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Mittwoch, 5. August 2015

Für Unentschlossene: Gazpacho di melone con spiedino di San Daniele e caprino




Es ist einfach nur noch heiß, der Asphalt glüht, aber trotzdem knurrt im Laufe des Tages irgendwann der Magen. Passiert auch bei diesen Temperaturen, auch wenn man eigentlich vor allem trinken möchte. Und das Trinken - Wasser! -  ist bei der hochsommerlichen Hitze, die Italien seit Wochen fest im Griff hat, überlebenswichtig. Leichte Küche ist angesagt, und die Entscheidung zwischen einer eiskalten Gazpacho oder einem schlichten Teller mit Schinken und Melone fällt schwer.
Die ultimative Lösung wäre nun, beide Küchenklassiker in einem zu vereinen. Denn wer sagt denn, dass es immer nur eine Gazpacho Andaluz sein muss und die Melone sich nicht auch mal verflüssigen kann? Spanien und Italien vertragen sich bestens auf einem Teller, und beide Länder können auch kulinarisch virtuos mit Hitze umgehen.




Zutaten
(für 4 Personen)

1 Cavaillon-Melone
200 g griechischer Joghurt
4 El Olivenöl extra vergine
2 dünne Weißbrot- oder Toastscheiben, entrindet
4 El Weißweinessig
das Weiße einer Lauchzwiebel (ich: frische Tropea-Zwiebel)
8 Scheiben San-Daniele-Schinken
100 g Ziegenfrischkäse
Minzblätter
Fleur de sel, frisch gemahlener Pfeffer

Das Brot in dem Essig einweichen, Zwiebel in grobe Würfel schneiden und in kaltes Wasser legen, um die Schärfe etwas zu mildern. Die Melone vierteln und die Kerne herauskratzen. Aus einem Viertel Förmchen oder Kugeln ausstechen und zur Seite stellen.
Restliche Melone schälen und zusammen mit dem Joghurt, dem Olivenöl, dem Brot, 4-5 Minzblättern und der Zwiebel in den Mixer geben. Fein pürieren, mit Fleur de sel und Pfeffer abschmecken und kaltstellen.




Schinkenscheiben abwechselnd mit Minze, Melonenbällchen und dem zu Kugeln geformten Ziegenfrischkäse auf Spießchen stecken.
Die eiskalte Suppe mit den Spießchen servieren.






♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 15. Juli 2014

Einmal tieffrieren und fönen bitte: Die ultimative "Frozen Bowl" mit sommerlichem Obstsalat



Noch einmal lasse ich es zischen für Simones sommerlichen Blogevent, und zwar so richtig!
Gestern Abend hatte ich gelesen, dass einige wenige Einreichungen fehlen, um für den hundertsten Blogevent in Zorras Kochtopf die Hundert voll zu machen.
Da kann man ja nicht tatenlos bleiben.
Der Blick zu sehr später Stunde in den Kühlschrank war eher nicht so berauschend. Allerdings gab es noch Limetten! Und wie ich es in meinem ersten Beitrag schon erwähnt hatte, sollten diese wunderbar aromatischen Zitrusfrüchte, die mich immer an unsere Florida-Urlaube erinnern, in meinen zischenden Vorschlägen eine Hauptrolle spielen. 
Aber was macht man aus Limetten und - Wasser? Man kann natürlich Limonade machen.
Oder eben eine coole Schüssel für einen sommerlichen Obstsalat!
Die Idee dazu habe ich am vergangenen Samstagabend aufgeschnappt. Wir waren zum Abendessen drei Stockwerke unter uns eingeladen. Als zum Dessert diese eiskalte Schüssel auf dem Tisch stand, war mir klar: das muss ich nachmachen!
Jetzt zeige ich Euch, wie es geht.



Ihr braucht dazu nur:

2 Schüsseln, eine davon etwas kleiner
Wasser (logisch)
und zwei Limetten

Natürlich lässt sich so einen Schüssel ganz phantasievoll aufpeppen: Mit Kiwischeiben, Blütenblättern, Minzblättchen, kleinen Muscheln - was Ihr eben so im Hause habt! Ich hatte halt nur Limetten!




