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Sonntag, 19. Februar 2023

Es muss Liebe sein: Quiche di radicchio e maroni


Radicchio mal wieder! Leider nicht der seidenzarte Tardivo, aber wo ein Taleggio schon mal im Einkaufswagen wartete, musste Radicchio dazu. Dieser Käse und Radicchio - mein Dreamteam! Ich liebe diese Kombi! Auch wenn es dieses Mal nur die vulgäre Salatkopfversion von Radicchio war. Fragt mich nach meiner Lieblingspasta - und ich frage zurück: Winter oder Sommer? Im Winter ist es definitiv Pasta mit Radicchio. So einfach, so schnell zubereitet, so unfassbar gut! 

Überhaupt Radicchio! Ob geschmort mit Fonduta, in der Lasagne oder im Risotto, zur einfachen Pasta oder versteckt in Tortelli - wer ihn bislang nur als Salat kannte, versäumt die besten Zubereitungsarten. "Waaas, man kann damit kochen?" fragte mich unlängst eine Bekannte. "Ich kenne den nur als Salat!"




In Italien "kocht" man immer mal wieder mit Salat. Ich erinnere hier nur an den geschmorten Scarola, den ich zum ersten Mal auf der kleinen Insel Ponza probieren konnte, oder an diese Ravioli. Warum findet man eigentlich diese regionalen Spezialitäten nicht in den hiesigen italienischen Ristoranti? Wird denen eigentlich auf Dauer ihr Angebot nicht selbst langweilig? Sempre la solita minestra, wie man in Italien zu sagen pflegt - auch in übertragenem Sinne. Immer das gleiche Speisenangebot, ob ein Restaurant sich nun sardisch, sizilianisch oder sonst was schimpft! 

Eine dritte Zutat blieb non unerwähnt: die Maronen. Kein Muss, aber sie neutralisieren durch ihre leichte Süße perfekt die Bitternote des Radicchio, ohne sie zu überdecken. Ich bin so begeistert von dieser Kombination, dass dieses Erfolgstrio bei uns immer wieder auf den Tisch kommt - und in Zukunft öfters auch als Quiche. 




Zutaten und Zubereitung
(für eine Quicheform von 28 cm Ø)


Teigboden
  • 200 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
  • 100 g kalte Butter + Butter für die Form
  • 7 El kaltes Wasser
  • 1 Prise Salz

Mehl in eine Schüssel sieben, die Butter in Flöckchen sowie das Salz und das Wasser hinzugeben. Zunächst alle Zutaten mit einem Messer kurz zerhacken, dann zu einem Mürbeteig verkneten.
In Folie gewickelt für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
Die Form mit Butter einfetten und den Teig auf etwas Mehl dünn ausrollen. Die Form damit auslegen und wieder in den Kühlschrank stellen. Mindestens zwei Stunden kühlen.


Füllung
  • 1 großer Kopf Radicchio (oder 4-5 Radicchio Tardivo)
  • 50 g Pancetta
  • 1 rote Zwiebel
  • 100 g Maronen (küchenfertig, vakuumverpackt)
  • 90 g Taleggio
  • Olivenöl extra vergine
  • 2 Eier
  • 75 ml Sahne
  • 100 Ml Milch
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Pancetta in feine Würfelchen schneiden und in etwas Olivenöl anbraten, dann die gewürfelte Zwiebel hinzugeben und anschwitzen.

Den Radicchio-Kopf vierteln, den Strunk entfernen und in Streifen schneiden. In die Pfanne geben und schmoren, bis er ganz zusammengefallen und die Flüssigkeit verdampft ist.
Salzen, pfeffern und den gewürfelten Taleggio darin schmelzen lassen.
Pfanne von der Kochstelle nehmen und den Inhalt abkühlen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Die Eier mit der Sahne und der Milch verquirlen und unter den Radicchio mischen. Die Maronen dazugeben.

