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Samstag, 21. November 2020

Über die Kunst des Weglassens in der Küche Italiens: Pasta e ceci


Gerade die einfachsten Dinge des Lebens verlangen oft die größte Sorgfalt. Das gilt für mich auch beim Kochen. Natürlich kann ich jederzeit auch eine Packung Spaghetti aufreißen, während auf dem Herd ein Tomatensugo vor sich hinköchelt - auf die klassisch-italienische Weise zubereitet, jenseits aller Moden. Irgendwo in meinem Blog gibt es auch ein Rezept dazu. Versteht mich nicht falsch: wenn ich wenig Zeit oder auch keine Lust verspüre, groß zu kochen, gibt es Spaghetti al sugo (oder al pomodoro - und nicht "Spaghetti Napoli"!) auch bei uns. Das ist einfache Küche. Jene einfach-ehrliche Küche, die ich niemals verschmähen würde.

Die traditionell einfache Küche Italiens lässt sich jedoch nicht mit einer Banalität aufpeppen. Schon gar nicht mit Zutaten, die im Gericht nichts verloren haben; da gibt es gerade in Italien viele Tabus. Zudem birgt es auch die Gefahr, den Focus hin zu verlagern auf irgendeine willkürlich hinzugefügte  Komponente. Spaghetti al pomodoro, darauf noch einen Hühnerschlegel gepackt, bestreut mit Brotkrumen und gehackten Walnüssen, ertränkt mit Balsamico -  dieses übertriebene Beispiel soll zeigen, wie aus einem einfachen und guten Gericht ein banales Gericht wird. Diese falsch verstandene Kreativität würde in Italien jedenfalls Naserümpfen hervorrufen, und auch aus meiner Perspektive ist es schwer nachzuvollziehen, warum man einen ehrlichen Teller Pasta so verschandeln sollte. 

Keinesfalls meint aber einfache Küche gleichzeitig auch vereinfachte Küche. Vor einiger Zeit bin ich auf einer deutschen Seite über ein Rezept für Maritozzi gestolpert. Das sind bei uns in Rom weiche Rosinenbrötchen aus Hefeteig, die oben aufgeschlitzt und mit etwas Sahne bespritzt werden. Ich hielt den Atem an, als ich dort fertigen Blätterteig sah, der mit Mascarpone und Eierlikör gefüllt wurde. Das einzig Italienische daran war der Mascarpone...

Bin ich in all den nunmehr 26 Jahren doch sehr zur Italienerin geworden? Ich plädiere für selbstgemachte Pasta und selbst eingekochten Sugo, in der Saison aus frischen Tomaten zubereitet und mit einem Hauch Basilikum. Kein Origano, keine Kräuterorgien! Eine Knoblauchzehe vielleicht (!) - im Ganzen hinzugegeben und vor dem Servieren wieder entfernt; Knoblauchfahnen schätzt man in Italien nicht. Das ist einfache Küche, weit weg von der von mir so bezeichneten banalen Küche, wo eine sicherlich gut gemeinte Idee im Handumdrehen eines der ikonographischsten Gerichte der Küche Italiens zerstören kann. Das hat dann auch nichts mehr mit der in der gehobenen Gastronomie gefeierten Cucina rivisitata zu tun. Denn da werden die Klassiker völlig neu aufgebaut. Da ist Phantasie und Können gefragt. 

Genau diese Sensibilität, feine Nuancen des oben Beschriebenen unterscheiden zu können, gehört zu den Fähigkeiten italienischer "Starköche". Das steht interessanterweise im Gegensatz zu dem, was viele italienische Gastronomen und Köche im deutschsprachigen Raum ihren Gästen bieten wollen, während sie es gleichzeitig als die "traditionelle" Küche Italiens anpreisen. Von Pasta als Beilage mag ich gar nicht erst reden. Vor ein paar Jahren stellte uns der Wirt in einem sardischen Restaurant in Frankfurt, das immer wieder in verschiedenen "Fressführern" lobend als besonders authentisch erwähnt wurde, ungefragt den selbstverständlich auch nicht bestellten Teller mit Spaghetti al pomodoro als Beilage zum Fleischgang auf den Tisch. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht!



Wenn man dann bei einem Koch wie Niko Romito - sein Ristorante Reale in den Abruzzen hält seit 2013 drei Michelin-Sterne - in einem seiner Bücher nach einem Klassiker der Küche Latiums wie Pasta e Ceci sucht, erhält man ein - einfaches - Rezept. Ohne jegliches Chichi. Natürlich beschreibt er das Rezept sorgfältiger als mein aus den achtziger Jahren stammendes Büchlein - unbebildert und überhaupt wenig ansprechend, das Papier vergilbt - über die Küche Roms. Aber gerade diese unscheinbaren Büchlein, die ich mir in Rom nach und nach zugelegt habe - in all diesen Jahren von Mitte der Neunziger an -, zeigen mir die authentische Regionalküche, die allerdings wiederum einiges an Kochwissen voraussetzt. Was fehlt ist der ganze Hochglanz der vergangenen Jahrzehnte in der Welt des Kochbuchs. Keine Fotos, keine Mengenangaben - es liest sich, als habe tatsächlich eine Nonna oder eine Mamma ein Rezept für sich oder die Nachwelt aufgeschrieben, um mal ganz in den von mir so verhassten Klischees zu bleiben (von diesen Klischees ist noch zu schreiben, bleibt dran!). 

Pasta e ceci also. Dieses einfache Gericht wird durch die Sorgfalt bei der Zubereitung, der Achtung vor der Tradition niemals eine banale Angelegenheit sein. Die Pasta selbstgemacht, aus Bio-Eiern und Bio-Mehl, die Kichererbsen nicht aus der Dose, sondern sorgfältig beim Einkauf auch nach Herkunft ausgewählt (aus dem toskanischen Val di Cecina), eingeweicht und mit Aromen vorgekocht. Ein unscheinbares Gericht, das keine Begeisterungsstürme hervorrufen wird. Das auch langsam aus den Ristoranti der touristischen Innenstadt verschwindet, als müsse man sich dafür schämen. Und doch kennt man es in vielen Regionen Italiens, allen voran in der Toskana, in Latium oder auch noch weiter südlich. 

Hier nun das Rezept nach Niko Romito. Richtigerweise verwendet er für dieses Gericht keine Pasta all'uovo, sondern selbstgemachte Maltagliati nur aus Mehl und Wasser. Ich habe dagegen Eierpasta hergestellt. Sie lässt sich mit weniger Kraftaufwand kneten, zudem liebe ich ihren Geschmack.  




Zutaten und Zubereitung
(für 2-3 Personen)


  • 200 g getrocknete Kichererbsen
  • 2 kleine Karotten
  • 2 Stangen Sellerie
  • 2 Zwiebel
  • Olivenöl extra vergine 
  • ein Rosmarinzweig
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Am Vortag die Kichererbsen in einem Sieb waschen und in kaltem Wasser über Nacht (mindestens 12 Stunden, gerne auch mehr) einweichen.

Kichererbsen in ein Sieb geben und kurz abspülen. Eineinhalb Karotten und eineinhalb Selleriestangen sowie eine Zwiebel in grobe Stücke schneiden. Die Kichererbsen mit dem Gemüse und dem Rosmarinzweig in einen großen Topf geben und mit reichlich kaltem Wasser bedecken (das Verhältnis sollte ungefähr aus einem Teil Kichererbsen und zwei Teilen Wasser bestehen. 

