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Donnerstag, 16. Juli 2020

Jetzt ist es eine runde Sache: Camembert-Quiche mit Äpfeln und Frühlingszwiebeln




Es kommt selten vor, dass ich ein Gericht neu verblogge. Und wenn, dann ergab es sich ganz spontan und ungeplant. Entweder, weil es noch besser schmeckte, als man es in Erinnerung hatte - woran oft kleine Änderungen bei der Zubereitung nicht ganz unschuldig sind. Ober eben, weil aktuelle Fotos, die man in die Welt der sozialen Netzwerke hinausschickte, zu zahlreicher Nachfrage nach dem Rezept führten. 
All das traf dieses Mal zu.

Dabei wollte ich nur den schönen Augenblick eines milden Sommerabends auf unserer Terrasse festhalten. Allzu selten sitzen wir dort beim Abendessen, weil es doch sehr mühsam ist, Geschirr, Töpfe, Schüsseln und Gläser über die enge steinerne Wendeltreppe hochzuschleppen. Selbst wenn man dann mit einer Aussicht über die Dächer von Rom belohnt wird; wir sehen sogar einen Teil der Kuppel von San Pietro. Tagsüber kann man sich leider nicht auf der Terrasse aufhalten; es wird einfach irre heiß in den Sommermonaten. So heiß, dass sich oft die Terrassentür verzieht und sie sich sowieso nicht öffnen lässt.






In den Zeiten des harten Lockdowns im März und April wurde die Terrasse zu meinem Zufluchtsort. Zwar blieben viele Blumenkästen leer, da selbst die Blumenstände am Campo de' fiori und alle Gärtnereien geschlossen waren, aber es wurde mein kleines Reich, ich dem ich mich sicher fühlen durfte. Oft allerdings fehlte mir die innere Ruhe, um mich mit einem Buch dorthin zurückzuziehen, um die dramatische Situation vor allem in Italien aus meinen Gedanken zu verdrängen. Es war eine von vielen Sorgen geprägte Zeit mit zahlreichen "Was-wird-wenn-Gedankenspielen", die mich oft nicht schliefen ließen. Überwunden ist die Situation noch lange nicht, aber sie wurde in unseren Alltag eingebaut. Wir haben gelernt, damit zu leben, aber trotzdem wachsam zu bleiben. 

Mittlerweile sind auch wieder neue Blumen gepflanzt, mein Zitronenbaum, den ich schon aufgegeben hatte, hat sich erholt, sogar das Vordach ist mit neuen Bambusmatten gedeckt - und nun ist es wieder zu heiß während des Tages.







Aber gestern Abend haben wir uns ein kleines Abendessen dort gegönnt! Wie immer spät - das heißt bei uns kurz nach 21 Uhr -, so dass schon die Dämmerung eingesetzt hatte. Bei uns im Süden ist es ja auch im Hochsommer nie so lange hell wie weiter im Norden; etwas, was ich doch sehr bedaure, denn lange Sommerabende gehören für mich zu dieser für mich schönsten Zeit im Jahr dazu. Mächtige Wolken türmten sich bedrohlich auf, aber ein Gewitter blieb dann glücklicherweise aus. Es war angenehm frisch, was in dieser Jahreszeit nicht immer auch in den Abendstunden der Fall ist. Ein gut gekühlter Vermentino begleitete die üppige Quiche. So sehen perfekte Sommerabende aus!






Zutaten und Zubereitung
(für eine Quicheform von 28 cm ø)



Mürbeteig-Boden
  • 200 g Mehl
  • 100 g kalte Butter in Stückchen
  • 7 El kaltes Wasser
  • Salz

Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept eine Mürbeteig herstellen, dabei die Kühlzeiten beachten. Da ich einen dünnen Boden bevorzuge, blieben Teigreste übrig. Diese habe ich ebenfalls dünn ausgerollt und in zwei Tartelettes-Förmchen verteilt. Die Förmchen in einen Gefrierbeutel legen und einfrieren.



Füllung
  • 1-2 Äpfel
  • 20 g Butter
  • 3-4 Frühlingszwiebeln
  • 250 g Camembert
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in dünne Scheiben schneiden. In einer Pfanne in der Butter kurz anbraten.
Die Frühlingszwiebeln in Ringe und den Camembert in Würfel schneiden.




Guss
  • 150 g Frischkäse
  • 150 ml Milch
  • 75 g Crème fraîche (oder süße Sahne)
  • 3 Eier
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • gerebelter Thymian
  • Kräuter der Provence
  • etwas Cayenne-Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss


Für den Guss alle Zutaten miteinander verquirlen und mit den Gewürzen und den Kräutern abschmecken.
Apfelstücke, Frühlingszwiebeln und Camembert-Würfel unter den Guss rühren. 
Die Quicheform mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen und die Füllung daraufgeben.

Auf der unteren Schiene ca. 40 Minuten backen.

⚜⚜⚜

Rezept frei nach: Alfons Schuhbeck, Annik Wecker, Raffinierte Tartes, süß und pikant, Dorling Kindersley Verlag, München 2010

Siehe auch hier: Camembert-Apfel-Tarte













 

Sonntag, 26. Januar 2020

Don't call them Pizzabrötchen: Panini con pomodori secchi e cipollotti



Brot und Brötchen zu backen kann eine richtige Leidenschaft werden - ganz so wie die Herstellung von hausgemachter Pasta. Zur Zeit habe ich immer etwas frische Hefe im Kühlschrank, dazu noch aus Deutschland mitgebrachten fertigen Sauerteig. Letzteren gibt es in Italien nicht zu kaufen. Viele setzen Sauerteig ja selbst an, nur fürchte ich, damit zur Sklavin dieses Teiges zu werden. Er will gehegt und gepflegt werden und bestimmt, wann das nächste Brot gebacken wird.
Gutes Brot - wenn man mich fragen würde, welches Lebensmittel ich am meisten in Italien vermisste, so lautete die Antwort sicherlich: Kräftiges Roggenbrot. Ein Brot, das nicht am Folgetag in seinem Härtegrad den Steinen auf dem Forum Romanum ähnelt.

