Posts mit dem Label Himbeeren werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Himbeeren werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 10. August 2018

Ein Rezept gegen den Augustblues: Frozen Yogurt mit Himbeeren, Pistazien und Meringue




Es sind wieder jene langen heißen Augusttage, die mich in melancholische Stimmung versetzen. War dieser Monat, als ich noch in Deutschland lebte, paradoxerweiser der Sommermonat schlechthin, der mich schon als Kind in Hochstimmung versetzte, ahne ich mit den Jahren vermehrt das nahende Ende der Jahreszeit. Der August, das bedeutet bei der Hochsommerhitze  aber auch, dass man "drinnen" lebt. Die Wohnung ist zwar klimatisiert, trotzdem bleiben viele Fensterläden schlossen. Es ist in der Vorstellung für mich mittlerweile auch eine "dunkler" Monat: Draußen gleißendes Licht - drinnen das stille Halbdunkel. Könnt Ihr die Atmosphäre nachvollziehen?
Am letzten Tag im August kommt noch mein Geburtstag hinzu, und das Verhältnis zu diesem Ereignis verändert sich wohl  auch mit zunehmendem Lebensalter; man wird eben nachdenklicher. Wenn ich dann am 1. September aufwache, erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich ich September morn von Neil Diamond summe. Ich sehe fallendes Laub, denke mit Grausen daran, dass Strümpfe in Kürze wieder zum Einsatz kommen und meine Sommerkleider in den Schrank verbannt werden. Die Jahreszeit, die für mich weder Fisch noch Fleisch ist, steht bevor! Ich mag es doch entweder heiß oder richtig winterlich! Hier in Italien legt sich aber diese Herbststimmung wieder nach ein paar Tagen, denn der Sommer ist noch lange nicht vorüber. Warum nur falle ich immer wieder mit dem Anbrechen des 1. September auf diese Vorstellungen herein?
Wirklich alles paradox das Ganze!

Aber zurück in den August! Wir gehören zu jenen, die den August in der Stadt verbringen, während viele ans Meer, in die Berge oder eben ihre aktuellen Urlaubsorte fliehen, wo vielfach dann auch das römische Chaos mitreist. Der Stau ist dann eben nicht mehr den Lungotevere entlang, sondern erwacht in irgendeinem Ort an der Küste zu neuem Leben - nein, danke! Man spricht in diesem Zusammenhang gerne von "fliehen", denn in Zeiten ohne Klimaanlage war die Hitze für viele wohl kaum auszuhalten.
Ich kann mich an meine ersten Sommer in Rom erinnern, und besonders an die Augusttage. Das alles war noch vor dem Ansturm von Touristen in den vergangenen Jahren, der die Stadt gefühlt 12 Monate in seinem Würgegriff hält.
Noch in den neunziger Jahren war alles anders. Die Stadt war "tot"! Die Strassen leer, die Geschäfte geschlossen oder nur im Turnus geöffnet. Ich ging die Strasse, in der wir wohnen, entlang und kam mir vor wie in einer Geisterstadt - ja ich fand es direkt unheimlich! An manchen Tagen, wenn ich alleine unterwegs war, nahm ich sogar andere, durch ein wenig Autoverkehr belebtere Wege. Gut kann ich mich noch an eine zierliche ältere Dame erinnern, die mich ganz verzweifelt auf der Strasse ansprach, ob ich denn noch eine offene Bäckerei wüsste. Gerade älteren und alleinstehenden Menschen, die nicht mit den Familien abgereist waren, ging es oft richtig schlecht. Die Supermärkte, die in den Nullerjahren überall aus dem Boden schossen, gab es damals noch nicht.





Noch immer müssen wir uns im August ein wenig "organisieren". Gerade in der bevorstehenden "Ferragosto"-Woche bleiben viele Läden, wie zum Beispiel Metzgereien, geschlossen, die sonst im August wenigstens am Vormittag noch geöffnet sind. Fleisch wird also auf Vorrat eingefroren. Der Markt verkauft zunehmend nur noch Touristenkitsch; auch das Gemüse macht "Urlaub". Schnell habe ich noch das Lieblingsfutter für Kringel besorgt, das es in den Supermärkten nicht gibt.
Zurückgebliebene tun sich zusammen; gestern waren wir mit ein paar Journalisten und Diplomaten auf einer "Stallwächterparty" auf einer schönen, luftigen Terrasse hoch über den Dächern von Rom.Viele erzählten dort, wie sehr sie die ruhigere Stimmung in der Stadt schätzten. Das sind Moment, in denen die Melancholie ein wenig schwindet...






