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Samstag, 11. Dezember 2021

Zur Weihnachtszeit von Capri träumen - mit Caprilù



Spätestens wenn ich mich bei einem meiner unzähligen Besuche auf Capri der Gelateria Buonocore näherte, wusste ich: Jetzt bin ich wieder richtig auf der Insel angekommen! Es war der unverwechselbare vanillige Duft aus diesem kleinen Laden, der für mich mit diesem Traumziel verbunden bleibt. Die legendäre Pasticceria ist einfach zu finden: Immer der Nase nach! Wenn man sich von der Piazzetta kommend in Richtung des Luxushotels Quisisana vorarbeitet, in dieser engen, abschüssigen Gasse zwischen all den Koffer hinter sich herziehenden Touristen und elektrischen Gepäckwägelchen, lassen die Aromen der frisch gebackenen Eiswaffeln und der feinen Pasticcini vor dem Laden innehalten. Stets bildet sich dort in dem ganzen Trubel eine Menschenmenge, die die Auslagen bewundert, wo aufgetürmt auf großen Servierplatten die feinen Biscotti und Pasticcini präsentiert werden. Darunter die Spezialität der Gelateria: die berühmten Caprilù!





Caprilù gehören nicht zum klassischen Weihnachtsgebäck Italiens, sondern sind eine Spezialität der Insel, die keine Saison kennt. Sie schmecken unter der heißen Sonne Süditaliens in Urlaubsstimmung genauso gut wie bei Schmuddelwetter und Vorweihnachtsstress. Ja, ich würde sogar behaupten, dass sie beides vergessen lassen. 



Das Originalrezept soll angeblich nie verraten worden sein; es bleibt geheim, auch wenn unzählige Rezepte kursieren. Aber ein Bissen offenbart sogleich die Hauptzutat neben den Mandeln: Zitronen - wie könnte es auch anders sein in einer Gegend, in der die Zitrone geradezu symbolhaft ist. Saft, Abrieb und Limoncello verleihen den Biscotti erst ihr typisches Aroma. Das unterscheidet diese Plätzchen von einem anderen Weihnachtsgebäck auf der Basis von Mandeln, den Ricciarelli. Im Gegensatz zu dieser Weihnachtsspezialität aus Siena kommen die Caprilù allerdings ohne Mehl aus, so dass auch an Zöliakie leidende Süßschnäbel nicht ganz auf Plätzchen verzichten müssen. Dazu sollte aber dann auch glutenfreies Backpulver verwendet werden - oder man lässt es wie bei einigen Rezepten ganz weg. 

Und jetzt macht es Euch gemütlich, greift zu und träumt von Capri!




Zutaten und Zubereitung
(für ein Backblech)


  • 250 g geschälte Mandeln
  • 150 g Zucker
  • 5 g Backpulver
  • 3 El Limoncello, möglichst selbstgemacht
  • ca. 30 g Eiweiß (1 Eiweiß)
  • Abrieb einer unbehandelten Zitronen
  • Saft einer halben Zitrone
  • Zucker und Puderzucker zum Wälzen


Den Backofen auf 170 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Die Mandeln portionsweise jeweils mit etwas Zucker fein mahlen.

Die Mandelzuckermischung mit dem Backpulver, Zitronensaft, Abrieb, Limoncello und Eiweiß verkneten. Sollte der Teig noch zu klebrig sein, noch zusätzlich mit Zucker gemahlene Mandeln einarbeiten. 

Aus der Masse kleine Kugeln rollen und diese etwas länglich formen (wie kleine Brote). 
Die Teilchen erst in Zucker und dann in Puderzucker wälzen und auf das Backblech setzten.

Im Ofen ca. 15-20 Minuten backen.



⚜



Gourmettipp: 
Gelateria Buonocore
Via Vittorio Emanuele, 35
Capri









Donnerstag, 23. Juli 2020

Blondinen - vorerst - bevorzugt: Blondies mit Pecannüssen und weißer Schokolade



Gehaltvolle Blondies oder doch lieber saftige Brownies? Dieses Mal hieß es: Blondinen bevorzugt!
Ich habe ja schon längerem eine Schwäche für typisch amerikanisches Gebäck. Egal ob Cheesecake, Key Lime Pie oder einfache Cookies - ich mag all die süßen Sachen, die jenseits des großen Teichs für Hüftgold sorgen. Und das sage ich! Ihr kennt ja meine Vorlieben - das legendäre und immer wieder zitierte Salami-Brötchen...





Das Rezept für Blondies soll übrigens noch vor den heute bekannteren (und beliebteren?) Brownies Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt worden sein. Während man bei Brownies die fast "sitzengebliebene" feuchte Konsistenz schätzt, glänzen Blondies oft mit üppigem Innenleben, das mit Nüssen und/oder Schokotröpfchen aufgepeppt wird. Oft müssen sie dann noch, in Dessertgläsern geschichtet, Karamellsaucen über sich ergehen lassen; das wäre mir dann aber doch zu "amerikanisch-üppig". Ich liebe sie pur und aus der Hand. Demnächst will ich Brownies backen - oder doch lieber die marmorierten Cheesecake-Brownies? Immer wieder stolpere ich über die verlockendsten Rezepte, durch die ich mich endlich "durcharbeiten" muss. Mal sehen, ob es dann immer noch heißt: Blondinen bevorzugt!