Zum Kochen bringen und dann zweieinhalb Stunden köcheln lassen. Die Kichererbsen sollen weich werden, das Wasser aber keinesfalls ganz verdampfen. Erst in der letzten Viertelstunde Salz hinzugeben.

Kichererbsen im Kochwasser etwas abkühlen lassen. Das verkochte Gemüse und den Rosmarinzweig entfernen.
Das restliche Gemüse und die übrige Zwiebel fein würfeln. In Olivenöl langsam anschwitzen.

Kichererbsen abgießen, dabei das Kochwasser auffangen.
Kichererbsen zu dem Soffritto in den Topf geben und kurz mitanschwitzen. Dann das aufgefangene Kochwasser hinzugeben und kurz aufkochen. 

Ungefähr zwei Drittel der Kichererbsen mit etwas Flüssigkeit aus dem Topf nehmen und fein pürieren. Eventuell noch etwas Wasser hinzugeben. Wieder zu den übrigen Gemüse in den Topf geben.


Maltagliati

  • 150 g Mehl, gesiebt
  • 50 g Hartweizengrieß, gemahlen (Semola di grano duro rimacinata)
  • 2 Eier
  • etwas Salz
  • wenige Tropfen Olivenöl extra vergine

Einen geschmeidigen Pastateig nach meinem Grundrezept herstellen und in Folie gewickelt ruhen lassen. Dann den Teig mit Hilfe einer Nudelmaschine dünn auswälzen und die Nudelplatten mit einem Teigrädchen in unregelmäßige Streifen schneiden.

Die Maltagliati für 1 Minuten in kochendes Salzwasser geben. Abgießen und zu den Kichererbsen geben.

Vor dem Servieren mit Olivenöl extra vergine beträufeln. 


⚜⚜⚜

Rezeptquelle: Unforketable.it, La Cucina Italiana di Niko Romito a casa Tua,
Giunti Editore S.p.A., 2015





Sonntag, 17. Mai 2020

Orientalische Brotzeit: Fladenbrot mit Za'atar, Baba Ghanoush und Kichererbsensalat







Mit der jüngst erwachten Hefeteigliebe geht es dieses Mal in die Ferne. Da ich schon die Mezedes in Griechenland so unwiderstehlich finde, wollte ich eine kleine orientalische Brotzeit für das Abendessen zubereiten, die uns kulinarisch in noch fernere Länder bringen sollte. Zu einer ordentlichen Vorspeise gehören natürlich Fladenbrote, wie man sie in Nordafrika und in anderen arabischen Ländern kennt. Mit ihnen kann man genüsslich all die wunderbar cremigen Dipps wie etwa Hummus bi Tahina aufnehmen und dann den Teller damit auswischen. Vorgegarte Kichererbsen im Glas habe ich übrigens immer vorrätig, so dass ich den beliebten Dipp in kürzester Zeit zubereitet habe. Dieses Mal aber gab es die Kichererbsen wieder im Salat.







In meinem römischen Gewürzeparadies habe ich jüngst Za'atar entdeckt, eine Gewürzmischung, über die ich in meinen Büchern über die türkische, libanesische und überhaupt die Küche des Nahen Ostens immer wieder stolpere. Die Grundmischung besteht aus wildem Thymian, Sumach, Sesamsamen und Salz. Je nach Region können sich aber auch noch andere Gewürze wie Koriander, Anis oder Fenchelsamen einschleichen. In einem Kochbuch von Yotam Ottolenghi las ich zum ersten Mal über Za'atar, hatte dann aber vergeblich nach dieser Gewürzmischung gesucht. Er streut es unter anderem über sein wunderbares Auberginengericht mit Buttermilchsauce und Granatapfelkernen. Wenn ich dieses  Gericht mal wieder zubereiten werde, dann natürlich so, wie von Ottolenghi ausgedacht! Mit all diesen wunderbaren Aromen, die es erst perfekt machen. Nur - es fehlt seit Wochen mal wieder die Buttermilch! Jahrelang war sie in Rom kaum aufzutreiben, dann gab es Latticello, wie sie hier heißt, ungefähr drei Jahre lang regelmäßig in meinem Bio-Supermarkt zu kaufen - und jetzt? Nichts! Die übliche Geschichte halt! Naja, dafür habe ich ja jetzt Za'atar!






Bleiben wir beim Fladenbrot. Das brauchte natürlich würdige Begleitung, und so wagte ich mich an einen türkischen Vorspeise-Klassiker: Baba Ghanoush. Ich kenne diesen Dipp auch aus Griechenland, was einmal mehr beweist, wie sehr die griechische Küche durch die türkische beeinflusst wurde und wird. "Wer hat's erfunden?" müssen wir hier nicht fragen. Griechenland stand rund vierhundert Jahre lang unter türkischer Herrschaft, und das hat bis heute Spuren in den typischen Gerichten des Landes  hinterlassen.

Aus meinem immer vorrätigen Kichererbsen war schnell ein Salat zusammengebastelt, ein paar Oliven ergänzten das frugale und dennoch so aromatische Mahl - und es hat uns wirklich an nichts gefehlt.






Zutaten



Fladenbrote
(ergibt 4 Brote)


  • ca. 550 g Mehl, Typ 0 oder Typ 550
  • 1 P. Trockenhefe
  • 1 Tl Backmalz
  • 1 gehäufter Teelöffel Zucker
  • 1 Tl Salz
  • 2 El Olivenöl extra vergine
  • 300 ml lauwarmes Wasser


  • 1-2 El Za'atar
  • 2-3 El Olivenöl extra vergine



Trockenhefe, Backmalz, Zucker und Wasser in einer kleinen Schüssel verrühren und 10 Minuten stehenlassen.
Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben, das Hefewasser und das Olivenöl dazugiessen und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.
Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort eine Stunde gehenlassen.

Den Teig noch einmal kurz durchkneten und dann in vier Teile schneiden. Aus jedem Teil eine Kugel formen und diese dann mit den Händen platt drücken.
Die vier Fladen auf ein mit Backpapier ausgelegte Blech legen, mit den Fingern ein paar Vertiefungen in die Oberfläche drücken und zugedeckt nochmals eine halbe Stunde gehenlassen.

Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das Olivenöl mit dem Za'atar vermischen und auf den Oberflächen der Brote verteilen.
Die Brote für ca. 25 Minuten im Ofen backen.







Baba Ghanoush


  • 2 Auberginen
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 2 El Tahin
  • etwas Zitronensaft
  • Salz,
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • Cayenne-Pfeffer
  • gemahlener Kreuzkümmel


Die Auberginen waschen und trockentupfen. Mehrmals mit einem scharfen Messer einstechen
Auf ein mit Alufolie ausgelegtes Backblech legen und unter dem Backofengrill eine Stunde lang unter gelegentlichem Wenden grillen. Die Auberginen sollten nicht verbrennen, aber runzelig zusammenfallen.

Die Auberginen vollständig erkalten lassen, dann das Fleisch von den Schalen kratzen.
Die Paprikaschote vierteln und ebenfalls grillen, bis sie Blasen wirft. Danach mit feuchtem Küchenhandtuch bedecken, dann die Haut abschälen.

