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Dienstag, 8. Dezember 2020

Back to the eighties: Penne alla Vodka



Penne alla Vodka - mittlerweile zählt dieses Pastagericht  zu den modernen Klassikern, auch wenn es nur noch selten auf den Speisekarten in Italien erscheint. Vielleicht liegt es aber auch an den Regionen, in denen ich mich in den vergangenen Jahren vornehmlich bewegt habe, dass es mir selten unterkommt. Irgendwie verbinde ich diese Pasta mit den an der nördlichen Adria gelegenen Badeorten wie zum Beispiel Rimini mit seinem bekannten Nachtleben.

Meine Erinnerungen an einige dieser Orte führen bis weit in die achtziger Jahre zurück, als Italien für mich noch das Traumziel herbeigesehnter Sommerurlaube war - und natürlich das Land der von mir so vergötterten Kunst. Badeurlaub machte man etwa in Milano Marittima -  meine Eltern das erste Mal dort in den fünfziger Jahren - oder in Jesolo, und damit die Kultur nicht zu kurz kam, fuhr man dann auch schon mal nach Venedig oder in andere wegen ihrer Kunst begehrte Ortschaften, wenn man sich auf dieser Seite des Stiefels aufhielt.

Wie habe ich in diesen Urlauben meine italienischen Altersgenossen beneidet, die sich nach dem Abendessen auf der Piazza trafen. Ich dachte nur: die dürfen auch nach dem Urlaub weiter in diesen wunderbaren Land leben, ich dagegen muss zurück in das graue herbstliche Deutschland. Ich sehe sie noch heute vor mir, die Mädchen in der schreienden Mode jener Zeit, mit kurzen bunten Stufenröcken oder Karottenhosen und mit Blumenclips im Haar, während die jungen Männer die Ärmel ihrer Jacken hochkrempelten, um einen so coolen Auftritt hinlegen zu können wie Don Johnson in Miami Vice. Die Piazza wurde zum Laufsteg der Eitelkeiten. Loretta Goggi sang von der "Maledetta Primavera", Gazebo mochte "Chopin" und Ricardo Fogli erzählte singend von "Storie di tutti i giorni". Ich duftete am Abend nach "Valentino", einem Parfum, das mich später immer an diese italienischen Urlaube erinnerte, leider aber seit ein paar Jahren nicht mehr erhältlich ist. Meist gönnte ich mir am Urlaubsort auch ein paar modische Klamotten, um dann -  zurück in Deutschland - ein Stück Italien wörtlich mit mir herumtragen zu können. 




Der extrovertierte Stil der Achtziger mit seinen Eiscrèmefarben traf in den späteren Jahren dieser Epoche auf ein kühle schwarz-weiß-Ästhetik, die schon auf die Neunziger hinwies. Gerichte wurden auf einmal auch in Kochbüchern auf schwarzem Porzellan präsentiert, ja selbst der Dorfmetzger drapierte seine Schweinesteaks auf schwarzer Keramik. Ich kann mich noch an Martini-Gläser erinnern, die mir zu einem Geburtstag geschenkt wurden. Sie hatten einen schwarzen Stiel. Penne alla Vodka sehe ich in meiner Vorstellung ebenso auf einem schwarzen Teller - oder sogar auf Glasgeschirr. 

Wann genau die Penne alla Vodka erfunden wurden - und wo - ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Waren sie etwa eine neue Version der Penne all'arrabbiata, die der Schauspieler Ugo Tognazzi in seinem Kochbuch beschrieben hatte? Tognazzi wurde auch im nicht-italienischen Ausland bekannt durch seine Rolle in dem Skandal-Film "Das große Fressen" - La grande abbuffata. Sein Kochbuch, das 1974 erschien, trug daran anknüpfend den Titel L'Abbuffone. Für seine Penne alla Vodka, für die es wohl zum ersten Mal ein niedergeschriebenes Rezept in einem Kochbuch gab, verwendet er mit Peperoncini aromatisierten polnischen Wodka. 

In den achtziger Jahren tauchte dann eine weitere Version auf: Penne alla Moscovita, mit geräuchertem Lachs, Sahne und Kaviar. Überhaupt Sahne! In den Achtzigern scheut man sich nicht davor, sie bei Pastagerichten einzusetzen. Allerdings gab es da ein kleines Problem: Wenn in einem Sugo Sahne auf Tomaten und Olivenöl traf, führte das dazu, dass sich diese Komponenten - also Sahne und Olivenöl - von einander trennten. Der Wodka fungierte dann als Emulgator: Sahne und Olivenöl konnten sich stabil verbinden. 

Weiterhin reklamieren auch die Amerikaner dieses Gericht für sich als eine amerikanische Erfindung. So soll der amerikanische Student James Doty die Penne alla Vodka kreiert haben. Wiederum erzählt das Restaurant Diana in Bologna, dass sie es waren, die das Rezept perfektionierten. Auch ein römischer Küchenchef tritt in Erscheinung, der im Auftrag einer Wodka-Firma dieses Pastagericht erschaffen haben soll, um die Spirituose in Italien zu bewerben. Und da wäre  noch - wieder jenseits des Großen Teichs - der neapolitanischer Koch eines New-Yorker Restaurants.... Sucht es Euch aus!

Unbestritten traten die Penne einen Siegeszug rund um die Welt an und wurden zu einem der bekanntesten Pastagerichte international. Dabei waren es angeblich nicht die Restaurants selbst, die die Penne alla Vodka so populär machten, sondern die Diskotheken, wie man in den achtziger Jahren die Clubs noch nannte, in denen das Gericht auch zu nächtlicher Stunde serviert wurde. Auch diese Legende passt doch irgendwie zum schrillen Livestyle dieser Kult-Epoche. Übrigens, Roms legendärer Nacht-Club "Jackie O'" führt sie noch immer auf der Karte...