Zutaten und Zubereitung
(für 16 Stück)



Trockene Zutaten

  • 300 g Mehl, Typ 550 (Tipo 0)
  • 2 Tl Backpulver
  • 1/2 Tl Salz
  • 75 g weiße Schokoladentropfen (oder fein gehackte weiße Schokolade)
  • 100 g Pecannüsse, grob gehackt




Weitere Zutaten

  • 150 g Butter (+ etwas Butter für die Form oder den Backrahmen)
  • 80 ml Sonnenblumenöl
  • 2 Eier
  • 300 g brauner Rohrzucker
  • 1 Tl Vanilleextrakt



Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze vorheizen).
Ein Backblech mit Backpapier auslegen und einen quadratischen Backrahmen (verstellbar) von 24 cm x 24 cm aufsetzen. Den Rahmen mit Butter einfetten. Alternativ eine entsprechend große quadratische Tortenform ausfetten.

Die Butter schmelzen. Eier mit dem Sonnenblumenöl, dem Zucker, dem Vanilleextrakt und der zerlassenen Butter ein paar Minuten lang aufschlagen. Die trockenen Zutaten miteinander vermischen und darunterrühren.

Die Masse in die Form füllen, dabei die Oberfläche mit angefeuchteten Händen glatt drücken.
Für 30 Minuten in den Ofen schieben.
Auskühlen lassen und in Quadrate schneiden.

☆☆☆

Quelle: New York, Le ricette di culto, Guido Tommasi Editore, 2013








Dienstag, 10. Dezember 2019

Frankfurts süße Legenden: Bethmännchen




In meiner Kindheit war der vorweihnachtliche Einkauf selbst schon fast ein Fest! Alle Zutaten für die Weihnachtsbäckerei kaufte meine Mutter in einem Frankfurter Traditionsgeschäft für exotische Gewürze und Teesorten, das sich noch immer unweit des Römerbergs befindet;  an dieser Stelle hatte ich darüber schon einmal berichtet. Der Duft in diesem kleinen und mit allerlei Krimkrams vollgestopften Laden roch einfach unvergleichlich gut für meine noch junge Nase und stimmte auf die Weihnachtssaison ein. Jedes Jahr landete Marzipanrohmasse im Einkaufstäschchen, die meine Mutter dann zu Bethmännchen verarbeitete. Ich saß dabei am Küchentisch und rollte aus Marzipanresten kleine Marzipankartoffeln, die ich in Kakaopulver wälzte; all das gehört zu meinen frühesten kulinarischen Aktivitäten.





Auch Rom hat sein "Spezialgeschäft", in dem ich Gewürze und auch Backzutaten kaufe. Viele Zutaten finde ich nur dort; entweder im Stammsitz oder in den kleinen Filialen, deren Platz und Angebot aber nur begrenzt ist. Rosenwasser wurde gesucht, denn dieses erst verleiht der Frankfurter Spezialität ihren unverkennbaren Geschmack. Auch die Marzipanrohmasse, Bestandteil vieler, vor allem sizilianischer Süßigkeiten findet man nicht überall in den gewöhnlichen Supermärkten der Stadt. Deswegen lohnte sich mal wieder der etwas längere Fußmarsch - über den Tiber, am Vatikan vorbei - in den Stadtteil Prati. Wie viele Kilometer ich oft zu Fuß laufe, um bestimmte Zutaten zu bekommen, kann sich kaum einer vorstellen! Aber bei dem ganzen Süßkram in der Weihnachtszeit kann man dann auch ohne schlechtes Gewissen schlemmen. Ich laufe die Kalorien fast täglich auf den Strassen Roms ab.

Zu meiner Schande - als echtes Kind Frankfurts - habe ich selbst noch niemals Bethmännchen hergestellt. Dabei ist dieses rosenparfümierte Marzipankonfekt neben dem Frankfurter Kranz die wohl bekannteste und beliebteste Spezialität der lokalen Pâtisserie. Das ganz Jahr über kann man sie kaufen, für mich aber gehören sie in die Weihnachtszeit. 

Sind es betende Hände, an die die Mandeln erinnern sollen, nach denen die Marzipanteilchen benannt sind, oder geht die Bezeichnung doch eher auf die Frankfurter Bankiersfamilie Bethmann zurück? Ein französischer Pâtissier, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Familie Bethmann gearbeitet hatte, soll diese Leckerei kreiert haben - mit jeweils vier (halben) Mandeln verziert, die für die vier Söhne der Familie standen. Als einer der Söhne verstarb - Simon Moritz -, wurde das Konfekt fortan nur noch mit drei Mandeln besetzt. Auch diese Legende ist aber umstritten. 