Auberginenfleisch, gehäutete Paprikaschoten, Knoblauchzehen und Tahin mit dem Pürierstab zu einem leicht stückigen Mus verarbeiten. Mit Salz, Zitronensaft und Gewürzen abschmecken.








Dienstag, 26. März 2019

Ein Salat zeigt Muskeln: Insalatone mit Quinoa und Ofenkürbis




Gehörte ich zu den Influencern in der großen weiten Netzwerk-Welt, würde ich dieses Gericht natürlich nicht als schnöde Salatkreation anpreisen, sondern als "Bowl". Ich dagegen bin eher geneigt, hier von einem Insalatone zu sprechen, schleichen sich in meinen Sprachgebrauch doch öfters italienische Bezeichnungen ein. Und wenn sie so treffend sind, wie bei dem vorliegenden Salatgericht (hier zeigt sich wieder mal die spröde deutsche Sprache), dann hat das seine Berechtigung. Insalata - diesen Ausdruck kennt jeder Italienreisende. Insalatone ist dann die Steigerung; das Suffix "one" macht aus dem weiblichen Salat einen männlichen "Supersalat", der Muskeln zeigt: Große Portion, üppig, sättigend, eine Mahlzeit ersetzend. So geht die Logik!






Da ich mal wieder für ein paar Tage alleine zu Hause bin, muss es bei mir in der Küche schnell gehen. Auch wenn ich nicht gerne alleine am Tisch sitze, der einzige Vorteil dabei ist, dass ich nicht erst nach 21 Uhr mit knurrendem Magen zum Abendessen komme. Meist ernähre ich mich während der Strohwitwen-Zeit auch vegetarisch. Fleischlose Kost könnte ich meinem carnivoren Mann ja nur für wenige Tage zumuten, und so nutze ich seine Abwesenheit kräftig aus, um Fleischloses für mich zuzubereiten und dabei Neues auszuprobieren. Zwar beschwert sich mein lieber Mann niemals offen über vegetarische Zustände bei Tisch, aber dann kommt schon einmal ein ganz geschickt platziertes "Du könntest doch mal wieder xxx zubereiten". Ihr ahnt es schon: hinter xxx verbirgt sich natürlich ein Fleischgericht!





Dieser Salat stellt für mich einen vollständige Mahlzeit dar. Über die Vorzüge von Quinoa hatte ich schon einmal berichtet; hier findet Ihr einen weiteren herzhaften Salat mit den tollen Samenkörnern aus Südamerika, die in meinem Fall allerdings in Italien angebaut wurden. Die Idee mit dem Ofenkürbis habe ich mir dieses Mal  allerdings geklaut. Vor kurzem legte ich eine gesunde kleine Snackpause im Kaufhaus Rinascente ein - mit frisch gepresstem Saft und einem üppigen Quinoa-Insalatone mit dem hübschen Beinamen "Deliziosa", was soviel wie "köstlich" heißt. Und köstlich ist er, das kann ich versichern!




Zutaten
(für eine Person)


  • 120 g Kürbisfleisch
  • 20 g getr. Tomaten
  • 60 g Kichererbsen (aus Glas oder Dose)
  • 40 g Feta
  • eine Handvoll Rughetta (Rauke/Rucola)
  • 50 g Quinoa
  • 3 El Olivenöl extra vergine
  • 2 El Apfelbalsamico
  • 1 gestrichener Tl Dijon-Senf
  • 1 gestrichener Tl Honig
  • gerebelten Thymian
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer



Quinoa in ein Sieb geben und lange und gründlich abspülen. Die dreifache Menge Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Körner einstreuen. Zugedeckt bei kleiner Hitze 6-8 Minuten köcheln lassen. Dann restliches Wasser abgießen und die Quinoa erkalten lassen (evtl. einen Tl Olivenöl untermischen).

Den Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
Das Kürbisfleisch in Würfel von ca. 1 cm Kantenlänge schneiden. Salzen, pfeffern und mit etwas Thymian würzen. Einen El Olivenöl untermischen und die Kürbiswürfel auf dem Backblech verteilen. Für eine halbe Stunde in den Ofen geben, dann herausnehmen und lauwarm abkühlen lassen.

Die Tomaten in einem Sieb abbrausen und in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen. Nach 30 Minuten das Wasser abgießen und die Tomaten in Streifen schneiden.

Für die Vinaigrette den Apfelbalsamico mit dem Senf, dem Honig, etwas Salz und Pfeffer gut verrühren, dann das Olivenöl untermixen.

Quinoa, gewaschene und gut abgetropfte Rughetta, die Tomatenstreifen und die Kichererbsen in eine Schüssel schichten. Die gebratenen Kürbisstücke dazugeben und mit dem zerbröselten Feta bestreuen. Die Vinaigrette darüber träufeln.

♥♥♥

Kringel leckt sich das Schnäuzchen - und zu diesem Salat würde sie auf Italienisch sagen: 
Da leccarsi i baffi - zum Schnurrbart ablecken!
Aber sie bevorzugt - und braucht - auf jeden Fall Fleischgerichte!






Samstag, 6. Oktober 2018

Bunt, gesund und wärmend: Gemüsecurry mit Kichererbsen



Dass es auch in Rom langsam herbstlich wird, merkt man gegen Abend in den eigenen vier Wänden. Am vergangenen Wochenende hatte ich zum ersten Mal die Söckchen hervorgekramt, bevor ich mich auf die Couch kuschelte, ansonsten waren tagsüber noch leichte Sommerkleider und Sandaletten angesagt.
Mittlerweile ist aber das Wetter ziemlich wechselhaft geworden, und ich gehe kaum noch ohne Regenschirm vor die Tür.




Da braucht man ab und an auch wärmende Kost (bei so verfrorenen Individuen wie mir)! Was gibt es in diesem Fall Besseres als ein scharfes Curry-Gericht. Diese vegetarische Version gefällt mir besonders gut, deshalb gehört sie bei uns zum kulinarischen Repertoire. Wer braucht da noch Fleisch!





Zutaten
(für 2 Personen)


  • 150 g junger Spinat
  • 2 Möhren, ca. 130 g
  • 1 kleine Lauchstange, der weiße Teil
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1 Chilischote
  • 1 walnussgroßes Stück Ingwer
  • 1 Dose Kichererbsen, Abtropfgewicht 230 g
  • 400 ml ungesüßte Kokosmilch
  • 1 El Butterschmalz (vegan: neutrales Pflanzenöl)
  • 2-3 El grünes Thaicurry-Gewürzmischung
  • 2 El Rosinen
  • Sojasauce
  • ein wenig Limettensaft (fakultativ)
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer (nach Belieben)
  • 2 El Röstzwiebeln
  • frisches Korianderkraut
  • Sambal Oelek nach Belieben
  • Basmatireis



Den jungen Spinat putzen und waschen.
Möhren putzen und schräg in Scheiben schneiden, Lauchstange in Ringe schneiden und die Zwiebel würfeln.
Die Chilischote entkernen, das Ingwerstück schälen und beides fein hacken.

Butterschmalz (oder Pflanzenöl) in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel, die gehackte Chilischote, den gehackten Ingwer, die Möhrenscheiben und Lauchringe darin ca. 5 Minuten dünsten. Mit der Curry-Mischung bestäuben und dieses kurz bei milder Hitze mitdünsten.