Füllung auf dem Teig verteilen und die Quiche ca. 45 Minuten im Ofen backen.
 



Mittwoch, 27. Januar 2021

Wenn eine Beilage die Hauptrolle spielt: Radicchio tardivo con fonduta di Montasio

 


Beilagen wurden bei mir im Blog oft stiefmütterlich behandelt. Dabei schiebe ich für eine raffinierte Beilage jedes Stückchen Fleisch zur Seite. Wenn ich auf dem Markt die wunderschönen "Winterblumen" erspähe, so verwende ich sie meistens für ein Pastagericht. Dort vermählt sich der Radicchio tardivo di Treviso gerne mit cremigem Taleggio und herzhafter Pancetta; die reizvolle Bitternote oft gemildert durch die Zugabe von Maronen. So setzt sich mein Lieblings-Winter-Pasta-Essen zusammen. Aber eigentlich sollte man den schon wunderschön anzusehenden Radicchio selbst einmal hervorheben. Er verdient es, endlich mal eine Hauptrolle zu spielen! Auch wenn es doch ein Contorno bleibt.




Radicchio als Beilage verirrt sich in den Ristoranti Italiens schon mal auf den kleinen Contorno-Teller mit gegrilltem Gemüse. Übrigens werden in Italien in der Regel die Beilagen immer auf einem extra Teller serviert. Das kommt mir persönlich sehr entgegen; je nach Beilage mag ich es nämlich überhaupt nicht, wenn sich alles auf einem Teller vermischt. Wobei im saucenarmen Italien kaum die Gefahr eines unappetitlichen Ineinanderlaufens besteht. Radicchio als Beilage also. Oft nur lieblos auf den Grill gelegt - ein Schicksal, das leider auch den (ungewürzten) Zucchini- und Auberginenscheiben widerfährt -, konnte er so mein Herz nicht erobern. Vor allem ist eine solche Behandlung ein kulinarisches Verbrechen, überstehen doch die seidigen Blätter kaum diese Tortur.  Aber bei den Beilagen gibt man sich oft wenig Mühe. Nun ist Rom auch nicht gerade für raffinierte Küche bekannt. Im Veneto wird da dem Radicchio schon ganz anders gehuldigt, spielt er dort in vielen Gerichten eine Hauptrolle. Sogar Desserts bereitet man dort mit dem Gemüse zu. Vielleicht wage ich mich demnächst auch mal daran...





Zutaten und Zubereitung
(als Beilage für 4 Personen)


  • 4-5 Radicchi tardivi di Treviso
  • 30 g Butter
  • 1 El Mehl
  • 250 ml Milch
  • 100 g Montasio (italienischer Käse aus der Region Friaul-Julisch Venetien)
  • 2 El Pinienkerne
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss

Für die Fonduta den Käse reiben. In einem Topf die Butter schmelzen lassen und das Mehl hinzugeben. Aufschäumen lassen und dann die vorher erhitze Milch einrühren und alles aufkochen lassen. Den geriebenen Käse in der Béchamel schmelzen lassen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. 

Den Radicchio waschen und der Länge nach vierteln. In einer normalen Pfanne oder Grillpfanne von allen Seiten behutsam anbraten. Salzen und Pfeffern. Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne kurz anrösten.

Die warme Fonduta über dem Radicchio verteilen und mit den Pinienkernen bestreuen.


⚜⚜⚜


Noch mehr Gerichte mit der "Winterblume"