Zutaten
(für ca. 30 Stück)
  • 250 g Marzipanrohmasse
  • 65 g gemahlene Mandeln
  • 50 g Puderzucker
  • 40 g Mehl
  • 1-2 Tl Rosenwasser
  • 1 Eigelb
  • blanchierte Mandeln, möglichst halbiert

Alle Zutaten miteinander verkneten, aus der Masse zwei Rollen formen und diese in gleichmäßige Stücke schneiden und zu Kugeln rollen. Jeweils drei halbierte - bei mir ganze - Mandeln an die Seiten drücken.
Den Backofen auf 150 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Zum Bestreichen

  • 1 Eiweiß
  • 1 El Puderzucker
  • etwas Rosenwasser

Die Bethmännchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Das Eiweiß leicht mit einer Gabel aufschlagen und dabei den Puderzucker zugeben. Mit etwas Rosenwasser aromatisieren. Die Bethmännchen mit diesem Guss bestreichen und für ca. 20 Minuten in den Ofen geben.






Sonntag, 25. März 2018

Bunte Ausstechplätzchen für das Osternest


Noch eine Woche bis zu Ostern, und wie Weihnachten hat dieses Fest auch eine kulinarische Seite. Endspurt also: "Was koche ich am Ostersonntag, was backe ich für das Osterfrühstück, wann färbe ich die Eier - und wo gibt es weiße zu kaufen?" Letztere Überlegung ist gerade in Italien immer mit intensiver Sucherei verbunden.

Während in der Vorweihnachtszeit bei mir der Backofen glüht, weil er immer wieder mit Plätzchen gefüttert wird, gibt es zu Ostern bei uns meist nur eine Sorte Ostergebäck. In den vergangenen Jahren habe ich gezeigt, was man in Italien zu diesem Fest gerne auf der Ostertafel findet. Am Ende dieses Posts gibt es die Links dazu.

Nachdem ich neue Ausstechformen erspäht (und natürlich gleich gekauft) hatte, war für dieses Jahr die Entscheidung gefallen. Warum nicht auch mal Ausstecherle für das Osternest backen?
Damit Ihr noch rechtzeitig diese hübschen Plätzchen aus Mandelmürbeteig nachmachen könnt, hier nun das Rezept.





Zutaten
(für ca. 2 Bleche)

  • 300 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
  • 100 g blanchierte Mandeln
  • 100 g Vanillezucker (selbstgemacht, alternativ Zucker und das Mark einer Vanillestange)
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eigelb
  • 200 g kalte Butter
  • 400 g Puderzucker (mindestens)
  • Milch
  • Speisefarbe
  • Zuckerperlen und - herzchen in verschiedenen Farben


Die Mandeln frisch mahlen. Aus dem gesiebten Mahl, den Mandeln, dem Vanillezucker, einer Prise Salz, den beiden Eigelben und der Butter einen Mürbeteig kneten. In Folie gewickelt den Teig mindestens zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Backofen auf 175 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und die Backbleche mit Backpapier auslegen.




Den Teig portionsweise nicht allzu dünn ausrollen und Motive ausstechen; bei mir waren es Eier, Schmetterlinge und Schleifchen. (Die Verzierungen, die durch die Form aufgedrückt wurde - bei den Eier-Ausstechern - war leider nach dem Backen kaum noch erkennbar, darüber hinaus für die spätereVerzierung auch überflüssig.)
Die Plätzchen ca. 9 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Danach auskühlen lassen.

Puderzucker mit der Milch zu einem dickflüssigen (!) Guss verrühren; einen Teil davon abnehmen und nach Belieben mit Speisefarbe verrühren.
Die Plätzchen mit dem Zuckerguss bestreichen. Mit Perlen oder kleine Zuckerherzchen bestreuen. Dafür sollte der Guss nicht mehr zu feucht sein, da sich sonst die Perlen etwas auflösen, aber auch noch nicht zu fest, da sonst die Verzierungen nicht halten.




Weitere Osterrezepte gibt es hier:

Il Casatiello napoletano (Neapel)
Corona Pasquale (Südtirol)
Pistazien-Schokoladen-Cupcakes
Colomba Pasquale (Lombardei)
La Pastiera Napoletana (Neapel)

... und zum Schmunzeln

Torta Pasqualina (Ligurien)




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 3. Dezember 2017

Der Plombenzieher aus der Lombardei: Torrone morbido



Für die Weihnachtszeit stelle ich Euch heute wieder eine Leckerei vor, die es in Italien natürlich überall fertig zu kaufen gibt. Deswegen gestaltete sich die Suche nach geeigneten Oblaten, die man für den Torrone braucht, wieder etwas schwieriger. Mein Mann meinte daraufhin, er hätte keine Scheu, in einem der vielen "frommen" Läden, die vom Bettjäckchen für Nonnen bis hin zu Messartikel und Bedarf für Geistliche alles im Angebot haben, nach ein paar "Ostie" in der gewünschten Größe zu fragen. Nun habe ich stets runde, aus Deutschland mitgebrachte Backoblaten im Haus, für den Torrone braucht man aber möglichst rechteckige Blätter. Ich konnte meinem Mann den Gang in die Via dei Cestari in der Nähe des Pantheons und der Kirche Santa Maria Sopra Minerva mit ihren vielen einschlägigen Geschäften dann doch noch ersparen; Castroni war wieder einmal meine Rettung. Dort habe ich die Oblaten endlich gefunden.