Gegen trübe Stimmung hilft allerdings auch ein Dolce, das so richtig nach Sommer schmeckt wie diese Frozen-Yogurt-Kreation. Dieses Eisdessert ist blitzschnell zubereitet, und man braucht dafür nicht einmal eine Eismaschine. Allerdings etwas Geduld, bevor man endlich den Löffel darin versenken darf.





Zutaten
(für 8 Personen und eine Kastenkuchenform von ca. 750 ml Inhalt)



  • 600 g griechischer Joghurt
  • 1 Tube gesüßte Kondensmilch (170 g)
  • 5 El Zitrusblütenhonig (ersatzweise Akazienhonig)
  • 30 g Pistazien, grob gehackt
  • 20 g Meringue (Baisers), grob zerbröselt
  • 125 g Himbeeren


  • Himbeeren, Pistazien und Meringue für die Dekoration


Den Joghurt mit der Kondensmilch und dem Honig glattrühren. Dann vorsichtig die Himbeeren, die Meringue und die Pistazien unterheben.
Die Kuchenform mit Backpapier auslegen und die Joghurtmasse hineinfüllen. Diese mit Folie gut verschließen und für mindestens 6 Stunden in das Gefrierfach geben.
Vor dem Servieren kurz in heißes Wasser tauchen, stürzen, Papier abziehen und mit Himbeeren, Pistazien und Meringue-Stückchen garnieren. In Scheiben schneiden.

Nach einer Idee aus SALE&PEPE, August 2018

Wollt Ihr noch mehr über die August-Stimmung in Rom lesen - so, wie wir den Monat oft erleben? Dann schaut mal hier.


Freitag, 13. April 2018

Frei nach Johann Lafer und leicht italianisiert: Caramelle di strudel con frutti di bosco e ricotta



Die liebe Sina vom Blog "giftigeblonde" lädt zum Strudeln ein. Da muss ich allein schon wegen meines Mannes mitmachen, denn als echter bayerischer Bub gehören Mehlspeisen wie Kaiserschmarrn und auch Strudel mit auf den Speiseplan. Wenn ich ihn ab und an vor einem Wochenende frage, was ich denn backen könne, dann kommt garantiert als Antwort oft "Apfelstrudel oder Sachertorte". Bevor ich nach Rom zu meinem Mann gezogen bin, fand er kurz nach seiner Ankunft mit unglaublicher Treffsicherheit die wohl einzige Bäckerei, die österreichische Spezialitäten im Angebot hat. Der Inhaber dieser kleinen "Pasticceria" - "La Dolceroma" - hatte sich in das Backwerk unserer österreichischen Nachbarn verliebt, eröffnete 1988 einen winzigen Laden im römischen Ghetto und bietet seitdem Torten, Strudel, Brot und Brötchen an,  so wie man diese Backwerke in der Alpenrepublik liebt. Das allerdings zu saftigen Preisen. Nachdem seitdem ich nachgezogen war, gab es den Strudel und die Sacher immer hausgemacht!




Ein Rezept für Apfelstrudel, der in einer Vanillesauce ein ausgiebiges Bad nimmt, gibt es bereits im Blog. Fast noch besser hat mir ein Strudel mit einer Füllung aus Ricotta und Blaubeeren geschmeckt; die Links dazu findet Ihr am Ende.

Die heikelste Phase bei der Herstellung eines Strudels ist für mich immer das Hantieren mit dem Küchentuch in jenem Moment, in dem man den Strudel auf das Backblech jonglieren muss. Dagegen sind diese kleinen Strudelbonbons sehr leicht zu "händeln"; vielleicht wird schon das viele freuen, die zwar gerne Strudel essen, aber diese Zittermomente fürchten.
Das Rezept für die Caramelle stammt aus einem Backbuch von Johann Lafer, und gerade im Bereich der Pâtisserie halte ich ihn für einen ganz Großen, auch wenn viele den Umstand, dass er öfters im Fernsehen auftritt, für einen Makel halten - die viel geschmähten "Fernsehköche"! Ich habe nicht nur  in seinem wunderbaren Restaurant gegessen, sondern ihm auch einen ganzen Tag lang bei einem Kochkurs über die Schulter schauen dürfen - und natürlich auch selbst dabei gekocht. Dazu kann ich nur sagen: dieser Tag war mehr als inspirierend!