Dienstag, 12. März 2019

Ein Winterblumen-Wohlfühl-Gericht: Risotto al radicchio



Bevor in Kürze das Frühlingsgemüse die Märkte zurückerobert, muss die Radicchio-Saison noch einmal intensiv ausgekostet werden  - im wahrsten Sinne des Wortes. Dass der Winter aber auch hier im Süden noch nicht ganz vorüber ist, hat sich erst in den vergangenen Stunden wieder gezeigt. Orkanböen, verbunden mit einem Temperatursturz, fegten über die Stadt. Spät abends noch mussten wir gestern alle Fensterläden schließen, während auf der Terrasse bedrohlich die Blumentöpfe rumpelten und am heutigen Morgen zum Teil umgekippt waren. Bei so starken Winden habe ich immer ein wenig Angst, durch die engen  Strassen zu laufen, und mein Blick wandert dann oft nach oben. Es ist ein Wunder, dass bei den vielen wunderschönen Dachterrassen nicht mehr Unglücke passieren. Vor allem der Antennenwald auf den Dächern kommt bei stürmischem Wetter immer wieder ins Schwanken; im Nachbarhaus hatten starke Winde vor ein paar Monaten eine Antenne abgeknickt, die jetzt an einem Kabel hängend auf dem Dach über unserer Wohnung liegt - und in den Innenhof zu stürzen droht. Niemand aber fühlt sich für deren  Entsorgung zuständig, obwohl wir die Hausverwalter angeschrieben hatten - inklusive Foto. Nun ja, noch hängt sie - und gerät langsam in gefährliche Vergessenheit. Hoffen wir mal, dass die Kabel halten!




Aber zurück zu dem wunderbaren Gemüse, das auch ein ungemütlicher Winter hervorbringen kann.  Egal  - ob im Ganzen puristisch geschmort, in oder an der Pasta oder im Risotto: ich liebe diese Schönheit! Radicchio Rosso Tardivo di Treviso ist der Edelste, der Schönste, der Zarteste aller Radicchio-Sorten,  für dessen Kultivierung auch der Mensch seine Finger im Spiel hat.





Der im Hochsommer ausgesäte Radicchio wird im November geerntet, zu Sträußen gebunden und  für viele Tage in 12-15 Grad warmes Wasser gelegt, das ständig ausgetauscht wird (heute geschieht das natürlich automatisch). Die äußeren Blätter werden später entfernt, die Wurzeln abgeschnitten. Im Innern ist nun das "Herz" der Pflanze gewachsen, das wir so unwiderstehlich attraktiv finden. Und nur mit den seidigen Blättern dieses wunderbaren Radicchio-Herzens gelingt das folgende Wohlfühlgericht.




Zutaten
(für 2-3 Personen)


  • 200 g Risotto-Reis, z. B. Carnaroli
  • 1 Schalotte
  • 100 g Pancetta, gewürfelt
  • 3-4 Sträußchen Radicchio Tardivo
  • 3 El Butter
  • 2 El Olivenöl, extra vergine
  • 2-3 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • ca. 1,5 l Fleisch- oder Hühnerbrühe, möglichst selbst gekocht


(wer mag, kann vor dem ersten Aufgießen mit Brühe mit einem Gläschen Rotwein ablöschen, 
diesen etwas verdampfen lassen, dann wie unten beschrieben weiter verfahren.)

Die Brühe erhitzen und am Köcheln halten.
Radicchio putzen, Wurzelansatz großzügig abschneiden und die Blätter in ca. 5 cm lange Streifen schneiden.
Die gewürfelte Pancetta ausbraten, einen El Butter und etwas Olivenöl hinzufügen und die fein gewürfelte Schalotte kurz mit anschwitzen. Den Reis hinzufügen und glasig werden lassen. Die Radicchio-Blätter hinzufügen und auch kurz anbraten.
Nach und nach die köchelnde Brühe hinzufügen, dabei immer wieder umrühren. Die Garzeit beträgt nach dem ersten Aufgießen ungefähr 18 Minuten.
Nach dieser Zeit die Pfanne vom Herd nehmen und die restliche Butter sowie den Parmigiano unterrühren. Mit Pfeffer abschmecken (Salz meist nicht nötig). Vor dem Servieren den Risotto zugedeckt 3 Minuten ruhen lassen.




