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Samstag, 2. August 2014

Bellini zum Löffeln: Panna Cotta mit Pfirsich-Prosecco-Gelee



Es gab tatsächlich noch nie Panna Cotta auf meinem Blog!
Unverzeihlich für ein Blog, das italienische Küche immer wieder in den Mittelpunkt rückt. Unverzeihlich auch, weil es so ein Dolce aus der Serie "Ich könnt' mich reinsetzen" ist.
Andererseits ist es auch ein sehr einfaches Dessert; so banal in der Zubereitung, dass es mir aus diesem Grund noch nicht wichtig erschien, diese stürzbare Crème auf dem Blog vorzustellen. Darüber hinaus ist die beliebte Panna Cotta auch eines der bekanntesten italienischen Süßspeisen - wie auch das Tiramisu -, und jeder hat da sicher sein eigenes Rezept.
Ganz selten setze ich Panna Cotta, obwohl sie so herrlich schmeckt, noch meinen Gästen vor. Natürlich dann mit etwas "Schnickschnack" wie etwa Fruchtcoulis als Begleitung. Die gute alte Panna Cotta tausche ich aber lieber gegen eine ebenso wunderbare Bayerische Crème aus, die ich für noch feiner im Geschmack halte (und für die ich auch ein sehr gutes Rezept habe).
Dann aber bin ich in einem italienischen Foodmagazin auf diese Idee mit dem Bellini-Thema gestoßen. Bellini - jeder kennt diesen einst in Harry's Bar kreierten Cocktail aus weißen Pfirsichen und Prosecco. Und da es zur Zeit gerade diese wunderbaren platten Pfirsiche gibt, die ich schon zu Marmelade verarbeitet habe, bot sich diese Panna Cotta-Variante geradezu an.
Wie gesagt: die Idee zu dieser Version fand ich gut! Die Pfirsich-Gelatine sowie die Panna Cotta habe ich aber nach eigenen Vorstellungen zubereitet. So wird der Prosecco bei mir nicht unter die Panna Cotta gerührt, sondern kommt zum Pfirsichenpüree, das ich, anders als im Rezept angegeben, auch nicht aufkoche.






Apropos Panna Cotta. Da muss ich doch noch ein Wörtchen zu sagen. Wenn man Panna Cotta bestellt, dann sollte man sicher darüber im Klaren sein, was man da genießt: gekochte Sahne! Das sind Kalorien, das ist keine Diät-Kost, das ist eine kleine kulinarischen Sünde! Ich habe was gegen diese Panna-Cotta-Rezepte, die Sahne mit Milch strecken, dieses Mischung nur kurz zum Kochen bringen und dann mit Unmengen von Gelatine binden.
Ich mache da keine Kompromisse!
Panna Cotta! Bei mir wird pure Sahne aufgekocht. Ja gekocht, und dann köchelt dieser fünfzehn Minuten lang weiter! Herrlich cremig und rund im Geschmack wird die Sahne durch diese Prozedur, und man benötigt so auch viel weniger Gelatine.





Panna Cotta "Bellini"


Zutaten
(für 5 Gläschen)

Bellini-Gelee
2 Platt-Pfirsiche
40 g Zucker
2,5 Blätter Gelatine
50 ml Prosecco

Zunächst die Bellini-Gelatine herstellen. Die Gelatine zehn Minuten in kaltem Wasser einweichen. Die beiden Pfirsiche mit kochendem Wasser überbrühen, die Haut abziehen und entkernen. 250 g Fruchfleisch abmessen und mit 40 g Zucker pürieren, bis sich der Zucker gelöst hat.
Gelatine leicht ausdrücken und bei milder Hitze verflüssigen; sie darf nicht kochen!
Unter das Pfirsich-Mus rühren, dann den Prosecco hinzugießen.
Kleine Dessert- oder Weckgläser schräg in Tassen oder kleine Förmchen stellen und das Frucht-Püree darin verteilen. Im Kühlschrank vollständig fest werden lassen (mindestens drei Stunden).




Panna Cotta
500 ml süße Sahne
50 g Zucker
1 Vanilleschote
2 Blätter Gelatine

Die Gelatine in kaltem Wasser zehn Minuten einweichen.
Vanilleschote aufschlitzen, das Mark entfernen und mit dem Mark und dem Zucker zu der Sahne geben.
Sahne aufkochen und dann fünfzehn Minuten köcheln lassen. Ab und an umrühren.
Topf vom Herd nehmen, Vanilleschote entfernen und die Gelatine tropfnass mit einem Schneebesen unter die nicht mehr kochende Sahne rühren.
Unter Rühren abkühlen lassen.
Dann vorsichtig auf die Bellini-Gelatine gießen und die Gläser wieder für einige Stunden, am besten über Nacht, in den Kühlschrank stellen.