Wer hat's erfunden?

Die Stadt Cremona in der Lombardei rühmt sich, den Torrone in seiner heutigen Form einst erfunden zu haben. Angeblich soll ein Koch, der bei Hof arbeitete, im Jahr 1441 anlässlich der Hochzeit zwischen Bianca Maria Visconti und Francesco Sforza diese Süßigkeit aus Honig und Mandeln kreiert haben. Dabei stand der Kirchturm der Kathedrale von Cremona, der Torrazzo, Modell.
Aber wie es so oft ist, die wahren Ursprünge des Torrone liegen im Dunkeln und sind wahrscheinlich sehr viel älter. So soll es schon im antiken Rom ein Gebäck, bestehend aus Honig, Mandeln und Eiweiß, bekannt gewesen sein. Die Bezeichnung geht in diesem Zusammenhang zurück auf die Ausdruck "torrere", der für das italienische "tostare" - rösten - steht.Mandeln oder auch Nüsse werden ja vorher im Ofen leicht geröstet. Auch arabische und nordafrikanische Wurzeln sagt man dieser Süßigkeit nach. Türkischer Honig oder auch Halva sind ebenfalls enge Verwandte, und dann gibt es auch noch das spanische "Turrón".
Typisch für den Torrone ist allerdings die äußere Schicht aus Oblaten, die oft bei den anderen, hier aufgeführten Versionen fehlt.




Traditionell ist der Torrone mit Mandeln und Haselnüssen angereichert; beide Zutaten sollten ungeschält verwendet und im Ofen leicht angeröstet werden. Ich habe mir den Torrone etwas farbiger gewünscht; neben den Mandeln tummeln sich Cranberries und die guten sizilianischen Pistazien in der Masse.
Die Zubereitung ist einfach, aber es muss sehr präzise und auch, in den letzten Arbeitsschritten, rasch gearbeitet werden. Wer keine Küchenmaschine besitzt, die das Eiweiß bei der Verarbeitung unaufhörlich weiter aufschlägt, braucht auf jeden Fall ein paar zusätzliche Hände. Dieses Mal habe ich meinen Mann eingespannt, der, etwas unsicher und ständig fragend, ob er alles richtig mache und wie der nächste Schritt aussehe,  an der Rührschüssel sein Bestes gab.

Der Torrone ist natürlich eine wahnsinnig süße Leckerei;
 also - danach brav Zähneputzen nicht vergessen!




Zutaten



  • 1 Eiweiß
  • 150 g geschälte Mandeln
  • 100 g ungesalzene Pistazien
  • 50 g getrocknete Cranberries
  • 200 g Akazienhonig
  • 210 g Zucker
  • 1 Vanillestange
  • 50 ml Wasser



  • Backoblaten, möglichst rechteckig oder quadratisch
  • Backpapier
  • flache Form in den Maßen 26 cm x 19 cm
  • Zuckerthermometer
  • Küchenmaschine - oder ein paar helfende Hände



Die Form mit Backpapier auslegen und darauf eine Lage Oblaten, passend zurechtgeschnitten.
Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und Mandeln sowie Pistazien auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech leicht anrösten; sie dürfen kaum Farbe annehmen. Den Backofen danach ausschalten, öffnen und Mandeln und Pistazien darin aufbewahren.
Honig in einen kleinen Topf geben und erhitzen.
200 g Zucker mit dem Wasser in einem zweiten Topf verflüssigen lassen.
Das Eiweiß mit dem restlichen Zucker (10 g) sehr steif schlagen und dann immer weiterschlagen.
Zunächst den Honig auf eine Temperatur von ca. 145 ºC bringen. Dann den flüssigen heißen Honig unter die Eiweißmasse rühren, immer weiterschlagen (das macht die Küchenmaschine oder die zweite Person). Den Zucker bis auf ca. 150 ºC erhitzen und ebenfalls unter die Honig-Eiweißmasse rühren; die Masse muss nun dick und cremig werden.




Vanillestange aufschlitzen, Mark herauskratzen und unter die Masse rühren.
Zum Schluss Mandeln, Pistazien und Cranberries mit einen Holzlöffel unterrühren; dabei solltet Ihr Euch wieder helfen lassen. Die Masse ist nun extrem zäh, gut, wenn einer die Schüssel festhält.
Auf die Oblaten streichen und mit angefeuchteten Fingern die Oberfläche glätten.
Oberfläche mit eine Lage Oblaten bedecken und diese gut andrücken.
Torrone vollständig abkühlen lassen, dann mit einem sehr scharfen Messer (oder einem elektrischen Messer) in Streifen oder Stücke schneiden.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 6. August 2017