Mittwoch, 29. April 2015

Da haben wir den Salat: Insalatone con pollo e papaya



"Insalatone" - der "große" Salat. Da muss ich gleich wieder an die berühmte "Insalata Mista" denken, die man so gerne in italienischen Restaurants im Ausland als "Vorspeise" bestellt. Um es es gleich zu sagen: Das ist so unitalienisch wie ein Cappuccino nach dem Mittag- oder Abendessen.
In Italien selbst käme niemand auf die Idee, in sein Menü mit einem gemischten Salat einzusteigen, es sei denn, er hat sich selbst strengste Diät verordnet, was in der Vor-Strand-Saison nicht selten vorkommt; und dann bleibt es meist auch beim Salat - nämlich bei einem Insalatone!
Bei den Damen sind solche Diätmahlzeiten Bestandteil der jährlich wiederkehrenden Aktion "Prova del Bikini" - die "Bikiniprobe". Wenn sich da ein paar Pfündchen über den Winter auf den Hüften angesammelt haben, kann das bei den stets auf ihr Äußeres bedachten Italienerinnen zu leichten Panikattacken führen. Diät und Schwitzen in der Palestra (Fitnessstudio) sollen die perfekte Strandfigur dann wieder in Form bringen.
Zurück zum Salat. Die Insalata Mista ist in Italien üblicherweise eine Beilage - zu Fleisch oder Fisch -, ein Insalatone (witzigerweise wechselt das Wort hier vom Femininum zum Maskulinum) durchaus ein Hauptgang. Als leichte (Mittags-)Mahlzeit findet man ihn vor allem in kleinen Bistros oder den sogenannten Enoteche. den Weinhandlungen mit angeschlossener kleiner Küche. Diese üppige Version eines gemischten Salats kann dabei angereichert werden mit Speckstückchen, Käse, Thunfisch, Ei oder sonstigen "Extras".




Beiden Salatformen ist in Italien leider eines gemeinsam: Sie kommen "unangemacht" auf den Tisch. Jetzt mal ganz ehrlich: Niemand braucht eine künstlich schmeckende Salatsauce aus der Flasche, wie es leider in einigen deutschen Lokalen noch immer der Fall ist, aber niemand kann mir aber auch erzählen, dass aus am Tisch draufgekipptem Olivenöl und Balsamico eine wohlverbundene, sämige Vinaigrette entsteht, die dann das I-Tüpfelchen einer Salatmahlzeit darstellt.
Man bekommt also eine kleine Schüssel - oder wie beim Insalatone einen Teller - mit Salatblättern und sonstigem vorgesetzt, dazu Salz (nach Pfeffer muss man oft extra fragen), Olivenöl und Essig (nach Balsamessig muss man oft extra fragen...) - und dann geht's los mit dem Mischen, inklusive regelmäßigen Aufklaubens der Salatblätter neben dem Tellerrand. Auch hier muss ich sagen: In Italien hat man an dieser Stelle kein hygienisches Problem, denn ein frisches Tischtuch für jeden Gast, auch in der einfachsten Trattoria, ist selbstverständlich - in Deutschland leider noch nicht. Zur Mittagszeit sieht man dann perfekt gekleidete Herren im dunklen Anzug, die umständlich mit Salatblättern hantieren, dabei peinlich genau darauf achten, das weiße Hemd beim Hantieren nicht zu bekleckern. Auch bei privaten Essenseinladungen, sofern sie nicht in förmlichem Rahmen (da gibt es niemals Salat), sondern eher unter Freunden stattfinden, wird oft nach! dem Fleischgang noch eine Schüssel mit Salatblättern herumgereicht. Dazu stellt die Dames des Hauses Öl, Essig, Salz und Pfeffer auf den Tisch.
Bei mir wird der Salat immer an dem Ort zubereitet, wo er auch geputzt wurde: nämlich in der Küche.




