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Samstag, 16. November 2019

Die unwiderstehlichste Torta di mandorle der Welt



D
iesem Backbuch, dem ich das folgende Rezept entnommen habe, verzeihe ich alles! Auch dass es eine Mandeltorte ganz frech Torta di mandorle nennt, weil das auf Italienisch natürlich viel hübscher klingt. Nur: eine solche Mandeltorte scheint mir auf keinem traditionellen italienischen Rezept zu basieren. Torten und Kuchen sind in Italien keine komplizierten Backwerke, was sie nicht weniger schmackhaft macht, wobei auch diese Torta di mandorle keinesfalls schwierig zu backen ist. Natürlich gibt es auch Mandelkuchen in Italien - wie könnte es anders sein. Ganz Sizilien erfreut sich nach den Wintermonaten an der üppigen Mandelblüte! Und dann denke man nur an die wunderbaren  Süßigkeiten, in denen Mandeln Hauptbestandteil sind, etwa die toskanischen Cantuccini oder Ricciarelli , die Torta Caprese oder auch das süße Mandeldessert Biancomangiare. Mandeln sind aus der italienischen Küche nicht wegzudenken!








Trotz aller Einwände: Für mich heißt dieser Kuchen nach wie vor Torta di mandorle. Unter dieser Bezeichnung habe ich ihn kennen- und lieben gelernt und unzählige Male gebacken. Der Kuchen stammt aus einem Backbuch, das man zu Recht als Backbuchklassiker bezeichnen kann. Ich möchte wetten, dass es bei vielen Hobbybäckerinnen und -bäckern im Regal steht: Backvergnügen wie noch nie*.
Dieses liebevoll in die Jahre gekommene Backbuch wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neu aufgelegt; gibt es eine ehrlichere Bestätigung für die Qualität der süßen und salzigen Leckereien, die man darin finden kann? Leider fehlen in einer neueren Auflage einige erprobte Basisrezepte, die ich aber noch als Kopien aus der älteren Auflage meiner Mutter aufgehoben habe.
Meine ersten Backerfahrungen habe ich mit "Vergnügen" damit gemacht, die herrlichsten Biskuit-Tortenbögen zum Erstaunen der ganzen Familie gebacken, Plätzchenteige geknetet, Lebkuchen gerührt - ja wenn man mir heute sagen würde: Nur ein Backbuch darfst Du behalten - es wäre dieses!

So eine Mandeltorte ist natürlich kein Leichtgewicht. Zu zweit würden wir tagelang daran herumknabbern - natürlich mit der Stimme der Vernunft im Hinterkopf, die nach dem zweiten Stück flüstern würde: Jetzt reicht es! Besser also sollte man Gäste damit verwöhnen. Da ich mich endlich mal wieder mit einer Teestunde bei unserer Catsitterin bedanken wollte, gab mir das Gelegenheit, diesen Kuchen zu backen. Unsere Catsitterin, eine sehr aktive ältere Dame, die sich scherzend als Tante unserer Katze Kringel bezeichnet, freute sich riesig, ihre "Principessa" mal wieder zu sehen! Für sie könnten wir sowieso öfters unterwegs sein, denn sie ist total vernarrt in unseren Salonpanther.
Sie kann es jedes Mal kaum abwarten, bis wir Kringel  zu ihr bringen und sie wieder ihren Tagesablauf bestimmt.
In der ehemaligen Filmjournalistin hat sie eine überaus interessante Catsitterin gefunden. Elizabeth hat noch die großen Namen der Filmwelt persönlich kennenlernen dürfen. Was bei mir wie wichtigtuerisches Name-Dropping klingen würde, klingt bei ihr, als würde sie ganz selbstverständlich von guten Bekannen erzählen. Unter anderem sprachen wir über die drohende Schließung des Caffè Greco, sie darauf: "Oh da gibt es den besten Caffè Americano der Stadt. Habe ich dort immer mit Jacqueline Bisset getrunken!" Sie sieht ein Plakat des alten Filmklassikers "Ein Herz und eine Krone". Sie: "Ah Gregory Peck! Ich war mit seiner Frau befreundet und mit den beiden in Paris zusammen"! (Elizabeth ist Französin)
Ob Marcello Mastroianni, Virna Lisi, Woody Allen ("Der ruft mich immer an, wenn er in Rom ist!"), Jean Pierre Cassel, Ennio Morricone oder Franco Zeffirelli: sie kannte und kennt die großen Stars der europäischen und internationalen Filmwelt und auch viele Nachwuchs-Schauspieler*innen der aktuellen Filmszene, vor allem in Italien! Noch heute sitzt sie in diversen Jurys und reist zu vielen Filmfestivals; es war und ist ihr Leben.
Und sie ist vernarrt in Kringel!
Natürlich gab es auch wieder Geschenke für die Principessa, sie stand im Mittelpunkt und hat es sichtlich genossen - es war der reinste Kindergeburtstag!
Meine kleine schwarze Schönheit bricht wirklich alle Herzen!