Die Kokosmilch, den Spinat, die abgetropften Kichererbsen und die Rosinen hinzufügen und alles ca. 10 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Sojasauce und Limettensaft abschmecken. Wer es gerne besonders scharf mag, den Curry noch mit Sambal Oelek abschmecken.
Vor dem Servieren mit Korianderblättchen und Röstzwiebeln bestreuen.
Dazu passt Basmatireis.





Mittwoch, 1. August 2018

So schlicht - so toskanisch: Ceci al rosmarino



Italien ist nicht nur das Land, wo die Zitronen blühen, sondern auch das der wunderbaren aromatischen Kräuter. Am häufigsten, so mein ganz subjektiver Eindruck, kommt neben Basilikum Rosmarin in der Küche zum Einsatz. Für mich ist das ein Glücksfall, denn ich liebe den Duft von Rosmarin. Rosmarinbüsche mit ihren zarten blau-lila Blüten findet man gerade in Mittel- und Süditalien überall wild wuchern: entlang der Straßen, an Pfaden und in Gärten. Ich kann mich nie zurückhalten, mit meinen Händen über die Zweige zu streichen, ein paar Nadeln abzuzupfen, sie zwischen den Fingerspitzen zu zerreiben, um dann genießerisch den Duft zu inhalieren. Das ist für mich der Duft des Südens!





Mit der eigenen Kräuterzucht bin ich nach einem gescheiterten Versuch mit Basilikum nicht weit gekommen. Auf einer römischen Dachterrasse kann man im Sommer vielleicht Spiegeleier braten, aber die Kräuter sterben in kürzester Zeit den Hitzetod. Einzig allein ein kleiner Topf mit unverwüstlichem Schnittlauch hält mysteriöserweise den Extremtemperaturen stand. Dieser unscheinbare Schnittlauchtopf zwischen all dem bunten Hibiskus, den Geranien und Jasminbüschen hat für mich eine besondere Bedeutung, denn er war das Geschenk einer schon vor einigen Jahren verstorbenen lieben Nachbarin. Sie verstand mein Klagen, dass Schnittlauch Mangelware in Italien sei, und schenkte mir daraufhin einen Ableger, den sie an einem schattigen Plätzchen ihrer großen Dachterrasse herangezogen hatte. Selbst der exotischen Küche zugeneigt - sie hatte thailändische und irische Wurzeln - hegte und pflegte sie in Italien selten benutzte Kräuter wie zum Beispiel auch frischen Estragon.
Allein liebe Erinnerungen lassen diesem Schnittlauch meine besondere Aufmerksamkeit angedeihen. Die Sorge ist aber überflüssig: Die zarten Halme machen weder in der Sommerhitze schlapp (Wässern natürlich immer vorausgesetzt), noch können ihnen winterlich tiefe Nachttemperaturen einschließlich Schneefall etwas anhaben; letzteren hat übrigens auch mein Zitronenbaum überstanden.
Witzigerweise verwende ich diesen Schnittlauch nicht, denn es gibt noch einen anderen Grund, der mich vor der Kräuterzucht auf der Terrasse abhält: Allzu oft lassen nämlich die Möwen des nahe iegenden Tibers ihre "Hinterlassenschaften" zurück...
Aber zurück zu dem Rosmarin. Sein Aroma ist einfach unvergleichlich und adelt auch eine so einfache bäuerliche Beilage wie die Ceci al rosmarino - die mit Knoblauch und Rosmarin geschmorten Kichererbsen.






Die Verwendung von Kichererbsen ist typisch in der Cucina povera der Toskana, weil sie günstig, trotzdem gesund und sättigend sind. Allerdings liegen die Ursprünge dieser Pflanze in der Türkei, wo sie angeblich schon in der Bronzezeit kultiviert wurden. Die italienische Bezeichnung Ceci geht auf das griechische kikus zurück, was soviel wie Stärke oder Kraft bedeutet. Angeblich gehörten Kichererbsen auch zur Ernährung der ägyptischen Sklaven beim Bau der Pyramiden (wie übrigens auch Zwiebeln). Die lateinische Bezeichnung Cicer arietinum hingegen hat einen ganz witzigen Bezug zu dem berühmten Marcus Tullius Cicero, dessen Nase angeblich an eine Kichererbse erinnert haben soll. Andere Quellen sprechen von einem Vorfahren Ciceros, dem dieser Namen wegen der auffälligen Nase zunächst als spöttische Bezeichnung verpasst worden sei. Diesen Spitznamen zu ändern, lehnte Cicero aber ab. Da man in der Antike in der Kichererbse auch eine Ähnlichkeit mit einem Widder zu erkennen glaubte, kam das Epitheton arietinum (lat.: aries, ital.: ariete) hinzu.

Falls Ihr also mal wieder die Toskana bereist, werdet Ihr um ein Kicherbsengericht nicht herumkommen - ob als Suppe oder als Beilage. Apropos Beilage: Als "Beilage" zu den Ceci al rosmarino gab es eine saftige Bistecca...




Zutaten
(für zwei Personen)



  • 250 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 getrockneter oder frischer Peperoncino oder Chilischote (fakultativ)
  • 2 Zweige Rosmarin
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine


Die Kichererbsen in einem Sieb abbrausen und dann in reichlich kaltem Wasser über Nacht einweichen.
Am folgenden Tag die Kichererbsen in ein Sieb schütten, erneut abbrausen, in reichlich kaltem Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Ungefähr zweieinhalb Stunden köcheln, bis sie weich sind, aber nicht zerfallen. Dann in einem Sieb abgießen.

In einer Pfanne das Olivenöl mit der in feine Scheiben geschnittenen Knoblauchzehe, den von den Stängeln gezupften Rosmarinnadeln und der zerkleinerten Chilischote erhitzen. Man kann auch die ganze Knoblauchzehe unzerkleinert verwenden und diese vor dem Servieren entfernen. So macht man das oft in Italien, da Italiener zu intensiven Knoblauchgeschmack scheuen.
Die Kicherbsen hinzugeben und alles mit etwas Wasser ca. zwanzig Minuten zugedeckt schmoren lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eventuell noch mit etwas Flüssigkeit aufgießen, sollten die Kichererbsen zu trocken werden.

Die andere Version: In einer Pfanne Olivenöl zusammen mit kleingeschnittenem Knoblauch und Rosmarinnadeln anschwitzen, dann die über Nacht eingeweichten Kichererbsen hinzugeben, alles mit kaltem Wasser bedecken und weichkochen. Dabei aber unbedingt darauf achten, dass weder zu wenig Wasser im Topf ist, noch dass am Ende zuviel Wasser übrigbleibt.

Nachtrag: 
Ich bin wirklich froh, so aufmerksame Leserinnen und Leser zu haben und bin auch für konstruktive Kritik immer offen. In diesem Fall ist es nicht mal Kritik, sondern es sind sehr informative Hinweise:
Die liebe Margit vom stets sehr informativen Blog Kochbuch für Max und Moritz kennt sich bestens mit Kichererbsen aus. Sie wies darauf hin, dass man Kichererbsen im Gegensatz zu vielen Hülsenfrüchten in kochendes Wasser gibt; die Garzeit ist dann entsprechend geringer, nur ca. 45-50 Minuten. Und es scheint auch auf das "Alter" der Kichererbsen anzukommen, d.h. wie lange sie schon vorher gelagert wurden, sagt dazu die liebe Zora vom Einmal umrühren bitte aka Kochtopf.
Auch kann man vorgekochte Kichererbsen portionsweise einfrieren.
Astrid, Autorin des Blogs Arthurs Tochter kocht.,  muss ich wohl kaum noch vorstellen. Sie gab mir eine kleine Lektion in Sachen Botanik: Rosmarin haben Blätter und keine Nadeln!