Versüßt den Road Trip: Chewy White Chocolate Macadamia Cookies



Als hätte ich es geahnt: Mein Mann musste aus familiären Gründen an diesem Wochenende nach Deutschland aufbrechen. Am wahrscheinlich heißesten Wochenende des Jahres, an dem ich gerne ans Meer oder in die Berge geflüchtet wäre. So verkrümele mich zu Hause; unmöglich, für längere Zeit vor die Tür zu gehen. Apropos "verkrümeln". Die Macadamia-Nüsse mussten weg, länger hätten sie in der heißen Küche nicht mehr durchgehalten. So wurde ich schon vor ein paar Tagen zum "Krümelmonster" und buk "Road-Trip-Cookies". Warum die so heißen? Da muss ich etwas ausholen.
Wenn man lange Strecken zum gefühlt tausendsten Male fährt, entwickelt man skurrile Verhaltensweisen. Selbst der schäbigste Autogrill (italienische Raststätten) wird da zum Schlaraffenland (über das deutsche Pendant decken wir lieber gleich den Mantel des Schweigens, aber am Ende dieses Postings findet Ihr für die nächste Italienreise die Koordinaten für DEN Autogrill, wo sich ein Stopp wirklich lohnt.*). Nach Caffè und Spremuta (frisch gepresster Saft) und dem Aufsuchen von gewissen Örtlichkeiten für kleine Königstiger(innen) folgt der Gang durch die ungesunde Abteilung. Plätzchen, Chips, kleine Mini-Salami und Schokolade - all die "Leckereien", die, mit Ausnahme von Schokolade für Desserts oder Kuchen, nie im Einkaufskörbchen landen, feiern bei diesen Gelegenheiten "fröhliche Urständ". Ich sage nur: Gummibärchen! Möglichst die saure Sorte mit ganz viel Zucker...
In den Beifahrer-Phasen stopfe ich dann aus Frust schon einmal so etwas in mich hinein. Ich glaube, das kommt durch die elende Ödnis der langen, oft nächtlichen Autofahrten, an deren Ende selten fröhliche Urlaubstage winken.




Seit einiger Zeit bereichern amerikanische Cookies in verschiedenen Geschmacksrichtungen das Angebot in den Raststätten. Mein Favorit: Macadamia und weiße Schokolade.
Die mussten einfach nachgebacken werden! Ein Tütchen davon habe ich nun meinem Mann neben Wasser, Trinkjoghurt und Pülverchen zum Auffüllen der durch die Hitze verloren gegangenen  Magnesium- und Kalium-Speicher mitgegeben. Zu meiner Ehrenrettung darf ich sagen: Ich bereite für lange Reisen gerne kleine Lunchboxen vor: mit Gurken, Tomaten, hartgekochten Eiern und belegten Broten. Oft kommen noch Äpfel hinzu; lauter gesunde Sachen! Immer öfters fahren wir auch, wunderbar beraten durch unseren "Slow-Food-Führer", von der Autobahn ab und suchen uns eine nette kleine Trattoria.  Aber zwischendurch heißt es:
"Cookies, cookies!"



Zutaten
(Für ca. 22 Stück)


  • 250 g Butter
  • 280 g Mehl, gesiebt
  • 1 P. Backnatron
  • 100 g brauner Zucker
  • 130 g weißer Zucker
  • 1/2 Tl Salz
  • 1 Tl Vanillearoma
  • 2 Eier
  • 140 g Macadamia-Nüsse
  • 100 g weiße Schokotropfen (ersatzweise weiße Schokolade, grob gehackt)


Den Backofen auf 190 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze) und Backbleche mit Backpapier auslegen.
Die Macadamia-Nüsse grob hacken.
Die weiche Butter mit dem Zucker und dem Salz zu einer geschmeidigen Crème rühren. Das Vanillearoma hinzufügen und die Eier einzeln einarbeiten. Ein wenig Mehl abnehmen und mit dem Natron mischen.
Das Mehl nach und nach unter den Teig rühren, zum Schluss die Mehl-Natron-Mischung unterrühren.
Unter den Teig die gehackten Macadamia-Nüsse sowie die Schokoladentropfen heben.
In großen! Abständen Teig-Häufchen auf das Backpapier setzen; ich benutze dazu einen Eisportionierer. Beim Backen läuft der Teig flach auseinander.
Die Cookies ungefähr zehn Minuten backen. Danach auf dem Blech unbedingt etwas abkühlen lassen; sie sind sehr weich. Zum vollständigen Erkalten auf ein Kuchengitter legen.
Wie lange sich die Cookies frisch halten? Keine Ahnung, die werden sich nicht lange "halten"...


*Autostrada A1 Mailand-Bologna, Richtung Bologna, Autogrill "Secchia Ovest", ca. 10 Kilometer  von Modena entfernt.
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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 12. Februar 2016

