss eines feinen Essens serviert man im Piemont gerne ein wahrhaft geschmeidiges und sehr schokoladiges Dolce: den Bônet.
Es gibt verschiedene Erklärungen für den Ursprung der Bezeichnung Bônet; im übrigen das einzige italienische Wort mit einem Accent Circonflexe, das mir auf Anhieb einfällt. (Eine andere Schreibweise sieht einen Accent Grave auf dem "e" vor). So ungewöhnlich ist diese Nähe zur französischen Sprache im Piemont nicht; immer wieder fällt mir bei Besuchen in dieser Region der fast schon näselnd-französische Akzent des Italienischen auf.
Woher aber kommt nun die Bezeichnung Bônet?
Dazu gibt es mehrere etymologische Erklärungen: In der piemontesischen Sprache bezeichnet man einen runden Hut als Bônet; die kupferne Form, in der man traditionell diesen Flan zubereitete, soll dieser Kopfbedeckung geähnelt haben. Bônet bezeichnete auch den Hut des Kochs.
Eine andere Erklärung sagt, dass der Bônet als Dessert ja als Abschluss eines Menus serviert wurde, wie man auch, bevor man geht, ganz zum Schluss erst den Hut aufsetzt.










Eigentlich ist ein Bônet die sehr schokoladige Version von Crème Caramel - mit einem weiteren, kleinen süßen Geheimnis: den untergeschmuggelten Amarettini-Keksen, die zwar nicht aus dem Piemont, sondern der Lombardei kommen.





Ursprünglich aromatisierte auch nicht Rum, sondern Fernet den Flan. Der Likör wird noch heute oft als Digestif zum Abschluss eines Menus serviert. Ein Tässchen starker Espresso kann als Alternative den Alkohol im Bônet ersetzen.
Der Bônet aus dem Piemont beweist einmal mehr, dass Dolci in Italien mehr als nur Panna Cotta und Tiramisu zu bieten haben.





Zutaten
(für 6-8 Personen)

4 Eier
160 g Zucker
50 g Amarettini di Saronno (Amaretti secchi / Mandelkekse aus Saronno)
90 g dunkles Kakaopulver
1/2 L Milch
40 ml Rum 

Den Backofen auf 170 Grad vorheizen und Wasser auf ein Backblech oder in eine feuerfeste Form füllen und in den Backofen schieben.
Die Amarettini fein zerbröseln (oder mahlen).
Die Hälfte des Zuckers mit einem Esslöffel Wasser in einen Topf geben und den Zucker karamellisieren lassen. Wenn er eine hellbraun Farbe annimmt, den flüssigen Karamell in eine ofenfeste Puddingform gießen und diese etwas schwenken, so dass auch die Seiten mit einer Karamell-Schicht bedeckt werden.
Der Karamell wird dann ziemlich schnell fest. Form zur Seite stellen.
Die Eier mit dem restlichen Zucker hellschaumig aufschlagen, die gemahlenen Amarettini sowie das Kakaopulver, den Rum und die leicht angewärmte Milch unterrühren.
Die nun sehr flüssige Masse in die mit Karamell ausgekleidete Form füllen und diese mit Alufolie verschließen.
Die Form in das Wasserbad stellen, dabei darauf achten, dass kein Wasser eindringt, und im Ofen ca. 1 Stunde garen. Das Wasserbad sollte aber nicht sichtbar kochen.
Danach unbedingt die Stäbchenprobe machen; wenn noch sehr viel nasse Crème am Stäbchen hängt, für weitere Minuten in den Ofen geben.
Danach die Form aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
Für mindestens 3 Stunden, besser noch über Nacht im Kühlschrank aufbewahren.
Vor dem Stürzen die Form kurz in heißes Wasser tauchen.
Den Bônet mit Amarettini oder auch Amarettini-Brösel verzieren.




                                     