Danke Euch allen!


♥♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 23. April 2018

Perfekt bei steigenden Temperaturen: Avocado-Kichererbsen-Salat


Die Limetten machen's, möchte ich mal behaupten. Die Limetten und auch der Kreuzkümmel - und natürlich das frische Korianderkraut. Diese Zutaten machen diesen einfachen Salat zu einem Genuss - für mich zumindest. Wenn die Temperaturen steigen, sind Salate wie dieser, Tzatziki, Hummus oder auch Gazpacho (hier und hier) meine liebsten leichten Gerichte für die Mittagszeit, wenn ich nur für mich alleine etwas zubereiten möchte; natürlich gibt es solche einfachen, hitzetauglichen Gerichte auch oft am Abend.





Korianderkraut ist nicht ganz einfach zu finden in Rom, aber man kann es natürlich auch weglassen; viele mögen den speziellen Geschmack ohnehin nicht. Aber die Limetten, die müssen sein! Die sollte man nicht durch schnöde Zitronen (nix gegen Zitronen!) ersetzen. Ich liebe einfach den Duft von frisch aufgeschnittenen Limetten. Er erinnert mich an Florida-Urlaube, an meinen geliebten Key Lime Pie, an Caipirinha, ja sogar an ein Hotel in Las Vegas, das immer mit einer Duftmischung aus Limetten und Ingwer durchflutet zu sein schien. Kurz: Limettenduft erinnert mich an wunderschöne und erlebnisreiche Urlaube, an Sommer, Hitze, nackte Füße im Sand und an das Rauschen des Meeres -  Ihr seht, ich bin schon im Sommerdelirium! Das Wetter passt zur Zeit auch: richtig heiß in der Sonne bei noch angenehmen Temperaturen. So könnte es jetzt bleiben!
Und falls es wieder regnet, dann packt Euch den Sommer mit diesen tropischen Aromen einfach auf den Teller!




Zutaten
(für zwei Personen)


  • 4 Mini-Avocados (ersatzweise 1-2 normalgroße)
  • 250 g kleine Strauchtomaten, z.B. die Sorte "Datterino"
  • 1 Dose Kichererbsen, 400 g, abgetropft 240 g
  • 1 junge Tropea-Zwiebel mit Grün, ersatzweise 2 Frühlingszwiebeln
  • Saft von 2 Limetten
  • 3 El Olivenöl extra vergine
  • Salz
  • Tabasco
  • frisches Korianderkraut




Aus dem Limettensaft, Olivenöl und Salz eine Vinaigrette rühren.
Die kleinen Avocados schälen, Kern entfernen und würfeln. Die junge Tropeazwiebel (sie ist etwas größer als eine Frühlingszwiebel, ersatzweise zwei Frühlingszwiebeln verwenden) in Ringe schneiden.
Tomaten waschen, halbieren oder größere vierteln.
Alles Zutaten miteinander vermischen und nochmals mit Salz und Tabasco abschmecken. Den Salat mit frischem Korianderkraut bestreuen.




Einen weiteren Kichererbsen-Salat gibt es hier!

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 11. November 2017

Aus dem Slowcooker: Maghrebinischer Hähnchen-Gemüse-Eintopf



Die erste - und bislang beste - Tajine meines Lebens habe ich in Orlando/Florida gegessen - in der Animal Kingdom Lodge, jenem großen Disney-Themenpark, der ganz dem afrikanischen Kontinent gewidmet ist. Wer hier die übliche Plastikwelt erwartete, wurde  positiv überrascht - auch auf kulinarischem Gebiet. Unsere beiden Aufenthalte dort liegen nun ein paar Jahre zurück, und das marokkanische Gericht mit Huhn und Salzzitronen schmeckte einfach so großartig, dass ich es bei unserem zweiten Aufenthalt ganz einfach noch einmal bestellt habe. Später dachte ich immer wieder über die Anschaffung einer Tajine nach.
Aber lohnt es sich, überlegte ich daraufhin. Noch so ein Teil, für das erst einmal Platz geschaffen werden muss in meiner arg kleinen Küche. Wie groß sollte dieser nordafrikanische Schmortopf mit seinem spitzen Aufsatz überhaupt für unseren Haushalt sein? Darüber hinaus ist so ein spezielles Kochgerät nur begrenzt einsetzbar; koche ich wirklich regelmäßig nordafrikanische Gerichte? Oder kann man auch anderes darin zubereiten?
Über diese Fragen geriet die Tajine in Vergessenheit, nicht aber jenes so ungewöhnlich aromatische Gericht, das ganz neue Geschmackswelten eröffnete.

Immer noch keine Tajine, aber ein Slowcooker ist nun seit Kurzem bei uns eingezogen. Er ist nicht nur für die unterschiedlichsten Gerichte brauchbar, sondern übernimmt beim vorliegenden Schmortopf auch die Aufgabe einer Tajine; Kenner der nordafrikanischen Küche werden es vielleicht anders sehen.
Aufmerksam auf diese Art des Kochens wurde ich durch Gabriele vom Blog "USA kulinarisch".
Mittlerweile hat ihr Blog auch einen Ableger, der ganz dem Kochen mit dem "Crocky" gewidmet ist: Er nennt sich "Langsam kocht besser" - und der Name ist wirklich Programm!
Schmunzeln musste ich, als ich am Geburtstag Ende August mein Geschenk - ich hatte mir einen Slowcooker gewünscht - auspackte und neben dem Topf noch ein Kochbuch dazu fand. Mein Mann, der sich in der Bloggerwelt nur wenig auskennt, hatte zielsicher auch das Rezeptebuch von Gabriele gleich mitbestellt! Das nennt man Intuition!

Mittlerweile habe ich schon einiges daraus nachgekocht; ganz wunderbar gelang mir gleich beim ersten Einsatz ein Schmorbraten. Auch die Basis für das vorliegende Gericht habe ich in dem Büchlein entdeckt, es aber für meinen Karnivoren noch mit ein paar Extras versehen.
Was ich besonders schätze: Dieser Slowcooker gibt mir das Gefühl, dass ich bekocht werde. Natürlich müssen auch für das Garen im Slowcooker zunächst einige "niedere" Arbeiten erledigt werden. Das Gemüseschnippeln, Anbraten und Würzen stehen auch hier am Anfang der Zubereitung. Aber dann vergisst man das Ganze erstmal für ein paar Stunden. Wir decken später den Tisch und genießen. Wer hat jetzt nochmal gekocht?