Zutaten
(für zwei Personen)

1 Radicchio
1 Eichblattsalat
1 Chicorée
1 Frühlingszwiebel
1/2 Papaya
2 El Pinienkerne

4 El Aceto Balsamico di Modena
1 Tl Honig
1 Tl Dijon-Senf
5 El Olivenöl extra vergine
1 El Kürbiskernöl
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

450 g Hähnchenbrust in Scheiben
1 Knoblauchzehe
3 Salbeiblätter
1 Rosmarinzweig
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Peffer

Den Salat putzen, waschen und trockenschleudern, Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne rösten. Aus der Papaya mit einem Kugelausstecher kleine Bällchen entnehmen. Die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden.






Den Balsamessig mit Salz, Pfeffer, Senf und Honig gut verrühren, dann erst Olivenöl und Kürbiskernöl unterarbeiten, bis sich alles zu einer sämigen Emulsion verbunden hat.

Die Nadeln vom Rosmarinzweig streifen und diese zusammen mit den Salbeiblättern fein wiegen. Die Knoblauchzehe halbieren. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die in grobe Streifen geschnittenen Hühnerbrustschnitzel darin anbraten; dabei die Knoblauchhälften zum Aromatisieren hinzufügen. Die Streifen salzen, pfeffern und die gehackten Kräuter darüberstreuen, Nochmals das Fleisch wenden, damit die Kräuter an beiden Seiten haften. Knoblauch entfernen.

Die kleingezupften Salatblätter mit der Vinaigrette und den Frühlingszwiebeln vermischen und auf Tellern verteilen. Den Salat mit den Hühnerbruststreifen sowie den Papayabällchen belegen und die Pinienkerne darüberstreuen.

Restauranttipp:
Osteria dell'Ingegno
Piazza di Pietra, 45
Tel.: 06 6780662
Home

In der Osteria dell'Ingegno gibt es zur Mittagszeit auch eine kleine Auswahl an "Insalatoni". Zwar zentral gelegen, gehen hier vor allem die Römer selbst essen, darunter viele Abgeordnete des Parlaments, das quasi um die Ecke liegt. Gute Weinauswahl.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Sonntag, 17. November 2013

Lieblingslasagne



In den vergangenen Wochen war ich wieder viel unterwegs, deshalb war es etwas still im Blog geworden. Nur bei einem kurzen Zwischenstopp zu Hause habe ich ein paar schnelle Gerichte zubereitet - zwischen Wäsche und Kofferumpacken -, die ich aber nicht verbloggt habe.
Wenn ich außerhalb Italiens unterwegs ist, sind es vor allem gute Pastagerichte, die mir fehlen. So italienisch bin ich mittlerweile geworden! In Athen hatte ich vor zwei Wochen ein Nudelgericht gegessen, das zu den Klassikern der griechischen Küche gehört: Pastizio - manche schreiben auch Pasticcio. Das ist ein Auflauf auf Makkaroni-Basis, und er war wirklich wunderbar gewürzt - mit einem Hauch von Zimt, wie es auch bei einer Moussaka üblich ist. Nur - die Pasta selbst war total verkocht! Es ist mir schon öfters in Griechenland aufgefallen, dass dort Nudelgerichte nie al dente auf den Tisch kommen. Aber man kann ja unter so vielen anderen Spezialitäten dort wählen - allein die Mezedes treten in starke Konkurrenz zu den Antipasti -,  so dass ich das der griechischen Küche nicht wirklich ankreiden möchte!
Also gut, überlassen wir die Pasta dann doch lieber den Italienern!
Heute habe ich gut reden und meckern, denn es gibt zwar endlich wieder einmal ein Pastagericht, aber strenge Kritiker werden mir wohl ankreiden, dass ich die Teigplatten für meine Lasagna nicht selbst zubereitet habe.
Nein, heute habe ich es mir einfach gemacht, warum auch nicht? Die Füllung ist so gut, dass das auch weiter nicht auffällt! Also - psst - nicht weitersagen...