Zunächst müsst Ihr ungefähr zwei fingerbreit Wasser in die größere Schüssel geben und dieses im Freezer anfrieren lassen. Dann stellt Ihr die kleinere Schüssel hinein und füllt den Rand mit Wasser. Ganz wichtig ist es, die kleinere Schüssel zu beschweren, sonst schwimmt sie auf dem Wasser. Dazu könnt Ihr nehmen, was Ihr sonst so in den Tiefen Eures Freezers findet: Ein Steak, eine Packung Gefriererbsen, den kleinen Napf mit dem übriggebliebenen Rotkraut der vergangenen Weihnacht...
Ich habe drei kleine Gläser mit selbstgekochtem Fond in die kleine Schüssel gestellt. In den mit Wasser gefüllten Zwischenraum habe ich dann noch Limettenscheiben gegeben.
Das alles kommt jetzt für mehrere Stunden in das Gefrierfach.




Danach holt man die Schüsseln heraus und füllt die obere kleine Schüssel kurz mit heißem Wasser. Wenn die Schüssel anfängt, sich zu lösen, alles vorsichtig auf ein Küchenhandtuch "stürzen". Nach und nach löst sich dann auch die größere Schüssel. Ich habe sie von außen gefönt - nach dem Motto: Einmal tieffrieren und fönen bitte!
Einen Teller mit einer Tuchserviette auslegen und die Eisschüssel daraufsetzen.
Jetzt kann sie gefüllt werden, zum Beispiel mit Obstsalat.




Für meine Macedonia nehme ich:

1 Cantaloupe-Melone
1 Schälchen Himbeeren
1 Schälchen Blaubeeren
Saft einer Limette
ein paar Minzblättchen

Die Melone höhle ich mit dem Kugelausstecher aus. Die Beeren werden gewaschen und die Limette ausgepresst.
Melonenkugeln mit den Beeren und dem Limettensaft mischen, in die Eisschüssel füllen und mit Minzblättchen belegen.
Die Macedonia hält sich wunderbar frisch. Ist sie aufgefuttert, bevor die Schüssel geschmolzen ist, kann man die sie im Freezer für eine weitere Runde aufheben. 



Blog-Event C - Zisch! Erfrisch mich! (Einsendeschluss 15. Juli 2014)


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Mittwoch, 24. Juli 2013

Reissalat - eine Annäherung



Mindestens genauso schlimm wie in Mayonnaise ertränkte Nudelsalate mit Fleischwursteinlage sind für mich fad abgeschmeckte Reissalate. Ein Erbschen hier, ein Gurkenstückchen dort, noch ein paar Schinkenwürfel dazu, zur Dekoration ein Petersiliensträußchen - und fertig ist einer der Klassiker bundesdeutscher Siebziger-Jahre-Kochkultur. Glücklicherweise landete so etwas in meiner Familie nie auf dem Party-Buffet.
In Italien sieht es allerdings bis zum heutigen Tag nicht besser aus. Hier gibt es fertige Mischungen aus Oliven, Gurken und Paprika im Glas - säuerlich eingelegt -, die man einfach in den gekochten Reis kippt.
Che orrore! Das wird hier nur noch vom sogenannten Insalata Russa übertroffen, bei dem man gekochte, kleingewürfelte Kartoffeln sowie Erbsen und Karotten aus dem Glas unter Bergen von Mayonnaise begräbt. Darüber kommt dann meist noch eine Mayo-Dekoration aus dem Spritzbeutel, die sich nach einiger Zeit so herrlich glasig-gelb verfärbt. Buon appetito! 
Was bin ich böse, aber das muss an der Hitze liegen...
Es mussten noch viele Jahre vergehen, bis ich mich heute zum ersten Mal an einen Reissalat wagte.
Zu diesem heißen Klima passen Salate ja bestens, auch wenn ich wochenlang nicht nur von Salat leben wollte. Überall ist ja in diesen Tagen zu lesen, dass der Herd ausgeschaltet bleibt, weil es auch in Nord- und Mitteleuropa gerade ziemlich sommerlich ist.
Nun halten solche Hitzeperioden bei uns im Süden ja wochenlang an, und allzu lange möchte ich auch nicht auf warme Speisen verzichten. Ganz im Gegenteil: Gerade vor zwei Tagen bekam ich einen richtigen Heißhunger auf ein scharfes, heißes Hühnercurry!
Heute aber nun gab es einen hitzetauglichen Salat - nicht als Beilage, sondern als Hauptgericht.
Protagonist ist der schwarze und aromatisch-nussige Riso Venere - Venusreis. Das klingt doch schon einmal vielversprechend - und das Ganze in italienisch umso schöner:

Insalata di Riso Venere con melone, prosciutto e gnocchetti di caprino







Zutaten

Salat

  • 200 g Riso Venere
  • 1 halbe Melone (z.B. Cantaloupe)
  • 200 g gekochter Schinken (in Scheiben)
  • 1 Peperoni
  • 1-2 Frühlingszwiebel
  • ein paar Blättchen Rauke
  • 3 El Aceto Balsamico
  • 1 El Saba (Mosto Cotto)
  • 1 Tl Dijon-Senf
  • 4 El Olivenöl extra vergine
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Den Reis in reichlich kochendem Salzwasser ungefähr 40 Minuten kochen, danach abgießen und kalt abschrecken.
Eine Vinaigrette rühren aus dem Aceto Balsamico, der Saba, dem Senf, Salz, Pfeffer und dem Olivenöl; dabei erst zum Schluss das Olivenöl unterrühren.
Das Melonenfleisch mit einem Kugelausstecher aus der Melonenhälfte holen. Den Schinken in kleine Quadrate schneiden. Die Peperoni entkernen und fein würfeln. Die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Rauke waschen und trockenschleudern.
Reis mit allen Zutaten und der Vinaigrette vermischen.
Anstelle von Mozzarella oder Feta im Salat gibt es dazu:




Ziegenfrischkäse-Nocken

  • 250 g Ziegenfrischkäse
  • 1 El Butter
  • 1 Schalotte
  • ein paar Zweiglein Zitronenthymian
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Schalotte sehr fein würfeln und in der Butter sanft weichdünsten. Die Blättchen von den Thymianzweigen zupfen und untermischen, dann die Schalotten etwas abkühlen lassen.
Den Ziegenfrischkäse mit den gedünsteten Schalotten vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Crème für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Vor dem Servieren Nocken abstechen.


♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Donnerstag, 13. September 2012

Nein - ich will noch keinen Kürbis im Risotto! Sondern...

...noch ein bißchen Sommer auf dem Teller!
Gestern habe ich mir nach drei Monaten mal wieder den Luxus eines Friseurbesuchs gegönnt! Sehr erfreulich: Im Salon lag nicht nur Klatschpresse aus - mich interessiert nicht, wer wo wann und mit wem unbekleidet im August am Strand gelegen hat -, sondern es gab eine ganze Batterie italienischer Kochzeitschriften zum Schmökern. Die neueste Ausgabe von "Cucina Italiana" fiel mir in die Hände, und frisch gestylt eilte ich auf dem Nachhauseweg zum nächsten Kiosk, um mir noch ein eigenes Exemplar zu sichern. Beim Durchblättern hatte ich nämlich ein Risottorezept erspäht, das mich schon vom Foto her fesselte: Risotto con melone e speck croccante.




Ein einfaches Rezept und auch das Drumherum nicht sonderlich schwierig. Ich hätte mir dafür nicht extra das Heft kaufen müssen, entdeckte aber noch ganz interessante Artikel in der Septemberausgabe.
Den Risotto bereite ich allerdings nach meinem altbewährten Rezept zu, da hat mich das aus dem Heft nicht überzeugt, aber die Kombination aus Südtiroler Speck, Melonen und püriertem Basilikum war für mich neu - und wunderschön anzuschauen.