Zutaten und Zubereitung
(für 2-3 Personen)

  • 140 g Pancetta affumicata, gewürfelt
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 getrocknete Peperoncini (Chili-Schoten)
  • 100 ml Wodka
  • 1 Tl Tomatenkonzentrat
  • 230 g Polpa di pomodoro (stückige Tomaten)
  • Olivenöl extra vergine
  • 150-180 g süße Sahne
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 250 g Penne 


Die Pancetta würfeln und die Zwiebel in feine Streifen schneiden.
 
In einer Pfanne in etwas Olivenöl zunächst die Pancetta-Würfel etwas ausbraten, dann die Zwiebelstreifen hinzugeben und glasig werden lassen. Mit dem Wodka ablöschen und diesen etwas einkochen lassen.

Das Tomatenkonzentrat und die Chilischoten dazugeben sowie die stückigen Tomaten. Die Dose nochmal 2 cm hoch mit Wasser füllen, zusätzlich zum Sugo gegen und diesen ca. 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Sahne hinzufügen und nochmals aufkochen.

Pasta al dente kochen und in der Pfanne mit dem Sugo vermischen.





Sonntag, 12. Juni 2016

Provokation auf Italienisch: "Carbonara" di pollo, zucchini e fiori di zucca


Ich ziehe dann schon einmal den Kopf ein - Carbonara...
Prophylaktisch habe ich der Bezeichnung Carbonara Tüttelchen verpasst; im Original war das nicht der Fall. Und das Originalrezept für dieses Hauptgericht stammt aus einem - Achtung - italienischen (!) Foodmagazin.
Wenn das Stichwort "Carbonara" in irgendeinem Forum (auch in italienischen) fällt, ist der Shitstorm gewiss, deshalb will ich an dieser Stelle auch nicht länger darauf eingehen.
Zur Pasta alla Carbonara habe ich alles gesagt: wer mag, kann das hier nachlesen. Da war ebenfalls der Titel schon eine kleine Provokation.
Dieses Gericht mit Hühnerbrust und Zucchini jedenfalls schmeckte gigantisch, und es lohnt sich, es nachzukochen. Wenn Euch jemand fragt, wie es heißt, dann verschweigt einfach jenes Reizwort. Das erspart unsägliche Diskussionen und schont die Nerven!





Zutaten
(für 2-3 Personen)

500 g Hühnerbrustfilet
100 g Pancetta affumicata,
in etwas dickere Scheiben geschnitten, dann gewürfelt
5 Zucchini "romaneschi"
10 Zucchiniblüten
75 ml trockener Weißwein
1 ganzes Ei + 1 Eigelb
25 g Pecorino Romano, frisch gerieben
50 g Robiola (italienischer Frischkäse)
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer




Die Hühnerbrust in Würfel schneiden.
Ein wenig Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Pancettawürfel darin anbraten. Wenn sie knusprig werden, aus der Pfanne nehmen. In dem in der Pfanne verbleibenden Fett die in Würfel geschnittene Hühnerbrust leicht braun anbraten. Dann die Pancetta wieder hinzufügen, leicht pfeffern und salzen und mit dem Wein ablöschen. Zehn Minuten bei kleiner Hitze schmoren lassen.
In der Zwischenzeit die Zucchini quer halbieren und jede Hälfte der Länge nach vierteln. Die Zucchiniviertel für ca. 3 Minuten dampfgaren. Die Zucchiniblüten putzen und längs in Streifen schneiden.
Die Zucchiniviertel sowie die Zucchiniblüten zu dem Hühnerfleisch in die Pfanne geben und für weitere drei Minuten schmoren lassen. Dann die Pfanne von der Kochstelle nehmen und kurz abkühlen lassen
Ei, Eigelb, Pecorino und Robiola gut verquirlen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Hühnchenwürfeln in der Pfanne vermischen.



Rezeptquelle: Sale & Pepe, Mai 2016


♥♥♥

Auch mein Kringelchen sollte etwas von dem feinen Hühnchenfleisch abbekommen. Natürlich ungewürzt gedünstet und nur mit dampfgegarten Zucchiniwürfeln sowie Hüttenkäse vermischt. Und sie hat diese Leckerei verweigert!



Liebe Katzenbesitzer, wenn Ihr Tipps für mich habt, immer her damit! Kringelchen und auch ich, wir werden es Euch danken!





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 22. Mai 2015

Doppelt gespargelt: Ravioli di asparagi



Es wird "weitergespargelt" im Wonnemonat Mai  - und wie! Frei nach dem Motto "doppelt hält besser" umgarnen hier die grünen Stangen die Pasta. Die zarten Köpfchen wollten draußen bleiben, der Rest versteckt sich in den Ravioli: Mehr Spargelverwertung auf einem Teller geht kaum!
Dennoch ist es ein sehr puristisches, auf das Wesentliche - den Spargel - konzentriertes Pastagericht, das mit wenigen guten Zutaten auskommt. Typisch italienisch eben!





Zutaten
(für 3-4 Personen)

Ravioliteig

150 g Mehl
50 g Hartweizengrieß
2 Eier 
1 Prise Salz
ein paar Tröpfchen Olivenöl extra vergine
etwas Kurkuma (fakultativ)


Aus den Zutaten nach meinem Grundrezept einen Pastateig herstellen.




Füllung

600 g grüner Spargel
130 g Schafskäse-Ricotta (Ricotta di pecora),
ersatzweise Ricotta aus Kuhmilch
60 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
2 El Semmelbrösel
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

1 Eiweiß zum Beistreichen der Teigplatten

Den geputzten Spargel in grobe Stücke schneiden, dabei die Spargelköpfchen zur Seite legen; sie werden später verwendet.
Spargelstücke weich garen; ich benutze dazu einen Dampfgartopf. Die gegarten Spargelstücke abkühlen lassen und mit den übrigen Zutaten pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Füllung in einen Spritzbeutel füllen.
Die ausgerollten Pastabahnen mit der gut bemehlten Seite auf eine sogenannte "Raviolamp" legen, mit Hilfe des Spritzbeutels (oder eines kleines Löffels) die Füllung in den Vertiefungen verteilen, eine zweite Pastaplatte mit Eiweiß bestreichen und auf die Platte mir der Füllung legen. Gut andrücken und mit dem Nudelholz darüberrollen, Raviolamp umdrehen und die Pasta auf die Arbeitsplatte stürzen. Die Ravioli mit Hilfe eines Teigrädchens trennen.
Ravioli in Salzwasser zirka 3 Minuten kochen, dann mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben.

