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Samstag, 23. Januar 2021

Aristokratisch: Gratin di tagliatelle con porro e nocciole


Dass es in süditalienischen Regionen mehr als Pizza und Pasta gibt, das habe ich an anderen Stellen schon öfters erzählt - zum Beispiel hier oder auch hier. Die Aristokratie in Italien, allen voran in Kampanien und in Sizilien, leistete sich französische Köche, die ihre ganz eigene Interpretation der italienischen Gerichte in die Küche des Südens einbrachten. Es war die sogenannte Cucina dei Monsù (oder auch Monzu, abgeleitet von Monsieur), die sich parallel zu der traditionellen Cucina povera entwickelte. Leider hält man nur Letztere für authentisch italienisch. Es sind ihre populären Gerichte, die vor allem im Ausland als italienische Spezialitäten bekannt geworden sind. 




Im Ofen überbackene Pasta - Pasta al gratin -, wie man sie rund um Neapel kennt, ist der Cucina dei Monsù zuzuordnen. Diese Pasta al gratin - schon in der Bezeichnung erkennt man die französischen Wurzeln - unterscheidet sich in der Konsistenz von der üblichen Pasta al forno, die sich im Anschnitt als eher fest zusammengebackene Masse präsentiert. Al gratin verweist hingegen auf eine Konsistenz im Innern, die noch weich und cremig beim Servieren bleiben soll. Dies ist vor allem der üppigen Verwendung von Béchamelsauce und in manchen Fällen sogar der sonst so geschmähten Sahne zu verdanken. Auch verbleibt dieser Auflauf für eine viel kürzere Zeit im Ofen. Oft verwendet man dafür auch nur eine Art (Tisch-)Grill zum Überbacken; die sogenannte "Salamandra", die früher mit Gas betrieben wurde. 

Begeben wir uns also jetzt auf eine kulinarische Reise in die Vergangenheit an den Hof der Bourbonen...




Zutaten und Zubereitung
(für 3-4 Personen)


  • 250 g Tagliatelle (gekauft oder selbstgemacht)
  • 80 g Butter
  • 100 g Asiago (halbfester Kuhmilchkäse aus dem Veneto)
  • 50 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • 1 Lauchstange
  • 75 g Haselnüsse
  • 50 g Mehl
  • 1/2 L Milch
  • hoch erhitzbares Pflanzenöl
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • frisch gemahlene Muskatnuss


Den Lauch putzen und in Ringe schneiden. Einige Ringe für das spätere Frittieren aufbewahren. 
In einer Pfanne 20 Butter schmelzen lassen und die Lauchringe darin anschwitzen. Leicht salzen und abkühlen lassen.

Für die Béchamel 40 g Butter in einem Topf schmelzen und das Mehl einrühren. Einmal aufschäumen lassen und dann die vorher erhitzte Milch hinzufügen. Aufkochen, salzen, pfeffern und mit Muskatnuss abschmecken. 

Die Tagliatelle unbedingt al dente kochen und abgießen. Die Haselnüsse mit einem Wiegemesser grob zerkleinern. Den Asiago in kleine Würfelchen schneiden.
Die Pasta mit dem Lauch und der restlichen Butter (20 g) vermengen.

Den  Backofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Etwas von der Béchamelsauce auf dem Boden einer Auflaufform verteilen. Die Hälfte der Pasta-Lauchmischung hineingeben, darauf zwei Drittel der Haselnüsse, die Asiago-Würfelchen, etwas Parmesan und einen Teil der Béchamelsauce verteilen.
Die restliche Pasta-Lauchmischung in die Form geben und alles mit den übrig gebliebenen Haselnüssen, dem restlichen Parmesan und der verbleibenden Béchamelsauce abschließen.

Die Form für 15 Minuten in den Backofen schieben. Eventuell zum Gratinieren zusätzlich Oberhitze dazuschalten.

In der Zwischenzeit das Pflanzenöl erhitzen und die zur Seite gestellten Lauchringe frittieren.
Diese vor dem Servieren auf dem Gratin verteilen.