Zutaten
(für eine Springform von 24 cm Ø)



Mürbeteigboden


  • 200 g Mehl + Mehl zum Ausrollen
  • 100 g kalte Butter + Butter für die Form
  • 40 g Zucker
  • 1 Eigelb
  • 1 El kaltes Wasser
  • 1 Prise Salz


Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken und das Eigelb hineingeben. Die Butter in Flöckchen auf den Rand setzen , den Zucker, eine Prise Salz und das Wasser hinzugeben. Mit einem Messer die Butter mit den anderen Zutaten vermischen, dann mir den Händen rasch einen geschmeidigen Teig kneten. Diesen in Folie wickeln und im Kühlschrank 2 Stunden ruhenlassen.

Die Springform mit Butter ausfetten. Den Teig auf etwas Mehl ausrollen und Boden und Rand der Sprinform damit auskleiden.
Bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.


Belag


  • 120 g Aprikosenmarmelade 
  • 3 Eier
  • 100 g Zucker
  • 1 Vanillestange
  • 1 Prise Salz
  • 150 g frisch gemahlene geschälte Mandeln
  • 50 g Butter


Den Backofen auf 180 g (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Butter zerlassen und zur Seite stellen.
Zwei Eier trennen. Das ganze Ei mit den zwei Eigelben, 50 g Zucker und dem ausgekratzten Mark der Vanilleschote weißschaumig aufschlagen. Die gemahlenen Mandeln unterrühren.
Die zwei Eiweiße mit einer Prise Salz und dem restlichen Zucker steifschlagen und unter die Ei-Mandelmasse heben. Die zerlassene Butter unterziehen.
Die Form aus dem Kühlschrank nehmen und den Teigboden mit der Marmelade bestreichen. Dann die Mandelmasse daraufgeben.
Im vorgeheizten Ofen auf der unteren Schiene ca. 45 Minuten backen.
Danach den Kuchen aus dem Backofen nehmen und den Ofen auf 210 Grad stellen.



Mandelbaiser


  • 2 Eiweiß 
  • 150 g Zucker
  • 150 g frisch gemahlene geschälte Mandeln


Die Eiweiße mit dem Zucker steifschlagen und die gemahlenen Mandeln unterheben.
Diese Masse auf den Kuchen streichen und diesen für weitere 15 Minuten in den Ofen geben.



*Rezept aus: Backvergnügen wie noch nie, Gräfe und Unzer, München 1984









Freitag, 10. August 2018

Ein Rezept gegen den Augustblues: Frozen Yogurt mit Himbeeren, Pistazien und Meringue