Damit man mich nicht falsch versteht: es gibt wunderbare regionale Brotsorten in Italien. Persönlich liebe ich frisches Pane di Lariano aus den Albaner Bergen. Dieses herzhafte Brot mit der kräftigen, malzig schmeckenden Kruste bildet die perfekte Basis für Bruschette aller Art. Nur schon am nächsten Tag schwindet die Fluffigkeit im Innern und das Brot wird trocken und geschmacksneutral.





Vergangene Woche habe ich mich wieder einmal an Roggenbrot versucht. Noch immer bin ich weit entfernt von so etwas wie Perfektion (die ich auch nie erreichen werde), aber immerhin war es essbar. Da ich noch Hefe übrig hatte, begab ich mich in meiner Literatur auf die Suche nach pikanten Brötchen.
Die Kombination von getrockneten Tomaten und Frühlingszwiebeln ist für mich perfekt; da fehlen nicht einmal mehr Kräuter, um daraus wahre Geschmacksbömbchen zu fabrizieren. Die deutsche Vorstellung von Pizzabrötchen, von denen man unzählige - deutsche (!) - Rezepte im Internet finden kann, kennt man in Italien so nicht. Panini di pizza - diese Bezeichnung verweist hier allenfalls auf den Teig, der eben derselbe ist wie der für eine Pizza. Die Panini gleichen dann aber nicht den mit Tomaten, Käse, Schinken, Kräutern und anderen Zutaten vollgepackten "Partybrötchen".






Zutaten
(für ca. 20 Brötchen)


Poolish (Vorteig)

  • 100 g Manitoba-Mehl, Typ 0, oder "normales" Mehl, Typ 0, vergleichbar Typ 550 (Deutschland)
  • 50 ml Wasser
  • 2 g frische Hefe


Aus den Zutaten einen Teig kneten und diesen zugedeckt an einem warmen Ort 4 Stunden gehenlassen.






Teig

  • 350 g Mehl (siehe oben) + Mehl für die Verarbeitung
  • 150 g gemahlener Hartweizengrieß (Semola di grano duro rimacinata) + etwas Grieß zum Bestreuen
  • 8 g frische Hefe
  • 250 ml handwarmes Wasser
  • 20 g Olivenöl extra vergine
  • 10 g Honig
  • 12 g Salz
  • 100 g halbgetrocknete Tomaten (getrocknete Tomaten vorher einweichen)
  • 100 g Frühlingszwiebel



Tomaten in ein Sieb geben und abbrausen, Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Die Tomaten fein würfeln.

Mehl und Hartweizengrieß in einer Schüssel mischen. Salz hinzufügen.
Die Hefe im Wasser auflösen und den Honig und das Olivenöl dazugeben; diese Mischung dann zusammen mit dem Vorteig in der Küchenmaschine mehrere Minuten lang zu einem glatten Teig verkneten.
Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und die Tomatenstücke sowie die Frühlingszwiebeln einarbeiten. Eventuell noch etwas Mehl unterkneten.
Den Teig in eine bemehlte Schüssel legen und abgedeckt 2 Stunden lang an einem warmen Ort gehenlassen.

Den Teig nochmal kurz durchkneten und zu Rollen formen. Teigstücke von ca. 50 g abschneiden, zu Brötchen formen und auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen.
Mit etwas Grieß bestreuen und abgedeckt an einem warmen Ort eine weitere Stunde gehenlassen.

Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Brötchen mit etwas Wasser bespritzen und das Blech in den Ofen schieben.
Nach 10 Minuten die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und weitere 20-25 Minuten backen.



Rezeptquelle: Le ricette di Eataly - Pane, Pizze, Focacce,
RCS MediaGroup, Corriere della Sera, Milano 2015








Samstag, 4. August 2018

Rotolo di frittata farcito - oder auch: Wie kommt der Spinat ins Ei?



Eltern stehen sicher oft vor der Frage: Wie bekomme ich den Spinat ins Kind? Da kann ich leider auch nicht mit bombensicheren Tricks aufwarten. Allerdings möchte ich Euch gerne verraten, wie man den Spinat ins Ei bekommt. Das leuchtend grüne, im Ofen gebackene und später mit einer herzhaften Füllung aufgerollte Omelette verlockt sicher auch hartnäckige Spinatverweigerer. Und übrigens: die Geschichte mit dem Kommafehler und dem Eisengehalt kennt Ihr ja bestimmt. Wenn das Kind keinen Spinat mag, wird es sicher trotzdem groß und kräftig werden! Aber vielleicht locken bei dieser Roulade ja die starken Farben zu einer kleinen Kostprobe. Falls das wieder ausgespuckt werden sollte, halten sich die Flecken in Grenzen.








Dieses hitzetaugliche und so farbenfrohe Rezept habe ich mal wieder geklaut; die Grundidee stammt aus einer italienischen Kochzeitschrift. Bei der Füllung aber ging ich eigene Wege; hier kann jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen.






Zutaten
(für eine flache Auflaufform in den Maßen 22x30 cm)


  • 6 Eier (möglichst Bio - von glücklichen Hühnern)
  • 200 g junger Spinat
  • 300 Robiola (italienischer Frischkäse)
  • 100 g getrocknete Tomaten in Öl, sehr gut abgetropft und eventuell trockengetupft
  • 40 g Pinienkerne
  • 1 Bund wildes Fenchelkraut
  • 1 junge Tropeazwiebel mit Grün (ersatzweise eine Frühlingszwiebel)
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Den Backofen auf  170 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und die Auflaufform mit Backpapier auslegen. Den jungen Spinat gut waschen und in Salzwasser wenige Sekunden blanchieren. Abgießen und sofort in Eiswasser legen. Dann herausnehmen und sehr gut ausdrücken.
Den Spinat in einem Mixer mit den aufgeschlagenen Eiern fein pürieren und alles zu einer schaumigen Masse verquirlen. Diese in die Auflaufform gießen und im Ofen 20 Minuten backen.
Danach herausnehmen, kurz abkühlen lassen, auf die Arbeitsfläche stürzen, Papier abziehen und vorsichtig von der kurzen Seite her aufrollen. Auskühlen lassen.

Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne anrösten, dann abkühlen lassen. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und die gut abgetropften Tomaten etwas kleinschneiden. Das Fenchelkraut hacken.
Den Frischkäse glattrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Frittata vorsichtig entrollen und den Frischkäse darauf verstreichen. Dann die Pinienkerne, die Frühlingszwiebelringe, die Tomatenstücke und das gehackte Fenchelkraut darauf verteilen. Alles wieder zu einer Rolle formen und fest in Folie einpacken. Für mehrere Stunden in den Kühlschrank legen.
Die Rolle in Scheiben schneiden und diese mit Zitronenzesten bestreuen.
Als Vorspeise servieren; mit einer Salatbeilage ergibt das eine erfrischende Hauptmahlzeit.

Rezeptquelle: Frei nach SALE&PEPE, August 2018





Montag, 23. April 2018

Perfekt bei steigenden Temperaturen: Avocado-Kichererbsen-Salat


Die Limetten machen's, möchte ich mal behaupten. Die Limetten und auch der Kreuzkümmel - und natürlich das frische Korianderkraut. Diese Zutaten machen diesen einfachen Salat zu einem Genuss - für mich zumindest. Wenn die Temperaturen steigen, sind Salate wie dieser, Tzatziki, Hummus oder auch Gazpacho (hier und hier) meine liebsten leichten Gerichte für die Mittagszeit, wenn ich nur für mich alleine etwas zubereiten möchte; natürlich gibt es solche einfachen, hitzetauglichen Gerichte auch oft am Abend.





Korianderkraut ist nicht ganz einfach zu finden in Rom, aber man kann es natürlich auch weglassen; viele mögen den speziellen Geschmack ohnehin nicht. Aber die Limetten, die müssen sein! Die sollte man nicht durch schnöde Zitronen (nix gegen Zitronen!) ersetzen. Ich liebe einfach den Duft von frisch aufgeschnittenen Limetten. Er erinnert mich an Florida-Urlaube, an meinen geliebten Key Lime Pie, an Caipirinha, ja sogar an ein Hotel in Las Vegas, das immer mit einer Duftmischung aus Limetten und Ingwer durchflutet zu sein schien. Kurz: Limettenduft erinnert mich an wunderschöne und erlebnisreiche Urlaube, an Sommer, Hitze, nackte Füße im Sand und an das Rauschen des Meeres -  Ihr seht, ich bin schon im Sommerdelirium! Das Wetter passt zur Zeit auch: richtig heiß in der Sonne bei noch angenehmen Temperaturen. So könnte es jetzt bleiben!
Und falls es wieder regnet, dann packt Euch den Sommer mit diesen tropischen Aromen einfach auf den Teller!




Zutaten
(für zwei Personen)


  • 4 Mini-Avocados (ersatzweise 1-2 normalgroße)
  • 250 g kleine Strauchtomaten, z.B. die Sorte "Datterino"
  • 1 Dose Kichererbsen, 400 g, abgetropft 240 g
  • 1 junge Tropea-Zwiebel mit Grün, ersatzweise 2 Frühlingszwiebeln
  • Saft von 2 Limetten
  • 3 El Olivenöl extra vergine
  • Salz
  • Tabasco
  • frisches Korianderkraut




Aus dem Limettensaft, Olivenöl und Salz eine Vinaigrette rühren.
Die kleinen Avocados schälen, Kern entfernen und würfeln. Die junge Tropeazwiebel (sie ist etwas größer als eine Frühlingszwiebel, ersatzweise zwei Frühlingszwiebeln verwenden) in Ringe schneiden.
Tomaten waschen, halbieren oder größere vierteln.
Alles Zutaten miteinander vermischen und nochmals mit Salz und Tabasco abschmecken. Den Salat mit frischem Korianderkraut bestreuen.




Einen weiteren Kichererbsen-Salat gibt es hier!

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 21. September 2016

Der Feigen Wunsch war mir Befehl: Quiche di fichi, formaggio Montasio e prosciutto cotto



Wir wissen es ja alle und auch immer wieder: Feigen lieben Ziegenkäse, Parmaschinken und oft auch Walnüsse.
"Hmm..." überlegten meine heute auf dem Markt erstandenen Exemplare. "Könntest Du uns nicht einmal eine andere Begleitung gönnen. Immer meckert irgendwo eine Ziege, wenn wir auftauchen - es ist so laaaaaaaangweilig!"
Darauf hin studierte ich eingehend die Käsetheke. Eine Art Bergkäse , so dachte ich mir, könnte den Kerlchen gefallen. Ein Käse mit einem schönen Kräuteraroma, vielleicht aus Österreich oder auch aus Südtirol. Fehlanzeige! Für hiesige Käsetheken existiert das übrige Europa kaum. Mit viel Glück bekommt man einen Gruyère oder auch mal einen Gouda, aber die Bezeichnung kennt man zumindest in meinem Feinkostladen nicht. "Ach so, der mit der roten Rinde, der "holländische Käse", heißt es da.
Ich habe mich für einen Montasio entschieden, ein Käse aus Friaul-Julisch Venetien. Das ist die östlichste Region im Norden Italiens und grenzt an Österreich und Slowenien an.
Dieser Hartkäse aus Kuhmilch hat einen würzigen Geschmack, und man nimmt ihn in der reifen Version auch gerne zum Gratinieren.
Tja, was braucht man ausländischen Käse, wenn der hiesige so gut ist!
Meine Feigen waren jedenfalls zufrieden - und wir auch!



Zutaten
(Für eine rechteckige Quicheform von 12 x 34 cm)

Pâte Brisée

200 g Mehl, gesiebt + Mehl zum Ausrollen
100 g kalte Butter in Stückchen + Butter zum Fetten der Form
1 Prise Salz
7 El kaltes Wasser
Backpapier
Tonkügelchen (oder getr. Hülsenfrüchte) zum Blindbacken

Aus den Zutaten einen Teig herstellen, in Folie wickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.
Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Danach aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer bemehlten Fläche in der Größe der Form ausrollen, in die gefettete Backform geben, Backpapier auflegen und getrocknete Hülsenfrüchte oder Tonkügelchen hineinschütten.
Form für 15 Minuten in den Ofen schieben, dann herausnehmen, Backpapier und Kügelchen entfernen und für weitere 5 Minuten backen.
Dann aus dem Ofen nehmen.