Dienstag, 5. Januar 2016

Kuchen der Erkenntnis: Mit Rotwein, Schokolade und allerlei Gewürzen



Besonders aufmerksamen Lesern meines Blog wird dieses Rezept vielleicht bekannt vorkommen. Gab es da nicht mal diese Rotwein-Schokoladen-Minigugls? Die waren ja schon sehr gut, aber kann man das noch steigern? Man kann! Der Trick dabei ist die Form.
Leute, ich weiß: Minigugls sehen sooo hübsch aus! Auch ich bin diesen Förmchen verfallen. Wer backt heute noch altmodischen Kuchen, wenn es diese Mini-Förmchen mit Kindchenschema gibt, die sofort ein "Ach, wie süß!" auslösen. Das ist zudem viel blogtauglicher als die tröge Kastenkuchenform, die - Achtung: böses Kopfkino - an einen spießig gedeckten Kaffeetisch mit unsäglich bedruckten Papierservietten und Deko aus dem Gartencenter erinnert.
Neben dem Geschmack gibt es aber auch noch das Mundgefühl - wie soll ich das jetzt anders ausdrücken? Das Verhältnis von Kruste und Teig. Und da schlägt dieser Kastenkuchen einfach jeden noch so putzigen Minigugl, denn hier ist verhältnismäßig der Anteil am Teig im Verhältnis zur umgebenden Kruste höher. Hier kann man in saftige Stücke beißen; das Innere des Kuchens ist zart und fluffig. Nach nur einem Gäbelchen war ich überzeugt: so und nicht anders werde ich ihn wiederbacken! Ein Kuchen der Erkenntnis also - oder anders gesagt:

 Form follows taste!


(Nebenbei: Habt Ihr auch so heimlichen Unsitten? Wenn ich alleine bin beim Genuss eines solchen Kuchenstücks, dann trenne ich mit der Kuchengabel erst alle Ränder ab, esse sie, um mich dann dem weichen Innern zu widmen.) 
Es lohnt sich also, mal wieder auf bewährte Backformen zurückzugreifen, so wie ich das bei diesem Rezept für eine gemütliche Teestunde mit lieben Freunden zwischen den Jahren getan habe (und da habe ich den Kuchen dann auch ganz gesittet genossen...). Nebenbei scheint es auch wieder eine kleine Rückkehr zu traditionellen Backformen zu geben, wenn ich mir so manche Blogposts anschaue.






Trotz weihnachtlicher Gewürze ist das ein Kuchen, der nicht nur an Festtagen schmeckt. Die Spekulatius-Gewürzmischung kann man natürlich weglassen. Aber andererseits: warum? Nur weil die Weihnachtszeit vorüber ist?
Naja, fast ist sie vorüber, denn morgen kommt in Italien die Befana, eine Hexe, die den Kindern nochmals Geschenke bringt. Der Ausdruck Befana leitet sich von Epiphanie ab, dem Fest der heiligen drei Könige.
Rotwein macht den Kuchen saftig, und in dem Zusammenspiel der Zutaten backt so im Ofen ein richtiger "Wohlfühlkuchen" heran, der geschmacklich die Atmosphäre einer stimmungsvollen Kaffeerunde in sich vereint. Da kann es draußen noch so kalt und ungemütlich sein, mit einem Scheibchen von diesem Kuchen auf dem Teller wird Körper und Seele gewärmt.
Hänge ich mich jetzt mit diesen schwärmerischen Worten zu sehr aus dem Fenster? Ich weiß es nicht. Backt diesen Kuchen und urteilt selbst. Die kalten Tage sollen ja erst noch kommen - und die Befana steht ja auch vor der Tür.




Zutaten

250 g weiche Butter + Butter für die Form
100 g Zucker
1 P. Vanillezucker
1 Tl gem. Zimt
1 Tl dunkles Kakaopulver
1 P. Spekulatius-Gewürzmischung (fakultativ)
2 El Honig
4 Eier
100 g Zartbitterschokolade
100 g gem. Haselnüsse + Nüsse für die Form
100 ml Rotwein
200 g Mehl, gesiebt
1 P. Backpulver

250 g Puderzucker, gesiebt
Milch (im Original: Rotwein)
Zuckerperlen

Eine Kastenkuchenform mit Butter ausfetten und mit gemahlenen Haselnüssen bestreuen.
Den Backofen auf 175 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Schokolade in mit einem Messer in Stücke hacken oder grob raspeln.
Die weiche Butter mit dem Zucker, den man vorher mit den Gewürzen vermischt hat, und dem Honig geschmeidig rühren, dabei nach und nach die Eier einarbeiten. Die gemahlenen Haselnüsse und das mit dem Backpulver vermischte Mehl abwechselnd mit dem Rotwein unterrühren. Zum Schluss die Schokoladenraspel unterziehen.
Teig in die vorbereitete Form füllen und im Ofen eine Stunde backen.
Kuchen nach dem Backen etwas abkühlen lassen und auf ein Kuchengitter stürzen.
Puderzucker mit soviel Milch (im Original wird Rotwein genommen) verrühren, bis eine sehr dickflüssige Glasur entstanden ist. Den abgekühlten Kuchen damit überziehen und mit Zuckerperlen verzieren.