Zutaten
(für 4 Personen)


  • 500 g Hähnchenbrustfilet
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Tl Ingwer, frisch gerieben
  • 1 mittelgroße rote Zwiebel
  • 1 Chilischote
  • 1 Karotte
  • 1 rote Paprika
  • 1 unbehandelte Zitrone (idealerweise Salzzitronen)
  • 1 Glas Kichererbsen
  • 1 Dose (400 g) stückige Tomaten
  • 300 g Schneidebohnen
  • 50 g Erbsen (Tiefkühlprodukt oder frisch)
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • 100 g getrocknete Aprikosen
  • Salz
  • 1 Tl Zimt
  • 1 Tl Kreuzkümmel
  • 1 Tl Ras el-Hanout
  • 1 Tl Paprikapulver edelsüß
  • Olivenöl extra vergine
  • 1 Bund Petersilie
  • Couscous

Die Hähnchenbrust in Würfel schneiden.
Knoblauchzehe, Ingwer und Chilischote fein hacken. Zwiebel schälen, halbieren und in Spalten schneiden. Karotte und Paprika würfeln. Bohnen putzen und schräg in Stücke schneiden. Getrocknete Aprikosen vierteln.
Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Hähnchenbrust-Würfel scharf anbraten. Knoblauch, Ingwer und Chilischote dazugeben und mit anbraten. Dann nach und nach Zwiebelstreifen, Karotten- und Paprikawürfel hinzufügen. Salzen und mit den Gewürzen abschmecken (die Gewürze, bis auf das Paprikapulver, sollten auch etwas angeröstet werden, um ihr volles Aroma zu entfalten).
Den Inhalt der Pfanne in den Slowcooker geben. Bohnen, getrocknete Aprikosen, die im Sieb abgespülten Kichererbsen, die ganze geviertelte Zitrone, die stückigen Tomaten und die Gemüsebrühe hinzufügen und alles einmal umrühren.
Zugedeckt im Slowcooker auf der Stufe "Low" ca. 6-7 Stunden garen.  Eine halbe Stunde vor Ende der Garzeit die Erbsen hinzufügen.
Auf Couscous anrichten und mit Petersilienblättchen bestreuen.

Gabriele Frankemölle, Langsam kocht besser. Das Grundkochbuch für Slowcooker & Schongarer
ISBN 978-3-946398-04-2


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 6. November 2015

Rustikaler Seelenwärmer: Zuppa di ceci e zucca



Nein, er gewinnt keinen Schönheitswettbewerb, dieser Eintopf. Diese Zuppa, mit der man in Italien oft einen dicklichen Eintopf bezeichnet - im Gegensatz zur Minestra, die dünnflüssiger ist und auch noch Einlagen wie Pasta enthalten kann -, hat ihre Ursprünge in der toskanischen Küche. Dort liebt man Kichererbsen fast so sehr wie die weißen Cannellini-Bohnen, die bei der bekanntesten Suppe der Toskana, der Ribollita, zum Einsatz kommen, und mit Rosmarin geschmort, findet man die kleinen Hülsenfrüchte als Beilage oder auch als eigenständige Suppe in der ländlichen Küche wieder.
Will man nicht auf Kichererbsen aus der Dose zurückgreifen, sollte man bei der Herstellung dieser dicken, gehaltvollen Suppe etwas Zeit einplanen - was leider spontane Gelüste etwas ausbremst
Mehrere Stunden müssen die kleinen Kerlchen eingeweicht werden und dann trotzdem noch für mindestens zwei weitere Stunden in den Kochtopf hüpfen. Ansonsten ist diese wärmende, unscheinbar aussehende Suppe schnell und unkompliziert zuzubereiten. Genau das richtige für trübe Novembertage. Denn die können in der Toskana bitter kalt sein.




Zutaten
(für 4 Personen)

200 g getrocknete Kichererbsen
1 Lorbeerblatt
500 g Kürbisfleisch
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Chilischote
1 Zweig Rosmarin
250 ml Passata di pomodoro 
(Tomatensaucenbasis, man kann auch stückige Tomaten aus der Dose verwenden)
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl extra vergine

Die Kichererbsen in reichlich lauwarmen Wasser mehrere Stunden, am besten über Nacht, einweichen. Dann in einem Sieb abspülen, mit frischem Wasser und einem Lorbeerblatt aufsetzen und zugedeckt zwei Stunden köcheln lassen. Dann abgießen, dabei das Kochwasser auffangen.
Die Hälfte der Kichererbsen mit etwas vom Kochwasser durch ein Passiergerät drehen.
Die Zwiebel fein hacken, die Knoblauchzehe andrücken und die Nadeln vom Rosmarinzweig streifen und fein hacken. Alles in etwas Olivenöl kurz anschwitzen, dann das in kleine Würfel geschnittene Kürbisfleisch hinzufügen und ebenfalls kurz mit andünsten. Die Passata di pomodoro (oder die stückigen Tomaten), das Kichererbsenpüree sowie 2-3 Suppenkellen vom zur Seite gestellten Kochwasser hinzufügen, salzen und pfeffern und zugedeckt 30 Minuten köcheln lassen. Danach mit einem Kartoffelstampfer die Kürbisstücke etwas zermatschen.
Zum Schluss die zur Seite gestellten ganzen Kichererbsen hinzufügen und den Eintopf nochmals kurz aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem guten Schuss Olivenöl servieren.

Rezeptquelle: D della Repubblica, 31.10.15




Weitere Suppen/Eintöpfe mit Kichererbsen gibt es hier:
Zuppa di ceci e carciofi con polpettine
Zuppa di ceci, porro e porcini


tierfreitag


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 21. November 2014

Da hilft nur ein heißes Süppchen! Zuppa di ceci, porro e porcini



Es gibt so Tage...
Erst drängeln sich im Bio-Lädchen wieder die Furbi vor, so  nennt man in Italien die "Oberschlauen", die alle anderen für doof halten, dann kann mein Gemüsehändler mit dem Ausdruck "Erbette" nichts anfangen und will mir Petersilie andrehen (Er: "Signora, Erbette sind Erbe (Kräuter) wie Rosmarin, Thymian oder Petersilie." Ich: "Nein, Rosmarin und Thymian nennen sich Erbe aromatiche oder auch Odori. Erbette ist ein Synonym für Bietole [Mangold])". Da kann er mit dem Petersilienstrauß noch so lange unter meiner Nase wedeln! Beim Wechselgeld dann hatte ich auf einmal zuwenig. Nein, das war nicht Absicht, aber mit den Gedanken ist der junge Mann hinter der Kasse immer woanders. Manche können das einfach besser: Die ältere Dame an der Kasse meines Feinkostladens auf dem Campo de' fiori bringt es darin zu einer wahren Meisterschaft, wenn es darum geht, zwei Dinge gleichzeitig zu erledigen. Bei ihren Dauertelefonaten  "arbeitet" sie routiniert die Kundschaft mit einer Hand ab - und verzählt sich nie beim Wechselgeld! Na bitte, es geht doch! Im Multitasking sind Frauen einfach besser!
Später werde ich auf dem Zebrastreifen beinahe umgefahren. Ein Taxifahrer stößt zurück, berührt mich schon, während ein anderer Fußgänger mir gleichzeitig eine Warnung zuruft.
Zu Hause angekommen lese ich dann ein Rezept. Eine kleine Auszeit, die mich eigentlich immer entspannt. Eigentlich...
Kichererbsen 24 Stunden einweichen und dann vier Stunden kochen...
Aha, hat man dann gleich Hummus im Topf?...Ein Drittel pürieren (wohl mit etwas Kochwasser, oder?)... Kichererbsen zu den anderen Zutaten (Steinpilze, Lauch) in den Topf geben (ohne Flüssigkeit, mit den pürierten Kichererbsen?) und 6 Minuten schmoren ("braten" die den dann nicht, denn hier ist von Flüssigkeit nicht mehr die Rede?). Dann das Kochwasser (was ist von wieviel denn nach vier Stunden noch übriggeblieben?)...