Trotzdem habe ich mich ein wenig von seinem Rezept entfernt. Der Strudelteig ist mein bewährter, und anstelle von Magerquark habe ich Ricotta genommen. Da mein Teig mit mehr Mehl gemacht wird, habe ich auch die Mengen der anderen Zutaten angeglichen.
Und jetzt mal ehrlich: Caramelle - das klingt doch auch viel schöner als Bonbons!





Zutaten
(für 14 Caramelle)



Strudelteig


  • 150 ml lauwarme Milch
  • 280 g Mehl (Ausgangsbasis, je nach Größe des Eis eventuell mehr)
  •  + Mehl zum Ausrollen
  • 1 Ei
  • 2 El neutrales Pflanzenöl + Öl zum Bestreichen
  • 1 Prise Salz


Füllung


  • 200 g gemischte Beeren (Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren)
  • 85 g Gelierzucker (2:1)
  • 200 g Ricotta (Original: Magerquark)
  • Mark einer Vanilleschote
  • 2 Eigelb
  • 3 El Semmelbrösel
  • 1 Tl Stärkemehl
  • 100 g Butter
  • Puderzucker



Die Zutaten für den Strudelteig zu einem Teig verarbeiten; zunächst mit dem Knethaken, dann mit den Händen. Nach und nach soviel Mehl einarbeiten, bis man einen nicht mehr klebrigen, dennoch sehr weichen Teig in den Händen hält. Eine kleine Schüssel mit Öl ausstreichen, den Teig hineinlegen und nochmals mit Öl bestreichen. Mit Folie abdecken und an einem warmen Ort zwei Stunden ruhenlassen.

In der Zwischenzeit die Beeren waschen und mit dem Gelierzucker in einem Topf geben. Aufkochen und drei Minuten köcheln lassen. Durch ein Sieb in eine Schüssel streichen und abkühlen.
Das Beerenmus mit der Ricotta, dem Vanillemark, den Eigelben, Semmelbröseln und Stärkemehl verrühren.

Die Butter zerlassen.
Ein Küchenhandtuch leicht bemehlen und den Strudelteig daraufgeben. Etwas Mehl auf den Teig stäuben und zunächst mit dem Nudelholz ausrollen. Dann die Hände mit dem Handrücken nach oben unter den Teig schieben und diesen vorsichtig ausziehen. Man sollte das Muster des Handtuchs durch den Teig erkennen können. Dickere Teigränder wegschneiden.




Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Den Strudelteig nun in 14 12x20 große Rechtecke schneiden.
Jeweils einen Esslöffel der Füllung auf die untere Hälfte des Rechtecks an der schmalen Seite geben und etwas verstreichen. Die Ränder mit zerlassener Butter bestreichen.




Vor der schmalen unteren Seite her den Teig aufrollen und die Enden wie bei einem Bonbonpapier verdrehen.



Die Caramelle auf das Backblech legen und mit der restlichen Butter bestreichen.
Im Backofen ca. 20-25 Minuten backen.
Abgekühlt mit Puderzucker bestäuben.





Weitere Strudelrezepte gibt es hier:
Apfelstrudel
Strudel di ricotta e mirtilli

Rezept frei nach:
Der große Lafer Backen, Gräfe und Unzer Verlag, München 2012


Gourmettipp:
La Dolceroma
Via del Portico d'Ottavia, 20b
00186 Roma
Home


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 24. Juni 2017

Schmeckt wie Sommer in Frankfreich und lädt zum Träumen ein: Clafoutis au cacao et aux framboises



Warum nicht ein wenig von Frankreich träumen, obwohl man selbst im schönsten Land der Welt sitzt? Ob es wohl da zur Zeit auch so heiß ist wie hier?
Trotz der Hitze habe ich gestern Kirschmarmelade gekocht; meine Fingerspitzen zeugen noch davon. Bei Kirschen muss ich immer an Clafoutis denken, denn das französische Dessert wird, wenn man es ganz genau nehmen möchte, mit Kirschen zubereitet.
Aber die "Entkernungsorgie" gestern in meiner über 30 Grad heißen Küche hatte gereicht!