Lovely Shortbread Hearts with Cranberries



Einmal im Jahr greife auch ich tief in die Kitschkiste; da werden sogar Ravioli in Herzchenform präsentiert. Ihr wisst schon, auf was ich anspiele: der Valentinstag steht vor der Tür. Eigentlich gebe ich nicht so viel auf solche "Festtage"; viel lieber backe ich meinem Mann zu seinem Geburtstag eine seiner Lieblingstorten. Ach was sage ich, um ihn kulinarisch zu verwöhnen, brauche ich auch gar keinen Anlass! Und eigentlich auch keine Extra-Herzchen...
Der bevorstehende 14. Februar gibt mir in diesem Jahr  - Wochen nach Weihnachten - endlich mal wieder die Gelegenheit, Plätzchen zu backen, nachdem es an den vergangenen Valentinstagen besagte Herzchenravioli, sinnliche Desserts und herzige Kuchen gegeben hatte.
So gerne ich auch backe, es ist schon etwas seltsam, dass das Jahr über bei mir so gut wie nie Plätzchen in den Ofen geschoben werden und ich damit immer bis Ende November warte, bis es mit der Weihnachtsbäckerei losgeht. Dabei hatte ich in der Vergangenheit sehr gerne und oft Shortbread Fingers gebacken, die perfekt zu einem klassischen Five o'Clock Tea passen. Dabei wird die fertig gebackene Teigplatte einfach in fingerlange Stücke geschnitten, die man dann noch zusätzlich in Zucker wenden kann. Typisch für diese Shortbreads ist nämlich das Ausstechen oder Schneiden nach dem Backen.
Als ich bei Martha Stewart diese Idee mit den Cranberry Shortbreads sah, stand mein diesjähriger Valentinstags-Beitrag fest. Ich weiß schon jetzt, dass diese süßen Herzen ein wonniges Strahlen bei meinem Sweetheart erzeugen werden.




Zutaten
(für ein halbes Backblech oder eine Springform)

150 g weiche Butter + Butter für die Form
100 g feiner Zucker + Zucker zum Wenden der Shortbreads
1 Prise Salz
1 Tl Vanilleextrakt
250 g Mehl, gesiebt
50 g Cranberries

Die weiche Butter mit dem Zucker, dem Salz und dem Vanilleextrakt geschmeidig rühren, dann das gesiebte Mehl und die grob gehackten Cranberries unterkneten.
In Folie gewickelt zwei Stunden in den Kühlschrank legen.
Den Backofen auf 190 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Den Teig 1,5 cm dick ausrollen und die Platte entweder auf das Backblech legen (dann mit mehrfach gefalteter Alufolie das Blech teilen), oder in eine mit Backpapier ausgelegte Springform (dabei den Rand fetten) geben.
Teig mit einer Gabel mehrfach einstechen und auf der mittleren Schiene 25-30 Minuten backen.
Aus dem Ofen nehmen und aus dem noch warmen Shortbread Herzen ausstechen (den beim Ausstechen übrig bleibenden Teig darf die Bäckerin naschen...) und diese noch warm in feinem Zucker wenden.



Quellen:
Christian Teubner, Annette Wolter, Backvergnügen wie noch nie, Gräfe und Unzer, München, 1984
Martha Stewart, Cranberry Shortbread Hearts




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Wolkenzart: Ricciarelli di Siena



Ging es bei der Weihnachtsbäckerei vor einem Jahr bei mir ziemlich bunt zu - Struffoli bereicherten bei einem gemütlichen Adventskaffee mit lieben Freunden das Plätzchenbuffet -, so kommt das italienische Weihnachtsgebäck in diesem Jahr in vornehmem Weiß daher. Ricciarelli di Siena heißen diese zarten Marzipanplätzchen aus der Toskana. Zusammen mit dem Panforte ist dieses Gebäck weit über Siena hinaus bekannt geworden.



Es gibt mehrere Theorien zur Herkunft dieses Gebäcks. So erzählt man, dass angeblich ein gewisser  Ricciardetto della Gheradesca dieses Gebäck um 1500 aus dem Orient in die Toskana  mitgebracht hatte. Die Form sollte an das typische Schuhwerk der Sultane erinnern, In dieser Epoche kannte man in der Toskana bereits die Grundmasse, das Marzipan, das auch aus dem Orient seinen Weg nach Europa gefunden hatte. Das italienische Wort Marzapane geht wahrscheinlich auf den arabischen Ausdruck "mauthban" zurück; so bezeichnete man den Behälter für die Aufbewahrung der Mandelmasse. Andere etymologische Erklärungsversuche der Bezeichnung für Marzipan sehen den Ursprung des Wortes in dem einstigen Namen von Mottama, einer Stadt im südlichen Myanmar: Martaban.
Und wiederum andere geben das 19. Jahrhundert für das Aufkommen dieser Bezeichnung an.
Unbestritten aber ist, dass in der Toskana ähnliches Gebäck seit der Renaissance als Marzapanetti alla senese oder auch Morselletti bezeichnet wurde.
Für die Zubereitung dieses Gebäcks sollte man zwei Tage einplanen, da eine Art "Vorteig" mindestens 12 Stunden ruhen sollte. Oblaten in dieser typischen Form "a chicco di riso" (wie ein Reiskorn) gibt es nicht; schwierig genug, "Ostie", wie Oblaten in Italien heißen, im Land selbst zu finden. Ich habe dafür meine Lebkuchenoblaten genommen und diese zurechtgeschnitten.