Fragen über Fragen.

Zurück auf Anfang. Es ist ein herrlicher Tag, draußen scheint die Sonne, und ich will diese verlockende Kichererbsensuppe mit Lauch und getrockneten Steinpilzen zubereiten, deren Rezept ich in einer Kochzeitschrift gefunden habe! Ein veganes Rezept, das wunderbar zum heutigen Tierfreitag passt.




Zutaten
(für 4 Personen)

200 g getrocknete Kichererbsen
30 g getrocknete Steinpilze
1 Stange Lauch
200 g Mangold
1 Rosmarinzweig und ein paar Thymianzweige
1 Lorbeerblatt
1 Knoblauchzehe
Olivenöl extra vergine
1 El gekörnte Gemüsebrühe, möglichst selbstgemacht
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Piment d'Espelette

20 g Petersilienblättchen
7 El Olivenöl extra vergine
Salz

Die Kichererbsen in einem Sieb gut abspülen, dann über Nacht in reichlich Wasser einweichen (sie quellen auf). Mindestens 12 Stunden im Wasser lassen, danach absieben und erneut abspülen.
Kichererbsen mit einer geschälten Knoblauchzehe und einem Lorbeerblatt mit zwei Litern Wasser aufsetzen und zugedeckt 2,5-3 Stunden köcheln lassen (zwischendurch die Kichererbsen probieren, sie sollten weich, aber noch bissfest sein).
Kicherbsen durch ein Sieb geben, dabei das Kochwasser auffangen.Lorbeerblatt entfernen.
Ein Drittel der Kichererbsen mit einer Suppenkelle vom Kochwasser pürieren.
Steinpilze in heißem Wasser eine halbe Stunde lang einweichen, dann aus dem Wasser nehmen.
Rosmarinnadeln abstreifen und kleinschneiden, Thymianblättchen von den Stängeln zupfen.
Den Lauch putzen, in Ringe schneiden und in etwas Olivenöl anschmoren lassen. Die Kräuter, die eingeweichten Steinpilze und sowohl pürierte wie auch ganze Kichererbsen mit etwas von dem Kochwasser (eine Suppenkelle) hinzugeben und 5 Minuten schmoren lassen.
Mangold waschen, die Rippen aus den Blättern entfernen, dann in Streifen schneiden.
Da restliche Kochwasser (ungefähr 1 Liter) mit einem El gekörnte Gemüsebrühe und etwas Piment d'Espelette in den Topf zu dem Gemüse geben, Mangoldstreifen hinzufügen und weitere 15 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Ich habe die Suppe noch mit Petersilienpesto beträufelt: Dafür die Petersilienblättchen mit etwas Salz und dem Olivenöl fein pürieren.

Rezeptquelle: Zusammengebastelt nach einem Rezept aus Sale & Pepe, November 2014

tierfreitag

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 10. Januar 2014

Ein Salat für alle Gelegenheiten



Das neue Jahr startete mit den guten Vorsätzen, mehr Obst und Gemüse zu essen; vor allem mehr Obst. Ich bin nämlich ein richtiger Obstmuffel, obwohl es mir eigentlich schmeckt. Da koche ich manchmal Gerichte, für die ich Stunden in der Küche zubringe, aber Obst-Schnippeln finde ich einfach lästig.
Das musste ich dringend ändern! Und so stehen zur Zeit am Mittag - auch wegen einer hartnäckigen Erkältung -Vitamine in Form von Obstsalaten oder auch Smoothies auf meinem Speiseplan. Meinen "Power-Smoothie" stelle ich ich Euch  in den nächsten Tagen vor.
Heute aber gibt es einen raffinierten Salat, denn ich brauche so meinen "Salzanteil", damit sich nicht nach kurzer Zeit wieder ein Hungergefühl einstellt.
Dieser Salat ist richtig gesund: Kichererbsen enthalten neben Ballaststoffen Vitamine der B-Gruppe sowie Magnesium, Eisen und Zink. Avocados übertreffen die Kichererbsen sogar noch mit gesunden Inhaltsstoffen und weiteren Vitaminen sowie Phosphor, Kalium, Kalzium und Folsäure. Grapefruit und auch Schnittlauch liefern noch einmal Vitamin C, und der Sesamsamen punktet mir weiteren Spurenelementen und Mineralstoffen. Über die gesundheitsfördernde Wirkung von Olivenöl muss man, glaube ich, nichts mehr sagen!





Das Rezept dazu hatte ich vor ein paar Jahren bei "Essen und Trinken" entdeckt. Nur ein paar kleine Freiheiten habe ich mir wieder erlaubt, den frischen Koriander durch Schnittlauch ersetzt und noch etwas rosa Pfeffer darübergestreut; ich mache das, weil es in Rom - zumindest in meinem Einzugsbereich - keinen frischen Koriander zu kaufen gibt. Selbst Schnittlauch zu finden ist Glückssache!
Obwohl es keine ausgesprochen "edlen" Zutaten sind, die sich in dem Salat verstecken, macht er doch optisch einiges her - und er schmeckt  wirklich phantastisch! So habe ich ihn auch schon mal bei einem Abendessen in Martini-Gläsern als kleine Vorspeise serviert.






Avocado-Kichererbsen-Salat

Zutaten (für 2 Personen)


  • 1 reife Avocado
  • 1 Grapefruit
  • 300 g Kichererbsen (aus dem Glas)
  • 1 El Sesamsamen
  • 1 El in feine Ringe geschnittenen Schnittlauch
  • 2 El Olivenöl extra vergine
  • 1 El flüssiger Honig
  • Fleur de sel
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • getr. rosa Pfeffer


Den Sesamsamen in einer beschichteten Pfanne leicht anrösten.
Die Grapefruit schälen und filettieren, dabei den Saft auffangen, Reste der Grapefruit ausquetschen und zum übrigen Grapefruitsaft geben.
Die Kichererbsen in einem Sieb abtropfen lassen. Avocado schälen und in dünne Scheiben schneiden.
Den Grapefruitsaft mit Fleur de Sel und Pfeffer verrühren, dann den Honig, das Olivenöl sowie den Sesamsamen einrühren.
Grapefruitfilets, Kichererbsen und Avocado-Spalten auf den Tellern anrichten und mit der Vinaigrette beträufeln. Mit Schnittlauchringen und rosa Pfefferkörnern bestreuen.