Füllung

100 g Montasio
80 g gekochter Schinken in einer etwas dickeren Scheibe
2 Frühlingszwiebeln
3 Eier
200 g Crème fraîche
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
6 Feigen
3 El Pinienkerne

Käse reiben und den Schinken in feine Würfelchen schneiden.
Die Eier mit der Crème fraîche verquirlen, den geriebenen Käse, den Schinken und die in feine Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Mischung auf in Form gießen.
Feigen schälen und halbieren und in die Masse drücken.
Quiche für zwanzig Minuten in den Ofen schieben.
Pinienkerne ohne Fett leicht anrösten und auf die leicht abgekühlte Quiche geben.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 26. September 2015

Die türkische Version der Frikadelle: Köfte




In Rom kommt man leider mit der türkischen Küche, wie überhaupt mit den Küchen dieser Welt, selten in Berührung. Mit einer netten türkischen Kollegin meines Mannes waren wir vor einiger Zeit in dem mir einzig bekannten türkischen Restaurant von Rom; wir leben übrigens in einer Drei-Millionen Stadt!
Mehrmals waren wir auch zum türkischen Feiertag in der Botschaft eingeladen. Auch hier das gewohnte Bild: Während sich die meisten Gäste aus aller Welt um das mit Spezialitäten des Landes bestückte Buffet drängen, gibt es noch eine italienische Ecke - ich sage jetzt mal nichts dazu...
Also muss man selber an den Herd, beziehungsweise dieses Mal an den Ofen. Das aktuelle Thema beim Dauerevent über die Spezialitäten aus der Türkei, der von Sibel von Insane in the kitchen und Melanie von Kleine Chaosküche monatlich ausgerichtet wird, lautet: Ofengerichte.
Diese kleinen Fleischbällchen, die im Türkischen als Köfte bezeichnet werden, landen bei uns übrigens seit Jahren regelmäßig auf dem Teller. Es ist herrlich unkompliziert, alles auf ein Blech zu packen - und dann nur noch abzuwarten. Keine Pfannen, keine Töpfe - einfach nur Genuss. ohne dass man schon beim Essen an zuviel Abwasch danach denken muss.
Wie authentisch allerdings dieses Gericht ist - das zu beurteilen, überlasse ich aber den beiden Spezialistinnen für eine der wunderbarsten Küchen der Welt!





Zutaten
(für 4 Personen)

Köfte

500 g Rinderhack
2 El gehackte, glatte Petersilie
1 Schalotte, gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt 
2 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
2 EL Semmelbrösel
1 Ei
1 Tl Salz
frisch gemahlener Pfeffer
Thymian, gerebelt
Kreuzkümmel
Rosenpaprika

Gemüse

400 g Kirschtomaten
3 Zucchini
1 gelbe Paprika
400 g Kartoffeln
1 Bund Frühlingszwiebel
ein paar frische Thymianzweige
150 ml Gemüsebrühe
1 Tl Tomatenmark
1 Tl Chilipüree (z.B. Sambal Oelek)
Olivenöl extra vergine

Joghurt-Dip

250 g griechischer Joghurt
1-2 El Zitronensaft
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
ein paar frische Minzblätter, gehackt

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das Hackfleisch mit allen Zutaten vermengen und mit den Gewürzen kräftig abschmecken. Dann mit angefeuchteten Händen kleine Bällchen aus der Hackmasse formen.
Das Gemüse putzen, Kartoffeln vierteln, Zucchini schräg in etwas dickere Scheiben schneiden, Kirschtomaten halbieren. Paprikaschote grob würfeln und die Frühlingszwiebel in ca. 3 cm lange Stücke schneiden.





Das Gemüse auf einem Backblech oder in einer großeren ofenfesten Form verteilen und die Hackbällchen daraufsetzen. Ein paar Thymianzweige darüber verteilen.
Gemüsebrühe mit dem Tomatenmark und dem Chilipüree verrühren und über Gemüse und Hackbällchen gießen. Großzügig mit Olivenöl beträufeln.
Das Blech für ungefähr 50 Minuten in den Ofen schieben.
Für den Dip alle Zutaten verrühren und diesen zu den Köfte mit Gemüse servieren.


Taste of Turkey


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 22. November 2013

Von Käse und Kaufzwängen



Zwölf Euronen für ein Schächtelchen Camembert!
Einkaufen in Rom: Für ein Quiche-Rezept benötigte ich einen Camembert - einen simplen Camembert! Aber in keinem der Kühlregale unzähliger Supermärkte, die ich durchforstete, gab es diesen zu kaufen. Brie ja, aber keinen Camembert.
Glücklicherweise fiel mir noch das hübsche, auf Käse und feine Marmeladen spezialisierte Lädchen im Ghetto ein. Also nichts wie hin, und dort endlich gab es den begehrten Käse - die Schachtel zu zwölf Euro. Das war noch der "günstige". Bei achtzehn Euro ging es weiter. Mir schwindelte.
Hypnotisiert vom Preis ließ ich mir das edle Stück über die Theke reichen. Auf dem Nachhauseweg aber sinnierte ich über die Verschwendung - die Verschwendung, diesen edlen und teuren Käse jetzt einfach so in einer Quiche zu verwursteln. So kaufte ich doch noch einen Brie. Nicht zu erwähnen, dass Einkaufen hier mit sehr viel Zeitaufwand und langen Fußmärschen verbunden ist.
Das Gute daran: ich bleibe stets in Bewegung. Besser noch: Das Sonntagsbrötchen  freut sich jetzt auf einen echten französischen Rohmilchcamembert - und mein Mann und ich werden ihn mit Andacht verspeisen.
So, genug über Preise geredet! Eingeweiht wurde meine neue rechteckige Tarteform, mit der ich schon die ganze Zeit liebäugelte. So scharwenzelte ich in den vergangenen Wochen immer wieder um diese Form im Laden herum.
Was für andere Frauen vielleicht Schuhe, sind für mich Backformen, Teller, Ravioliausstecher, kleine Tortenetageren, ja sogar schnöde Papierförmchen für Muffins. Einschlägige Läden wären auch mein Untergang, würde nicht die Vernunft mir manchmal ins Ohr flüstern: "Wo nur willst Du das alles noch unterbringen?"
Schon jetzt wird gestapelt und geschichtet, dabei steige ich manchmal auf mein kleines aufklappbares Küchentreppchen, um in schwindelnder Höhe mit Schüsseln, Deckeln, Einmachgläsern und Tellern zu jonglieren.
Wisst Ihr, dass die meisten Unfälle im Haushalt passieren?
Ganze Schrankfächer muss ich oft ausräumen, um an meine Schätze zu kommen, ob knapp unter der Decke oder auf den Knien liegend - na, Ihr kennt das wohl.
Also, das Problem mit dieser neuen Tarteform ist nun, dass ich noch eine zweite brauche - ja, das ist halt leider so -, denn beim Teigausrollen habe ich festgestellt, dass darin nur die Hälfte des Teiges Platz findet, der sonst für eine 24-cm-Form reicht. Alles klar?
Und das geht ja gar nicht! Morgen gehe ich mal wieder in meinen Lieblingsladen.