Radicchio Tardivo


Damit ich meine Lieblingslasagne zubereiten kann, muss ich stets auf das Winterhalbjahr warten. Nur dann gibt es diesen herrlichen Radicchio Tardivo, der nicht mit den gewöhnlichen runden Radicchio-Köpfen zu vergleichen ist. Auch die längliche Sorte (Radicchio Rosso di Treviso Precoce) erreicht nicht die Qualität eines Tardivo. Nur dessen Blätter vermitteln nach dem Schmoren jenes einzigartig seidige Mundgefühl und die gemäßigte Bitterkeit, die so wunderbar mit dem aromatischen Taleggio und den süßlichen Maronen harmoniert.




Lasagne al radicchio e castagne

Zutaten (für 4 Personen)
  • 600 g Radicchio Rosso di Treviso Tardivo (oder "normaler" Radicchio)
  • 1 Zwiebel
  • 90 g Pancetta (in Scheiben)
  • Olivenöl extra vergine
  • 250 g Maronen (vakuumverpackt)
  • 200 g Taleggio
  • 30 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • 30 g Butter
  • 30 g Mehl
  • 0,5 L Milch
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • ca. 220 g Lasagne-Blätter (ohne Vorkochen)


Den Radicchio putzen, waschen und die Blätter je nach Radicchio-Sorte entweder in feine Streifen oder -beim Tardivo - in zwei bis drei Zentimeter lange Stücke schneiden.
Die Zwiebel würfeln, die Pancetta-Scheiben von Schwarte und Knorpel befreien und erst längs, dann quer in feine Würfelchen schneiden.
Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und zunächst die Pancetta-Stückchen anbraten, dann die Zwiebelwürfel dazugeben und glasig werden lassen.
Den vorbereiteten Radicchio in die Pfanne geben und zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Kastanien untermischen.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Aus der Butter, dem Mehl und der Milch eine Béchamelsauce zubereiten und diese mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Vor dieser Sauce ein wenig in einer Auflaufform verteilen, zudem noch ungefähr eine Tasse davon zur Seite stellen. Die restliche Sauce mit dem Radicchio in der Pfanne vermischen.
Den Taleggio entrinden und in Würfelchen schneiden.
Abwechselnd Lasagneblätter, Radicchio und Taleggio in die Form schichten, dabei die letzte Platte mit Radicchio und zusätzlich der zur Seite gestellten Sauce bedecken und mit dem Parmigiano bestreuen.
Für 40 Minuten in den Ofen schieben. Falls die Oberfläche zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken.











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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Freitag, 7. September 2012

Mit kleidsamer Farbe: Farfalle al radicchio





Auf der Suche nach einer passenden farblichen Zutat für das "Cookbook of Colors" von HighFoodality, das sich im Monat September ganz in Lila hüllt, fiel mir der heute auf dem Markt angebotene Radicchio auf. Kann man den als lila durchgehen lassen? Ich meine: Ja, denn die Farbe "Lila" präsentiert sich in vielen Schattierung - von blau- bis rotlastig.

Radicchio kombiniere ich gerne mit Taleggio. Für mich gibt es keinen anderen Käse, der so perfekt mit der bitteren Note des Radicchio harmoniert.
Besonders als Sugo für Pasta liebe ich die zarten Blätter; ja, ich würde sogar behaupten, dass er zu meinen Lieblingssughi gehört. Dieses Gericht ist schon in seiner Herstellung so simpel, dass ich mich fast schäme, es zum Blogevent einzureichen. Schon jetzt habe ich viele phantastische Gerichte meiner Bloggerkollegen auf der Seite entdeckt. Aber jeder, der von diesem Pastagericht schon einmal gekostet hat, war begeistert. Wenn die kalte Jahreszeit anbricht, mische ich gerne noch Maronen unter die Pasta; damit wird es zu einem perfekten Wintergericht!
Lila ist - in jeder Beziehung, finde ich - eine schwierige und eigenwillige Farbe. Man sagt, dass gerade ältere Damen sich gerne in Lila kleiden oder eine Wolke aus Lavendelduft hinter sich herziehen. Vielleicht war das ja einmal so; die Redewendung "Lila, der letzte Versuch" hat in diesen Vorstellungen jedenfalls ihren Ursprung.