Warum dann also nicht Clafoutis mit Himbeeren zubereiten? Und warum nicht ein bisschen Kakao untermischen? Und wenn wir schon dabei sind: Mandelblättchen passen doch auch ganz gut dazu. Und ein wenig Crème fraîche kann dem Teig auch nicht schaden...
So entstand das folgende Rezept für Clafoutis au cacao et aux framboises, dessen Ergebnis Ihr hier sehen könnt.

Also, ab in die Küche, es gibt keine Ausreden wegen der Hitze mehr! So ein Dessert ist blitzschnell zubereitet.
Irgendwie träume ich gerade von Lavendelfeldern. Vielleicht sind es aber auch nur Hitzehalluzinationen.






Zutaten
(für eine flache runde [26 ø] oder rechteckige [30x23cm] Quicheform)



  • 400 g Himbeeren
  • 3 Eier und 1 Eigelb
  • 90 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 200 ml Vollmilch
  • 50 g Crème fraîche
  • 10 g dunkles Kakaopulver
  • 1 Tl Vanilleextrakt
  • 60 g Mehl
  • 50 g Mandelblättchen
  • Puderzucker
  • Butter für die Form


Himbeeren vorsichtig waschen und trockentupfen.
Die Quicheform mit etwas Butter einfetten und den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die ganzen Eier und das Eigelb mit einer Prise Salz und dem Zucker schaumig aufschlagen. Vanilleextrakt, Milch und Crème fraîche hinzufügen und unterrühren. Das Mehl mit dem Kakaopulver mischen und über die schaumige Eiermilch sieben. Unterrühren.
Die Himbeeren in der Form verteilen und den Teig darübergießen. Mit Mandelblättchen bestreuen.
Für 40 bis 45 Minuten in den Ofen geben.
Etwas abgekühlt mit dem Puderzucker bestäuben.
Schmeckt am besten noch lauwarm.

Ein weiteres Rezept für Clafoutis gibt es hier:
Clafoutis mit Marsala-Feigen





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 11. August 2016

Dammi il cinque! Gelato di cocco e lamponi



Es gibt wieder etwas zu feiern! Und da kommt man nicht mit leeren Händen anspaziert, besonders wenn die liebe Petra von Obers trifft Sahne ihren fünften Bloggeburtstag feiert!

 Herzlichen Glückwunsch! 

Statt Blumen, Torten oder Schampus bringe ich als "Italienerin" im beliebtesten Monat Italiens, dem Ferienmonat August, natürlich Eis mit. Das kühlt ab - und falls es in Deutschland nicht so drückend heiß wie hier sein sollte, so lässt der eiskalte Genuss schnell vom Süden träumen.
Bei dem Blogevent von Petra dreht sich alles um die Zahl Fünf - "Give me five", so  das Motto. Und "dammi il cinque" heißt das auf Italienisch. Perfekt, denn mehr als fünf Zutaten braucht dieses Eis nicht. Obwohl ich auch als Kind schon nicht so besonders versessen auf Eis gewesen war und mir auch heute noch nur ab und an ein Eis gönne, so ist es diese Sorte, die mich um den Freezer herumschleichen lässt! Selbstbeherrschung ist hier gefordert, denn meine Lieblingsbeeren gehen hier eine allzu verführerische Liaison mit den Kokosaromen ein.
Ohne Ei und ohne Milch ist es zudem vegan. Und auch wenn es nicht so geschmeidig wie ein Parfait oder industriell hergestelltes Eis ist, der Geschmack macht diesen kleinen "Schönheitsfehler" wieder wett. Ich habe dieses Himbeer-Kokos-Eis auch schon in kleine Eis-Förmchen gefüllt: ein Griff in den Freezer - und schon kann die Schleckerei beginnen!



Zutaten

400 ml Kokosmilch
250 g Himbeeren
1 Limette
100 g Zucker
50 ml Agaven-Sirup
________________
= 5 


Himbeeren vorsichtig waschen. Limette auspressen (bei unbehandelter Limette auch noch die Schale abreiben) und den Saft (und eventuell Abrieb) zu den Himbeeren geben.
Kokosmilch, Zucker, Agaven-Sirup und die Hälfte der Himbeeren mit einem Pürierstab aufmixen. Dann die verbleibenden Himbeeren hinzufügen und nur mit einem Löffel unterrühren.
Die Masse in eine Eismaschine füllen und je nach Gerät weiterverfahren.
Vor dem Servieren kurz antauen lassen.
Wer mag, kann das Eis noch mit Himbeeren und ein paar Kokosraspeln dekorieren.