Es sind wieder jene langen heißen Augusttage, die mich in melancholische Stimmung versetzen. War dieser Monat, als ich noch in Deutschland lebte, paradoxerweiser der Sommermonat schlechthin, der mich schon als Kind in Hochstimmung versetzte, ahne ich mit den Jahren vermehrt das nahende Ende der Jahreszeit. Der August, das bedeutet bei der Hochsommerhitze  aber auch, dass man "drinnen" lebt. Die Wohnung ist zwar klimatisiert, trotzdem bleiben viele Fensterläden schlossen. Es ist in der Vorstellung für mich mittlerweile auch eine "dunkler" Monat: Draußen gleißendes Licht - drinnen das stille Halbdunkel. Könnt Ihr die Atmosphäre nachvollziehen?
Am letzten Tag im August kommt noch mein Geburtstag hinzu, und das Verhältnis zu diesem Ereignis verändert sich wohl  auch mit zunehmendem Lebensalter; man wird eben nachdenklicher. Wenn ich dann am 1. September aufwache, erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich ich September morn von Neil Diamond summe. Ich sehe fallendes Laub, denke mit Grausen daran, dass Strümpfe in Kürze wieder zum Einsatz kommen und meine Sommerkleider in den Schrank verbannt werden. Die Jahreszeit, die für mich weder Fisch noch Fleisch ist, steht bevor! Ich mag es doch entweder heiß oder richtig winterlich! Hier in Italien legt sich aber diese Herbststimmung wieder nach ein paar Tagen, denn der Sommer ist noch lange nicht vorüber. Warum nur falle ich immer wieder mit dem Anbrechen des 1. September auf diese Vorstellungen herein?
Wirklich alles paradox das Ganze!

Aber zurück in den August! Wir gehören zu jenen, die den August in der Stadt verbringen, während viele ans Meer, in die Berge oder eben ihre aktuellen Urlaubsorte fliehen, wo vielfach dann auch das römische Chaos mitreist. Der Stau ist dann eben nicht mehr den Lungotevere entlang, sondern erwacht in irgendeinem Ort an der Küste zu neuem Leben - nein, danke! Man spricht in diesem Zusammenhang gerne von "fliehen", denn in Zeiten ohne Klimaanlage war die Hitze für viele wohl kaum auszuhalten.
Ich kann mich an meine ersten Sommer in Rom erinnern, und besonders an die Augusttage. Das alles war noch vor dem Ansturm von Touristen in den vergangenen Jahren, der die Stadt gefühlt 12 Monate in seinem Würgegriff hält.
Noch in den neunziger Jahren war alles anders. Die Stadt war "tot"! Die Strassen leer, die Geschäfte geschlossen oder nur im Turnus geöffnet. Ich ging die Strasse, in der wir wohnen, entlang und kam mir vor wie in einer Geisterstadt - ja ich fand es direkt unheimlich! An manchen Tagen, wenn ich alleine unterwegs war, nahm ich sogar andere, durch ein wenig Autoverkehr belebtere Wege. Gut kann ich mich noch an eine zierliche ältere Dame erinnern, die mich ganz verzweifelt auf der Strasse ansprach, ob ich denn noch eine offene Bäckerei wüsste. Gerade älteren und alleinstehenden Menschen, die nicht mit den Familien abgereist waren, ging es oft richtig schlecht. Die Supermärkte, die in den Nullerjahren überall aus dem Boden schossen, gab es damals noch nicht.





Noch immer müssen wir uns im August ein wenig "organisieren". Gerade in der bevorstehenden "Ferragosto"-Woche bleiben viele Läden, wie zum Beispiel Metzgereien, geschlossen, die sonst im August wenigstens am Vormittag noch geöffnet sind. Fleisch wird also auf Vorrat eingefroren. Der Markt verkauft zunehmend nur noch Touristenkitsch; auch das Gemüse macht "Urlaub". Schnell habe ich noch das Lieblingsfutter für Kringel besorgt, das es in den Supermärkten nicht gibt.
Zurückgebliebene tun sich zusammen; gestern waren wir mit ein paar Journalisten und Diplomaten auf einer "Stallwächterparty" auf einer schönen, luftigen Terrasse hoch über den Dächern von Rom.Viele erzählten dort, wie sehr sie die ruhigere Stimmung in der Stadt schätzten. Das sind Moment, in denen die Melancholie ein wenig schwindet...






Gegen trübe Stimmung hilft allerdings auch ein Dolce, das so richtig nach Sommer schmeckt wie diese Frozen-Yogurt-Kreation. Dieses Eisdessert ist blitzschnell zubereitet, und man braucht dafür nicht einmal eine Eismaschine. Allerdings etwas Geduld, bevor man endlich den Löffel darin versenken darf.