Doch hier nun für Uwes Event mein zwar nicht erster, aber hoffentlich auch nicht "letzter Versuch" mit meinem Lieblingsugo. Und dieser Pasta steht die Farbe ausgesprochen gut!

Zutaten (für 4 - oder 2 hungrige Personen)

  • je nach Größe 3-4 Radicchi di Treviso tardivo (ersatzweise normaler Radicchio)
  • 1 mittelgroße rote Zwiebel (meine aus Tropea war richtig LILA!)
  • 100 g feingewürfelte Pancetta affumicata
  • 80 g Taleggio
  • Maronen (eingeschweißt, aus dem Kühlregal)
  • 2 El Olivenöl extra vergine (entfällt, wenn die Pancetta sehr fett ist)
  • Salz, Pfeffer
  • 250 g Farfalle

Den Radicchio gut waschen, in Streifen schneiden und in einem Sieb abtropfen lassen.
Die Pancetta fein würfeln und in einer Pfanne ausbraten, dann die gewürfelte Zwiebel hinzufügen und glasig anschwitzen. Danach die Radicchiostreifen in die Pfanne geben; sie müssen nun nur noch "zusammenfallen". Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Maronen unterheben. Zum Schluss den kleingewürfelten Taleggio  untermischen und im Sugo schmelzen lassen.
Pasta eine Minute kürzer, als auf der Packung angegeben, kochen und dann zu dem Radicchio in die Pfanne geben und untermischen.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 18. Juni 2012

Hitzetauglich: Fruchtige Salatphantasie mit gebratenen Hühnerbruststreifen

Die große Hitze ist da! Vor die Tür wage ich mich nur noch mit Lichtschutzfaktor 30+, Sonnenhut und Sonnenbrille. Dabei berechne ich mir schon im Voraus die Wege im Schatten, wenn ich meine täglichen Einkäufe nach Hause schleppe - ein bißchen mit neidvollem Blick auf alle die Touristen, die zwischen kühlen Kirchen, klimatisierten Museen und kalten Getränken die Stadt einfach geniessen können.
Zu Hause ist es wenigstens klimatisiert, auch wenn ich den ganzen Sommer über in einer abgedunkelten Küche werkeln muß. Da die Sonne von frühmorgens bis zum Nachmittag in diesen, für einen Foodblogger wichtigsten aller Räume scheint, müssen die Fensterläden geschlossen bleiben. Für ein weiteres Klimagerät ist dieser Raum leider zu winzig. Trotz diesen Maßnahmen herrschen in der Küche zur Zeit Temperaturen von dreißig Grad! Und sie werden noch steigen...




Da hat man nicht mehr viel Lust auf langes und aufwendiges Kochen. So gibt es heute ein leichtes Abendessen mit Salat. Aus Deutschland habe ich mir einen Mirabellenessig mitgebracht, den ich zum ersten Mal für die Vinaigrette verwenden möchte. Natürlich kann man anstelle dieses Essigs auch immer einen guten Balsamico nehmen.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Tortelli al radicchio tardivo di Treviso

Fiore d'inverno - Winterblume - so die im wahrsten Sinne des Wortes blumige Umschreibung für den wunderbaren Radicchio aus Treviso, der gerade Saison hat. Die zarten Blättchen sind viel zu schade, um sie nur als Salat auf den Tisch zu bringen.
Ich liebe Radicchio in Pastagerichten. Dieses Mal aber kommt er nicht an die Pasta in Form eines Sugo, sondern in die Pasta!


Zutaten (für 4 Personen)

  • 200 g Mehl 00
  • 100 g Hartweizengrieß
  • 3 Eier
  • Salz
  • etwas Olivenöl

Aus den Zutaten einen Pastateig nach meinem Grundrezept Pastateig herstellen.

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