Rezept gefunden im Corriere della sera vom 7. August 2015








♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 27. Juli 2014

Märchenhafte Sünde: Himbeertörtchen mit zweierlei Schokolade



Diese Törtchen sind eine märchenhafte Sünde!
Deshalb muss ich ausnahmsweise mal eine Warnung dem Rezept voranstellen: Wer jetzt gerade eine Diät macht, sollte nicht weiterlesen und sofort die Seite schließen - das ist ehrlich gemeinter Rat!
Andernfalls drohen geradezu unverschämte Berge von Schokolade, Butter und Crème fraîche, denen man einfach nicht widerstehen wird. Selbst die Tapfersten unter Euch könnten davor schwach werden!
Ich habe diese verführerischen Törtchen, als ich sie vor Jahren zum ersten Mal erdacht und gebacken hatte, auch "Schneewittchen-Törtchen" genannt: Rot wie Blut (Himbeeren), weiß wie Schnee (Schokoladencrème) und schwarz wie Ebenholz (Schokoboden). Dieses Mal habe ich noch die Farben eines (Märchen-)Walds in Form von gehackten Pistazien hinzugefügt; sie symbolisieren das Moos auf dem Waldboden.




Auch wenn die meisten immer wieder in Verzückung geraten, wenn die ersten Erdbeeren auf den Märkten erscheinen - und es ebenso betrauern, wenn die Saison wieder vorbei ist -, gilt meine Liebe den Himbeeren. Ich finde ihr Aroma einfach unwiderstehlich, ich liebe ihre sanftes, zartes Fleisch, und deswegen wollen diese Beeren auch sehr behutsam behandelt werden. Ich wasche sie in einer großen Schüssel in viel Wasser, das ich immer wieder austausche. Dabei achte ich darauf, das kein harter Wasserstrahl die zarten Beeren trifft.
Doch noch auf dieser Seite geblieben? Dann seid Ihr verloren - und hier nun das Rezept:






Schneewittchen-Törtchen

Zutaten
(für 6 Törtchen)

Dunkler Schokoladenbiskuit
4 Eier
30 g Mehl
30 g Speisestärke
30 g dunkles Kakaopulver
50 g Zucker
1 Prise Salz

Weiße Schokoladen-Crème
250 g weiße Schokolade
100 g Butter
250 g Crème fraîche

Belag
ca. 400 g Himbeeren
 gehackte Pistazien

Außerdem benötigt man:
1 Springform (26 cm  Ø )
6 Dessertringe (8 cm  Ø )
Backpapier

Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen.
Die Eier trennen und die Eiweiße mit einer Prise Salz und der Hälfte des Zuckers sehr steifschlagen. Bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank aubewahren.
Die Eigelbe mit dem restlichen Zucker zu einer hellschaumigen Masse aufschlagen. Auf diese Eigelb-Crème die geschlagenen Eiweiße geben, Mehl, Speisestärke und Kakaopulver mischen und über den Eischnee sieben. Alles vorsichtig unterheben und den Biskuitteig in die Springform füllen.
Im vorgeheizten Ofen fünfzehn Minuten backen, danach aus dem Ofen holen, etwas abkühlen lassen und dann den Teig auf eine Arbeitsfläche stürzen. Vollständig auskühlen lassen.
Mit Hilfe der Dessertringe 8 Kreise ausstechen; die Dessertringe um den Biskuitteig stehenlassen. Übrigen Teigboden wegnaschen oder kleine Motive ausstechen.




Die Butter mit der weißen Schokolade im Wasserbad schmelzen. Zum Schluss nach und nach die Crème fraîche einrühren. Immer weiterrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist.
Die Schokoladencrème auf die Törtchen gießen (sie ist sehr flüssig, deshalb unbedingt die Dessertringe um dem Boden lassen.




Es kann passieren, dass trotzdem etwas von der Crème wieder unten herausfließt. Das ist aber nicht weiter schlimm, auch wenn es bei mir immer ein paar Schrecksekunden verursacht!).
Die Törtchen für einige Stunden in den Kühlschrank stellen (am besten über Nacht), bis die Crème festgeworden ist.



Vor dem Servieren die Törtchen mit viel Fingerspitzengefühl von den Dessertringen befreien. Den Biskuitboden-Rand mit gehackten Pistazien verzieren.
Mit den gewaschenen Himbeeren - in der "Zwergenzahl": 7 Stück pro Törtchen -  belegen und mit gehackten Pistazien bestreuen.




