Als hätte ich es geahnt: Mein Mann musste aus familiären Gründen an diesem Wochenende nach Deutschland aufbrechen. Am wahrscheinlich heißesten Wochenende des Jahres, an dem ich gerne ans Meer oder in die Berge geflüchtet wäre. So verkrümele mich zu Hause; unmöglich, für längere Zeit vor die Tür zu gehen. Apropos "verkrümeln". Die Macadamia-Nüsse mussten weg, länger hätten sie in der heißen Küche nicht mehr durchgehalten. So wurde ich schon vor ein paar Tagen zum "Krümelmonster" und buk "Road-Trip-Cookies". Warum die so heißen? Da muss ich etwas ausholen.
Wenn man lange Strecken zum gefühlt tausendsten Male fährt, entwickelt man skurrile Verhaltensweisen. Selbst der schäbigste Autogrill (italienische Raststätten) wird da zum Schlaraffenland (über das deutsche Pendant decken wir lieber gleich den Mantel des Schweigens, aber am Ende dieses Postings findet Ihr für die nächste Italienreise die Koordinaten für DEN Autogrill, wo sich ein Stopp wirklich lohnt.*). Nach Caffè und Spremuta (frisch gepresster Saft) und dem Aufsuchen von gewissen Örtlichkeiten für kleine Königstiger(innen) folgt der Gang durch die ungesunde Abteilung. Plätzchen, Chips, kleine Mini-Salami und Schokolade - all die "Leckereien", die, mit Ausnahme von Schokolade für Desserts oder Kuchen, nie im Einkaufskörbchen landen, feiern bei diesen Gelegenheiten "fröhliche Urständ". Ich sage nur: Gummibärchen! Möglichst die saure Sorte mit ganz viel Zucker...
In den Beifahrer-Phasen stopfe ich dann aus Frust schon einmal so etwas in mich hinein. Ich glaube, das kommt durch die elende Ödnis der langen, oft nächtlichen Autofahrten, an deren Ende selten fröhliche Urlaubstage winken.
Seit einiger Zeit bereichern amerikanische Cookies in verschiedenen Geschmacksrichtungen das Angebot in den Raststätten. Mein Favorit: Macadamia und weiße Schokolade.
Die mussten einfach nachgebacken werden! Ein Tütchen davon habe ich nun meinem Mann neben Wasser, Trinkjoghurt und Pülverchen zum Auffüllen der durch die Hitze verloren gegangenen Magnesium- und Kalium-Speicher mitgegeben. Zu meiner Ehrenrettung darf ich sagen: Ich bereite für lange Reisen gerne kleine Lunchboxen vor: mit Gurken, Tomaten, hartgekochten Eiern und belegten Broten. Oft kommen noch Äpfel hinzu; lauter gesunde Sachen! Immer öfters fahren wir auch, wunderbar beraten durch unseren "Slow-Food-Führer", von der Autobahn ab und suchen uns eine nette kleine Trattoria. Aber zwischendurch heißt es:
"Cookies, cookies!"
Zutaten
(Für ca. 22 Stück)
- 250 g Butter
- 280 g Mehl, gesiebt
- 1 P. Backnatron
- 100 g brauner Zucker
- 130 g weißer Zucker
- 1/2 Tl Salz
- 1 Tl Vanillearoma
- 2 Eier
- 140 g Macadamia-Nüsse
- 100 g weiße Schokotropfen (ersatzweise weiße Schokolade, grob gehackt)
Den Backofen auf 190 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze) und Backbleche mit Backpapier auslegen.
Die Macadamia-Nüsse grob hacken.
Die weiche Butter mit dem Zucker und dem Salz zu einer geschmeidigen Crème rühren. Das Vanillearoma hinzufügen und die Eier einzeln einarbeiten. Ein wenig Mehl abnehmen und mit dem Natron mischen.
Das Mehl nach und nach unter den Teig rühren, zum Schluss die Mehl-Natron-Mischung unterrühren.
Unter den Teig die gehackten Macadamia-Nüsse sowie die Schokoladentropfen heben.
In großen! Abständen Teig-Häufchen auf das Backpapier setzen; ich benutze dazu einen Eisportionierer. Beim Backen läuft der Teig flach auseinander.
Die Cookies ungefähr zehn Minuten backen. Danach auf dem Blech unbedingt etwas abkühlen lassen; sie sind sehr weich. Zum vollständigen Erkalten auf ein Kuchengitter legen.
Wie lange sich die Cookies frisch halten? Keine Ahnung, die werden sich nicht lange "halten"...
*Autostrada A1 Mailand-Bologna, Richtung Bologna, Autogrill "Secchia Ovest", ca. 10 Kilometer von Modena entfernt.
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Un abbraccio
Ariane