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 3. Juli 2015

Crema di nocciole - (weltbeste!) Nuss-Nougat-Crème



Eine berühmte Nussnougat-Crème ist zur Zeit buchstäblich in aller Munde; gerade bei ihren Kritikern. Zunächst stänkerte vor wenigen Tagen die französische Umwelt-Ministerin Ségolène Royal gegen die von Italienern heißgeliebte Nutella wegen des enthaltenen Palmöls, woraufhin sich die Frau des italienischen Ministerpräsidenten, Agnese Renzi, am Stand von Ferrero auf der EXPO in Mailand demonstrativ eine mit der Nusscrème bestrichene Crêpe schmecken ließ.
Das alles konnten die Italiener gerade noch so verkraften, als aber dann die Kochzeitschrift  La Cucina Italiana über eine Analyse der Verbraucherzentrale Hamburg berichtete, die kein gutes Haar an Nutella ließ, indem sie in einer anschaulichen Illustration das Verhältnis der Zutaten aufschlüsselte, brach der Shitstorm bei Facebook los. Wie können ausgerechnet die Deutschen es nur wagen, ihren geradezu heiligen Brotaufstrich auch nur anzutasten. Wir Deutschen, die wir den ganzen Tag nur Würstchen in uns hineinstopfen - und wer weiß, was da alles verwurschtelt wird! Wir ernähren uns schließlich nur mit "Schifezze" (ekelhaftes Zeug) - Wurstel und Birra! Auch eine Erklärung hat man schnell gefunden: Die Deutschen sind ja nur neidisch, weil sie selbst nie so einen Renner auf den Markt gebracht haben, und jetzt wollen sie dieses Erfolgsprodukt eben niedermachen. So sehr steigerten sich einige in ihre Hasstiraden, dass selbst die deutsche Kanzlerin dafür herhalten musste: "Guckt euch nur diese "Culona" (Culo ist ein unfeines Wort für das Gesäß, und die "Culona" macht das "Ganze" noch größer...) von Merkel an!" Die bösen Deutschen und ihr Fraß - mal wieder! Sachlich war an diesem Punkt die Diskussion schon lange nicht mehr, und die übelsten Kommentare schienen selbst der Redaktion zuviel und waren am folgenden Tage verschwunden und wohl glöscht.
Aber vielleicht kannten die Hitzigsten unter den Kommentatoren nicht einmal die historischen Fakten, die doch soviel interessanter sind, wenn man sich einem Produkt und dessen Geschichte ein wenig auseinandersetzen möchte. Die im Jahr 1964 im piemontesischen Alba erfundene berühmte Nuss-Nougat-Crème, die wir heute unter dem Namen Nutella kennen, hat nämlich ihre kulinarischen Vorläufer. Aus einer Notlage heraus - während der britischen Seeblockade gegen Napoleon, gelangten nicht mehr genug Kakaobohnen ins Piemont - kamen die findigen Turiner zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf die Idee, die Schokoladenmasse mit gemahlenen Haselnüssen zu strecken, um den Schokoladenhunger der Aristokratie weiterhin stillen zu können. Die Nuss-Nougat-Crème war damit erfunden und bildete die Grundlage für eine weitere piemontesische Spezialität: den Gianduiotti, kleine Nougat-Pralinen, die für Turin die gleiche Bedeutung haben wie etwa die Mozartkugeln für Salzburg oder die Sachertorte für Wien.
Ferrero ist heutzutage übrigens nicht der einzige Hersteller von Nuss-Nougat-Crème, und es gibt auch durchaus hochwertigere Produkte anderer Hersteller, die allerdings ihren Preis haben und auch in Italien nur in ausgewählten Spezialitätenläden zu finden sind.
Mein Mann ist ein großer Liebhaber von Nutella - ein Nutellone, wie einige Italiener die Liebhaber der Crème nennen. Und derer gibt es viel in Italien - und wahrscheinlich auch auf der ganzen Welt. Der italienische Regisseur und Schauspieler Nanni Moretti posiert in einer berühmt geworden Filmszene hinter einem riesigen Nutellaglas, so dass es fast aussieht, als bade er darin. Ich dagegen habe Nutella noch nie gemocht und bin auch eher mit Erdnussbutter aus dem Reformhaus auf dem Pausenbrot großgeworden.
Allein ein Blick auf die Inhaltsstoffe der Crème verursacht mir Magengrummeln: Zuviel Zucker, zuviel Palmöl, Milchpulver und nur verhältnismäßig geringe Mengen an Haselnüssen und Kakao! Mein Mann allerdings lässt das eher kalt - ganz nach dem Motto: ein Nutellabrot am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen schadet ja nicht. Nun gut, aber dann sollte die Crème wenigstens selbstgemacht sein; ich bin mal gespannt, was er morgen beim Frühstück dazu sagt...