Camembert-Apfel-Tarte 

Zutaten für eine Tarteform mit herausnehmbaren Boden, 36 cm x 13 cm
(für 2 Personen als Hauptgericht, für 4 als Vorspeise)


  • 100 g Mehl
  • 50 g kalte Butter + Butter für die Form
  • 1 Prise Salz
  • 3 El kaltes Wasser


Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen salzigen Mürbeteig herstellen, kaltstellen, ausrollen, in die Form legen und wieder kaltstellen. Mit einer Gabel vor dem Füllen mehrmals einstechen.


  • 1 Apfel
  • 1 Tl Puderzucker
  • 20 g Butter
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 100 g Camembert (ersatzweise Brie)



  • 2 Eier
  • 75 ml Milch
  • 75 ml Sahne
  • 1 El Frischkäse
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • gerebelter Thymian


Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Puderzucker mit der Butter in einer Pfanne leicht karamellisieren. Den Apfel schälen, vierteln und in Scheibchen schneiden. Diese in die Pfanne geben und leicht in dem Karamell Farbe annehmen lassen.
Zur Seite stellen und abkühlen lassen.
Eier, Milch, Sahne und Frischkäse verquirlen und mit dem Gewürzen abschmecken.
In die mit dem Teig ausgelegte Tarteform zunächst die karamellisierten Apfelscheiben legen, dann den in Würfel geschnittenen Camembert darauf verteilen und die Frühlingszwiebeln auflegen.
Aus optischen Gründen habe ich diese im Ganzen verwendet, dabei zu dicke Exemplare einmal der Länge nach geteilt. Natürlich kann man die Frühlingszwiebeln auch in Ringe schneiden.
Nun den Guss auf der Tarte verteilen und diese für ungefähr 35 bis 40 Minuten in den Ofen schieben.

Rezeptquelle: Angelehnt an ein Rezept aus: Alfons Schuhbeck, Annik Wecker: Raffinierte Tartes, süß und pikant, Dorling Kindersley Verlag, München 2010


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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 10. September 2013

Angriff der Killerwurzeln



Dass Sojasprossen im Jahr 2013 immer noch Aufmerksamkeit erregen können, kann man auch nur in Italien erleben. Das Land mit der nach eigenen Aussagen besten Küche der Welt interessiert sich halt immer noch herzlich wenig für die Kochtöpfe anderer Länder.
Immerhin weckten die Sprossen auf dem Laufband der Supermarktkasse die Neugier der Kassiererin und auch die der Kundin vor mir.
Was man denn daraus mache, fragte die Kassiererin. Etwa vegetarische Klößchen - sie hätte davon schon gehört. Sie meine wohl eher Tofu, der aus Sojabohnen hergestellt wird, entgegnete ich ihr, aber Tofu war ihr kein Begriff. Die Kundin spitzte ebenfalls die Ohren und wollte wissen, was ich denn nun mit diesen mysteriösen Sprossen anstellen werde.
Angesichts der Schlange hinter mir wollte ich im Schnelldurchlauf mein  - asiatisch angehauchtes - Rezept herunterrattern. Aber weit kam ich sowieso nicht.
Waaaas, Ingwer würde ich zum Gemüse geben? Das sei doch diese Wurzel, die unsagbar im Hals kratze, weil eben soooo scharf. Als ich ihr mitteilte, dass sich auch noch Peperoni in meinem Rezept dazugesellen, ergriff sie die Flucht: Da sei ja jeder Bissen tödlich!
Und weg war sie!













Asiatische Reisnudelpfanne mit Hühnchenbrust und Gemüse


Zutaten (für 4 Personen)

  • 1 Hühnchenbrust (ca. 450 g)
  • 1 El Speisestärke
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Stück Ingwer (ca. 20 g)
  • 1 rote Chilischote
  • 200 g Stangensellerie
  • 3 Möhren
  • 1 rote Paprikaschote
  • 2-3 Frühlingszwiebeln
  • 250 g frische Sojasprossen
  • 125 g Reisnudeln
  • Pflanzenöl
  • Sesamöl, aus gerösteten Sesamsamen
  • Sojasauce
  • etwas Hühnerbrühe (ca. 200 ml)


Die Hühnchenbrust fein schnetzeln und in der Speisestärke wenden.
Knoblauch und Ingwer fein hacken, die Chilischote entkernen und in feine Streifen schneiden.
Paprikaschote vierteln, putzen und in feine Streifen, den Stangensellerie in feine Scheibchen und die Möhren in streichholzgroße Stifte schneiden.
Die Frühlingszwiebeln schräg in Ringe schneiden, das Grüne dabei etwas feiner und gesondert zur Seite stellen.
Die Sprossen in ein Sieb geben, abbrausen und mit kochendem Wasser übergießen.
Die Reisnudeln in eine Schüssel geben und ebenfalls mit kochendem Wasser übergießen Ungefähr sieben Minuten ziehen lassen, dann in ein Sieb geben (eventuell mit einer Schere etwas kleinschneiden).
In einer großen Pfanne (oder einem Wok) das Öl erhitzen und die Hühnenbruststreifen scharf anbraten.
In einer zweiten Pfanne etwas Öl erhitzen und die feingehackte Knoblauch-, Ingwer- und Chili-Mischung in die Pfanne geben, dann das vorbereitete Gemüse (bis auf das Frühlingszwiebelgrün und die Sojasprossen) hinzufügen und zwei Minuten anbraten.
Das Gemüse nun zum Fleisch in die Pfanne geben, die Sprossen hinzufügen und zusammen eine Minute braten.
Mit Sojasauce abschmecken.
Die Reisnudeln untermischen, die Hühnerbrühe hinzufügen, und nochmals mit Sojasauce und Sesamöl abschmecken.
Mit dem Frühlingszwiebelgrün bestreuen.
Perfekt wäre noch etwas frisches Koriandergrün dazu, aber das ist leider in Rom kaum aufzutreiben.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 6. September 2013

Achtung Küche - Gefahrenzone!