Zutaten
(für 40 Stück)

400 g geschälte Mandeln
380 g Zucker
100 g Puderzucker + Puderzucker für die Verarbeitung und zum Bestäuben
50 g Mehl
1/2 Tl Backpulver
20 ml Wasser
2 Eiweiß
1Tl Bittermandelextrakt
1 Prise Salz
40 Oblaten von 70 mm Ø + Backpapier

Am Vortag die Mandeln zusammen mit 330 g Zucker sehr fein mahlen (geht am besten mit einer Küchenmaschine). Die Mischung in eine Schüssel füllen und mit einem hölzernen Rührlöffel noch einmal durchmischen. 50 g Zucker mit dem Wasser auf dem Herd auflösen, dann zu dem Mandel-Zucker-Gemisch gießen und nochmal alles gut vermischen.
Nun kommen 50 g gesiebter Puderzucker, das gesiebte Mehl und das Backpulver hinzu und werden ebenfalls untergearbeitet.
Die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch abdecken und die Masse bei Zimmertemperatur für 12 Stunden ruhen lassen. Diese Masse ist sehr krümelig, aber das muss nun niemanden erschrecken.
Am folgenden Tag das Eiweiß mit einer Prise Zucker steifschlagen, dabei nach und nach die verbleibenden 50 g Puderzucker sieben und unterarbeiten sowie den Bittermandelextrakt hinzufügen.
Das steifgeschlagene Eiweiß nun vorsichtig unter die vorher noch einmal mit einem Holzflöffel aufgelockerte Masse unterheben. Dann den Teig auf der Arbeitsfläche mit etwas Puderzucker mit den Händen weiterverarbeiten, bis er nicht mehr allzu sehr klebt und eine homogene Teigmasse entstanden ist.
Den Backofen auf 110 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Den Teig in vier Teile schneiden, jedes Teil zu einer Rolle formen und davon jeweils 10 Scheiben abschneiden.
Die Oblaten zu einer ovalen Form zurechtschneiden und jeweils mit einer Scheibe der Marzipanmasse belegen und der Oblate anpassen.



Die Ricciarelli auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit Puderzucker bestäuben.
Im vorgeheizten Backofen für 10 Minuten trocknen.






Quellen:
Nicola Natili, Sapori da scoprire, gustare, raccontare
L'Italia dei dolci. Slow Food Editore, 2003


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 16. Dezember 2014

Back-Erinnerungen - Schwabebrötli



Sie glitzern nicht, sie funkeln nicht, sie sind nicht aufwendig - blogtauglich - verziert.
Sie sind einfach nur gut! Unscheinbar, aber gut!
Diese einfachen Ausstechplätzchen - Schwabebrötli - erinnern mich immer wieder an eine liebe Freundin, eine Freundin, die ich von allen meinen Freundinnen am längsten kenne - seit der Grundschule. Auch wenn wir nicht stetig in Kontakt sind, so haben wir uns nie aus dem Augen verloren, selbst in jener Zeit nicht, in der sie mit ihren Eltern in Saudi-Arabien lebte. Ich war sehr traurig, als sie für ein paar Jahre so weit wegzog. Was haben wir uns für Briefe hin und hergeschickt, und ihre Geschichten aus dem für mich so exotischen Land fand ich immer wieder spannend zu lesen! Leider sehen wir uns nicht sehr oft, denn nun bin ich es, die außerhalb Deutschlands lebt, trotzdem ist da immer wieder diese alte Vertrautheit, auch wenn wir nur miteinander telefonieren.
Immer wenn ich diese Plätzchen backe, muss ich an unseren vorweihnachtlichen Backmarathon in der Küche ihrer Mutter denken. Wir waren fast noch Kinder, ich durfte, glaube ich, bei ihr übernachten - etwas, was selten vorkam. Plätzchen wollten wir backen, und so fanden wir in irgendeinem Backbuch dieses Rezept. Unsere Wahl fiel auf diese einfachen Ausstecherle, die doch ganz schön viel Zeit in Anspruch nahmen, denn vier Bleche mussten vorbereitet und gebacken werden.
Das Rezept selbst habe ich auf einem Zettel festgehalten, der, mit den Jahren vergilbt und fleckig geworden, heute noch existiert. Und so tummeln sich die Schwabebrötli mit ihren liebgewonnenen Erinnerungen alle paar Jahre auf meinem weihnachtlichen Plätzchenteller, denn Ausstechplätzchen dürfen in keiner Weihnachtszeit fehlen.



Zutaten
(für 4 Bleche)

375 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
250 g Mandeln, frisch gemahlen
250 g Zucker
250 g Butter
20 g Zimt
1 Msp. gemahlene Nelken
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
1 Ei
3-4 Eigelb
gehackte Mandeln oder Hagelzucker zum Verzieren

Das Mehl in eine Schüssel sieben, in dieses eine Mulde drücken und das Ei hineingeben. Kalte Butter in Flöckchen auf den Rand setzen und die Mandeln, den Zucker, Zimt, Nelkenpulver und die abgeriebene Zitronenschale hinzufügen. Den Teig verkneten und für eine Stunde in Folie gewickelt kaltstellen.
Den Teig nicht allzu dünn ausrollen und Motive ausstechen. Auf mit Backpapier ausgelegten Blechen über Nacht ruhen lassen.
Am folgenden Tag den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Plätzchen mit den verquirlten Eigelben bestreichen, nach Belieben mit den gehackten Mandeln oder dem Hagelzucker verzieren und im vorgeheizten Ofen 7-9 Minuten backen.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 16. Dezember 2013

Es weihnachtet: Ideen für Süßmäuler, Verfrorene, kleine und große Kinder sowie Chocoholics

Die Zeit drängt, die letzten Geschenke werden besorgt und in allerletzter Minute sogar noch ein paar Plätzchen gebacken. Vielleicht sucht Ihr dafür noch Rezepte, wollt oder müsst die Keksdosen noch einmal auffüllen, habt Gäste an den Feiertagen oder möchtet Euch einfach nur mit einer Tasse heißer Schokolade und ein paar Leckereien auf das Sofa kuscheln.
Ich hätte da ein paar süße Ideen für Euch...