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 6. Juli 2014

Da zischt der Sommer im Glas: Frozen Melon Daiquiri



27 Grad oder mehr  - oh ja, sehr viel mehr...
Aber von vorn: Simone von der S-Küche möchte erfrischt werden und sucht Sommerrezepte für die richtig heißen Tage! Ein wunderbares Thema, das mich gleich angesprochen hat, auch wenn es erst heute dazu einen Beitrag von mir gibt. Ich war nämlich wieder mal im "kalten Norden" unterwegs, und da war auch das Wetter eher durchwachsen. Übrigens feiert Zorra vom Kochtopf, bei dem Simone den Event ausrichtet, ein gar nicht kleines Jubiläum. Es ist der hundertste Event! Dafür erst einmal: Herzlichen Glückwunsch, liebe Zorra!
Für heiße Tage, ja heiße Wochen, nein, was sage ich: heiße Monate bin ich mitlterweile Spezialistin!
In der Vergangenheit habe ich immer behauptet, Hitze mache mir nichts aus. Das stimmt bis zu einem - buchstäblich - gewissen Grad. Ich muss dagegen  immer etwas schmunzeln, wenn sich in Europas gemäßigten Klimazonen viele nach drei Tage um die dreißig Grad schon über die "unerträgliche" Hitze beschweren. Ja, viele stellen nach dieser kurzen Zeit schon das Kochen ein, weil das ja unzumutbar sei. Also, dann gäbe es ja monatelang nur kalte Küche bei uns!
Regnet es andererseits nach wenigen warmen Tagen dann wieder nördlich der Alpen und ich berichte über Sonnenschein, dann sind wir es mit den ach so beneidenswerten Temperaturen.
Aber ich gebe zu: nach wochenlangen Hitzeperioden bin auch ich ausgelaugt, und das merke ich oft auch gerade gegen Ende des Sommers. Im vergangenen September hatte ich auf einmal täglich mit dem Kreislauf zu kämpfen, denn der Körper scheint diese enorme Anstrengungen, den Temperaturen zu widerstehen, irgendwie zu speichern. Wie sehr die gnadenlose Sonne an den heißen Tagen auch auf die Stimmung schlagen kann - oh ja, das kann sie! - davon berichte ich erst gar nicht.
Nein, Petrus kann es niemanden Recht machen, aber wir können heiße Tage mit wunderbaren Erfrischungen angenehmer gestalten.
Mich hat gleich das Banner von Simone angesprochen, auf dem eine Limettenscheibe abgebildet ist. Und für mich war gleich klar: Was immer ich auch für diesen Event beisteuere, etwas mit Zitrusfrüchten muss es sein! Etwas, was richtig erfrischt! Und da zu einem italienischen Sommer auch Wassermelonen gehören, spielen diese in dem Cocktail die Hauptrolle.
Hier sind es gerade mehr als 27 Grad. Gefühlte sehr viel mehr...



Zutaten

1 Kg Wassermelonenfleisch in grobe Würfel geschnitten
200 g Wassermelonenfleisch in kleinen Kugeln (dazu benötigt man einen Kugelausstecher)
50 ml Limettensaft, frisch gepresst*
200 ml Orangensaft, frisch gepresst
50 ml Orangenlikör (z.B. Cointreau)
150 ml weißer Rum (z.B. Havana Club)
2-3 El Zuckersirup**
Zucker und Limettensaft für den Gläserrand

Das in grobe Würfel geschnittene Wassermelonenfleisch sowie die mit dem Kugelausstecher gewonnenen Melonenkugeln getrennt einfrieren. Ich friere auch die Kugeln ein; sie halten das Getränk länger kühl und können später aus dem Glas gefischt und genascht werden.
Das leicht angetauten Wassermelonenwürfel in einen Standmixer geben. Zitrusfrüchte auspressen und den Saft sowie die Orangenlikör, den Rum und den Zuckersirup ebenfalls in den Mixer geben. Mit der "Crushed Ice"-Funktion des Mixers die Zutaten verarbeiten.
Glasränder mit Limettensaft benetzen und dann in einen flachen Teller mit Zucker tauchen.
Frozen Melon Cocktail auf die Gläser verteilen und die gefrorenen Melonenkugeln hinzufügen.





*Limetten auspressen ist mühsam, und nach meiner Erfahrung geben sie nur wenig Saft mit der herkömmlichen Methode her. Ich viertele die Limetten der Länge nach und presse die Viertel mit der Hand aus.
**Zuckersirup selbst herstellen: Dafür 125 g weißen Zucker mit 125 ml Wasser aufkochen, 15 Minuten köcheln lassen. Dann in eine kleine, heiß ausgespülte Flasche füllen, auskühlen lassen und gut verschließen. Die Sirup hält sich nach Anbruch ca. 6 Wochen im Kühlschrank. (Quelle: Rezepte-Wiki)


Blog-Event C - Zisch! Erfrisch mich! (Einsendeschluss 15. Juli 2014)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 17. Januar 2014

Alpenländisches Comfort Food: Kaiserschmarrn mit beschwipsten Apfelringen



Seine bayerischen Wurzeln kann mein Mann doch nicht ganz verbergen. Ab und an braucht er eine Mehlspeise! Meist gibt es dann bei uns einen Kaiserschmarrn.
Da ich nicht so eine Süße bin, nasche ich immer nur wenig davon, und meistens folgt eine Stunde nach dem Abendessen mein obligatorischer Gang zum Kühlschrank auf der Suche nach etwas Deftig-Salzigem. Und wenn es ein Stück Parmigiano ist, welches dann daran glauben muss!
Not macht erfinderisch, und da ich keine Preiselbeeren zu Hause hatte, die wir gerne zum Kaiserschmarrn essen - und die gibt es in Rom leider auch nicht überall zu kaufen -, dachte ich an einen Apfelkompott als süß-säuerliche Begleitung. Aber mit nur zwei Äpfeln?
So machte ich aus der Not eine Tugend, schnitt die Äpfel in Ringe, karamellisierte sie in Butter und Zucker und löschte sie mit Rum ab.