Es hätte mein zweiter Beitrag zu Uwes Kochenevent "Wir kochen alle nur mit Wasser" werden sollen.
Aber dann machte mir mein neues, superscharfes Messer einen Strich durch die Rechnung!
Ein Moment der Unachtsamkeit - und zack! Die Details erspare ich Euch lieber...
Glücklicherweise war der Couscous-Salat schon so gut wie fertig, dennoch musste ich zunächst einmal alles stehen- und liegenlassen - ein Durcheinander von Schneidebrettchen, Pfannen, Messer- und Schälchen. Ich hasse das während des Kochens, denn ich gehöre zu denen, die immer alles gleich wegspülen und wieder an die richtige Stelle räumen.
Am Abend dann rollte mein Mann übrigens die ersten Hackbällchen seines Lebens.
Ich mache es kurz, denn das Tippen fällt mir immer noch schwer. Es gab Couscous-Salat, dessen Reste besonders am folgenden Tag, gut durchgezogen, noch besser schmeckten.






Couscous di verdure


Zutaten (für 6-8 Personen)


  • 260 g Couscous
  • 350 ml Gemüsebrühe
  • 1 El Olivenöl extra vergine
  • 1 Aubergine
  • 1 Zucchina
  • 3 Flaschentomaten
  • 1 rote Paprikaschote
  • 2-3 Frühlingszwiebeln
  • 1 Chilischote
  • 1 Knoblauchzehe
  • 60 g Oliven, entkernt und in Öl eingelegt (z.B. Taggiasche-Oliven)
  • 40 g Rosinen (in Wasser eingeweicht und dann ausgedrückt)
  • 60 g in Salz eingelegte Kapern, gut gewässert und abgespült
  • 50 g Pinienkerne
  • 60 Cashewkerne
  • ein Paar Blättchen Minze
  • Olivenöl extra vergine
  • neutrales hoch erhitzbares Pflanzenöl
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Ras el-Hanout 
  • Tabasco (fakultativ)


Den Couscous in eine Schüssel geben und einen El Olivenöl unterrühren. 350 ml Gemüsebrühe zum Kochen bringen, über den Couscous gießen und diesen zehn Minuten ziehen lassen. Dann den Couscous mit zwei Gabeln auflockern.
Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne leicht anrösten und zur Seite stellen. Die Cashewkerne grob zerhacken; einige für die Dekoration zur Seite legen.
Die Aubergine in Würfel schneiden und in hoch erhitzbaren Pflanzenöl scharf anbraten. Die Würfel leicht salzen und auf einem mit Küchenpapier ausgelegten Teller geben.
Die Zucchina und die Paprikaschote in Würfel schneiden, die Knoblauchzehe und Chilischote fein hacken . Olivenöl erhitzen und die Gemüsewürfel darin anbraten, Knoblauch und Chili dazugeben und salzen.
Die Tomaten in Würfel und die Frühlingzwiebeln in feine Ringe schneiden.
Die Gemüsesorten, Tomatenwürfel und Frühlingszwiebeln unter den Couscous mischen. Nun noch die ausgedrückten Rosinen, die abgespülten Kapern, die Oliven, Pinien- und Cashewkerne sowie fein gehacke Minzblättchen dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und Ras el-Hanout abschmecken. Wer mag, fügt noch einige Spritzer Tabasco hinzu.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 24. Juli 2013

Reissalat - eine Annäherung



Mindestens genauso schlimm wie in Mayonnaise ertränkte Nudelsalate mit Fleischwursteinlage sind für mich fad abgeschmeckte Reissalate. Ein Erbschen hier, ein Gurkenstückchen dort, noch ein paar Schinkenwürfel dazu, zur Dekoration ein Petersiliensträußchen - und fertig ist einer der Klassiker bundesdeutscher Siebziger-Jahre-Kochkultur. Glücklicherweise landete so etwas in meiner Familie nie auf dem Party-Buffet.
In Italien sieht es allerdings bis zum heutigen Tag nicht besser aus. Hier gibt es fertige Mischungen aus Oliven, Gurken und Paprika im Glas - säuerlich eingelegt -, die man einfach in den gekochten Reis kippt.
Che orrore! Das wird hier nur noch vom sogenannten Insalata Russa übertroffen, bei dem man gekochte, kleingewürfelte Kartoffeln sowie Erbsen und Karotten aus dem Glas unter Bergen von Mayonnaise begräbt. Darüber kommt dann meist noch eine Mayo-Dekoration aus dem Spritzbeutel, die sich nach einiger Zeit so herrlich glasig-gelb verfärbt. Buon appetito! 
Was bin ich böse, aber das muss an der Hitze liegen...
Es mussten noch viele Jahre vergehen, bis ich mich heute zum ersten Mal an einen Reissalat wagte.
Zu diesem heißen Klima passen Salate ja bestens, auch wenn ich wochenlang nicht nur von Salat leben wollte. Überall ist ja in diesen Tagen zu lesen, dass der Herd ausgeschaltet bleibt, weil es auch in Nord- und Mitteleuropa gerade ziemlich sommerlich ist.
Nun halten solche Hitzeperioden bei uns im Süden ja wochenlang an, und allzu lange möchte ich auch nicht auf warme Speisen verzichten. Ganz im Gegenteil: Gerade vor zwei Tagen bekam ich einen richtigen Heißhunger auf ein scharfes, heißes Hühnercurry!
Heute aber nun gab es einen hitzetauglichen Salat - nicht als Beilage, sondern als Hauptgericht.
Protagonist ist der schwarze und aromatisch-nussige Riso Venere - Venusreis. Das klingt doch schon einmal vielversprechend - und das Ganze in italienisch umso schöner:

Insalata di Riso Venere con melone, prosciutto e gnocchetti di caprino







Zutaten

Salat

  • 200 g Riso Venere
  • 1 halbe Melone (z.B. Cantaloupe)
  • 200 g gekochter Schinken (in Scheiben)
  • 1 Peperoni
  • 1-2 Frühlingszwiebel
  • ein paar Blättchen Rauke
  • 3 El Aceto Balsamico
  • 1 El Saba (Mosto Cotto)
  • 1 Tl Dijon-Senf
  • 4 El Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Den Reis in reichlich kochendem Salzwasser ungefähr 40 Minuten kochen, danach abgießen und kalt abschrecken.
Eine Vinaigrette rühren aus dem Aceto Balsamico, der Saba, dem Senf, Salz, Pfeffer und dem Olivenöl; dabei erst zum Schluss das Olivenöl unterrühren.
Das Melonenfleisch mit einem Kugelausstecher aus der Melonenhälfte holen. Den Schinken in kleine Quadrate schneiden. Die Peperoni entkernen und fein würfeln. Die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Rauke waschen und trockenschleudern.
Reis mit allen Zutaten und der Vinaigrette vermischen.
Anstelle von Mozzarella oder Feta im Salat gibt es dazu:




Ziegenfrischkäse-Nocken

  • 250 g Ziegenfrischkäse
  • 1 El Butter
  • 1 Schalotte
  • ein paar Zweiglein Zitronenthymian
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Schalotte sehr fein würfeln und in der Butter sanft weichdünsten. Die Blättchen von den Thymianzweigen zupfen und untermischen, dann die Schalotten etwas abkühlen lassen.
Den Ziegenfrischkäse mit den gedünsteten Schalotten vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Crème für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Vor dem Servieren Nocken abstechen.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 8. Mai 2013

Ein bisschen "retro" - mein Geflügelsalat



Geflügelsalat - da muss ich unwillkürlich an gefüllte Eier, Käsespießchen und Toast Hawaii auf dem Nierentisch denken. Aber ich mag ihn eigentlich. Eigentlich...
Nein, Geflügelsalat ist nicht gerade ein Highlight der gehobenen Küche - ich erhebe auch gar nicht den Anspruch, mich auf diesem Terrain zu bewegen -, und besonders ansehnlich ist er in der Regel auch nicht. Aber es müsste doch möglich sein, so dachte ich mir, jenseits von Zutaten wie etwa Dosenmandarinen etwas halbwegs Anständiges zustande zu bringen, dem darüber hinaus nicht noch der Mief einer phantasielosen Resteverwertung anhängt ("da war doch noch das Suppenhuhn...").
Wobei nicht das Geringste gegen eine vernünftige und kreative Resteverwertung gesagt sei!
Auf dem Weg zum perfekten Geflügelsalat, so es ihn denn überhaupt gibt, lege ich mal einen Zwischenstopp bei dieser Version ein. Im Grunde ist es auch eine Resteverwertung, denn ich hatte noch Stangensellerie und Frühlingszwiebeln im Gemüsefach. Dazu, gerade auch zu der "asiatisch" angehauchten Mayonnaise, konnte ich mir Kichererbsen als dritte Zutat vorstellen. Auf Fruchtiges habe ich trotz des Curry-Pulvers verzichtet, obwohl Ananas dazu der Klassiker schlechthin ist.
Basis für die Salatsauce ist eine Mayonnaise ohne Eier. Aufmerksam geworden auf diese Art Mayonnaise bin ich schon vor Jahren durch ein Rezept von Kirsten, das sie bei Essen und Trinken veröffentlicht hatte. Auch bei Zorra im "Kochtopf" gibt es ein Rezept für eine Mayonnaise ohne Ei, und auch bei ihr ist sie Saucenbasis für einen fruchtigen Geflügelsalat.



Zutaten (für 6 Personen)


  • 1 ganze Hühnerbrust (ca. 600 g, in dünne Scheiben geschnitten)
  • Butterschmalz
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer



  • 50 ml Kondensmilch (10% Fettgehalt)
  • 125 ml neutrales Pflanzenöl
  • 1 gestr. Tl Dijon-Senf
  • Salz
  • ein paar Spritzer Zitronensaft
  • 1 Tl Sojasauce
  • 1 Tl mildes Curry-Pulver
  • ein paar Spritzer Worcestershiresauce
  • 1 Chilischote



  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 50 g Stangensellerie (die hellgrünen, zarten Teile aus dem "Herz")
  • 230 g Kichererbsten (aus Dose oder Glas, abgetropft)


Die Hühnchenbrustscheiben in Butterschmalz anbraten, salzen und pfeffern, aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. Dann in schmale Streifen oder kleine Würfelchen schneiden.
Kondensmilch, Senf und Öl in einen hohen, schmalen Becher geben und mit der Schlagscheibe vom Zauberstab zu einer dicklichen Mayonnaise aufmixen.




Die Chilischote in feine Würfelchen schneiden, zu der Mayonnaise geben und diese mit den anderen Zutaten abschmecken.
Frühlingszwiebeln und Stangensellerie in feine Scheiben schneiden.
Hühnchenfleisch mit den Kichererbsen, den Frühlingszwiebeln und dem Sellerie mischen und die Mayonnaise unterheben.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 5. April 2013

Backen mit einer "Unbekannten" - Mini-Cheesecakes con cicoria



Mir fehlen die Worte!
Das heißt: Mir fehlt ein Wort, nämlich die deutsche Bezeichnung für eine Gemüse mit dem schönen italienischen Namen Cicoria.
Das ist kein Chicorée, denn dieser Salat heißt im Italienischen Indivia belga.
Selbst Langenscheidts Praxiswörterbuch Gastronomie scheitert an dieser Frage (wie schon oft zuvor, nebenbei bemerkt); ist also auch keine große Hilfe. Cicoria=Chicorée steht dort zu lesen.
Nächste Anlaufstelle war dann Cédric Dumonts Kulinarisches Lexikon. Unter dem Stichwort "Zichorie, Wegwarte" erfuhr ich, das die fleischige Pfahlwurzel des auch als Rübenpflanze bezeichneten Gemüses gekocht und gemahlen als Kaffee-Ersatz verwendet werden kann. Die aus den Wurzeln treibenden Blattsprossen nennen sich - Chicorée! Eine weitere Zuchtart sei die Endivie - aha!
Meine Verwirrung war jetzt komplett.
Wie Chicorèe aussieht, weiß ich. Und das, was ich heute morgen auf dem Campo de' fiori als "Cicoria" gekauft habe, sieht ziemlich anders aus...
Letzter Versuch - ein Blick in das im Könemann-Verlag erschiene Werk über Zutaten mit dem Titel Ingredienzien. Ich habe allerdings nur die italienische Ausgabe: Ingredienti.
Bei Cicoria war ein dem Radicchio ähnlicher Salatkopf abgebildet.
Hilfe!
Mein Gemüse sieht dagegen so aus:




Zusammenfassend kann ich nach meinem jetzigen Wissensstand nur sagen, dass Cicoria eben wie der Chicorèe zu den sogenannten Zichoriengewächsen gehört.
Wie auch immer: Heute gab es pikante kleine Törtchen mit diesem Gemüse, frei nach einem Rezept aus der aktuellen "Sale e Pepe".
Ich habe die Cheesecakes aber etwas "aufgepeppt" und traue mich mal ganz frech, dem ganzen ein wenig mehr Würze zu geben. So wird zum Beispiel laut Rezept kurz eine halbe! Knoblauchzehe in Olivenöl angeschwitzt und wieder entnommen, bevor dann die Cicoria, ich nenne sie weiterhin Cicoria, da mir eine exakte deutsche Bezeichnung fehlt, mit in die Pfanne hüpfen darf. Ich dagegen nehme eine ganze Knoblauchzehe - und diese bleibt dann auch im Gemüse!
An Stelle der vorgesehenen Minze gebe ich eine in feine Ringe geschnittene Frühlingszwiebel sowie etwas gehackte Petersilie zum Frischkäse.
Ich habe mir natürlich auch darüber Gedanken gemacht, was man für eine Gemüse nehmen könnte, wenn es an der Cicoria scheitern sollte, da nördlich der Alpen vielleicht auch unauffindbar. Radicchio könnte ich mir optisch und natürlich geschmacklich sehr gut in diesen Törtchen vorstellen - und Radicchio gehört ja ebenfalls zu den Zichoriengewächsen.





Zutaten (6 Cheesecakes)


  • 120 g Salzcracker
  • 70 g Parmigiano Reggiano
  • 50 g Butter (im Original-Rezept 40 g) + Butter zum Ausfetten der Formen
  • 200 g Cicoria (im Original-Rezept 160 g)
  • 1 Selleriestange, ca. 50 g (im Original-Rezept 30 g)
  • 1 Knoblauchzehen (im Original-Rezept eine halbe)
  • 400 g Robiola* (oder ein anderer Frischkäse)
  • 2 Eier
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine
  • 1 El feingehackte Petersilie (im Original-Rezept: ein Bund Bergminze, fein gehackt)
  • 1 Frühlingszwiebel (von mir hinzugefügt)
  • 6 Dessertringe von jeweils 8 cm Durchmesser


Zunächst einmal war schon beim Zubereiten abzusehen, dass die Zutaten für mindestens 6 Dessertringe reichen. Im Originalrezept ist von vier Förmchen die Rede.
Die zerlassenen Butter habe ich um 10 g erhöht, die im Originalrezept angegebene Menge reichte nicht aus. Die Backtemperatur habe ich nach 10 Minuten von 160 (im Rezept) auf 190 Grad erhöht, das die Käsemasse zu weich blieb. Ich denke ein Kompromiss von 180 Grad wäre perfekt.

Die Cicoria putzen, ich habe dabei Teile der Stängel sowie einige unansehnliche Blätter entfernt, gut waschen und trockenschleudern. Den Stangensellerie fein würfeln, die Knoblauchzehe fein hacken.
In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Selleriewürfel mit dem Knoblauch anschwitzen, dann die Cicoria hinzufügen und zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und grob zerkleinern.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Salzcracker fein zerbröseln und die Butter zerlassen. Brösel mit Butter und 30 g Parmesan mischen.
Sechs Dessertringe mit Butter ausfetten und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech (ich habe ein Pizzablech genommen) setzen. Die Bröselmischung in jeder Form verteilen und gut andrücken (ich habe einen kleine Saucenkelle dazu verwendet). Das Blech mit den Förmchen 15 Minuten in den Kühlschrank stellen.



In der Zwischenzeit den Robiolakäse mit dem restlichen Parmesan, einer in feine Ringe geschnittenen Frühlingszwiebel, einem El gehackte Petersilie und zwei Eiern vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Förmchen aus dem Kühlschrank nehmen und in jedes zunächst die Hälfte der Frischkäsecrème verteilen. In jedes Förmchen dann etwas von der Cicoria geben und mit der verbleibenden Crème abdecken,
Im Ofen 20 bis 25 Minuten backen. Danach etwas abkühlen lassen und vorsichtig die Förmchen entfernen.




*Und zum Schluss muss ich noch etwas motzen: 400 g Robiola werden für das Rezept gebraucht. In einem Supermarkt erstand ich zwei (vom Supermarkt abgepackte) Plastikschälchen mit jeweils zwei  abgepackten Päckchen von diesem Frischkäse; diesen noch in Originalverpackung. Inhalt laut der einen Packung: 218 g, laut der anderen 216 g. Prima, dachte ich mir, passt ja. Ist ein bisschen mehr, aber kann ich ja abwiegen.





Ich muss jetzt noch vorausschicken: Ich gehöre nicht zu den Erbsenzählern, die sich beim Metzger erst das Papier abwiegen lassen! Hier handhabt man das sowieso - wie soll ich sagen - "lockerer".
Aber dass heute beim Abwiegen des Käses auf einmal nur 350 g auf meiner Waage lagen, fand ich, gelinde gesagt, eine Frechheit! Das bringt mich beim Kochen und Backen dann einfach in Verlegenheit! 
Das ummantelnde Papier für diesen Robiolakäse allein hat schon Gewicht, zudem steht auf dieser Verpackung selbst nirgends eine Gewichtsangabe drauf.
Was ist also passiert? Man nimmt ein Plastikschälchen, legt zwei verpackte Frischkäseteilchen hinein - und wiegt dann alles zusammen.
So macht man das!






Kochrezepte Basar -teilen,inspirieren,stöbern,entdecken- immer Freitag bis Sonntag - tobias kocht!





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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