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Dienstag, 12. August 2014

Zweifach veredelt: Tagliata mit Gorgonzola-Walnuss-Kruste und Blaubeer-Chutney


In der Ferragosto-Woche wird das Einkaufen in Italien zu einer echten Herausforderung. Ferragosto!  Während man in der katholischen Welt am 15. August den Tag "Mariä Himmelfahrt" feiert, zelebrieren die Italiener vor allem den Höhepunkt ihrer traditionellen Urlaubssaison. Noch heute fliehen die Menschen im August aus ihren heißen Städten ans Meer oder in die Berge, obwohl die Erfindung der Klimaanlage das Leben nicht mehr ganz so unerträglich in den heißesten Wochen des Jahres werden lässt. Wie wir Ferragosto oft erlebt haben, hatte ich vor zwei Jahren bereits in einem kleinen Bericht geschildert.
Nach wie vor sieht man in diesen Tagen abseits der touristischen Trampelpfade leere Gassen und vor allem geschlossene Geschäfte. Heute morgen suchte ich verzweifelt - und vergeblich - eine noch geöffnete Reinigung. Mein Metzger am Campo de' fiori macht Ferien, und der Gemüsemarkt ist zusammengeschrumpft. Im Feinkostgeschäft, das am Vormittag geöffnet ist, wartet man ungewöhnlich lange darauf, bedient zu werden, denn die Angestellten sind vornehmlich damit beschäftigt, belegte Brötchen zuzubereiten oder ausgewählte Schinken- oder Käsesorten für die Touristen in Folie einzuschweißen. Da die Kommunikation seitens der Angestellten meist in holprigem Englisch und seitens der Kunden in noch holprigerem Italienisch abläuft, muss man genügend Zeit und Geduld mitbringen.
Aber ganz so dramatisch wie noch vor Jahren, wo man in der Stadt beinahe verhungerte, wenn man sich nicht größere Vorräte angelegt hatte, ist die Einkaufsituation dann doch nicht mehr.
Trotzdem sind wir gestern Abend noch zum italienischen Spezialitäten-Kaufhaus Eataly gefahren, um dort ein paar ausgewählte Lebensmittel zu kaufen, unter anderem piemontesisches Rindfleisch aus kontrollierter Aufzucht. Den Einkauf dort haben wir wie immer auch genutzt, dort noch eine Kleinigkeit zu essen.
Ich genieße diese Besuche dort!
Noch mehr aber genieße ich eine schöne Cenetta a due ([romantisches] Abendessen zu zweit) zu Hause, besonders, wenn es so etwas Feines wie diese mit Gorgonzola und Walnüssen überbackene Tagliata mit Blaubeer-Chutney gibt.




Zutaten

Blaubeer-Chutney
250 g Blaubeeren
1 rote Zwiebel
15 g frischen Ingwer
1 El Sonnenblumenöl
2 El Apfelbalsam-Essig
35 g Zucker
2 Tl Stärkemehl
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Zwiebel würfeln und den Ingwer fein hacken. Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel sowie den gehackten Ingwer darin anschwitzen, den Zucker hinzufügen und leicht karamellisieren lassen. Dann Blaubeeren und Apfelbalsam-Essig zu den karamellisierten Zwiebeln geben und fünf Minuten köcheln lassen. Das Stärkemehl mit wenig kaltem Wasser glattrühren und zum heißen Chutney geben und unterrühren. Nochmals aufkochen lassen. Chutney mit Salz und Pfeffer abschmecken und abkühlen lassen.

Tagliata mit Gorgonzola-Haube
2 Entrecôtes vom Rind (à ca. 240 g)
etwas frisches Oregano
Fleur de Sel
frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl extra vergine
60 g Gorgonzola piccante
30 g Walnusskerne

Das Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Die beiden Entrecôtes mit Fleur de Sel, Pfeffer und etwas frischem Oregano würzen und von jeder Seite in heißem Olivenöl ungefähr zwei Minuten scharf anbraten.
Gorgonzola zerbröseln und Walnusskerne grob hacken. Käse und Nüsse miteinander verkneten und auf den beiden Entrecôtes verteilen.
Das Fleisch auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für ungefähr zehn Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben.
Vor dem Anschneiden das Fleisch etwas ruhen lassen. Das Blaubeer-Chutney dazu servieren.
Reste vom Blaubeer-Chutney schmecken vorzüglich zu Käse.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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