KRB Banner Large Der Kochrezepte Basar   Infos und Banner

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 15. Juli 2014

Einmal tieffrieren und fönen bitte: Die ultimative "Frozen Bowl" mit sommerlichem Obstsalat



Noch einmal lasse ich es zischen für Simones sommerlichen Blogevent, und zwar so richtig!
Gestern Abend hatte ich gelesen, dass einige wenige Einreichungen fehlen, um für den hundertsten Blogevent in Zorras Kochtopf die Hundert voll zu machen.
Da kann man ja nicht tatenlos bleiben.
Der Blick zu sehr später Stunde in den Kühlschrank war eher nicht so berauschend. Allerdings gab es noch Limetten! Und wie ich es in meinem ersten Beitrag schon erwähnt hatte, sollten diese wunderbar aromatischen Zitrusfrüchte, die mich immer an unsere Florida-Urlaube erinnern, in meinen zischenden Vorschlägen eine Hauptrolle spielen. 
Aber was macht man aus Limetten und - Wasser? Man kann natürlich Limonade machen.
Oder eben eine coole Schüssel für einen sommerlichen Obstsalat!
Die Idee dazu habe ich am vergangenen Samstagabend aufgeschnappt. Wir waren zum Abendessen drei Stockwerke unter uns eingeladen. Als zum Dessert diese eiskalte Schüssel auf dem Tisch stand, war mir klar: das muss ich nachmachen!
Jetzt zeige ich Euch, wie es geht.



Ihr braucht dazu nur:

2 Schüsseln, eine davon etwas kleiner
Wasser (logisch)
und zwei Limetten

Natürlich lässt sich so einen Schüssel ganz phantasievoll aufpeppen: Mit Kiwischeiben, Blütenblättern, Minzblättchen, kleinen Muscheln - was Ihr eben so im Hause habt! Ich hatte halt nur Limetten!




Zunächst müsst Ihr ungefähr zwei fingerbreit Wasser in die größere Schüssel geben und dieses im Freezer anfrieren lassen. Dann stellt Ihr die kleinere Schüssel hinein und füllt den Rand mit Wasser. Ganz wichtig ist es, die kleinere Schüssel zu beschweren, sonst schwimmt sie auf dem Wasser. Dazu könnt Ihr nehmen, was Ihr sonst so in den Tiefen Eures Freezers findet: Ein Steak, eine Packung Gefriererbsen, den kleinen Napf mit dem übriggebliebenen Rotkraut der vergangenen Weihnacht...
Ich habe drei kleine Gläser mit selbstgekochtem Fond in die kleine Schüssel gestellt. In den mit Wasser gefüllten Zwischenraum habe ich dann noch Limettenscheiben gegeben.
Das alles kommt jetzt für mehrere Stunden in das Gefrierfach.




Danach holt man die Schüsseln heraus und füllt die obere kleine Schüssel kurz mit heißem Wasser. Wenn die Schüssel anfängt, sich zu lösen, alles vorsichtig auf ein Küchenhandtuch "stürzen". Nach und nach löst sich dann auch die größere Schüssel. Ich habe sie von außen gefönt - nach dem Motto: Einmal tieffrieren und fönen bitte!
Einen Teller mit einer Tuchserviette auslegen und die Eisschüssel daraufsetzen.
Jetzt kann sie gefüllt werden, zum Beispiel mit Obstsalat.




Für meine Macedonia nehme ich:

1 Cantaloupe-Melone
1 Schälchen Himbeeren
1 Schälchen Blaubeeren
Saft einer Limette
ein paar Minzblättchen

Die Melone höhle ich mit dem Kugelausstecher aus. Die Beeren werden gewaschen und die Limette ausgepresst.
Melonenkugeln mit den Beeren und dem Limettensaft mischen, in die Eisschüssel füllen und mit Minzblättchen belegen.
Die Macedonia hält sich wunderbar frisch. Ist sie aufgefuttert, bevor die Schüssel geschmolzen ist, kann man die sie im Freezer für eine weitere Runde aufheben. 