Zutaten
(für 8 Personen und eine Kastenkuchenform von ca. 750 ml Inhalt)



  • 600 g griechischer Joghurt
  • 1 Tube gesüßte Kondensmilch (170 g)
  • 5 El Zitrusblütenhonig (ersatzweise Akazienhonig)
  • 30 g Pistazien, grob gehackt
  • 20 g Meringue (Baisers), grob zerbröselt
  • 125 g Himbeeren


  • Himbeeren, Pistazien und Meringue für die Dekoration


Den Joghurt mit der Kondensmilch und dem Honig glattrühren. Dann vorsichtig die Himbeeren, die Meringue und die Pistazien unterheben.
Die Kuchenform mit Backpapier auslegen und die Joghurtmasse hineinfüllen. Diese mit Folie gut verschließen und für mindestens 6 Stunden in das Gefrierfach geben.
Vor dem Servieren kurz in heißes Wasser tauchen, stürzen, Papier abziehen und mit Himbeeren, Pistazien und Meringue-Stückchen garnieren. In Scheiben schneiden.

Nach einer Idee aus SALE&PEPE, August 2018

Wollt Ihr noch mehr über die August-Stimmung in Rom lesen - so, wie wir den Monat oft erleben? Dann schaut mal hier.


Montag, 2. Januar 2017

Luftig wie ein Tutu, zart wie eine Ballerina: Winterliche Pavlova



Gleich zwei Staaten streiten sich um die Urheberschaft dieser weltberühmten Spezialität, und auch ein Deutscher mischt da mit: In Australien behauptet man, der deutsche Konditor Bert Sachse hätte die Pavlova in Perth im Jahr 1935 kreiert. Die Neuseeländer halten dagegen ein altes Kochbuch in die Höhe, in der ein Rezept für dieses Dessert schon in den zwanziger Jahren niedergeschrieben worden war, was wiederum den Konditor Sachse und Australien aus dem Rennen wirft.
Einigen wir uns also auf Ozeanien, und aus diesem Teil der Welt findet man auf meinem Blog noch keine Spezialität. Das passt zum neuen Jahr, das schließlich in Ozeanien zuerst begonnen wurde. Daher starte ich 2017 besonders gerne mit der Pavlova.
Unstreitig bleibt, dass dieses Dessert von dem weißen Tutu der legendären russischen Ballerina, Anna Pavlova, inspiriert wurde. Die Tänzerin hielt sich mehrfach in Australien und auch Neuseeland auf, wo man ihr zu Ehren den weißen Tortentraum nach ihr benannte.




Die Kunst bei der Herstellung einer perfekten Pavlova besteht darin, der Baisermasse keine verbrannten Spitzen zu verpassen; ein angesengtes Tutu ließe ja auch eher an Aschenputtel denken. Anders als bei einem herkömmlichen Baiser sollte das Innere dagegen zart und geschmeidig wie eine Ballerina bleiben.
Belegt wird eine Pavlova mit Früchten der Saison; in Neuseeland traditionell mit Passionsfrüchten. Meine winterliche Version schmückt sich mit Kiwis, die ursprünglich auch aus Neuseeland kommen, Granatapfelkernen und Kumquats.
Statt einer "großen" Pavlova  habe ich mich für kleine Mini-Pavlovas entschieden und jede einzelne mit einem Karamellgitter verziert.
Der Tanz der Zuckerfee kann beginnen...





Zutaten
(für 6 kleine Pavlovas)

4 Eiweiß
200 g feiner Zucker
1 El Speisestärke
1 Prise Salz

250 ml süße Sahne
Obst der Saison
 (z.B. Kiwis, Granatäpfel, Kumquats)

300 g Zucker

Dessertring, 10 cm Ø
Backpapier
Spritzbeutel


Den Backofen auf 100 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Backblech mit Backpapier auslegen und mit Hilfe eines Dessertrings Kreise aufzeichnen.
Das Eiweiß mit einer Prise Salz schaumig aufschlagen, dann nach und nach 150 g Zucker einrieseln lassen und das Eiweiß sehr steif schlagen.
Den restlichen Zucker mit der Speisestärke mischen und vorsichtig unter die steife Eiweißmasse heben.
Die Masse in einen Spritzbeutel füllen und zunächst einen Boden auf jeden vorgezeichneten Kreis spritzen. Mit einem Löffelrücken verstreichen. Um den Rand nun kleine Rosetten spritzen.