Zutaten (für 2 Personen)

  • 200 g Risotto-Reis (z.B. Carnaroli)
  • 1 kleine weiße Zwiebel, fein gewürfelt
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 1 l Fleischbrühe
  • 2 El Butter
  • 2 El Olivenöl extra vergine
  • 2 El Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
  • Pfeffer, frisch gemahlen
  • 15 Blätter Basilikum*
  • 2-3 EL Olivenöl extra vergine 
  • Salz 
  • ein halbe Cavaillon-Melone
  • 4 Scheiben Südtiroler Speck

Die Basilikumblätter mit etwas Salz und dem Olivenöl fein pürieren.*
Aus der Melonenhälfte einige Kugeln abstechen.
Während der Risotto köchelt, den in längliche Streifen geschnittenen Südtiroler Speck auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech bei 200 Grad für fünf Minuten in den Ofen geben.


Die Fleischbrühe erhitzen und auf kleiner Flamme köcheln lassen. Die Zwiebelwürfel in einem El Butter und  2 El Olivenöl glasig werden lassen. Dann den Risottoreis hinzufügen und auch so lange unter rühren anschwitzen, bis auch sie glasig werden. Dann mit dem Wein ablöschen und diesen etwas verdampfen lassen. Nach und nach mit einer Kelle immer etwas von der köchelnden Brühe hinzufügen, ab und an umrühren. Nach ungefähr 18 Minuten ist der Risotto fertig. Jetzt noch die restliche Butter und den Parmigiano unterrühren und Pfeffer abschmecken, Deckel darauf und zwei Minuten ruhen lassen.

Risotto auf die Teller verteilen, mit den Melonenkugeln und den kusprigen Speckstreifen belegen und etwas püriertes Basilikum dazwischen verteilen.




*Zum Pürieren des Basilikums: Dieser Arbeitsschritt bereitete einige Schwierigkeiten. Solche geringen Mengen lassen sich kaum mit dem Zauberstab zu einer feinen Paste pürieren. Ich kann mir das nur damit erklären, dass in den Versuchsküchen der Kochzeitschriften wohl größere Mengen zum Einsatz kommen. Ich habe es mit verschiedenen Aufsätzen probiert, dann in einen Mixer gefüllt, wieder in einen schmalen Becher zurückgefüllt - aber das Ergebnis war einfach nicht so wie es  auf dem Foto zu sehen ist. Dann habe ich schließlich alles mir zur Vefügung stehende Basilikum (zwei Bund) genommen und mit entsprechend mehr Öl im Mixer verarbeitet. Wer klassisches Pesto vorrätig hat, nimmt einfach das.

♥♥♥
Un abbraccio
Ariane

Dienstag, 24. Juli 2012

Drei Melonen für Astrid - Aspik di melone e anguria al Prosecco

Viel zu feiern gibt es in diesen Tagen bei Astrid: Den dritten Hochzeitstag, einen Geburtstag, drei Jahre Arthurs Tochter kocht und nicht zuletzt den 300. Post!

drei, Drei, DREI!

- und dazu noch viele andere Superlative.
Wenn das kein Grund ist, einen Blogevent auszurichten!
Astrid lädt die große Bloggerfamilie ein und fordert unsere Phantasie. Die Zahl "Drei" steht im Mittelpunkt, sie ist das große Thema, um das wir herum kochen und backen müssen.
Seit einigen Tagen schleiche ich nun ehrfurchtsvoll um diesen Event herum, immer mit der Frage im Hinterkopf: Was ist diesem Ereignis angemessen?



Noch einen Anschubser bekam ich dann von Wolfgang von kaquu's Hausmannkost. Er hat ja gut reden, hat er ja die Aufgabe schon in ein wunderbares Rezept umgewandelt! Jetzt kann er sich entspannt zrücklehnen - ich dagegen hatte Alpträume! Das ist ja schlimmer, als vor einem Uni-Examen, dachte ich mir und fing an, über das Thema "Bloggen und Leistungsdruck" zu sinnieren.

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