Blog-Event C - Zisch! Erfrisch mich! (Einsendeschluss 15. Juli 2014)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Vitaminreiches Soul Food vom Feinsten



Bevor die Beerchen endgültig in den Winterschlaf geschickt werden, gibt es noch einmal Couscous mit Frutti di bosco - Waldbeeren. Das schmeckt schön sommerlich und passt bestens zu den noch warmen Temperaturen, bei denen die Sonne nicht mehr nur unbarmherzig vom Himmel brennt, sondern angenehm die immer kürzer werdenden Tage begleitet.
Ab und an brauche ich im Winter, wenn ich frierend in unserer römischen Wohnung sitze, sogenanntes Soul Food. Da hilft eine heiße Tasse Chai, und wenn es ganz schlimm kommt, ein schöner warmer Grießbrei.
Dieser süße Couscous ist die eher leichtere und spätsommerliche Version  jener kleinen Zwischenmahlzeiten, die die Stimmung wieder etwas heben sollen.
Couscous dolce kennt man auch in Sizilien als Dolce, und ich habe vor einiger Zeit schon ein Rezept dafür im Blog vorgestellt.



Couscous dolce con frutti di bosco

(Zutaten für 2-3 Personen)



  • 250 g Couscous
  • 25 g Butter
  • 250 ml Milch
  • 50 g selbstgemachter Vanillezucker (oder Zucker mit dem Mark einer halben Vanilleschote)


  • 300 g gemischte Beeren
  • 15 g Butter
  • 1 El brauner Zucker
  • ein paar Minzblättchen


Den Couscous in eine Schüssel geben, 25 g Butter zerlassen und mit dem Vanillezucker unter den Couscous rühren. Die Milch erhitzen, über den Couscous gießen, kurz umrühren und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Dann mit zwei Gabeln den Couscous auflockern.
15 g Butter erhitzen und den Zucker darin leicht karamellisieren. Die gewaschenen Beerenfrüchte hinzugeben und kurz erhitzen.
Couscous mit den Beeren anrichten und mit ein paar Minzblättchen dekorieren.




Rezeptquelle: Nach einer Idee aus der Wochenendbeilage des Corriere della Sera (IO donna, 14. September 2013)


Und weil Sabine in ihrem Blog Schmeckt nach mehr  gerade Seelenfutter sucht, biete ich ihr gerne eine Tellerchen hiervon an. Der vanillige Couscous hilft der Seele, Vitamine stärken der Körper.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 1. Juli 2013

Der romantischste "Spritz" der Welt



Ein lauer Sommerabend auf einer Piazza in der Abendsonne, ein paar Knabbereien und einen Spritz auf dem runden Tischchen vor sich - so stellt man sich den gelungenen Ausklang eines Sommertags in Italien vor; das berühmte Dolce Vita halt. Das können vor allem aber die Touristen ausgiebig genießen, denn wie auch viele Italiener sitzt dann mein Mann noch bis in die Abendstunden im Büro. Aber solche Bilder setzen sich fest, sie gehören einfach zu Italien dazu.
Nun gibt es tatsächlich gerade im Norden des Landes eine Aperitif-Kultur. Man muss nur am frühen Abend einmal durch die Bars und Cafès von Mailand ziehen, und man wird überwältigt sein von den dort aufgebauten Buffets mit den kleinen Häppchen und Knabbereien, von denen man sich zu einem Getränk bedienen darf.
Wenn man an italienische Aperitifs denkt, dann sicher auch an den beliebten Aperol-Spritz. Gerade in den vergangenen Jahren entwickelte sich dieser Aperitif zu einem richtigen Kultgetränk.
Der leicht bittere Likör Aperol kam 1919 auf den italienischen Markt, wurde aber erst in den fünfziger Jahren erstmals mit Prosecco und Sodawasser zu einem Aperol-Spritz gemixt. Von Norditalien aus, mit seiner ausgeprägten Aperitif-Kultur, verbreitete sich dann dieses Getränk nicht nur im übrigen Stiefelland, sondern auch nördlich der Alpen.
Die deutsche Bezeichnung Spritz geht auf die Österreicher und auf eine Epoche zurück, als große Teile Norditaliens, darunter Venetien,  Mitte des 19. Jahrhunderts noch unter habsburgischer Herrschaft standen. Der lokale Weißwein wurde von den Österreichern als sehr hochprozentig und stark empfunden, so dass sie ihn mit Mineralwasser verdünnt - "gespritzt" - tranken.
Und so habe ich Spritz auch vor vielen Jahren in Venedig kennengelernt, als ein mit Sodawasser verdünnter Weißwein oder auch Prosecco. Als French-Spritz kann man diesen Aperitif auch mit Champagner mixen, oder natürlich mit einem nach Champagner-Methode produzierten italienischen Spumante - "Metodo Classico", den ich stets dem Prosecco vorziehen würde, wenn man den Spritz pur genießen möchte. Obwohl es fast schon wieder ein Sakrileg wäre, dieses hochwertige Produkt zu verwässern.
Vergangene Woche mussten wir liebe Freunde verabschieden, die nun für einige Jahre ans andere Ende der Welt ziehen. Zu diesem Anlass habe ich ein kleines Sommeressen bei uns organisiert und mir dazu auch einen Aperitif für diesen besonderen Abend überlegt. Etwas Fruchtiges sollte es sein, das darüber hinaus auch hübsch anzuschauen ist. Leider war ich die Tage zuvor vergeblich auf der Suche nach Granatapfelsirup, nachdem ich unbedingt den Schönleben-Spritz nachbasteln wollte. Mittlerweile habe ich den wohl einzigen Ort, an dem es diesen Sirup in Rom auch zu kaufen gibt, zwar gefunden - Eataly -, aber am vergangenen Mittwoch musste ich mir selbst etwas einfallen lassen. In einem Eckchen des Kühlschranks schlummerte ein Flakon mit Rosensirup, den ich im Winter aus dem Süden Latiums mitgebracht hatte, und so kreierte ich mit meinen absoluten Lieblingsbeeren meinen:





Spritz all'Arianna

Man braucht dazu:


  • Prosecco oder Spumante (Metodo Classico)
  • Rosensirup
  • getrocknete Rosenknospen
  • Minzblätter (fakultativ)
  • Himbeeren
  • Eiswürfel


Zunächst habe ich die Rosen-Eiswürfel hergestellt, indem ich getrocknete Rosenknospen in (Herz-) Eiswürfelbehältern verteilt habe.




Auch einige Minzblätter habe ich mit eingefroren (die Fotos zum Getränk sind nicht von diesem Abend, daher ohne die Minzblätter).




Ein Schnapsgläschen Rosensirup in ein Glas - ich habe Rotweingläser genommen - gießen, ein paar Himbeeren sowie Eiswürfel dazugeben und mit Prosecco auffüllen.
Das ist alles! Und es schmeckt wunderbar und sieht soooo romantisch aus!





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 11. August 2012

Wenn Beeren träumen...

...dann sicher davon, einmal auf einem solchen Kuchen zu landen!
Sommerlicher geht es kaum! Hier sind fast alle Beeren vereinigt, die zur Zeit in Sträuchern und Hecken sprießen. Auch meine geliebten Himbeeren machen es sich auf dem weichen Bett aus Mascarpone-Crème gemütlich.
Ein wahrer Beerentraum!





Zutaten

  • 125 g weiche Butter plus Butter zum Ausfetten der Form
  • 170 g Zucker
  • 3 Eier
  • 1 Pk. Vanillezucker
  • 175 g Mehl
  • 0,5 Pk. Backpulver
  • 15 g Kakaopulver
  • 250 g Mascarpone
  • 125 g griechischer Sahnejoghurt
  • 1 Vanillestange
  • 2 El Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 1 Pk. Tortenguss(rot)
  • 500 g gem. Beeren (Himbeeren, Blaubeeren, Johannisbeeren, Brombeeren)

Den Backofen auf 175 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und eine Springform mit Butter ausfetten.
Die Beeren waschen und trockentupfen.
In einer Rührschüssel die weiche Butter mit 100 g Zucker und dem Vanillezucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Dabei nach und nach die Eier zufügen.




Das Mehl mit dem Backpulver und dem Kakaopulver mischen und über die Fettmasse sieben. Gut unterrühren.
In die Form füllen und auf der unteren Schiene ca. 25 Minuten backen. Danach aus dem Ofen nehmen und vollständig auf einem Gitter auskühlen lassen.
Mascarpone mit dem Joghurt, 50 g Zucker, dem ausgekratzten Mark einer Vanilleschote und dem Zitronensaft verrühren. Mit Hilfe einer Palette auf dem Tortenboden verstreichen.




Die gemischten Beeren auf der Mascarponecreme verteilen. Den Tortenguss mit 20 g Zucker nach Packungsanweisung zubereiten und über den Beeren verteilen.






Mein "süßer" Beitrag für Tobias Kochbasar.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Print Friendly and PDF
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...