Zutaten
(für 4 Gläser à 160 ml)

300 g Haselnüsse, beste Qualität (ich verwende piemontesische)
120 ml Ahornsirup
120 ml Mandelmilch, möglichst ungesüßt, fertig gekauft oder selbstgemacht
110 g dunkles Kakaopulver
1 Tl Vanilleextrakt
1 Prise Salz
2 El Kokosöl (Bio-Qualität)

Haselnüsse in einem Standmixer intervallartig zerkleinern, dabei den Mixer zwischendurch ausschalten und die Nüsse von den Mixerwänden kratzen. Nach und nach die Zutaten einarbeiten, bis eine cremige Masse entstanden ist. Allerdings ist die Crème im Gegensatz zu industriell hergestellten Produkten nicht ganz so glatt.
Die fertige Crème auf die Gläser verteilen und im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Verzehr rechtzeitig herausnehmen.
Wie lange sich die Nuss-Nougat-Crème ohne Aromaverlust hält, kann ich an dieser Stelle nicht sagen, aber nach einem ersten Geschmackstest muss ich mir darum wohl auch keine Sorgen machen...




Rezeptquelle: Fit for Fun, 01.07.2015, Nutella selber machen










tierfreitag


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 25. November 2014

Schmeckt nicht nur am Donnerstag: Gnocchi di nocciole con sugo di funghi e pomodori



Gestern habe ich mir endlich ein Gnocchi-Brettchen zugelegt!
Von nun an gibt es keine Ausrede mehr, die kleinen Kartoffelklößchen nicht selber zu machen. In Italien kann man sie zwar vakuumverpackt in jedem Kühlregal finden, und anders als die vorgefertigten Ravioli, mit denen ich mich nie anfreunden konnte, sind sie in der Regel auch genießbar. Aber nichts geht über selbstgemachte!
Der Donnerstag ist in Italien der klassische Gnocchi Tag, vor allem in Rom (wobei die Gnocchi alla Romana noch einmal eine ganz andere Zubereitung und auch Zutaten vorsehen), wo man ein "Oggi gnocchi", auf eine Tafel gekritzelt, am Eingang so manch einfacher Trattoria noch finden kann.
Vor dem traditionellen Fischtag am Freitag wollte man mit der etwas aufwändigeren Herstellung der Gnocchi diesem Fastentag einen kleinen "Feiertag", den Donnerstag, voranstellen.
Man sieht, ich bin mittlerweile doch sehr römisch geprägt: Für mich bleibt der Donnerstag der Gnocchi-Tag, obwohl es von Region zu Region variiert. In Ligurien ist es nämlich der Samstag, in Kampanien gar der Sonntag, an dem Gnocchi auf dem Speiseplan stehen.
Aber eigentlich ist es doch egal, an welchem Wochentag die Gnocchi auf den Tisch kommen. Selbstgemacht schmecken sie immer!



Nicht egal aber ist für mich die Jahreszeit. Ich käme nie auf die Idee, im Hochsommer Gnocchi zu essen, und irgendwie ist das für mich auch kein Gericht, das den Frühling repräsentiert.
Mit den Haselnüssen im Kartoffelteig und den Pilzen im Sugo passt diese Gnocchi-Gericht gut zu diesen Monaten. Als meinen Vorschlag zum Thema Herbst schicke ich es deshalb auf den Weg zu einem hübschen Blogevent, den Cristina vom Blog Le bon vivant zusammen mit Zorra vom Kochtopf ausrichtet: Die Quintessenz des Herbstes
Ein schöner Name für ein Thema, das uns allzu graue Herbsttage mit einer hoffentlich üppigen Sammlung von Rezepten angenehmer gestalten möchte.