Das Blech für ca. 80 Minuten in den Ofen schieben. Die Baisers dürfen nicht bräunen. Backofen möglichst nicht öffnen.
Danach die Pavlovas im ausgeschalteten und leicht geöffneten Ofen vollständig auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit Zucker in einem kleinen Topf schmelzen lassen und die entstandene Karamellmasse mit Hilfe eines Löffels über den Rücken einer Suppenkelle träufeln. Beim Erstarren der Masse das "Gitter" vorsichtig von der Kelle lösen (zum Trost: das geht leider oft schief, und ich hatte als Ergebnis mehrfach nur Bruchstücke - und verbrannte Finger! Vielleicht macht auch hier Übung den Meister...).

Sahne steifschlagen und auf den Pavlovas verteilen.
Mit Früchten belegen und mit Karamellstückchen verzieren.







♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Freitag, 16. August 2013

Florida - und mein Fernweh-Pie...





Susanne feiert in diesen Tagen den ersten Geburtstag ihres Blogs "Magentratzerl", und dafür wünscht sie sich Urlaubserinnerungen und Rezepte.
Dazu erst einmal: Ganz herzlichen Glückwunsch - und weiter so, liebe Susanne!
Bei diesem Event mache ich nur allzu gerne mit, denn da es in diesem Jahr bei uns auch noch keinen Urlaub und so folglich noch keine Urlaubsvorfreude oder gar Urlaubsstimmung gab, hole ich mir mit einem meiner Lieblingskuchen - dem Key Lime Pie - heute ein wenig Sunshine-State-Feeling in die eigenen vier Wände.







Zweimal waren wir in den vergangenen Jahren in Florida, und auch wenn die Reisen dort mit unzähligen Meilen im Auto verbunden waren - wir wollten natürlich so viel wie möglich sehen -, verbinde ich mit den Aufenthalten dort mit die fröhlichsten Urlaubserinnerungen, die ich habe.




Schon beim Auspressen der Limetten weckte der Duft die unbeschwerte Stimmung, die mich während der Florida-Urlaube begleitete. Ich sah im Geiste wieder die wunderbaren sauberen Sandstrände, die sich nahe der Küste tummelnden Delphine, die so gar keine Scheu vor den Menschen zu haben schienen, und fuhr gedanklich die lange Strasse über das Meer bis nach Key West, Heimat von Floridas Nationaldessert, entlang.
Dort, auf Key West, hatten wir kurz vor dem Sonnenuntergang unser erstes Stück dieses legendären Kuchens (Collage unten, Foto oben links) mit Blick auf das karibische Meer genossen - hach!
Ein Stückchen Key Lime Pie wurde dann bei unseren Floridareisen irgendwie auch zu einem "Snack", den wir uns bei Päuschen immer wieder gönnten - ob nun auf den Keys, in Miami, St. Petersburg, Naples oder Orlando.



In Everglades City fielen wir um die Mittagszeit in einem ziemlich urigem Restaurant ein - "Susie's Station" -, wo die Zeit irgendwann in den dreißiger Jahren oder noch früher stehengeblieben zu sein schien. Susie, eine sehr betagte Dame, freute sich über unseren Besuch - wir waren die einzigen Gäste - und kochte Kaffee für uns. Und natürlich gab es dazu auch ein Stück Key Lime Pie, den sie selbst gebacken hatte, wie sie stolz erzählte. Naja, der weltbeste Key Lime Pie war es leider nicht (Collage oben, Foto unten links), aber den backe ja auch ich  - *hehe*  ...




Wir haben es aber überlebt und stürzten uns dann in das Abenteuer Everglades, wo Delphine, aber auch Alligatoren auf uns warteten...