Den Anfang machen die Klassiker aus Österreich und Deutschland, die in jeder Weihnachtssaison meine Plätzchenteller schmücken. Ohne die geht es einfach nicht; da bin ich ganz konservativ! Nur die Ausstechplätzchen variieren von Jahr zu Jahr:




Natürlich gibt es auch in meinem südlichen Zuhause Leckereien, die speziell nur zu Weihnachten zubereitet werden. Für die Winterzeit hätte ich darüber hinaus auch ein Getränk anzubieten, das garantiert die Verfrorensten wieder zum Leben erweckt, denn auch im sonnigen Italien kann es bitterkalt werden:




Auch in Frankreich gibt es ganz besonders schöne Weihnachtstraditionen, und wie man es in diesem Land auch nicht anders erwarten kann, sehen die Spezialitäten auch verführerisch aus:





Für den süßen Abschluss eines festlichen Menüs sorgen folgende Leckereien:








♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Montag, 2. Dezember 2013

"...im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn..."



Diese Plätzchen brauchen ihre Zeit: Zeit zum Ausstechen, Backen, Füllen, Glasieren. Und Zeit, um ihr wunderbares Orangenaroma zu entfalten. Nach ein paar Tagen des Schlummerns in einer Blechdose duften sie dann wunderbar nach meinen Lieblingsfrüchten.
Ich liebe Orangen! Für mich fängt ein Tag erst gut an mit einer Tasse starken Kaffee und einem Glas frisch gepressten Orangensaft. Leider muss ich darauf immer bis zum Winter warten, wenn die wunderbaren Tarocco-Orangen aus Sizilien auf dem Markt zum Verkauf angeboten werden. Da schleppe ich jeden Tag freiwillig pfundweise die Früchte nach Hause.
Im Innenhof des Hauses, in dem wir wohnen, stehen ein paar Orangenbäume, und beim Anblick der Früchte muss ich jedes Mal an das sehnsuchtsvolle Lied der Mignon denken.: "...im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn".

Orangensuchspiel

Vor einem Jahr meinte ein Nachbar, mir etwas Gutes tun zu müssen und schleppte mir säckeweise Orangen aus dem Innenhof an, die er vom Boden aufgeklaubt hatte. Nur leider waren die meisten schon angefault. Ich fand das sehr lieb von dem netten älteren Herrn, aber da stand ich nun mit Tüten von nicht mehr verwertbaren Orangen und hatte trotzdem ein schlechtes Gewissen, diese zu entsorgen. Ein paar heile Früchte fanden sich dann doch noch, und so konnte ich deren Schale für die Weihnachtsbäckerei verwenden. Ausgepresst habe ich sie auch, aber sie waren ziemlich sauer; ich denke, das sind Zierorangen, die nur das Auge erfreuen sollen.
Dieses Jahr habe ich in einem Biolädchen ein paar unbehandelte Orangen gefunden, denn für diese Plätzchen braucht man vor allem auch die Schale, die für das wunderbare Aroma sorgt.













Duftende Orangenplätzchen

Zutaten (für 4 Backbleche)
  • 125 g weiche Butter
  • 125 g Zucker
  • 125 g gemahlene Mandeln
  • 250 g Mehl (gesiebt) + Mehl zum Ausrollen
  • 1 unbehandelte Orange 



  • 3 El Orangenmarmelade
  • 100 g Puderzucker
  • Saft einer halben Orange
  • eventuell noch etwas Speisefarbe in Orange
  • Sternchen, Goldpuder, essbarer Glitzer zum Verzieren


Die weiche Butter mit dem Zucker geschmeidig rühren, dann die Mandeln, das Mehl, Abrieb und Saft der Orangen unterkneten.
Den Teig zu einer Kugel formen, in Folie wickeln und im Kühlschrank eine halbe Stunde ruhen lassen.
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Den Teig portionsweise dünn ausrollen und Formen ausstechen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und für ungefähr sechs Minuten in den Ofen schieben.
Danach herausnehmen und auskühlen lassen.







Die Orangenmarmelade erhitzen und durch ein Sieb streichen. Jeweils zwei Plätzchen mit der Marmelade zusammensetzen.
Puderzucker mit Orangensaft und eventuell Speisefarbe verrühren; es sollte ein dickflüssiger Guss entstehen.
Die Plätzchen mit dem Guss überziehen und nach Belieben verzieren.






Rezeptquelle: Nach einer Idee aus "Brigitte Viva Sonderheft Weihnachtsplätzchen, 2000


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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