Rezeptquelle: Frei nach einem Rezept aus "Essen und Trinken"


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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 8. Mai 2013

Ein bisschen "retro" - mein Geflügelsalat



Geflügelsalat - da muss ich unwillkürlich an gefüllte Eier, Käsespießchen und Toast Hawaii auf dem Nierentisch denken. Aber ich mag ihn eigentlich. Eigentlich...
Nein, Geflügelsalat ist nicht gerade ein Highlight der gehobenen Küche - ich erhebe auch gar nicht den Anspruch, mich auf diesem Terrain zu bewegen -, und besonders ansehnlich ist er in der Regel auch nicht. Aber es müsste doch möglich sein, so dachte ich mir, jenseits von Zutaten wie etwa Dosenmandarinen etwas halbwegs Anständiges zustande zu bringen, dem darüber hinaus nicht noch der Mief einer phantasielosen Resteverwertung anhängt ("da war doch noch das Suppenhuhn...").
Wobei nicht das Geringste gegen eine vernünftige und kreative Resteverwertung gesagt sei!
Auf dem Weg zum perfekten Geflügelsalat, so es ihn denn überhaupt gibt, lege ich mal einen Zwischenstopp bei dieser Version ein. Im Grunde ist es auch eine Resteverwertung, denn ich hatte noch Stangensellerie und Frühlingszwiebeln im Gemüsefach. Dazu, gerade auch zu der "asiatisch" angehauchten Mayonnaise, konnte ich mir Kichererbsen als dritte Zutat vorstellen. Auf Fruchtiges habe ich trotz des Curry-Pulvers verzichtet, obwohl Ananas dazu der Klassiker schlechthin ist.
Basis für die Salatsauce ist eine Mayonnaise ohne Eier. Aufmerksam geworden auf diese Art Mayonnaise bin ich schon vor Jahren durch ein Rezept von Kirsten, das sie bei Essen und Trinken veröffentlicht hatte. Auch bei Zorra im "Kochtopf" gibt es ein Rezept für eine Mayonnaise ohne Ei, und auch bei ihr ist sie Saucenbasis für einen fruchtigen Geflügelsalat.



Zutaten (für 6 Personen)


  • 1 ganze Hühnerbrust (ca. 600 g, in dünne Scheiben geschnitten)
  • Butterschmalz
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer



  • 50 ml Kondensmilch (10% Fettgehalt)
  • 125 ml neutrales Pflanzenöl
  • 1 gestr. Tl Dijon-Senf
  • Salz
  • ein paar Spritzer Zitronensaft
  • 1 Tl Sojasauce
  • 1 Tl mildes Curry-Pulver
  • ein paar Spritzer Worcestershiresauce
  • 1 Chilischote



  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 50 g Stangensellerie (die hellgrünen, zarten Teile aus dem "Herz")
  • 230 g Kichererbsten (aus Dose oder Glas, abgetropft)


Die Hühnchenbrustscheiben in Butterschmalz anbraten, salzen und pfeffern, aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. Dann in schmale Streifen oder kleine Würfelchen schneiden.
Kondensmilch, Senf und Öl in einen hohen, schmalen Becher geben und mit der Schlagscheibe vom Zauberstab zu einer dicklichen Mayonnaise aufmixen.




Die Chilischote in feine Würfelchen schneiden, zu der Mayonnaise geben und diese mit den anderen Zutaten abschmecken.
Frühlingszwiebeln und Stangensellerie in feine Scheiben schneiden.
Hühnchenfleisch mit den Kichererbsen, den Frühlingszwiebeln und dem Sellerie mischen und die Mayonnaise unterheben.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 25. Februar 2013

Starkes Trio: Artischocken, Kichererbsen und Hackbällchen



Am Wochenende sind zwei der von uns gelesenen italienischen Tageszeitungen - dem "Corriere della Sera" und der "La Repubblica" -  an die weiblichen Leser gerichtete Magazine beigelegt, die einen thematischen Bogen von Mode, über aktuelle Politik, Gesundheit bis hin zu Einrichtungsideen und Rezepten spannen. Das Kapitel "Kochen" fällt allerdings meist sehr spärlich aus und beschränkt sich auf ein bis zwei Seiten.
Durchaus interessante Rezepte sind dort zu finden, die ab und an italienische Regional-Küche in neu interpretierter Weise vorstellen. Leider fallen mir auch in diesen Magazinen immer wieder, wie leider bei vielen kulinarischen Publikationen in Italien, gewisse Unstimmigkeiten und Ungenauigkeiten auf. Kochanfänger könnten da leicht verzweifeln.
Auf den ersten Blick nachkochenswert erschien mir eine Suppe mit Artischocken und Kichererbsen. Als Einlage sind kleine Hackfleischbällchen vorgesehen. Alles Zutaten, die mir sehr gefallen.




So schön, so gut!
Aber - nach diesen Rezept

  • sind die Artischocken nach kurzem Anbraten und Köcheln in 15 Minuten weich (aus Erfahrung kann ich sagen, dass das nicht sein kann). Dass man darüber hinaus bei vielen Artischocken auch das Heu entfernen sollte, wird nicht erwähnt.
  • kann man aus 200 g Rinderhack und einem Ei sowie etwas geriebenem Käse stabile Klößchen formen (das werden dann sehr breiige Klößchen sein, die man nie und nimmer in der Suppe garen kann)
  • gibt man vier "Pelati", also geschälte Tomaten aus Dosen, in die Suppe (auf dem Foto ist die Suppe ziemlich klar. Hat man vorher nun die Pelati in einem Sieb abtropfen lassen?)
  • werden die Hackbällchen in die kochende Suppe gegeben und "gekocht", ohne darauf hinzuweisen, dass sie vielleicht nur darin "ziehen" sollten.


Aber mir gefällt nun einmal das Gesamtkonzept, und so habe ich diesen Eintopf, der gut in die Winterzeit passt, mit einigen Abweichungen nachgekocht - und auch den Anteil an Kichererbsen erhöht. Statt der Pelati aus der Dose habe ich frische Tomaten verwendet.




Zuppa di ceci e carciofi con polpettine

Zutaten (für zwei bis drei Personen)


  • 2 Artischocken
  • 1 kleines Stück Stangensellerie
  • 1 Schalotte
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 2 Tomaten
  • 140 g Kichererbsen (vorgekocht)
  • 150 g Rinderhack
  • 1 Eigelb
  • 1 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben (im Original: Pecorino)
  • 1 El glatte Petersilie, fein gehackt
  • 700 ml Gemüsebrühe
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine


Die Artischocken putzen, zunächst in Viertel schneiden und eventuell vorhandenes Heu entfernen. Dann in feine Spalten schneiden.
Stangensellerie und Zwiebel fein würfeln, die Rosmarinnadeln vom Zweig streifen und fein schneiden.
Tomaten einritzen, mit kochendem Wasser übergießen, abschrecken, vierteln, Kerne entfernen und in Würfel schneiden.
In einem Topf das Olivenöl erhitzen und die Sellerie- und Zwiebelwürfel sowie die kleingeschnittenen Rosmarinnadeln darin anschwitzen. Dann die Artischockenspalten hinzufügen und fünf Minuten bei kleiner Hitze anbraten. Salzen, pfeffern und die Brühe sowie die Tomatenwürfel hinzugeben. Zugedeckt 15 Minuten köcheln lassen.
Nach dieser Zeit die Kichererbsen zur Suppe geben und alles weitere 15 Minuten zugedeckt köcheln lassen.
In der Zwischenzeit das Rinderhack mit dem geriebenen Parmesan, der gehackten Petersilie, einem Eigelb, Salz und Pfeffer verkneten und mit angefeuchteten Händen kleine Bällchen daraus rollen.
Die Hackbällchen in die Suppe gleiten und bei milder Hitze darin zehn Minuten ziehen lassen.
Mit Pfeffer abschmecken - wer mag, kann noch etwas Olivenöl über die Suppe träufeln.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane
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