Liebe Susanne, danke, dass Du mir heute alle diese Erinnerungen wieder geschenkt hast! Du hast mich in alten Fotos wühlen und mich lächeln lassen, und dafür bekommst Du nun mein Key-Lime-Pie-Rezept (weltbestes! natürlich)!




Key Lime Pie

Zutaten (für eine Springform von 26 cm Durchmesser)


  • 200 g Butterkekse
  • 1 El brauner Zucker
  • 125 g Butter + Butter zum Ausfetten
  • 1 Eiweiß (Eigelb aufheben für die Füllung)
  • 1 Prise Salz
  • 1 El Zucker


  • 4 Eigelb
  • 400 ml gezuckerte Kondensmilch
  • 1/8 L frisch gepresster Limettensaft


  • 3 Eiweiße
  • 3 El Zucker


Den Backofen auf 150 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen und eine Springform ausfetten.
Die Kekse fein zerkrümeln, das geht mit Gefrierbeutel und Fleischklopfer oder auch im Mixer.
Die Butter zerlassen und mit einem Eßlöffel braunen Zucker mit den Keksen vermischen. Das Eiweiß mit dem Salz und eine Eßlöffel Zucker sehr steif schlagen und unter die Keksmischung heben.
Die Keksmasse in der Form verteilen und mit dem Rücken eines Löffels gut andrücken. Dabei auch einen kleinen Rand formen.
Den Boden acht Minuten backen, dann die Form aus dem Ofen nehmen.
Die Eigelbe ein paar Minuten hellschaumig aufschlagen, dann die gezuckerte Kondensmilch darunterrühren und weitere drei Minuten schaumig schlagen. Zum Schluss den Limettensaft dazugiessen und unterrühren.
Die Limettencrème auf den Keksboden giessen und die Form für weitere 25 Minuten bei 150 Grad in den Ofen schieben.
Danach aus dem Ofen nehmen und den Kuchen abkühlen lassen. Den Ofen auf 180 Grad stellen.




Die verbliebenen Eiweiße mit dem Zucker sehr steif schlagen und auf dem Kuchen verteilen.
Für weitere zehn Minuten in die Ofen schieben und kontrollieren, dass die Baisermasse nicht zu dunkel wird.
Vor dem Anschneiden den Kuchen unbedingt ganz auskühlen lassen (was ich in meiner Gier mal wieder nicht gemacht habe - siehe Anschnitt...), dann wird die Füllung fest und lässt sich sauber anschneiden. Im Kühlschrank aufbewahren.





Rezeptquellen: Für Key Lime Pies gibt es so viele Rezepte wie Sandkörner an den Stränden Floridas. Das Rezept für den Keksboden, den ich dieses Mal für sehr gelungen halte, habe ich dem aktuellen Sonderheft "Sommerküche" des Feinschmecker-Magazins entnommen. Orientiert habe ich mich zudem an den Rezepten von USA-Kulinarisch und Essen und Trinken.



♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 1. Januar 2013

Gipfel des Genusses: Monte Bianco

Nun ist das neue Jahr endlich da, und ich hoffe, alle sind gut hineingerutscht!
Ein Jahr voller Freude, Genuss, Glück, Liebe und vor allem Gesundheit wünsche ich an dieser Stelle alle meinen lieben Leserinnen und Lesern! Und es würde mich natürlich besonders freuen, wenn Ihr auch 2013 eifrig weiter in meinem Blog stöbert!


Wir haben zusammen mit Freuden bei uns Silvester gefeiert, und es wurde ein gemütlicher Raclette-Abend. Bevor wir aber um Mitternacht das Feuerwerk am römischen Nachthimmel bewunderten, gab es noch ein typisch italienisches "Winterdolce" - einen "Monte Bianco".
Entdecke ich in der kalten Jahreszeit auf einem Dessertbuffet oder auf der Speisekarte eines Restaurants einen "Monte Bianco", ist es um mich geschehen!
Ich kann mir das selbst nicht erklären, bin ich doch nicht so eine "Süße" (das berühmte Salamibrötchen, nach dem es mich bei Heißhungerattacken gelüstet, hatte ich ja bereits an anderer Stelle schon erwähnt). Aber diese unwiderstehliche Mischung aus Maronenpüree unter diesem Berg von Sahne - das Zusammenspiel von süßer Crème und dem Überraschungsmoment, bei einem Bissen in die weiße Sahnepracht auf ein knackiges Stückchen Baiser zu treffen, lässt mich dahinschmelzen und macht jeden Löffel  zu einem sinnlichen Erlebnis. Bis zuletzt hebe ich mir eine kandierte Marone auf, einen Marron glacé, die mit ihrer Zuckrigkeit, die durch ein mehliges Herz gebändigt wird, den Genuss ausklingen lässt.