Zutaten

Gnocchi
(die Menge reicht für 6 Personen)

850 g Kartoffeln, mehlig kochend
200 g Mehl + Mehl zum Verarbeiten/Arbeitsfläche
100 g Haselnüsse
25 g Parmigiano, frisch gerieben
1 Eigelb
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Kartoffeln gut waschen, mit der Schale in kaltem Salzwasser aufstellen und garkochen. Die noch heißen Kartoffeln pellen und mit Hilfe einer Kartoffelpresse in eine Schüssel drücken.



Die Haselnüsse in der elektrischen Mühle nicht zu fein mahlen und zusammen mit dem Mehl, dem Parmigiano und dem Eigelb zu der Kartoffelmasse geben. Salz und Pfeffer hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen, nicht mehr klebrigen Teig verarbeiten; eventuell noch Mehl einarbeiten.
Den Teig in mehrere Teile schneiden und portionsweise auf der bemehlten Arbeitsfläche zu Rollen formen. Jede Rolle in kleine Stücke schneiden.


Die Stückchen nacheinander auf das Gnocchi-Brett legen, leicht mit dem Daumen andrücken und mit einer kleinen Bewegung vom Körper weg zu einem Gnocco formen.








Die Gnocchi auf einem Brett bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.
In köchelndem  Salzwasser so lange garziehen lassen, bis sie an die Oberfläche kommen.
(Ich habe einen Teil der Gnocchi in rohem Zustand eingefroren: Zuerst nebeneinander auf einem Brett anfrieren, dann die Gnocchi in einen gut verschließbaren Gefrierbeutel geben. Gefroren ins Wasser geben.)





Sugo
(für 2 Personen)

350 g Champignons
50 Südtiroler Speck in Scheiben
2 Tomaten
Olivenöl extra vergine
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
ein paar frische Thymianzweige

Die Champignons putzen und in Scheiben und den Südtiroler Speck in Streifen schneiden.
Tomaten einritzen, mit kochendem Wasser übergießen, abschrecken, häuten, entkernen und in kleine Würfel schneiden.
Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Südtiroler Speck kurz anbraten. Die Pilze hinzufügen und mitbraten. Tomatenwürfel in die Pfanne geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken, Thymianblättchen von den Stängeln zupfen, zufügen und alles wenige Minuten schmoren lassen.
Die fertig gegarten Gnocchi zum Sugo in die Pfanne geben und kurz vermischen.






Blog-Event CIII - Quintessenz des Herbsts (Einsendeschluss 25. November 2014)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 22. August 2013

Mit einem Hauch von Rosmarin: Tagliata mit Nuss-Pistazien-Kruste



Zwei traumhafte Stücke waren das, die da vor mir lagen. Ich hatte Fleisch für Tagliata gekauft, und wenn man an in Italien eine Tagliata im Restaurant bestellen möchte, dann findet man die oft immergleichen Varianten auf der Menuekarte: Tagliata mit Kirschtomaten, Rauke und Parmesanspänen, Tagliata, mit Rosmarin geschmort, und Aceto Balsamico. Das sind die klassischen italienischen Rezepte für das im Ganzen gebratene Stück Fleisch, das später, in Zentimeter dicke Stücke geschnitten, serviert wird.
Alles schön und gut, aber auf Dauer auch ein bisschen langweilig! Ich glaube, mittlerweile kann ich auch keine Tomaten mehr sehen. Etwas anderes musste her, und schon schielte ich kulinarisch Richtung Norden. Ein Kruste für das Fleisch schwebte mit urplötzlich vor! Eine Kruste mit Haselnüssen, aber wieso ich gerade so versessen auf Haselnüsse war, kann ich auch nicht erklären. Ein genaues Rezept hatte ich nicht dafür, wusste nur, dass die Ausgangsbasis für eine Kruste zunächst einmal Butter ist - und zwar nicht zuwenig.
Neben dem Gläschen mit einer Handvoll Haselnüssen, die noch von der Weihnachtsbäckerei übrig geblieben waren, fand ich angebrochene Pistazien - die wunderbaren Pistazien aus dem sizilianischen Bronte. Das würde der Kruste eine hübsche Farbe und zudem ein feines Aroma geben, dachte ich mir. Und damit das Ganze doch noch ein bisschen "italienischer" würde, gab ich der Masse zur Stabilität nicht Toastbrotkrümel oder Semmelbrösel bei, sondern fein gemahlene Grissini.
Ob das nach meinen Vorstellung klappen würde, die Masse nicht davonlaufen oder zu einer harten Haube verbacken würde, der man mit Hammer und Meißel zu Leibe rücken müsste, das Fleisch darunter womöglich noch zäh oder gar zu blutig - alles das war ungewiss! Die Kunst des Kurzbratens ist nicht unbedingt meine Stärke.
Doch das Fleisch fühlte sich sichtlich und auch geschmacklich wohl in seinem grünen Mäntelchen. Wunderbar zart war es, und die Kruste überzeugte durch sehr feine Nuss- und Pistazienaromen mit einem Hauch von Rosmarin.