Sugo

100 g Pancetta affumicata in dünnen Scheiben
ein paar Salbeiblätter
Spargelköpfe
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Parmigiano Reggiano, frisch gerieben

Die Pancetta von Schwarte und Knorpelstückchen befreien und in grobe Streifen schneiden. Salbeiblätter ebenfalls in Streifen schneiden.
Die Spargelköpfe in kochendem Salzwasser zwei Minuten blanchieren.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Pancetta knusprig ausbraten, dabei den Salbei hinzufügen. Die Spargelköpfe in die Pfanne geben und ebenfalls kurz darin schwenken.
Mit Salz und Peffer abschmecken und die Ravioli untermischen.
Parmigiano dazu reichen.





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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 17. April 2015

Auch Brotbacken macht glücklich - mais oui! Pancetta-Zwiebel-Baguette



Mit Brot und Brötchen ist das so eine Sache in Italien. Also, die Brötchen vergessen wir dabei mal ganz schnell wieder, denn den gerade in Rom so beliebten Rosette, nach nichts schmeckende, innen hohle Monster, kann ich so gar nichts abgewinnen. Aufgeschnitten und mit Mortadella oder Schinken ausgestopft, ja gestopft, denn von belegt kann man hier kaum noch sprechen, erfreuen sich dennoch als schnellen Mittagssnack großer Beliebtheit bei den Römern. Wenn ich um die Mittagszeit in den wohlsortierten Feinkostladen am Campo de' fiori schaue, sind viele der Angestellten damit beschäftigt, Rosette zu stopfen zu belegen.
Bei den Brotsorten schmeckt mir dagegen gut das sogenannte Pane di Lariano, aber wie bei so vielen italienischen Brotvariationen mag ich auch dieses nur frisch vom Bäcker, denn schon am nächsten Tag wird es ungenießbar.
Zwar findet man in allen Regionen Italiens unzählige Brotspezialitäten, aber so richtig anfreunden konnte ich mich mit noch keiner. Gipfel der "Geschmacklosigkeit" bleibt dabei noch das ungesalzene Brot der Toskana und einiger Regionen Umbriens - scusate tanto!
Nun bin ich nicht so die Brotbäckerin, aber heute hat es mich einfach gereizt, nach eigenen Vorstellungen Baguettes zu backen - eine Premiere für mich. Da ich noch Pancetta im Haus hatte sowie viel frischen Thymian, entstanden dabei herzhafte Brotstangen, die allein mit frischer Butter einfach herrlich schmecken! Natürlich habe ich mir beim Grundrezept professionelle Hilfe geholt - siehe unten.
Ich muss sagen, vielleicht wird doch noch eine leidenschaftliche Brotbäckerin aus mir, denn dieses Experiment hat mir ähnlich Spaß gemacht wie meine geliebte Pastaproduktion. Und vielleicht gebe ich demnächst auch wieder einer italienischen Brotspezialität eine Chance und backe Ciabatta!







Zutaten
(für vier Baguettes)

600 g Mehl, Typ 0 oder 550 + Mehl zum Verarbeiten (gesiebt)
15 g Hefe
10 g Salz
350 ml lauwarmes Wasser
100 g Pancetta affumicata in Scheiben
1 große rote Zwiebel
ein paar Thymianzweige


Die Pancettascheiben von Schwarte und Knorpelstückchen befreien, erst längs, dann quer in kleine Würfelchen schneiden. Die Zwiebel ebenfalls würfeln.
In einer Pfanne die Pancettawürfel ausbraten, dann die Zwiebelwürfel mit den Thymianblättchen hinzufügen und glasig werden lassen. Die Pfanne zur Seite stellen und abkühlen lassen.
In einer Schüssel die zerpflückte Hefe in dem lauwarmen Wasser auflösen, das Salz sowie das gesiebte Mehl und die Speck-Zwiebel-Mischung hinzufügen und mit dem Knethaken zu einem Teig verarbeiten. Eventuell weiteres Mehl einarbeiten, bis der Teig nicht mehr klebt, dabei auf der Arbeitsfläche mit den Händen weiterkneten.
Den Teig in vier Teile schneiden, zu Kugeln formen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech zugedeckt an einem warmen Ort 30 Minuten gehen lassen.
Nach dieser Zeit den Teig weiterverarbeiten; er sollte nun aber nicht mehr geknetet werden.
Jede Kugel auf einer bemehlten Fläche vorsichtig zu einem Quadrat drücken und alle vier Enden nach innen einschlagen.






Die kleinen Quadrate wieder auf das Blech legen und zwanzig Minuten zugedeckt ruhen lassen. Danach die Quadrate wieder breiter drücken und abermals die Ecken einschlagen.
Diesen Vorgang insgesamt dreimal ausführen, jeweils mit den 20 Minuten Teiggehzeit.
Dann die Quadrate mit den Handflächen zu einem Rechteck drücken, einmal von der langen Seite her einschlagen, wieder flachdrücken, einschlagen und zu einer Rolle formen.
Die Rollen nebeneinander auf einem entsprechend vorbereiteten Küchenhandtuch weitere zwanzig Minuten ruhen lassen.




Den Backofen auf 240 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Baguettes auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mehrmals quer mit einem scharfen Messer einschneiden, mit etwas Mehl bestäuben und auf der unteren Schiene 20 - 25 Minuten backen. Dabei ein kleines feuerfestes Töpfchen mit Wasser auf das Backblech stellen.