Auch in vielen römischen Bäckereien findet man im Winter dieses aus der Region Piemont kommende Dolce in den Auslagen. Die Italiener erinnert dieses kuppelförmiges Gebilde an den schneebedeckten Monte Bianco. Aber angeblich wurde dieses Dessert in Frankreich erfunden, wo es als "Mont Blanc" unter den Feinschmeckern bekannt ist, und interessanteweise ist die französische Bezeichnung für dieses Dessert auch in Italien geläufiger. Wo immer auch der Ursprung dieser Köstlichkeit liegen mag, sie schmeckt überall herrlich, und den Berg teilen sich ja bekanntlich auch beide Länder.
Für das Originalrezept verwendet man frische Maronen, die ziemlich lange weichgekocht werden müssen, sofern man nicht über einen Schnellkochtopf verfügt. 
Ich mache es mir dagegen etwas einfacher, indem ich auf vorgegarte, vakuumverpackte Maronen zurückgreife - und auf fertige Baisers, die man zur Zeit überall in den Bäckereien finden kann. Die Baisers - in Italien "Meringues" genannt - kann man natürlich auch selbst herstellen, wenn  von der Weihnachtsbäckerei noch etwas Eiweiß übrig geblieben ist. Trotz der französischen Bezeichnung sollen die Baisers/Meringues übrigens um 1600 von einem italienischen Koch in der Schweiz erfunden worden sein.




Nach dem Anschneiden sieht jeder "Monte Bianco" übrigens wie nach einem schweren Bergdrama aus: Marron glacés stürzen die Hänge hinab, und die Baisers werden unter Sahnelawinen begraben. Aber vielleicht ist es gerade dieses Gewusel auf dem Teller, auf das man sich dann mit kindlicher Freude stürzt.

Zutaten (für 6 Personen)

  • 500 g Kastanien/Maronen (vakuumverpackt oder vorgegart in Dosen)
  • 450 ml Milch
  • 70 g Zucker
  • 1 Vanilleschote
  • 1 El dunkles Kakaopulver
  • 1 El brauner Rum
  • 400 ml süße Sahne
  • 30 g Puderzucker
  • 20 g selbstgemachter Vanillezucker
  • Marron glacés und Baisers zum Verzieren
  • Kartoffelpresse und Spritzbeutel


Die Kastanien werden mit der Milch, der aufgeschlitzten und ausgekratzten Vanilleschote und 70 g Zucker in einen Topf gegeben und müssen weichgekocht werden; ab und an umrühren, damit sich die Maronen nicht am Topfboden festsetzen. Das dauert ungefähr 25 Minuten. Danach hat man eine breiige, noch mit Maronenstückchen durchsetzte Masse. Diese wird nun, nachdem man die Schote entfernt hat, durch eine Kartoffelpresse in eine Schüssel gedrückt. Das Maronenpüree soll nun abkühlen, dadurch wird es wieder etwas fester.




In das ausgekühlte Maronenpüree das Kakaopulver und den Rum einrühren. Jetzt kommt erneut die Kartoffelpresse zum Einsatz: das Püree wird durch die Presse auf eine Torten- oder Servierplatte gedrückt - dabei einen kleinen "Berg" formen.
Die Sahne mit Puder- und Vanillezucker steif schlagen, in einen Spritzbeutel umfüllen und das Maronenpüree damit ummanteln.


Den "Monte Bianco" mit Baisers und Marrons glacés verzieren und bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahren.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

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