Quellen: Frei nach einer Idee aus "A Tavola", August 2014, Panna Cotta: Die echte italienische Küche, Gräfe und Unzer, München 1990

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Montag, 1. Juli 2013

Der romantischste "Spritz" der Welt



Ein lauer Sommerabend auf einer Piazza in der Abendsonne, ein paar Knabbereien und einen Spritz auf dem runden Tischchen vor sich - so stellt man sich den gelungenen Ausklang eines Sommertags in Italien vor; das berühmte Dolce Vita halt. Das können vor allem aber die Touristen ausgiebig genießen, denn wie auch viele Italiener sitzt dann mein Mann noch bis in die Abendstunden im Büro. Aber solche Bilder setzen sich fest, sie gehören einfach zu Italien dazu.
Nun gibt es tatsächlich gerade im Norden des Landes eine Aperitif-Kultur. Man muss nur am frühen Abend einmal durch die Bars und Cafès von Mailand ziehen, und man wird überwältigt sein von den dort aufgebauten Buffets mit den kleinen Häppchen und Knabbereien, von denen man sich zu einem Getränk bedienen darf.
Wenn man an italienische Aperitifs denkt, dann sicher auch an den beliebten Aperol-Spritz. Gerade in den vergangenen Jahren entwickelte sich dieser Aperitif zu einem richtigen Kultgetränk.
Der leicht bittere Likör Aperol kam 1919 auf den italienischen Markt, wurde aber erst in den fünfziger Jahren erstmals mit Prosecco und Sodawasser zu einem Aperol-Spritz gemixt. Von Norditalien aus, mit seiner ausgeprägten Aperitif-Kultur, verbreitete sich dann dieses Getränk nicht nur im übrigen Stiefelland, sondern auch nördlich der Alpen.
Die deutsche Bezeichnung Spritz geht auf die Österreicher und auf eine Epoche zurück, als große Teile Norditaliens, darunter Venetien,  Mitte des 19. Jahrhunderts noch unter habsburgischer Herrschaft standen. Der lokale Weißwein wurde von den Österreichern als sehr hochprozentig und stark empfunden, so dass sie ihn mit Mineralwasser verdünnt - "gespritzt" - tranken.
Und so habe ich Spritz auch vor vielen Jahren in Venedig kennengelernt, als ein mit Sodawasser verdünnter Weißwein oder auch Prosecco. Als French-Spritz kann man diesen Aperitif auch mit Champagner mixen, oder natürlich mit einem nach Champagner-Methode produzierten italienischen Spumante - "Metodo Classico", den ich stets dem Prosecco vorziehen würde, wenn man den Spritz pur genießen möchte. Obwohl es fast schon wieder ein Sakrileg wäre, dieses hochwertige Produkt zu verwässern.
Vergangene Woche mussten wir liebe Freunde verabschieden, die nun für einige Jahre ans andere Ende der Welt ziehen. Zu diesem Anlass habe ich ein kleines Sommeressen bei uns organisiert und mir dazu auch einen Aperitif für diesen besonderen Abend überlegt. Etwas Fruchtiges sollte es sein, das darüber hinaus auch hübsch anzuschauen ist. Leider war ich die Tage zuvor vergeblich auf der Suche nach Granatapfelsirup, nachdem ich unbedingt den Schönleben-Spritz nachbasteln wollte. Mittlerweile habe ich den wohl einzigen Ort, an dem es diesen Sirup in Rom auch zu kaufen gibt, zwar gefunden - Eataly -, aber am vergangenen Mittwoch musste ich mir selbst etwas einfallen lassen. In einem Eckchen des Kühlschranks schlummerte ein Flakon mit Rosensirup, den ich im Winter aus dem Süden Latiums mitgebracht hatte, und so kreierte ich mit meinen absoluten Lieblingsbeeren meinen:





Spritz all'Arianna

Man braucht dazu:


  • Prosecco oder Spumante (Metodo Classico)
  • Rosensirup
  • getrocknete Rosenknospen
  • Minzblätter (fakultativ)
  • Himbeeren
  • Eiswürfel


Zunächst habe ich die Rosen-Eiswürfel hergestellt, indem ich getrocknete Rosenknospen in (Herz-) Eiswürfelbehältern verteilt habe.




Auch einige Minzblätter habe ich mit eingefroren (die Fotos zum Getränk sind nicht von diesem Abend, daher ohne die Minzblätter).




Ein Schnapsgläschen Rosensirup in ein Glas - ich habe Rotweingläser genommen - gießen, ein paar Himbeeren sowie Eiswürfel dazugeben und mit Prosecco auffüllen.
Das ist alles! Und es schmeckt wunderbar und sieht soooo romantisch aus!





♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 24. Juli 2012

Drei Melonen für Astrid - Aspik di melone e anguria al Prosecco

Viel zu feiern gibt es in diesen Tagen bei Astrid: Den dritten Hochzeitstag, einen Geburtstag, drei Jahre Arthurs Tochter kocht und nicht zuletzt den 300. Post!

drei, Drei, DREI!

- und dazu noch viele andere Superlative.
Wenn das kein Grund ist, einen Blogevent auszurichten!
Astrid lädt die große Bloggerfamilie ein und fordert unsere Phantasie. Die Zahl "Drei" steht im Mittelpunkt, sie ist das große Thema, um das wir herum kochen und backen müssen.
Seit einigen Tagen schleiche ich nun ehrfurchtsvoll um diesen Event herum, immer mit der Frage im Hinterkopf: Was ist diesem Ereignis angemessen?



Noch einen Anschubser bekam ich dann von Wolfgang von kaquu's Hausmannkost. Er hat ja gut reden, hat er ja die Aufgabe schon in ein wunderbares Rezept umgewandelt! Jetzt kann er sich entspannt zrücklehnen - ich dagegen hatte Alpträume! Das ist ja schlimmer, als vor einem Uni-Examen, dachte ich mir und fing an, über das Thema "Bloggen und Leistungsdruck" zu sinnieren.

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