Zutaten (für zwei Personen)


  • 2 ca. 240 g schwere Entrecôtes ("Controfiletto") vom Rind
  • Fleur de sel, frisch gemahlener Pfeffer
  • Butterschmalz zum Anbraten
  • 70 g weiche Butter
  • 30 g Haselnüsse
  • 50 g Pistazienkerne
  • 30 g Grissini
  • 1 El fein gehackte glatte Petersilie
  • 1 El fein gehackte Rosmarinnadeln
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Zunächst die Kruste vorbereiten. Dafür die Haselnüsse und die Grissini in der Mühle des Stabmixers fein mahlen, die Pistazienkerne in der Mühle etwas grober hacken.
Die weiche Butter mit den gemahlenen Haselnüssen, den Pistazienkernen, den Grissinibröseln und den Kräuter mit Hilfe eines elektrischen Rührers gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die weiche Buttermischung ungefähr einen Zentimeter dick auf ein Stück Alufolie streichen - dabei die "Auflagefläche" der Fleischstücke berücksichtigen -, und die Butter zum Festwerden in den Kühlschrank legen.
Das Fleisch mindestens eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen.
Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Das Fleisch von beiden Seiten, 1-2 Minuten pro Seite, kräftig anbraten, salzen und pfeffern. Die vorbereitete Kruste in zwei Teile schneiden, so dass die Platten von der Größe her die Oberfläche der Steaks abdecken, auf die Steaks legen und leicht andrücken.


Die Steaks auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und für zehn Minuten in den Ofen schieben. Dann aus dem Ofen nehmen, kurz ruhen lassen und in zwei Zentimeter breite Scheiben schneiden.

Bei Zorra im Kochtopf gibt es wieder einen Bloggeburtstag zu feiern. Neun Jahre lang einen erfolgreichen, lebhaften, stets interessanten Blog zu schreiben, das ist wirklich eine Leistung, zu der ich von ganzen Herzen gratuliere und sage: Weiter so!
Schon vor einem Jahr gab es zum achtjährigen Bloggeburtstag einen Event, den Zorra zusammen mit Braun ausgerichtet hatte. Auch damals ging es um Rezepte, für die man einen Stabmixer braucht. Ein kleines Kochbuch mit Rezepten von Bloggern gab es zu füllen - und dann auch zu gewinnen. Ich hatte mitgemacht und fand mich zu meiner großen Freude mit einem Rezept im Büchlein vertreten. Und nicht nur das! Bei der Verlosung gewann ich auch noch einen Stabmixer, der immer wieder zum Einsatz kommt. 
Nun gibt es eine Neuauflage vom Event, und wieder werden Rezepte für ein neues Bloggerkochbuch gesucht. Dieses Mal möchte ich mich auf Blogevent und Buch beschränken; einen tollen Mixer habe ich ja nun.
Da für die Nuss-Kräuterkruste mehrfach die Mühle eines Stabmixers zum Einsatz kam, ist das Tagliata-Rezept mein Beitrag zum Geburtstagsevent.


9 jahre kochtopf Blog-Event - Smart Speed Kitchen (Einsendeschluss 15.9.2013)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Samstag, 9. März 2013

Im Minigugl vereint: Seelentröster Rotwein + Schokolade



Die Sonne scheint, und auf dem Campo de' fiori strahlten heute Vormittag die Blumen in allen Farben mit dem Gemüse um die Wette - da braucht man eigentlich keinen Seelentröster. Der Wetterbericht verheißt allerdings für die nächste Woche noch einmal einen kleinen "Kälteeinbruch", nachdem heute richtig milde Temperaturen herrschten - also bin ich mit 24 Minigugls schon einmal gegen das schlechte-Laune-Wetter gewappnet!