Rezeptquellen für das Grundrezept Baguette:
Der große Lafer: Backen, Gräfe und Unzer-Verlag, München 2012
Französisch Kochen by Aurélie Bastian: Une petite baguette...



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♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 8. April 2015

"Frühling lässt sein - grünes - Band"... Paglia e fieno - und ein Sugo dazu



Wirklich hauchzart waren die Pastabahnen nach dem Ausrollen; als ich sie gegen das Licht hielt, hätte man Zeitung durchlesen können. So muss der ausgerollte Teig für Bandnudeln aller Art aussehen!
Das intensive Grün dieses berühmten Pasta-Duos Paglia e fieno (Stroh und Heu) lockt hoffentlich einen strahlenden Frühling herbei, auch wenn leider die frischen Erbsen für den Sugo fehlen; sie gab es heute nicht auf dem Markt. Aber hier kann man, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, auf ein ein Tiefkühlprodukt zurückgreifen, denn dieses einfache Gericht wird allein schon durch die feine selbstgemachte Pasta geadelt.





Alle, die sich vielleicht bis jetzt noch gescheut haben, Pasta zu färben, kann ich beruhigen. Der grüne Teig lässt sich unkompliziert herstellen und auch wunderbar verarbeiten. Dazu gibt es diesen schnellen Sugo, der, so liest man immer wieder, zu den Lieblingssaucen italienischer Kinder gehören soll. In der Regel besteht er aus Erbsen, Sahne und Schinken. Ich bevorzuge aber den etwas markanteren Geschmack einer geräucherten Pancetta.
Noch während das Nudelwasser zum Kochen gebracht wird, ensteht blitzschnell der Sugo - so mag man es doch manchmal auch.

Zutaten
(für zwei Personen)

Pasta

2 Eier
150 g Mehl
50 g Hartweizengrieß + Grieß zur weiteren Verarbeitung
2 Eier
1 Prise Salz
etwas Kurkuma (für den hellen Teig, fakultativ)
ein paar Tropfen Olivenöl extra vergine
ca. 70 g frischer Spinat (man rechnet 50 g geputzter Spinat pro 100 g Mehl/Hartweizengrieß)
Salz

Den Spinat putzen, waschen und in leicht gesalzenem, kochendem Wasser kurz blanchieren, in ein Sieb gießen, kalt abbrausen und sehr gut ausdrücken. Den Spinat mit einem Ei fein pürieren.
Die Hälfte des Mehls und des Hartweizengrieß' auf eine Arbeitsfläche sieben, in der Mitte etwas Mehl zu Seite schieben und das Spinatpüree hineingeben. Hier braucht man kein zusätzliches Salz oder Öl. Zu einem Pastateig verarbeiten; wenn nötig, noch etwas Grieß unterkneten.
Mit den restlichen Zutaten einen hellen Pastateig nach meinem Grundrezept herstellen.
So verliebt war ich in mein Pasta-Pärchen, dass ich gleich mehrere Fotos machen musste:






Sugo

200 g geräucherte Pancetta, in dünnen Scheiben (authentisch: gekochter Schinken in Würfeln)
200 g Erbsen, Tiefkühlprodukt
1 Schalotte
etwas Butter und Olivenöl
ein paar Salbeiblätter
ca. 300 ml Gemüsebrühe
2-3 El Crème fraîche (im Original: Sahne,
da Crème fraîche in der italienischen Küche nicht verwendet wird)
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
50 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben + Parmigiano nach Belieben

Die Pancetta von Schwarte und Knorpelstückchen befreien und erst der Länge nach, dann quer in feine Würfelchen schneiden.
In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Pancettawürfel knusprig ausbraten. Etwas Butter hinzufügen und die feingeschnittene Schalotte sowie den in Streifen geschnittenen Salbei hinzufügen und anschwitzen. Nun die Erbsen sowie etwas Gemüsebrühe in die Pfanne geben und alles zugedeckt bei kleiner Hitze ein paar Minuten köcheln lassen. Zum Schluss Crème fraîche und Parmigiano unterrühren. Die Sauce scheint nun sehr flüssig, aber die Pasta saugt diese stark auf.





Die Pasta al dente (ca.2 Minuten) kochen und in der Pfanne mit dem Sugo mischen.
Parmigiano zur Pasta reichen.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 19. Dezember 2014

