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Mittwoch, 18. Juli 2012

Il Caffè Mulassano in Turin - Geburtsort des "Tramezzino"

Frei übersetzt bedeutet "Tramezzino" nichts anderes, als dass sich "zwischen" zwei "kleinen Hälften" irgend etwas befindet - und wie wir wissen, natürlich etwas Eßbares.
Tramezzini sind die italienische Antwort auf die international bekannteren Sandwiches.


Was so verführererisch klingt und viele gleich wieder ins Schwärmen geraten läßt, weil ja gleich hinter der italienischen Grenze angeblich alles so viel leckerer daherkommt, führt in Wirklichkeit ein trauriges Dasein hinter den Tresen südlich der Alpen. Pappiges Weißbrot, welke Salatblätter und Schinken mit angetrockneten Ecken, die sich schon hochwellen. Grazie - no!
Schon lange locken mich die in Italien in allen Bars angeboteten Tramezzini nicht mehr, wenn mich unterwegs der Hunger überfällt. Tramezzini sind selten frisch und haben von Norden bis Süden den gleichen Standardbelag: Tomaten mit (Kuh-)milchmozzarella,  Bresaola mit schlappen Raukeblättern, Champignons aus dem Glas mit undefinierbarem Käse (und darunter manchmal noch Mayonnaise) - ich könnte dieses Aufzählung des Grauens noch verlängern. Bei den Panini, den belegten Brötchen, sieht es nicht anders aus.
Wenn da nicht die Turiner Caffèhäuser wären. Schon an anderer Stelle habe ich einen dieser wunderbaren Orte, an denen österreichische Kaffeehauskultur auf französischen Charme trifft, vorgestellt: Al Bicerin.

Montag, 6. Februar 2012

Bicerin - Traditionsgetränk aus Turin

Für die Turiner ist es das Traditionsgetränk der Stadt, für Turinreisende ein Geheimtipp aus der Welt des italienischen Kaffees. Vor allem aber ist Bicerin zu trinken ein sinnliches Erlebnis. Zunächst spürt man einen cremigen, kühlen Milchschaum an der Oberlippe, dann erst dringt die heiße, braune und dickflüssige Mischung aus aromatischem Kaffee und herbsüßer Schokolade durch die „crema di latte“ hindurch.



Die genaue Mixtur wird geheimgehalten ähnlich wie bei Coca Cola.  Das  kleine Kaffeehaus „Al Bicerin“, sichert sich damit eine treue Stammkundschaft unter den Turinern, die nur hier das originale Lokalgetränk trinken wollen. Verraten werden nur die Grundkomponenten dieser typischen Turiner Kaffeespezialität – heiße Schokolade, ein starker Espresso und „crema di latte“, nicht zu Verwechseln mit aufgeschäumter Milch.


Aus diesem Grund gibt es in ganz Turin auch nur einen Ort, an dem man das Getränk stilvoll genießen kann. Gleich nachdem der Besucher das 1763 gegründete Cafè „Al  Bicerin“ betreten hat, fühlt er sich in vergangene Zeiten zurückgesetzt. Die Ausstattung des einzigen Raumes, kaum größer als eine durchschnittliche Wohnstube, ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts nur gering verändert worden: holzvertäfelte Wände mit Spiegeln, eine breite, den Raum beherrschende Theke, hinter der auf Holzregalen große Glasbehälter mit buntem Konfekt und Bonbons stehen, und nur acht marmorne Bistrotischchen, an dem die Turiner schon am Vormittag bei Kerzenlicht Bicerin trinken und ihre „Stampa“ lesen können.

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