Posts mit dem Label Schinken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schinken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. September 2017

Um die Feige gewickelt: Arrosto arrotolato con fichi



Frage: Was macht einen Schweinebraten zu einem italienischen Schweinebraten?
Antwort: Feigen, Mandeln und roher Schinken aus der Toskana.
Schweinefleisch gibt es bei uns, wenn man vom Schinken für das üppigere Sonntagsfrühstück einmal absieht, sehr selten. Ab und an verirrt sich ein Schweinelendchen in den Kochtopf, wenn ich ein schönes Exemplar erspähe. Aber sonst: Schweinekotelett, Schweineschnitzel, Schweinegulasch können mich einfach nicht begeistern. Umso mehr das folgende Gericht, dessen Rezept ich in einer italienischen Zeitschrift entdeckt habe.
Am Samstagmorgen dann zum Metzger geeilt, die Zeitschrift unter dem Arm. "Wir haben schon fertig gerollten Schweinebraten", meinte der gute Mann und zeigte auf die Auslagen im Schaufenster. Überhaupt: Was es da alles schon fertig gekocht und zubereitet gibt - komplette Menüs mit allen möglichen Beilagen. "Kocht denn heute niemand mehr?" frug ich ihn. "Ach, die heutigen Zeiten! Arbeit, Arbeit, da bleibt keine Zeit mehr zum Kochen!"
Ich ließ mir ein Stück Fleisch von ihm zurechtschneiden, und dann ging es zu Hause an die Arbeit.
Am Wochenende hat man ja genug Muße. Seltsam nur, dass gerade am Wochenende fertig panierte Schnitzel, Hackbraten in der Aluschale, bratfertige "Hamburger" und Konsorten in den Metzgereien weggehen wie die sprichwörtlich warmen Semmeln.
Aber in der römischen Innenstadt liegt das manchmal daran, dass die "Hausmädchen", die sonst für das Kochen zuständig sind, auch einmal frei haben. Und dann muss eben Fertigkost her.
Aber nicht bei uns. Das Wochenende ist perfekt für den sogenannten Sonntagsbraten. Auch wenn es den schon am Samstag gibt.



Zutaten
(für ca. 6 Personen)


  • 1 Kg Schweinefleisch für Rollbraten (aus der Lende oder Hüfte, vom Metzger zurechtgeschnitten)
  • 100 g roher Schinken (bei mir: roher Schinken aus der Toskana/Prosciutto crudo toscano)
  • 10 schwarze Feigen
  • 50 g ungeschälte Mandeln
  • ca. 150 ml Weißwein
  • Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer


Das aufgeklappte Fleischstück zwischen zwei Lagen Backpapier mit dem Fleischklopfer noch etwas dünner klopfen. Fleisch salzen.
Die Mandeln grob hacken, die Feigen waschen, davon die Hälfte vierteln.
Die Hälfte der Mandeln auf dem Fleisch verteilen, den Schinken auflegen und darauf die geviertelten Feigen. Fleischplatte von einer Seite einklappen und die andere Seite darüberklappen. Braten mit der Naht nach unten auf die Arbeitsfläche legen und mit Küchengarn fixieren.




Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Olivenöl in einem Bräter erhitzen und den Braten von allen Seiten anbraten. Dann den Braten aus dem Bräter heben und in eine ofenfeste Form legen und etwas salzen und pfeffern (wer mag, kann es auch im Bräter lassen und diesen dann in den Ofen schieben).
Bratensatz mit dem Wein ablöschen und dann die Flüssigkeit über den Braten gießen.
Form für ca. 50 Minuten in den Ofen schieben.
Nach dieser Zeit die restlichen Mandeln und die verbliebenen und halbierten Feigen um den Braten legen und weitere zehn Minuten in den Ofen schieben.
Braten vor dem Anschneiden abgedeckt zehn Minuten ruhen lassen.
Dazu passen Rosmarinkartoffeln aus dem Ofen (Patate al forno).






Rezeptquelle: Sale & Pepe, September 2017

Zugegeben, die Metzgerei ist nicht ganz billig, und längst nicht alle Metzgereien sehen so aus; die meisten sind kahl und zweckmäßig eingerichtet. Wurstwaren gibt es in den Metzgereien in der Regel auch nicht; dafür muss man in eine "Salumeria". Aber wer in Rom mal in die "Verlegenheit" kommen sollte zu kochen, dem empfehle ich einen Einkauf hier - ganz in der Nähe des Pantheon:









Macelleria Angelo Feroci
Via della Maddalena, 15
00185 Roma
HOME




♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 5. August 2015

Für Unentschlossene: Gazpacho di melone con spiedino di San Daniele e caprino




Es ist einfach nur noch heiß, der Asphalt glüht, aber trotzdem knurrt im Laufe des Tages irgendwann der Magen. Passiert auch bei diesen Temperaturen, auch wenn man eigentlich vor allem trinken möchte. Und das Trinken - Wasser! -  ist bei der hochsommerlichen Hitze, die Italien seit Wochen fest im Griff hat, überlebenswichtig. Leichte Küche ist angesagt, und die Entscheidung zwischen einer eiskalten Gazpacho oder einem schlichten Teller mit Schinken und Melone fällt schwer.
Die ultimative Lösung wäre nun, beide Küchenklassiker in einem zu vereinen. Denn wer sagt denn, dass es immer nur eine Gazpacho Andaluz sein muss und die Melone sich nicht auch mal verflüssigen kann? Spanien und Italien vertragen sich bestens auf einem Teller, und beide Länder können auch kulinarisch virtuos mit Hitze umgehen.




Zutaten
(für 4 Personen)

1 Cavaillon-Melone
200 g griechischer Joghurt
4 El Olivenöl extra vergine
2 dünne Weißbrot- oder Toastscheiben, entrindet
4 El Weißweinessig
das Weiße einer Lauchzwiebel (ich: frische Tropea-Zwiebel)
8 Scheiben San-Daniele-Schinken
100 g Ziegenfrischkäse
Minzblätter
Fleur de sel, frisch gemahlener Pfeffer

Das Brot in dem Essig einweichen, Zwiebel in grobe Würfel schneiden und in kaltes Wasser legen, um die Schärfe etwas zu mildern. Die Melone vierteln und die Kerne herauskratzen. Aus einem Viertel Förmchen oder Kugeln ausstechen und zur Seite stellen.
Restliche Melone schälen und zusammen mit dem Joghurt, dem Olivenöl, dem Brot, 4-5 Minzblättern und der Zwiebel in den Mixer geben. Fein pürieren, mit Fleur de sel und Pfeffer abschmecken und kaltstellen.




Schinkenscheiben abwechselnd mit Minze, Melonenbällchen und dem zu Kugeln geformten Ziegenfrischkäse auf Spießchen stecken.
Die eiskalte Suppe mit den Spießchen servieren.






♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Print Friendly and PDF
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...