Mit der "Winterblume": Crespelle al radicchio e pere



Birnen! Da müssen Birnen hinein, dachte ich mir gestern, als ich von meinen Weihnachtseinkäufen nach Hause eilte. Manchmal fallen mir die besten Ideen unterwegs ein, und noch während des Gehens schreibe ich dann gedanklich an einem Rezept. Dabei hatte ich am Morgen schon Maronen gekauft; Maronen und Radicchio sind nämlich ein bewährtes Dream Team - ob in der Lasagne oder zur Pasta überhaupt. Nun also Birnen anstelle der Maronen!
Da in meinem Viertel nur am Vormittag Markt ist, muss ich bei Spontankäufen am Nachmittag Supermärkte ansteuern, die in der Innenstadt von Rom in ihrem Angebot sehr an den Besuchern der Stadt ausgerichtet sind. Ich kaufte also drei Birnen, und erlebte beim Bezahlen wieder eine jener absurden Situationen, die man eigentlich nur noch mit Humor nehmen kann. Jahrelanger Drill an den Kassen haben Spuren hinterlassen, und ich bezahlte brav mit Kleingeld. "Spiccioli, per favore" (Kleingeld/Münzen), lautet das Mantra hier beim Bezahlen.
Man kann Kassierer in höchste Verzweiflung stürzen, wenn man Scheine zückt, denn die Kassen zeichnen sich durch chronischen Wechselgeldmangel aus; seltsam eigentlich, da alle immer an der Kasse ihr Kleingeld abzählen müssen. Was das an Zeit kostet, wenn man vor der Kasse in
der Schlange steht - vor sich noch der Sprache unkundige Touristen - kann man sich ausrechnen.
Also ganz brav die 1.59 Euro in Kleingeld aus meinem Portemonnaie gekramt: 1 Euro + 50 Cent + 10 Cent.
Schiebt mir die Kassiererin die 10 Cent wieder zurück mit der Aufforderung, sie hätte gerne die 9 Cent abgezählt: "Chiedo troppo?" ("Ist das zuviel verlangt"). Ich muss sagen, es war ihr selber peinlich, wir haben beide gegrinst - und ich habe sie mit Ein- und Zwei-Cent-Münzen glücklich gemacht. Ich hätte natürlich auch "großzügig" sein können und ihr 1 Cent erlassen, aber dann hätte ja wieder Kleingeld in der Kasse gefehlt.
Sind sie nicht schön, diese römischen Alltagsgeschichten?
Zurück zum Wesentlichen, dem Rezept. Crespelle, also auf gut Deutsch: Pfannkuchen, bereite ich nicht sehr oft zu. Der Begriff Pfannkuchen wäre darüber hinaus auch unvollständig, denn in Italien werden sie meist gefüllt und überbacken und finden sich auf den Speisekarten unter den Primi wieder. Da entscheide ich mich aber doch meistens für ein Pastagericht. Ein einziges Rezept mit Crespelle gibt es demnach erst auf meinem Blog: Eine üppige. mit Pilzen und Trüffelcrème gefüllte und mit Käsesauce überbackene Version. Wer gerne noch etwas Winterspeck ansetzen möchte, der sollte sich dieses Rezept einmal näher anschauen...
Nicht viel leichter, aber genauso gut sind die mit Pancetta, Radicchio und Birnen gefüllten Crespelle.
Ein herzhafter Ausgleich bei all der Plätzchennascherei in diesen Tagen!




Zutaten
(für 3 Personen)

Pfannkuchen

50 g Butter + Butter oder Butterschmalz zum Backen der Crespelle und zum Ausfetten einer feuerfesten Form
2 Eier
200 ml Milch
100 g Mehl (gesiebt)
Salz

Für die Crespelle  die Butter zerlassen. Die zerlassene Butter mit den Eiern, der Milch und dem Mehl zu einem Pfannkuchenteig verrühren, mit Salz abschmecken und den Teig zehn Minuten quellen lassen. Danach in einer Pfanne (21 cm Ø) das Butterschmalz erhitzen und aus dem Teig sechs bis 7 dünne Pfannkuchen backen.

Füllung

1 Radicchio rosso di Treviso precoce (ca. 650 g)
100 g Pancetta affumicata (geräucherte Pancetta) in nicht zu dünnen Scheiben
1 rote Zwiebel
1/2 Birne (meine Sorte: Abate)
60 g Taleggio
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Den Radicchio waschen, putzen und in Streifen schneiden. Pancetta von Schwarte und Knorpelstückchen befreien und fein würfeln. Zwiebel und die halbe Birne würfeln.
Pancetta in etwas Olivenöl knusprig ausbraten, und dann die Zwiebelwürfel hinzufügen und weichdünsten. Den in Streifen geschnittenen Radicchio in die Pfanne geben und zusammenfallen lassen. Den Taleggio grob zerkleinern, zum Radicchio geben und darin schmelzen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die Birnenstückchen untermischen.
Die Füllung auf den Pfannkuchen verteilen, Pfannkuchen aufrollen und nebeneinander in eine gebutterte feuerfeste Form legen.

Bèchamelsauce

30 g Butter
20 g Mehl
300 ml Milch
50 g Taleggio
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss


Butter in einem Topf schmelzen und das Mehl unterrühren. Unter Rühren mit dem Schneebesen die Milch dazugießen und dicklich einkochen lassen. Den Taleggio in der Sauce schmelzen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Bèchamelsauce über die gefüllten Pfannkuchen gießen und mit

50 g Parmigiano Reggiano

bestreuen. Die Form für 20 Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben. In den letzten Minuten den Grill zuschalten und die Pfannkuchen goldbraun überbacken.


Links: Radicchio rosso di Treviso precoce, rechts: Radicchio rosso di Treviso tardivo



Kleine Radicchiokunde:
Man unterscheidet zwischen Radicchio rosso di Treviso precoce und Radicchio rosso di Treviso tardivo. Ersterer wird nach dem Sommer angebaut und zeichnet sich durch ein bitteres Aroma aus. Radicchio tardivo ist sehr viel zarter und seidiger im Geschmack, er sollte zwei Frostperioden durchlebt haben, und der höhere Preis ergibt sich durch einen aufwendigen Anbau und Veredelungsprozess.




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Mit ein wenig "Schnickschnack": Lauchquiche



Wenn die Temperaturen sinken, liebe ich herzhafte Kuchen. Sie lassen sich gut vorbereiten, man schiebt sie in den Ofen und kann während des Backens die Küche schon mal aufräumen, so dass einem entspannten Genuss nichts im Wege steht.
Soll es ganz schnell gehen, weil wieder einmal Zeit oder Lust fehlen oder die Quiche gar in einer Spontanaktion gebacken werden soll, greife ich auch schon mal zu fertigem Blätterteig, obwohl mir ein klassischer, selbstgemachter Mürbeteigboden in der Regel lieber ist. Auch ein salziger Quark-Öl-Teig passt hervorragend zu dem folgenden Belag aus Lauch, Pancetta und Käse; auf einem solchen Boden hatte ich in der Vergangenheit meine Lauchquiches "gebettet".
Wenn da nur nicht dieses verführerische Foto mit den Blätterteig-Röschen  gewesen wäre. Gesehen hatte ich diese Idee in der Oktoberausgabe von "La Cucina Italiana". 