Zutaten (für 2 Personen)


  • 1 El Rosinen
  • etwas brauner Rum
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 60 ml Milch
  • 60 g Mehl
  • 25 g Zucker + 1 El Zucker 
  • 1/2 El saure Sahne oder Crème fraîche
  • 1 El Mandelblättchen
  • 1 El Butter (oder Butterschmalz)
  • Puderzucker 


Ein paar Stunden vor der Zubereitung die Rosinen mit etwas braunem Rum bedecken.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Den Stiel einer feuerfesten beschichteten Pfanne mit Alufolie umwickeln.
Die Eier trennen und die Eiweiße mit einer Prise Salz steifschlagen und bis zur weitern Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.
Die Eigelbe mit der Milch verquirlen, Zucker und saure Sahne sowie das gesiebte Mehl unterrühren.
Vorsichtig den Eischnee unterheben.
Butter in einer Pfanne erhitzen und den Teig einfüllen. Abgetropfte Rosinen und Mandelblättchen daraufstreuen und den Teig anbacken, ohne dass die Unterseite zu dunkel wird (dafür mit einer Pfannenwender den Teig leicht anheben und kontrollieren).
Dann die Pfanne in den Ofen geben und den Schmarrn ca. 10 Minuten backen.
Die Pfanne aus dem Ofen nehmen, den Schmarrn grob zerreissen,  mit einem El Zucker bestreuen und die Teile in der noch heißen Pfanne wenden.
Puderzucker über den Schmarrn sieben und servieren.






  • 2 Äpfel
  • 1 El Butter
  • 1-2 El Zucker
  • 2-3 El brauner Rum
  • 1 El getr. Cranberries


Die Äpfel schälen und mit einem Kernausstecher entkernen. In Scheiben schneiden. In einer Pfanne den Zucker mit der Butter leicht karamellisieren. Die Apfelscheiben in die Pfanne geben und leicht anbraten. Mit dem Rum ablöschen und die Cranberries hinzufügen.





Rezeptquelle: Kaiserschmarrn frei nach einem Rezept aus: Der große Lafer und die Kunst der einfachen Küche, Gräfe und Unzer, München 2010







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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 2. Januar 2013

Die Augen schliessen, geniessen und von der Karibik träumen - Piña-Colada-Crème



Was tut man, wenn es draußen so trüb ist wie heute und der Sommer noch so fern? Genau! Siehe Überschrift!
Von unserem Silvercocktail dümpelte noch ein wenig Kokosnusscrème im Kühlschrank vor sich hin, und eine Ananas schiebe ich seit vorgestern auf der Arbeitsfläche in der Küche von einer in die andere Ecke. Natürlich könnte ich mir jetzt spontan eine Piña Colada  mixen, aber dann fiel mir ein Dessert ein - eine Piña-Colada-Crème -, das ich in jenem schmalen Dessertbüchlein gelesen hatte, dem ich schon diese herrlich saure Zitronen-Honig-Ingwer-Crème entnommen hatte.




Eigentlich ist es eher ein Nachtisch für den Sommer, aber ich will es da heute mal nicht so genau nehmen. Gestern hatte ich ja im Blog ein typisches italienisches Winterdessert vorgestellt, heute schweife ich dann mal in die Ferne und die Wärme!




Zutaten (für 4 Personen)
  • 150 g frische Ananas
  • 200 ml Milch
  • 200 ml Kokosnusscrème
  • 3 El Kokosraspel
  • 2 El weißer Rum
  • 2 Eigelb
  • 30 g Zucker
  • 20 g Speisestärke
  • etwas (farbiger) Zucker und Zitronensaft zum Dekorieren der Gläser

Das Ananasfleisch in einem Mixer mit dem Rum (für Kinder den Rum einfach weglassen und durch etwas Ananasaft ersetzen) pürieren.
Milch, Kokosnusscrème, Kokosraspel und Speisestärke in einen Topf geben und alles einmal aufkochen lassen.
Die Eigelbe mit dem Zucker weißschaumig aufschlagen. Dann die Milchmischung dazu gießen und umrühren. Alles wieder in den Topf umfüllen und unter Rühren mit einen Handrührgerät 3 Minuten bei kleiner Hitze köcheln.
Den Rand von vier Gläser mit etwas Zitronensaft befeuchten und diesen im Zucker drehen. Dann die Crème auf die Gläser verteilen und  für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane
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