Zutaten (für 24 Minigugls)

  • 100 g Zartbitterschokolade
  • 250 g weiche Butter
  • 4 Eier
  • 2 El Honig
  • 100 g Zucker
  • 1 P. Vanillinzucker
  • 1 Tl Zimt
  • 1 Tl Kakaopulver
  • 100 g Haselnüsse
  • 200 g Mehl (gesiebt)
  • 1 P. Backpulver
  • 100 ml Rotwein
  • 150 g Puderzucker
  • Rotwein


Den Backofen auf 175 Grad (Ober- und Unterhitze9 vorheizen. Wenn man keine Silikonformen verwendet, die Backformen mit Butter ausstreichen und mit gemahlenen Haselnüssen ausstreuen.
Zartbitterschokolade hacken und Nüsse fein mahlen. Zucker mit Vanillinzucker, Zimt und Kakaopulver mischen.
Die weiche Butter mit dem Zuckergemisch schaumig schlagen, dann nach und nach die Eier einarbeiten. Die Haselnüsse unterrühren und das mit dem Backpulver vermischte Mehl abwechselnd mit dem Rotwein unter den Teig rühren.




Teig auf die Förmchen verteilen und im Ofen ca. 25 Minuten backen.
Danach die Gugls aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
Den Puderzucker mit soviel Rotwein verrühren, dass eine dickliche Glasur entsteht. Die Gugls damit überziehen.
Das Originalrezept ist für eine Kastenkuchenform vorgesehen, und die Backzeit erhöht sich dann auf eine Stunde.




Rezeptquelle: Christa Schmedes, Lieblingskuchen. Gräfe und Unzer Verlag, München 2003




Kochrezepte Basar -teilen,inspirieren,stöbern,entdecken- immer Freitag bis Sonntag - tobias kocht!




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 26. Februar 2013

Süße Resteverwertung



Haselnüsse gab es noch im Vorratsschränkchen, auch Mandeln: alles übrig geblieben von der Weihnachtsbäckerei.
Nun werden Nüsse nicht besser, wenn man sie lange liegen lässt, können sogar ranzig werden. Ein Kuchenrezept musste her, und da sich im Kühlschrank noch Möhren versteckten, schlug auch deren letztes Stündlein in Freiheit.
Keine niedlichen Mini-Gugels, hübsch verpackte Möhren-Muffins oder gar entzückend verzierte Cup Cakes sind es geworden, sondern ganz altmodisch-einfache Möhrenschnitten - herrlich saftig durch den Orangensaft im Teig.

Saftige Möhrenschnitten

Zutaten (für eine quadratische Springform)


  • 250 g Möhren
  • 100 g Mandeln
  • 100 g Haselnüsse
  • Saft und Abrieb einer unbehandelten Orange
  • 4 Eier
  • 150 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Mehl
  • 1 gestrichener Tl Backpulver
  • 125 g Puderzucker
  • 2-3 El lauwarme Milch
  • Marzipanmöhrchen


Backofen auf 175 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Den Boden einer quadratischen (oder runden) Springform mit Backpapier auslegen.
Mandeln und Haselnüsse mahlen und die geputzten Möhren raspeln.
Das Mehl sieben.
Die Eier trennen, und die Eiweiße mit einer Prise Salz steifschlagen.
Eigelb mit dem Zucker zu einer weißschaumigen Masse aufschlagen, dann den Orangensaft, die geraspelten Möhren und den Abrieb unterrühren.
Das zu Schnee geschlagene Eiweiß auf die Masse geben, gemahlene Mandeln, Haselnüsse und das gesiebte Mehl sowie das Backpulver darüber streuen. Alles vorsichtig mit einem Rührlöffel unterheben.
Teig in die Form gießen und den Kuchen ungefähr 40 bis 45 Minuten backen.
Danach den Kuchen in der Form etwas ruhen lassen und zum vollständigen Auskühlen auf ein Kuchengitter legen.
Den Puderzucker mit der Milch zu einer dicken Glasur verrühren.
Den Kuchen in Teile schneiden,mit der Puderzuckerglasur bestreichen und mit kleinen Marzipanmöhrchen verzieren.

Rezeptquelle: Christa Schmedes, Lieblingskuchen, einfach gut. Gräfe und Unzer Verlag, München 2003


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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