 

Zusätzlich habe ich die Blätterteigröschen noch mit geriebenem Käse gefüllt - alles ist kalorientechnisch ausbaufähig!
Trotzdem: Beim nächsten Mal gibt es wieder die Mürbeteig- oder Quark-Öl-Teig-Version - ganz ohne Schnickschnack. Aber weil Schnickschnack manchmal auch so hübsch aussieht - und für alle, die auch mal nur wenig Zeit und Lust zum Kochen oder Backen haben - hier die Lauchquiche mit den Blätterteig-Röschen:





Zutaten
(für eine Quicheform von 28 cm Ø)


3 Stangen Lauch (nur das Weiße
160 g Fontina, frisch gerieben (ersatzweise Gruyère)
100 g Pancetta affumicata (ital. geräucherter Bauchspeck) in dünnen Scheiben
200 ml süße Sahne
2 Eier
1 Eigelb und ein wenig Milch
2 El Mohnsamen
Butter für die Form
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
2x230 g Blätterteig (aus dem Kühlregal, rund ausgerollt)

Lauch putzen und in Ringe von einem halben Zentimeter schneiden. In kochendem Salzwasser drei Minuten blanchieren, abgießen und kalt abbrausen.
Die Pancetta in feine Streifen schneiden und ich einer beschichteten Pfanne kross ausbraten und abkühlen lassen.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Sahne mit den Eiern und 130 g geriebenem Käse verrühren, Lauch und Pancetta untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Eine Quicheform mit etwas Butter einfetten und mit einer Lage Blätterteig auslegen. Den Boden ein paar Mal mit einer Gabel einstechen. Die Lauchmischung (sie sollte möglichst schon abgekühlt sein) auf den Boden geben.
Die zweite Blätterteigplatte (ideal wäre eine rechteckige, ich hatte leider nur eine zweite rund ausgerollte Platte) mit dem Eigelb, das ich mit wenig Milch verquirlt hatte, bestreichen. Den restlichen Käse und den Mohnsamen auf den Blätterteig streuen und die Platte aufrollen. Mit einem Messer in Scheiben schneiden und diese auf der Quiche verteilen.
Die Quiche ca. 45 Minuten im Ofen backen.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 14. Mai 2014

Zucchinipesto, die Zweite: Pasta al pesto di zucchine e pistacchi con pancetta croccante



Noch ein Pesto, und noch ein Zucchinipesto dazu! Das Rezept dafür, das ich auf einem wunderschönen italienischen Blog - L'amaranto e il melograno -  gefunden habe, musste ich gleich ausprobieren. Es ist ideal, wenn es mal ganz schnell gehen muss.
Entscheidend auch hier: die Qualität der Zutaten! Mit dunkelgrünen Wasserbombenzucchini, den giftgrünen, maschinell gehackten Pistazien aus der Backabteilung, geriebenem Parmesan im Tütchen oder schlechtem Olivenöl bekommt man kein anständiges Ergebnis zusammen! Nur die Suche nach den feinen hellgrünen, gerippten Zucchini, den "Zucchini Romanesco" dürfte sich außerhalb Italiens vielleicht etwas schwierig gestalten.


Zucchinipesto hatte ich in Vergangenheit schon einmal gemacht. Eher klassisch, mit Pinienkernen. Die Idee mit den Pistazien fand ich dagegen mehr als nachahmenswert, habe ich doch auch immer etwas von diesen wunderbaren Pistacchi di Bronte im Küchenschränkchen vorrätig. Bronte ist ein Ort auf Sizilien, der für seine Pistazien berühmt ist.
So schnell ist dieses Pesto zubereitet, dass man es so ganz nebenbei herstellen kann, während der Topf für das Nudelwasser schon auf dem Herd steht.





Zutaten
(für zwei Personen)

3 Zucchini "Romanesco"
40 g Pistazien
40 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
120 ml Olivenöl (mehr oder weniger)
Salz, frisch geriebener Pfeffer

50 g Pancetta affumicata, in dünne Scheiben geschnitten
250 g Tortiglioni
ein paar Pistazien


Die Zucchini in feine Würfel schneiden und in 2-3 El Olivenöl weichdünsten. Dabei leicht salzen. Nach dem Abkühlen zusammen mit den Pistazien in einen Mixer geben und intervallartig zu Pesto verarbeiten. Dabei immer etwas geriebenen Käse hinzufügen und soviel von dem Olivenöl einarbeiten, bis man ein geschmeidiges Pesto hat. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Pancetta-Scheiben von Knorpelstückchen und Schwarte befreien und in einer beschichteten Pfanne kross ausbraten.
Die Pasta al dente kochen, abgießen, heiß mit dem Pesto vermischen und mit der knusprigen Pancetta belegen. Ein paar Pistazien darüberstreuen.






♥♥♥
Un abbraccio
Ariane


Donnerstag, 11. April 2013

"Nehmen Sie grün, das hebt!"


Kennt Ihr das auch? Manchmal fehlt die Muße zum Kochen. Nicht die Lust, das nicht, nicht einmal die Zeit, aber die Muße! Mit dem Kopf ist man schon woanders, Tausend Gedanken im Kopf - und relative Leere im Kühlschrank...
Trotzdem muss etwas auf den Tisch, und da bietet sich Pasta immer an, wie ich finde.
Es müssen ja auch kein kompliziertes Gericht und unbedingt selbstgemachte Pasta sein. Ja  selbst das Gemüse darf doch mal aus dem Tiefkühler kommen, oder?
Ich habe dann nur noch frische Salbeiblätter und ein paar dünne Scheiben Pancetta gekauft - und in Nu hatte ich einen dampfenden Teller Pasta gezaubert, der ganz gemäß dem Altberliner Spruch "Nehm'Se grün, det hebt" doch gleich wieder für positive Stimmung sorgte.






Spaghettini con crema di piselli, pancetta croccante e salvia



Zutaten (für 2 Personen)


  • 300 g junge Erbsen (Tiefkühlprodukt)
  • 1 Schalotte
  • 200 ml - 250 ml Gemüsebrühe
  • 40 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • 4 dünne Scheiben Pancetta affumicata
  • ein paar Salbeiblätter
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 250 g Spaghettini


Die Schalotte in feine Würfelchen schneiden und in etwas Olivenöl in einer Pfanne glasig anschwitzen. Die Erbsen hinzufügen, mit der Gemüsebrühe ablöschen und nach dem Aufkochen ungefähr 5-7 Minuten köcheln lassen. Zwei El Erbsen entnehmen und zur Seite stellen.
In der Zwischenzeit schon einmal Wasser für die Pasta aufstellen.
Die übrigen Erbsen mit einem Pürierstab fein pürieren, den geriebenen Parmesan untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Erbsencrème zurück in einen Topf füllen; es wird vor dem Servieren noch einmal erhitzt.
In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und ein paar Salbeiblätter darin kross anbraten, danach aus der Pfanne nehmen. Die Pancettascheiben von Schwarte sowie Knorpelstückchen befreien und in dem noch in der Pfanne befindlichen Olivenöl, das nun schön aromatisiert ist, knusprig ausbraten, herausnehmen und auf ein Stück Küchenpapier legen.
Spaghetti al dente kochen, Erbsencrème nochmals erhitzen und mit der Pasta vermischen (ich habe diesmal für die Optik das Gericht gänzlich "unitalienisch" angerichtet und die Crème über die Spaghettini gegeben).
Die Spaghettini mit den Salbeiblättern, den zur Seite gestellten Erbsen sowie der in Stücke zerrupften Pancetta belegen.




Ihr Lieben,
für einige Zeit werde ich nicht zum Bloggen kommen. Ich werde diese - hoffentlich kreative - Blogpause nutzen, um neue Ideen für die Frühlings- und Sommermonate zu sammeln.
Bis dahin kocht und backt, schlemmt und genießt, was das Zeug hält, bloggt darüber - und bleibt gesund!


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 10. Dezember 2012

Nicht nur für die Silvesternacht: Minestra di lenticchie di Castelluccio



Zu einer typisch italienischen Silvesterfeier gehören drei Dinge: Rote Dessous, eine Partie "Tombola" und ein Teller Linseneintopf mit deftiger Wursteinlage.
Gleich vorneweg, bevor die Fantasie mit einigen durchgeht: Nein, ich trage keine roten Dessous! Auch wenn die Schaufenster der Dessousläden - selbst bei der italienischen Luxusmarke "La Perla" in der Via Condotti - nur noch Rot sehen. (Im Winter empfiehlt sich in römischen Wohnungen sowieso eher Skiunterwäsche, wenn auch nicht gerade unter dem "kleinen Schwarzen" in der Silvesternacht.)
Bei Einladungen am Silvesterabend muss man auch da durch: Eine Partie Tombola - eine Art Bingo - winkt jedem Gast nach der Silvesterknallerei. Als Preise gibt es meist gekaufte Süßigkeiten, die die Gäste oder auch der Gastgeber spendiert haben. Auch in der Zeit zwischen den Jahren lädt man gerne zu einem Spieleabend ein. Ich spiele zwar wahnsinnig gerne, nur Tombola gehört nun wirklich nicht zu meinen Favoriten.
Und dann ist da natürlich die berühmte Linsensuppe in der Silvesternacht, die ein ganzes Jahr lang Glück bescheren soll. Vergleichbar ist diese Tradition mit dem in einigen Regionen Deutschlands zelebrierten Sauerkrautessen am Neujahrstag, das ja angeblich bewirkt, dass niemals Ebbe im Portemonnaie herrscht.




Eintöpfe esse ich im Winter sehr gerne. Sie sind ohne großen Aufwand herzustellen - auch auf Vorrat - und wärmen von innen (zusätzlich zur - äußerlich angewendeten - Skiunterwäsche). Ich brauche als Einlage aber nicht unbedingt die üppigen Wurstspezialitäten, die man gerne in die Linsen-Suppe gibt. Neben den Bergen von Panettone-Schachteln finden sich zur Zeit in den Läden nämlich auch Packungen mit eingeschweißtem und vorgekochtem Cotechino oder auch Zampone. Cotechino, Wurstspezialität aus der Emilia-Romagna, wird aus fettem Schweinefleisch hergestellt, je nach Region gewürzt mit Pfeffer, Nelken, Zimt oder sogar Vanille, und er ist auch Bestandteil eines Bollito Misto. So auch der sogenannte Zampone (ital. für große Tatze/Fuß), bei dem die Wurstmasse, die auch Teile der Haxen enthält, in einen Schweinefuß gefüllt wird.
Bei mir gibt es den Linseneintopf  in der kalten Jahreszeit gerne mit einer Pastaeinlage, für die sich die kleinen Ditalini oder auch etwas größeren Ditaloni hervorragend eignen. Das Wort stammt von "Ditale" ab, das Fingerhut (il dito = der Finger) bedeutet, mit dem man seinen Finger beim Nähen schützt.
Zu den besten und bekanntesten italienischen Linsensorten gehören die sogenannten "Lenticchie di Castelluccio" aus dem umbrischen Städtchen Castelluccio di Norcia. Norcia ist darüber hinaus auch für seinen Wurstwaren berühmt. Diese Linsen tragen die von der Europäischen Union verliehene Bezeichnung IGP (Indicazione geografica protetta), die die Herkunft eines (Agrar-) Produkts oder eines Lebensmittels aus einer bestimmten Region und die daraus resultierende Qualität garantiert.

Zutaten (für 6 Personen)


  • 250 g Linsen
  • 3 Stangen Staudensellerie
  • 1 Karotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Zwiebel
  • 100 g Pancetta affumicata
  • 1 Lorbeerblatt
  • Als Kräuter: Rosmarinzweig und/oder 2 Salbeiblätter
  • 1 Dose Pelati (geschälte Tomaten, 400 g; fakultativ)
  • Olivenöl extra vergine, wenn möglich aus Umbrien*
  • etwas Gemüsebrühe
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer, wer mag auch eine Prise Peperoncino
  • 100 g kurze Pasta (z.B. Ditaloni rigati)
  • Fakultativ: "Carpaccio" von schwarzem Sommertrüffel, Aceto Balsamico


Diese Linsen müssen vorher nicht eingeweicht werden, es genügt, sie kurz abzubrausen.
Die Linsen mit der geschälten Knoblauchzehen und einer in grobe Stücke geschnittenen Selleriestange in einen Topf geben, mit einem Liter kaltem Wasser auffüllen und zum Kochen bringen. Zugedeckt die Linsen zwanzig Minuten köcheln lassen.
Die Pancetta von Schwarte und Knorpelstückchen befreien und in feine Würfelchen schneiden. Das Gemüse putzen, Zwiebeln, die Karotte und die verbleibenden Selleriestangen ebenfalls würfeln.


Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Pancettawürfel darin etwas ausbraten, dann das gewürfelte Gemüse hinzufügen und ebenfalls leicht anrösten. Das Lorbeerblatt, einen Rosmarinzweig sowie 2 Salbeiblätter in den Topf geben. Nun noch die geschälten Tomaten  hinzufügen und ein paar Minuten köcheln lassen (einige Rezepte lassen die Pelati weg, vor allem, wenn die Linsen als Begleitung für den Cotecchino gedacht sind).
Wenn die Linsen zwanzig Minuten geköchelt haben, die Selleriestücke und die Knoblauchzehe entfernen und die Linsen mit ihrem Wasser zu dem mit den Pelati geschmorten Gemüse in den Topf geben. Alles zusammen zugedeckt weitere zwanzig Minuten schwach kochen lassen. Dann erst mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist der Eintopf zu dick, kann man diesen mit etwas Gemüsebrühe verlängern. Den Rosmarin sowie das Lorbeerblatt entfernen.
Die Pasta separat "al dente" kochen und dann in den Eintopf geben. Auf die Teller verteilen und ein paar Tropfen Olivenöl darüberträufeln. Wenn man die Linsen mit Cotecchino oder Zampone serviert, fällt die Pastaeinlage weg.
Wer mag, kann die Linsen zum Schluss auch noch mit etwas Aceto Balsamico di Modena abschmecken - zwar nicht original, aber dieser Balsamessig harmoniert perfekt mit dem Eintopf.
Sehr gut schmecken auch ein paar hauchdünne Scheibchen von schwarzem Sommertrüffel über den Linsen.




* Olivenöl-Tipp:
Mein bevorzugtes Öl, das ich stets im Winter nach der Pressung im November kaufe, kommt aus dem umbrischen Städtchen Trevi. Dieses Olivenöl wird in einem "a sgocciolamento" genannten Verfahren gewonnen. Dabei tauchen tauchen lange Zinken in die Behälter mit der Öl-Wasser-Emulsion, das Öl bleibt an diesen hängen und wird in einen anderen Behälter abgestreift.
Wer mit dem Auto nach Umbrien reist, sollte hier unbedingt einen kleinen Einkaufsstopp einlegen. Das Öl kann man auch per Internet bestellen:

Olio Trevi
Il Frantoio

Via Fosso Rio - Loc. Torre Matigge
06039 Trevi (Perugia)
Telefon: 0039 0742 391631
Fax: 0039 0742 392441

Link zur Homepage

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 20. September 2012

Die Quiche aller Quiches: "La Lorraine"



Heute gibt es die "Freitagsquiche" schon am Donnerstag. Dafür "wildere" ich mal in fremdem Terrain, denn es gibt Quiche Lorraine. Ich glaube, dass ich nach 18 Jahren in Italien, in denen ich auch immer wieder in den unterschiedlichsten Regionen unterwegs war und bin, zwar einiges über die italienische Regionalküche weiß, aber mit der französischen Küche bin ich dagegen nicht so sehr vertraut. Ich backe zwar gerne und auch immer wieder eine Quiche Lorraine, diese wunderbare Spezialität aus Lothringen, aber ob das wirklich an das Original-Rezept heranreicht, kann ich nicht beurteilen.






Gehört da überhaupt Käse (und dann sicher kein Schweizer Gruyère) in den Belag, oder wird die Originalversion nur mit Speck, Eiern und Sahne zubereitet? Das überlasse ich jetzt aber den Frankreich-Experten und gebe hier meine Version wieder - selbst zusammengebaut, erprobt und für gut befunden. Zusammen mit einem Salat einfach ein herrlich unkompliziertes Abendessen, finde ich.





Zutaten

Für den Teigboden


  • 100 g kalte Butter + Butter für die Form
  • 7 El kaltes Wasser
  • eine Prise Salz
  • 200 g Mehl

Füllung



  • 140 g Pancetta affumicata
  • 2 Zwiebeln
  • 2 El Butter
  • 100 g  Gruyère
  • 150 ml Sahne
  • 125 ml Milch
  • 3 Eier 
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer und frisch geriebene Muskatnuss


Zunächst den Boden nach meinem Grundrezept vorbereiten.

Die Pancetta von der Schwarte befreien und in kleine Würfelchen schneiden. Die Zwiebeln ebenfalls fein würfeln. Die Pancettawürfel in einer beschichteten Pfanne langsam ausbraten. Die Butter und die Zwiebelwürfel hinzufügen und letztere weich dünsten. 






Die Zwiebel-Speck-Mischung auskühlen lassen. Den Backofen auf 180° (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Den Käse reiben. Milch, Sahne und Eier verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken und den Käse sowie die abgekühlte Zwiebel-Speck-Mischung unterrühren. Die Quicheform mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen, Teig mit einer Gabel mehrmals anpieksen und  die Füllung hineingiessen. In den Backofen schieben und ca. 40 Minuten backen                                                                                                                                                                                                     



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane
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